TEST: Technics SL-1500CS - hochwertiger Plattenspieler mit Direktantrieb und Delta Sigma-Technologie

Klang

Avm Evolution As 3.3 Frontansicht2

AVM Evolution AS 3.3

Für die ersten Testreihen nutzen wir nicht den eingebauten Phonovorverstärker, sondern setzen auf die Phonovorstufe in unserem AVM Evolution AS 3.3. Wir starten mit gleich drei Titeln vom "back To Black" Album der leider viel zu früh verstorbenen Ausnahmekünstlerin Amy Winehouse. "Me & Mr. Jones, "Friends" und den Titelsong des Albums "Back To Black" haben wir ausgesucht. Und der Technics verwöhnt uns mit klaren Klängen und einer überragenden Substanz, die Souveränität und Gelassenheit ausdrückt. Die charakteristische Stimme von Amy nehmen wir sauber ausbalanciert wahr. Der Rhythmus wird bei allen drei Stücken auf den Punkt getroffen, und der Technics SL-1500CS läuft leise sowie präzise, ganz so, wie man es von Technics-Plattenspielern mit ihrem hoch enwickelten Motor- und Steuerungskonzept her kennen. Die Räumlichkeit ist ausgesprochen überzeugend hinsichtlich Weite und Tiefe stimmig, was einen umfassenden, realistischen Klangeindruck weiter stärkt. Der SL-1500CS handhabt alles, als gäbe es nichts Leichteres, das ist für die relativ bodenständige Preisklasse des Plattenspielers wirklich rundherum überzeugend. 

Die nächsten zwei Stücke stammen von der DALI LP - Jaques Loussiers "Siciliano in G Minor" und Eva Cassidys "Ain`t No Sunshine". Bei beiden Titeln hebt sich der Technics wieder durch seine fundierte, zugleich aber sauber detailliert Wiedergabe von vielen Konkurrenten ab. Er hat ein spezielles Wesen, bei einem Menschen würde man sagen, dass er verlässlich ist und jede Hürde sofort entsprechend nimmt. Klar mag es Plattendreher geben, die noch spritziger, virtuoser agieren. Aber die strahlen meist nicht die unerschütterliche Souveränität des Technics SL-1500CS aus, und wenn sie dies tun und trotzdem noch mehr Esprit bei feinen Einzelheiten aufweisen, sind sie deutlich teurer. Evas Stimme trifft der Technics auf jeden Fall genau, und die beteiligten Instrumente werden hinsichtlich ihrer gesamten Konturen mit einer hervorragenden Balance präsentiert. Besonders gut, wie schon bei "Siciliano in G Minor", überrascht es uns, wie tadellos die Temperatur des Klaviers getroffen wird. Auch die Anschlagdynamik der Tasten ist herauszuhören, wenngleich hier natürlich teurere Modelle noch mehr zu bieten haben, noch mehr Feingefühl und Plastizität. 

Wir setzen mit zwei Tracks vom Linkin Park-Album "Hybrid Theory" fort, und zwar mit "Papercut" und "One Step Closer". Hier gefällt uns der SL-1500CS erneut extrem gut, was an seiner erstklassigen akustischen Balance liegt. Zum einen holt er aus der Stimme und den harten E-Gitarrenriffs und Drum-Einsätzen die nötige Portion Maximaldynamik und Aggressivität, zum andern schafft er es, dass der Klang auch bei deutlich gehobenem Pegel nicht in Richtung einer zu harschen, zu metallischen Wiedergabe abdriftet. Das solide, kraftvolle Fundament zeichnet den Plattenspieler auch bei diesem Titel wieder aus. Er beeindruckt mit einem straffen, zugleich nachdrücklichen Bass, der aber nicht die nahtlos ins tonale Gesamtgefüge integrierte Stimme "an die Wand" drückt. Der Technics behält immer seine exakt austarierte, dadurch angenehme und homogene Wiedergabe bei und eignet sich durch diese Auslegung exzellent auch für lange Hörsessions. 

Weiter geht es mit dem Klassiker "West End Girls" vom Pet Shop Boys-Album "Please". Hier schiebt der Technics mächtig an und beeindruckt den Erlebnishörer mit seiner akustischen Fülle, die einen stets präsenten, ausdrucksstarken Bassbereich beinhaltet. Für eher zarte besaitete Zeitgenossen dürfte es schon fast ein wenig zu viel des Guten sein, was der SL-1500CS in Verbindung mit dem ab Werk mitgelieferten Ortofon 2M Red MM-Tonabnehmer hier fabriziert. Wir, die diese Nachdrücklichkeit und dieses Fundament sehr schätzen, sind hingegen bei diesem Track absolut begeistert vom japanischen Plattenspieler, zumal er die Stimme von Neil Tennant sauber und mit hohem Wiedererkennungswert herausarbeitet und sie aus räumlicher Sicht mit enormer Stabilität darstellt. 

