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TEST: Pioneer Stereo-Komponenten A-70 Vollverstärker und N-50 Netzwerkplayer

02.08.2013 (cr/sw)

Der Pioneer A-70 kommt auf 999 EUR

Der Pioneer N-50 liegt bei 599 EUR

Schlagkräftiges Stereo-Duo für den modernen Hörer mit hohem Anspruch

 

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Unser Partner für hochauflösende Audiodateien aus dem Internet 

Die Produkte

Sehr gut zu erkennen ist der Dreikammer-Aufbau. Alles wirkt enorm hochwertig und deutlich über dem, was man normalerweise in der 1.000 EUR Liga erwartet

Platinenlayout im Detail

Akkurate, minimalistische Verkabelung, Pioneer-exklusive Elkos

Netzteil

Pioneer möchte mit dem Stereo-Vollverstärker A-70 Maßstäbe in der 1.000 EUR-Klasse setzen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist Pioneer nichts zu aufwändig: Der wahlweise in schwarzer oder silberner Version lieferbare A-70 wurde von den berühmten Londoner Air Studios akustisch optimiert und trägt stolz die Air Studios-Zertifizierung.  Im Inneren des Verstärkers in klassischer, zeitloser HiFi-Optik werkeln hoch belastbare, dynamische digitale Endstufen,  die mit höchster Effizienz glänzen und kaum Verlustwärme produzieren. Die doppelten geschirmten Transformatoren sorgen dauerhaft für enorme Stromlieferfähigkeit. Im Inneren kommen durch die Bank selektierte und hochwertige Bauteile für reinsten Klang zum Einsatz. Pioneer hat beim Layout aller Schaltungen stets auf den kürzestmöglichen Signalweg geachtet. Alles wurde im Sinne bestmöglicher klanglicher Leistungsfähigkeit perfektioniert, so auch die entkoppelnden Metallfüße und die verwindungssteife, vibrationshemmende Gehäusekonstruktion.  Front des A-70 nebst Seitenteilen besteht aus edlem, gut verarbeitetem Aluminium.

Kompatibel mit Lautsprechern von 4 bis 16 Ohm, eröffnet die bärenstarke Endstufe hohe Flexibilität. Der Vollverstärker ermöglicht den Anschluss externer Quellen direkt an die Endstufe. Somit kann man die Endstufensektion auch z.B. im Mehrkanalbetrieb für eine 2. Hörzone verwenden. Mit einer maximalen Ausgangsleistung von 90 Watt pro Kanal können auch größere Räume souverän beschallt werden. Vorverstärker und Endstufe weisen einen voneinander getrennten Aufbau auf. Vorhanden sind auch Bass- und Höhenregler, ebenfalls an Bord ist eine klassische Loudness-Schaltung für vollen Klang auch bei geringen Pegeln, die in der Praxis häufig vorkommen.

Sehr hochwertige Verarbeitung, Materialgüte top mit hohem Alu-Anteil, besonders noble Standfüße aus Metall

Standfüße im Detail

Großer, haptisch guter LS-Drehregler. Kleines Drehrad für die Quellwahl. LED-Statusanzeige für den gerade aktiven Eingang, Power Direct-Button für die direkte Ansteuerung der Endstufensektion

Drehregler für Bass, Höhen und Balance. Speaker A + B schaltbar, Direct-Schaltung für kürzesten Signalweg

Fernbedienung mit Metallgehäuse

Um die Lautstärke akkurat einzustellen, fällt der Lautstärkedrehregkler (Motorgetrieben) besonders hochwertig aus. Es macht Spaß, mit dem großen, sauber in der Hand liegenden Regler die Lautstärke zu justieren.

