Canton Movie 95 – 5.1 Kompaktsystem mit gutem Preis-/Leistungsverhältnis

Canton Movie 95 Gruppenbild2

Mit dem Movie 95 findet sich bei uns in der Redaktion wieder ein kompaktes 5.1 System von Canton ein. Dabei soll das Set nicht nur guten Klang bieten, sondern sich durch seinen kompakten Bau noch platzsparend und ästhetisch angenehm ins Wohnzimmer integrieren. Um dies zu erreichen, kommen beim Movie 95 vier geschlossene Front- und Surround-Satelliten sowie ein Center-Speaker und ein verhältnismäßig groß bemessener aktiver Subwoofer zum Einsatz. Die Satelliten verfügen dabei mit ihrem Koax-System über je einen Hoch- und Tieftöner. Mit einer UVP von 399 EUR wirkt das sowohl in schwarz als auch in weiß verfügbare Surroundsystem schon mal sehr freundlich für den Geldbeutel. Ob Preis eine solide Leistungsperformance gegenüber steht, wollen wir im folgenden Test untersuchen.

Canton Movie 95 Speaker Front Seitlich1

Einer der vier Satelliten-Lautsprecher

Canton Movie 95 Speaker Front Seitlich3

Innenleben eines Satelliten mit einem Hoch- und einem Tieftöner

Canton Movie 95 Speaker Rueckseite Seitlich1

Rückseite des Lautsprechers

Canton Movie 95 Speaker Anschluesse Rueckseite

Klemmanschlüsse an der Rückseite

Canton Movie 95 Center Front Seitlich2

Der ca. doppelt so große Center

Canton Movie 95 Center Front Seitlich3

Offener Center mit zwei Tiefmittel- und einem Hochtöner

Canton Movie 95 Center Rueckseite Seitlich1

Rückseite des Centers mit Klemmanschlüssen und Öffnungen für die Wandmontage

Von den Satelliten und dem Center können wir schon einmal Positives berichten. Das Gehäuse dieser ist komplett in Kunststoff gehalten, das Metallgitter vorne ist aber sauber eingefasst und verleiht den Lautsprechern einen edlen Touch. Wenn wir einen der Satelliten in die Hand nehmen, fällt uns auch sofort das Gewicht auf, das die 15mm Hochton- und 80mm Tieftonchassis mit sich bringen. Beim Center sind es sogar zwei Tieftöner. An der Rückseite finden wir das Lautsprecher-Terminal, welches zwei Klemmanschlüsse bietet, die vergoldet sind. Unten wiederum sind vier relativ dicke Gumminoppen befestigt, die die Lautsprecher stabilisieren und die Rutschgefahr so deutlich verringern. Außerdem finden wir unten eine ebenfalls vergoldete Öffnung, mit der man die Lautsprecher an der Wand befestigen kann. Beim Center sind zwei dieser Öffnungen vorhanden, jeweils eine links und rechts von den Klemmanschlüssen. Die zur Montage nötigen Utensilien, also Halterungen und Schrauben, sind bequemerweise bereits im Lieferumfang enthalten. Die Satelliten und der Center haben Abmessungen von 9 x 9 x 10,5 cm bzw.  19,6 x 8,9 x 10,6 cm und eine Nennleistung von 100 Watt, bei einer angegebenen Frequenzübertragung zwischen 120 und 25.000 Hz.

