TEST: Aktivlautsprecher Econik FOUR + Stereo-Hub - Tiefgang bis 38 Hz, leistungsstarke DSP-Technik und WiSA-Kompatibilität
Klang-Presets
Auch bei der Econik FOUR gibt es zahlreiche Klang-Presets, die zum Download auf der Website des Hersteller zur Verfügung stehen. Was verbirgt sich dahinter?
Mittels der akustischen Voreinstellungen kann die Abstimmung der Lautsprecher grundlegend verändert werden. Der Econik-Speaker wird damit perfekt auf den Anwendungszweck und persönlichen Geschmack des Hörenden zugeschnitten. Raumakustisch bedingte Probleme lassen sich auf diese Weise ebenfalls minimieren.
Hier ein Überblick der aktuell verfügbaren Presets, die man herunterladen kann:
- Standard (2,5 Wege): Das Standard-Preset ist bei Lieferung der Lautsprecher werksseitig vorinstalliert. Als Allrounder mit sehr natürlicher Abstimmung eignet es sich hervorragend für alle Arten von Musik. Das homogene Klangbild bereitet kultivierten Hörgenuss, sowohl bei niedrigen, als auch hohen Lautstärkepegeln. So punktet das Klangbild mit phantastischer Bühnenabbildung und ist für normale Wohn bzw. Musikräume bestens geeignet.
- Brillant (2,5 Wege): Mit diesem Preset lassen sich nochmals zusätzliche Details aus vielen Aufnahmen herausholen. Bei der Abstimmung wurden besonders diejenigen Frequenz-Bereiche, die für den Eindruck einer umfassenden Detaillierung zuständig sind, etwas angehoben. Um lang anhaltende Hörfreude zu garantieren, wurden zusätzlich bestimmte Bereiche konstant gehalten. So ist das Brillant-Preset ein stimmiger Mix aus maximaler Detailvielfalt und Langzeittauglichkeit.
- Sanft (2,5 Wege): Dieses Preset gibt dem Anwender die Möglichkeit an die Hand, den Klang der Lautsprecher Optima auf eine etwas halligere Akustik,, z.B. in einem akustisch lebendigen Hörraum mit Steinboden, großen Fensterflächen und nackten Wänden ohne Tapete, einzustellen. "Sanft" nimmt dem Hochtonbereich die Schärfe. Bei der Abstimmung wurde darauf geachtet, dass trotz des sanfteren Klangbildes die Details erhalten bleiben.
- Wandnah (3-Wege): Dieses Preset ist ideal, wenn die Lautsprecher nahe an der Wand platziert werden müssen, insbesondere bei einem Abstand von weniger als 25 cm zur Wand. Es reduziert den Bass, wodurch Mitten und Höhen stärker betont werden. Das Wandnah-Preset ermöglicht zudem die höchsten Lautstärkepegel und eignet sich auch hervorragend, um insgesamt den Bass etwas zurückzunehmen.
- Studio / Nahfeld (3-Wege): Das Studio-Preset wurde für den professionellen Einsatz im Tonstudio entwickelt. Der Frequenzgang ist absolut linear, vom Tiefbass bis zum höchsten Hochton. Dadurch eignet sich der Lautsprecher hervorragend als präzises Werkzeug für die Produktion von Audio und Video sowie für das exakte Abhören von Musik.
- Schreibtisch (3-Wege): Dieses Preset wurde speziell für die Nutzung der Lautsprecher auf dem Schreibtisch entwickelt. Durch die Schallreflexionen auf der Schreibtischoberfläche und den kurzen Hörabstand wird der Klang auf eine spezielle, akustisch unpassende Weise verändert. Mit der Schreibtisch-Abstimmung werden diese Veränderungen ausgeglichen, sodass auch am Schreibtisch ein hervorragendes Klangerlebnis gewährleistet ist.
Hier geht es zum Download der Presets. Wir übernehmen keinerlei Haftung für das Gelingen und für etwaige Probleme.
