XXXL-SPECIAL: Die TV-Line-Ups von LG, Panasonic, Philips, Samsung, Sony und Toshiba 2014 im Vergleich

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Die Roadshows aller großen TV-Hersteller sind nun vorbei, daher ist es an der Zeit, nun ein Resumé zu ziehen, wie die TV-Konzepte der Hersteller für dieses Jahr aussehen. Mehrere Haupttrends sind auszumachen: Immer schnellere Prozessoren, immer bessere Integration von Smart-Funktionen und der neue Design-Trend „Curved“. Ebenfalls immer wichtiger wird nobles Design, verbunden mit ausgezeichneter Material- und Verarbeitungsqualität. Natürlich setzen die Hersteller auch große Hoffnungen auf ihre jeweiligen speziellen Bildverarbeitungstechnologien. Moment – da fehlen doch elementar wichtige Trends ! Ultra HD-Fernseher und OLED-Displays wollen wir selbstverständlich keinesfalls vernachlässigen sondern ebenfalls thematisieren. Zu erwähnen wären auch noch erweiterte Signalempfangsformen, wie ein Doppeltuner oder sogar SAT>IP.

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65 Zoll Curved LCD UHD-TV von LG auf der CES

Beginnen wir mit unserer Analyse und widmen wir uns dem Thema Ultra-HD-TV’s: Hier gibt es von vielen Firmen im Modelljahr 2014 nicht nur eine Baureihe wie vergangenes Jahr, sondern meist zwei Baureihen. Recht schnell abgehakt ist dieses Thema derzeit bei Toshiba und LG. Beide Anbieter kündigen zwar neue Baureihen für dieses Jahr an, haben aber in Deutschland noch keine Modelle gezeigt. LG war auf der CES mit neuen UHD-Serien präsent: OLED-Curved-TV’s waren ebenso zu sehen, wie LCD TV’s mit bis zu 98 Zoll Bilddiagonale. Wie wir in Erfahrung bringen konnten, plant LG auch in Deutschland dieses Jahr 4K-Curved-OLED-TV’s mit bis zu 77 Zoll Bilddiagonale in Deutschland einzuführen. Auch die neue gerade 9-er-Serie wird in Deutschland erwartet. Es ist davon auszugehen, dass die LG-UHD-Neuheiten 2014 durchgängig mit HDMI 2.0, HDCP 2.2 sowie mit einem HEVC-Decoder ausgestattet sind. Als Dritte UHD-Baureihe könnte sich eine LCD-Serie etablieren, auch hier standen schon Geräte auf der CES, z.B. in 65 Zoll.

Spärlicher sind die Informationen bei Toshiba, hier heißt es nur, dass in Richtung IFA zwei neue UHD-TV-Reihen vorgestellt werden. HDMI 2.0, HDCP 2.2 und HEVC-Decoder sollen auch hier zur Ausstattung gehören. LG und Toshiba haben auf den Road-Shows die UHD-Modelle der 2013 Generation präsentiert, d.h. die 9700 und 9600 Serie bei LG und die M9 Serie bei Toshiba.

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Samsung HU8590 im 78 Zoll-Format

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 HU7590

Schon deutlich konkreter geht es beim Branchenführer Samsung zu. Hier wurden im Rahmen der Roadshow gleich zwei Ultra-TV-Baureihen vorgestellt: Die HU8590er Baureihe und die HU7590-er Baureihe. Erstere Baureihe fungiert als Spitzenmodell im Produktsortiment und ist in Curved-Design gehalten. Bildschirmgrößen bis 78 Zoll werden verfügbar sein. HDMI2.0, HEVC und HDCP sind natürlich mit an Bord. Die kleinere Baureihe 7590 tritt im klassischen Flat-Screen-Design auf und ist in Bildschirmgrößen bis 75 Zoll verfügbar. Samsung leistet sich sogar den Luxus, einer äußerst mondänen Produktserie, schon 2013 wurde der S9-Timeless im 85 Zoll-Format eingeführt, 2014 soll noch ein 110 Zoll hinzukommen. Die genauen Preise der Produkte wurden noch nicht bekanntgegeben.

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7800er UHD-Serie

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8800er Baureihe

Auch Philips möchte in den nächsten Monaten gleich zwei UHD-Baureihen in Deutschland auf den Markt bringen. Beide TV-Baureihen sind im klassischen Flat-Screen-Design gehalten. Die Produktserien 7800 und 8800 sind mit einem UHD-Panel versehen. Die 7800-er Baureihe ist lediglich mit HDMI1.4a-Anschlüssen ausgestattet, HDCP 2.2 ist jedoch an Bord. Die 8800- Baureihe kommt mit HDMI-2.0 und HDCP2.2. Den Trend zu großen Bildschirmdiagonalen geht Philips jedoch nicht mit, die Baureihen werden in maximal 55 Zoll angeboten. Wir gehen davon aus, dass Philips zur IFA auch die 9-er-Serie überarbeitet, die noch aus 2013 stammt und in Größen bis 84 Zoll verfügbar ist.

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AXW804

Panasonic hat auf der diesjährigen Convention in Amsterdam die AXW804 UHD-TV-Reihe vorgestellt. Es handelt sich um klassische Flatscreens die zunächst in Größen bis 75 Zoll verfügbar sein werden. Wir vermuten, dass Panasonic zur IFA noch eine weitere Baureihe präsentiert, ferner sind Gerüchte im Umlauf, dass Panasonic 2014 noch ein 85 Zoll-messendes UHD-Modell in Deutschland anbieten wird. Besonderheit der AXW804-Baureihe ist die THX-Lizenzierung der UHD-TVs.