Immer beliebter wird die Wiedergabe auch von qualitativ hochwertiger Musik direkt von PC, Notebook oder Laptop. Oftmals sind die im jeweiligen Device verbauten D/A-Konverter aber aus qualitativer Sicht unbefriedigend. Pioneer schafft geschickt Abhilfe und stellt sicher, dass sich der A-70 mit seinen Hightech D/A-Wandlern, auf die wir gleich noch genauer eingehen werden, auch durch die asynchrone USB-Schnittstelle sozusagen als "externe Soundkarte" für den PC eignet. Natürlich können über USB auch bis zu 192 kHz/32-Bit Dateien empfangen und wiedergegeben werden. Dabei können WAV, FLAC, AIFF, ALAC und sämtliche sonstigen Dateiformate wiedergegeben werden, da bei der Nutzung des USB DACs ohnehin der verwendete Mediaplayer am PC o.ä. für die Beherrschung des jeweiligen Formats verantwortlich ist. Pioneer empfiehlt als perfekte Kombination mit dem A-70 Audirvana Plus für Mac-User bzw. JRiver Media Center 18 für Windows. Nach dem aktuellen Firmware-Update unterstützt auch der Front USB-Slot WAV, AIFF, FLAC bis 192kHz/24-Bit, ALAC bis 96kHz/24-Bit. Alle unkomprimierten Formate werden gapless wiedergegeben.

Nur beste Bauteile kommen für die aus akustischer Sicht elementar wichtige Wandlung von der digitalen auf die analoge Ebene zum Einsatz. Pioneer setzt hier den schon beinahe legendären 192 kHz/32-Bit ESS SABRE32 Konverter ein, der mit höchster Präzision und enormer Bittiefe derzeit weit über die Preisklasse des A-70 Maßstäbe setzt.  Möglich wird diese reine Klangqualität durch die enorm geringe Verzerrung und den überdurchschnittlich großen Signal-Rauschabstand.

Anschlussübersicht

Anschlussterminals fürs Lautsprecherkabel

Anschlüsse A-70:

  • Phono MM/MC

  • SACD-CD-In (Analog Cinch-Stereo)

  • Network-In (Analog Cinch-Stereo)

  • Recorder IN-/Out (Analog Cinch-Stereo)

  • Tuner-In (Analog Cinch-Stereo)

  • Power Direct Amp (direkte Nutzung der Endstufe, z.B. für den Multiroom-Betrieb, Analog Cinch-Stereo)

  • USB-B-Terminal

  • Koaxialer Digitaleingang

Der Verstärker verfügt über Lautsprecher A + B Anschlüsse, die Schraubanschlüsse sind massiv und vergoldet.

Der Pioneer A-70 unterschiedet sich vom kleineren Modell A-50 durch das AirStudios Klangtuning, die 192 kHz/32-Bit D/A-Wandler von ESS SABRE nebst der Funktion zur Verwendung als asynchroner USB-Wandler, durch die stabilen Sockelfüpe, den MC-Phonoeingang (A-50 nur Phono MM, diesen Eingang besitzt der A-70 selbstverständlich auch), durch die Attenuator-Funktion und durch die Fernbedienung mit Metallgehäuse. Diese wirkt sehr solide und liegt mit vertrauenserweckendem Gewicht gut in der Hand. Sie weist nicht zu viele Tasten auf, allerdings sind die Buttons teils etwas klein geraten.

N-50 mit Pure Audio-Funktion und Hi-Bit32 Processing

Bedienelemente

Feinauflösendes und mehrzeiliges Display mit der Möglichkeit, Cover in klein anzeigen zu können

Ausgezeichnete Verarbeitungsqualität und hochwertige Materialen, dies sieht man z.B. an den Standfüßen

Standfüße im Detail

Rückseitige Anschlüsse des N-50

Fernbedienung

Netzteil

Tadelloser Aufbau

Platinenlayout

Innenleben - ein Aufbau wie beim A-70 mit getrennten Kammern und aufwändigen Chassisversteifungen war beim Kaufpreis von 599 EUR nicht mehr drin im Budget

