TEST: Teufel Radio 3SIXTY – 360 Grad-Sound trifft auf smart inszenierte Retro-Optik und umfangreiche Ausstattung

Teufel Radio 360 komplett1

„Jetzt geht`s rund“, verspricht der Berliner Direktversender Teufel auf der Website. Was ist passiert? Nichts Besorgniserregendes, sondern es handelt sich nur um den ersten Satz auf der Produktseite des Radio 3SIXTY, das für knapp 280 EUR (Stand 17. März 2018) angeboten wird. Wie  man hört, ist das sehr gut ausgestattete Radio 3SIXTY schon jetzt ein Bestseller. Machen wir uns auf die Suche nach den Gründen.

Teufel Radio 360 Logo

Teufel-Schriftzug, Favoritentasten

Teufel radio 360 Select Regler

Gerasterte Drehregler auf der Frontblende

Teufel Radio 360 Detail Stoff

Stoffüberzug

Teufel Radio 360 Fuss

Rotes Gummi unter dem Fuß

Teufel Radio 360 Design

Ordentliche, aber nicht exzellente Materialgüte

Ein Grund ist die gelungene Optik. Sehr kompakt und überall unterzubringen, zudem ist ein mehrzeiliges, großes und dimmbares Display an Bord, das ohne Schwierigkeiten ablesbar ist. Kleine Details überzeugen, so die passend in schwarz lackierte Teleskop-Antenne und der kleine Stoffsteifen oben am Lautsprecher-Überzug mit dem „Dynamore“ Schriftzug. Auch das zwar kaum sichtbare rote Gummi unter den vier Füßen ist ein nettes Detail.

Teufel Radio 360 D Systemeinstellungen

Mehrzeiliges Display, hier die Systemeinstellungen

Die Passungen sind allesamt gut, auch bei den Favoritentasten auf der aufgeräumt wirkenden Frontblende. Was die Hersteller von mehr als 3.000 EUR kostenden AV-Receivern aus unerfindlichen Gründen nicht schaffen, schafft Teufel locker bei einem nicht einmal 300 EUR kostenden Produkt: Eine Rasterung bei Lautstärke- und Quellwahl-Drehregler. Die Materialqualität aufs Gesamte gesehen ist ordentlich, setzt aber keine Maßstäbe, auch unter Berücksichtigung der Preisklasse nicht.

Teufel Radio 360 D Internet radio

Internet Radio

Teufel Radio 360 D Bluetooth

Bluetooth Audio

Teufel radio 360 D Spotify

Spotify

Klar für das Berliner Radio mit stylishem Retro-Faktor spricht die Vielfalt bei den Quellen. DAB+, Internet Radio, FM-Radio, Bluetooth mit aptX sowie Spotify Connect stehen bereit. Auch ein Aux-Eingang für ältere Quellen wurde dem Radio 3SIXTY mitgegeben.

Teufel Radio 360 Conncetors

Anschlüsse hinten, auch fürs externe Netzteil. 3,5 mm Einklinke, USB mit Powerbank-Funktion

Zudem, was vielen Anwendern wichtig ist, gibt es eine Weckfunktion von jeder Quelle. Auf die Lieblingssender, ein ebenfalls beliebte Feature, ist ein direkter Zugriff über Favoritentasten möglich.

Teufel Radio 360 Detail Back

Befestigung der in schwarz gehaltenen Teleskopantenne

Das Radio 3SIXTY gefällt mit einer Powerbank-Funktion und einer stabilen Teleskopantenne, die man auf der Rückseite sicher befestigen kann. Eine Auto-Power-On und eine Auto-Power-Off-Funktion sowie 5 Sender-Speicherplätze sind weitere Merkmale.  

Teufel Radio 360 D Netzwerk

Schnell im Heimnetzwerk dank WPS

Das Radio 3SIXTY ist dank WPS-kompatibilität schnell ins heimische Netzwerk eingebunden. Schon nach 2 Minuten maximal kann man somit auf die Internet Radio-Funktion zugreifen.

Teufel Radio 360 Dynamore

In Berlin entwickelt: Dynamore

Teufel Radio 360 Dynamore Schall

Schallausbreitung

Ein weiterer Grund, den man, wie die Klangtestreihen später zeigen werden, keinesfalls unterschätzen sollte, ist die Raumklang-360-Grad-Sound-Technologie Dynamore Surround. Die intern verbauten 360 Grad-Kegel leiten den Sound in alle Richtungen. Und unter dem Radio 3SIXTY ist ein extra Basschassis untergebracht, das tiefe Frequenzen effektiv darstellt.

Teufel Radio 360 Chassis

Chassis-Bestückung

Teufel Radio 360 bass unten

Tieftöner auf der Unterseite

Der Hochmitteltöner, so Teufel, spricht für sich dank einer enormen Transparenz und einer sehr dynamischen Wiedergabe des Hoch- und Präsenztonbereiches. Von Teufel- Akustikingenieuren in Berlin entwickelt, wird hier exzellente Sprachverständlichkeit mit einem enorm freien, gleichzeitig intensiven räumlichen Eindruck. Das ist wirklich High Tech, egal, ob das Produkt „nur“ 280 oder 3.000 EUR kostet. Teufel verspricht auch, dass es in der Preisklasse kein anderes Radio mit vergleichbar kompakten Abmessungen gibt, das so großzügig mit Tönern bestückt ist – mehr zu den Tönern siehe oben.

