TEST: Sky Vision DAB 50 S / DAB 51 W – Digitalradio mit Bluetooth im Retro-Look

Sky Vision DAB 51 W DAB 51 S Gruppenbild1

Retro-Chic, kompakte Abmessungen und dazu Bluetooth und DAB+ Empfang – mit attraktivem Design, flexiblen Empfangs- und Wiedergabemöglichkeiten und einer einfachen Handhabung will uns der Spezialist in Sachen Satellitenempfangstechnik Sky Vision überzeugen. Dass das Unternehmen aus der Braunschweiger Umgebung mehr kann als Parabolspiegel, ist längst bekannt. Mit dem Vertrieb von kompakten Audiokomponenten unter eigenem Namen nimmt man neue Ziele ins Visier und will sich gegen etablierte Konkurrenten durch sinnvolle Features, und natürlich auch über einen günstigen Preis, durchsetzen. Für das DAB 50 S, wie wir es hier im Test vorfinden, und das DAB 51 W in Weiß werden knapp 100 Euro fällig.

Sky Vision DAB 51 W Front Seitlich1

Die Variante in Weiß: DAB 51 W

Sky Vision DAB 51 W Bedienelemente Front2

Bedienelemente

Das muss man dem DAB 50 S lassen: Das Versprechen vom Retro-Design wird gehalten. Der obere Bereich ist vom Lautsprechergitter aus Metall geprägt, darunter liegen die stationären Bedienelemente in Silber sowie – und das trägt primär zum authentischen Look des Radios bei – die beiden Lautstärkedrehregler in Chrom-Optik. Besonders die Formensprache ist stimmig. Bei der Farbgebung muss man als Retro-Freund ein Auge zudrücken, das stört uns aber nicht. Mit einem Touch Moderne muss dann natürlich auch leben, denn ohne Display ist die Bedienung des DAB/UKW-Radios mit Bluetooth-Funktion deutlich schwieriger. An der Funktion des Display gibt es aber kaum etwas auszusetzen: es ist ausreichend Platz für Informationen vorhanden und auch bei starkem Lichteinfall kann man es noch gut ablesen. Lediglich den Blickwinkel sollte man nicht überstrapazieren, von der Seite ist es weniger anfällig, stumpfe Winkel im horizontalen Bereich gestalten sich schwieriger. Die Hintergrundbeleuchtung des Displays lässt sich dimmen und komplett abschalten.

Sky Vision DAB 51 W Bedienelemente Front1

Drucktasten und Drehregler

Sky Vision DAB 51 W Display

Display

Sky Vision DAB 51 W Fernbedienung

Fernbedienung

Die Drucktasten, die den oberen Bereich mit dem Metallgitter und den darunter liegenden, hochglanzschwarzen Bereich aus Kunststoff treffen, sind passgenau integriert und bieten einen soliden Druckpunkt. Der Lauf der Lautstärkedrehregler ist hingegen bei unserem Testgerät nicht wirklich rund, aber beide sind gerastert und der rechte Regler fungiert auch als Taster. Insgesamt geht die Verarbeitungsqualität, besonders im Hinblick auf den günstigen Preis, absolut in Ordnung. Es sind keine übermäßigen Spalte und auch keine scharfen Kanten zu erkennen. Die hochglanzschwarze Ummantelung besteht aus Kunststoff, wirkt aber optisch sowie haptisch recht ansprechend – Fettflecken und Fingerabdrücke lassen sich natürlich bei der schwarzen Variante nur schwer vermeiden. An der Unterseite sind kleine Gummifüßchen angebracht, absolut plan steht unser Gerät aber nicht.

Vorne neben dem Display ist der IR-Sensor untergebracht. Der ist notwendig, da dem DAB 50 S auch eine kleine Scheckkarten-Fernbedienung beiliegt. Die Fernbedienung ist in silber gehalten, die Tasten sind grau, weiß und rot. Es handelt sich um Folientasten, bei denen man schon etwas Druck ausüben muss, die aber ihre Funktion absolut erfüllen. So gut wie alle Funktionen können auch mit der Fernbedienung aufgerufen und bedient werden, für den Betrieb ist eine CR2025 Knopfzelle (beiligend) erforderlich.