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Sony X95

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 Sony X85 ohne seitliche Lautsprecher

Sony bringt 2014 mit X85 und X95 zwei UHD-TV-Baureihen in Deutschland heraus. Es handelt sich in beiden Fällen nicht um Curved-Baureihen. Sony versucht mit dem Wedge-Design einen eigenen Weg zu beschreiten, aus seitlicher Perspektive fällt die Keilform des Gehäuses ins Auge. Sony liefert zunächst Bildschirmdiagonalen bis 65 Zoll, später gibt es den X95 wohl auch in 79 Zoll.

Wie sieht es mit den Display-Technologien aus ?

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55EA9809 mit Lautsprechern. Ohne Lautsprecher heißt das Modell 55EA9709

Bislang hat nur LG ein klares Bekenntnis zu OLED abgegeben. Zwei Modelle, einmal mit, einmal ohne Lautsprechersystem, sind, allerdings mit Full-HD-Auflösung, bereits ab 6.000 Eur erhältlich. LG möchte, so das Unternehmen, beim Thema OLED, klar als Trendsetter auftreten und die neue Display-Technologie in Deutschland salonfähig machen. LG vertraut dabei auf die Kombination von weißen OLED’s und einem vorgeschalteten Farbfilter. So wird geschickt vermieden, dass sich die OLEDs unterschiedlich schnell abnutzen, was der Fall ist, wenn man farbige OLEDs (RGW) in gleicher Größe verwendet. Da nicht jede der drei Grundfarben mit identischem Anteil im Bild enthalten ist, nutzen sich die OLEDs unterschiedlich schnell ab, was dann im Extremfall zu einem farblich verfälschten Bild führen kann. Zurück zur Produktplanung von LG. Die CES zeigte hier klare Ansätze, 4K Curved OLED TV’s werden wohl auch dieses Jahr in Deutschland eingeführt.

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Sony FullHD Topmodell W955 mit Triluminos-Display

Die anderen Hersteller setzen in den nächsten Monaten ausschließlich auf LCD, bringen hier aber verfeinerte Technologien unterschiedlicher Ausprägungen mit ein. Schon 2013 war Sony Trendsetter und führte das Triluminos-Display in den Größen Full-HD und UHD ein. Dieses arbeitet mit blauen LED’s und einer zusätzlichen speziellen Schicht, um einen erweiterten Farbraum auf Wunsch darstellen zu können. Dieser erweiterte Farbraum sorgt für einen höheren Erlebnisfaktor beim Bildgenuss. Natürlich muss man diese Funktion nicht nutzen. Die Sony TV’s mit dieser Display-Technologie können auch den standardisierten HD-Farbraum optimal wiedergeben. Die 2014-er Sony TV-Top-Serien bringen bereits die zweite Generation des Trilumios-Displays mit. Wann OLED-Modelle erscheinen, steht bei Sony derzeit in den Sternen

Samsung möchte bei farbraumvergrößernden Displays nicht länger zurückstehen und hält mit dem Pur-Color-Display, dass z.B. in der HU8590-er Serie verbaut wird, dagegen. Auch bei Samsungs Display-Technologie steht die Erzeugung eines erweiterten Farbraumes im Mittelpunkt. Sony, wie auch Samsung, liefern sich aber auch einen Wettkampf bzgl. der Erzeugung hellerer und kontrastreicherer Bilder.

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Toshibas neue M7-Serie

Dies ist der Punkt, an dem Toshiba mit der neuen Full-HD-Spitzenserie M7 ansetzt. Dank Pro-LED 700 sollen die Geräte dieser Baureihe (bis 55 Zoll erhältlich) eine um bis zu 75 % höhere Leuchtkraft besitzen. Toshiba setzt, was kaum noch ein Hersteller tut, bei der M7 Serie auf Full-LED Backlight und nicht auf Edge-LED-Backlight. Somit ist präzises Local-Dimming möglich, was zur Folge hat, dass Gesamtkontrast und Detailkontrast, sowie Bildbrillianz deutlich ansteigen. Auch setzt Toshiba mit dem IPS-Premium-Panel der M7-Serie auf einen um bis zu 14 % erweiterten Farbraum. Ebenfalls aber gibt es Bildprogramme, die exakt den standardisierten HD-Farbraum wiedergeben, der Anwender hat also die Wahl, ob das Bild authentisch oder besonders dynamisch wirken soll. Panasonic setzt ein realistisches Kino-Erlebnis in den Mittelpunkt der Bemühungen: Die aktuelle UHD-TV-Reihe ist deshalb auch bzgl. des Panels THX-lizenziert. Philips konzentriert sich besonders auf ein präzises Local Dimming bei den TV-Top-Baureihen.

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Panasonic OLED-Prototypen

Bezüglich OLED zeigt Panasonic immer wieder Prototypen, auch im Curved-Layout, aber einen konkreten Termin für eine mögliche Markteinführung von Serienmodellen gibt es nicht. Samsung hatte 2013 sogar einen OLED im Curved 55 Zoll-Format am Start, dieser scheint aber in der Versenkung zu verschwinden. Neue OLEDs waren zwar im Prototypenstadium auf der CES Anfang Januar in Las Vegas zu sehen, auf der Roadshow jedoch wurde keines dieser Modelle gezeigt. Jenachdem, welche Aktivitäten aber LG auf dem OLED-Sektor an den Tag legt, rechnen wir damit, dass auch Samsung nachziehen wird. Philips und Toshiba zeigen bislang weder Prototypen noch Serienmodelle mit OLED-Technik.

