TEST: Teufel T 6 Hybrid Stereo-Set für 1.199 EUR: Die Zweikanal-Alternative?

Teufel Theater 6 Hybrid H600F Gruppenbild1

Neu im Angebot für Freude kräftigen Stereo-Klangs: T 6 Hybrid Stereo-Set, für 1.199,99 EUR angeboten und aus zwei H 600 F bestehend  

Das Teufel Theater 6 Hybrid in 5.1 Konfiguration haben wir bereits im März dieses Jahres getestet – und waren sehr angetan. Nun klinken sich die beiden großen teilaktiven 3-Wege-Standlautsprecher H 600 F aus und werden für 1.200 EUR auch als Stereo-Set T 6 Hybrid angeboten. Grund genug für uns, die zweikanaligen Qualitäten nochmals genau zu durchleuchten. Wer später übrigens nachträglich auf Surround aufrüsten möchte, kann sich ein Theater 6 Hybrid Ausbau-Set Dipol für 499,99 EUR und den Center H 600 C für 299,99 Einzelpreis hinzuordern. 

Wenden wir uns den optisch unverwechselbaren, recht schlanken Schallwandlern im Detail zu. Aus seitlicher Perspektive mag der zurückversetzte, in d’Appolito-Anordnung untergebrachte Hochtöner (zwischen den beiden Mitteltönern) leicht merkwürdig anmuten, im Sinne optimaler Gruppenlaufzeiten macht diese Platzierung aber aus akustischer Sicht Sinn.

Teufel Theater 6 Hybrid H600F Standfuss

Sockel

Teufel Theater 6 Hybrid H600F Rueckseite Seitlich

Schön und makellos auch von hinten

Teufel Theater 6 Hybrid H600F Tieftoener

Seitlich montierter 250 mm Basstreiber

Teufel Theater 6 Hybrid H600F Mitteltoener2

Mitteltöner

Die Boxen ruhen auf einem eleganten Sockel, und um die schlanke Bauform zu ermöglichen, ist der 250 mm Tieftöner seitlich am Lautsprecher untergebracht. Jede der Endstufen setzt 150 Watt frei, so dass man mit dem H 600 F-Lautsprecherpaar auch größere Hörräume effektiv „unter Druck“ setzen kann.  Der passive Teil wartet mit 140 Watt Impuls- und 110 Watt Langzeitbelastbarkeit auf.  Das Netto-Innenvolumen des schlanken Lautsprechers liegt bei 22,8 Liter, der Gehäuseaufbau ist, ebenso wie bei den passiven Stereo-Lautsprechern der Top-Linie Definion, geschlossen. 

Teufel Theater 6 Hybrid H600F Bedienelemente Anschluesse

Anschlüsse

Teufel Theater 6 Hybrid H600F Innenleben Gesamt

Endstufe und Elektronik

Teufel Theater 6 Hybrid H600F Innenleben1

Im Detail

Teufel Theater 6 Hybrid H600F Innenleben2

Platinenlayout

Im Gehäuse der H 600 F arbeiten effiziente Class D-Digitalverstärker, die den aktiven Bassbereich übernehmen. Digitale Endstufen entwickeln  nur wenig Verlustwärme, das heißt, beinahe die volle Leistung wird auch tatsächlich für den tieffrequenten Vortrieb bereitgestellt. 150 Watt Sinusleistung sind pro Endstufe möglich. Lediglich 0,4 Watt werden im Standby-Betrieb verbraucht, die maximale Leistungsaufnahme liegt bei 180 Watt. Eine Ein- und Ausschaltautomatik offeriert die T 6 Hybrid ebenfalls. Die H 600 F ist 37,10 cm tief, 18 cm breit und 114,90 cm hoch. Das Gewicht pro Box beträgt stolze 28,5 kg. Unter dem eigentlichen Unterboden der Boxen sitzt eine Sockelplatte, die 40 cm tief und 24 cm breit ist. Sie ist für den soliden Stand der Lautsprecher-Säulen verantwortlich. 

Der passive Teil weist eine Empfindlichkeit von 88 dB (2,83V/1m) auf, die empfohlene Mindestverstärkerleistung liegt bei 30 Watt. Der Hochtöner misst 25 mm und besteht aus Gewebe, die beiden 130 mm Mitteltöner haben Membranen aus beschichteter Kohlefaser, was man auch optisch gleich anhand der speziellen Membranoberfläche identifizieren kann. 

Teufel Theater 6 Hybrid H600F Front Seitlich2

Schick mit magnetisch haftenden, pro Chassis einzelnen Abdeckungen

Teufel Theater 6 Hybrid H600F Front Seitlich5

Auch elegant, eben „technischer“, ohne Abdeckungen

Die Verarbeitung der H 600 F überzeugt bilanzierend. Manche Kanten vorn wirken etwas spitz, hinten besitzt das Gehäuse angenehm gerundete Ecken, die keinerlei Verletzungsgefahr bergen. Die Spaltmaße zwischen Schallwand und Boxenkorpus fallen recht gering aus. Die beiden Mitteltöner und der Hochtöner sind ohne sichtbare Schrauben eingepasst. Um die Mittelton-Chassis ist ein silberner Ring zur optischen Aufhübschung gezogen. 

