TEST: Heco Aleva GT 202

Heco Aleva GT 202 Gruppenbild5

Zeitlose, klassische Formen, perfekte Oberflächenqualität und hochwertige Chassis-Bestückung zeichnet die Aleva GT-Serie des deutschen Lautsprecherherstellers Heco aus. Und zwar sowohl im Großen als auch im Kleinen: die Aleva GT 202 für 249 EUR/Stück ist die Kompaktklasse der Aleva GT-Produkte, bietet aber sämtliche Qualitätsmerkmale der größeren Schallwandler. Alle Chassis sind neu entwickelt und auf die entsprechende Gehäusegröße optimiert, die Gehäusekonstruktion mit aufgesetzten Seitenwänden weist einen ausgezeichneten Kompromiss zwischen Steifigkeit und Dämmung auf. Selbst das Bassreflexrohr eliminiert aufgrund seiner Rundung effektiv Strömungsgeräusche.

Heco Aleva GT 202 Verarbeitung

Hervorragend sauber lackierte Oberfläche

Heco Aleva GT 202 Aufnahme LS Abdeckung

Hier gut zu sehen: die aufgesetzten Seitenwände

Heco Aleva GT 202 Rueckseite Seitlich2

Rückseite mit Bi-Wiring-Terminal

Heco Aleva GT 202 Bassreflexrohr

Strömungsoptimiertes Bassreflexrohr

Heco Aleva GT 202 Anschluesse Rueckseite2

Lautsprecheranschlüsse

Die Heco Aleva GT 202 ist in Piano Weiß und Piano Schwarz erhältlich und bietet in ihrer Preisklasse wirklich eine tadellose Oberflächenqualität. Die Lackierung sitzt tief und auch das Gehäusematerial wirkt massiv und verstärkt den hochwertigen Eindruck. Die hohe Wandstärke der einzelnen Teile sorgt mit den innenliegenden Verstrebungen für hohe Resonanzarmut, die Schallwand ist mit 25mm besonders massiv. Die Lautsprecherchassis sind solide verschraubt und zeigen einen sauberen Materialübergang zum MDF-Gehäuse. Die Abmessungen der Aleva GT betragen 207 x 320 x 280mm (BxHxT).

Wie bereits erwähnt, präsentieren sich die Aleva GT-Schallwandler in klassischer Form, nur die Seitenwände sind vorne relativ stark abgeschrägt. Das setzt nicht nur einen optischen Akzent, sondern hat auch akustische Vorteile, da Kantenreflexionen vermindert werden. Auf der Rückseite finden sich Bi-Wiring-Anschlüsse mit vergoldeten Anschlüssen. Das Bassreflexrohr ist aus Kunststoff gefertigt, aber ebenso sauber mit der Rückwand verschraubt.

Heco Aleva GT 202 Halter LS Abdeckung

Solide Lautsprechergitter

Die Lautsprechergitter sind weder positiv hervorzuheben noch zu kritisieren. Die Stoffbespannung ist sauber aufgebracht und recht robust. Vier kleine Stifte sorgen für guten Halt der Abdeckung. Die Unterseite wird durch kleine Kunststoffkegel von der Auflagefläche entkoppelt.

Heco Aleva GT 202 Hochtoener

28mm Hochtonkalotte

Heco Aleva GT 202 Hochtoener ausgebaut2

Großzügig dimensionierter Magnet beim Hochtöner

Heco Aleva GT 202 Tieftoener

130mm Tiefmitteltöner

Heco Aleva GT 202 Tieftoener ausgebaut1

Der Tiefmitteltöner im ausgebauten Zustand

Heco Aleva GT 202 Innenleben1

Frequenzweiche

In höchst solidem Aluminium-Druckgusskorb mit Diamantschliff kommt der Tiefmitteltöner mit 130mm Durchmesser daher. Die Membran besteht aus Hecos bewährtem Kraftpapier für exzellenten Wirkungsgrad, hinzu kommen robuste Gummisicken für großzügigen Hub.

Der Hochtöner mit leichtem Hornansatz und diamantgeschliffener Alu-Frontplatte profitiert ebenfalls von einem kräftigen Magnetantrieb. Eine breite Sicke stellt hohe Belastbarkeit bei allen Lautstärken sicher. Das Innere der Aleva GT ist gedämmt, kurze Signalwege verbinden Frequenzweiche und Chassis.

Das 2-Wege Bassreflex-System weist einen Wirkungsgrad von 90 dB auf und soll einen Frequenzbereich von 36 Hz bis 42 kHz abdecken. Die Belastbarkeit liegt bei 80 Watt RMS. Die empfohlene Verstärkerleistung liegt bei 20 – 140 Watt.

Testequipment
Klang

Natürlich waren wir sehr gespannt, zu welchen akustischen Leistungen die Heco Aleva GT 202 in den Klangtestreihen fähig ist. Von Heco-Lautsprechern ist man in letzter Zeit schließlich einiges gewohnt, und zwar in positiver Hinsicht. In CD-Auflösung starten wir mit „Contact“ von Daft Punk durch. Mit guter Räumlichkeit setzt sich die Aleva GT 202 gleich von Beginn an tadellos in Szene. Der Aufbau des Intros mit den gewollten Störgeräuschen geht sauber vonstatten. Man merkt bereits in Ansätzen, dass auch im tieffrequenten Bereich durchaus Kraft vorhanden ist. Als sich der Song dann weiterentwickelt, folgt die Bestätigung: Erstaunlich satt und dabei gleichzeitig präzise entfaltet sich der Bass. Doe hochfrequenten Anteile kommen dynamisch heraus – eine ausgesprochen gelungene Vorstellung. Diese findet bei „Doing It Right“ eine eindrucksvolle Fortsetzung: Die Basskraft der Aleva GT 202 ist so ausgeprägt, dass man nur staunen kann. Nicht nur Durchschlagskraft und Volumen, auch der Tiefgang entpuppt sich als exzellent. Selbst dann, wenn man einen anerkannt pegelfesten und kräftigen Pioneer A-70 als Vollverstärker zur Hand nimmt, erscheint die Aleva GT 202 nicht überfordert, sondern bleibt souverän und bietet eine dicht gestaffelte Räumlichkeit. 