Die Rückseite ist mattschwarz und sehr einfach gehalten. An Anschlüssen stehen ein USB-Slot und der AUX-Eingang für 3,5mm Klinke zur Verfügung. Mit dem USB-Anschluss kann man aber lediglich Geräte laden, eine MP3-Wiedergabe oder ähnliches ist nicht möglich. Daneben ist natürlich noch der Anschluss für das Netzteil untergebracht.

Sky Vision DAB 51 W Rueckseite Seitlich1

Rückseite

Sky Vision DAB 51 W Anschluesse Rueckseite

Anschlüsse

Das Handling des Sky Vision Radios geht recht einfach von der Hand, zudem sind die einzelnen Tasten sowie die möglichen Betriebsmodi gut in der beiliegenden Bedienungsanleitung erklärt. Bei der Weckfunktion können insgesamt zwei Weckzeiten eingestellt werden, beim Druck auf Snooze wird das Wecksignal für neun Minuten lang pausiert. Radiosender können gespeichert werden und mit den „Tune +/-„-Tasten können auch gekoppelte Bluetooth-Geräte, zumindest rudimentär, gesteuert werden. Ein Equalizer ist auch an Bord, beschränkt sich aber auf die Einstellungen von Bass und Treble. Die Uhrzeit wird bei DAB-Empfang automatisch eingestellt, ansonsten kann man dies auch manuell mithilfe der Info/Menu-Taste einrichten. Drückt man diese Taste für etwa zwei Sekunden, gelangt man in den Menübereich.

Das Speichern von Sendern erfolgt mit der Prog/Pre-Taste, während der gewünschte Sender läuft. Diese hält man gedrückt und wählt dann mit dem Tune-Drehnknopf die Sendernummer, auf der der Sender gespeichert werden soll. Select bestätigt die Auswahl. Wie bei digitalen Geräten üblich, muss man sich kurz an das jeweilige Steuerungskonzept gewöhnen. Dank der guten Beschreibung in der Anleitung sollte man das DAB 50 S Radio recht schnell durchschaut haben.

Der Wecker funktionerte ohne Probleme und dank der wählbaren Wecklautstärke sowie der einstellbaren Dauer des Wecktons muss man sich auch keine Sorgen machen, dass man nicht rechtzeitig aus dem Schlaf geholt wird. Neben einem konventionellen Alarmton kann man sich auch von UKW- oder DAB-Radio wecken lassen.

Sky Vision DAB 51 W Front Seitlich2

Gesamtansicht vorne

Akustisch liefert das DAB-Radio einen recht klaren Sound mit angenehmer Stimmcharakteristik und solider Räumlichkeit. Im Radiobetrieb wird bei einem langsamen Gesangsstück eine Bühne mit guter Räumichkeit realisiert, die in ihrer Breite und Tiefe etwas ausgeprägter sein könnte. Die Stimmen der Radiomoderatoren gelingen sehr sauber, ohne unangenehme Spitzen oder sonstige störenden Artefakte. Der Maximalpegel ist auch für größere Räume absolut ausreichend, Spektakel darf man aber nicht erwarten. Dafür bleibt das Gerät auch bei kompletter Auslastung souverän, verzerrt nicht und schlägt auch nicht durch. Das ist natürlich sehr angenehm, allerdings hält sich der Tieftonbereich etwas zurück. Hier kann man mit der EQ-Einstellung des Basses (0, +2, +4, +6, +8) nachhelfen, dennoch ist auch in der höchsten Einstellung nur wenig von den Bassfrequenzen zu spüren. Volumen lässt sich erahnen, aber ein satter Punch eines Kickbasses oder ein nachdrücklicher Tiefgang fehlt. Sicher, das DAB 50 S ist ein kompaktes Gerät. Dennoch gibt es ebenfalls kompakte Geräte, die unter Zuhilfenahme von DSPs hier mehr Basskraft entwickeln. Zugegeben, sind diese Produkte dann häufig auch teurer. Besser gelingen Mitten und Höhen. Ohne anstrengend zu werden, werden Instrumente und Stimmen mit guter Struktur wiedergegeben und bleiben auch bei komplexerem Geschehen differenzierbar.

