XXL-PREVIEW: Yamaha Luxus-Kopfhörer YH-5000SE und der passende Premium Kopfhörer-Verstärker HA-L7A

Klang

Das erste Stück, die Jungle Cruise-Version von "Nothing Else Matters" ist nahezu perfekt dazu geeignet, der Yamaha-Kombination einen Großteil ihres Könnens zu entlocken. Sehr bequem, da präzise eingestellt und wirklich leichtgewichtig, thront der YH-5000SE auf dem Kopf des Trägers, während der HA-L7A präzise aufbereitete Signale anliefert. Feinste Facetten werden natürlich dargestellt, nichts anderes erwarten wir von einem derartig teuren System auch. Aber das, was uns verblüfft, ist das "wie". So extrem mühelos, so filigran und bei Bedarf so derart entschlossen - das versetzt uns umgehend mitten ins akustische Geschehen. Enorm punktgenau treffen die Yamaha-Devices jede Änderung der dynamischen Strukturen, der Bass steht wie in Stein gemeißelt, überaus präzise, mit klarer Struktur. Kraftvoll, aber nicht zu dominant. Hier muss man, wenn man gerne mit hohem Pegel hört, ein wenig aufpassen. Der YH-5000SE ist nichts für Fans gewaltiger Tiefton-Tiraden. Präzision, Auflösung, Struktur stehen hier im Fokus. Das bedeutet nicht, dass er nicht in der Lage ist, eine komplexe Kulisse mit kraftvollem Schlagwerk authentisch abzubilden. Kraft und auch Volumen sind hier ebenfalls vorhanden, allerdings sehr dosiert und in keinster Weise aufgedickt. Übertreibt man es bei harten Kickbässen mit der Lautstärke, quittiert der Yamaha dies mit leichter Verzerrung. Davon abgesehen aber gibt es hier einen vielschichtigen Tieftonbereich mit praktisch perfekter Impulsantwort. Auch sonstige Percussion-Elemente, Klicks oder eine Hi-Hat werden in jeder Einzelheit erfasst. Das Gefühl echter, klar definierter Räumlichkeit ist immer vorhanden, da braucht man keines der DSP-Programme beim HA-L7A, sondern kann auch gern im unverfälschten Pure Direct-Modus hören. Durch den kürzestmöglichen Signalweg wird hier eine besonders authentische Präsentation offeriert, die darlegt, wie extrem gut die Yamaha-Kombination der Lage ist, eine extrem hochklassige, zugleich natürliche Darbietung umzusetzen.

"Ain't No Sunshine" von Eva Cassidy liegt unseren Testkandidaten hörbar. Hier kommt jedes Zupfen an den Saiten der Gitarre so gut heraus, dass man sich inmitten einer exklusiven Darbietung mitten im Hörraum der Redaktion wähnt und schon nach den Musikern Ausschau hält. Evas Stimme beeindruckt uns mit den extrem sorgsam gezeichneten Konturen, und der auf den Punkt getroffenen Stimmfarbe. Die Gewichtung der Instrumente ist absolut passend, und kleine dynamische Differenzen bei den Solo-Einlagen werden akkurat herausgestellt. Das Klavier hat uns besonders gut gefallen, da die Anschlagdynamik sehr plastisch herauskommt, und die Temperatur exakt getroffen wird.

"For Your Eyes Only" , 007-Titelmelodie und von Sheena Easton gesungen, ist ein bereits älterer Titel, der einige Jahrzehnte "auf dem Buckel" hat. Daher ist es grandios, wie gut beide Yamaha Edel-Devices in der Lage sind, vokale wie auch instrumentale Details eingehend zu beleuchten und sehr sauber, und mit einer feinen Klarheit zu präsentieren. Nur selten haben wir diesen Song in so ausgewogener, lebendiger Auslegung wahrnehmen dürfen. Das Klavier hat plötzlich Konturen, die wir sonst meist vermissten, und der YH-5000SE und der HA-L7A bieten eine Differenzierung an, die wir ohne Übertreibung als mustergültig umschreiben können. Wie auch bei den anderen Titeln, die wir zum Test hörten, fällt hier die ungemein weitläufige, zugleich aber präzise definierte Räumlichkeit auf. Auch, wie die Kombination kleinste Nuancen und Details in Gänze berücksichtigt und herausarbeitet, ist faszinierend. Durchhörbar und von feinster Auflösung gekennzeichnet, zieht uns das Yamaha-Ensemble vollständig in den Bann.

