TEST: BlackBerry Classic – Tastatur-Handy mit Android-Apps & FLAC Hi Res Audio

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Der Blackberry Classic ist das erste Blackberry-Smartphone mit dem Blackberry 10-Betriebssystem, welches sowohl über eine QWERTZ-Tastatur, einen Touchscreen als auch ein Touchpad gesteuert werden kann. Der Blackberry Classic löst den etwas kleineren Blackberry Q10 ohne Touchpad ab und kostet ohne Vertrag ca. 380 EUR.

Blackberry 10 (in der Version 10.3.1 installiert) basiert auf dem in der Automobilindustrie weit verbreiteten QNX-Betriebssystem und lässt sich nicht nur mit speziell für Blackberry 10 entwickelten Apps nutzen, sondern verfügt auch über eine Laufzeit-Umgebung für Android-Apps in der Version 4.3. Neben der „Blackberry App World“ ist zusätzlich der Amazon App Store vorinstalliert. Blackberry bietet Entwicklern auch Tools an, mit denen Android-Apps in .bar-Dateien für die „Blackberry World“ konvertiert werden können.

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Blackberry World

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Amazon App Shop

Es lassen sich auch direkt APK-Dateien installieren und inzwischen gibt es sogar (inoffiziell) eine angepasste Version des Google Play Store. Dieser integriert sich so nahtlos, dass im Google Play Store sogar aus anderen Quellen installierte Apps zu erkennen sind. Die meisten Android-Apps laufen absolut problemlos oder nur mit leichten Einschränkungen. Nur der erste Start ist etwas langsamer als bei den Blackberry-Apps. Für die meisten populären Dienste bekommt man mindestens auf einer der drei Shop-Plattformen eine passende App. Schwierigkeiten kann es teilweise mit Apps geben, die die „Google Play Services“ voraussetzen. Die Darstellung auf dem quadratischen Display erfolgt aber meist problemlos obwohl die meisten Android-Smartphones ein schmaleres rechteckiges Display haben. Bei einzelnen Apps, die wie z.B. die „GoPro“-App noch Bedienelemente im unteren Bildschirmbereich haben, die nicht in der Standard-Einstellung angezeigt werden, lässt sich zur Not durch eine Wischbewegung vom oberen Bildschirmrand ein Fenster öffnen, welches mehrere Zoom-Optionen anbietet.

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Ein Vorteil der dedizierten „Built for Blackberry“-Apps ist das sehr detaillierte Rechtemanagement. Hier gilt nicht das „Friß oder Stirb“-Prinzip: Bei vielen Apps kann man die Rechte für den Zugriff z.B. auf Kontakte oder Dateien bei der Installation oder auch nachträglich entziehen und meist trotzdem arbeiten. In der eigentlichen Performance merkt man nur geringe Unterschiede zwischen Blackberry- und Android-Apps. Selbst einige Action-Spiele laufen recht flott obwohl das nicht der primäre Zweck eines Blackberry ist.

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Die Optik des Blackberry Classic erinnert an den früheren Blackberry Bold 9900. Der Blackberry Classic ist aber etwas breiter, flacher und die Tastatur hat keine leicht kurvige Form mehr sondern gerade Tasten. Durch den 3,5 Zoll Bildschirm im 1:1-Format wirkt die Tastatur im Verhältnis zur Gesamtgröße etwas klein und man muss das Gerät auch fest in der Hand halten, weil das relativ hohe Gewicht von 178 Gramm und die glatte Rückseite das Balancieren mit einer Hand etwas erschweren. Mit einem zusätzlichen Case wird der Blackberry Classic wesentlich griffiger.

Die Hardware wirkt auf den ersten Blick im Vergleich zu den aktuellen iOS & Android-Flagschiffen nicht ganz auf der Höhe der Zeit. Blackberry begnügt sich mit einer 1,5 GHz Dual Core Snapdragon S4 Plus-CPU (MSM 8960) und 2 GB RAM. Aber das Betriebssystem verzichtet auf CPU-lastige Show-Features und läuft sehr flink. Das Flat-Design der Benutzeroberfläche wirkt recht dezent und wird von sanften Farbtönen dominiert. Das Display hat eine Auflösung von 720 x 720 Pixeln bei 294 PPI. Die Auflösung ist vollkommen ausreichend und die Anzeige selbst kleiner Schriften sehr detailliert. Man kann die systemweite Schriftgröße auch in mehreren Schritten Anpassen und noch etwas mehr Platz frei räumen, indem in Anwendungen unter Icons auf zusätzliche Info-Texte verzichtet wird. Sogar die Farbtemperatur des Displays kann angepasst werden.

