XXL-PREVIEW: Panasonic TX-55JZW984 - Spitzenqualität schon in der OLED-Einstiegsserie 2021?

Und wieder hat ein Panasonic OLED-TV des Jahrgangs 2021 den Weg in unsere Redaktion gefunden. Diesmal ist es der für eine unverbindliche Preisempfehlung von 1.799 EUR erhältliche TX-55JZW984. Bei 1.799 EUR denkt man: "Wow, richtig viel Geld für so einen kleinen Fernseher", da man schon ordentliche 75-Zöller locker für diesen Preis erhält. Allerdings, das wissen wir aus der Vergangenheit, bieten gerade Panasonics OLED-TVs stets eine weit überdurchschnittliche visuelle Performance. gepaart mit tollem Video-EQ, einfacher Bedienung, hoher Betriebssicherheit und üppiger Ausstattung - dadurch lässt sich der Kaufpreis dann auch rechtfertigen. Und: Der TX-55JZW984 ist derzeit bei vielen Händlern in der Werbung und zusätzlich gibt es aktuell beim Kauf 200 EUR Cashback als Direktabzug (bis 05.12.2021). 

Wir wollen in diesem Test überprüfen, ob der 984 hohen Anforderungen souverän gerecht wird und beginnen mit der Ausstattung. Der Panasonic ist mit dem 2021er HCX PRO AI Bildprozessor ausgerüstet, der mit dem "Auto AI" Bildmodus neue Perspektiven über Panasonic eröffnet. Hier wird, im Gegensatz z.B. zu Samsung, LG oder Philips, die auf diesem Feld schon länger aktiv sind, das erste Mal ein Prozessor offeriert, der mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz operiert. Das geschieht nach dem gängigen Schema. Zunächst wird das Bildsignal analysiert, und im Anschluss wird per Künstlicher Intelligenz exakt das Bildmuster aus einer riesigen, in mehreren Jahren zusammengetragenen Referenz-Datenbank ausgewählt, das optimal zum Quellmaterial passt.

Panasonic Penta-Tuner

Mehrere Operator Apps verfügbar

HD+

HD+ Zugriff direkt in den TV integriert

Weiteres Alleinstellungsmerkmal ist der Panasonic Penta-Tuner. Dieser ist nicht nur ein reiner Doppeltuner für DVB-T2, DVB-S2 und DVB-C, sondern bietet mit TV>IP und IPTV zwei weitere moderne Empfangswege an. Mit an Bord auch wieder: Die HD+ HbbTV Operator App (HD+ Programme ohne zusätzliches Modul verwenden), die man gleich während der ersten Einrichtung mit konfigurieren kann. Zudem kann auch Zattoo oder Xumo als HbbTV Operator App eingesetzt werden. 

Bildmodi

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Typisch für Panasonic OLED-TVs ist auch wieder die große Auswahl an Bildprogrammen. Neben dem "Auto AI" Modus finden sich die Betriebsarten Dynamik, Normal, Kino, Filmmaker Mode, True Cinema, Benutzerdefiniert und die ISF-Modi Professionell 1 und Professionell 2 (Tag und Nacht) sowie Sport und Spiel. Die HDR-Kompatibilität setzt ebenfalls Maßstäbe: Zu HDR10, HDR10+ Adaptive, Dolby Vision IQ, HLG und HLG Photo ist der TX-66984 kompatibel. 

Verarbeitung, Anschlüsse und Fernbedienung

Dünner Rahmen

Leiste unter dem eigentlichen Rahmen

Sehr solider, runder Standfuß

Tadellose Materialqualität

Der TX-55JZW984 überzeugt mit einer sehr soliden Verarbeitung, mit einem ausgezeichnet verarbeiteten, runden Standfuß, der allerdings in (gewolltem) Kontrast zum Rest des Gerätes steht. Das mag man oder eben nicht, fest steht, dass der Panasonic sehr guten Halt unter allen Bedingungen auf diesem Standfuß findet. Wie üblich, wird der Screen von einem sehr dünnen Rahmen umgeben, der sauber verarbeitet ist. Die leichten Gebrauchsspuren bei unserem Test-Sample sind darauf zurück zu führen, dass der 984 schon mehrmals ausgepackt und aufgestellt wurde. Unten sitzt noch eine graphitfarbene Leiste unterhalb des eigentlichen Rahmens, auch hier sind die Spaltmaße gering. Wie bei OLEDs üblich, ist der TV im oberen Bereich hauchdünn, um dann nach unten hin bauchiger zu werden - dort befinden sich Anschlusssektion, die Tunereinheit und das Lautsprechersystem. Verarbeitet ist auch auf der Rückseite alles tadellos.