Canton Movie 95 Subwoofer Front Seitlich2

Der 9,8 kg schwere Subwoofer

Canton Movie 95 Subwoofer Bassreflexrohr

Bassreflexöffnung vorne

Canton Movie 95 Subwoofer Innenleben Gesamt

Innenleben Gesamtaufnahme

Canton Movie 95 Subwoofer Innenleben1

integrierter Trafo

Canton Movie 95 Subwoofer Tieftoener

Beim Sub handelt es sich um eine Bandpass-Konstruktion

Canton Movie 95 Subwoofer Anschluesse Bedienelemente

Bedienelemente und Anschlüsse an der Rückseite

Canton Movie 95 Subwoofer Rueckseite Seitlich1

Rückansicht des Subwoofers

Der aktive Subwoofer bringt eine effektive Leistung von 120 Watt mit und hat im Vergleich zu den Satelliten bei einem Gewicht von 9,8 kg recht ausladende Abmessungen von 24 x 41 x 42 cm. Das Gehäuse besteht aus MDF und ist sauber mattschwarz foliert. Leider sind die Kanten nicht abgerundet, was bei solchen Kompaktsystemen dieser Preisklasse allerdings nichts Ungewöhnliches ist. Vorne ist deutlich die Bassreflexöffnung zu sehen, hinten wiederum Klemmanschlüsse für High Level Input und Cinch-Anschlüsse für den Low Level Input des Subwoofers. Darunter sind zwei Drehregler für die Lautstärke und die Crossover Frequency zwischen 65 und 150 Hz, welche nicht unbedingt leichtgängig zu bedienen sind und etwas Kraft benötigen, aber dafür stabil und rund laufen. Rechts darunter lässt sich die Einschaltautomatik mit einem On/Auto/Off-Schalter konfigurieren, daneben finden wir den Power-Schalter und das nicht abnehmbare Stromkabel. Das Netzteil ist hier integriert. Steht die Einschaltautomatik auf „Auto“, so geht er nach zehn Minuten ohne Signal in den Standby-Modus. Abgesehen davon soll der Sub auf 33 Hz hinunterspielen und verfügt über vier große Standfüße, die ihm Stabilität verleihen und sowohl den Boden als auch seine eigene Oberfläche schonen sollen.

Klang

Wir starten also unseren Klangtest mit der 2L Nordic Sound Blu-ray und dem Violin Concerto no. 4 in D-Dur, inszeniert von Marianne Thorsen und der Trondheim Solistene. Was uns gleich auffällt, ist die sanfte Zeichnung der Querflöten, die im Zusammenspiel mit den Streichern hier sehr angenehm zur Geltung kommen. Eine Herausforderung in diesem Stück stellen die Streicher dar. Diese werden vor allem im Vordergrund des Ensembles sehr bezeichnend präsentiert und können sich so vom Center beachtlich in Szene setzen lassen. Bei hohen Lautstärken und besonders hoch angesetzten Tonlagen, welche hauptsächlich in der Mitte des Stücks von der ersten Geige gespielt werden, kann es aber durchaus zu einer hin und wieder spitzen Wiedergabe führen, welche im Ohr für einen recht unangenehmen Klang sorgt. Als besonders schwierig, vor allem in Bezug auf die Streicher, gilt hier die räumliche und detaillierte Darstellung des gesamten Ensembles und hierbei müssen wir zwar positiv anmerken, dass zumindest bei weniger komplexen Stellen im Stück auch die Instrumente im Hintergrund noch schön angenehm und deutlich zu hören sind. Problematisch wird es aber dann, wenn das Ensemble aufspielt und mehrere Streicherebenen, Kontrabass, Querflöten etc. gleichzeitig abgespielt werden müssen. Dann sind zwar die prominenteren Geigen und z.B. der Kontrabass noch klar anwesend, aber die mittel- und höherliegenden Instrumente, die sich gerade nicht am Center befinden, werden nur noch bei genauerem Hinhören gut wahrgenommen und verschwimmen demzufolge etwas. Wir müssen aber auch festhalten, dass wir von einem kompakten 5.1 Set für günstige 399 EUR reden. Da kann nicht jedes einzelne Detail gleichzeitig zur Geltung kommen, auch wenn das klangliche Gesamtbild für solch kleine Speaker recht umgebend und angenehm klingt.

Ähnliches stellen wir bei Vere Meininga  von Ellen Sejersted Bodtker fest, einem sehr langsamen aber atmosphärischen Stück. Die Geigen kommen wieder sehr gut zur Geltung, das Movie 95 Set weiß durchaus, die mystischen Klänge in Szene zu setzen und auch das Zupfen an den Saiten der Geigen zeigen die Speaker gut auf. Dennoch kann auch hier wieder bei hoher Lautstärke und in hohen Tonlagen ein leicht spitzer Klang auftreten.

Wir machen weiter mit den Eagles und der Blu-ray ihres Farewell-Auftrittes in Melbourne. Bei „Tequila Sunrise“ kommen gleich am Anfang mehrere akustische Gitarren zum Einsatz, die vom Movie 95 dem Lied entsprechend lässig präsentiert werden. Auch die Trompete später schiebt sich zwar deutlich, aber nicht aufdringlich in den Vordergrund und lässt den anderen Instrumenten nach wie vor seinen Freiraum. Das ganze wird rhythmisch untermalt vom Schlagzeug, bei dem die Bassdrum zwar ordentlich im Raum spürbar ist, jedoch zunächst etwas zurückhaltend ertönt. Beim stimmungsvolleren „Take it easy“ muss das Movie 95 seine Fähigkeit, mehrere Instrumente schnell zu inszenieren, unter Beweis stellen. Frontmann Don Henleys Stimme ist dabei keine Herausforderung, welche deutlich und differenziert dargestellt wird. Etwas schwieriger sind da schon die ganzen Klangelemente der Band, also die akustischen Gitarren, E-Gitarren, Bass etc. Das Schlagzeug wird dabei wohl am besten inszeniert, da wir dies sogar problemlos im Raum zuordnen können und auch die Hi-Hats sind deutlich herauszuhören. Die akustische Gitarre und die E-Gitarre im Solo gefallen uns zwar ebenfalls sehr gut, wir würden uns nur vom Gesamtbild her eine etwas voneinander gelöstere Performance wünschen, bei der wir die einzelnen Instrumente etwas differenzierter hören könnten. Für ein 5.1 System in dieser Preisklasse dennoch eine sehr solide Leistung bislang.

