TEST: Heco Celan Revolution 3 - optisch sehr schicke, nobel verarbeitete Zweiwege-Regalbox

Die Heco Celan Revolution-Baureihe trägt eine Menge hochwertiger konstruktiver Merkmale in sich, wie wir schon bei der Präsentation auf der High End 2018 lernten. Um zu beweisen, dass die Boxen dieser Baureihe auch hervorragend klingen, hat sich die Celan Revolution 3 Regalbox für 1.299 EUR Paarpreis nun zum Test bei uns eingefunden. Die Celan Revolution Boxen sind in Pianolack Schwarz, Weiß Seidenmatt und in Expresso Furnier (wie unsere Test-Lautsprecher) lieferbar. Eine sehr stimmige Auswahl, wie wir feststellen. 

Elegante, charakteristische Form

Kantenverarbeitung und Einpassung des Rahmens rund um den Hochtöner

Edel: Bassreflex-Öffnung, mit geschraubtem Alu-Ring

Das Gehäuse wirken unverwechselbar und besitzt eine angewinkelte Oberseite, demnach absolut kein "Me Too"-Produkt, sondern etwas Hochwertiges und Eigenständiges. Auf der Oberseite ist das Firmenlogo zudem hochwertig in Metall-Form eingelassen, ein schönes Detail. Die gerundeten Seitenteile mit der sich nach hinten verjüngenden Gehäuseform helfen überdies, im Inneren störende stehende Wellen zu eliminieren. Zudem sorgen enorme Wandstärken und verschiedene Verstrebungen im Inneren der massiven MDF-Gehäuse bei allen Modellen für optimale Arbeitsbedingungen für die Treiber. Die Frontabdeckung haftet magnetisch und ist mit hochwertigem Akustikstoff bezogen. Rund um den Hochtöner wurde massives Aluminium verbaut, ein Alu-Ring schmückt auch den Tiefmitteltöner und die Bassreflex-Öffnung auf der Rückseite. 

Hochtöner, neu entwickelt

Tiefmitteltöner mit Kraftpapiermembran und Alu-Ring außen - die Verschraubung wird hier als bewusstes Stilelement technischer Hochwertigkeit eingesetzt

Wahl zwischen linearer Wiedergabe und einem um +2dB angehobenen Hochtonbereich

Blick ins Innere

Alle Lautsprecher-Chassis sind speziell für die Celan Revolution Serie entwickelt worden. Die wichtigste Neuentwicklung ist der große 30 mm High Energy Hochtöner mit der neuen Heco Fluktus Frontplatten-Geometrie. Die spezielle Hochton-Kalotte der zweiten Generation liefert dank computeroptimierter Mehrwellen-Frontplatte unter allen Winkeln ein besonders ausgewogenes, harmonisches Abstrahlverhalten, argumentiert Heco.

Optisch eine sehr gelungene Erscheinung, technisch aufwändig gemacht

Zudem ist der Hochtöner, der bis hoch auf 52 kHz spielt, aufgrund der Kühlung mit Akustik-Ferrofluid und kraftvollem doppeltem Ferrit-Magnetsystem prinzipiell sehr hoch belastbar. Er übernimmt die Musik-Wiedergabe ab einer Frequenz von ca. 2.800 kHz. Bei allen Celan Revolution-Modellen kommen zudem neu entwickelte Phasen-optimierte Staubschutz-Kalotten zum Einsatz. 

Auch von hinten reizvoll

Die Celan Revolution 3 weist eine Impedanz von 4 bis 8 Ohm auf und arbeiten nach dem Bassreflex-Prinzip.  Sie ist mit 100 Watt dauerhaft und mit 160 Watt kurzzeitig belastbar.  Ab 30 Hz nimmt der elegante Regallautsprecher bereits die Wiedergabe auf. Die Celan Revolution 3 hat 90 dB Wirkungsgrad, neben dem Fluktus-Hochtöner kommt ein 170 mm Tiefmitteltöner mit Kraftpapiermembran zum Einsatz. Die Box ist 240 mm breit, 412 mm hoch und 330 mm tief.

