TEST: Harman Kardon Go + Play – die neue 2016er Generation des Design-Klassikers

Harman Kardon Go + Play Front Seitlich3

Im Jahr 2013 testeten wir den Harman Kardon Go + Play Wireless – damals war es neu, dass der bereits seit 10 Jahren angebotene Klassiker Go + Play nun auch mit Bluetooth-Modul ausgestattet ist. 2016 nun kommt der neue Harman Kardon Go + Play mit Bluetooth 4.1, der aktuell im Harman Kardon-Store online für 299 EUR erhältlich ist. Möchte man die weiße Variante erstehen, ist der neue Go + Play sofort lieferbar, beim schwarzen Modell ist Harman Kardon in Lieferverzug. 

Harman Kardon Go + Play Buegel Bedienelemente2

Beleuchtete Sensortasten mit gutem Ansprechverhalten. Nach längerem Druck auf die Bluetooth-Taste ist der Go + Play bereit zum Koppeln

Harman Kardon Go + Play Rueckseite Seitlich2

Rückseite

Harman Kardon Go + Play Anschluesse Rueckseite2

Anschlüsse hinter Abdeckung

Was ist neu beim Go + Play des Jahrgangs 2016? Zunächst ist nun ein 22,2 Watt Lithium-Ionen-Akku eingebaut, früher wurden Mono-Zellen unten eingelegt, dadurch wurde der Go + Play beim mobilen Einsatz verständlicherweise recht schwer. Die Grundform mit dem edlen Henkel aus Metall blieb, allerdings ziert nun ein Stoffbezug des Bluetooth-Speaker. Der eingebaute Akku sichert bei normalen Lautstärken laut Harman bis zu 8 Stunden Spielbetrieb, das ist generell durchschnittlich, für einen so großen Lautsprecher aber als gut zu bezeichnen. Nach drei Stunden ist der komplett leere Akku wieder aufgeladen.

Nur beim Netzbetrieb steht die volle Leistung von satten 4 x 25 Watt zur Verfügung. Harman schweigt sich darüber aus, wieviel dieser kraftvollen Performance im Akkubetrieb einsatzbereit ist, wir können aber versichern: Die Pegelfreude ist auch dann, wenn man den Akku verwendet, als sehr erfreulich zu bezeichnen. Allerdings leert sich dann der Akku doch deutlich schneller, so dass man nur noch mit ca. 3,5 Stunden Laufzeit rechnen kann. 

Harman Kardon Go + Play Front Seitlich4

Bestückung

Harman Kardon Go + Play Rueckseite Seitlich1

Rückseite offen, gut zu sehen der Passivradiator

Harman Kardon Go + Play Bestueckung1

Tiefmitteltöner und Hochtöner im Detail

Harman Kardon Go + Play Bestueckung2

Passivradiator vorn und hinten

Den Freuqenzgang gibt Harman mit 50 Hz bis 20 kHz bei – 6 dB an. Bestückt ist der Go + Playm it zwei Tiefmitteltönern (90 mm) und zwei Hochtönern (20 mm). Hinzu kommen Passivradiatoren vorn und hinten. Er ist 211 mm hoch, 417,5 mm breit und 181 mm tief. Das Gewicht liegt bei 3,43 kg. 

Es können, was sehr gut ist, bis zu drei Bluetooth-Devices wie z.B. Smartphones oder Tablets mit dem Go + Play parallel gekoppelt sein. Zudem kann man zwei Dual Sound-fähige Harman Kardon Lautsprecher miteinander verbinden, so z.B. zwei Go + Play. Dann kann man auch größere Lokalitäten effektiv beschallen. Am USB-Port des Go + Play können müde Smartphone-Akkus wieder munter gemacht werden (5V/2,1 A, wenn kein Spielbetrieb erfolgt, im Spielbetrieb 5V/0,5A)

Ausgestattet ist der Go + Play mit Dual Mikronfon-Konferenzsystem. Die eingebaute Freisprecheinrichtung hat einen großen Vorteil. Weder der Gesprächspartner noch derjenige, der den Go + Play als Freisprecheinrichtung einsetzt, hört irgendwelches Rauschen. Die Verständlichkeit bei der Stimmwiedergabe ist demnach sehr gut. Die Stimme an beiden Enden der Leitung werden aber als etwas dumpf wahrgenommen. Insgesamt dennoch eine gute Leistung mit ordentlichem praktischem Nutzen. 