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Curved-Design ist bei der Top FullHD-Serie H8090 bei Samsung 2014 ein großes Thema

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 Besonders hochwertig gestalteter Curved 65 Zoll-Prototyp von Toshiba

2014 wird nach Aufsicht der südkoreanischen Anbieter Samsung und LG das Jahr der Curved TVs. Unter einem Curved TV versteht man einen gebogenen Bildschirm, dessen Biegewinkel hochpräzise berechnet wurde, um einen noch tieferen und intensiveren Bildeindruck zu erhalten. In diversen hochklassigen Kinos wird ebenfalls mit einer gebogenen Leinwand gearbeitet. Waren wir zunächst noch skeptisch, so lassen sich nun doch interessante Beobachtungen machen: Zum einen wirkt das Bild tatsächlich tiefer und plastischer, zum anderen auch homogener.

Dies liegt daran, dass alle Ecken des Bildschirmes exakt gleich weit vom Betrachter entfernt sind. Auch ernteten die Curved Modelle überraschend großes Interesses bei führenden Händlern und bei Consumern. Die anderen relevanten TV-Hersteller halten sich beim Thema Curved merklich zurück. So gibt Philips klar zu erkennen, dass man den Nutzen der Curved Technologie in Frage stellt und daher keinen Curved TV anbietet. Sony zeigte zwar auf der IFA 2013 einen LCD Prototyp im Curved Layout, seitdem allerdings ignoriert Sony das Thema Curved konsequent. Bei Panasonic scheint man sich noch nicht ganz im Klaren über den Nutzen der Curved Technologie zu sein, hauptsächlich als gestalterisches Merkmal kommt Curved hier bei OLED Prototypen zum Einsatz. Toshiba zeigte auf der diesjährigen Produktshow in Hamburg einen Curved Prototypen in besonders edlem Design. Dieser noch namenlose Prototyp in 65 Zoll Format stand bereits auf der CES und wurde in beiden Fällen inkl. passendem Standfuß und passendem Lautsprechersystem präsentiert. Derzeit testet Toshiba die Publikumsresonanz vor allem innerhalb des Fachpublikums.

Samsung macht „Nägel mit Köpfen“ und gibt schon Preise  und Erscheinungsdaten der neuen Ultra HD- und Full HD-Curved-TVs bekannt:

  • UE78HU8590, UVP 7.999 Euro, erhältlich ab Juli 2014
  • UE65HU8590, UVP 4.999 Euro, erhältlich ab KW13
  • UE55HU8590, UVP 3.499 Euro, erhältlich ab KW13
  • UE65H8090, UVP 3.999 Euro, erhältlich ab KW13
  • UE55H8090, UVP 2.599 Euro, erhältlich ab KW13
  • UE48H8090, UVP 1.799 Euro, erhältlich ab KW22

Groß geschrieben wird das Thema Curved bei den chinesischen Herstellern, ganz gleich ob HiSense, ChangHong oder TCL LCD TV’s mit UHD-Auflösung in Curved Design waren auf der CES ausgestellt. Wie sich Curved in der Praxis auf dem Markt halten wird, bleibt abzuwarten. Wer denkt, er könnte einen Curved TV nicht an die Wand hängen, der irrt. Entsprechende Möglichkeiten sind selbstverständlich gegeben. Damit wird sich der Kreis der Curved Interessenten deutlich erhöhen. Aufgrund des erstklassigen Schwarzwertes und des erstklassigen Kontrastes macht Curved besonders bei einem OLED Panel sichtbaren Sinn. Das beweist eindrucksvoll die aktuelle OLED 9-er-Serie von LG. Das Bild wirkt ungemein tief und fein gestaffelt, auch kleinste Kontrastunterschiede werden exzellent dargestellt. Zum Thema Curved haben sich Samsung und LG noch etwas Besonderes ausgedacht. Es existieren Prototypen, die im ausgeschalteten Zustand „Flat“ sind und dann, wenn man das Gerät einschaltet zu einem Curved TV mutieren. Bislang ist über eine Serienfertigung solcher Geräte noch nicht entschieden.

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UHD Evolution Kit SEK-2500U – Qaud Core+ CPU auch für die Samsung 2013er UHD-Modellreihe F9090

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 Der Panasonic WT600 hatte schon 2013 einen 6-Kern-Prozessor

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 Auch Philips stattete die 2013er Top-Serie 9708 mit einer Hexacore-CPU aus

Die gesamte Bildverarbeitungs- und Smart-TV-Funktionalität benötigt immens viel Rechenleistung. Daher rüsten die Hersteller 2014 weiter auf. Von einigen Anbietern ist bereits bekannt, mit welcher Art von CPU die Spitzenserien ausgestattet sind. Panasonic verwendet bei der AXW804-Serie, wie schon bei der 2013-er Baureihe WT600 einen Hexacore-Prozessor mit 6 Kernen. Auch Philips gönnt der 8800-er Baureihe einen 6-Kern-Prozessor, schon die 2013 auf der IFA präsentierte 9000-er Serie ist mit einem solchen ausgestattet. Die 7800 UHD-Serie von Philips und auch die anderen 8000-er Android TV’s (8000-er Full HD-Modelle) setzen auf einen 4-Kern-Prozessor. Samsung verwendet in den Top-Baureihen 2014 den Quad-Core+Prozessor, der zwar wie das letztjährige Pendant auf 4-Prozessor-Kerne setzt, aber bis zu dreimal schneller sein soll. Wer diese enorme Rechenpower in Verbindung mit einem 2013-er F9090 UHD-Modell nutzen möchte, kann sich für 350 bis 400 Eur (genauer Preis steht noch nicht fest) das UHD-Evolution-Kitt SEK2500U kaufen. Interessant ist, um einmal die andere Seite des Marktes zu beleuchten, dass sich selbst in der gehobenen Einsteigerklasse Dual-Core-Prozessoren durchsetzen.