Klang

Wenden wir uns zunächst generellen Feststellungen zu. Die Heco Celan Revolution 3 beeindruckt uns bei jeder Art von Musik mit ihrem Auflösungsvermögen. Auch feine Details in den Höhen gehen nicht unter, und ebenso ausgeprägt ist das Vermögen, Hochton-Details mit einer sehr ansprechenden Räumlichkeit einzuarbeiten. Auch die atmosphärische Dichte gefällt sehr gut. Der Übergang vom Hochtonbereich in den Mitteltonbereich ist nahtlos, fließend und unterstützt den Eindruck, dass wir es hier mit einer sehr kultivierten Box zu tun haben.

Gerade für Klassik und Jazz eignet sich die Celan Revolution 3 sehr gut. Sie stellt Stimmen mit einer authentischen Präsenz dar - ganz gleich, ob es sich um weibliche oder um männliche Stimmen handelt. Die vokalen Anteile, wie auch die instrumentalen Anteile lösen sich sehr gut von den Chassis und verteilen sich präzise im Raum. Der Übergang vom Mitteltonbereich in den Bassbereich läuft stimmig sowie kultiviert ab. Es bereitet den Celan lution 3 im Bassbereich keine Mühe, auch mehrere parallel stattfindende tieffrequente Ereignisse darzustellen. Der Tiefgang ist ausgezeichnet, und auch die Präzision ist sehr lobenswert.

Also herrscht überall eitel Sonnenschein? Nicht überall, denn die Pegelfestigkeit ist nur durchschnittlich. Man merkt, dass die Celan Revolution 3 sorgfältig abgestimmt wurde, und selbst für anspruchsvolle Musik-Liebhaber sehr gut geeignet ist. Zu laut sollte man aber definitiv nicht hören, denn dann gerät die sehr ausgewogene, feine Abstimmung aus dem sorgfältig ausbalancierten Gleichgewicht. Der Hochtonbereich wird dann zu dominant und leicht aggressiv, und der Hub des Tief-/Mitteltöners ist ausgereizt. Das ist schade, etwas mehr Reserven bei höheren Lautstärken hätten die Celan Revolution 3 noch begehrenswerter gemacht. Übrigens: Nur in akustisch sehr stark bedämpften Räumen würden wir den Hochtonpegel (hinten am Terminal) um 2 dB anheben - sonst auf keinen Fall, da die Heco einen sehr brillanten, präsenten Hochtonbereich hat, der sonst leicht übertrieben wirken kann. 

Bei leicht gehobenen Lautstärken gibt es auch bei heftigen Titeln keinerlei Probleme, wie wir bei "Hello Cruel World" von Bad Religion (Flac, 88,2 kHz/24-Bit) feststellen können. Hier wird die E-Gitarre sehr gut dargestellt, die Vocals kommen schön aufgelöst in den Hörraum, und die ganze akustische Staffelung gelingt den Celan Revolution 3 sehr gut. Der Bass erweist sich als straff, der Tiefgang ist auszeichnet. Der ganze Dynamikumfang dieses Hi-Res-Stückes wird von der Heco-Box ausgesprochen glaubwürdig präsentiert. Nur das oben schon angesprochene Problem mit der Pegelfestigkeit existiert auch hier. Wer es mit der Lautstärke übertreibt, dreht schnell wieder den Pegel herunter, denn die sonst so lobenswerte Ausgewogenheit ist dann Geschichte.

Wenden wir uns der Diana Krall-Adaption von "I'm Not In Love" (Flac 48/24) zu. Hier wird das Piano sehr sensibel präsentiert, und in dieser Preisklasse dürfte es nicht viele Regalboxen geben, die die Anschlagdynamik so gut herausfiltern. Dianas Stimme hat genau das rauchige Charisma, dass musikalisch Anspruchsvolle auch hören möchten. Während Diana singt, wird die Stimme gelungen fokussiert, ohne dass aber die anderen akustischen Anteile zu weit in den Hintergrund gestellt werden.

