TEST: Numan One – Kompaktes Internetradio mit DAB+ und Bluetooth

Numan One 2.1 Front Seitlich4

Mit der neuen Eigenmarke „NUMAN“ greift der Berliner Elektronik-Versender (www.elektronik-star.de) die höheren Preisklassen an. Während wir uns von einzelnen Lautsprecherkomponenten der mittlerweile nicht mehr ganz so neuen Brand bereits überzeugen konnten, sehen wir uns nun das kompakte Internetradio Numan One genauer an. Im typischen „Tivoli“-Design präsentiert sich das Numan-Gerät eher schick und elegant. Flexibilität ist Trumpf, neben Internetradio-Funktionen offeriert das Numan One auch eine DAB+ Tunereinheit und Bluetooth. Selbst Spotify Connect ist dabei. Das Numan One ist in Weiß und Schwarz, aber auch in Walnuss und Mahagoni (30 EUR teurer) erhältlich. Der Preis liegt bei 269,99 EUR.

Numan One 2.1 Anschluss Front

Solide Integration der Anschlüsse

Numan One 2.1 Bedienelemente Oberseite

Bedienelemente auf der Oberseite

Numan One 2.1 Fernbedienung

Fernbedienung

Das Numan-Gerät bietet eine sehr solide Verarbeitungsqualität. Zwar könnte der Materialübergang der Geräte-Front aus Kunststoff hin zur Holzumrandung in der Preisklasse insgesamt noch etwas gleichmäßiger sein, die Anschlüsse, das Display und die Bedienelemente-Einheit sind aber sehr sauber integriert. Auch die Lautsprechergitter, die aus Metall gefertigt und in der identischen Creme-Farbgebung wie die Vorderseite des Gerätes lackiert sind, sind ausgezeichnet eingepasst. Die Bedienelemente auf der Oberseite offerieren einen guten Druckpunkt und wirken solide – bei unserem Modell weist die Play/Pause-Taste eine leichte Neigung nach rechts auf. Das Internetradio kann auch per mitgelieferter, eher einfach gehaltener Fernbedienung gesteuert werden, die mit Folientasten mit recht gutem Feedback versehen ist.

Numan One 2.1 Rueckseite Seitlich

Rückseite

Numan One 2.1 Rueckseite Seitlich2

Rückansicht #2

Numan One 2.1 Anschluesse Rueckseite

Anschlüsse hinten

Numan One 2.1 Bassreflexrohr

Bassreflexöffnung

 

Auch bei der Rückseite wurde solide gearbeitet, der Ethernet-Slot und die beiden Klinkenanschlüsse sind recht gut integriert. Darüber findet sich eine Teleskopantenne und rechter Hand sitzt die Bassreflexöffnung. An der Unterseite sitzt der Subwoofer, das Lautsprechergitter ist sichtbar festgeschraubt und die Gummifüße sind einfach gehalten – erfüllen aber absolut ihren Zweck. Die Unterseite erscheint nicht ganz so hochwertig wie der Rest des Gehäuses, ist aber ja auch kaum einzusehen.

Numan One 2.1 Display

Display

Das 2,8″-Display wirkt sehr solide, löst fein auf und ist insgesamt auch recht farbenfroh (am Bild nicht perfekt zu sehen). Bei der ersten Inbetriebnahme startet sich ein Einrichtungsassistent, der die essentielle Konfiguration inklusive Netzwerkeinstellungen vornimmt. Die Verbindung mit einem WLAN-Netzwerk kann dabei konventionell mit Passworteingabe, aber auch per WPS erfolgen. Im Hauptmenü wählt man dann die gewünschte Quelle aus, zudem kann man Weckfunktionen mit Dual-Alarm und wählbarer Weckperiode sowie eine Schlummerfunktion in Anspruch nehmen. In den Systemeinstellungen ist außerdem ein Equalizer integriert, der mit fünf verschiedenen Presets (Normal, Mittig, Jazz, Rock, Soundtrack) ausgestattet ist. Das Display lässt sich in drei verschiedenen Stufen dimmen.

Klang

Wie bereits erwähnt, bringt das Numan One Internetradio und eine DAB+ Funktion bietet, offeriert mit Bluetooth und Spotify Connect aber auch exzellente Möglichkeiten, direkt vom Smartphone oder einem sonstigen kompatiblen Gerät eigene Musikbibliotheken wiederzugeben. Sehr komfortabel und, im Vergleich zu Bluetooth, auch von höherer Qualität ist die Wiedergabe via Spotify über das Netzwerk. Voraussetzung dafür ist ein Abonnement des Streaming-Dienstes. Nach dem Öffnen der Spotify-App können wir aber direkt unter „Verfügbare Geräte“ das Numan One Internetradio zur Wiedergabe auswählen. Das Numan-Gerät präsentiert sich bei Joe Bonamassas „Acoustic Evening“ mit einer sehr lebendigen Auslegung, die durchaus etwas auf Spektakel getrimmt ist. Untenrum wird sehr kräftig aufgespielt und großes Volumen suggeriert. Die Bass-Schläge wirken kraftvoll und rund, höchste Präzision ist hier natürlich nicht gegeben, hier steht die Kraft im Vordergrund. Die Instrumente kommen insgesamt gut zur Geltung und gehen in der basslastigen Darbietung nicht unter. Die Mitten könnten etwas ausgeprägter sein, im Vergleich zu den unteren Regionen fehlt hier etwas die Substanz. Der Hochtonbereich ist solide, wenn auch feine Details fehlen. Die Höhen bleiben stets angenehm und auch bei höherem Pegel bleibt das One souverän.