Klang

Sampler „Club Sounds Summer 2016“:

Der Go + Play gibt gleich zu Beginn bei Mike Posners „I Took a Pill in Ibiza“ richtig Gas und begeistert durch Klarheit und Volumen. Der Bassbereich ist überraschend sauber strukturiert und enorm kraftvoll. Der Hochtonbereich ist weniger auf Harmonie getrimmt als bei manch älterem Harman-Device, er wirkt sehr lebendig und berücksichtigt die Stimme sehr gut. Obwohl etwas mehr Brillanz und Schärfe vorhanden sind, wirkt das Ergebnis nicht zu aggressiv. Bei „If I Were Sorry“ von Frans erzielt der Go + Play ebenfalls exzellente Ergebnisse. Gute Detaillierung, erneut enorme Klarheit, sauberer und nachdrücklicher Bass: Der Harman-Lautsprecher taugt ohne Zweifel als akustische Erstlösung für Studentenbude, Ferienwohnung, Einlieger-Wohnung oder Appartment. Stimmen kommen ordentlich fokussiert heraus, gleichzeitig tobt sich der kräftige Bassbereich gekonnt aus. Allerdings verdeckt der Bass keine vokale Präsenz, demnach hat Harman Kardon beim Go + Play eine hervorragende Balance gefunden. Nachdruck und Energie, das sind auch die Stichworte bei „Space Sheep“ von Oliver Heldens and Chocolate Puma. Der Go + Play liefert hier wieder eine Performance ab, die auch erfahrene Hörer erstaunen dürfte. Gerade auch die Pegelfestigkeit (getestet bei uns mit Anschluss ans Stromnetz und im Akku-Betrieb) ist verblüffend hoch. Hier bewegt sich was, der Go + Play pusht massiv und stellt richtiges „Club-Feeling“ sicher. Natürlich, wer den Klang großer Anlagen gewöhnt ist, kann getrost lächeln, aber diese Lösungen sind nicht transportabel wie der Go + Play, der überall an praktisch jedem Ort die „Mini-Disco“ eröffnet. Die E-Zigarette als „Nebelmaschine“, die LED-Taschenlampe vom Smartphone als Stroboskop-Light, und die Party ist eröffnet. Die Differenzierung verschiedener akustischer Ebenen gelingt dem Go + Play überzeugend, er klingt nie oberflächlich oder monoton. 

James Bond-Titelsongs

„Nobody Does It Better“ – dieser Song aus dem 007-Film „Der Spion, Der Mich Liebte“ beschreibt die Tätigkeit des Go + Play sehr treffend. Es dürfte kaum einen anderen BT-Speaker dieser Größenklasse geben, der hier mitspielen kann. Nur aus der deutschen Hauptstadt Berlin droht Konkurrenz: Der Teufel Boomster, preislich auf identischem Level, tut sich auch durch dynamisches, gefälliges und komplettes Spiel hervor. Beim ersten angehörten Bond-Movie Song punktet der Go + Play ein weiteres Mal mit dem satten, zugleich exakten Bass, der nur minimal zu hohen, aber sonst detailreichen und klaren Stimmwiedergabe und der überragenden Räumlichkeit, die überdies noch fein gestuft ist und sich nicht nur in unmittelbarer Nähe des BT-Lautsprechers ausbreitet. Beim Duran Duran-Klassiker „A View To Kill“ setzt sich der Harman-Speaker gewohnt umfassend in Szene. Er baut gleich zu Beginn des Songs eine energiegeladene, Emotionen weckende Klangkulisse auf und macht beinahe vergessen, dass das Quellmaterial nicht eben in bester Qualität vorliegt. Nur der minimal blecherne Einschlag verdeutlicht dies. Im Vergleich zu vielen anderen Komponenten allerdings holt der Go + Play wirklich ein Maximum – bezogen auf mobile Bluetooth-Lautsprecher – aus dem Quellmaterial. Louis Armstrongs „We have All The Time In The World“ untermauert, dass der Go + Play mit allem musikalischen Material treffsicher umgeht. Mit Tiefgang und romantischer Note kommt der Lautsprecher demnach ebenso gut zurecht. Die Herausarbeitung der Stimme ist wieder beispielhaft für ein derartiges Device. Hier droht dem Go + Play nur wenig Konkurrenz. 

Sampler „Kulschelrock – Die Schönsten Duette“

Wir beginnen hier mit „I Belong To You“ von Eros Ramazzotti & Anastacia. Das Piano hat Substanz, der Bass Kraft, und sowohl die Stimme von Eros als auch die von Anastacia kommen facettenreich heraus. Dem Go + Play fehlt alles, was bei vielen, auch teuren, Bluetooth-Lautsprechern den Hörspaß vermiest: Der HK-Speaker klingt nicht fade, nicht eindimensional, nicht übertrieben massiv, nicht zu bedeckt im Hochtonbereich, und keinesfalls „quäkig“. Er bietet schlichtweg einen erwachsenen, kompletten, gefälligen Klang. Die Höhen sind transparent und räumlich dicht ausgestaltet, die Mitten gliedern sich lückenlos an. Der Bassbereich ist stets als solides Fundament spürbar, zieht aber nie zu weit in den Vordergrund. Setzen wir unsere Horeindrücke mit „Illegal“ von Shakira & Carlos Santana fort. Shakiras Stimme arbeitet der Go + Play so gut heraus, dass viele Micro HiFi-Anlagen neidisch werden dürften. Die E-Gitarre ist ausgezeichnet eingearbeitet, der Bassbereich gliedert sich sauber ein. Schließen wir unsere Session mit „We’ve Got Tonight“ von Ronan Keating featuring Jeanette. Ein weiteres Mal beweist der Harman-Lautsprecher, dass er auch für emotional tiefgehende Songs der richtige Partner ist. Die im Song vorhandene Emotion verdeutlicht er durch die dynamische Stimmwiedergabe und die saubere Adaption des Rhythmus sehr gelungen. 

