XXL-TEST: Pioneer 7.2-Kanal-Receiver SC-LX502 – Kraftvoller Klangmeister für 1.199 EUR

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Für 1.199 EUR gibt es den 7.2-Mehrkanal-Receiver Pioneer SC-LX502, und zwar wahlweise in silberner oder schwarzer Ausführung. Der elegant-schlicht gehaltene SC-LX502 bringt enorm leistungsstarke „Direct Energy HD“ Digital-Endstufen mit, die es auf satte 560 Watt Simultanleistung bringen. Das reicht auch für die Beschallung größerer Hörraume. Der Pioneer bringt keinen störenden aktiven Lüfter mit. Natürlich werden Dolby Atmos und DTS:X decodiert.

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Regler für die Quellwahl

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Lautstärkedrehregler

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Display

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Bedienelemente unter der Front-Klappe, sowie Anschlüsse (USB, HDMI, Anschluss MCACC-Einmessmikrofon)

Optisch dominieren die beiden griffgünstigen, großen Drehregler für Quellwahl und Lautstärke die elegant und aufgeräumt auftretende Gerätefront. Das Display ist einzeilig und stellt groß sowie kontrastreich dar. Auch aus einiger Distanz kann man die Anzeige problemlos ablesen. Unter dem SC-LX502 sorgen silberfarbene, hochwertige Standfüße für soliden Halt. Die meisten Bedienelemente, daher das aufgeräumte Design vorn, sind unter einer Klappe verborgen. Auf der Rückseite sind die mittlerweile obligatorischen Antennen für die drahtlosen Verbindungen untergebracht. Zudem finden sich sechs HDMI-Eingänge (alle mit HDCP 2.2) und zwei HDMI-Ausgänge. Die einzelnen Anschlüsse sind exakt eingepasst. Natürlich gibt es auch eine Ethernetbuchse.

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HDMI-Sektion hinten

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Zwei Subwoofer-Pre-Outs, Zone 2 Cinch-Pre-Out, vier Cinch-Stereo-Eingänge plus dedizierter Phono-Eingang. Analoges Video: 2 x FBAS und 1 x YUV

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ein koaxialer klassischer Digitaleingang und zwei optische Digitaleingänge hinten

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RS 232-Schnittstlele, 2 x Trigger (12V), IR In/Out, FM/AM-Antennenanschluss. Leider hat der SC-LX502, im Gegensatz zu den 2017er Yamaha Aventage AVRs, keinen DAB-Tuner

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Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse

Das Innenleben des SC-LX502 präsentiert sich übersichtlich.

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Platinenlayout

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Transformator

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Elkos

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Gesamtübersicht

Im Inneren dominiert ein insgesamt übersichtliches Layout. Die sehr kraftvollen digitalen Endstufen sorgen auch für eine hohe akustische Dynamik und erhitzen sich auch bei längerem Betrieb mit 80 Prozent der maximal möglichen Lautstärke kaum. Das liegt daran, dass beim digitalen Verstärkungsprozess nur in geringem Umfang Verlustwärme auftritt. 

Wie ist es um die Ausstattungsmerkmale bestellt?

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MCACC-Einmess-Mikronfon

Pioneers Lautsprecher-Einmesssystem MCACC mit den Funktionen Phase Control sowie Subwoofer EQ findet sich ebenso in der Ausstattungliste wie der „Reflex Optimizer“ für die nahtlosen Übergänge zu den Height-Lautsprechern/Top Firing-Modulen.