Da es einen N-70 Netzwerkplayer derzeit nicht gibt, kombinieren wir den N-50, der dem kleineren N-30 zur Seite gestellt ist, als moderne Hightech-Komponente zum A-70. Der N-50 unterscheidet sich vom bereits getesteten Pioneer N-30 durch die Hi-Bit Audiosignalverarbeitung mit 32 Bit Tiefe, durch den asynchronen USB-Wandler bis zu 192 kHz/32-Bit LPCM, den Auto Sound Retriever für die Optimierung komprimierter Audiodateien, die automatische Lautstärkeregelung, die stabilen Sockelfüße und durch das abgeschirmte Netzteil (digital/analog) mit zwei hochwertigen Transformatoren. Das gesamte Device wirkt sorgfältig verarbeitet und besitzt eine edle Erscheinung außen. Innen sind der Noblesse dann doch Grenzen gesetzt, so gibt es keinen aufwändigen Aufbau in getrennten Kammern und keine Chassis-Versteifungen.

ControlApp, hier für Apple iOS-Devices

Relativ zügig wurde der N-50 gefunden. Anschließend werden Geräte-spezifische Dateien herunter geladen

Hinweis auf Firmware-Updates

Übersichtliche Bedienung, klare Symbolik

Music Server - Übersicht

Internet Radio-Funktion

Der N-50 eignet sich auch für die AirJam-Nutzung

Der N-50 verfügt wie der "kleinere Bruder" über DLNA- und AirPlay-Funktion, des Weiteren ist die kostenlose Internet Radio Plattform vTuner an Bord. Beide Netzwerktuner sind auch WLAN-fähig mit entsprechendem Adapter. Auch die Pioneer AirJam-App kann für beide Devices verwendet werden. Alternativ kann man den N-50 natürlich auch mit der mitgelieferten, recht übersichtlichen Fernbedienung, leider ohne Beleuchtung, bedienen. Der Druckpunkt der Tasten ist sehr gut, allerdings sind sie nicht gummiert, was die Bediensicherheit noch erhöhen würde. Was uns fehlt, sind bei N-50 und N-30 weitere onlinebasierte Musikdienste wie z.B. Spotify oder last.fm.

Hier die Features in der Übersicht:

  • AirPlay kompatibel
    USB D/A-Wandler für eine direkte USB-Verbindung zu Ihren PC (asynchron)
    32-Bit-Audiosignalverarbeitung
    Hochauflösende Dateiwiedergabe bis 192 kHz/24-Bit
    High Accuracy Master Clock
    doppellagiger Chassis-Aufbau
    interne Hi-Grade Verkabelung
    Auto Sound Retriever für die Wiederherstellung der ursprünglichen Klangqualität komprimierter Audiodateien
    Auto Level Control für den Ausgleich von Lautstärkeunterschieden zwischen einzelnen Musiktiteln
    Front-USB-Anschluss für iPod/iPhone/iPad mit Ladefunktion
    Pioneer ControlApp kompatibel (kostenlose App für iPod touch, iPhone und Android)
    Bluetooth-fähig mit optionalem Adapter AS-BT200
    WLAN-fähig mit optionalem Adapter AS-WL300

Hinzu kommt mit neuester Firmware:

  • WAV, AIFF, Flac via Ethernet und Front USB bis 192 kHz/24-Bit, ALAC jeweils bis 96 kHz/24-Bit.
  • Alle unkomprimierten Formate werden gapless wiedergegeben,
  • Die ControlApp wurde beim Scrollen durch größere Mediatheken deutlich schneller

Und hier die Anschlüsse:

  • 1 x digitaler optischer Eingang
    1 x digitaler koaxialer Eingang (Cinch, vergoldet)
    2 x USB-Eingang (1 für PC)
    1 x LAN-Eingang
    1 x digitaler optischer Ausgang
    1 x digitaler koaxialer Ausgang (Cinch, vergoldet)
    1 x Analogausgang (vergoldet)

Man kann über die Pioneer Control App (für Apple iOS + Android, kostenlos in den jeweiligen Stores herunterzuladen) den N-50 Netzwerkplayer steuern. Kleine Anmerkung: Wenn man die Internet Radio-Funktion per App bedient, dauert es ein wenig, bis z.B. alle Genres oder alle Radiostationen eines Genres abrufbar sind. Die Bedienung mit der App ist ansonsten einfach und übersichtlich, auch die Navigation innerhalb großer Mediatheken läuft zügig ab. Direkter Zugriff besteht auch auf die Pioneer AirJam App.