Als HiRes 96 kHz/24-Bit-Datei hören wir uns nun Diana Kralls „Garden in The Rain“ an. Auch hier kann die schmucke Regalbox punkten: Die Stimme Dianas ertönt mit dem charakteristischen rauchigen Charme, überdies löst sie sich sehr gut vom Lautsprecher. Der lebendige und kräftige Bass ist erneut hervorzuheben. Im Vergleich zu den Heco-Lautsprechern der letzten Jahre erscheint der Hochtonbereich frischer und strahlt mehr Brillanz aus, ist aber auch etwas schärfer von der Auslegung her. Die Struktur des Songs stellt die Aleva GT 202 sehr sauber und impulstreu dar. Ebenso bei „I Don’t KNow Enough About You“ – die Klarheit überrascht, ebenso, erstaunlich, wie wohl temperiert das Klavier agiert. Auch das Anzupfen der Saiten beim Bass wird von der Pulheimer Box prima herausgearbeitet. Die erzielbaren Pegel sind hoch, angestrengt oder überfordert wirkt der Regallautsprecher kaum. Die Atmosphäre, die aufgebaut wird, ist selbst im Hörraum zwischen 20 und 25 Quadratmeter noch dicht und facettenreich. Stets gefällt die tadellose räumliche Weite, aber auch die räumliche Tiefe ist sehr ausgeprägt, so dass sich der Hörer tatsächlich vom Klang umschlossen fühlt. 

Wolfgang Amadeus Mozarts Violinenkonzert Nr.4, erstes Allegro, liegt der Aleva nicht zu 100 %. Hier klingt die Violine etwas zu harsch, das Geschmeidige, Samtige fehlt etwas. Die Räumlichkeit ist auch bei diesem Exempel in Flac 96/24 sehr gut, das hilft aber auch nicht wirklich weiter. Nach den erstklassigen Ergebnissen bei den anderen Testläufen gibt es hier einen kleinen Dämpfer. Wir kennen von den letzten Heco-Boxen auch nicht dieses etwas über-prägnante Ansprechen im Hochtonbereich. Man sollte hier vielleicht bei kommenden Generationen wieder etwas mehr wohltuende „Milde“ walten lassen. 

Insgesamt kann dieser kleine „Ausrutscher“ aber nichts daran ändern, dass man für die Preisklasse mit den Ergebnissen sehr zufrieden sein kann. Pegelfest, lebendig und mit tadelloser Räumlichkeit erfüllt die Aleva GT auch die Ansprüche von Musikliebhabern, die durchaus Kompetenz und Hörerfahrung besitzen. 

Bei Andrea Bocellis „Dell’Amore Non Si Sa“ gefällt uns die Aleva GT 202 wieder sehr gut. Klar kommt Andreas Stimme heraus, sauber gestaltet sich der Aufbau des Songs. Die Basskraft ist nachdrücklich – das überrascht in Anbetracht der doch recht kleinen Box. Wiederum hoch – die Pegelfestigkeit. Der Hochtonbereich ist sehr klar, bei diesem Song wird aber erst bei sehr hoher Lautstärke die Gesamt-Charakteristik gerade bei der vokalen Wiedergabe etwas zu scharf. Und hierbei handelt es sich um Pegelregionen, die kaum ein Anwender der Regalbox in der Praxis zumuten dürften.

Bei Paul Kalkbrenners „Altem Karmuffel“ haben uns ein weiteres Mal die Bass-Qualitäten der Aleva GT 202 überzeugt. Kraftvoll und mit tadellosem Volumen sowie Tiefgang legt sich der Pulheimer Schallwandler hier ins Zeug. Nur bei sehr hohem Pegel schlägt aufgrund der Bassgewalt das Chassis leicht an. Raumwirkung und Verteilung der elektronischen Effekte im Hörraum sind ausgezeichnet. Der Aufbau des Stücks gelingt nachvollziehbar.  

Fazit

Heco Aleva GT 202 Gruppenbild3

Optisch schick, preiswert, gut klingend – die Heco Aleva GT 202 erfüllt erstaunlich hohe Ansprüche. Sie ist pegelfest, überzeugt durch sehr guten Tiefgang und liefert im Bassbereich ein tolles Volumen. Grob- und Feindynamik sind überdurchschnittlich. Im Hochtonbereich agiert die Aleva GT 202 deutlich prägnanter als Heco-Lautsprecher der letzten Generation. 

Lebendiger Klang, erstaunliche Basskraft und solide Verarbeitung sind die großen Vorzüge der Heco Aleva GT 202
ausgezeichnet
Regallautsprecher Untere Mittelklasse
Test 09. Dezember 2013

+ Pegelfest
+ Räumlich ausgezeichnet
+ Lebendiger Klang
+ Saubere Verarbeitung
+ Zeitlos-attraktive Optik

– Hochtonbereich partiell etwas harsch

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 09. Dezember 2013




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