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Rückseite komplett

Videoseitig ist der Ausstattungsumfang nicht so üppig, hier belässt es Pioneer, wie wir es mittlerweile schon kennen, von der Möglichkeit, Full-HD-Signale auf 4K hochzuskalieren. Zahlreiche DSP-Modi  „Advanced Game“, „Action“, „Rock/Pop“, „Sports“, „Extended Stereo“, „Extended Mono“, „Front Stage Surround“ (wenn man keine Rear-Lautsprecher verwendet“ und der „Auto Surround“ Modus sind an Bord. Sehr hochwertige 768 kHz/32-Bit-DACs (AK4458) sorgen für eine erstklassige Wandlung von digitalen in analoge Signale. Eine Digital Core Engine mit einem Cirrus Logic Quad Core Prozessor stellt reichlich Rechenleistung bereit.

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Eine Vielzahl an medialen Möglichkeiten steht bereit

Der Pioneer ist multimedia sehr begagt. DTS Play-Fi, Google Chomecast, und auch Fire Connect stehen für Multiroom-/Streaming-Anwendungen bereit. So hat man herstellerübergreifende Flexibilität. Spotify, TIDAL, Deezer, TuneIn Internet-Radio, AirPlay fehlen auch nicht. WLAN und Bluetooth braucht man kaum noch zu erwähnen, schon gar nicht in dieser Preisklasse. 

Selbstverständlich fehlen auch umfassende Wiedergabemöglichkeiten für Hi-Res-Audio-Files nicht, neben den gängigen Formaten – Flac und WAV, AIFF und ALAC (bis zu 192 kHz/24-Bit) -wird auch DSD, und zwar nicht nur 2,8/5,6 MHz, sondern auch 11,2 MHz, übers Netzwerk und von USB wiedergegeben. 

Der Pioneer SC-LX502 bringt On Screen Menüs im mittlerweile bestens bekannten Pioneer-/Onkyo-Design mit. Optisch der „letzte Schrei“ sind sie nicht mehr, aber auch dank des integrierten Einrichtungsassistenten kann man sie als durchaus nützlich betrachten.

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Fernbedienung

Das Handling des SC-LX502 erweist sich als recht komfortabel. Auch, wenn die im Lieferumfang enthaltene Fernbedienung eher zu einem Mehrkanal-Receiver der 500 EUR-Klasse passen würde: Praktisch und leicht bedienbar ist das kompakte Tool. Wir haben nun entsprechende Screenshots von der Einrichtung und von den Menüs während des laufenden Betriebs erstellt. 

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Inbetriebnahme

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Wer möchte, kann den SC-LX502 gleich mittels vollautomatischem MCACC einmessen lassen

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Unser Lautsprecher-Setup wird nun festgelegt

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Genaue Anweisungen, damit die Einmessung erfolgreich wird

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Nun beginnt die Messung

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Nach erfolgter MCACC-Einmessung kommt der Anschluss der Quellgeräte

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Anschließend erfolgt die Netzwerkeinbindung

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Natürlich, wie es heute selbstverständlich ist, kann man den SC-LX502 drahtlos oder kabelgebunden ins Heimnetzwerk einbinden

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Netzwerk-Integration erfolgt

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ARC-Einstellung

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Der SC-LX502 ist jetzt betriebsfertig

Nachdem uns der Installationsassistent beim Setup des SC-LX502 geholfen hat und das Gerät nun betriebsfertig ist, halten wir noch einige Screenshots weiterer Menüs bereit:

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Home-Menü

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Grundeinstellungen

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Ein-/Ausgangszuordnung

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HDMI-Eingänge mit HDCP 2.2

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Lautsprecher-Menü

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Wer besonders fließende Übergänge zu den Top Firing Modulen wünscht, aktiviert den Reflex Optimizer. Grundeinstellung ist „aus“

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Lautsprecher-Abstände

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Übernahmefrequenzen

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Pegelabgleich

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Zugriff auf Musik-Server im Netzwerk

Der Pioneer SC-LX502 ist recht gut zu bedienen. Alternativ ist es selbstverständlich auch möglich, den Mehrkanal-Receiver über Smartphone oder Tablet mittels App zu handhaben. Auch hier haben wir zahlreiche Screenshots bereit gestellt.