Über microSD-Karten lässt sich der interne 16 GB-Flash-Speicher auf maximal 128 GB erweitern. Apps können nur auf dem internen Speicher installiert werden, beanspruchen aber (mit Ausnahme von Spielen) meist nur wenige MB.

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Die leichtgängige QWERTZ-Tastatur im Blackberry Classic ermöglicht es, Texte sehr schnell und ohne Unterbrechnungen zu schreiben. Die erreichbare Schreibgeschwindigkeit liegt bei ca. 80 bis 90 Prozent im Vergleich zu einer guten Computertastatur. Umlaute werden durch längeres Tippen auf die Buchstaben A, O, U und der Auswahl des richtigen Sonderzeichens geschrieben. Man kann aber auch eine automatische Wortersetzung z.B. von „ae“ durch „ä“ vorgeben, was in vielen Fällen das Schreiben beschleunigt. Mit etwas Ûbung lassen sich auch ohne optionale Rechtschreibkorrektur nahezu fehlerfreie Texte mit hoher Geschwindigkeit schreiben. Selbst das Schreiben ohne Blick auf die Tastatur gelingt sehr einfach.

Blackberry OS-Features

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E-Mail / Blackberry Hub

Blackberry setzte traditionell bei den klassischen Geräten mit älteren Betriebssystemen auf eine spezielle Server-Infrastruktur mit Verschlüsselung, die alle Daten komprimiert und auch dafür ausgelegt ist, kurzzeitige Unterbrechungen bei der Übertragung zu verkraften. Dies erforderte für den Mobilfunkvertrag eine meist nur gegen Aufpreis erhältliche spezielle „Blackberry“-Option und lange Zeit gab es sogar noch getrennte Geräte für den geschäftlichen (BES) und rein privaten Gebrauch (BIS).

Blackberry OS 10-Geräte sind hingegen mit jeder SIM-Karte nutzbar. Für die Einrichtung der E-Mail-Adressen ist kein externer Server mehr erforderlich. Stattdessen richtet man IMAP-Konten ein, die entweder per PUSH neue E-Mails direkt auf das Gerät übertragen oder in einem ab 5 Minuten anpassbaren Takt den Server kontaktieren.

Sämtliche E-Mail-Konten werden im „Blackberry Hub“ angezeigt. Dort können zentral auch Benachrichtigungen z.B. von Whatsapp, Twitter oder anderen Apps angezeigt werden und ebenso Benachrichtigungen an Nutzer dieser Dienste schreiben ohne dazu deren App öffnen zu müssen. Der Blackberry Hub läuft permanent im Hintergrund und wird direkt beim Boot gestartet. Es gibt auch einen „Priority Hub“, mit dem nach selbstdefinierten Kriterien ausgewählte Mitteilungen priorisiert angezeigt werden.

Das Eintreffen neuer E-Mails funktioniert mit IMAP-Push fast genau so schnell wie mit der alten BES/BIS-Variante. Nur die Synchronisation gelöschter E-Mails auf mehrere parallel offene E-Mail-Clients z.B. auf einem PC kann ein paar Minuten dauern. Zwar gibt es auch nicht mehr die Blackberry-Kompression aber wenigstens lässt sich die Größe empfangener Mails in mehreren Schritten auf wenige kB oder auch nur die Betreffzeile beschränken und diese Einstellung getrennt für Mobilfunk/Roaming/WLAN festlegen. E-Mails werden grundsätzlich mit HTML-Formatierung versendet. Man kann zwar jeweils einzeln beim Verfassen einer Mail das Format auf reinen Text umstellen, als Vorgabe lässt sich dies aber nicht abspeichern.