Wählt man mit der Funktionstaste Bluetooth als Quelle und drückt dann erneut auf Funktion erscheint im Display „Bluetooth Suche“. Das Radio erscheint nun als DAB 50S/51W in den Bluetooth-Geräten und mit einem einfachen Klick war unser iPhone mit dem Sky Vision Gerät gekoppelt. Danach erfolgt die Bedienung mit dem Smartphone, einen Titel nach vorne oder zurück springen kann man aber auch mit den Bedientasten am Gerät oder der Fernbedienung.

Wir gönnen uns einen Ausflug nach Disneyland (after Dark) und das Sky Vision Gerät darf sich an D-A-Ds „Grow or Pay“ gütlich tun. Die Problematik mit dem Bassbereich fällt hier weniger auf. Sicher, Kenner vermissen hier schon ein kräftiges Fundament, zumindest im Ansatz wird das Schlagzeug aber gut erfasst und im Rahmen der Möglichkeiten auch solide wiedergegeben. In Kombination mit den übrigen Instrumenten gelingt eine gute Kulisse  mit angemessener Räumlichkeit und gut gestaffelter Bühne. Die Gitarre gelingt recht authentisch und auch das Keyboard kann überzeugen. Am besten sagt uns die Stimmwiedergabe zu, zentral und mit den typischen charakteristischen Eigenschaften der dänischen Rocker ausgestattet, haucht sie dem akustischen Gesamtgeschehen Leben ein.

Auf die Spitze treiben wir es mit Paul Kalkbrenners Interpretation von Leonard Cohens „Darker“. Das Gerät bleibt souverän, nur bei absolutem Maximalpegel (Radio und Smartphone) inklusive Bassanhebung schlägt das DAB 50 S leicht an. Testsieger in der Kategorie Tieftonwiedergabe wird das Gerät nicht, bietet aber zumindest im Ansatz einen soliden Kickbass und zeigt, dass auch ein wenig Punch in ihm steckt. Gerade wenn es keine abgrundtiefen und sehr voluminösen Bässe sind, schlägt sich das DAB-Radio recht gut. Sehr solide hingegen wieder die Stimmwiedergabe. Und auch die anderen Synthesizer-Elemente werden vom Sky Vision Radio recht sauber wiedergegeben und gut in die räumliche Atmosphäre integriert. Auch insgesamt reagiert das DAB 50 S recht flink und schwungvoll, wenn natürlich mit dem kompakten Gerät und dem nicht überdurchschnittlich hohen Maximalpegel keine Club-Atmosphäre aufkommt.

Die verzerrten Klänge der Truckfighters gelingen dem Gerät ebenfalls gut, wenn die Lautsprecherchassis hier bei sehr hohem Pegel etwas überfordert wirken. Das komplexe Geschehen wirkt aber durchgehend sauber und der Gitarrensound kommt gut heraus. Die schwierige Differenzierung der einzelnen Instrumente wird hier recht ansprechend gelöst und auch die Stimmwiedergabe gefällt mit natürlichem Charakter.

Fazit

Sky Vision DAB 51 W DAB 51 S Gruppenbild1

Für knapp 100 Euro erhält man von Sky Vision ein immer noch recht kompaktes Tischradio mit relativ einfachem Handling und zahlreichen, zuverlässigen Funktionen. Auch die akustische Komponente ist ansprechend, wenn Freunde der basslastigen Musik hier nicht unbedingt perfekt bedient werden. Bei Räumlichkeit, Geschwindigkeit und auch der Stimmwiedergabe kann das Gerät punkten. Auch eine schicke Retro-Optik spricht für das DAB-Radio. Die Verarbeitungsqualität ist für den aufgerufenen Preis solide.

DAB-Radio mit Bluetooth in Retro-Optik für unter 100 Euro
ausgezeichnet
16.11.2017

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 16.11.2017




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