Wozu soviel Rechenleistung ?

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Ein erstklassiges Upscaling ist nicht nur bei Panasonic Pflicht

Gerade die UHD-Modelle sind auf enorm leistungsfähige Prozessoren angewiesen. Sehr aufwändig ist das Hochskalieren von niedriger auflösendem Quellmaterial auf die native Panelauflösung von 3840 x 2160 Bildpunkten. Hierbei muss das Quellmaterial in verschiedenen rechenintensiven Schritten genau analysiert werden, um anschließend exakt die richtige Art der Aufbereitung für die Wiedergabe über das UHD-Panel anzuwenden. Daher ist es meist üblich, dass sich ein eigener Prozessor-Kern nur um das Upscaling kümmert.

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Panasonic bietet eine THX-Zertifizierung für die 4K Displays nebst 2 THX-Bildprogrammen

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 Philips offeriert ISF-Bildprogramme für Tag und Nacht

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 Eingebautes Testbild bei Toshiba

Die perfekte Bildqualität – danach streben alle Hersteller – doch sie besteht nicht nur aus dem bereits angesprochenen Upscaling. Verschiedene weitere Faktoren sind immens wichtig, um ein hervorragendes Bild gewähren zu können. Im Fokus hierbei steht der Video EQ, der es ermöglicht, das Bild zu verbessern und nach eigenen Sehgewohnheiten anzupassen. Generell muss unterschieden werden zwischen einem Bild, das dadurch hervorragend ist, weil standarisierte Normen, z.B. hinsichtlich der Farbreproduktion präzise eingehalten werden und zwischen einem Bild, das vielleicht nicht so authentisch ist, durch kräftig gesättigte Farben und enormen Kontrast für eine bestimmte Zielgruppe aber doch Faszinationspotential freisetzt.

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LG-Bildassistent

Bereits ab Werk geben z.B. Philips, Panasonic und LG dem Anwender erstklassige Werkzeuge an die Hand, um ein höchst realistisches Kino-gemässes Bild erzeugen zu können. Dies geschieht im Falle Philips und LG mittels ISF-konformen Einstellungen, die sich getrennt für das Schauen von Inhalten bei Tag und bei Nacht justieren lassen. Panasonic bietet nicht nur ISF-Modi, sondern auch zwei THX-Betriebsarten Cinema und Bright-Room an. Ohne extreme Einstellungsarbeit gehen bildoptimierende Prozesse besonders bei LG von der Hand. Die geniale Erfindung ist hier ein Bildeinstellungsassistent, der nicht nur wenige Grundparameter berücksichtigt sondern auf einfach, aber vollständige Weise durch alle Bildeinstellungen führt. So hat man schon nach 30 Minuten ein richtig gutes Bild, gerade wenn man zur Justage Testbilder einsetzt.

Testbilder – hier offeriert beispielsweise auch Toshiba ein in die TV’s integriertes multifunktionales Testbild. Darüber hinaus brillieren die Toshiba Fernseher nicht nur mit den ebenfalls semiprofessionell genügenden Ansprüchen genügenden Hollywood Day und Hollywood Night Bildfeldern, sondern zusätzlich mit Hollywood Pro. Ein optional erhältlicher Messsensor kann hier direkt am TV angeschlossen werden, er misst alle relevanten Parameter am Aufstellungsort durch und gleicht sie mit intern gespeicherten Werten ab. Die Möglichkeit, mit dem Calman Kalibrierungsprogramm für das perfekte Bild zusammenzuarbeiten, offerieren verschiedene Panasonic-Modelle. Bei Samsung so scheint es, wird auf dem Feld der präzisen Bildoptimierung nicht so viel bewegt. Hier gibt es auch noch recht wenige ab Werk vorprogrammierte Bildmodi. Dies ist aber durchaus beabsichtigt, da Samsung den Anwender nicht mit extrem vielen Einstellmöglichkeiten verwirren möchte. Auch Sony bietet zwar einen guten Video-EQ, aber weder THX- noch ISF-konforme Bildfelder.

Wichtig für hochwertigen Bildgenuss ist die Möglichkeit des Fernsehers, alle Arten von Bewegung scharf und flüssig wiederzugeben. Um dies zu gewährleisten arbeiten gerade die Spitzenmodelle der Anbieter mit immer leistungsfähigeren Zwischenbildberechnungsalgorithmen. Diese bieten meist verschiedene Programme, um für jedes Quellmaterial und jedes Nutzerprofil passend zu arbeiten. Schon 2013 war zu beobachten, dass die Zwischenbildberechnungen immer besser arbeiteten. 2014 machen sich vor allem Panasonic und Samsung daran, neue Bestmarken zu setzen.

Die vielfältigen medialen Nutzungsmöglichkeiten mit Smart-TV-Apps. und Internetzugang verlangen ebenfalls nach üppig bemessener Rechenleistung.

Damit sind wir bereits beim nächsten und elementar wichtigen Thema: Der Verwendung des Fernsehgerätes als s.g. Smart-TV. Schon längst nicht mehr gibt der Fernseher nur das Live-TV-Programm und Medien von angeschlossenen Zuspielern wieder. Vergleichbar mit einem Smartphone wird der TV immer mehr zur Entertainment Zentrale für alle multimedialen Aufgaben des täglichen Lebens. Er wird drahtlos oder drahtgebunden ins Heimnetzwerk mit Internetanschluss integriert. Viele Modelle bieten über einen integrierten Browser die Möglichkeit ins freie Internet zu gelangen, zudem sind viele auf das TV-Gerät zugeschnittene Apps direkt vorinstalliert, in mittlerweile gut bestimmten App-Stores kann man sich weitere Anwendungen herunterladen. Spitzen-TV-Modelle verfügen auch über eingebaute Kameras, mit denen man z.B. Videotelefonate über Skype führen kann.