Konkurrenzvergleich

Teufel Boomster Front Seitlich3

Der Teufel Boomster, exakt für 299,99 EUR beim Berliner Direktversender erhältlich, ist auch enorm edel verarbeitet und kontert den Go + Play sogar noch mit einem integrierten FM-Radio aus. Auch das aufwändige, echte Dreiwege-Lautsprechersystem ist wegweisend und beinahe konkurrenzlos. Zudem sind aptX und NFC als BT-Gadgets mit an Bord. Allerdings gibt es den Boomster nur in schwarzer Version, während es den Go + Play in weißer oder schwarzer Variante gibt. Super beim Go + Play: Man kann 2 Go + Play miteinander koppeln für noch mehr akustische Power, und bis zu 3 Bluetooth-Devices kann man parallel am Go + Play betreiben. Teufel liefert dafür hinsichtlich der Ausdauer eine tolle Lösung: Ein eingebauter Akku ist vorhanden, zusätzlich aber kann man noch AA-Batterien einlegen, so dass man auf satte 16 Stunden vom Stromnetz autarke Spielzeit kommt. Akustisch geben sich die beiden Kontrahenten nichts. Der Boomster hat noch klarer umrissene Mitten, während beim Go + Play der Bassbereich noch besser gefällt (Tiefgang + Nachdruck). Beide Devices überzeugen durch einen frischen, lebendigen Hochtonbereich und eine ausgezeichnete Pegelfestigkeit. 

JBL Xtreme Front

Konkurrenz droht dem Go + Play auch aus dem eigenen Hause. Der forsch gestaltete JBL Xtreme (299 EUR UVP) spricht aber durch die jugendliche Optik eine andere Klientel an. Spritzwassergeschützt und sehr robust, schießt er massiv im Bassbereich, alles wirkt sehr dynamisch, sehr „Club-mäßig“. Der Xtreme kann mit seinem 10.000 mAh-Akku bis zu 15 Stunden (!) bei normalem Pegel wiedergeben, und man kann bis zu 2 Smartphones gleichzeitig an der „Bass-Bombe“ aufladen. Für „ernstere“ Musik erweist sich der differenzierter wiedergebende Go + Play als die bessere Alternative, für R&B, Trance etc. ist der Xtreme auch ein hervorragender Partner. Beide eint eine gute Freisprecheinrichtung. Wie auch beim Go + Play kann man 2 Xtreme miteinander koppeln und bis zu drei BT-Devices können parallel gekoppelt sein – das ist erstklassig. 

Grundig GSB 600 NFC Front Seitlich4

Sehr elegant gibt sich der Grundig Bluetooth-Lautsprecher mit NFC namens GSB 600. Für rund 180 EUR ist der sauber verarbeitete Drahtlos-Aktivist zu haben. Mit dem 11,1 V 2.200 mAH Akku ist natürlich nicht so viel Staat zu machen, vergleichen wir hier z.B. mit dem JBL Xtreme, aber für bis zu 16 Stunden Laufzeit bei normaler Lautstärke reicht es doch. Der Grundig ist nicht spitzwassergeschützt, ebenso wenig wie Boomster und Go + Play,und ist recht kompakt. Er klingt sauber und homogen, für seinen Kaufpreis eine interessante Alternative. Man kann 2 BT-Devices parallel mit dem GSB 600 koppeln. 

Fazit

Harman Kardon Go + Play Front Seitlich2

Modern, vielseitig und leistungsstark, so präsentiert sich der Harman Kardon Go + Play des Modelljahres 2016. Leider fehlt aptX, wobei der tatsächliche praktische Nutzwert nicht zu hoch eingestuft werden sollte. Viel wichtiger ist, dass bis zu drei Bluetooth-Devices parallel mit dem Go + Play gekoppelt sein können, das ist sehr praktisch. Akustisch begeistern Klarheit, Räumlichkeit, Basskraft sowie Pegelfestigkeit. Die eingebaute Freisprecheinrichtung macht einen guten Job. So offeriert der Go + Play insgesamt ein erstklassiges Leistungsspektrum, ihm fehlen echte Schwächen. Schön wäre es aber, wenn die nächste Go + Play Generation spritzwassergeschützt auf den Markt käme. 

Klassiker in Bestform: Der aktuelle Go + Play liefert eine bemerkenswerte akustische Performance ab
preisklassenreferenz
Bluetooth-Lautsprecher bis 300 EUR
Test 15. Juli 2016

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 15. Juli 2016 




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