TEST: Three, Two, "One Action" - Motorola-Smartphone mit exzellentem P/L-Verhältnis?

Viel "Action" für wenig Geld: Das Traditionsunternehmen in chinesischer Hand bringt ein günstiges Einsteiger-Smartphone mit einem 21:9-Touchscreen in den Handel, das online für unter 200 Euro erhältlich ist. Laut Hersteller visiert das Motorola One Action die jüngere Zielgruppe an. Neben einem günstigen UVP haben die Macher ein paar Features implementiert, die bei der jungen Generation beliebt sein sollen, so sind z.B. Videos in besonderen Formaten und andere Kamera-Finessen möglich, die sich beim Social Media-Einsatz als nützlich erweisen sollen.

Das mächtige 6,3 Zoll-Display fällt optisch sofort auf, da es nur durch eine kleine Frontkamera-Linse unterbrochen wird, die Selfie-Cam ist also durch eine Lochaussparung im Touchscreen integriert. Der umlaufende Rahmen ist zudem kaum erkennbar, sodass das Motorola One Action ein echtes Full-Front-Display bietet, nicht unbedingt typisch für die Preisklasse.

Motorola One Action

Auch die Glasrückseite ist schick gestaltet, da der blaue oder weiße Glasmantel effektvoll im Licht reflektiert. Das Kameralinsen-Trio tritt allerdings etwas zu weit nach vorne in Erscheinung. Ganz konservativ ist rückseitig auch der Fingerprintscanner platziert, was im Alltag aber nicht ganz perfekt ist.

Das Unibody-Gehäuse wirkt insgesamt sehr robust und ist dank einer IP52-Zertifizierung quasi immun gegen Staub und Spritzwasser. Beim großen Touchscreen handelt es sich um ein LC-Display im modernen 21:9-Format, das eine Full-HD-Plus Auflösung (1.080 x 2.520 Pixel) aufweist – in dieser Preisklasse ebenfalls keine Selbstverständlichkeit. Qualitativ wird zwar keine Spitzenklasse erreicht, doch in allen relevanten Disziplinen wie Kontrast, Helligkeit, Schärfe und Farbsättigung werden gute Ergebnisse erzielt. Angesichts der niedrigen Preisklasse ist das ein klarer Fingerzeig an die Konkurrenz.

Rückseite

Ebenfalls nicht üblich in der 200 Euro Preisklasse: Die Kamera verfügt über drei Sensoren und kann einen Blickwinkel von bis zu 117 Grad einfangen – allerdings nur im Videomodus. Regisseure dürfen sich zudem über eine Videostabilisierung freuen, sodass dieser hochwertige 4K-Camcorder in dieser Preisklasse etwas Besonderes ist. Zur Ausstattung gehören eine 12-Megapixel-Hauptkamera mit einer f/1.8-Blende sowie ein 5-Megapixel-Tiefensensor. Und das Schönste: Der Knipser liefert durchaus beachtliche Schnappschüsse. Durch einen regulierbaren Unschärfe-Effekt sehen Tagesaufnahmen bis zum Rand wunderbar aus. Klar aber auch: Sobald schwaches Licht einsetzt, gibt es Bildrauschen und es gehen Details verloren, zumal es hier keinen optischen Bildstabilisator gibt. Dennoch sind auch hier die Ergebnisse durchaus ansehnlich verglichen mit anderen Funkern in dieser Preisklasse.

Löblich ist auch die gute Ausstattung. Neben allen gängigen Standards, wie Panorama, Portrait oder Zeitlupe & -raffer, gibt es einen Schnellzugriff auf YouTube-Live-Videos oder via Freistellungen lassen sich bestimmte Farben hervorheben.

Aufgenommen mit dem One Action

Nacht-Aufnahme mit dem Motorola One Action

Auch beim restlichen Ausstattungspaket gibt es wenig zu beklagen. Der interne Speicherplatz ist mit 128 GB gut aufgestellt und lässt sich via microSD erweitern, wenn man auf einen dualen SIM-Karten-Einsatz verzichten kann.
Die Datenschnittstellen sind mit WLAN-ac, Bluetooth 5.0, NFC und LTE mit bis zu 300 Mbit/s ebenfalls ordentlich besetzt. Nett: Eine Schutzhülle liegt bei.