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Pioneer Remote Control App

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Wie bei der Yamaha MusicCast-App: Man kann der Hörzone ein Hintergrundbild zuordnen

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Menü-Übersicht

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Audio-Einstellungen

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EQ

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Verwendung der App als Fernbedienung

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Quellwahl

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Streaming-Dienste

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Wiedergabe über Spotify Connect

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Spotify-Wiedergabe eines Titels

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In der Google Home-App wird der SC-LX502 sofort erkannt

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Auch über die DTS Play-Fi-App lässt sich der Pioneer ansteuern

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Auswahl, Teil 2, bei Play-Fi

Der Pioneer SC-LX502, wir erwähnten es bereits eingangs, bringt zahlreiche multimediale Fähigkeiten mit. So kann er im Verbund mit anderen zum Standard Fire Connect kompatiblen Geräten betrieben werden. Ebenfalls sind Google Chromecast (zur Steuerung dient die Google Home App) und DTS Play-Fi (Zur Steuerung dient die Play-Fi-App) an Bord. Bei den Apps von DTS und Google wurde der SC-LX502 in unseren Testreihen problemlos erkannt. Genauso ohne Schwierigkeiten funktionierte die Wiedergabe von Spotify Connect sowie von Hi-Res-Files (FLAC, DSD) von unserem NAS-System. 

Insgesamt handelt es sich bim SC-LX502 demnach um einen vor allem im Multimedia-Bereich üppig ausgestatteten, solide verarbeiteten 7.2-Kanal-Receiver mit digitalen Endstufen. Wir vermissen einen achten HDMI-Eingang, eine umfangreichere Videosektion und einen digitalen DAB/DAB+ Radiotuner. 

Klang Blu-ray „Mission Impossible – Rogue Nation“, Dolby Atmos, Kapitel 4:

Natürlich darf eine besonders beliebte Blu-ray nicht fehlen: „Mission Impossible – Rogue Nation“, und hier wählen wir, wie gewohnt, das viert Kapitel, das in Wien spielt. Mit enormem Nachdruck stellt der SC-LX502 die klassische Musik dar, die zur nächtlichen Skyline von Wien ertönt. Dann befinden wir uns in einer U-Bahn-Station gegenüber der berühmten Wiener Oper. Hier bekommt Benjamin Dunn ein Couvert ausgehändigt, in dem sich verschiedenes Spezialwerkzeug, unter anderem eine Scan-Brille, befindet. Die Geräuschkulisse präsentiert uns der Pioneer sehr umfangreich. Das Gemurmel der vielen Menschen, das Geräusch des aus der Station fahrenden U-Bahn-Zuges oder aber die Betriebsgeräusch der speziellen Brille arbeitet der SC-LX502 sehr gut ein – auch bei kleinen Effekten agiert er sorgsam, wenngleich er immer noch, eben typisch Pioneer, eher für die großen „Kracher“ Sympathien zeigt. 

Die Musik, die ertönt, als der österreichische Bundeskanzler mit seiner Gemahlin im Dienst-Maybach vor dem Opernhaus vorfährt, gibt der SC-LX502 mit Nachdruck wieder, zugleich aber ist es auch sehr gut um die Präzision bestellt. Das Blitzlicht-Gewitter, das die anwesenden Pressefotografen veranstalten, zeigt eine stimmige Auflösung, die beweist: Ja, auch beim Thema Detailtreue kann man nun mit Pioneer rechnen. 