Die Abdeckungen vor den Lautsprecher-Chassis halten magnetisch. „Typisch Teufel“ sind die hochwertigen Anschlussterminals für den passiven Teil der Lautsprecher. 

Klanglich hat uns überrascht, wie differenziert die beiden teilaktiven Boxen ihrer Arbeit nachgehen. Keine oberflächlichen „Kravallmacher“, aber auch keine emotionslosen Analytiker – sondern ein preiswerter Schallwandler, der auch bei komplexerer Musik in HiRes fast alles richtig macht. Wir haben verschiedene Flac-Dateien (88,2/96/192 kHz) getestet, so auch „Garden In The Rain“ von Diana Krall. Gefallen hat uns aber nicht nur die saubere Herausarbeitung dynamischer Unterschiede, sondern auch die tadellose Räumlichkeit. Die Stimme Dianas löst sich überdies gekonnt vom Lautsprecher, so dass ein überraschend kultivierter, gut ausbalancierter Klang sich gleichmäßig im Hörraum ausbreitet. Im Vergleich zu manchem anderen älteren Teufel-Lautsprecher klingt die T 6 Hybrid viel verbindlicher und bringt keine störende Schärfe auch bei gehobenem Pegel ins Klangbild. Klavier und Bass werden ebenfalls in einer Qualität herausgearbeitet, die man ohne Weiteres nicht erwartet. In Ansätzen wird sogar die Anschlagdynamik beim Einsatz der Tasten dargestellt. Hier darf man nicht verschweigen, dass teurere Lautsprecher nochmals deutlich mehr bieten – bei Teufel z.B. können wir hier die Definion 5 anführen. Sie residiert in einer ganz anderen Preisklasse, ein Paar dieser technisch aufwändigen Schallwandler liegt bei 2.800 EUR. Die Definion 5 holt natürlich mehr Details ans Tageslicht und entfaltet mehr Charisma. Für weniger als die Hälfe aber ist es trotzdem aller Ehren Wert, was die T 6 Hybrid leistet. Sie eignet sich durchaus auch für Hörer mit gewissem Anspruch, denen aber gleichzeitig ein vertretbares finanzielles Investment am Herzen liegt.

Für wenig Geld viel bekommen – dieser Maxime folgt das T 6 Hybrid-Set konsequent. „Alone For You“ vom Jan Lundgren Trio wirkt durchstrukturiert, feinfühlig und auch im Hochtonbereich transparent – ohne schrille Untertöne und ohne Überpräsenz. Ausgewogen, mit tollem Volumen und einem Bass, der stets vorhanden ist, sich aber nie unpassend in den Vordergrund schiebt, sichern sich die beiden T 6 auch hier ein hörenswertes Gesamtergebnis. Das Hi-Hat präsentiert sich fließend eingearbeitet, das Timing ist hervorragend. Der gesamte Klang umhüllt den Zuhörer, fesselt ihn und bindet ihn ein. Bei diesen Ausführungen darf man nicht vergessen, dass wir hier von teilaktiven Lautsprechern reden, deren Stückpreis knapp 600 EUR beträgt, also befinden wir uns in einer Preisklasse, die man als ausgesprochen bodenständig bezeichnen kann. 

„Diamante“ von Sandra und Tony Alessi wird ebenfalls gut übertragen. Etwas kritisch ist die Stimmwiedergabe – was nicht an mangelnden Fähigkeiten der T 6 Hybrid liegt. Das leicht Zischelnde, etwas Scharfe ist hier in der Aufnahme enthalten. Die homogen und stimmig ausgelegten teilaktiven Lautsprecher halten negative Effekte aber in tolerablen Grenzen und profilieren sich erneut mit präzisem Bass, sauberer Mittelton-Präsentation und einem relativ frei und räumlich weitläufig aufspielenden Hochtonbereich. Die Instrumente werden mit klar definierter Kontur wiedergegeben, die weibliche und die männliche Gesangsstimme weisen ebenfalls einen für die Preisklasse sauberen Aufbau auf. 

Hören wir nun Musik in normaler CD-Qualität – und beschäftigen wir die beiden T 6 Lautsprecher mit harten Bässen. Bei „Awakening“ von Skyfreak gibt es zahlreiche elektronische Effekte und deftige Kickbässe. Den Aufbau des Trance-Stücks managen die Berliner „Teilaktivisten“ locker und souverän. Der rein instrumentale Track kommt intensiv und mächtig zum Zuhörer. Es macht Freude, mit höherem Pegel zu hören, dank der üppigen Bass-Power bleiben die T 6 Hybrid lang Herr der Lage und befeuern auch 25 Quadratmeter-Hörraume ohne Einschränkungen. Aufbau und Struktur der elektronischen Effekte werden bis weit in den Hörraum hinein getragen. 