Die Motorola One Produktgruppe setzt konsequent auf das Android-One-Programm von Google, denn so sind Updates für zwei Jahre und Sicherheitsupdates für drei Jahre gesichert – gerade bei günstigen Smartphones ist das ein Kaufargument.
Ab Werk aufgespielt ist Android 9 Pie, Motorola peppt das OS mit dem eigenen User Interface auf. Das betrifft vor allem einige Schnellzugriffsmöglichkeitne, wie zum Beispiel das Aktivieren der Taschenlampe durch schnelles Schütteln. Das ist zwar nicht innovativ, doch im Alltag sehr praktikabel. Ansonsten werden aber alle gewohnten Android-Features geboten, inklusive eines App-Sammelbeckens, Google-Startbildschirm und allen gängigen Short Cuts-Menüs.

Seitenansicht

Die Gesichtsentsperrung gelingt meistens flott, hat aber einen kleinen Haken. Da der Fingerprintscanner zentral auf der Rückseite liegt, kommt dieser nicht selten in die Quere. Im Praxisalltag passierte es des Öfteren, dass der Finger unsauber auf dem Sensor lag und es dann eine Fehlermeldung erzeugte. Passiert das aus Versehen zu oft, gelingt die Freigabe nur noch per PIN, was keine Seltenheit während der Testphase war.

Die CPU-Ausstattung ist der Preisklasse angemessen. Der 8-Kerner Exynos-9609-Prozessor mit bis zu 2,2 GHz ist ein guter Bekannter, der von 4 GB Arbeitsspeicher unterstützt wird. Diese Architektur ist zwar nicht für Höchstleistungen ausgelegt, reicht aber für die tägliche Routinen locker aus. Mehr sollte man auch von einem Smartphone der 200-Euro-Klasse nicht unbedingt erwarten.

Screenshot Android 9 Pie

App-Übersicht

Auch die Rufbereitschaft kann sich sehen lassen. Der Akku mit einer Kapazität von 3.500 mAh bleibt bei einer moderaten Nutzungsintensität vier bis fünf Tage auf Empfang und schafft beim Dauerstresstest sogar die 10-Stunden-Marke – viele Funker in der höheren Preisklasse leisten das nicht. Ebenfalls ordentlich: Mit dem 10-Watt-Schnellladenetzteil im Karton braucht ein kompletter Ladevorgang etwa zweieinhalb Stunden. Das ist zwar kein Spitzenwert, aber auf alle Fälle eine ordentliche Leistung. Induktives Aufladen bleibt aber weiterhin nur preisintensiveren Smartphones vorbehalten.

Beim Sound wurde wieder der Sparstrumpf angezogen. Der Solo-Speaker im unteren Rahmen kann zwar laut und (weitestgehend) verzerrungsfrei aufspielen, doch das klangliche Spektrum ist eingeschränkt und gerade bei den Höhen wird es allzu schnell aggressiv. Für die Preisklasse ist die Klangvorstellung dennoch solide. Bei Telefonaten gibt es in beide Senderichtungen zwar ebenfalls keine Glanzleistungen, doch die Verständigung klappt in der Regel störungsfrei.

Fazit

Gute Ausstattung, für die Preisklasse eine beeindruckende Performance, großes Display und eine gute Kamera mit attraktiven Features. Im Großen und Ganzen geht das günstige Konzept mit praktischen und sinnvollen Features auf, wenngleich beim Sound wieder gespart werden musste und bei schwächerem Licht die Kamera nicht die beste Performance bietet. Aber wir sprechen hier auch von einem Smartphone mit einem Online-Preis von 200 bis 250 Euro. Richtig gestört hat uns nur der Fingerprintscanner, da er zu Fehlbedienungen geradezu einlädt. Summa summarum ist Lenovo hier ein starkes Preis-/Leistungspaket gelungen.

Sehr guter Budget-Allrounder mit attraktivem Preis-/Leistungsverhältnis und guter Akkulaufzeit

14.01.2020

 

Test: Ulf Schneider
Datum: 14.01.2020

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