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Im Unterschied zu älteren Blackberrys gibt es nicht mehr den Programm-Switcher, der beim Druck auf die Blackberry-Taste die laufenden Programme anzeigte. Stattdessen werden aktuell genutzte Apps als „Active Frames“ auf dem via „Auflegen“-Taste erreichbaren Home-Bildschirm dargestellt, die das aktuelle Fenster verkleinert anzeigen und direkt aufrufbar sind. Die vier meistgenutzten Apps kann man auch verschieben, damit sie immer an der gleichen Stelle erscheinen. Über einen Druck in die rechte Ecke kann man das Programm beenden. Darüber hinaus gibt es bei den meisten Apps auch die Möglichkeit, zu entscheiden, ob diese überhaupt bei Inaktivität im Hintergrund laufen sollen oder beendet werden sollen. So wird verhindert, dass der Hauptspeicher mit zu vielen Apps im Hintergrund gefüllt wird.

Der Blackberry Classic wird mit einigen Systemanwendungen und auch einigen vorinstallierten Apps wie Twitter ausgeliefert. Während bei iOS und gerade Android oft auch viel „Bloatware“ dabei ist, die man nicht entfernen kann, lassen sich die meisten Drittanbieter-Apps vom Blackberry auch wieder löschen.

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Der Blackberry Classic ist keineswegs ein Gerät für Nostalgiker sondern bietet bei der Bedienung Freiheiten wie derzeit kaum ein anderes Smartphone. Man hat nicht nur die Wahl zwischen Touchscreen und dem kleinen Touchpad. Auch die Buchstaben-Tasten des Keyboards haben z.B. im Browser Shortcut-Funktionen und lassen sich durch längeren Druck auch frei auswählbar als Starter-Tasten für Apps und Einstellungen nutzen. Wer sich ein wenig in die Möglichkeiten eingeübt hat, kann man dem Blackberry Classic in ein, zwei Schritten Dinge erledigen, für die man sich bei reinen Touchscreen-Geräten erst durch viele Menüs hangeln muss. Vor allem zwingt einem das System nicht eine einzige Arbeitsweise auf. Wer mag, kann Gesten für den Touchscreen antrainieren oder auch die Sprachsteuerung nutzen. Das Touchpad ist vor allem für präzise Aufgaben wie z.B. das genaue Markieren von Text geeignet, die via Touchscreen schwerer gelingen. 

 

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Sämtliche Abläufe gelingen mit dem Blackberry Classic sehr schnell und auch der Webbrowser überzeugt durch einen schnellen Seitenaufbau. Auch die YouTube-App greift direkt auf den Browser zu.

Das Blackberry OS wartet mit vielen kleinen durchdachten Feineinstellungen auf, die es z.B. ermöglichen, dass Tastatur und Display automatisch beim Anheben aktiviert werden und bietet auch verschiedene Touch-Gesten, mit denen man z.B. die wichtigsten Einstellungen für Funk auf einem Bildschirm abrufen kann. Die wichtigsten Systemeinstellungen sind in einem eigenen Widget-Fenster durch Ziehen vom oberen Rand in die Bildschirmmitte abrufbar und können auch angepasst werden.

Die für PC und Mac erhältliche Software „Blackberry Blend“ ermöglicht es, einen Teil der Blackberry-Funktionen via USB oder WLAN auf einen Rechner parallel nutzbar zu machen. Diese können dann in einer eigenen Software bearbeitet und direkt mit dem Blackberry synchronisiert werden. Das funktioniert bisher mit einigen System-Apps wie E-Mail, Kalender sowie Kontakten und kann auch zum Übertragen von Dateien in beide Richtungen genutzt werden.

 

Foto- & Video-Kamera

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Die Kamera nimmt Bilder mit einer maximalen Größe von 3264 x 2448 Pixeln auf. Dazu sollte das Bildformat auf 4:3 gestellt werden, da 1:1 und 16:9 nur beschnittene Bilder mit reduzierter Auflösung zeigen. Manuelle Einstellmöglichkeiten für ISO, Blende und Belichtungszeit gibt es nicht, nur ein paar vordefinierte Modi für bestimmte Aufnahmesituationen. Als praktisch erweisen sich der HDR-Modus, der Timer und die Serienbild-, Panorama- und Timeshift-Modi. Letzterer nimmt noch wenige Millisekunden vor und nach der Aufnahme auf, um genau den gewünschten Moment auszuwählen.