Anmerkung: Für die Testreihen haben wir die Lautsprecher im Standard-Preset betrieben. Nach erfolgter Einmessung eine voll alltagstaugliche, kultivierte Klangkurve, die exzellent für nahezu jeden Musikstil passt.
Klang Coming Undone, Korn
Wir starten unsere Klangwertung mit "Coming Undone" von der NuMetal Band Korn. Die hart gespielten E-Gitarren am Anfang und die ersten vokalen Elemente von Jonathan Davis, Frontmann der Band, werden ausgezeichnet in Szene gesetzt. Die E-Gitarren verfügen über die nötige Portion Nachdruck, und die Stimmwiedergabe möchten wir als charismatisch und lebhaft bezeichnen. Als sich nach wenigen Momenten harte Drums hinzugesellen, wird dieses akustische Element mit einem hervorragenden Volumen und Durchschlagskraft in unseren Hörraum transportiert. Hier dürfen wir uns vom überragenden Tiefgang überzeugen. Das Bassfundament besitzt einer hervorragende Struktur und geht tief in die Magengruppe, ohne dabei unpräzise zu agieren. Die bewusst aggressiv auftretenden E-Gitarren bleiben auch im weiteren Verlauf präzise, klar und treten vielschichtig und kraftvoll in Erscheinung. Die Umsetzung der vokalen Präsenz von Jonathan besitzt einen erstklassigen Wiedererkennungswert: Sauber, absolut klar und facettenreich tritt die Stimme in Erscheinung. Auch als der Titel weiter an Dynamik gewinnt, gelingt weiterhin eine nachdrückliche, klare und in sich schlüssige Gesamtwiedergabe.
Klang Turn so Cold, Drowning Pool
Weiter geht es mit "Turn So Cold" von der US-amerikanischen Rockband Drowning Pool. Zu Beginn lauschen wir einer fein gespielten E-Gitarre, die mit exzellenter tonaler Balance von den Econik FOUR in Szene gesetzt wird. Als dann nach wenigen Augenblicken Ryan McCombs, Sänger der Band, zum Mikrofon greift und mit seinem mystischen, zugleich kraftvollen, dynamischen Gesang loslegt, sind wir ein weiteres Mal erstaunt, wie detailreich und fein abzeichnend die kompakten Aktivlautsprecher die Akustik umsetzen können. Als der Titel im weiteren Verlauf dynamischer sowie vielschichtiger wird, inklusive mehrstimmigen Gesang, harten Drums und aggressiven E-Gitarren, überzeugen die Econik FOUR nach wie vor mit einer richtig guten Differenzierung der verschiedenen musikalischen Elemente. Auch bei höherem Pegel werden die Econik FOUR weder schrill noch aggressiv, sondern liefern eine differenzierte und stimmige Gesamtwiedergabe.
Klang The Kiss, Trevor Jones
Wir wechseln das Genre und möchten nun checken, wie sich die Econik FOUR bei der Wiedergabe von klassisch ausgelegter Musik schlagen. Hier ist die Wahl auf "The Kiss" von Trevor Jones gefallen. Zentraler Bestandteil dieses Stücks ist eine klassische Geige, die in mehreren Durchgängen in Erscheinung tritt. In der ersten beiden Durchgängen hören wir nur die besagte Geige und eine Trommel. Die Darbietung der beiden Instrumente gestalten die beiden Econik FOUR sehr natürlich und mit einer akkuraten, fein gegliederten Struktur. Im dritten Durchgang verstummen die Trommeln, und der Hauptakteur, die sehr prägnante Geige, wird von einem Cello begleitet. Auch hier gelingt die Darstellung der unterschiedlichen Charaktere der Instrumente auf Referenz-Niveau in der Preisklasse bis 3.000 EUR (bezogen auf den Preis fürs gesamte System). Die Instrumente werden nie zu metallisch oder gar aggressiv dargeboten, sondern erklingen über die gesamte Lauftzeit des Stücks natürlich und glaubwürdig. Als sich im Verlauf des Titels weitere Instrumente hinzugesellen, notieren wir eine gleichbleibend akkurate Differenzierung. Im Durchgang Nummer sechs spielen weitere Geigen einen Gegenmelodie, und die zuvor sehr prägnante Geige rutscht bewusst etwas in den Hintergrund. Dies komplexe Facettenspiel erledigen die Econik FOUR mit enormer Souveränität.