Teufel Radio 360 schraeg

Üppige Ausstattung – überzeugt auch der Klang?

Wenden wir uns zum Abschluss den technischen Daten zu. Ein maximaler Schalldruck von 95 dB/1m wird erzielt, und Frequenzen zwischen 55 Hz und 22 kHz können dargestellt werden. Völlig ausreichend für ein Radio dieser Art. Ein Tieftöner mit 90 mm Zellulose-Membran sitzt unter dem 3SIXTY, zudem sind zwei Breitbänder montiert.

Das Bassreflex-2-Wege-Radio hat ein Gehäuse aus matt lackiertem ABS-Kunststoff, das Netto-Innen-Volumen liegt bei 3,5 Litern. Mit 30 Watt gibt Teufel die Ausgangsleistung des Verstärkers mit DSP-Technologie für optimalen Klang an. Der 2.1 Verstärker mit insgesamt drei Kanälen klang aber nach deutlich mehr, auch verglichen mit Komponenten, die angeblich 50 Watt bereitstellen sollen. Das 3SIXTY ist 16 cm tief, 28 cm breit und 17,5 cm hoch, es wiegt 2,5 kg.

Das Radio 3SIXTY wird noch weiter optimiert, Teufel plant ein Update, das eine Bass- und Höhenregelung, eine feinere Regelung der Lautstärke in 32 anstatt in 24 Schritte, die unteren Stufen werden leiser, sowie ein USB-Playback von MP3 und WAV-Audio. Damit nimmt sich Teufel einem Teil der wenigen Kritikpunkte, die bislang Bestand haben, an. Was bleibt, ist der Wunsch nach einer Fernbedienung.

Nun, nachdem wir die Merkmale des Berliner Alleinunterhalters vorgestellt haben, lassen wir uns von den akustischen Fähigkeiten überraschen

Klang

Teufel radio 360 Spotify 1

Verbindung mit dem 3SIXTY über Spotify Connect (Premium-Abo für 9,99 EUR/Monat erforderlich)

Teufel Radio 360 Spotify2

Musikwiedergabe über Spotify

Wir checken die Klangqualität bei verschiedenen Titeln, die wir von Spotify zuspielen. Akustisch dreht das Radio 3SIXTY voll auf, und zwar im wahrsten Wortsinne. Die 360 Grad-Konzeption und die enorme maximale Lautstärke gehen eine bestechende Verbindung miteinander ein. Leicht spitz wird das Radio 3SIXTY erst bei Pegeln,  die direkte Konkurrenten und selbst manche Micro-HiFi-Anlagen ohnehin nicht erreichen. Der immense Pegel wird verbunden mit einer breit gefächterten, sich auch im größeren Raum dicht ausbreitenden Räumlichkeit. „Dynamore Surround“ leistet ohne Zweifel ganze Arbeit.

Bei Club/Dance-Tracks wie „Spectre“ von Alan Walker bietet das teuflisch gehende Radio überdies eine sehr dynamische Wiedergabe, die von einem straffen, kräftigen Bass abgerundet wird. Stimmen trennen sich sauber von instrumentalen Anteilen. Bei „Ping Pong“ von Armin Van Buuren schiebt das Radio 3SIXTY mit Nachdruck an und verteilt die Elemente akustisch weitläufig, aber gleichzeitig präzise im Raum. 2I Miss You“ von Tom Reason beeindruckt uns von Beginn an mit dem satten, trockenen Bass, trotz Dynamore Surround frei von störendem Hall. Die elektronischen Effekte sowie die weibliche Gesangsstimme werden lebendig in den Hörraum getragen.

Internet Radio ist ebenfalls an Bord. Hier navigiert man sich souverän und zügig durch das Menü auf dem mehrzeiligen Display. Auch hier haben wir verschiedene Dance-Trance-Techno-Stationen aus Europa angehört. Gerade für energiegeladene Dance-Tracks ist das Radio 3SIXTY nahezu ideal, aufgrund der Verbindung eines kräftigen Basses mit hoher Pegel-Stabilität und als tief empfundener Räumlichkeit. Die Fähigkeit, Stimmen prima einzuarbeiten, ergänzt das positive Bild. Das Radio 3SIXTY lässt sich akustisch so schnell nichts vormachen, das wird stets deutlich.

