XXL-PREVIEW: Dreiwege-Standlautsprecher Sonus Faber Olympica Nova III - italienisches Flair trifft akustische Raffinesse
Klang
Wie sieht es mit den akustischen Fähigkeiten der Olympica Nova III in Verbindung mit dem schlagkräftigen, zugleich aber fein darstellenden Hegel H590 aus?
Die Olympica Nova III besitzt aus klanglicher Sicht einen enormen Wiedererkennungswert. Lautsprecher, die edel sind und zugleich gut klingen, finden sich viele, gerade in gehobenen Preisklassen. Wir müssen uns aber manchmal wirklich anstrengen, um die einzelnen akustischen Profile auseinander zu differenzieren, denn oftmals liegen die Konzepte klanglich doch relativ nahe beieinander. Anders, wie eingangs angesprochen, beim Sonus Faber-Schallwandler. Dieser besitzt eine Mischung aus räumlich fein vorgetragener Brillanz und einer Homogenität, die Maßstäbe setzt. Das Ganze wird mit einer Schnelligkeit kombiniert, dass man bei jedem Musikstück aufs Neue überrascht ist. Natürlich trägt auch der Hegel H590, den wir sehr gut kennen, zu diesem rundherum überzeugenden Gesamteindruck bei. Die Kombination aus den italienischen Schallwandlern und dem Verstärker-Champ aus dem hohen Norden funktioniert exzellent. Obwohl aus dem kalten Norwegen stammend, hegt der stramme Wikinger offenbar erhebliche Sympathien für die Olympica Nova III.

Die Sonud Faber Serifino schaut genau aus der Ecke zu, was die kleine Schwester akustisch vollbringt
Ganz gleich, um welchen Musikstil es sich handelt, immer erscheint die gesamte klangliche Wiedergabe wie aus einem Guss, als fest zusammen gehörig, nirgendwo reißt auch nur ein schmaler Spalt hinsichtlich der Kooperation zwischen Hegel und Sonus Faber auf. Gerade für klassische Titel ist das Teamwork der beiden Klangexperten fabelhaft, aber in unseren gesamtenn Testreihen gab es keinen einzigen Musikstil, bei dem es irgendwelche auch nur geringfügigen Probleme gab.
Bei der Ouvertüre zu Wolfgang Amadeus Mozarts Oper "Figaros Hochzeit" (Chor der Staatsoper Dresden, Staatskapelle Dresden, Otmar Suitner) sind wir sofort mitten im akustischen Geschehen. Die beiden Sonus Faber-Lautsprecher brillieren mit einer vorbildlichen Impulstreue und spielen ohne jede Umschweife direkt und zugleich kultiviert auf. Sie haben zu keinem Zeitpunkt Schwierigkeiten damit, die zahlreichen musikalischen Ebenen souverän zu kontrollieren und feine Nuancen auch aus räumlicher Perspektive erstklassig einzubinden. Das Klangbild lastet selbst bei deutlich gehobenem Pegel nicht schwer im Raum, sondern verbreitet sich wie ein fein gewobener Klangteppich sauber ausbalanciert im Raum. Trotzdem aber können die beiden Schönheiten schnell und kraftvoll zupacken, wenn es erforderlich ist. Mit diesem legendären klassischen Stück jedenfalls gibt es keinerlei Berührungsängste - vielmehr wird eine raffnierte, filigrane und sehr dynamische Vorstellung geboten.
Da es sich um italienische Lautsprecher handelt, hörten wir aus Verdis "Rigoletto", Akt 1, die Arie "É il sol dell'anima" (Aufführung der Wiener Philharmonie unter Carlo Maria Guilini) - und die Harmonie sowie die Feinheit bei den vokalen Konturen ist herausragend. In den Höhne geizen die Olympica Nova III wieder nicht mit Brillanz, diese wird aber so ausgewogen, so sorgfältig gewichtet präsentiert, dass ihr jede störenden harsche Komponente fehlt. Luftig, aber zugleich atmosphärisch dicht, ist diese Arie ein wahrer Genuss für den Liebhaber klassischer Opernmusik.