Klang Knockin' on Heaven's Door, RAIGN Coverversion
Als nächstes Klangbeispiel haben wir uns für eine Coverversion des Bob Dylan-Klassikers "Knockin' on Heavens Door" von RAIGN entschieden. Die zu Beginn unseres Testbeispiels ertönenden atmosphärischen, mystischen Klänge werden von den Econik Schallwandlern mit einer ausgezeichneten Klarheit und einer homogenen sowie vielschichtigen Gesamtpräsenz dargeboten. Auch als sich die ersten vokalen Anteile aus dem Hintergrund nach vorne schieben, beeindrucken die Testkandidaten durch Klarheit und eine passende dynamische Umsetzung. Als die Künstlerin dann kurz darauf mit ihrer außergewöhnlichen Stimme loslegt, sind wir erstaunt, wie detailreich diie Econik FOUR sämtliche vokalen Elemente präsentieren. Das Zusammenspiel aus der facettenreichen Stimme, dem straffen Bassfundament sowie den Synthesizerklängen befindet sich auf einem sehr hohen Niveau und deutlich über dem, was sonst in der Preisklasse üblich ist. Das Bassfundament ist zudem kräftig und präzise. Die teils dominant auftretenden Synthesizer bleiben auch bei hoher Lautstärke in nahezu vollem Umfang erhalten und werden nie schrill oder harsch.
Klang No Fear of Tomorrow, Mike Mana
Bevor wir zum Konkurrenzvergleich übergehen, starten wir nochmal dynamisch durch und spielen unserer Econik-Kombo den Track "No Fear of Tomorrow" vom deutschen DJ und Producer Mike Mana zu. Der Titel beginnt mit einem elektronisch erzeugten "Streichinstrument", schon kurz darauf folgen die ersten vokalen Elemente. Das "Streichinstrument" wird mit klaren Konturen und detailreich aufgebaut, und die Herausarbeitung der Stimme wird mit einem breiten Dynamikumfang und die Betonung typischer Charakteristika exzellent umgesetzt. Als der Titel dann einen deutlichen Dynamikschub in Form von harten Bässen erlebt, bleibt das elektronisch erzeugte "Streichinstrument" klar und in vollem Umfang erhalten. Das durchaus massive Bassfeuerwerk können die kompakten Aktivlautsprecher voluminös und kontrolliert in unserem Hörraum darbieten. Selbst bei höherem Lautstärkepegel gelingt eine klangliche Harmonie in Bezug auf die gesamte Akustik, und die Auslegung wird nicht harsch.