Anschlusssektion gesamt

CI+ Einschub, Kopfhöreranschluss (3,5mm), USB 2, USB 3, HDMI 4 seitlich

HDMI 1, HDMI 2, HDMI 3, USB 1, optischer Digitalanschluss, Ethernet-Buchse, Tuneranschlüsse hinten

Das Anschlussangebot ist gut, HDMI 2.1 Terminals, 3 x USB und Ethernet sind unter anderem vorhanden. 

Neue Fernbedienung

Mit im Lieferumfang enthalten ist auch eine neu gestaltete Fernbedienung. Panasonic lieferte viele Jahre die klassische, hochwertige Tastenfernbedienung mit, nun wurde es Zeit für eine Neuentwicklung, befand man. Diese ist nicht in jeder Hinsicht überzeugend. Es fehlt eine Beleuchtungsmöglichkeit, und die Rückseite ist mit rutschigem Hartplastik bezogen. Vergleicht man das mit dem handschmeichelnden Leder, das bei Philips-Remotes in den OLED-Serien Verwendung findet, ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht. Zumindest eine Gummierung, die mehr Rutschfestigkeit garantiert, hätte man der neuen Remote schon gönnen können.

Das Layout hingegen überzeugt: Oben, neben dem Standby-Schalter, befindet sich direkt die "Picture" Taste, hier kann man, sehr praktisch, umgehend die Bildprogramme umschalten, ohne erst den Umweg über Home Menü oder Einstellungsmenü zu gehen. Daneben, oberste Reihe rechts, erfolgt dann die Eingangswahl, getrennt nach Tuner-Einheit und angeschlossenen Quellen. Darunter dann die Direktzugriffstasten auf Netflix, Rakuten TV, Amazon Prime Video, YouTube, sowie "My App" und "Apps" (App-Store von Panasonic). Im Anschluss folgen die Menü-Taste, die Home-Taste, die Guide-Taste und darunter die Navigationseinheit. Unter dieser sind dann unter anderem die Tasten für die Aktivierung des Sprachassistenten und die Bedienknöpfe für den elementaren Wiedergabebetrieb untergebracht. Weiter unten dann Wipptasten für Lautstärke und Kanalwechsel, und ganz unten ist eine 10er Tastatur. Arbeitswinkel und Reichweite angesiedelt.

Handling

Sprachwahl

Direkt als erstes erfolgt die Verbindung mit dem Internet

Netzwerkverbindung

Bei der Tunerwahl haben wir uns für DVB-S2 entschieden

Bildschirmwartung

Smart TV Privacy Manager Setup

Einrichtung abgeschlossen

Die erste Installation in der Kurzübersicht: Erst Sprachwahl, dann Verbindung mit dem Internet, anschließend Wahl des Tunersignals/der Tunersignale. Danach: Installation der gewünschten Operator-Apps. Es folgt der Text zur Bildschirmwartung, und im Anschluss das Setup des Smart TV Privacy Managers. 

my Home Screen-Betriebssystem

Menüzeile mit Hauptpunkten (unten) und den Thumbnails dazu (darüber), hier Netflix

Hier YouTube

Apps

Weitere Punkt weiter hinten im Home-Menü

Drückt man auf "Menü" auf der Fernbedienung, kommt diese Auswahl, in der Man z.B. Bild- und Tonprogramme auswählen kann