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Philips-TVs der 8000er Serie mit Android-Betriebssystem

Diese ganzen Fakten galten auch schon 2013, 2014 werden neue Kapitel aufgeschlagen. Eine Vorreiterrolle nimmt hier Philips ein, denn deren 8000-er Modelle arbeiten mit einem Android – Betriebssystem. Dieses zeigt sich schon bei ersten Prototypen als reaktionsschnell und leicht bedienbar. Zudem hat der Anwender Zugriff auf den Google-Play-Store. Der TV kann somit z.B. durch heruntergeladene hochwertige Spiele noch besser seine Rolle als zentraler Entertainer spielen. Noch nicht einmal eine separate Spiele-Konsole ist dann noch erforderlich. Ein handelsüblicher kabelloser oder schnurgebundener PC-Game-Controller kann zur Steuerung verwendet werden. Aber auch Googles, Video- und Music on Demand-Dienste können Philips TV –Besitzer nutzen. Philips verspricht sich durch das Android-Betriebssystem eine deutliche Steigerung bzgl. der Anzahl der Anwender, die Smart-TV auch tatsächlich nutzen.

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LG webOS-Plattform

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 Auch Sony möchte eine möglichst einfache Nutzung aller Smart-Funktionen sicherstellen

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 Samsung offeriert eine große App-Auswahl

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 Der App Store wurde 2014 deutlich überarbeitet

Genau dies möchte auch LG mit der webOS-Plattform bewirken. Schon auf der CES wurden TV’s vorgestellt, die mit dieser neuen Smart-TV-Plattform arbeiten. Besonderheit ist, dass man aus dem laufenden TV-Programm, ohne in ein Hauptmenü zu gehen, direkt auf eine Vielzahl multimedialer Anwendungen zugreifen kann. Das Ganze geschieht mit enormer Übersichtlichkeit und enormer Schnelligkeit. Somit ist die Erfahrung Smart-TV auch für technische Laien und weniger versierte Anwender in greifbare Nähe gerückt. Ein ähnliches Konzept verfolgt Sony. Auch hier steht der direkte Zugriff auf alle medialen Inhalte ohne störende Umwege im Mittelpunkt.

Panasonic optimiert in diesem Jahr die 2013 eingeführte „My Home“ Screen-Funktion. Der Anwender hat noch mehr Möglichkeiten, sich einen individuellen Start-Bildschirm zusammenzustellen. Überdies trumpft Panasonic mit neuen Funktionen auf, dass Aufnehmen und Betrachten von Content ist nun noch deutlich flexibler, mit dem Smartphone oder Tablet kann man weltweit Aufnahmen managen und Content abrufen. Samsung verfeinert 2014 die 2013 deutlich überarbeitete Smart-TV-Plattform. Große Revolutionen bleiben hier optisch aus, allerdings werden diverse neue Dienste integriert. Neu gestaltet und übersichtlicher als bisher präsentiert sich der App Store. 

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Toshiba: Smart TV für Einsteiger

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 Toshiba: Smart TV in den großen Baureihen

Toshiba setzt auf zwei unterschiedliche Smart-TV-Plattformen: Möglichst einfach zu bedienen und nicht so umfangreich in den kleinen Smart-TV-Baureihen, umfangreich ausgestattet und trotzdem übersichtlich in den großen Smart-TV-Baureihen. Media-Guide-Replay ist eine neue Funktion der Toshiba Top-TV’s. Hierbei nimmt das Fernsehgerät Sendungen auf, die dem Anwender zuvor aufgrund dessen Sehgewohnheiten empfohlen wurden. Voraussetzung ist eine angeschlossene Festplatte. Der Anwender hat so die Möglichkeit, sich vom TV sozusagen ein individuelles Programm, dass auf den eigenen Präferenzen beruht, zusammenzustellen zu lassen.

Hier sind wir bei einem ganz wichtigen Punkt, nämlich der Interaktion zwischen Anwender und Fernsehprogramm. Längst ist es nicht mehr so, dass der TV mittels konventioneller Tastenfernbedienungen gesteuert wird. Die Hersteller verfolgen auch 2014 eigene Konzepte.

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LG Magic Remote des Modelljahres 2014

LG hat die Magic-Remote, die sich ähnlich steuern lässt, wie ein Nintendo Wii-Controller, erfolgreich überarbeitet. Sie reagiert nun noch schneller und ermöglicht nach kurzer Eingewöhnungszeit ein komfortables Handling. Aufgrund der Beschwerden verschiedener Kunden, legt LG 2014 zusätzlich zur Magic Remote noch eine konventionelle Tasten-Fernbedienung bei den Spitzenmodellen bei.

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Samsung 2014er Remote

Ein ähnliches Konzept verfolgt auch Samsung, deren neue Hauptfernbedienung für die moderne Bedienung aller Funktionen nun nicht mehr in Riegelform auftritt, sondern in ergonomischem Design gehalten ist. Die 2014-er Samsung Remote liegt sehr gut in der Hand und reagiert flott auf gegebene Befehle. Ebenso wie LG legt auch Samsung eine Tastenfernbedienung zusätzlich bei.

