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DVB-T2 HD: ZDF will HDTV-Programm in 1080p senden

TV Sender DVB-T FMT

Das ZDF will sein TV-Programm auf der geplanten DVB-T2 HD-Plattform in 1080p (1920 x 1080 Pixel) ausstrahlen. Das berichtet Digitalfernsehen.de unter Berufung auf ZDF-Produktionsdirektor Andreas Bereczky und wurde uns jetzt auch noch aus anderer Quelle bestätigt.

Damit dürfte das ZDF zu einem der ersten Sender werden, die mit 1080p50 den Vorteil der hohen Full HD-Auflösung mit der progressiven Wiedergabe kombinieren. Beim bisherigen 720p hat man eine niedrigere Auflösung von 1280 x 720 Pixeln, kann aber den Vorteil der Wiedergabe ohne Halbbilder (Interlaced) oft nicht nutzen, wenn das Quellmaterial nur in 1080i vorliegt, was gerade bei internationalen Live-Produktionen oft der Fall ist. Zudem gibt es beim ZDF auch noch keine durchgängige HD-Produktion. Im Lauf des Jahres soll aber auch die Umrüstung der Nachrichtenstudios zumindest auf den 1080i-Betrieb erfolgen.

Die „Deutsche TV-Plattform“, über die TV-Sender und Hersteller gemeinsam Standards entwickeln, hatte erst vor wenigen Tagen die Mindestanforderungen für das kommende deutsche DVB-T2-Angebot bekannt gegeben. Die „DVB-T2 HD“-Spezifikationen sehen neben 1080i, 720p und 540p auch einen 1080p-Modus vor.

Auf den anderen Empfangswegen wird es vorerst bei einer 720p-Ausstrahlung bleiben. Eine Umstellung für den Sat & Kabel-Empfang wäre nicht möglich, ohne auf die Kompatibilität mit bisherigen DVB-Standards und Empfängern zu verzichten, die überwiegend nicht für 1080p geeignet sind. Da man bei DVB-T2 HD 1080p direkt von Anfang in die Spezifikationen aufgenommen hat und ohnehin nur neue Geräte mit HEVC/H.265-Decoder für den Empfang in Frage kommen, braucht man hier keine Rücksicht auf ältere Geräte zu nehmen – DVB-T-Tuner werden ohnehin in Deutschland nach der DVB-T2-Umstellung nicht mehr für den TV-Empfang geeignet sein. Gleichzeitig wertet man den Empfangsweg über die klassische Antenne auf, indem dieser die beste technische Qualität bieten wird. Vielleicht klappt es dann ja auch irgendwann einmal mit einem richtigen Zweikanalton-Angebot, wie es in vielen anderen Ländern üblich ist.

Fernseher, die die DVB-T2 HD-Spezifikationen erfüllen, sollen durch ein grünes Logo gekennzeichnet werden. Bislang sind dies vor allem einige neue Ultra HD-Fernseher aus dem Modelljahr 2015 – z.B. von Panasonic Samsung oder LG.

Bereits ab Mai 2016 sollen im Rahmen eines DVB-T2-Pilotbetriebs erste HDTV-Programme mit Öffentlich-Rechtlichen und privaten TV-Sendern in den größten DVB-T-Regionen Deutschlands ausgestrahlt werden.

Die Öffentlich-Rechtlichen HDTV-Sender werden auch via DVB-T2 frei empfangbar sein. Die Privatsender setzen hingegen voraussichtlich von Anfang an auf ein verschlüsseltes HDTV-Angebot, welches über eine Plattform von Media Broadcast verbreitet wird. Dieses soll voraussichtlich im 1. Quartal 2017 starten. Der gesamte Umstellungsprozess von DVB-T auf DVB-T2 soll bis 2019 abgeschlossen sein.

Die Planungen der Programmanbieter gehen bislang von einem Senderangebot von rund 50 Programmen aus. Noch keine Entscheidung gibt es darüber, ob via DVB-T2 HD auch Radioprogramme verbreitet werden sollen.

 

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