Obwohl der Kamera-Sensor gerade eine Auflösung von 8 Megapixeln hat, macht der Blackberry Classic damit erstaunlich gute Bilder, die auch ohne Nachbearbeitung mehr als vorzeigbar sind. Der Autofocus ist zielgenau und sorgt für scharfe Details, der Kontrast wirkt plastisch und die Farben sind sehr kräftig. Den Weissabgleich bekommt die Kamera bei normalen Lichtverhältnissen auch meist recht gut hin. Stellenweise fällt bei Bildern mit viel Details eine leichte Überschärfung der Konturen auf.

Blackberry Classic Camera 1

Zum Auslösen hat man neben dem Touchscreen gleich mehrere Tasten verfügbar. Der HDR-Modus erweist sich vor allem bei wenig Umgebungslicht als hilfreich. Der Effekt wirkt nicht übertrieben und die HDR-Bilder sehen ohne Nachbearbeitung oft ausbalancierter als Standard-Aufnahmen aus. Der HDR-Modus hilft auch dabei, etwas über- oder unterbelichtete Bildbereiche zu retten. Man sollte bei der Aufnahme im HDR-Modus aber die Kamera möglichst wenig bewegen, um Unschärfen durch zu stark voneinander abweichende Bildausschnitte zu vermeiden.

Das Bildrauschen hält sich bei ausreichend Licht in Grenzen und wird erst ab der Dämmerung sichtbar – dann allerdings auch sehr deutlich. So werden auch Innenaufnahmen an düsteren Wintertagen schnell verrauscht und konturarm. Die JPG-Kompression arbeitet relativ sauber. Im Schnitt werden die Bilder zwischen 1 und 4 MB groß.

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Auffällige chromatische Aberrationen oder Vignettierungen des Kamera-Objektivs sind nicht zu erkennen.

Der Blackberry Classic stellt mehrere Kamera-Filter zur Auswahl, die aber primär den Geschmack von Benutzern finden dürften, die mit der Technik des 21. Jahrhunderts die Qualität ihrer Bilder auf das Niveau der 60er/70er Jahre reduzieren wollen. Zusätzlich gibt es aber noch einen Foto-Editor mit einer umfangreichen Anzahl manueller Anpassungsoptionen.

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Auch die 1080p Video-Aufnahmen erscheinen sehr scharf und plastisch. Leichte Ruckler werden durch den Bewegungsstabilisator ausgeglichen. Parallel zur Video-Aufnahme kann man auch noch zusätzliche Foto-Snapshots machen. Bei vielen Details im Bild oder hoher Bewegungsdynamik sind aber stellenweise leichte Artefakte zu sehen.

   Blackberry Classic Camera 4

1:1-Ausschnitt

Netzwerk

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Der Blackberry Classic funkt in LTE, UMTS/HSPA+ und GPRS/EDGE-Netzen (Details siehe unten in den technischen Daten). WLAN ist mit 802,11 b/g/n im 2,4GHz und 802,11 a/n im 5GHz-Band möglich. Für die Handy-Netze ist eine Nano-SIM erforderlich, die auch im laufenden Betrieb über einen kleinen Schacht an der linken Seite ausgewechselt werden kann. Der SIM-Kartenslot ist recht tolerant mit selbst zurechtgeschnittenen SIMs, die auch ohne Reduzierung der Höhe akzeptiert werden.

Der WLAN-Empfang ist recht gut und funktioniert auch in Ecken mit schwachem Signal noch vernünftig. Der Mobilfunk-Empfang und die Sprachqualität ist auf gutem bis sehr gutem Niveau. Auch bei schwächerer Netzabdeckung kommt es selten zu Netzunterbrechungen und auch innerhalb von Gebäuden gibt es meist noch ein stabiles Signal.

Mit einer Akkuladung kommt man bei typischer Nutzung mit viel E-Mail und sonstigen einfacheren Apps ziemlich genau auf die von Blackberry angegebenen 22 Stunden Laufzeit. Nimmt man den Blackberry Classic morgens vom Ladegerät, hat der Akku selbst bei kombinierter Handy/WLAN-Nutzung am Abend meist noch ca. 40 % Kapazität.

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Multimedia

So praktisch das 1:1-Display für die meisten Anwendungen ist, erweist sich dieses Format beim Betrachten von Filmen als nachteilhaft, da das 16:9-Fenster etwas klein wirkt.

Optional kann man Videos auch auf das 1:1-Format hochzoomen. Der Blackberry Classic bietet genügend Leistung zur ruckelfreien Wiedergabe von 1080p und 720p-Videos mit H.264-Kompression die mit satten Kontrasten und kräftigen Farben gefallen.

