TEST: Q Acoustics Concept 50 - edler und klangstarker Standlautsprecher aus der Concept-Serie

Klangtestreihen

Als potente Zuspielpartner haben sich Aurum A9 und C9 bewährt. Da wir aber nicht nur auf klassische CD-Wiedergabe setzten wollen, vertrauen wir beim Streaming auf den brandneuen AVM MP3.2.

Nun möchten wir wissen, ob unsere Erwartungen beim Thema Klang von den Q Acoustics erfüllt werden. Wir beginnen unsere Klangtestreihen mit "Skin" von Sixx:A.M. Der Titel beginnt mit einem Klavier, dessen Wiedergabe uns einen sehr natürlichen und glaubhaften Eindruck macht. Auch die so wichtige Anschlagdynamik der Tasten kommt gut heraus, feindynamisch leistet der Concept 50 hier Großes, ohne Zweifel. Überragend kommen die britischen Schallwandler mit der sehr zerbrechlich wirkenden und gefühlvollen Stimme von James Michael zurecht. Bei einigen Hörversuchen ergreift uns die emotionale Stimme voll und ganz - genau so soll eine Musikwiedergabe sein. Es ist das ehrliche, direkte Spiel der Concept 50, die mit erstaunlicher Treffsicherheit auch kleine Nuancen präsentiert, und so nahezu den gesamten Aufbau des Titels dem versierten Hörer zugänglich macht. 

Weiter geht es mit "Angels Fall" von Breaking Benjamin. Der Titel startet nach kurzem ruhigen, aber räumlich dichten Beginn nach 5 Sekunden sofort explosiv, mit harten Gitarrenriffs und Drums, was die Concept 50 tadellos abkönnen. Das Schwierigkeit bei diesem Titel liegt bei der Differenzierung der explosiven Gangart und der dennoch gefühlvollen Stimmfarbe von Benjamin Burnley. Aber auch diese Differenzierung meistens die Q Acoustic Speaker erstklassig. So erklingt die Gesamtwiedergabe absolut dynamisch, mit harten Bass und klarem Gesang. Räumliche Ebenen werden mit sehr guter Differenzierung erfasst, ohne dabei eine runde, stimmige Gesamtwiedergabe zu vernachlässigen. 

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Wir wechseln das Genre und starten die Wiedergabe von "Unholy" von Sam Smith feat. Kim Petras. Das Titel beginnt mit einem Chorgesang, der sehr facettenreich und räumlich zur Geltung kommt. Sehr gut gefällt uns der Bassbereich, den die Lautsprecher in unserem Hörraum intensiv, aber nie überzogen zur Geltung bringen. Der Bass wird, wie erwähbt, mit ordentlich Nachdruck dargestellt, ist dabei aber immer präzise und staubtrocken - unschönes Nachschwingen kennen die beiden Concept 50 nicht. Ebenfalls erwähnt werden muss die klare Differenzierung der unterschiedlichen musikalischen Elemente. So sind in der Wiedergabe der Chor, Kims Stimme sowie die unterschiedlichen Instrumente mit einer klaren, lebendigen Kontur wahrnehmbar. 

Wir verbleiben in den Charts und lassen uns nun "Bad Memories" von Meduza & James Carter feat. Elly Duhé & FAST Boy darbieten. Sehr gut bilden die Schallwandler auch bei diesem Klangbeispiel die verschiedenen Stimmfarben ab - die vokale Präsenz aller, die am Song beteiligt sind, kommt ausgezeichnet heraus. Als sich der harte Punch im Bassbereich dazugesellt sind wir überrascht, was uns die doch sehr kompakten Schallwandler hier anbieten. Der Bass ist präzise, wird auf den Punkt dargestellt, und das mit einer enormen Souveränität auch bei hohem Pegel. Zur exzellenten Wiedergabe trägt auch bei, dass es keinerlei festzustellende Gehäusegeräusche gibt, und auch die Bassreflex-Öffnung hinten entfaltet keine störenden Strömungsgeräusche. In jeder Sekunde, auch, als der Titel an Fahrt aufnimmt, bleiben die Concept 50 absolut konstant in ihrer Leistung. Die unterschiedlichen Effekte wie Stimmen, Synthesizer sowie Bass werden  differenziert und mit der nötigen Sorgfalt, immer impulstreu, dem Hörer dargeboten.

