TEST: ELAC Debut Reference DBR62 - fair kalkulierte Regallautsprecher in sehr ansprechender Optik

Klang 

Elac Debut Reference Dbr62 Frontansicht1

Überzeugen unsere Testkandidaten akustisch?

Wir starten mit der "Nothing Else Matters" Spezial-Version aus dem Film "Jungle Cruise" und erfreuen uns an der überraschend facettenreichen Darstellung durch die DBR62. Hier werden wirklich zahlreiche Details präsentiert, zugleich äußern wir uns lobend über dne kräftigen Bass-Unterbau. Dynamische Differenzen, von denen es gerade in der langen Version des Titels einige gibt, werden mit untadeliger Impulstreue verarbeitet, und höhere Pegel bereiten den Boxen des Kieler Traditionsherstellers keinerlei Probleme, im Gegenteil: Nach einigen immensen Dynamiksprüngen entfalten die beiden Regallautsprecher ihre volle klangliche Wirkung und sind in der Lage, auch bei durchaus beachtlichen Lautstärken noch alle Effekte und Instrumente einwandfrei auseinander zu differenzieren. Die Räumlichkeit, die von den beiden Schallwandlern aufgebaut wird, tritt realistisch und mit einer erstaunlichen Dichte auf.

"Vivo Per Lei"von Andrea Bocelli und Georgia liegt den DBR62 ungemein. Hier werden beide Stimmen, sowohl die von Andrea als auch die Georgia, mit einer ausgesprochen überzeugenden vokalen Brillanz dargestellt. Der Umfang der Stimmen kommt extrem gut heraus, sodass man spontan denkt, es mit deutlich teureren Lautsprecher zu tun zu haben. Auch das Klavier punktet durch die gebotene Klangkultur. Das Schlagzeug wird gut präsentiert, hier aber wünschten wir uns, dass es noch präziser auf den Punkt kommt. Aber zaubern kann auch ELAC nicht in günstigen Preisklassen. 

"Ain't No Sunshine" von Eva Cassidy folgt. Auch hier überzeugen uns die Kieler Modelle durch eine über dem Klassendurchschnitt liegenden Detaillierung. Sehr vielschichtig sowie charismatisch wird Evas Stimme dargestellt. Klar, die komplette vokale Dynamik nimmt man bei einem Paar 600 EUR-Boxen nicht wahr. Unsere Zuspieler, der Cambridge Audio Vorverstärker/Netzwerkplayer CXN100 und die Audiolab Stereoendstufe 9000P sind durchaus in der Lage, noch mehr aufzubieten, aber dieses Plus wird dann erst mit Boxen einer höheren Preisklasse akustisch offensichtlich. Fürs investierte Geld schlagen sich die ELAC Boxen ohne Zweifel extrem gut und lassen teilweise teurere Kontrahenten hinter sich. 

Elac Debut Reference Dbr62 Frontansicht2

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Schick und klangstark auch mit dem akustisch transparenten Gitter

Richtig gut gefällt uns die Wiedergabe von Diana Kralls "The Look Of Love". Einerseits angenehm, relaxed und entspannt, andererseits hellwach in Bezug auf die Herausarbeitung von Details und aufs Schaffen einer dichten Räumlichkeit, treffen die beiden ELAC-Lautsprecher den richtigen Punkt ausgesprochen gut. Man könnte sich auch bei diesem Song durchaus wieder hinsichtlich der Preisklasse verschätzen, so komplett und akustisch reif spielen unsere Testkandidaten auf. Die Stimme Dianas besitzt einen erstaunlichen Wiedererkennungswert und verteilt sich sauber ausbalanciert im Hörraum. 

"Live And Let Die" (2018er Remaster-Version) von Paul McCartney & Wings ist wieder so ein Titel, bei dem dynamisch einiges los ist, was dann von der Elektronik-/Lautsprecherkette einwandfrei präsentiert werden muss. In unserem Fall gelingt dies tatsächlich überzeugend, die beiden Debut Reference-Regallautsprecher spielen ein weiteres Mal mit einer Souveränität auf, die wirklich rundherum überzeugend ist. Auch die Loslösung des Klangs von den Chassis gelingt prima. Die schnellen Passagen meistern die DBR62 ohne jede Schwierigkeiten, und die einzelnen Instrumente sowie die vokalen Anteile werden tadellos voneinander getrennt.

