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„Immersive Audio“ – Dolby Atmos & DTS:X bekommen Konkurrenz

Die International Telecommunication Union (ITU) hat einen neuen Standard verabschiedet: „Immersive Audio“ soll ähnlich wie „Dolby Atmos“ und „DTS:X“ im Kino- und Heimkinobereich das klassische Konzept des Raumklangs auf Basis einer festen Kanal-Abmischung durch einen neuen Ansatz ablösen, der mehr Flexibilität bietet.

Wie bei „Dolby Atmos“ und „DTS:X“ soll das System objektbasiert arbeiten, also verschiedene Klänge aus allen möglichen Richtungen in einem einzigen Audio-Stream integrieren, der zusätzliche Metadaten enthält, mit denen eine räumliche Zuordnung der verschiedenen Klangobjekte möglich wird. Bei seinem Konzept hat die ITU vor allem die Anwendung im TV/Broadcastbereich im Auge.

Als Basis für die „Immersive Audio“-Übertragung wird das klassische RIFF/WAV-Dateiformat genutzt. Die Daten können in 16 Bit Stereo PCM-Dateien gepackt werden, wie sie bei der CD zum Einsatz kommen. Ebenso können aber auch Mono-WAV-Dateien und eine geringere Auflösung von 8 Bit genutzt werden. Aufgrund der objektbasierten Abmischung soll es möglich sein, auch verschiedene Sprachen auszuwählen oder die Lautstärke von Dialogen gezielt zu erhöhen, um den Sound für Hörgeschädigte verständlicher zu machen. Ausserdem ist es zukünftig auch vorgesehen, dass der Nutzer die Intensität des räumlichen Klangerlebnis anpassen kann. In Kombination mit Ultra HD-Fernsehen sieht die ITU die Möglichkeit, das TV-Erlebnis auf ein ganz neues Niveau anzuheben.

Im Unterschied zu Dolby Atmos und „DTS:X“ handelt es sich bei „Immersive Audio“ oder auch „Immersive Sound“ um einen offenen Standard, der auf der ITU-Empfehlung ITU-R BS.2088-0 basiert. Für die Nutzung sind also keine Lizenzen erforderlich, die über die Implementierung hinaus zusätzliche Kosten verursachen. Konkrete Ankündigungen einzelner Broadcaster, zukünftig „Immersive Sound“ einsetzen zu wollen, gibt es bislang noch nicht. Ebenso hat auch noch kein Hersteller seine Unterstützung für das Format bekundet.

Details zum neuen „Immersive Sound“-Format findet man in der offiziellen Dokumentation ITU-R BS.2088-0.

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