Konkurrenzvergleich

- Nubert nuZeo 4: Wir starten unseren Konkurrenzvergleich mit den Nubert nuZeo 4. Die Aktivisten mit Wireless-Signalübertragung aus dem Schwabenland mit leistungsstarkem DSP sind für einen Paarpreis von 2.800 EUR in den Farbvarianten weiß- oder schwarz-Hochglanz erhältlich. Steuerbar ist das gesamte System mit der Nubert X-Remote-App, in die auch die X-Room Calibration als Raumeinmessung für den Bassbereich integriert wurde. Dank dem Funkstandard Nubert X-Connect Surround sind die nuZeo 4 überdies erweiterbar, z.B. um passende Vorstufen oder auch mit weiteren nuZeo-Lautsprechern, sodass zusammen z.B. mit dem nuXinema preAV Vorstufe ein nuZeo Mehrkanal-Set erschaffen werden kann. Die Zweiwege-Bassreflexlautsprecher sind mit einem 26 mm Hochtöner aus Tetoron-Kunstseide und einem 203 mm messenden Tiefmitteltöner ausgestattet. Wie man auch optisch gut erkennen kann, handelt es sich um eine Carbonfasermembran - leicht, hoch belastbar, impulstreu - die für den Tief-/Mitteltonbereich verwendet wird. Kraft ist auch mehr als genug vorhanden: 320 Watt Dauerleistung und 400 Watt Impulsleistung pro Lautsprecher sind üppig bemessen. Die Ersteinrichtung gestaltete sich komplizierter als nötig, und bei vielen Konkurrenten ist das System deutlich schneller betriebsfertig. Um moderne Streamingdienste nutzen zu können, wird bei den nuZeo 4 ebenfalls eine Streaming-Vorstufe benötigt. In unserer Klangwertung offerierten die Nubert Lautsprecher eine unglaubliche Dynamik, zugleich begeistert diese aber mit einer extrem homogenen, kultivierten akustischen Auslegung. Zudem ist der schwäbische Aktivlautsprecher außergewöhnlich pegelfest und eignet sich auch optimal für größere Hörräume bis rund 35 Quadratmeter. Verglichen mit unseren Testkandidaten, stellt sich heraus, dass die Installation und Inbetriebnahme bei den Econik FOUR durchdachter ist. Nimmt man zu den Nubert-Aktivlautsprechern noch den Vorverstärker nuXinema PreAV hinzu, erhöht sich der Preis um 835 EUR, und die Installation wird einfacher. Ein vollwertiges Einmessystem wie bei den Econik FOUR hat man allerdings auch dann nicht, die X-Room-Calibration misst nur den Bassbereich bis 160 Hz ein. Zudem fehlen Netzwerk-Streaming-Funktionen, von denen der Econik-Hub so ziemlich alles, was wichtig ist,, aufbieten kann. Akustisch geben sich die Nubert-Lautsprecher extrem dynamisch und nachdrücklich. Sie klingen auch durchaus in sich schlüssig, hier aber überzeugen die Econik FOUR besonders, denn sie liefern einen enorm runden, homogenen Klang, trotz der äußerst kompakten Abmessungen.

- Canton Smart Vento 3 S2: Weiter geht es mit attraktiven Aktivlautsprechern aus dem schönen Taunus. Ab 2.500 EUR (je nach Gehäuseausführung) gibt es die Smart Vento 3 S2. Mit 350 Watt pro Lautsprecher ist auch hier kein Leistungsmangel angesagt. Nach wie gefällt der überaus kultivierte, sehr gefällige, schöne Klang. Nutzt man die Smart Vento in 2.0-Konstellation, ist kein Hub erforderlich. Für größere Setups steht der Canton Smart Connect 5.1 bereit. Mit 649 EUR ist er nur auf den ersten Blick teuer, denn es handelt sich beim genaueren Hinsehen um eine erstklassige, ultrakompakte Mehrkanal-Vorstufe mit umfangreicher HDMI-Bestückung und Dolby Atmos-Support. Zurück zu den Smart Vento. Leider fehlt HDMI im umfangreichen Anschlussangebot, und auch ein Einmesssystem gibt es nicht. Die Ausstattungwertung geht daher ans Econik-System. Zwar lässt sich mit den beiden aktiven Lautsprechern ohne Vorstufe wenig anfangen, aber zusammen mit dem preisgünstigen Hub hat man ein tolles Paket mit absoluter Vollausstattung. Klanglich kompensieren die Econik FOUR mit dem Hub auch Schwächen des Hörraums: Zum einen durch das durchdachte Hightech-Einmesssystem, zum anderen durch verschiedene Klang-Presets, die zum Download bereitstehen.
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