Wharfedale Elisian 3 Gruppenbild Ohne Abdeckungen

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Wharfedale Elysian 3

Jetzt wechseln wir zur Phonostufe, die im Technics SL-1500CS eingebaut ist, und hören uns vom Pet Shop Boys-Album "Please" den Titel "Two Devided By Zero" an. An den im AVM Evolution AS 3.3 integrierten Phonovorverstärker kommt der Gegenpart im SL-1500CS nicht ganz heran, was auch zu erwarten war, schließlich handelt es sich beim AVM Evolution AS 3.3 um ein Gerät der 8.000 EUR-Preisklasse, und unsere Wharfedale Elysian 3 sind durchaus in der Lage, feine Nuancen bei der Wiedergabequalität herauszustellen. Für die Preisklasse, in der sich der SL-1500CS befindet, ist die Darstellung aber in sich schlüssig, kultiviert und ausgewogen. Neils Stimme hat gut gezeichnete Konturen, die Räumlichkeit ist ausgezeichnet und die Lebendigkeit erweist sich als tadellos. 

Das gilt auch für die beiden Titel, die wir von Margriet Sjoerdmas Album "A Tribute To Eva Cassidy" wiedergegeben haben. "In The Early Morning Rain" (Gordon Lightfoot) und "Fields Of Gold" (Sting) beweisen, dass auch Hörer mit gewissem Anspruch erstaunt sein dürften, wie sauber der integrierte Phono-Vorverstärker Margriets Stimme präsentiert, und wie fein die Violine beim ersten genannten Titel auflöst. Die Räumlichkeit ist nicht nur in Weite und Tiefe gelungen, sondern berücksichtigt auch die Platzierung subtiler, kleiner Elemente ausgezeichnet. Klar, der Phonovorverstärker im AVM agiert hier noch gefühlvoller und plastischer, aber mit der Leistung der im Technics SL-1500CS eingebauten Lösung kann man auch sehr zufrieden sein. 

Wir beenden unsere Klangtestreihen mit der "Gladiator Rhapsody" von der LP "Hans Zimmer - The Classics". Das Klavier bedient der Star-Pianist Lang Lang, und das enorme Können stellt der Technics SL-1500CS prima heraus. Kleine dynamische Unterschiede kommen impulstreu zum Ausdruck, und die räumliche Einarbeitung aller Elemente handhabt unser Testkandidat mit gut ausgeprägtem Fingerspitzengfühl. Insgesamt beeindruckt uns auch hier wieder das hohe Maß an klanglicher Kultur, an Gelassenheit (die aber nie in akustische Monotonie oder Oberflächlichkeit ausartet) und an Homogenität - die eingebaute Phonovorstufe ist demnach durchaus geeignet, um in der Praxis auch an einer durchaus hochwertigen Kette eingesetzt zu werden. 

Fazit

Technics SL 1500CS

Technics gelingt mit dem SL-1500CS ein äußerst hochwertiger manueller Plattenspieler mit laufruhigem, präzisem Direktantrieb nebst passender, höchst exakt angepasster elektronischer Steuerung. Unser Testkandidat tritt schon hinsichtlich Verarbeitung und Materialqualität ausgesprochen hochwertig auf. Man könnte auch durchaus eine höhere Summe aufs Preisschild schreiben - ohne dass der SL-1500CS dann hinsichtlich der Bewertung einer optischen Erscheinung und der Solidität abfallen würde. Er verfügt über einen integrierten Phono-Vorverstärker und traf zusammen mit dem Ortfoton 2M Red MM-Tonabnehmer bei uns in der Redaktion ein. Schnell war der SL-1500CS betriebsbereit, und die Handhabung im Alltag erweist sich als völlig problemlos. Sofort hat der Plattenspieler die richtige Drehgeschwindigkeit erreicht und hält genau die erforderliche Drehzahl. Die großen Bedienelemente für Start-/Stop sowie die Einstellung der Geschwindigkeit sind schon mit fast traumwandlerischer Sicherheit zu bedienen. Klanglich agiert der SL-1500CS sehr rund und mit stabilem Fundament, löst aber auch über den gesamten Frequenzbereich ausgezeichnet auf. Er bietet einen in Weite und Tiefe glaubwürdigen Raum und eignet sich durch seine kultivierte, souveräne Wiedergabe nahezu perfekt auch für lange Hörsessions. 

Der Technics SL-1500CS präsentiert sich als rundherum gelungen und souverän - bei Optik, Verarbeitung, Handhabung sowie Klang
Technics SL 1500CS award Kopie
Plattenspieler obere Mittelklasse
Test 04. April 2026

 

Test: Carsten Rampacher, Sven Wunderlich
Fotos: Sven Wunderlich, Technics
Datum: 04. April 2026

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