Zu AirJam: Die Pioneer-App "Air Jam" ist im App Store für iPhone, iPad und iPod touch verfügbar. Bis zu vier Geräte können per Bluetooth mit einem entsprechend kompatiblen Pioneer Device verbunden werden (optionaler Bluetooth-Adapter AS-BT200 erforderlich). Mit der App können Anwender Songs, die auf den verbundenen Geräten gespeichert sind, in eine gemeinsame Playlist eintragen, um sie auf dem Pioneer-Gerät abzuspielen. Auf jedem verbundenen Gerät wird dann eine Liste der von allen Anwendern hinzugefügten Songs angezeigt, wobei jeweils angegeben wird, von welchem Gerät der Song übermittelt wird. Darüber hinaus wird in der App Air Jam eine Liste der Songs aus jeder Session gespeichert, sodass Anwender die Titel problemlos im iTunes Store erwerben können.

Testequipment
Klang

Musik von USB und vom Home Server: Schaltet man die beiden Pionner Komponenten an, dauert es beim N-50 eine Weile, bis er hochgefahren und betriebsbereit ist. Dann aber kann der Hörspaß losgeben, wie z.B. beim 96 kHz-Track "Stop This World" von Diana Krall. Ungemein kraftvoll, dabei gleichzeitig sehr präzise ertönt der Bassbereich. Der A-70 verlangt nach entsprechend geeigneten Lautsprechern, die seine hervorragende Dynamik, den ausgezeichneten Tiefgang und die enorme Pegelfestigkeit umzusetzen. Wir haben mit der Nubert Standbox nuVero 14 getestet und waren von dieser Kombination sehr angetan. Lebendigkeit, Auflösungsvermögen, Basskraft und Natürlichkeit sind auf sehr hohem Niveau. Der A-70 präsentiert Dianas Stimme mit dem typischen rauchigen Charme, den die Fans lieben, und bietet bei der Einarbeitung des Pianos auch eine sehr ansprechende Präzision bezüglich der Anschlagdynamik. Bestechend ist auch, wie angenehm der A-70 klingt - keine Spur von Anstrengung oder schriller, harscher Wiedergabe.

Früher waren Pioneers AV-Receiver und Stereo-Vollverstärker nicht unbedingt Asse bezüglich der Wiedergabequalität bei klassischer Musik. Wie verhält es sich mit dem A-70? Wir spielten Wolfgang Amadeus Mozarts Violinenkonzert Nr. 4 in D-Dur, 1. Allegro, in 96 kHz (Flac) zu und lauschen überrascht: Kultivierter, feiner, räumlich weitläufig, sensibel und mit Verve - diese Kombination passt. Die Violine hat schon eine gewisse Prägnanz, wirkt aber nicht zu aggressiv, sondern brillant und transparent. Wer hier eine noch höhere Klanggüte realisieren möchte, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen. Dann kann man noch ein Zulegen bei der Feindynamik, der räumlichen Ausleuchtung und der instrumentalen Konturen erfahren. Aber wer dies möchte, sollte aus finanzieller Sicht relativ schmerzfrei sein. Der A-70 bietet für vergleichsweise kleines Geld eine Klangqualität, die auch dem anspruchsvollen Anwender sehr gut gefallen dürfte. Er verbindet kultivierten Auftritt mit Pioneer-typischen dynamischen Merkmalen. Die Orchestereinsatz kommen mit Nachdruck und tadelloser Impulstreue heraus.