In freudiger Erwartung waren wir bereits, bevor "Nessun Dorma" aus Puccinis "Turandot", gesungen von Jonas Kaufmann, in Flac 96/24 bei uns ertönt. Und die Celan Revolution 9 enttäuscht uns nicht: Klar, filigran, mit toller Herausarbeitung nicht nur der Stimme des berühmten Tenors, sondern auch des Chors: Für klassische Opernarien sind die Celan Revolution 3 bestens geeignet. Schon bei Zimmerlautstärke entfalten sie ein dichtes akustisches Aroma, und etwas mehr darf man schon aufdrehen, ohne dass es ungemütlich wird. Für echte Laut-Hörer eignen sich die Hecos demnach nicht, wie wir schon zuvor feststellten, bei leicht erhöhtem Pegel aber entfalten sie eine exzellente akustische Wucht. 

Mark Knopflers melancholisch-emotionaler Song "Basil" (192 kHz/24-Bit, Flac) liegt den Celan Revolution 3 ebenfalls. Sehr schön arbeiten sie die Konturen der akustischen Gitarre heraus, und stellen parallel Marks Stimme in den Mittelpunkt einer exakt definierten virtuellen Bühne. Die Räumlichkeit überzeugt uns, und vor allem die Tatsache, dass sie sich bereits bei recht geringem Pegel sehr gut ausbreitet. Ein weiterer Pluspunkt ist der ausgezeichnete Tiefgang im Bassbereich.

Nicht ganz so versiert sind die Celan Revolution 3, wenn es um die Wiedergabe aktueller House-Hits von Spotify geht. Als Beispiel wählen wir hier "Love No More" von Loud Luxury. Das Ganze ist schon ordentlich hinsichtlich der Transparenz und der Räumlichkeit, aber dieses wuchtige "Nach-Vorn-Schieben", das wir von einigen Konkurrenten kennen, findet hier nicht statt. Aber, wir möchten betonen, dafür kokettieren die Hecos mit ihrer hervorragenden Auflösung - hier können ihnen viele nicht das Wasser reiche

Absolut wohl fühlen sich die Celan Revolution 3 in der Rolle des talentierteren Romantikers. Wer seiner Liebsten unterm Weihnachtsbaum bei "Last Christmas" von Wham einen Antrag machen möchte, kann bedenkenlos die Heco als Mit-Überbringer der Liebesbotschaft einsetzen. Rund, homogen, in sich schlüssig, kraftvoll, und mit einer so guten Auflösung, dass man in Anbetracht des Alters des Quellmaterials nur verblüfft sein kann: Keine Kritik, nur Lob für die Celan Revolution. 

Wir bleiben festlich, und setzen mit Mariah Careys "All I Want For Christmas Is You" fort. Und auch hier zeigt sich: Was das akustische Verbreiten festlicher Stimmung angeht, kann man auf die schmucken Pulheimer Schallwander setzen. Mariahs Stimme klingt für die Preisklasse grandios, die Rhythmus- und Dynamikwechsel werden mit untadliger Impulstreue übertragen. Das Auflösungsvermögen, ganz besonders im Hochtonbereich, gehört mit zum Besten, was man in diesen Preisregionen einkaufen kann.

Fazit

Die Heco Celan Revolution 3 beeindruckt mit feiner Optik, erlesener Verarbeitung und einem enormen Auflösungsvermögen. Bei moderaten Pegeln kann man sehr lebendig, detailreich und kultiviert hören. Hohe Pegel mögen die Zweiwege-Regallautsprecher weniger. Der zuvor brillante, angenehme Hochtonbereich wird dann leicht aggressiv, und das Basschassis kommt hinsichtlich des Hubs an den Anschlag. Fürs Wohnzimmer sind die Celan Revolution 3 richtig gut geeignet, die normal üblichen Pegel verdauen sie problemlos. Wer hingegen einen echten "Pegeltreiber" sucht, ist hier nicht perfekt aufgehoben. 

Feine Verarbeitung, edle Optik und enormes Auflösungsvermögen zeichnen die Heco Celan Revolution 3 aus

Regallautsprecher Mittelklasse
Test 24.12.2018

 

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
24. Dezember 2018

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