„Drop&Jump“ von Norman Netro&DJ Klubbingman zeichnet ein ähnliches Bild – die T 6 arbeitet grobdynamisch sehr engagiert und legt im Bassbereich einen massiven Vorwärtsdrang an den Tag.  „Düsseldorf“ (Wellenrausch’s Dark Matter Radio Edit) von Rene Ablaze & DJ T.H. überzeugt ebenso durch die melodiöse, klare und gefällige Gesamtwiedergabe.  Die beiden aktiven Subwoofer im unteren Bereich der Boxen entfalten einen ausgezeichneten Tiefgang und eine enorme tieffrequente Lebendigkeit. 

Konkurrenzvergleich:

Wer optisch klassische, rein passive, extrem leistungsstarke und sehr gut klingende Standboxen in vergleichbaren preislichen Dimensionen sucht, kommt an der gerade frisch renovierten Nubert nuBox 683 nicht vorbei. Schwächen leistet sich die schwäbische Preisbrecher-Box nirgendwo. Wenn man also einen kräftigen Verstärker sein Eigen nennt und auf „Männerboxen“ steht: Zugreifen. Die H 600 F von Teufel tritt eleganter auf und sichert durch den aktiven Bassbereich hohe Flexibilität, ohne dass man größere klangliche Abstriche machen muss. Die Nubert nuBox 683 tritt im Grundtonbereich noch feiner gestaffelt auf, hier ist sie unschlagbar. Mit enormer Power und exzellentem Tiefgang zeichnen sich dafür die beiden 250 mm Woofer in den H 600 F vo Teufel aus. Die Nubert nuBox 683 ist im Bassbetrieb auch hervorragend, muss aber auch entsprechend angetrieben werden, während man bei der H 600 F auch günstigere, weniger leistungsstarke Verstärker verwenden kann, da die teilaktive Box den leistungsintensiven Bassbereich selber befeuert. 

Böse, böse – kommt doch ein besonders unangenehmer Konkurrent aus eigenem Hause – sozusagen: Zwar ist Raumfeld mittlerweile individuell und von Teufel gelöst als eigenständige Brand, aber trotzdem – auch der Raumfeld Speaker L kommt aus Berlin und begeistert als vollaktiver wireless-Lautsprecher, der sich aber sogar auch als passive Box nutzen lässt, über alle Maßen. Herausragender Klang, flexible Möglichkeiten, App-Steuerung, Zugriff auf verschiedene internetbasierte Musikdienste und natürlich die eigene Musikbibliothek – es fällt schwer, sich nicht für Raumfeld Speaker L zu begeistern. Mit 1.500 EUR Paarpreis ist „Feel Free by Raumfeld“ auch noch preisgünstig.  „Zusammenbrechen“ wird die H 600 F selbstverständlich nicht, schließlich das Paar doch 300 EUR günstiger und klanglich ebenfalls extrem stark. Wer also die Netzwerk-/Wirelessfunktionen nicht braucht und ohnehin einen passenden verstärker besitzt, kann auch zur H 600 F greifen.  Wer hingegen ganz neu einsteigt, dürfte mit dem Raumfeld Speaker L einen großen Fang machen. 

Fazit

Teufel Theater 6 Hybrid H600F Front Seitlich2

Auch als Stereo-Lautsprecherpaar streben Teufels teilaktive Schallwandler an die Klassenspitze. Optisch nicht zu verwechseln, mit dem speziellen „Schwung“ in der Schallwand aus seitlicher Sicht vielleicht nicht jedermanns Fall, bieten sie akustisch exzellente Eigenschaften: kraftvoller Bass mit hervorragendem Tiefgang, sauber strukturierter Mitteltonbereich mit guter Herausarbeitung stimmtypischer Charakteristika, erstaunlich frei sowie weitläufig aufspielender Hochtonbereich – das gibt es für knapp 600 EUR pro Box praktisch unschlagbares Gesamtpaket: Wo gibt es sonst eine so gute und so preiswerte teilaktive Box?

Auch im Stereo-Betrieb sichern sich die T 6 Hybrid-Schallwandler Bestnoten für die Preisklasse
preisklassenreferenz
Standlautsprecher bis 1.500 EUR
Test 01. Juli 2014

+ Pegelfest
+ Aktive Bassmodule mit erstklassigem Tiefgang und untadeliger Präzision
+ Gefälliger Klang, sauber ausbalanciert
+ Grob- und Feindynamik ausgezeichnet
+ Preiswert

– Nur eine Farbvariante erhältlich

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 01. Juli 2014

 

 




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