Teufel Radio 360 BT Verbunden

Schnelle Bluetooth-Kopplung

Die Bluetooth-Kopplung funktioniert schnell und ohne Schwierigkeiten, direkt war unser iPhone X mit dem Radio 3SIXTY verbunden. Adeles 007-Titelsong „Sykfall“ kommt mit einer überraschenden Detailtreue heraus. Das hätten wir nie für möglich gehalten, so viel Klarheit bei einem nicht einmal 300 EUR kostenden Produkt.  „Love in Portofino“ von Andrea Bocelli beweist die Güte des Radio 3SIXTY ebenfalls. Mit feiner, ausgewogener Stimmwiedergabe und einer schon bei Zimmerlautstärke enormen räumlichen Fülle versteht es das Teufel-Radio, groß aufzutrumpfen. Charlie Winstons „Like A Hobo“ begeistert uns am meisten. So mit Leben gefüllt, so authentisch erfolgt die Wiedergabe des Stückes.

Würde auch Q für  James Bonds nächsten Einsatz das Radio 3SIXTY als „Begleiter für alle Fälle“ wählen? Hören wir genau hin. Bei „A View To A Kill“ von Duran Duran legt sich das 3SIXTY wieder richtig uns Zeug. Vor allem diese Kombination aus exakter Darstellung und räumlicher Weite ist selten zu finden. Kraftvoll, aber auch mit Hang zu einer guten Detaillierung: Das Radio 3SIXTY weiß ein weiteres Mal zu überzeugen. Und bei Shirley Basseys „Moonraker“ verdeutlicht das Berliner Radio, dass auch ruhigere Songs mit der nötigen Sorgfalt erfasst werden. Die Stimme Shirleys wirkt nicht so künstlich und synthetisch, wie man es leider gerade bei günstigeren Radios oder Streaming-Speakern manchmal heraushört. Natürlichkeit bei der vokalen Präsenz und eine erstaunliche Souveränität zeichnen das Radio 3SIXTY aus.

Keine Spur von monotoner, oberflächlicher Darstellung. Hier wird akustische Vollwertigkeit auf einem Level geboten, den wir kaum für möglich gehalten hätten.  Als Küchenradio oder Notlösung ist das Radio 3SIXTY schlichtweg zu schade.

Konkurrenzvergleich

Numan One 2.1 Front Seitlich4

Numan One: Für einen ähnlichen Kaufpreis wird eine ähnliche Ausstattung und eine Optik offeriert, die noch mehr „Retro“ verkörpert. Akustisch ist das sehr gut verarbeitete Numan One wirklich gut, aber hat das Nachsehen gegenüber der klanglichen Macht des 3SIXTY. 

Harman Kardon Go + Play Front Seitlich3

Harman Go + Play (2016er Variante): 299 EUR kostet der Go + Play, der mit seinem Tragegriff zwar für ein Radio gehalten werden könnte, in der Praxis aber ist er nur ein Bluetooth-Lautsprecher. Aber was für einer. Leistungsstark, dynamisch und detailreich spielt er auf. Zudem ist er brillant verarbeitet. Von der Flexibilität eines Radio 3SIXTY ist er aber so weit entfernt wie Japan von Holland. 

Panasonic GA10 Neu komplett1

Sie suchen ein anderes Konzept? Da schlagen wir den Panasonic GA-10 vor. Ein moderner, kultiviert klingender, gut verarbeiteter aktiver Lautsprecher mit Google Assistant. Für knapp 230 EUR fair kalkuliert. 

Sky Vision DAB 51 W Front Seitlich1

Wer ein gutes, hübsch aussehendes DAB+ Radio mit Bluetooth sucht und es im kleineren Gästezimmer oder in der Küche einsetzen möchte, kann recht günstig wegkommen. Nur etwas über 100 EUR kostet das Sky Vision DAB 50. Gut angelegtes Geld, der Gegenwert stimmt. Internet Radio gibt es nicht, und auch nicht den enorm kraftvollen, kultivierten Klang des 3SIXTY – das deutlich teurer ausfällt, aber auch eine kleine, vollwertige Anlage ist. 

Fazit

Teufel Radio 360 schraeg

Für weniger als 300 EUR bietet das Radio 3SIXTY „großes Kino“. Gut, im Detail ist das Finish trotz netter Einzelheiten wie dem „Dynamore“ Logo in Form eines Stoffstreifens am Lautsprecher-Überzug nicht sonderlich edel. Aber hier muss man auch den Kaufpreis und die tolle Ausstattung mit ins Kalkül ziehen. Ganz gleich, ob Internet Radio, Spotify Connect, DAB/DAB+ Tuner, FM-Radio, Aux-Eingang oder Bluetooth, es fehlt an nichts. Das mehrzeilige Display unterstützt sehr gut. Leider fehlt eine Fernbedienung im Lieferumfang, für Lautstärke, Mute-Schaltung, Quellwechsel und die Favoriten-Tasten wäre ein solches Tool wünschenswert. Akustisch zieht das Teufel-Radio gewaltige Kreise: Kraftvoll, dynamisch, räumlich dicht und mit erstklassiger Pegelfestigkeit.  So ist unsere Bilanz klar: Teufel hat hier den „Radio-Superstar 2018“ geschaffen.

Schicker Retro-Style trifft auf erstaunlich erwachsenen Klang und sinnvolle Ausstattung – mehr geht für den Kaufpreis nicht
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DAB+/Internet Radio Multifunktionsgeräte
Test 17. März 2018

Test: Carsten Rampacher
Datum: 17. März 2018

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