TEST: Dockin D Solid – ultrakompakter Bluetooth-Lautsprecher im hochwertigen Materialgehäuse

Dockin D Solid 2

Top-Qualität für exakt 49,95 EUR? Schaut man sich den Dockin D Solid an, so fällt auf, dass man in dieser Preisliga selten einen so edel wirkenden Bluetooth-Speaker gesehen hat. Leider hat uns Dockin das schwarze und nicht das silberne Modell entsandt, in der silbernen Variante kommt das edle Metallgehäuse noch besser zur Geltung. Oben arbeitet der Treiber unter einem präzise eingepassten Metallgitter.

Dockin D Solid Detail

Hochwertiges Finish auch im Detail

Doch nicht nur die Verarbeitung und Materialqualität des annähernd zylinderförmigen D Solid (77x62x77 mm) überzeugt, auch der Ausstattungsumfang.

Dockin D Solid Anschluesse

Vielfalt: USB, 3,5 mm Miniklinke, Micro-SD-Slot

Denn der schmucke Aktivlautsprecher erweckt mit seinem 52 mm Treiber und 5 Watt Leistung (für diese Gehäusegröße vollkommen ok) nicht nur die Musik, die vom Smartphone oder Tablet zugespielt wird, zum Leben, sondern verfügt darüber hinaus praktischerweise auch noch über einen FM-Radiotuner. Mittels des ebenfalls vorhandenen USB-Anschlusses kann man den Dockin D Solid direkt ans Notebook anschließen, um ihn dort als Lautsprecher zu verwenden – das ist wirklich erstaunlich, was Dockin hier an Features hineingepackt hat. Sogar eine Freisprecheinrichtung ist integriert, ebenso NFC. Der verbaute Bluetooth-Standard: 4.0. Damit noch nicht genug der Flexibilität, auch ein Micro-SD-Slot und ein 3,5 mm Aux-Eingang fehlen nicht. Mit 420 Gramm ist der D Solid recht schwer, das sorgt ebenfalls für einen sehr hochwertigen Eindruck. Leider ist der D Solid nicht spritzwassergeschützt. 

Dockin D Solid Bag

Tasche

Dockin D Solid Kabel

USB und 3,5 mm Kabel

Neben USB-Ladekabel und 3,5 mm Klinkenstecker-Audiokabel ist auch eine passende Tasche dabei. Die Akku-Laufzeit wird von Dockin mit 5 Stunden angegeben, das ist nicht wirklich üppig, aber völlig in Ordnung. Eine „Quick Charge“ Schnellladefunktion fehlt. Aber nach 2 Stunden ist der Akku schon wieder komplett aufgeladen. 800 mAh an Leistung stellt der 7,4 V Lithium-Ionen-Akku bereit. 

Dockin D Solid Bedienelemente

Bedienelemente

Möchte man die verschiedenen Betriebsarten verwenden, so wird die auf der Unterseite angebrachte Play-Taste lang gedrückt. Per Sprachausgabe wird der dann aktive Modus bestätigt. Die kleine LED, recht weit unten angebracht, leuchtet dann in einer jeweils anderen Farbe (blau – Bluetooth, grün – Radio etc.). Ist eine Micro SD-Karte eingelegt, nimmt der Dockin D Solid z.B. MP3, WAV, WMA oder FLAC-Dateien entgegen. 

Dockin D Solid oben

D Solid von oben

Ist die FM-Radio-Funktion aktiviert, so wird durch kurzes Drücken der Play-Taste der Sendersuchlauf gestartet. Währenddessen blinkt die Status-LED grün, ist der automatische Sendersuchlauf beendet, leuchtet die LED durchgängig grün. Durch kurzes Drücken auf die „+/-“ Tastenkönnen dann die Sender gewechselt werden. Natürlich ist die Empfangsstärke des Tuners nicht extrem gut, man muss schon aufpassen, wie man den D Solid aufstellt, um einen ordentlichem Empfang zu haben. 

Wie schlägt sich die Freisprecheinrichtung? Man versteht den Gesprächspartner ausgezeichnet, das war in dieser Güte nicht zu erwarten. Allerdings versteht der Gesprächspartner denjenigen, der über das Mikrofon des D Solid spricht, nicht besonders gut, die Sendeleistung des Mikrofons ist etwas zu gering. Somit ist der praktische Nutzen leider nicht allzu hoch, aber gut – der Solid D kostet knapp 50 EUR, dafür kann man keine Perfektion erwarten. 

Klang

Wir starten mit dem Club-Sommerhit „Tuesday“ von Burak Yeter featuring Danielle Sandoval, und höre da: es gibt Bass! Warum wir dies so euphorisch verkünden? Weil es in Anbetracht des sehr kompakten Gehäuses alles andere als selbstverständlich ist, dass sich bei tieferen Frequenzen viel bewegt. Einen Frequenzgang von 40 Hz bis 20 kHz gibt der Hersteller an, das ist dann, was die untere Grenzfrequenz angeht, doch etwas optimistisch – spielt aber im Endeffekt keine Rolle. Denn das, was der D Solid in der Praxis an Performance bietet, ist sehr gut. Das gilt auch für die Einbindung der Stimme. Die Räumlichkeit ist ordentlich – Sensationen darf und kann man hier aber nicht erwarten.

