TEST: Creative Aurvana Live!2 Headset – Top Klang zum fairen Preis?

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Ein Premium-Headset mit Spitzenklang verspricht Creative auf der Verpackung des Aurvana Live!2 Kopfhörers, welcher für 129,99 EUR in der UVP erhältlich ist. Besonders beworben werden, nebst dem federleicht komfortablen aber hochwertigen Design des Kopfhörers, die innen verbauten 40mm Bio-Cellulose-Treiber, die für jenen unverfälschten Spitzenklang wie in einem Live-Konzert sorgen und ihn insgesamt zu einem Premium Headset machen sollen. Abgesehen von den musikalischen Qualitäten beinhaltet der Live!2 ebenfalls ein Mikrofon und eine im Kabel integrierte Fernbedienung zur Musik- und Anrufsteuerung am Smartphone. Ob Creative seine Versprechen halten kann, zeigt sich hier in unserem Test.

Technische Daten:

  • Geschlossener Kopfhörer
  • Gewicht: 255g
  • Frequenzumfang: 10 Hz – 30 kHz (angegeben)
  • Impedanz: 32 Ohm
  • 40mm Bio-Cellulose Lautsprechereinheiten
  • 120 cm langes 3,5mm Klinkenkabel mit integrierter Fernbedienung und Mikrofon

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Klappbare Ohrmuscheln

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Stabile und saubere Verarbeitung

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Hoher Tragekomfort durch Kunstlederpolster

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Verstellbarer Alubügel

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Unterseite mit Kabelanschluss

Schon rein optisch macht der Aurvana Live!2 einen recht edlen Eindruck. Beginnen wir zunächst beim Bügel. Dieser sitzt oben mit einem weichen Lederpolster bequem am Kopf auf. Der Rest des Bügels besteht aus optisch ansprechendem, leichtem Aluminium, welches die Rückseite der einklappbaren Ohrmuscheln umgibt, die im Übrigen in einer schwarzen und roten Version erhältlich sind. Rechts und links kann man, so wie es für Kopfhörer üblich ist, die Höhe des Bügels je nach Komfortverlangen verstellen, was sich im Fall des Live!2 ohne jegliche Probleme vornehmen lässt. An der linken Ohrmuschel unten befindet sich der Anschluss für das Kopfhörerkabel, welches leicht anzubringen und zu entfernen ist, dabei aber fest sitzt. Ein 120cm langes Kabel mit Fernbedienung und Mikrofon ist im Lieferumfang enthalten, dieses kann aber durch ein anderes Kabel ausgetauscht werden.

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austauschbares Kopfhörerkabel mit Fernbedienung und Mikrofon

Außerdem mitgeliefert wird eine Tasche, in die der Kopfhörer problemlos hineinpasst und verstaut werden kann. Sehr lobend zu erwähnen sind die mit Kunstleder gepolsterten Ohrmuscheln. Selbst nach längerer Benutzungszeit sitzt der Kopfhörer ohne jegliches Drücken bequem auf den Ohren. In Sachen Tragekomfort weiß der Aurvana Live!2 uns also zu überzeugen. Außengeräusche werden allerdings nicht komplett abgeschottet und sind in jedem Falle noch wahrnehmbar. Sie werden zwar zu einem gewissen Grade gedämpft, hier kennen wir aber effektiver abschließende Kopfhörer.

An der im Kabel integrierten Fernbedienung lässt sich die Lautstärke einstellen. Da dies allerdings an einem kleinen Schieberegler vorgenommen wird, erfolgt die Regulierung nur mit mäßiger Präzision und es kann schnell vorkommen, dass man hierbei doch zu laut oder zu leise einstellt und ein weiteres Mal korrigieren muss. Durch einen Druck auf den Knopf auf der Fernbedienung wird das Abspielen pausiert und auf dem Smartphone ein Anruf entgegengenommen oder beendet. Die Sprachqualität des Mikrofons ist sowohl am Smartphone als auch am PC annehmbar und solange keine möglichst rauschfreie Aufnahmequalität verlangt wird, ist es für Skype-Gespräche oder Ähnliches ausreichend. Bei einem Telefonat am Smartphone ist der Gesprächspartner durch die Kopfhörer klar hörbar und das Mikrofon bietet eine klare und deutliche Übertragung des Gesagten

Klang

Starten wir einmal durch mit „Adagio For Strings“ von Dj Tiesto und sehen, wie sich der Aurvana Live!2 im Electrobereich schlägt. Und wir stellen auch sofort fest, dass die Bio-Cellulose-Treiber gut für Power bei der Tiefenwiedergabe sorgen. Der Kickbass wird kraftvoll wiedergegeben, drängt sich dem Ohr aber nicht auf, somit bleiben die anderen Klangebenen erhalten und werden nicht vom den Tiefen in den Hintergrund abgeschoben. Das Gleiche stellen wir auch bei „HR 8938 Cephei“ von Deadmau5 fest, der sich immer gerne tiefen Frequenzen in seinen Tracks bedient. Der Kopfhörer muss sich zwar anstrengen, bietet aber auch hier eine gute Basswiedergabe, die aber zu druckvoll ist, um die Höhen und Mitten aus dem Fokus zu rücken. Sie lässt den Synthesizerklängen genügend Spielraum zur Entfaltung, wodurch sich ein rundherum stimmiges und Laune machendes Klangbild ergibt.