Im Video und Foto-Modus zeigen sich auch erst wirklich die Qualitäten des Displays welches bei normalen Anwendungen in der dominierenden Flat-Optik mit sanften Farben noch recht dezent wirkt.

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An den Micro USB-Ausgang kann man über einen „Slimport HDMI Adapter“ auch ein HDMI-Kabel für die TV-Ausgabe anschließen. Ebenso ist die drahtlose Übertragung des Bildschirms via Miracast möglich.

Ausserdem verfügt der Blackberry Classic über einen integrierten DLNA-Server für Bilder, Musik und Videos. Ist dieser aktiviert, läuft der DLNA-Server als Systemdienst, muss also nicht extra bei jedem Neustart des Geräts erneut per Hand gestartet werden.

Der integrierte Musik-Player spielt Audio-Dateien in den Formaten, AAC, M4A, MP3, OGG, WAV, WMA und FLAC ab. Der Blackberry Classic unterstützt sogar High Res Audio-Dateien im FLAC-Format mit 24 Bit-Auflösung und 192 kHz Samplingrate. Die eigentlich gute Klanqualität wird allerdings in den ersten Sekunden der Wiedergabe ab und zu durch leichte Knackser gestört.

Der Blackberry Classic verfügt auch über ein im Musik-Player etwas verstecktes UKW-Radio. Dieses bietet mit angeschlossenem Kopfhörer als Antennenkabel einen recht passablen Empfang, der für mehr als nur Ortsender ausreicht aber bei schwachen Frequenzen oft von Interferenzen begleitet wird. Die Wiedergabe erfolgt fast immer in Stereo. Erst bei ganz schwachem Empfang wird auf Mono zurückgeschaltet. Für verrauschte Sender gibt es eine automatische Rauschreduzierung, die recht effizient arbeitet, bei stärkerem Rauschen aber auch für Audio-Artefakte sorgt. Solange ein Kopfhörer als Antenne vorhanden ist, kann auch auf den integrierten Lautsprecher umgeschaltet werden.

Der rechte Lautsprecher ist ein reiner Mono-Speaker und bietet eine für Blackberry traditionell gute Wiedergabe, die deutlich besser als bei den meisten Smartphones ist. Die Klangqualität übertrifft die meisten kompakten Taschenradios und überzeugt durch eine voluminöse Stimmwiedergabe. Es gibt auch einen Equalizer. Die Lautstärke ist für ruhige Räume ausreichend. Bei maximalem Pegel kann es aber zu Verzerrungen kommen.

Eine offizielle Podcast-App gibt es nicht mehr von Blackberry. Hier ist man auf Drittanbieter-Apps angewiesen. Für Internetradio stehen z.B. TuneInRadio und Radio.de zur Auswahl. Auch für Spotify gibt es eine Blackberry 10-App.

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Fazit

Das Bedienkonzept des Blackberry Classic mit Blackberry OS 10 erfordert für Umsteiger eine gewisse Eingewöhnung. Während Android & iOS ziemlich deppensicher konzipiert sind, bietet das Blackberry OS viele Optionen, die man erst einmal entdecken muss und die auch nicht immer direkt zu erkennen sind. Angesichts der verschiedenen Steuerungsmöglichkeiten muss man sich erst einmal die persönliche optimale Arbeitsweise antrainieren.

Hat man die grundlegenden Funktionen aber erst einmal begriffen, so bietet das Blackberry OS 10 einen sehr schnellen Zugriff auf Funktionen und Anwendungen. Gegenüber iOS und Android gelingt die Handhabung dank kombinierter Touch/Trackpad/Keyboard-Steuerung wesentlich schneller und man kann auch ohne Installation zusätzlicher Widgets bereits viele Systemfunktionen detailliert anpassen.

Das Display im 1:1-Format ist vor allem für Anwendungen mit Texteingabe und Informationen konzipiert. Für HD-Videos und einfache Spiele bietet der Blackberry Classic zwar ausreichend Leistung. Klassische Touchscreen-Bildschirme im Breitformat wie sie auch der Blackberry Z30 bietet, sind für Videos und Games aber im Vorteil.

Positiv fällt die umfangreiche Audio/Video-Codec-Unterstützung auf. Selbst High Res Audio-Dateien mit 24 Bit 192 kHz können abgespielt werden.