Die Französin Patrica Petibon ist bekannt für ihre exzellenten Interpretationen von Barock-Stücken - in 96 kHz (Flac) hörten wir uns "El Bajel Que No Recela" an, um zu analyisieren, wie der A-70 mit komplexen weiblichen Gesangsstimmen zurecht kommt. Und wir staunen erneut - die Stimme wird nicht nur fließend eingearbeitet, sondern überzeugt auch durch feine Ausgestaltung und Kontur im Detail. Sehr gut gelingt die Trennung von Instrumenten und der Stimme, die Streicher klingen, wenn Patricia parallel singt, frisch und lebendig, gleichzeitig aber hat die Stimme ein immenses Gewicht und wird gekonnt fokussiert. Ausgezeichnet löst sich die Akustik vom Lautsprecher und breitet sich weitläufig im Hörraum aus. Filigrane Passagen im Stück kleidet der Pioneer A-70 mit Sorgfalt aus, er lässt den Liebhaber von Barock-Musik ins Schwärmen kommen, denn auch feine instrumentale Passagen wirken authentisch und glaubwürdig.

Das Abba-Stück "Dancing Queen" in der Adaption von Nils Landgren ("Funky Abba") - das passt. Und erst recht ist das Vergnügen groß, wenn der A-70 mit der Wiedergabe beauftrag wird. Er arbeitet das Hi-Hat plastisch und präzise heraus und stellt die Blasinstrumente mit akkuraten Umrissen und stimmiger tonaler Auslegung dar. Auch die Stimmwiedergabe gibt erneut Anlass zur Freude - die Stimme hat stets den passenden Stellenwert, schiebt sich nicht allein in den Fokus, wird aber auch nie zugunsten instrumentaler Anteile zu sehr in den Hintergrund gedrängt. Der "funkige" Rhythmus kommt mit enormer Dynamik und viel tieffrequenter Energie sehr gut heraus. Der Tiefgang des A-70 ist exzellent. Daher raten wir zur Verwendung von großen Standlautsprechern, die durch ihr Gehäusevolumen im Stande sind, den Weg des A-70 akustisch mitzugehen. Wie detailreich und natürlich der Pioneer Vollverstärker wiedergibt, hört man auch beim Saxophon-Solo ausgezeichnet. Die enorme Bassqualität zeigt sich deutlich auch zu Beginn von  "Take A Chance On Me", wiederum die Landgren-Interpretation eines ABBA Hits. Mit Tiefgang, sattem Volumen und enormer Präzision wird hier hohe Hör-Freunde geboten.

"Past Is Dead" (88,2 kHz, Flac) aus dem aktuellen Album "True North" von Bad Religion entlockt dem A-70 eine enorme Grobdynamik und eine extreme Pegelfreude. Er behält auch bei sehr hoher Lautstärke problemlos den akustischen Überblick und serviert satten, fesselnden Sound. Die gewünschte aggressive Komponente des Songs kommt exzellent heraus. Die E-Gitarre erklingt fetzig, die Stimme ist sauber eingearbeitet. Insgesamt denkt man, direkt mit der Band in einem Raum zu sein - das Maß an atmosphärischer Dichte ist immens hoch. Der Bass kommt hart und exakt zur Geltung.

Durch seine hochqualitative Signalaufbereitung ist der N-50 der ideale Zuspieler. Man kann das Signal auf analogem und digitame Wege zum A-70 spielen, da in beiden Geräten sehr hochwertige D/A-Wandler verbaut sind, ist kein Weg akustisch unzureichend. Noch etwas detail- und konturenreicher ist das Ergebnis, wenn der A-70 wandelt und man eine digitale Verbindung vom N-50 zum A-70 zieht. Dies liegt am Highend ESS Sabre32 Chip, den Pioneer dem derzeit größten Vollverstärker des Hauses gegönnt hat. Dank HiBit 32 holt der N-50 durch Optimierung der Bittiefe noch mehr Details aus musikalischem Material.