Wem die Bass-Orgie etwas zu viel ist, kann entweder beim Equalizer in den Systemeinstellungen das Preset „Jazz“ wählen, oder schlichtweg den Bass unter „Mein EQ“ leicht zurücknehmen. Mit einem Step weniger (von +4 auf +2) gefällt uns das Numan One am besten: immer noch schlagkräftig, aber nicht ganz so übertrieben satt. Die übrigen EQ-Presets finden nicht ganz unsere Zustimmung, hier werden die Mitten und auch die Höhen zu sehr gedämpft. Die Voreinstellung Normal mit etwas Trimmung liefert gefällige Resultate. Elektronische Musik der härteren Gangart scheint dem Numan-Gerät durchaus zu liegen. Der integrierte Woofer, wenn auch nicht höchst präzise, scheint mit der hohen Geschwindigkeit bei „Raptor“ von Digital X keine Probleme zu haben und liefert ein sehr lebendiges Gesamtbild. Die übrigen Synthesizer-Elemente sind sauber in die Kulisse integriert. Die Räumlichkeit könnte natürlich etwas ausgeprägter sein, bei der Kompaktheit wollen wir dies aber nicht zu hart kritisieren, denn insgesamt löst das Numan das Geschehen recht solide von den Lautsprechern. Die Betonung liegt schon im Bassbereich, wirklich unausgewogen klingt das Internetradio aber nicht: Das Numan klingt angenehm gefällig und bleibt souverän bei höherem Pegel. Schärfere Synthi-Sounds werden gut erfasst, bleiben aber angenehm, hier kann man problemlos längere Hör-Sessions einlegen. Grundsätzlich reicht der Pegel problemlos aus, auch eine größere Küche bzw. ein kleines Wohnzimmer problemlos zu beschallen. Die gute Loslösung des Klanggeschehens verursacht auch bei der Positionierung des Gerätes im Raum keine großartigen Probleme.

Das Numan One benötigt einen gewisse Lautstärke, um seine recht balancierte Tonalität zu zeigen. Im Niedrigpegel-Bereich sind uns die Höhen etwas zu schwach ausgeprägt, die gesamte Klangkulisse wirkt dynamisch etwas eingeschränkt und entfaltet nicht das volle Potential, hier kann man auch mit dem EQ kaum nachbessern, ein gewisser Grundpegel sollte herrschen.

Um eine Bluetooth-Verbindung mit einem mobilen Endgerät zu realisieren, wählt man am Numan One zunächst als Quelle „Bluetooth“ aus. Dies macht das Gerät automatisch für andere Bluetooth-Komponenten sichtbar und wir können mit einem Klick auf „Numan One“ unser iPhone mit dem Internetradio koppeln. Der Kopplungsvorgang ist binnen weniger Sekunden erledigt, die Verbindung blieb während des Testvorgangs durchgehend stabil. Seiler und Speers Gitarrenklänge wirken authentisch und auch die Stimmwiedergabe zeigt auch Ansätze von Charakter. Die grundsätzliche tonale Auslegung zeigt sich auch im Bluetooth-Betrieb. Kräftig untenrum, eher zurückhaltend in den Mitten und nicht aufdringlich im oberen Bereich. Vereinzelt hört man bei höherem Pegel schon ein mal eine leichte Verzerrung, die Gitarrenseitenklänge sind hier etwas anfällig, und auch ein Durchschlagen der Woofer schafft man in diesem Modus, was uns via WLAN-Streaming nicht aufgefallen ist. Nach „Soits lebn“ folgt das mittlerweile auch aus dem Radio bekannte „Ham kummst“ – hier wird die Betonung im Bassbereich wieder deutlich. Hörer, die eher auf authentische Neutralität setzen, sind hier eher nicht zuhause. Dennoch muss man sagen, dass hier nicht extrem übertrieben wird und das Numan One immer noch ein schwungvolles Gesamtbild abgibt.

Fazit

Numan One 2.1 Front Seitlich4

Das Numan One 2.1 schlägt mit 269,99 EUR zu Buche und zählt so nicht unbedingt zu den günstigen Geräten im Sortiment des Berlinter Unterhaltungselektronik-Versenders. Die Verarbeitungsqualität und das Finish passen sich aber, zumindest weitgehend, ebenfalls der höheren Preisklasse an und zeigen sich sehr solide. Auch das Display gefällt mit guter Auflösung und angenehmer Größe. Akustisch zeigt sich das Numan One sehr lebendig und eher spaßbehaftet ausgelegt, der betonte Bassbereich kann aber von Hörern, die etwas mehr Wert auf eine ausgewogene Darbietung legen, dank integriertem Bass/Höhen-Regler sowie verschiedenen Sound-Presets, individuell justiert werden. Ein gewisser Grundpegel sollte für das volle akustische Potential des Numan One herrschen, dann bietet das Gerät eine durchaus gefällige Klangkulisse mit guter Räumlichkeit. Ein paar Schwächen gibt es akustisch schon und das Gerät kann mit ähnlich kompakten Produkten zwar nicht ganz mithalten, allerdings weisen die dann auch meist einen nöch höheren Preispunkt auf. Besonders, wenn sie ähnlich gut ausgestattet sind wie das Numan One, das sowohl mit DAB+ und Bluetooth, als auch mit der komfortablen Spotify Connect-Anbindung daherkommt.

Mit DAB+, Internetradio, Bluetooth und Spotify Connect zeigt NUMAN hohe Flexibilität zum fairen Preis
ausgezeichnet
27.05.2016

+ Flexible Ausstattung
+ Solides Display
+ Schicker Look in Walnuss/Creme
+ Spotify Connect

– Einfache Fernbedienung
– Bass etwas zu dominant voreingestellt

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 27.05.2016




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