Der Blackberry Classic füllt eine interessante Nische im Smartphone-Geschäft, die von anderen Herstellern weitgehend ignoriert wird. Ob es mit diesem Gerät gelingt, wieder Marktanteile gegenüber der iOS/Android-Konkurrenz zu gewinnen, muss sich allerdings noch zeigen.


Test: 07. Februar 2014

+ Schnelles Betriebssystem mit vielen durchdachten Funktionen
+ Blackberry, Amazon und Google Play Apps installierbar
+ Flexible Steuerung mit Touchscreen, Touchpad und Tastatur
+ High Res Audio-Wiedergabe mit 192 kHz 24 Bit im FLAC-Format
+ UKW-Radio mit RDS und elektronischer Rauschunterdrückung
+ 22 Stunden Akkulaufzeit
+ DLNA-Mediaserver integriert
+ Lautsprecher mit guter Klanqualität
+ Mit Blackberry Blend auch auf einem PC/Mac nutzbar

– Kein E-Mail-Versand ohne HTML-Formatierung als Standard-Vorgabe
– E-Mail-Synchronisation gelöschter Mails zwischen verschiedenen E-Mail-Clients etwas träge
– Etwas schwer und ohne Case (als Zubehör) nicht sehr griffig
– Fest verbauter Akku

Test: Karsten Serck

Blackberry Classic (Q20) Spezifikationen

Design

Größe

Höhe 131 mm
Breite 72,4 mm
Tiefe 10,2 mm

Gewicht
178 g/6,28 oz
Navigation
QWERTZ-Tastatur, Kapazitiver Touchscreen mit intuitiver Gestensteuerung, optisches Trackpad und klassische Navigationstasten
Tastatur
Physische Tastatur mit 35 Tasten und Hintergrundbeleuchtung
Zugewiesene Tasten
Vorn: Senden, Auflegen (Power), Menü, Escape
Oben: Sperren/Power (Ein/Aus)
Seite: Lauter/Leiser, Stumm

Display

Auflösung
294 PPI
720 x 720 Auflösung
24 Bit Farbtiefe
Bildschirmgröße
3,5 Zoll diagonal
1:1 Bildformat

Betriebssystem und Desktop-Software

Betriebssystem
BlackBerry 10 OS
Desktop-Software
BlackBerry® Blend Software für die Inhalte Ihres BlackBerry Smartphones auf Ihrem Computer und Tablet
BlackBerry® Link für Ihren Computer zur Synchronisierung von Daten und Medien
Erfahren Sie mehr über die Software für Ihren Computer und Ihr Tablet.
Leistung

Prozessor
Qualcomm MSM 8960 1,5GHz
Speicher
2 GB RAM
16 GB Flash
Erweiterbarer Speicher
Erweiterbarer Speicher per Hot-Swap-MicroSD-Speicherkarte (bis zu 128 GB)
USB-Ports
Micro-USB-2.0-Highspeed-Anschluss – ermöglicht das Laden und die Datensynchronisierung des Geräts über ein USB-Kabel
Physischer Videoausgang über SlimPort®
Strom

Akku

Bis zu 22 Stunden Akkulaufzeit bei gemischter Verwendung
Fest installierter 2515-mAh-Lithium-Ionen-Akku (min.)

Akkulaufzeit
Bis zu 17.2 Stunden GSM-Sprechzeit
Bis zu 15.2 Tage GSM-Stand-by-Zeit
Bis zu 11.7 Stunden UMTS-Sprechzeit
Bis zu 14.5 Tage UMTS-Stand-by-Zeit
Bis zu 70 Stunden Audiowiedergabe
Bis zu 13.7 Stunden Videowiedergabe
Kamera und Video

Kamera auf der Rückseite

Kamera mit 8 Megapixel und Autofokus
Rückseitenbeleuchtung
Flash, Continuous und Touch-to-Focus
Bild- und Videostabilisierung
F2.2-Linse mit 5 Elementen
5-facher digitaler Zoom
1080p-HD-Videoaufnahme bei 30 fps
2DOF-Videostabilisierung
Kamera auf der Vorderseite
Kamera mit 2 Megapixel und festem Fokus
720p-HD-Videoaufzeichnung
3-facher digitaler Zoom

