XXL-TEST: Teufel Motiv Home - portables All-In-One System der Spitzenklasse ?
Klang
In diesem Abschnitt unseres Reviews möchten wir nun wissen, wie es um die klanglichen Eigenschaften des Teufel Motiv Home bestellt ist. Wir beginnen unsere Klangtestreihen mit einer Coverversion von "Last Resort". Ursprünglich ist dieser Titel von Papa Roach, wir haben uns aber für die gefühlvolle und ausdrucksstarke Version von Falling in Reserve entschieden. Los geht der Titel beginnt mit feiner instrumentaler Präsenz, welche der Motiv Home erstklassig umsetzten kann, besonders überrascht sind wir von der Genauigkeit. Klar, man darf nie aus den Augen verlieren, dass es sich um einen doch recht kompakten All-In-One-Smart-Speaker handelt. Aber für seine Geräteklasse sammelt er auch Bestnoten bei der Darstellung des Klaviers, das von Frontmann Ronnie Radke bedient wird. Es wird äußerst facettenreich und mit gut getroffener Klangfarbe abgebildet. Auch die fordernde Stimmfarbe des Frontmanns kann der Teufel Motiv Home erstaunlich glaubwürdig darstellen. Selbst als Ronnie zur Kopfstimme übergeht, sein Gesang sehr ausdrucksstark wird und er förmlich ins Mikrofon schreit, bleibt die Gesamtwiedergabe sauber strukturiert, mit einer wiederum überzeugenden Detailarbeit. Sehr gut gefällt uns ebenfalls die Umsetzung des Bassbereichs. Er tritt kräftig und zugleich stimmig, in sich geschlossen, auf. Sehr gerne übertreiben es hier manch andere Lautsprecher und liefern zu viel Bass, nicht aber der Motiv Home, der eine unserer Meinung nach genau richtige Balance findet.
Breundneu erschienen ist das neue Album von Within Tempation. Wir haben uns vom neuen Album "Bleed Out" für den Titel "Wireless" als nächstes Klangbeispiel entschieden. Das neue Album ist unserer Meinung nach deutlich härter ausgefallen und wir sind gespannt, wie der Speaker aus dem Hause Teufel diese akustische Herausforderung umsetzen kann. Auch dieser Titel startet mit einer Klaviereinlage sowie mit zahlreichen Facetten, die aus dem Hintergrund nach vorne treten. All dies meistert der Motiv Home tadellos und holt einiges an Details heraus. Voll abholen kann uns der Speaker bei der Darstellung von Sharon den Adels charakteristischer Stimmfarbe. Ihre markante Stimme wirkt zerbrechlich und zugleich ungemein kraftvoll. Sharons vokale Präsenz wird mit einem für einen so kleinen Speaker fantastischen Feingefühl dargeboten. Die Stimme löst sich, dank der Dynamore Ultra Technologie, auch spürbar vom Lautsprecher. Dadurch entsteht ein räumlich dichter Klang, selbst in unserem größeren Testraum (gut 25 Quadratmeter). Auch als der Titel mit harten E-Gitarren und Drums gespickt ist, klappt die Differenzierung sehr gut und es gelingt eine hervorragende Gesamtperformance.
Etwas ruhiger wird es beim nächsten Titel und wir haben uns für "Daylight" von David Kushner entschieden. Das zu Beginn des Titels erklingende Klavier kann der Teufel Lautsprecher ebenfalls wieder tonal homogen und mit prima Konturen umsetzen. Als David dann mit seiner sehr prägnanten Stimme einsetzt, sind wir von der Wiedergabe förmlich gefesselt. Die sehr raue und teilweise kratzig wirkende Stimme präsentiert uns der Motiv Home auf einem Niveau, wie wir es nicht erwarten hätten, gerade in Anbetracht der Preisklasse. Ebenfalls überzeugen, kann der Chorgesang, der David begleitet. So bleiben die zahlreichen Effekte klar wahrnehmbar und flachen nicht ab.
