TEST: Clint F4 – DAB+ Radio mit Bluetooth-Funktion aus dem hohen Norden

Clint F4 Front Seitlich3

Die dänische Audio- und Technologie-Schmiede „Clint Digital“ sollte nach unserem Test der Komponenten aus der Asgard-Serie keine Unbekannte mehr sein. Formschöne, exzellent verarbeitete Wireless Multiroom-Lautsprecher überzeugten damals mit hervorragender, erwachsener akustischer Performance. Die Dänen haben aber noch mehr in petto: Die „Basic“-Produktpalette umfasst kompakte und portable DAB+/FM-Radios mit Bluetooth-Funktion, die u.a. mit hohem Bedienkomfort, eleganter Optik und Flexibilität überzeugen wollen. An der Spitze der Serie steht das „F4“, das nicht zuletzt durch seine auffällige Neongrüne Farbe seine Sonderstellung im Portfolio demonstriert. Die UVP des Clint F4 beträgt 129 EUR.

Clint F4 Rueckseite Seitlich2

Rückseite Clint F4

Das handliche Radio ist mit DAB+/FM-Radio und Bluetooth ausgestattet. Außerdem kann man via Mini-Klinke analog einen Musik-Player anschließen. Ein Kopfhörerausgang ist ebenfalls vorhanden. Die ausfahrbare Antenne ist leicht eingebettet, ausgefahren wird sie sowohl für UKW- als auch DAB-Empfang verwendet. Hinter dem unteren Bereich der Rückseite ist ein Akku integriert. Die Rückseite lässt sich zwar mit einem Schraubenzieher und etwas Kraftaufwand öffnen, grundsätzlich ist ein Austausch durch den Nutzer aber nicht vorgesehen. Im Lieferumfang ist auch eine Transporttasche enthalten. Dabei handelt es sich allerdings eher um einen Tragegurt, als um eine richtige Tasche – das DAB+ Radio sitzt aber solide in dem Gurt und macht so auch immer noch einen recht schicken Eindruck. Das Netzteil kommt mit zwei Stecker-Aufsätzen für UK und EU.

Clint F4 Bedienelemente Front

Bedienelemente

Clint F4 Display

Display

Clint F4 Speaker

Integrierter Lautsprecher

Die Formensprache des Clint F4 erinnert an populäre Tischradios, auch wir hatten bereits von Tivoli Audio oder Auna ähnliche Kandidaten im Test. Das Design ist schlicht und eher minimalistisch – die neongrüne Farbe, die noch etwas knalliger ist als auf unseren Fotos, setzt der zeitlosen Form einen satten Akzent entgegen. Wer eher auf gänzlich klassisch steht, greift auf die graue Variante des F4 zurück. Die Bedienelemente komplettieren den eleganten Look, sind komplett in schwarz gehalten und bieten exzellenten Druckpunkt. Lediglich das Drehrad mit blauer Hintergrundbeleuchtung hat keinen ganz sauberen Lauf. Die gesamte Oberfläche des Gehäuses und der Bedienelemente ist gummiert und bietet so sehr gute Griffigkeit und Haptik. Auch Display und Lautsprecher sind sauber integriert und sitzen solide im Gehäuse. Das Display selbst bietet gute Punktmatrix-Auflösung und zwei Zeilen. Der Übergang zwischen Gerätefront und Gehäuse ist ebenfalls gut, ein kleiner Spalt bleibt. An der Unterseite sind vier dünne Gummiplättchen aufgebracht, die für überraschend festen Stand des F4 sorgen.

Clint F4 Bassreflexrohr

Bassreflexöffnung und Befestigung der Antenne

Clint F4 Anschluesse Rueckseite

Strom- und Miniklinken-Anschlüsse

Das Gehäuse, abgesehen von der Gerätefront, ist „wie aus einem Guss“ gefertigt. Auch die Rückseite bietet also die identische Oberflächenqualität und Farbe wie der Rest des Clint F4 DAB+ Radios. Oben links sitzt eine Bassreflexöffnung, die im Inneren mit einem Metallgitter geschützt ist – kleine Gegenstände können so nicht so leicht im Gehäuse verschwinden. Rechts befindet sich der Anschluss für das Netzteil sowie die Miniklinkenanschlüsse für Kopfhörer und externem Musik-Wiedergabegerät.