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Panasonic Fernbedienung 2014

Panasonic liefert nach wie vor eine sehr hochwertige konventionelle Fernbedienung mit. Die Zusatzfernbedienung mit Touch-Pad ist deutlich einfacher gehalten, als bei der Konkurrenz. Sony hat bislang nur konventionelle Tastenfernbedienungen mitgeliefert, 2014 wird allerdings auch eine moderne Fernbedienung mit Touch-Pad und kompakten Abmessungen angeboten.

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Philips-Remote mit 2 Seiten

Wieder einen anderen Weg beschreitet Philips. Hier setzt man auf eine zweiseitige hochwertige Fernbedienung in den großen TV-Serien. Auf der ersten Seite befindet sich ein konventionelles Fernbedienungslayout. Auf der zweiten Seite ist eine komplette Tastatur vorhanden. Wir finden den Philips-Vorschlag besonders gut, für Liebhaber moderner Interaktion ist noch eine Pointer-Funktion in die Fernbedienung integriert. Dank der Tastatur gestaltet es sich einfach, z.B. im Internet-Browser Adressen einzugeben. Andere TV-Geräte erkennen zwar externe Tastaturen, serienmässig allerdings wird keine Tastatur mitgeliefert. Bleibt noch Toshiba, hier sieht die Fernbedienung nach wie vor konventionell aus.

Der TV von heute lässt sich aber auch per Gesten oder per Spracheingabe steuern. Bei der Spracheingabe ist hervorzuheben, dass diese bei aktuellen Geräten teils wirklich gut funktioniert. Überdies versteht der TV oft sogar ganze Sätze. Panasonic integriert in diverse Modelle sogar eine Vorlesefunktion, der Fernseher kann dem Anwender Texte vorlesen.

Die Sprachsteuerung funktioniert immer nach dem gleichen Schema, in die Fernbedienung ist ein Mikrofon eingebaut, welches die Stimme des Anwenders aufnimmt. Auch bemühen sich moderne TV’s des Jahrgangs 2014 es dem Anwender in vielfältiger Hinsicht „recht“ zu machen. So wird das Sehverhalten genau analysiert, bei Philips ist dies sogar wörtlich zu nehmen. Ausgewählte Top-TV’s messen über die eingebaute Kamera den Abstand des Betrachters zum Bildschirm und stellen automatisch die perfekt dazu passende augenfreundliche Bildschärfe ein. Bei den anderen TV-Herstellern ist mit Sehgewohnheiten eher der individuelle Konsum verschiedener Genres gemeint. Sieht ein Anwender gerne amerikanische Familienserien, stimmt der TV seine Empfehlungen für weitere Sendungen ziemlich präzise auf dieses Genre ab. Leistungsfähige Suchfunktionen ermöglichen das Suchen von Begriffen, beispielsweise im Internet und im Fernsehprogramm.

Übrigens sind auch diese gerade erläuterten Features ein Grund, weshalb die Prozessorleistung der TVs so groß ausfallen muss.

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SAT>IP – großes Thema bei Panasonic

Früher hatten Flachbildschirme einen Tuner für DVB-C und DVB-T. Wer DVB-S Satellitensignale empfangen wollte, brauchte in fast allen Fällen einen externen Satellitenempfänger. Dann kamen Flachbildschirme auf, die zusätzlich noch einen DVB-S Tuner integriert hatten. Mittlerweile ist ein Tuner für alle drei Empfangsnormen schon im Modell der gehobenen Einsteigerklasse Standard. Daher müssen nun neue Stufen gezündet werden, um noch mehr Flexibilität anbieten zu können. 2013 wurde der Anfang gemacht. Panasonic und Samsung offerierten in selektierten Modellen einen Doppeltuner. Nun konnte man ein Programm anschauen und parallel ein anderes aufnehmen. Möglich war es auch, ein Programm auf dem TV und ein Programm auf Tablet oder Smartphone zu verfolgen. 2014 bringen auch Philips und Sony solche Doppeltuner in ihre Spitzenmodelle. Grund genug für Panasonic nun nochmals eins drauf zu setzen: Verschiedene neue Modellserien haben nun eine Sat>IP-Funktion.

SAT>IP ist der neue Standard für die flexible Verteilung von DVB-S und DVB-T Signalen im heimischen Netzwerk. Die TV-Signale werden zunächst vom „SAT>IP Server“ in standardisierte IP-Signale umgewandelt und werden dann in Heimnetzwerk per LAN-Kabel, WLAN oder auch PLC (Power Line Communication) verteilt. Sat>IP kompatible Endgeräte („Clients“), wie zum Beispiel die neuen Panasonic TV-Geräte, aber auch Tablets oder Smartphones, nutzen diese Signale zur Wiedergabe des Fernsehprogramms. Der Panasonic SAT>IP Empfänger als weiterer Signaleingang ermöglicht dabei die volle TV-Funktionalität. So lassen sich TV Programme und Pay-TV dank CI+ Unterstützung in gewohnter Bildqualität empfangen und ansehen. Zusätzlich können auch HbbTV, EPG, Videotext und USB-Recording genutzt werden.

Interessanterweise offeriert auch Philips mit Multi-RoomTV ähnliche Möglichkeiten, allerdings mit proprietärem System. Es ist aber auch bei Philips möglich, z.B. eine Sendung auf dem Zweitfernseher im Schlafzimmer weiterzuverfolgen, sofern dieser im Heimnetzwerk eingebunden ist. Ein Tuner muss beim TV im Schlafzimmer nicht angeschlossen sein.