Nachdem wir uns von den klanglichen Eigenschaften bei gefühlvollen und rockigen Titeln überzeugen konnten, wechseln wir das Genre und spielen dem Motiv Home "Don't Think Twice" von Rita Ora zu. Der Track startet gemächlich mit zahlreichen instrumentalen Effekten und mit Streichern, die der Lautsprecher akkurat umsetzen kann. Die Stimmfarbe von Rita Ora wird - für einen Smart Speaker - richtig gut getroffen und trotz der Hochtonpassagen, wirkt die Darbietung zu kleinster weise spitz oder metallisch. Im Gegenteil, der Teufel Speaker stellt die Stimme auch bei hohem Pegel klar und neutral dar, also so, wie sie vermutlich eingespielt wurde. Als der Titel dann an Fahrt aufnimmt, bleibt die Gesamtwiedergabe sauber und stimmig. Der Motiv Home liefert zudem einen trockenen und sauberen Bass ab.
Beim nächsten Titel wird es etwas kickbasslastiger und wir starten die Wiedergabe von "Dead and Gone" von T.I. feat. Justin Timberlake. Schon nach wenigen Sekunden starten die harten Kickbässe, die der Speaker auf den Punkt wiedergeben kann. So wirkt der Bass hart und trocken, geht aber auch sehr tief von den Frequenzen herunter - natürlich immer mit dem Hinweis, dass es sich um einen Smart Speaker für knapp 550 EUR handelt. Aber wenn man dies mit ins Kalkül zieht, kann man nur begeistert von der Performance des jüngsten Teufel-Neuzugangs sein. Hervorragend klappt die Differenzierung von hartem Bass, gepaart mit dem Rapgesang von T.I. und dann die gefühlvollen Gesangseinlagen von Justin Timberlake. Der Motiv Home schafft hier einer überragenden Spagat zwischen harten Punch, schnellen Sprechgesang und gefühlvollen Gesangseinlagen.
Leider - denn der Motiv Home hat uns viel Freude bereitet - kommen wir nun zum Ende unserer Klangtestreihen und wir möchten die Klangwertung mit "Broken Deal" von den Gorilla Phoenix abschließen. Und hier müssen wir hinzufügen, dass wir etwas "lokabel Werbung" betreiben möchten - denn Musik "lebt" vor allem deswegen, weil es die vielen, unterschiedlichen Künstler sind, die auch auf kleineren Bühnen eine grandiose Show abziehen und daher auch einmal eine ausführliche Erwähnung verdienen. Vor kurzem noch Live auf der Bühne beim Falling Leaves Festival im oberfränkischen Marktschorgast bewundert, welches im nächsten Jahr wieder stattfinden wird, halten die Jungs Einzug in unsere Klangtestreihen. Der Titel beginnt mit harten Drums und E-Gitarren, welche der Teufel Motiv Home klar sowie authentisch darbieten kann. Auch die Stimmfarbe von Frontmann Thomas "Hohby" Hohberger trifft der Motiv Home tadellos. Das Besondere an seiner Stimmfarbe und die teils heftigen akustischen Attacken aufs Mikrofon verursacht bei unserem Testsample überhaupt kein Stirnrunzeln. So werden die Gesangseinlagen mit seiner kompletten und komplexen Struktur einfach überragend dargeboten. Sehr gut gefällt uns ebenfalls die gekonnte Differenzierung, zwischen den unterschiedlichen Instrumenten.