Clint F4 Front Seitlich3

Wie ist es um das Handling und die akustische Performance des Clint F4 bestellt?

Der Clint F4 ist flink in Betrieb genommen und meldet zunächst, dass die Uhrzeit und das Datum nicht korrekt eingestellt ist. Wer das Gerät auch als Wecker verwenden möchte, sollte diesen Umstand schnell korrigieren. Die Bedienung ist nicht ganz so intuitiv, wie man es sich vielleicht wünscht – nach einem kurzen Blick in die Bedienungsanleitung, die auch ein Layout der Menü-Struktur bietet, hat man sich aber flink eingewöhnt. Zunächst öffnet man mit der Menü-Taste das Menü, danach folgt ein Druck auf den Lautstärkeregler und man befindet sich im Sub-Menü „System“. Hier kann man die einzelnen Punkte, darunter der Wecker, Spracheinstellung, Equalizer, Einstellungen zur Beleuchtung etc. mit den „Station“ Pfeil hoch/runter Tasten wählen und wiederum mit einem Druck auf den Knopf des Lautstärkereglers bestätigen.

Die Beleuchtung des Lautstärkereglers lässt sich in drei verschiedenen Stufen einstellen, auch kann man festlegen, ob sich das Gerät nach einer bestimmten Zeit an Inaktivität abschalten soll. Ein interner Equalizer umfasst die Modi „Normal“, „Classic“, „Jazz“, „Pop“, „Rock“ und „Speech“. In der Einstellung „My EQ“ lässt sich dann Treble und Bass zwischen -7 und +7 fein justieren. Der Wecker kann täglich, einmal, wochentäglich und für das Wochenende „scharf“ gestellt werden, selbstverständlich lässt sich die Quelle und die gewünschte Lautstärke einstellen. Auch einen „Sleep“-Modus gibt es, in 15 Minuten Intervallen zwischen „Aus“ und 90 Minuten kann man wählen.

Die Herstellung der Bluetooth-Verbindung ist schnell erledigt. Zunächst wählt man mit der Mode-Taste „Bluetooth“ als Quelle aus, dann drückt und hält die Taste einige Sekunden gedrückt, bis am Display „Bluetooth discoverable“ erscheint. Unser iPhone 6 hat den Clint F4 sofort gefunden und sich blitzschnell mit dem Gerät gekoppelt. Bei der Wiedergabe via Bluetooth wird nach Möglichkeit die Laufzeit sowie Interpret und Titel im Display des F4 angezeigt, auch wenn z.B. ein Streaming-Service wie Spotify genutzt wird.

Die Bedienung bei DAB-Wiedergabe ist beinahe selbsterklärend. Nach Auswahl von DAB mit der Mode-Taste kann man mit den Pfeiltasten die vorhandenen Sender durchschalten und diese mit Druck auf den Lautstärkeregler bestätigen. Mit Aufruf der Menü-Taste kann man natürlich einen vollständigen Suchlauf durchführen oder die Frequenz manuell einstellen, sogar der Dynamikbereich kann mittels der Option „DRC“ begrenzt werden. „Leeren“ benötigt man, wenn ein vorher empfangender Sender die Ausstrahlung einstellt oder die Frequenz ändert. Damit solche Sender nicht unnötig in der Liste auftauchen, kann man sie so aus der Senderliste entfernen. Kaum anders sieht es auch beim FM-Empfang aus. Zusätzlich kann man hier einstellen, ob man einen vollständigen Scan nach Sendern oder ausschließlich Sender mit hoher Sendestärke im Gebiet suchen möchte, außerdem kann man die Audio-Ausgabe auf Mono beschränken.

Im Clint F4 sitzt ein Breitbänder, der vom DAB+ Radio mit 5 Watt RMS Leistung versorgt wird. Hier darf man natürlich keine akustischen Meisterleistungen erwarten – das Clint F4 liefert aber einen sauberen und angenehmen Sound, der eine Differenzierung der einzenen Instrumente auf der Bühne ermöglicht und durchaus frisch und lebendig klingt. Die Stimme Joe Bonamassas bei „Jockey Full of Bourbon“ klingt freilich etwas stumpfer und nicht ganz so klar und charakteristisch wie bei hochwertigeren Systemen, kommt aber dennoch klar heraus und wird vom komplexen Klanggeschehen nicht übertönt. Bis zu einem Pegel von etwa 80-90% des Maximums spielt das F4 auch souverän und verzerrungsfrei auf, bei höherer Lautstärke werden die tiefsten Frequenzen des Gerätes nicht mehr sauber wiedergegeben. Im Hochtonbereich bleibt das kompakte Radio eher bedeckt. Die Räumlichkeit ist in Ordnung und im Ansatz lässt sich auch eine rudimentäre Staffelung der einzelnen Instrumente erkennen. Auch die Qualität des integrierten Tuners müssen wir nicht kritisieren, rauscharm und sauber wird hier agiert.