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Philips MyRemote App

Viele der im Text geschilderten Funktionen werden durch die Smartphone-/Tablet Apps der Hersteller zusammengehalten. Diese Apps ermöglichen es, das Smartphone oder das Tablet als zentrales Steuerungselement für den TV einzusetzen. Hierbei geht der Funktionsumfang dieser Apps sehr deutlich über das hinaus, was eine normale Fernbedienung leistet. Das das Fernsehgerät per App mittels Fernbedienungsoberfläche gesteuert werden kann, ist eine Selbstverständlichkeit und kaum erwähnenswert. Viel wichtiger ist, dass man auch einen erweiterten Funktionsumfang per App nutzen kann. So ist es beispielsweise bei den Apps verschiedener Hersteller möglich, das laufende TV-Bild mit nur geringer Zeitverzögerung „mitzunehmen“. Wer z.B. beim Fussballspiel keine Szene verpassen will, nimmt das TV-Bild zum Nachfüllen von Chips und Gummibärchen einfach mit. Auch eröffnet sich die Möglichkeit zur Fernprogrammierung von Sendungen, die der TV aufnehmen soll. Bei TV-Geräten mit Doppeltuner eröffnet sich überdies die Option, ein Programm auf dem TV zu betrachten und ein anderes auf dem mobilen Device. Viele Hersteller bieten eine getrennte App für Smartphones und Tablets an. Dadurch kann der größere Bildschirm des Tablets optimal genutzt werden.

Smartphones und Tablets arbeiten auch noch auf andere Art und Weise mit modernen Smart-TV-Geräten zusammen. Befinden sich das mobile Device und der TV im identischen Netzwerk, so können mediale Inhalte wie Photos, Videos und Musik vom mobilen Device zum Smartphone gestreamt werden. Möglich ist auch, ein spiegeln des kleinen Smartphone oder Tablet-Bildschirms auf den großen TV-Display. Als verbindlicher Standard für alle Geräte in der Kette fungiert hierbei oft Miracast. Kaum noch der Erwähnung bedarf, dass moderne Smart-TV’s auch Videos, Fotos und Musik von PC’s und Servern aus dem Heimnetzwerk streamen können. Die Formatevielfalt ist mittlerweile generell groß.

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Sony: Drahtloser aktiver Subwoofer lieferbar als optionales Zubehör

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 Die 2014 auf der CES gezeigten LG-Topmodelle bieten ein 4.1 Soundsystem

Wenden wir uns nun den akustischen Eigenschaften der neuen TV-Modelle zu. Generell ist festzuhalten, dass Flachbildschirme wenig überzeugende Rahmenbedingungen für guten Klang mitbringen. Das liegt daran, dass in den schmalen Gehäusen kaum ein ausreichendes Volumen vorhanden ist, und ein gewisses Volumen zwingend notwendig ist für das Realisieren einer guten Klangqualität. Unter diesen beengten räumlichen Verhältnissen ist es auch nicht möglich, hochwertige Chassis zu installieren. Daher stellen die Anbieter verschiedene Konzepte vor, wie man trotzdem zu gutem Klang ohne viel Aufwand gelangen kann. Eine einfache Methode ist die, die LG und Samsung anbieten. Hierbei wird eine entsprechend kompatible Soundbar einfach per Blutooth drahtlos mit dem Fernseher verbunden. Vorteil: Es müssen keine Kabel verlegt werden, Nachteil Voraussetzung ist, dass TV und Sundbar vom selben Hersteller stammen und beide das entsprechende Feature für die drahtlose Verbindung mitbringen. Dieses Ausstattungsmerkmal hat bei Samsung und LG durchaus Kalkül, kann man doch dem Käufer zusätzlich zum TV auch noch eine Soundbar des Hauses verkaufen. LG allerdings möchte in den Top-TV-Serien schon ohne weitere externe Lautsprecher guten Klang bieten. Bei den auf der CES gezeigten High-End-Modellen, sind Lautsprechersysteme im 4.1 Layout mit Harman Kardon Technologie mit an Bord. Auch Toshiba nimmt sich bei der M7-Serie dem Thema guter Klang an. Bei Toshiba läuft dies unter dem Namen CEVO-Audio.

CEVO AUDIO nun setzt auf eine labyrinthartige Bassreflex-Bauweise, um auf kleinem Raum maximalen Schalldruck zu erzeugen. Ein Zuwachs von 3 dB kann Toshiba vorweisen, das entspricht eine Verdopplung der Lautstärke. Dadurch sind souverän höhere Pegel möglich, zudem werden Frequenzen im Bereich zwischen 100 und 150 Hz wiedergegeben. Eine spezielle Funktion (Sound Seperation) ermöglicht überdies die Verschiebung zwischen Stimme und sonstigen Anteilen. So kann man zum einen die Stimmverständlichkeit extrem steigern, wenn man die Stimme betont, gleichzeitig aber kann man auch auf der anderen Seite die Stimme völlig ausblenden – dann kann die Karaoke-Party steigen. In ersten Höreindrücken waren wir positiv überrascht: Klarer, kräftiger, lauter – so gut klangen Flachbildschirme noch nie, es sei denn, man hat gleich einen aktiven Subwoofer mit zur Hilfe genommen.