Mit basskräftiger Club-/House-Musik wie mit "Amsterdam" von Jerry D&Daav One (CD-Qualität) kommt die Pioneer-Kombination blendend zurecht. Basskraft und Tiefgang suchen ihresgleichen, unerbittlich lässt der A-70 den harten Beat auch durch den großen Hörraum um 35 Quadratmeter donnern. Elektronische Effekte strahlen bis weit in den Hörraum hinein, die Souveränität ist großartig, selbst dann, wenn zärter besaitete Zeitgenossen aus dem Raum flüchten, legt der A-70 noch mühelos weiter zu. Er erreicht im Stereobetrieb Pegel, und gleichzeitig eine Dynamik, die viele, selbst teure Surround AV-Receiver der 1.500 bis 2.500 EUR-Liga nicht mitgehen können. Wie locker und mühelos der Pioneer Vollverstärker mit dn nuVero 14 umspringt, ist für den fairen Kaufpreis ohne Einschränkungen erstklassig. Pioneers Auto Sound retriever ermöglicht einen kraftvollen und facettenreichen Sound auch bei der Wiedergabe komprimierter Dateiformate. Der Auto Sound Retriever ist nach Druck auf die Taste "Sound" auf der Fernbedienung des N-50 zuschaltbar. Bei "Dance Again" (CD-Qualität) von Jennifer Lopez zeigt sich das gleiche Bild: Die Basswiedergabe ist immens kraftvoll. Die Stimme wird bei sehr hohem Pegel allerdings sehr prägnant und etwas scharf.

Die Wiedergabe über AirPlay funktioniert tadellos, auch bei den Tracks, die wir von unseren verschiedenen iPhone zuspielten, gab die Pioneer-Kombination Vollgas. Bei "Blurred Lines" von Robin Thicke featuring T.I. and Pharrell) lässt der Bass erneut den Hörraum in den Grundfesten erbeben. Tief, satt, dynamisch - der A-70 gibt sich gnadenlos und setzt selbst die nuVero 14 unter Druck - die Boxen von der Ostalb müssen alles geben und sollten tunlichst in neutraler Einstellung betrieben werden. Energiegeladen auc Jessie Js "Wild". Die Bass-Salven rollen präzise durch den Hörraum, die Breaks werden sauber und impulstreu eingearbeitet. Die Stimme ist auch hier wieder sehr prägnant, bleibt aber sauber. Top auch die Klangqualität bei Nutzung der vTuner Internet Radio Plattform: Beim bass- und effektlastigen Sender dubsteb.fm kann sich der A-70 richtig austoben. Die Art der Musik beweist sehr gut, wie extrem bassstark, lebendig und räumlich dicht der Vollverstärker aufspielen kann. Übrigens - dank der digitalen Endstufen, die praktisch ohne Verlustwärme hocheffizient arbeiten, bleibt der A-70 auch im hochpegeligen Einsatz im wahrsten Wortsinne "cool".