Nun befinden wir uns im großen Saal, und gleich beginnt die Vorführung von Puccinis „Turandot“. Zumindest eine Arie aus dieser faszinierenden Oper dürfte vielen nicht unbekannt sein: „Nessun Dorma“ ist weltberühmt und legendär. Nun spielt die Musik, und die Opernsänger gehen ihrem Handwerk nach. Zugleich suchen Ethan Hunt und Benjamin Dunn verzweifelt inmitten des Publikums einen eiskalten Killer. Die verschiedenen akustischen Ebenen differenziert der SC-LX502 sehr gut auseinander. Auffällig ist, wie gut er die Top Firing-Module integriert. So entsteht ein wahrhaftig lückenloser dreidimensionaler Raum – hinten „sinkt“ das Klanggesehen dann auf Ohrhöhe hinunter, der SC-LX502 hat eben lediglich sieben und nicht neu Endstufen. Wären es neun, könnte man auch ein 5.1.4-Setup mit vier Top Firing-Modulen fahren. 

Das Geschehen auf der Bühne und im Orchestergraben gibt der SC-LX502 mit Verve wieder. Bei den zahlreichen kräftigen Dynamiksprüngen stehen die „Direct Energy HD“ Endstufen sofort mit enormer Kraft bereit. Kleinere Effekte, als z.B. Benji ein Türschloss öffnet, werden gut berücksichtigt. 

Kurze Zeit später dann kommt es zu einer heftigen Keilerei hinter der Bühne: Ethan Hunt duelliert sich mit seinem Widersacher. Harte Faustschläge, ein Fall auf den Boden, und dazu parallel „Turandot“: Der Pioneer behält den Überblick und vermischt keine klanglichen Ebenen miteinander. Kurze Zeit später, als nach dem Attentat auf den österreichischen Bundeskanzler pures Chaos herrscht, sorgt der Pioneer dank seiner energiegeladenen Wiedergabe für viel Freude. Die „Mittendrin“-Wirkung für den Zuhörer ist immens, der SC-LX502 arbeitet Effekte mit ausgezeichneter Präzision heraus und platziert sie in einem Raum, der sehr authentische hinsichtlich Tiefe und Weite wirkt.

Klang Ultra HD-Blu-ray „Independence Day – Die Wiederkehr“, Dolby Atmos, Kapitel 6 und 7

Als die Mondstation in Gefahr gerät, sorgt der SC-LX502 für immensen Nachdruck und stellt alle Effekte mit erstklassiger Raumwirkung dar. Präzise steuert er die aktiven Subwoofer an, unbedingt benötigt wird kein aktiver Subwoofer. Der SC-LX502 hat so viel Kraft, dass er auch große Standlautsprecher ohne zusätzlichen aktiven Subwoofer antreibt. Kennzeichnend ist auch hier wieder, wie gut der Pioneer die Height-Lautsprecher integriert, so wirken herumfliegende Steine und kraftvolle Explosionen besonders dreidimensional. Stimmen arbeitet der SC-LX502 nahtlos ein.  

Das siebte Kapitel beginnt im Schlafzimmer des Ex-Präsidenten Whitmore. Die Dialoge stellt der Mehrkanal-Receiver auch hier wieder sehr charismatisch dar. Der ruhige Music Score wird detailreich umgesetzt, und langsam baut sich erneut Spannung auf. Die Sequenz in Afrika, die anschließend im Kapitel  folgt, kommt ebenfalls mit hoher atmosphärischer Dichte heraus. Der Pioneer ist zwar grobdynamisch nach wie vor überragend, aber im Vergleich zu früheren Modellen deutlich verbindlicher ausgelegt. Das Landemanöver des Fluggerätes in unmittelbarer Nähe vom Wrack des Alien-Raumschiffs wirkt so, als fände es direkt im Hörraum statt. Dieses Unfilterte, Unmittelbare, diese kaum vorhandene Distanz sind die speziellen reize des SC-LX502. Als das Fluggerät wieder entschwindet, mit David an Bord, generiert der Pioneer eine großzügige Räumlichkeit. 