Nun also noch DJ Tiesto mit seiner Elements of Life Tour in Kopenhagen und Tegan & Saras „Back in Your Head“. Und wir werden direkt von recht starkem Tiefgang mitgerissen. Der Woofer muss sich an dieser Stelle nicht verstecken und liefert den doch recht heftigen Bass des Tracks mit sehr gutem Nachdruck, vor allem wenn man den Preis des Sets bedenkt. Leicht enttäuscht sind wir leider wieder etwas vom Klangvolumen. Zwar ist die Wiedergabe für den Zuhörer insgesamt recht umgebend, wir würden uns aber ein wenig mehr Atmosphäre wünschen, bei der vor allem die Frontlautsprecher die Hauptklangelemente etwas mehr ausdifferenzieren würden. Bei Tiestos Remix zu Deliriums „Silence“ hingegen kommt sogar ein stimmungsvolles Disco-Feeling auf. Die Bassline klingt ziemlich detailliert und wird, wenn wir sie auch schon kräftiger bei teureren Systemen gehört haben, kraftvoll vom Woofer verarbeitet. Hier hören wir sogar eine dichtere Atmosphäre auf, die wir nach „Back in Your Head“ nicht unbedingt erwartet hätten. Man muss jedoch bei Sarah McLachlans Gesang wieder aufpassen: Bei hohen Lautstärken werden die Höhen wieder etwas spitz. Dies ist aber wie gesagt nur ab einem recht hohen Pegel der Fall, ansonsten zeigt sich das Movie 95 als recht standhaft.

Machen wir mit „Marvel’s The Avengers“ noch einen kurzen Filmtest und schauen, ob sich die gute Leistung des Surroundsystems nicht nur auf Musik beschränkt. Der landende Hubschrauber am Anfang und als Agent Coulson und Director Fury in die Basis nach unten fahren, lässt das Movie 95 gleich mit seinen Tieftönern spielen. Positiv fällt auf, dass Gesprochenes immer sehr gut zu hören ist, selbst bei vielen Hintergrundgeräuschen. Regelrecht begeistert sind wir von der druckvollen Inszenierung der Energiedruckwellen des Tesseracts, die kraftvoll und drückend, wenn auch nicht absolut präzise, vom Subwoofer in Szene gesetzt werden. Beim großen Kampf am Ende mit der berühmten Kamerafahrt um die Avengers geht es in den Lautsprechern genauso actionreich zu wie im Film. Die Soundeffekte, wenn Hulk auf den großen Invasoren seine Gegner auf den Boden wirft, erklingen bspw. angemessen spitz und insgesamt sind die einzelnen Effekte recht dynamisch. Einziger Negativpunkt ist, wie bei der Musik schon manchmal angemerkt, dass wir uns neben dem recht starken Tiefgang eine dichtere Atmosphäre wünschen würden. Angesichts der Preislage aber auch hier eine hervorragende Performance des Movie 95 Sets.

Fazit

Canton Movie 95 Gruppenbild1

Wie fällt unser Fazit also aus? Wir haben es hier mit einem 5.1 Kompaktsystem von Canton zu tun. Kompaktsysteme haben unter Audiophilen nicht unbedingt den besten Ruf, allerdings können wir vom Movie 95 berichten, dass es gerade für seine sehr günstigen 399 EUR eine nicht zu verachtende Leistung abliefert, die sich vor allem bei der Räumlichkeit und auch beim Tiefgang nicht verstecken muss, aber auch einzelne Instrumente durchaus gut zu inszenieren weiß. Unsere beiden Hauptkritikpunkte sind lediglich die bei hohen Lautstärken gelegentlich spitzen Klänge von hohen Tonlagen und dass die Atmosphäre bei komplexeren Stücken etwas dichter sein könnte. In dieser Preisklasse aber stellt das Movie 95 eine sehr gute Alternative dar, nicht zuletzt wegen sehr sorgfältiger Verarbeitung und, bis auf den etwas ausladenderen Subwoofer, platzsparender Dimensionen.

Canton Movie 95 – Solider Klang und saubere Verarbeitung  zum erschwinglichen Preis
ueberragend

5.1 Lautsprechersysteme
02.01.2015

+ Sorgfältige Verarbeitung
+ Kräftiger Tiefgang
+ Instrumente werden gut differenziert
+ Gutes Preis-/Leistungsverhältnis
+ Gesang wird stark präsentiert

– Atmosphäre könnte etwas dichter sein
– Hohe Töne wie Streicher können im lauten Betrieb spitz werden

 

Test: Michael Kind
Fotos: Sven Wunderlich




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