Vergleichen wir den A-70 mit der Konkurrenz. Der kleinere Pioneer-Vollverstärker Pioneer A-30 kostet sehr deutlich weniger, kann aus klanglicher Sicht trotz toller Leistung für die Preisklasse naturgemäß aber nicht mit dem A-70 mithalten. Mehr Pegelfestigkeit, mehr Grob- und Feindynamik, mehr Kultiviertheit und mehr Räumlichkeit sind die Vorzüge des A-70. Der Onkyo Vollverstärker A-9070 ist auch sehr pegelfest, kann aber nicht ganz mit dem A-70 mithalten. Dies gilt auch für die Grobdynamik. Was die Räumlichkeit angeht, ist der Onkyo ebenbürtig, beim Thema "angenehme, harmonische Auslegung" kann der A-9070 darüber hinaus voll punkten. Denons PMA-720AE ist mit knapp 400 EUR deutlich preisgünstiger und kann daher verständlicherweise bei Pegelfestigkeit und Dynamik nicht mithalten. Für wenig Geld offeriert der PMA-720AE einen sehr angenehmen, harmonischen Klang und besticht durch tadellose Räumlichkeit. Harter Konkurrent für den N-50 ist der Yamaha CD-N500. Er ist sowohl CD-Spieler als auch Netzwerk-Player inklusive Internet Radio (vTuner-basiert) und Streaming-Möglichkeit für Musikdateien (auch 192 kHz/24-Bir FLAC ist möglich) sowie Wiedergabe-Zentrale für iPod oder iPhone. Neben der mitgelieferten Fernbedienung kann man den CD-N500 auch mittels der NP Controller App bedienen, die sowohl für Apple iOS-basierte Devices als auch für unter Android laufende Smartphones kostenlos herunterzuladen ist. Der CD-/Netzwerkplayer punktet auch  mit selektierten Bauteilen für hervorragende Audio-Qualität. Zu nennen wären der rechts-/links-symmetrische Audioschaltkreis und moderne 192 kHz D/A-Konverter mit 32 Bit Genauigkeit. Zum gleichen Preis also hat der Yamaha ähnliche Ausstattungsmerkmale und setzt noch ein CD-Laufwerk drauf. Der N-50 schießt allerdings zurück - mit dem genialen Hi-Bit32 Processing und dem deutlich besseren, weil umfangreicher anzeigenden Display. Hinzu kommt noch Apple AirPlay. Pioneer bietet mit dem N-30 auch einen mit 399 EUR günstigeren Netzwerkplayer mit ebenfalls sehr gutem Ausstattungumfang an. Vorzug des N-50 ist der nochmals hochwertigere Aufbau, wer das Thema HiFi-Streaming ernst nimmt, ist zum moderaten Mehrpreis noch besser aufgehoben.

Fazit

Die Pioneer-Kombination aus A-70 und N-50 erzeugt viel Begeisterung zum fairen Kaufpreis. Verarbeitung und Materialwahl begeistern insbesondere beim A-70, aber auch der N-50 erzielt gute Ergebnisse. Klanglich wird enorm viel geboten, was sich in exzellenter Pegelfestigkeit, überragender Grob- und Feindynamik sowie in ausgezeichneter Räumlichkeit niederschlägt. Die Pioneer-Komponenten sind überdies ausgesprochen modern, was die Funktionsvielfalt beim N-50 ebenso unter Beweis stellt wie die Nutzungsmöglichkeit als asynchroner USB-DAC beim A-70. Leider aber besitzt der N-50 nur vTuner als Internet Radio-Plattform, hier würden wir uns noch weitere onlinebasierte Musikplattformen wie last.fm oder Spotify wünschen. Bilanzierend ist festzuhalten, dass Pioneer mit dem "Team" aus A-70 und N-50 akustische Höchstleistung und edle Technik zum bürgerlichen Preis serviert - eine höchst willkommene Kombination.

Pioneer bietet mit A-70 und N-50 Premium-Stereo zum ausgesprochen fairen Preis - ohne Einschränkung erstklassig!

Netzwerkplayer/Vollverstärker-Kombination bis 2.000 EUR
Test 02. August 2013

+ Fesselnder Sound mit überragender Dynamik
+ Feiner und gekonnter räumlicher Aufbau
+ A-70 mit erstklassiger Pegelfestigkeit
+ N-50 mit erstklassigem Auto Sound Retriever und mit Hi-Bit32
+ Ausgezeichnet verarbeitet und zeitlos in der Optik
+ Hohe Betriebssicherheit

- N-50 bietet nur vTuner
- N-50 mit teilweise etwas langen Wartezeiten (Booten/Laden von Internet Radio Sendern z.B.)

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 02. August 2013

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