Als nächstes führen wir dem Live!2 etwas schwedischen Metal zu. Auch bei „Lion From The North“ von Sabaton werden wir nicht enttäuscht. Gleich zu Beginn hat der Kopfhörer keine Probleme mit dem treibenden Rhythmus und die schnell aufeinanderfolgenden Schlagzeugklänge, seien es die Bassdrum oder die Snares, sind alle klar und deutlich wahrzunehmen, gleiches gilt bei der Trennung zwischen dem Instrumentalspiel der Band und dem Gesang von Frontmann Joakim Brokén. Löblich in Szene gesetzt werden auch die Backgroundgesänge, die in der Mitte des Liedes dazukommen. Beim anschließenden Gitarrensolo gehen die ganz hintergründigen Klangebenen leicht verloren und sind nur bei sehr genauem Hinhören noch wahrnehmbar, allerdings muss man auch beachten, dass sie wie gesagt eher hintergründig sind und wir uns außerdem immer noch in der mittleren Preisklasse befinden. Positiv hervorzuheben ist im Übrigen auch die Pegelfestigkeit. Selbst lauter Musikkonsum stellt den Kopfhörer vor keinerlei Probleme, wir stellen keine Verzerrungen oder sonstiges fest.

Versuchen wir es mit etwas klassischem, in diesem Falle dem mit einem Grammy ausgezeichneten Soundtrack zum PS3-Spiel Journey von Austin Wintory. Bei „Apotheosis“ setzt der Aurvana die Streicher gut in Szene und auch in den späteren Teilen des Liedes überzeugt er mit seiner Höhenwiedergabe. Einen kleinen Punktabzug erteilen müssen wir allerdings im Mittelteil des Liedes, wenn das Orchester mit vollem Schwung aufspielt. Die Mitten gehen hierbei etwas verloren, so als wäre das Stück für den Aurvana etwas zu überladen, wodurch die Räumlichkeit an dieser Stelle leicht leidet. Ein besseres Ergebnis allerdings bekommen wir bei „Road of Trials“ zu hören. Schon am Anfang, wo sehr viele Klangelemente auch im Hintergrund auftauchen, werden uns diese toll und ohne Probleme vorgetragen. Nach wie vor sind die Streicher klar und deutlich zu hören, aber auch die eher subtil auftretenden Harfen und Flöten fügen sich sehr angenehm ein. Rundherum ist das Klangbild also stimmig, allerdings fehlt uns immer noch etwas das Gefühl, mittendrin im Orchestergeschehen zu sein. Allerdings schaffen das in dieser Preisklasse auch nicht sehr viele Kopfhörer.

Kommen wir zum Konkurrenzvergleich. Für mittlerweile ca. 160€ lässt dich der Beyerdynamic Custom One erwerben, der durch seine interaktiven Einstellungsmöglichkeiten bei der Musikwiedergabe zu überzeugen wusste. Zwar weißt dieser einen stärkeren Tiefgang auf und klingt insgesamt etwas voluminöser, differenziert allerdings die Höhen und Mitten nicht so differenziert aus wie der Aurvana. Gegen den Philips Fidelio M1 kommt er aber sehr gut an, auch bei der Basswiedergabe. Das akustische Gesamtbild klingt runder als beim M1 und er spielt rundherum detaillierter auf. Der Sony MDR-DS6500 ist in etwa auf dem gleichen Level wie der Aurvana, was den Spaßfaktor angeht und eignet sich ebenfalls gut für den Bereich der elektronischen Musik. Ihm fehlt zwar etwas der Tiefgang, kann aber mehr Räumlichkeit zeigen als der Live!2. Erst kürzlich von uns zur Preisklassen-Referenz getestet wurde der Monster Inspiration. Gegen diesen muss sich unser Testexemplar wohl geschlagen geben, da der Inspiration eine räumlich gelungene Darstellung bietet, mit der der Aurvana nicht 100%ig mithalten konnte. Allerdings hat der Inspiration auch einen höheren Kaufpreis mit Marktpreisen ab 170€.

Fazit

Creative Aurvana Live2 2

Der Creative Aurvana Live!2 ist ein absolut empfehlenswerter Kopfhörer mit einer hervorragenden Verarbeitung und edler Optik, der für seine 129EUR UVP eine super Leistung vollbringt. Pegelfest, dynamisch, starke aber ausgewogene Basswiedergabe, und er differenziert verschiedene Klangelemente, ob Höhen, Mitten, Tiefen, Instrumental- oder Vokalklänge sehr gut aus. Etwas vermisst haben wir nur die Räumlichkeit, die gerade bei aufwendigeren Stücken mit viel musikalischer Tiefe, etwa Orchesteraufführungen, für ein intensiveres Erlebnis gesorgt hätte. Audiophile werden aber ohnehin zu einer höheren Preisklasse greifen. Rundherum kommt er aber mit allen Musikrichtungen klar und bietet mit seinem Klangbild und dem Tragekomfort für diesen Preis eine hervorragende Leistung.

Optisch ansprechender Kopfhörer mit ausgezeichneter Verarbeitung und tollem Preis-/Leistungsverhältnis
ausgezeichnet
Kopfhörer
14.03.2014

+ Kraftvoller, aber nicht überzeichnender Bass
+ Pegelfest
+ Sorgfältige Wiedergabe einzelner Klangelemente
+ Tragekomfort
+ Für die Preisklasse hervorragende Verarbeitung

– Abschottung von Außengeräuschen mäßig
– Räumlichkeit bietet Potential

Test: Michael Kind
Fotos: Sven Wunderlich




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