Mit einem sehr feinen, detailreichen Hoch- und Mitteltonbereich begeistert die Olympica Nova III
Sehr rund, sehr geschliffen, sehr kultiviert kommt "The Look Of Love" von Diana Krall heraus. Diana hat eine Stimme mit enorm hohem Wiedererkennungswert, rauchig, etwas melancholisch - das liegt der Olympica Nova III offensichtlich, denn so feinfühlig, so authentisch, haben wir Dianas vokale Präsenz nur selten erleben dürfen. Der Sonus Faber-Lautsprecher ist zwar durchaus kostspielig, aber auch nicht völlig unerreichbar, und daher sind wir wirklich erstaunt, wie sensibel, zugleich aber fundiert er seiner Arbeit nachgeht. Der solide Bass erweist sich als präzise und mit genau dem richtigen Volumen ausgestattet. Und beim Klavier hört man das virtuose Spiel mit den Tasten inklusive der Anschlagdynamik heraus.
Mit völlig anderen Musikstilen kommt der luxuriöse Schallwandler aber ebenso überzeugend klar - das hören wir bei "No Goodbye" von Star-DJ Paul Kalkbrenner. Der bewusst verzerrte Bass zu Beginn wird dynamisch dargestellt - so wie es überhaupt erstaunlich ist, welche Vehemenz bei tiefen Frequenzen zur Verfügung steht Die weibliche Gesangsstimme arbeiten die Sonus Faber-Boxen plastisch und mit allzeit deutlichen Konturen heraus und trennen sie sehr gut vom Rest der Akustik. Kleine elektronischen Effekte, die sich rund um die vokale Präsenz bewegen, werden impulstreu erfasst.
Und wieder ein völlig anderes Genre - "Over The Hills And Far Away" in der Version von Nightwish. Den Hegel H590 sieht man schon förmlich grinsen, der kampfbereite Wikinger sammlt kurz seine Kräfte und dann geht es vehement los. Doch die italienische Schönheit scheut sich keinesfalls, die vom H590 bereitgestellte Energie umgehend und mit breitflächiger, zugleich präziser Wirkung umzusetzen. Der Bass hat Kraft, die E-Gitarren klingen fetzig, und die Vocals gehen nicht unter, sondern bekommen genau jede Präsenz, die ihnen zusteht. Die Homogenität und die Brillanz, die typisch sind für die Olympica Nova III, sind auch bei diesem Titel herauszuhören. Feine räumliche Elemente werden zuverlässig erfasst und ermöglichen eine so mitreißende, fesselnde Darstellung, die den Zuhörer förmlich einhüllt. Auch positiv fällt auf, dass die Boxen nicht aufstellungskritisch sind und einen breiten Abstrahlwinkel besitzen.
Erstes Fazit

Die Sonus Faber Olympica Nova III ist ein optisch wunderschöner Lautsprecher, der auch akustisch fasziniert. Der Preis ist mit rund 6.700 EUR/Stück natürlich nicht eben niedrig, aber die Grazie aus dem sonnigen Süden ist jeden Cent wert. Mit viel Brillanz, aber ohne jede störende Härte, wird der Hochtonbereich präsentiert. Wie ein fein gewobener Klangteppich breitet sich die Akustik im Hörraum aus, dabei wird aber praktisch kein Detail vergessen und keine Kontur wirkt in irgendeiner Weise verwaschen. Nein, die Olympica Nova III offeriert einen nahezu idealen Kompromiss aus Harmonie und enormer Präzision - das gilt auch für den Bassbereich, der aber bei Bedarf eine erstaunliche Kraft und ein erstaunliches Volumen freisetzt.
Preview und Fotos: Carsten Rampacher
Datum: 19. Oktober 2023
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Tags: HiFi im Hinterhof • Lautsprecher • Sonus Faber