Multimedia

Bildformate
BMP, JPG, GIF, PNG, SGI, SVG, TSG, TIF, WBMP
Audio- und Videoformate
AAC, AMR, AWB, FLAC, M4A, MKA, MP3, OGG, WAV, WMA, 3GP, 3GP2, ASF, AVI, F4V, M4V, MKV, MOV, MP4, MPEG4, WMV
Audio- und Videoverschlüsselung/-entschlüsselung
H.264, MPEG-3, H.263, AAC-LC, AAC+, eAAC+, AMR-NB, AMR-WB, WMA 9/10, VC-1, VP6, PCM, LPCM, MPEG-2, FLAC, GSM, Vorbis, QCELP, MJPEG
Apps

Vorinstallierte Apps
Multimedia: Musik, Videos, Fotos, Kamera, Picture Editor, Story Maker.
Produktivität: BlackBerry Hub, BlackBerry Assistant, Kalender, Kontakte, Browser, SMS, Uhr, Rechner, Documents To Go, Dateimanager, Box, Dropbox, Adobe Reader, Remember (Memos/Aufgaben komb.), Evernote, BlackBerry Blend, Password Keeper
Sonstige: Smartphone, BBM, BlackBerry World, Amazon Appstore, Facebook, Twitter, LinkedIn, Foursquare, YouTube, Wetter, Karten/Navigation, Smart Tags (NFC), Kompass, Setup, Einstellungen, Hilfe, Tutorials

Sicherheit

Passwortschutz, Bildschirmsperre und Standbybetrieb
Warnungen und Benachrichtigungen

Ton
Vibration
Bildschirm- und LED-Anzeige
(Benachrichtigungsoptionen vom Benutzer konfigurierbar)
Spracheingabe/Sprachausgabe

Drei Mikrofone zur Geräuschunterdrückung

Für Headsets zum freihändigen Anrufen geeignet
Für Bluetooth®-Headset geeignet
Integrierte freihändige Freisprechanlage
Netzwerk und Konnektivität

Netzwerkfrequenzen
Europa, Naher Osten, Afrika, Asien
LTE: 1, 2, 3, 5, 7, 8, 20 (2100/1900/1800/850/2600/900/800 MHz) – Cat 3
HSPA+: 1, 2, 5/6, 8 (2100/1900/850/900 MHz)-DC 42Mb DL(Cat 24), 5.76 Mb UL(Cat6)
GSM/GPRS/EDGE Quadbands (850/900/1800/1900 MHz)
Kanada, Lateinamerika, USA (LTE/HSPA+)
LTE: 1, 2/25, 4, 5, 7, 13, 17 (2100/1900/AWS/850/2600/700/700 MHz) – Cat 3
HSPA+: 1, 2, 4, 5/6 (2100/AWS/1900/850 MHz) – DC 42Mb DL (Cat 24), 5,76 Mb UL(Cat6)
GSM/GPRS/EDGE Quadbands (850/900/1800/1900 MHz)

Wi-Fi®
802,11 b/g/n 2,4GHz
802,11 a/n 5GHz
4G Mobile Hotspot
Miracast
UKW-Radio
UKW-Radioempfang (Headset dient als Antenne)
GPS
Unterstütztes, autonomes und simultanes GPS und GLONASS
Vorinstallierte Anwendung BlackBerry® Maps
Support für User Plane und Control Plane A-GNSS
Bluetooth®
Bluetooth 4.0 Low Energy (LE) und EDR
NFC
BlackBerry® Tag mit NFC-Technologie zur Kommunikation zwischen BlackBerry Smartphones und anderen Geräten mit aktivierter NFC-Technologie mit nur einer Berührung
Sensoren

Erweiterte Sensoren

Beschleunigungsmesser
Magnetometer
Gyroskop
Näherung
Umgebungslicht
Hall-Sensor
Barrierefreiheit

Zugelassen für Hörhilfen: M3, T4 (nur auf SQC100-4, auf SQC100-1 nicht unterstützt)
BlackBerry Screen Reader, für Kunden mit Sehverlust
BlackBerry Magnify, für Kunden mit Sehschwäche
Face-to-face Video-Chat mit BBM™ Video
Sprachsteuerung zum Senden von Nachrichten, Tätigen von Anrufen, Suchen und mehr
Einstellbare Bildschirmhelligkeit, anpassbare Schriftgrößen
Closed-Captioning-Support




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