Land Of Confusion, Disturbed-Coverversion: Das "Team Yamaha" kommt auch mit nach vorn strebener, sehr massiv antretender Musik hervorragend zurecht. Sehr fundiert, sehr gelassen, zugleich mit einem weiten, unverfälschten, ungefilterten Dynamikumfang: Die Präsentation dieses Tracks gerät zu einer Machtdemonstration der Kombination aus YH-5000ES und HA-L7A. Exakt donnern die E-Gitarren-Riffs durch die Gehärgänge, insbesondere aber die Stimme des Sängers begeistert und trägt genau das richtige Maß an Aggressivität in sich. Instrumentale und vokale Strukturen greifen nahtlos ineinander, geben sich zugleich jeweils den maximal möglichen Entfaltungsspielraum. Die Differenzierung der komplexen, schnellen Kulisse ist schlicht herausragend. Untenrum zeigen sich die Yamaha-Komponenten mit Substanz, aber innerhalb des Spektrums eher im Bereich eines unaufdringlichen Basses. Bei forschen Metal-Tracks darf es für uns prinzipiell auch einmal etwas voller, mächtiger klingen. Das aber lassen weder YH-5000SE noch HA-L7A zu. Klar, durchaus auch mit Kraft und Nachdruck versehen, und mit enormer Präzision wird das feinst definierte Fundament abgebildet. Das vorher angesprochene "Wuchtige" fehlt uns allerdings auch nicht im Geringsten. Im Gegenteil, auch ohne schafft die Yamaha-Kombination ein emotionales, mitreißendes Spektakel - Gänsehaut garantiert. Wieder beeindruckt uns die realistische Defintion ausgeprägter räumlicher Weite und Tiefe.

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Die Yamaha-Kombi bleibt von massiven Bässen nicht verschont und zunächst dachten wir, die massiven Bässe wie bei "No Goodbye" von Paul Kalkbrenner stellen  dann vielleicht doch eine Herausforderung für die beiden Komponenten dar. Sollte dies der Fall sein, lässt sich niemand etwas anmerken. Natürlich gibt es Komponenten, die hier noch etwas mächtiger auffahren, meist ist der Tiefton aber dann schlicht ein wenig künstlich aufgedickt. Die volle Wucht des Basses wird nämlich auch hier erfasst und, das gilt nach wie vor, wenn man mit dem Pegel nicht übertreibt, unverzerrt an den Mann bzw. die Frau gebracht. Das soll im Übrigen auch nicht heißen, dass man hier nur moderate Zimmerlautstärke hören kann. Auch bei höherem Pegel beherrscht das Yamaha-Pärchen kräftige Bässe mit klarer Struktur und bringt die elektronisch bearbeiteten und/oder erzeugten akustischen Elemente überragend zum Ausdruck. Auch die mustergültige Impulstreue wird wieder zum Ausdruck gebracht, da der Rhythmus des Tracks flüssig und exzellent strukturiert herausgearbeitet wird. Die unterschiedlichen Ebenen werden einwandfrei und makellos differenziert. Das Raumgefühl ist bei diesem Titel ein weiteres Mal von superber Güte, sodass man sich zu jedem Zeitpunkt voll integriert und vom Klang umgeben fühlt. Allerdings wird das Gesamtergebnis nie zu fordernd, das Luftig-Transparente bleibt stets erhalten.

Erstes Fazit

Yamaha Yh 5000se Auf Staender

YH-5000SE

Yamaha Ha L7a Gesamt Mit Fernbedienung

HA-L7A

Yamaha wendet sich mit der exklusiven Kombination  aus dem YH-5000SE und dem HA-L7A an Musikliebhaber mit allerhöchsten Ansprüchen. Allerdings ist beim Thema "Musik" noch lange nicht Schluss beim Premium-System, denn der talentierte HA-L7A hat die Yamaha-typischen DSP-Programme integriert. Und da findet sich, ganz in der Tradition des japanischen Unternehmens, auch ein Cinema DSP unter den Programmen. Wer also, was aufgrund der verschiedenen Anschluss-Optionen am Kopfhörerverstärker kein Problem ist, auch Filminhalte genießen möchte, kann es auf absolutem Spitzen-Niveau ebenfalls tun. Die gesamte akustische Auslegung beider Referenz-Komponenten ist extrem gut gelungen. Überaus sauber ausbalanciert, mit feiner, impulstreu arrangierter Dynamik, einem transparent-brillanten, nie zu aggressiven Hochtonbereich, sensibel gestuften Mitten und einem Bass, der gleichermaßen exakt wie kraftvoll ist, werden hier Audio-Gourmets überglücklich gemacht. Transparenz und Luftigkeit und die unheimlich detaillierte, feine Auflösung der weitläufigen Kulisse sollten noch gesondert erwähnt werden. Hier ist man schon auf sensationellem Niveau und gerade bei Titeln, die man meint, eigentlich bereits sehr gut zu kennen, entdeckt man noch die ein oder andere Nuance, die bislang verborgen blieb. Hinzu kommt noch die exklusive Verarbeitung und die nicht alltägliche, progressive Optik beider Komponenten. Es steckt viel Yamaha-exklusive, bis ins Detail sorgfältig arrangierte und mit besten Baugruppen veredelte Yamaha-Technologie in beiden Komponenten, sodass wir  nur sagen können: Schon jetzt freuen wir uns auf weitere Testreihen!

 

Preview: Carsten Rampacher, Philipp Kind
Fotos: Philipp Kind
Datum: 24. Februar 2025

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