Es geht mit „Be Mine“ von Ofenbach weiter, auch einer der Club-Chartstürmer im Sommer 2017. Und wieder gibt der kleine Speaker den Rhythmus sauber wieder und liefert auch einen richtig guten Bassbereich ab. Die Vocals klingen nur leicht belegt, die gesamte Dynamik verdient sich die Note „gut“. „Baby“ von Bakermat punktet schon von Beginn an durch die erstaunlich ausgeprägte räumliche Wirkung der weiblichen Stimme. Dynamische Unterschiede bringt der D Solid prima heraus, so dass man auch hier wieder überrascht sein darf vom beachtlich umfassenden Sound.

Natürlich, das muss klar sein, wer Hi-Fi-Ansprüch hegt, liegt hier gründlich falsch. Detaillierung, Weitläufigkeit, Staffelung unterschiedlicher musikalischer Ebenen – hier kann der D Solid nicht verheimlichen, wie kompakt das Gehäuse auftritt und wie einfach der technisch Aufbau ist. Dies ist aber auch nicht weiter schlimm, denn der kleine edle Aktivlautsprecher setzt andere Schwerpunkte: Einen unkomplizierten Musikgenuss unter nahezu allen praktischen Bedingungen. Die Pegelfestigkeit ist prima, der kleine aktive Speaker schafft mehr, als man ihm zutraut. 

Kann der D Solid auch mit seriöser Musik umgehen? „Senza Fine“ von Andrea Bocelli klingt auf jeden Fall besser als erwartet. Die Stimme Andreas hat in Ansätzen durchaus Charisma, und die Trennung der Stimme von den Instrumenten gelingt ohne Fehl und Tadel. „Anema E Core“ gibt der Berliner Lautsprecher ebenfalls brauchbar wieder, hier weiß er sogar, gut mit denn Streichern umzugehen. Für den Genuss solcher Musik beim abendlichen Rendezvous am See während des Picknicks ist der D Solid daher auf jeden Fall geeignet.

„Broken Strings“ von James Morrison und Nelly Furtado kommt recht gut heraus, die Stimmen wirken hier aber leicht belegt. Der Rhythmus wird hingegen mit untadeliger Impulstreue wiedergegeben. „A View To A Kill“ von Duran Duran (Titelsong aus dem gleichnamigen 007 Film) hat durchaus Substanz, das Quellmaterial hat einen blechernen Einschlag, den der D Solid verständlicherweise nicht zur Gänze eliminieren kann. Allerdings schafft es der kleine Lautsprecher, trotzdem eine gut hörbare Gesamtqualität zu offerieren. 

Konkurrenzvergleich

Teufel Bamster XS Front Seitlich1

  • Teufel Bamster XS für 80 EUR: Auch sehr kompakt, und dank des starken 1.400 mAh-Akku sind starke 14 Stunden Spieldauer möglich. Trotzdem dauert es nur 2 Stunden, bis der Bamster XS wieder aufgeladen ist. Er ist ebenfalls sehr edel verarbeitet und sieht elegant aus. Leider ist auch der Berliner Konkurrent nicht spritzwasserfest. Eine schöne Tasche liefert Teufel auch mit, und akustisch detailliert der Bamster XS besser und liefert den freier aufspielenden Hochtonbereich. Somit rechtfertigt er seinen nicht unbeträchlichen Mehrpreis von rund 30 EUR. Der D Solid zeigt, was in seiner Preisklasse möglich ist, und präsentiert sich sogar besser ausgestattet als der Bamster XS: Micro-SD-Slot, FM-Tuner und USB-Anschluss an PC oder Notebook sind noch vorhanden.

Dockin-D-Tube-3

  • Dockin D Tube für 55 EUR: Aus gleichem Hause kommt der größere D Tube, der 5 EUR teurer und spritzwassergeschützt ist. Er tritt nicht so edel wie der D  Solid auf, hat dafür aber 12 Stunden Akku-Betrieb und bringt mit 2 x 5 Watt die doppelte Verstärkerleistung mit. Akustisch ist der Unterschied natürlich aufgrund des anderen Treiber-Layouts und des größeren Gehäuses hörbar. Der D Tube hat mehr Volumen und schafft eine dichtere Räumlichkeit. Wer einen ultrakompakten Speaker mit toller Ausstattung sucht, greift dagegen eher zum D Solid. 

Youga Berlin Front Seitlich6

  • Youga Berlin: Mit 50 EUR identisch teuer, sieht der Youga Berlin immer noch „trendy“ aus und dürfte gerade junge Leute ansprechen. Er ist gut verarbeitet, legt aber weniger Wert auf Noblesse als der D  Solid. Eine Party-Funktion und eine Verwendung als Bluetooth-Empfänger für die heimische Anlage zeigen, dass auch bei diesem Speaker die Ausstattung tadellos ist. Akustisch klingt er ordentlich, der D Solid bietet aber mehr im Bassbereich. 
Fazit

Dockin D Solid 1

Sehr edle Anmutung, ordentlicher Klang, üppige sowie sinnvolle Ausstattung: Der Dockin D Solid kann im Test gefallen. Er sieht gut aus und ist durch die sehr kompakten Abmessungen außerordentlich flexibel hinsichtlich der Einsatzmöglichkeiten. Der Lieferumfang mit allen relevanten Kabeln und Tasche überzeugt ebenfalls. Dass der FM-Tuner keinen sensationellen Empfang bietet und auch bei der eingebauten Freisprecheinrichtung noch Potential noch oben ist, verwundert in Anbetracht des günstigen Kaufpreises nicht. 

Ultrakompakt, sehr gut ausgestattet, elegant und mit gutem Klang antretend, wird der Dockin D Solid seinen Weg gehen
ausgezeichnet
Bluetooth-Lautsprecher Einsteigerklasse
Test 02. August 2017

Test und Fotos: Carsten Rampacher
Datum: 02. August 2017




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