Nun zur Abwechslung mal wieder etwas Ruhigeres: Wir spielen den Concept 50 "Nur für dich" vom Berliner Rapper und Tätowierer Kontra K zu. Auch dieser Titel startet mit einem Klavier, das wieder hinsichtlich der Wiedergabe in unserem Hörraum zu überzeugen weiß. Die Feindynamik beim Drücken der Tasten kommt mit einer Klarheit heraus, die man sonst nur von teureren Schallwandlern kennt. Die hohe Impulstreue der Concept 50 kommt hier erneut zum Tragen, ebenso die natürliche, realistische klangliche Gesamtabstimmung. Der leicht nasa lwirkende Sprechgesang von Kontra K wird ebenfalls authentisch präsentiert und hat daher einen entsprechend hohen Wiedererkennungswert. Auch die beiden Tiefmitteltöner harmonieren bei diesem Titel wieder überragend und überzeugen mit einer tadellosen Tieftonpassagen und sauberen Übergängen zwischen Mittel- und Tieftonbereich. 

Weiter geht es mit einen überragenden Projekt von Sixx:Am feat. Corey Taylor, Joe Elliot, Brantley Gilbert, Ivan Moody, Slash, AWOLNATION sowie Tommy Vext die sich Bradley Coopers Titel "Maybe It's Time" angenommen haben. Die zu Anfang des Titels erklingenden E-Gitarren wirken auf intensiv und direkt - sodass die gefühlt direkt im Hörraum physisch vorhanden sind. Auch mit den unterschiedlichen Klangfarben der Protagonisten kommen die Schallwandler erstklassig zurecht und können diese hervorragend darbieten,, wieder erstaunlich, es gibt Boxenpaare mit dem doppelten Preis, die sich hier hörbar schwerer tun. Selbst als der Titel vor parallel stattfindenden Effekten nur so strotzt, bleiben die Concept 50 absolut gradlinig und sauber in der Wiedergabe und selbst das exakt herausgearbeitete Zupfen einer Gitarrenseite können wir erhaschen.

Abschließen möchten wir unsere Klangtestreihen mit "I Will Remember" von Toto. Der zu Beginn des Titels erklingende Chorgesang sowie das Schlagzeug, wird mit einer sehr sauberen Struktur und sehr räumlich in den Hörraum abgegeben. Die Q Acoustics Concept 50 bieten zudem eine sehr gute und schöne Differenzierung der unterschiedlichen musikalischen Details. Die Wiedergabe des Hochtonbereich empfinden wir als sehr lebendig, aber niemals als aggressiv oder gar störend. Selbst als der Sänger später im Titel zur Kopfstimme übergeht, bleibt die Hochtonwiedergabe homogen und wohltuend stimmig. Auch die beiden Tiefmitteltöner leisten bei diesem Titel wieder erstklassige Arbeit und liefern einen sehr straffen und auf den Punkt gebrachte Bass und fein differenzierte, räumlich dicht vorgetragene Mitten.

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Konkurrenzvergleich

Eine Preisklasse höher sind die limtiert erhältlichen Canton Karat GS Lautsprecher, auf den Martk gebracht zum 50-jährigen Firmenjubiläum der hessischen Lautsprechermanufaktur, unsere derzeitig erste Wahl, wenn es um schlanke, akustisch starke Standlautsprecher geht. 3.500 EUR, demnach 900 EUR mehr, lautet hier der Kaufpreis. Mit absoluten Hightech-Chassis aus der Reference K-Serie, einer fabelhaften Verarbeitung und einer überwältigenden Homogenität und Pegelfestigkeit setzen die Schallwandler aus dem Taunus Maßstäbe und rechtfertigen auch ihren Mehrpreis. 