Selbst bei flinken Songs aus dem Bereich der elektronischen Musik macht das Clint F4 eine solide Figur. Der Kickbass von Orjan Nilsens „Violetta“ wird vom kleinen Breitbänder satt und für die derart kompakten Abmessungen kraftvoll wiedergegeben, Wow! Die Geschwindigkeit bereitet dem F4 keine Probleme und auch bei höherem Pegel bleibt das Radio souverän und lebendig. Auch die einzelnen Synthesizer-Elemente werden solide herausgearbeitet und sorgen für eine dynamische Kulisse. Sicher werden hier nur Teile des Frequenzspektrums abgedeckt und feine akustische Elemente gehen verloren, insgesamt verbreitet das Clint F4 hier aber hier durchaus Spielfreude und innerhalb seiner Möglichkeiten ein mitreißendes, dynamisches Klangbild. Trennt man das Gerät vom Stromnetz, hat dies erfreulicherweise keinerlei Einfluss auf die akustische Performance. Meint man es recht gut mit dem Pegel, hält das kompakte Gerät allerdings nicht die vollen sechs Stunden Batterielaufzeit durch.

Aufpassen, Tivoli! Clint schickt mit dem F4 ein akustisch leistungsfähiges und sehr solide verarbeitetes Konkurrenzprodukt auf den Markt, das preislich deutlich unter dem vergleichbaren PAL+ mit Bluetooth erhältlich ist. Für das DAB+ Radio mit Bluetooth-Funktion von Tivoli Audio muss man 279 EUR auf den Tisch legen, während für den Dänen gerade einmal 129 EUR UVP fällig werden. Gut, das Display beim PAL+ ist größer, aber auch das Clint F4 bietet mit der Punktmatrix und den zwei Zeilen guten Informationsgehalt. Die Verarbeitung des PAL+ ist exzellent, das Clint F4 steht hier aber nicht hintenan und begeistert mit ausgezeichneter Oberflächenqualität, Tivoli Audio bietet allerdings mehr Varianten bzgl. der Gehäusefarbe und eine Fernbedienung. Der integrierte Akku verspricht bei Tivoli mehr Akkulaufzeit, allerdings steckt auch im Clint F4 ein 2.400 mAh Akku. Hervorragend ist natürlich bei Tivoli Audio der App-Support, mit der man komfortabel auf viele Internetradio-Stationen zugreifen und diese per Bluetooth zuspielen kann. Ob diese „Systemlösung“ allerdings den deutlichen Mehrpreis rechtfertigt, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Fazit

Clint F4 Front Seitlich1

Zu einem exzellenten Preispunkt von 129 EUR UVP bringt Clint Digital im Vertrieb von SVS (Sky Vision Satellitentechnik) ein sehr gelungenes DAB+ Kompaktradio mit Bluetooth-Funktion auf den deutschen Markt. Wenn auch im Detail noch verbesserungswürdig, wird eine solide Verarbeitung und zwei verschiedene Farbvarianten geboten. Das Handling ist nach einem kurzen Blick in die Bedienungsanleitung ein Kinderspiel und dank des guten Displays ist man stets im Bilde, was für ein Titel gerade läuft oder welche Radiostation angepeilt ist. Die akustische Performance ist für das kompakte Gehäuse ausgezeichnet, verhältnismäßig kräftig und lebendig spielt das F4 auf. Ein Akku sorgt für portablen Musikgenuss.

DAB+ Kompaktradio mit Bluetooth-Funktion, solider akustischer Performance und integriertem Akku
ausgezeichnet
10.07.2015

+ Selbstbewusste Farbwahl
+ Guter Tuner
+ Stabile Bluetooth-Verbindung
+ Solide akustische Performance
+ Gutes Display

– Kleinigkeiten bei der Detailverarbeitung

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 10.07.2015




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