Der TX-55JZW ist einfach im Handling. Wie gängig, wird der Anwender verlässlich durch die Erstinstallation geführt. Die wichtigsten Punkte sind hier die mittlerweile obligatorische Einbindung ins Heimnetzwerk (drahtlos oder kabelgebunden) sowie die Einrichtung der gewünschten Tuner-Empfangsformen (man kann auch mehrere einrichten). Ist der Panasonic dann im Einsatz, drückt man auf die "Menü" Taste auf der Fernbedienung, um in die Systemeinstellungen zu gelangen (z.B. Bild, Ton, Netzwerkeinrichtung), und die Home-Taste, um sich im unteren Bereich des Screens das Home Menü anzeigen zu lassen. Das, was angezeigt wird, kann man auch frei wählen, wir beziehen uns hier auf die Werksteinstellung. Zunächst sind relevante VoD-Apps aufgeführt, angefangen mit Netflix. In der Zeile oberhalb gibt es dann Thumbnails mit den derzeit besonders stark nachgefragten Inhalten (bei Netflix z.B. Squid Game und Haus des Geldes). Nach Netflix folgen dann Prime Video und Disney+. Nach den Apps in Einzeldarstellung kommen dann die Features App (Shortcut zur Übersicht), der App Store (Shortcut zur Startseite), dan Live TV, anschließend Geräte (Übersicht der angeschlossenen Quellgeräte) und Menü. Die Bedienung ist einfach, auch weniger versierte Anwender kommen mit dem My Home Screen 2021er Betriebssystem problemlos zurecht. Der TV reagiert sehr schnell auf Bedienbefehle, die mit der Fernbedienung gegeben wurden. 

Wichtige Menüeinstellungen

Bildmenü

Schon in der Einleitung, hier nocheinmal: Die Bildprogramme

Intelligent Frame Creation

Einstellmöglichkeiten bei der Intelligent Frame Creation

Optionseinstellungen, mit HDMI 2.1 Features wie ALLM und VRR

Bildschirmeinstellungen

Toneinstellungen

Die verschiedenen Ton-Modi: Standard, Musik, Sprache, Stadion und Benutzer

Weitere Toneinstellungen

Netzwerk-Einstellmenü

Timer

VIERA Link

eHELP ist die im Gerät integrierte Bedienungsanleitung

Insgesamt bieten die Setup-Menüs zahlreiche Einstellparameter. Durch die meist logische und nachvollziehbare Gliederung jedoch bereitet der Panasonic im Alltagsbetrieb bei Justagearbeiten kaum Probleme. 

TV-Tuner, KiKa HD und 3 Sat HD, 720p, DVB-S2, Auto AI-Modus

Hier kann uns der Panasonic absolut überzeugen. Wir starten mit mehreren Zeichentrick-Serien auf KiKa, hier beeindrucken uns wilde Piraten und pelzige Wesen - allen ist gemein, dass die Darstellung grandios ist. Klar, steht man unmittelbar vor dem TX-55984, dann sieht man schon leichte Artefakte und Unschärfen im Detail. Bei normalem Betrachtungsabstand aber brilliert der Panasonic mit einem sehr sauberen, scharfen Bild. Der Prozessor leistet beim Upscaling offensichtlich ganze Arbeit: Kaum Scalingrauschen, ein ruhiges, stabiles Bild auch bei Bewegungen und eine sehr hohe Lebendigkeit sind kennzeichend.

Der Auto AI Modus gefällt uns sehr gut: Denn Panasonic macht nicht den Fehler mancher Konkurrenten, dass das Bild dann - um einen auf den ersten Blick beeindruckend dynamischen Eindruck zu hinterlassen - farblich übersättigt und zudem überschärft wirkt. Hier erwartet den Zuschauer ein natürliches, ausgewogenes, augenfreundliches, trotzdem lebhaft-fesselndes Bild - einmal mehr beweist Panasonic, dass man bezüglich dem Aufbieten maximal möglicher Bildgüte die Nase vorn hat. Die pelzigen Monster sehen mit ihrem dichten Fell richtig gut aus, und die Graslandschaft im Hintergrund überzeugt ebenfalls durch feine Strukturen - man darf nie vergessen: Es handelt sich hier um ein 720p Signal!

Wir wechseln zu 3 Sat HD und schauen hier die Sendung "Nano": Wir sehen hier eine Steinwand am Ufer des Wassers, exakt modelliert der Panasonic die einzelnen Steine heraus, und auch das Wasser erscheint farblich exakt durchmodelliert und sehr plastisch.Bei den Kameraschwenks notieren wir keinerlei Bewegungsunschärfen oder störendes Ruckeln, hier, bei aktivierter, sehr gut funktionierender Fram Interpolation, ist die Bildgüte wahrhaftig ausgezeichnet. Minimale Störungen sind lediglich in der Struktur einer roten Brücke zu erkennen, die von links ins Bild rückt. Das von einem graumelierten Bart umrahmte Gesicht des Professors, mit dem sich der Journalist unterhält, ist ebenfalls sehr akkurat durchzeichnet, man sieht praktisch jede einzele Haarsträhne, und die Hautfarbe wird präzise getroffen. 