Im Stammwerk in Dänemark wird die optisch klassische Dali Opticon 8 MK2 hergestellt. Viele Dali-typische Technologien kommen bei diesem ausgewachsenen Standlautsprecher zum Einsatz. So die SMC-Magnettechnologie, das Hybrid-Hochtonmodul und die Holzfaser-Membranen für die Tief- und Mitteltonwiedergabe. Die Opticon 8 MK2 ist so etwas wie ein Gegenpol zur schlanken, modern gestalteten Concept 30. Durch die größeren Abmessungen eignet sich die Opticon 8 MK2 hinsichtlich räumlicher Ausbreitung und Pegelfestigkeit vortrefflich für große Hörräume auch über 30 Quadratmeter. Sie spielt klar und zugleich verbindlich auf. Für Liebhaber einer klassischen Holzboxen-Optik eine erstklassige Wahl, auch klanglich. Der Paarpreis von rund 3.600 EUR ist definitiv angemessen, ein Schnäppchen sind die Opticon 8 MK2 im Zuge der jüngsten Preiserhöhung aber nicht mehr.

Apropos "Schnäppchen": Das lässt sich mit der Signature 707 aktuell bei Magnat machen. Lediglich 799 EUR werden pro Box verlangt, was einem Paarpreis von 1.598 EUR entspricht. Dafür gibt es einen Vierwege-Standlautsprecher mit Hi-Res-Audio-zertifiziertem Doppel-Hochtonmodul und ansprechender Verarbeitung. Akustisch ist der Hochtonbereich sehr brillant und transparent, aber auch etwas dominant. Das Detaillierungsvermögen der Box überzeugt über den gesamten Frequenzbereich. Der Bass agiert präzise, der Mitteltonbereich ist etwas unauffällig, störende Eigenarten bei der Wiedergabe finden sich nicht. Für den aktuellen Kaufpreis eine echte Empfehlung. 

Fazit

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Die Q Acoustics Concept 50 punkten mit einem fairen Preis-/Leistungsverhältnis und bieten fürs invenstierte Geld eine erstklassige Verarbeitung. Die lackierten Oberflächen sind frei von Einschlüssen oder sonstigen Lackmängeln, was bei einem Paarpreis von 2600 EUR zwar üblich sein sollte, aber trotzdem nicht Gang und Gäbe ist. Erfreulicherweise kommen die Lautsprecherabdeckungen ohne Haltestifte aus und somit machen die Schallwandler ohne Abdeckung, ebenfalls eine sehr gute Figur. Die schlank gestalteten Lautsprecher harmonieren tadellos mit moderner Einrichtung und sind in drei unterschiedlichen Farbtönen erhältlich. Ausgesprochen gut gefällt uns die Standfusslösung, da keine herkömmlichen Gummiklebefüsse zum Einsatz kommen. Stattdessen setzen die Ingenieure von Q Acoustic auf eine ausgeklügelte Standfußkonstruktion. Im Standfusskonzept sitzt die federnde Aufhängung der Isolation Base. Diese entkoppelt den Schallwandler mechanisch vom Boden und sichern eine Akustik frei von Störeinflüssen. Beim Thema Klang konnten die Concept 50 unsere hohen Erwartungen voll erfüllen. Die Lautsprecher spielten lebendig, pegelfest und homogen auf, ohne dabei unpräzise oder überfordert zu wirken, auch nicht bei hohen Pegeln. Die Stimmfarben wurden homogen und glaubhaft dargestellt, auch unterschiedliche musikalische Ebenen sowie feindynamische Details kamen für die Preisklasse überragend heraus. 

Fair kalkuliert, erstklassig verarbeitet und klanglich hervorragend abgestimmt, so sehen wir die Q Acoustics Concept 50

Gesamtreferenz Standlautsprecher bis 3.000 EUR Paarpreis
Datum: 02. Januar 2023

 

Test und Bilder: Sven Wunderlich
Redaktion: Carsten Rampacher 
Datum: 02. Januar 2023

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