Till Brönner & Yello stellen mit "Till Tomorrow" einen Track bereit, den wir immer wieder gern herannehmen, um Equipment zu testen. Und unsere DBR62 Boxen enttäuschen uns nicht, sondern sorgen ab der ersten Sekunde an durchs angebotene solide Fundament schon einmal für eine sehr gute Ausgangsposition. Darauf aufbauend, sind die Kieler Schallwandler in der Lage, auch Tills Trompete mit Sorgfalt aufzubauen und zugleich akkurat von den anderen akustischen Anteilen zu trennen. Die insgesamt homogene, aber keinesfalls monotone Vorstellung der ELACs wird auch hier wieder von einer beachtlichen Pegelfestigkeit gekrönt, die uns immer wieder verblüfft. 

"Land Of Confusion" in der Cover-Version von Disturbed ist durchaus kritisch, denn manche Lautsprecher oder Verstärker werden hier zu harsch und fordernd. So ist entspanntes Hören gerade bei höherem Pegel kaum möglich. Aber unsere verbindlich ausgelegte Elektronikkette und die bestens aufgelegten ELAC DBR62 gehen eine überragende Verbindung miteinander ein und präsentieren uns den Track einerseits mit Dynamik und Substanz, andererseits aber stets mit einer ausgezeichneten Ausgewogenheit. Keine Frage, die akustische Abstimmung der Boxen aus Schlesweig-Holstein ist ausgesprochen gut gelungen, was man auch besonders an der Stimme des Sängers hört, die sich tadellos von den Chassis löst und sich gleichmäßig im Hörraum verteilt. 

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Yamaha True X 800x600

Zum Schluss begeben wir uns sozusagen noch in den "virtuellen Club" und bombardieren die beiden DBR62 mit "Submarine" von HI-LO und Oliver Heldens. Mit den sehr nachdrücklichen Bässen kommen die doch relativ kleinen Lautsprecher enorm gut klar, es wird ein präzises und zugleich kräftiges Fundament geschaffen. Dynamische Differenzen arbeiten die ELACs, wie schon aus den anderen Klangbeispielen bekannt, impulstreu heraus, und kombinieren dies mit einer gelungenen Räumlichkeit - sowohl, was die Tiefe, als auch was die Weite angeht. Hohe Lautstärken werden ein weiteres Mal mit Gelassenheit gehandhabt, und somit bleibt auch bei diesem Track praktisch kein Raum für Kritik. 

Konkurrenzvergleich 

Dali Opticon 1 Mk2 Gruppenbild2

Dali Opticon 1 MK2: Die nochmals kleinere Dali-Box wird direkt bei Dali in Dänemark gefertigt und kommt auf einen Paapreis von 898 EUR. Damit liegen die beiden dänischen Schallwandler preislich über den DBR62. Akustisch zeigen sie sich am liebsten von der feinen Seite, detaillieren liebevoll und bauen die gebotene Räumlichkeit akkurat gestaffelt auf. Die größeren ELAC-Lautsprecher weisen einen besseren Tiefgang sowie eine ausgeprägtere Grobdynamik auf, sind gleichzeitig aber auch recht kultiviert. In feinsten Details spielen die Opticons dann ihre Überlegenheit aus, was auch den Mehrpreis rechtfertigt. 

Canton Townus 30 Gruppenbild1

Canton Townus 30: Die eleganten, sauber verarbeiteten Boxen aus dem Taunus zeigen sich klanglich stets harmonisch und verbindlich. Mit knapp 1.100 EUR (Nussbaum 60 EUR mehr pro Paar) sind die Townus 300 spürbar teurer, aber auch recht groß und mit sehr hochwertigen Membranen bestückt. Die Townus 30 kommt mit nahezu jedem Musikstil zurecht und erweist sich als typischer Vertreter der Canton-Familie, denn wirkliche Nachteile sucht man vergeblich. Die etwas merkwürdig geformten Lautsprecher-Schutzgitter dürften nicht jeden überzeugen, das ist letzten Endes aber Geschmackssache. 

Fazit

Elac Debut Reference Dbr62 Gruppenbild2

Mit den ELAC Debut Reference DBR62 erhält man einen sehr eleganten, zugleich hochwertig verarbeiteten Regallautsprecher zum fair kalkulierten Kaufpreis. Die verbauten Membranen sind hochwertig, was sie auch in den Klangtestreihen unter Beweis stellen. Die nach vorn gerichtete Bassreflexöffnung und die steifen, sehr soliden Gehäuse sorgen dafür, dass man ungestört der Musik lauschen kann und man dabei nicht von konstruktiven Unvollkommenheiten der wiedergebenden Lautsprecher abgelenkt wird. Insgesamt erweisen sich unsere Testkandidaten als rundherum gelungen, und echte Kritikpunkte sucht man vergeblich. 

Kultiviert und gleichzeitig lebendig aufspielender Regallautsprecher mit hochwertiger Verarbeitung
Ueberragend Neu
Regallautsprecher bis 1.000 EUR Paarpreis
Test 25. Juni 2024

 

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 25. Juni 2024

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