Philips bietet ebenfalls einen Weg an, um den Klang besonders im Bassbereich zu verbessern. Bei der Full-HD-Serie 7500 liefert Philips einen 50 Watt starken externen, kabellosen Subwoofer mit, so kann man einen kraftvolleren und räumlicheren Klang sicherstellen. Diesen Gedanken hatte nicht nur Philips – auch bei Sony gibt es optional allerdings einen drahtlosen, aktiven Subwoofer, der SWFBR100 heißt. Bei der Top Serie X95 geht Sony ebenfalls einen speziellen Weg zur Klangverbesserung. Die Lautsprecher sind links und rechts über die volle Gehäusehöhe untergebracht. Dadurch erreicht man nicht nur, dass der Klang zielgenau das Auditorium trifft – auch kann man vergleichsweise hochwertige Chassis verbauen. Durch das nach unten dicker werdende Wedge-Design des Sony X95 kann man sich überdies über ein höheres Gehäusevolumen freuen. Insgesamt sprechen wir von 12 Litern Lautsprechergehäusevolumen. Panasonic setzt bei den größten Modellen, der AXW804-Serie auf ein VR-Audio-Pro Surround-System.

Insgesamt darf man gespannt sein, wie sich der TV-Markt 2014 entwickelt. Jeder Hersteller hat für sich auf den diesjährigen Roadshows in Anspruch genommen, 2013 beachtliche Erfolge erzielt zu haben. Dass das Klima allerdings in Wahrheit ziemlich rauh ist, dürfte kaum jemandem entgangen sein, Anzeichen dafür finden sich zur genüge.Philips gehört nun praktisch komplett TPV, Loewe wurde nach langem Ringen endlich an einen Investor verkauft, Toshibas Modellprogramm wird kleiner und Panasonic stellt keine Plasma TV’s mehr her. Panasonic sowie Sharp verdienen mittlerweile mit Smartphone Displays (Sharp) und Batterietechnologie (Panasonic) auf anderen Gebieten soviel Geld, dass das TV-Geschäft längst nicht mehr Kernbusiness ist. Darum hat sich auch Philips von seiner TV-Sparte in Schritten getrennt. Samsung ist zwar unangefochten Marktführer in Deutschland, jedoch muss man auch hier sehen, dass Quantität nicht alles ist. Durch Preisstabilität und selektive Vertriebskonzepte sucht man hier einen Weg, gerade mit hochwertigen TV-Geräten auch Geld zu verdienen. LG sieht im Jahr 2014 ein besonders wichtiges Jahr, da man hier versuchen möchte, durch das Leadership bei OLED Displays einen neuen Trend auf dem Markt loszutreten.

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Verschiedene Farb- und Fußvarianten bei der Philips 8000er Serie

Wer womit 2014 Erfolg haben wird, hängt von weiteren Faktoren ab. Hierbei nicht zu unterschätzen sind Optik und Materialanmutung des TV-Gerätes. Besonders Philips möchte auch Design-technisch anspruchsvolle Kunden zufriedenstellen und bietet bei der 8000-er Serie verschiedene Farb- und Standfußkonzepte an. Somit passt ein Modell der 8000-er Serie in nahezu jede Wohnumgebung.

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Das Design von Panasonic wird immer edler

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 LG offeriert 2014 größtenteils eine tadellose Material- und Verarbeitungsgüte

Gerade bei LG und Samsung sind die Bemühungen, ein hochwertigeres Verarbeitungs- und Materialgefühl zu erzeugen, gut sichtbar. So kommt vermehrt echtes Aluminium anstatt Kunststoff zum Einsatz, früher waren Flachbildschirme von Panasonic eher nüchtern gestaltet. Auch dass hat spätestens seit letztem Jahr ein Ende gefunden, Symbol für die neue Hochwertigkeit wurde der UHD-TV WT600. Die neuen 2014-er Modelle erscheinen durch die Bank edel und sauber verarbeitet. Wem es um die pure Hochwertigkeit geht, der liegt auch bei Sony richtig. Massive Verarbeitung trifft hier auf edle Materialien. Bleibt Toshiba – hier sollte man den Mut haben, den überdurchschnittlich noblen Curved 65 Zoll TV in die Serienproduktion zu übernehmen.

Die tollste Technik und die hochwertigste Verarbeitung helfen aber nichts, wenn der TV unzuverlässig ist und sich schwer bedienen lässt. Hier gab es in der Vergangenheit oft herbe Enttäuschungen und die Hersteller gelobten rasche Besserung. Auch 2014 wiederholt sich das Schauspiel erneut, denn lange nicht alle 2013-er Modelle erwiesen sich in der Praxis als so vorbildlich zuverlässig, wie die Modelle Sony W9 und Panasonic WT600 die wir, aufgrund ihrer enormen Zuverlässigkeit, als Testbildschirme in der Redaktion verwenden. Zwar waren gegenüber 2012 2013 Steigerungen der Zuverlässigkeit erkennbar, aber das Abstürzen eines TV’s, das eigenmächtige Verändern von Einstellungen oder die permanente Nichterreichbarkeit von Smart-TV-Portalen zeigten auf, dass es noch mehr Optimierungspotential gibt. Auch das teils enorm träge Ansprechen auf Befehle, die mit der Fernbedienung gegeben wurden, war noch zu beanstanden. Hier müssen ausführliche Testberichte der 2014-er Geräte zeigen, ob sich die Zuverlässigkeit tatsächlich gesteigert hat. Leider müssen wir praktisch jedem Besitzer eines Smart-TV’s raten, die vom Hersteller vorgeschlagenen Software-Updates regelmässig durchzuführen, da nur dann ein störungsfreier Betrieb gewährleistet ist.

Trotz des immer größer werdenden Funktionsumfangs ist die Bedienung moderner TV-Geräte löblicherweise bei weitem nicht so komplex, wie man vermuten könnte. Installationshilfen, erklärende Texte zu relevanten Funktionen und eine Bedienungsanleitung, die direkt im Gerät gespeichert ist, tragen zu einem hohen Gesamtkomfort bei.

Text: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich, Thomas Hermsen, Panasonic, Philips
Datum: 28. März 2014

 

 




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