Ultra HD Blu-ray, Mord im Orientexpress, ab Filmbeginn, Filmmaker Mode

Nun widmen wir uns der Wiedergabe einer Ultra HD Blu-ray - Mord im Orientexpress. Wir starten mit dem Filmbeginn, der sich in Jerusalem an der Klagemauer und im Inneren der Unterkunft von Hercule Poirot zuträgt, und wählen diesmal den Filmmaker Mode, um ein möglichst unverfälschtes, klares und authentisches Bild genießen zu können. Schon das bestens bekannte 20th Centure Fox-Logo erstrahlt plastisch, scharf, stabil und mit einer exzellenten Farbbalance. Anschließend befinden wir uns direkt an der Klagemauer in Jerusalem. Am Anfang schwenkt die Kamera auf ein präzise gezeichnetes Panorama von der Stadt, kurt darauf sehen wir die Menschen, die vor der Klagemauer stehen, aus der Vogelperspektive. Hier fällt umgehend auf, wie exakt der 984 den sandigen Boden herausmodelliert, klar sind einzelne Steine zu erkennen.

Auch farblich agiert der Panasonic außergewöhnlich präzise und macht seine Sache kaum schlechter als die in der Hierarchie über ihm liegenden OLED-Baureihen. Dann schwenkt die Kamera wieder um, und wir sind nun auf Augenhöhe mit den Personen vor der Klagemauer. Ein Polizist hält Wache, die Abzeichen an der Schulter der Uniform arbeitet unser Testkandidat ausgezeichnet heraus. Auch die Kleidung der anderen Betenden wird sauber präsentiert. Dann kommt der kleine Junge, der mit frischen Eiern auf dem Weg in Hercule Poirots Unterkunft ist. Er läuft schnell, und diese Bewegung stellt der Panasonic ausgesprochen scharf und stabil dar. Nur selten, als eine Treppe im Bild erkennbar wird, taucht minimales Flimmern auf.

Insgesamt eine Spitzenleistung, die ihre Fortsetzung im Speiseraum des Quartiers von Poirot finden: Hell-Dunkel-Kontraste arbeitet der 984 präzise heraus, trotz der Helligkeit, die durchs Fenster in den Raum gelangt, modelliert er alle Einzelheiten glänzend heraus. Als der Ober über den kostbaren Perserteppich läuft, um Hercule seine Frühstückseier zu bringen, ist die Oberflächenstruktur des Teppichs glasklar erkennbar - kein Rauschen und keine Artefakte stören. Auch das Gesicht des Meisterdetektivs erstrahlt sozusagen im vollen Glanz - sein Bart, das Blitzen in seinen Augen, seine Frisur und seine noble Kleidung kommen in nahezu allen denkbaren Einzelheiten heraus.. Auch hier - bei Panasonic Einsteigerklasse OLED, im Test schon Meisterklasse OLED.  Als Hercule dann, nachdem er zur Klagemauer gerufen wurde, nach draußen eilt, kommt der 984 mit dem Wechsel der Lichtverhältnisse sofort klar. Als der Detektiv vor der Klagemauer in eine tierische Hinterlassenschaft tritt, wird auch diese für Hercule eher unerfreuliche kurze Sequenz detailgetreu herausgearbeitet.

Szenenwechsel, Kapitel 5: Der Orient-Express von Innen. Die Kellner decken im Speisewagen kunstvoll ein, die weißen Servietten und das Silberbesteck kommen mit feinen Konturen heraus. Auch die Bar im Speisewagen mit den Champagnerflaschen wirkt schon fast wie greifbar. Die kostbare Holztäfelung der Waggons mit der Maserung des Natur-Werkstoffs erscheinen ebenfalls über alle Maßen authentisch. Als Passagiere über die Gänge eilen, sind erneut keine Bewegungsunschärfen feststellbar.  

Erstes Fazit

Zugegeben, der Panasonic TX-55JZW984 ist alles andere als günstig. Dafür verwöhnt er mit einer vortrefflichen Ausstattung und mit einem superben Bild, das dem der Top-Serien des Hauses kaum nachsteht. Die Auswahl an brauchbaren Bildprogrammen ist hervorragend. Zudem ist der Panasonic sauber verarbeitet. Die erste Installation läuft problemlos ab, der TV reagiert überdies schnell auf Befehle, die mit der Fernbedienung gegeben werden. 

Preview: Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 12. November 2021

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