Konkurrenzvergleich

- Denon Home 250: Wir beginnen unseren Konkurrenzvergleich mit dem Denon Home 250. Der mittlere HEOS Lautsprecher ist für eine UVP von 599 EUR erhältlich, im Onlinehandel aber deutlich günstiger erwerbbar. Mittels der HEOS Integration werden Dienste wie WLAN, AirPlay 2, Bluetooth sowie die Kompatibilität zu Streaming-Diensten wie Spotify, Apple Music, Amazon Music HD, TIDAL, TuneIn oder Deezer ermöglicht. Durch eine USB-Buchse und ein 3,5-mm-AUX-Eingang können auch lokale Audioquellen direkt mit dem Denon Home System verknüpft werden. Unterstützt werden ALAC-, FLAC- und WAV-Dateien mit bis zu 192 kHz und 24 Bit sowie DSD-Dateien mit 2,8 und 5,6 MHz. DSD 11,2 MHz wird nicht unterstützt. Selbstverständlich kann der Denon Speaker in einem Multiroomverbund komfortabel eingebunden werden. Der Lautsprecher ist umlaufend mit einem grauen Bezugsstoff veredelt und auf der Oberseite befinden sich Touchbedienelemente, die nur bei Bedarf bzw. Berührung leuchten. Sehr gut gefällt uns die HEOS App, die sich klar und strukturiert präsentiert. Selbst auf kritische Aufstellorte kann in der App Einfluss genommen werden. Da wir die Denon Home Familie nun schon einige Jahre in der Redaktion betreiben, können wir berichten, dass die Lautsprecher nie Probleme gemacht haben. Nur bei der Wiedergabe mittels AirPlay gibt es hin und wieder Probleme bei der Gruppierung von mehreren Lautsprechern. Für kleinere Wohnzimmer ist der HEOS Lautsprecher der ideale Spielpartner und präsentierte einen ungemein dichten und ordentlich auflösenden Klang.

- Bluesound Pulse M: Der Bluesound Pulse M ist der neueste All-In-One-Streaminglautsprecher aus dem Bluesound-Portfolio. Der Speaker ist in einer schwarzen oder weißen Variante für eine UVP von 549 EUR beim autorisierten Bluesound Fachhandel erhältlich. Dank der BlueOS App werden über 20 Musik-Streamingdienste sowie viele Tausend Internetradiostationen unterstützt. Auch ist man in der Lage, die eigene Musik-Bibliothek über WLAN, LAN oder ein externes USB Laufwerk einzubinden. Apple AirPlay 2 ist ebenfalls mit an Bord.Zwei Pulse M können als Stereo-Set mit der BluOS-App gruppiert werden und in Verbindung mit der Pulse Soundbar +, können zwei Pulse M als Surround-Lautsprecher eingebunden werden. Der Bluesound Speaker ist tadellos verarbeitet und auf der Geräteoberseite befinden sich Touch-Bedienelemente. In unseren Klangtestreihen begeistere der Blueosound Speaker mit einer natürlichen und homogenen Auslegung. Selbst für Klassik Fans ist der Pulse M eine tolle Alternative, aber auch für Pop, Rock oder Techno/Trance eignet sich der flexible Aktivschallwandler äußerst gut. Hinzu kommt die sehr flexible BluOS-Plattform, die im Testbetrieb ohne jede Einschränkung zuverlässig funktioniert hat und für eine einfache Ersteinrichtung sorgte.

- Teufel Musicstation: Abschließen möchten wir unseren Konkurrenzvergleich mit der Teufel Musicstation. Diese ist derzeit für 449,99 EUR direkt beim Hersteller in einer schwarzen oder weißen Farbvariante erhältlich. Neben einem klassischen CD-Laufwerk verfügt die Musicstation über einen DAB+ Tuner und FM-Radiotuner. Dank zahlreicher Netzwerkfunktionen bekommt der Nutzer Zugriff auf Spotify Connect, Amazon Music sowie auf eine Internet-Radio-Plattform. Bluetooth 5.0 mit aptX Technologie für die Wiedergabe in CD-ähnlicher Qualität ist des weiteren im Ausstattungsumfang enthalten. AirPlay 2 unterstützt die Musicstation allerdings nicht. Insgesamt besitzt die Musicstation sechs Treibereinheiten die nach dem 2-Wege Prinzip arbeiten. Angetrieben werden diese einem 6-Kanal Class D Verstärker mit einer Gesamtleistung von 100 Watt und die Dynamore Ultra Technologie ist ebenfalls an Bord. Klanglich gefällt uns die Musicstation durch eine überzeugende Stimmwiedergabe und eine angenehme Auslegung. Die Dynamore Ultra Technologie lässt den Lautsprecher deutlich größer wirken und vermittelt ein überraschend großes Bühnenbild.
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