Klang Blu-ray, Metallica, Thorugh The Never, Dolby Atmos

Die äußerst lebendig abgemischte Blu-ray müsste dem SC-LX502 liegen – daher sind wir besonder gespannt auf das, was uns jetzt bei „Ecstasy Of Gold“ erwartet. Und der SC-LX502 enttäuscht nicht, sondern packt gleich von Beginn an ohne jedes Erbarmen zu. Wir kennen keinen anderen AV-Receiver der Liga bis 1.500 EUR, der es bei hohen Pegeln derart angehen lässt wie der SC-LX502. Er kennt mit empfindlichen Naturen keine Gnade und schiebt massiv an, dabei wird die Aggressivität des Songs überragend herausgestellt – aber ohne es zu übertreiben: Man kann bei hohem Pegel daher noch relativ entspannt hören. 

Auch bei „Creeping Death“ lässt der Pioneer nicht locker. Mit tiefer Räumlichkeit und hartem, treffsicherem Bass bahnt er sich seinen Weg. Die E-Gitarre und die Drums kommen  hervorragend zur Geltung, dieser Schub, den der 502 freisetzt, kennen wir ansonsten nur von 2.000 EUR Mehrkanal-Receivern. Dabei geht der Pioneer keinesfalls oberflächlich vor, sondern liefert eine räumlich tiefe, exakte Präsentation, die den Zuhörer in ihren Bann zieht. 

Klang Stereo, Hi-Res-Dateien im Flac-Format

Bei „Feels Like Home“ (48 kHz/24-Bit) in der Adaption von Diana Krall modelliert der SC-LX502 akustische Einzelheiten gut heraus. Klar, im Stereobetrieb können teurere AV-Receiver noch mehr. Der Klang wirkt plastischer, noch feiner dosiert. Aber das, was der Pioneer leistet, dürfte auch für Stereohörer mit gewissem Anspruch ausreichen. Klar und fundiert erfolgt die Stimmwiedergabe, und auch das Klavier präsentiert sich dynamisch und überdies prima eingearbeitet: Die Übergänge zur Stimme sind sauber akzentuiert, gleichzeitig bietet der Pioneer aber ein in sich schlüssiges, gut ausbalanciertes Gesamt-Klangbild. 

„Flowers Of Sendai“ (96 kHz/24-Bit) vom Jan Lundgren Trio ist eigentlich kein Quellmaterial, das dem SC-LX502 liegt, da es schlichtweg überhaupt nicht richtig „zur Sache“ geht. Und trotzdem schlägt er sich gut und gefällt durch eine ordentlich definierte Bühne sowie eine überraschend deutlich herausgearbeitete Anschlagdynamik beim Piano. 

Und nochmal „Nessun Dorma“:  Nicht nur in „Rogue Nation“ in Dolby Atmos, sondern auch und gerade in Flac 96 kHz/24-Bit, gesungen von Jonas Kaufmann: Richtig gut, was der SC-LX502 hier treibt. Facenttenreich, ohne unpassende metallische Härte, stellt er die Streicher dar, die auch bei hohem Pegel noch akustisch souverän bleiben. Die Stimme Kaufmanns gefällt uns durch die klaren Konturen, das gilt auch für den Chor. Bilanzierend eine Vorstellung im Stereobetrieb, die unseren Erwartungen voll gerecht wird. 

Video: Upscaling von Full-HD auf 4K, „Super-Auflösung“ auf „2“ eingestellt

Im vierten Kapitel von „Mission Impossible: Rogue Nation“ skaliert der SC-LX502 in sehr guter Qualität von Full-HD auf 4K hoch. Das Bild wirkt scharf, plastisch und angenehm, die U-Bahn-Station stellt der Pioneer akkurat dar: Ob der Boden, die Reklameplakate oder die Rolltreppe aus der Vogelperspektive, immer sieht alles angenehm scharf aus. Detailreich präsentiert er auch das Wiener Opernhaus von außen sowie den österreichischen Bundeskanzler, als er aus seiner Limousine steigt. Das Upscaling erfolgt praktisch ohne störendes Skalingrauschen, das, was man an Rauschen wahrnimmt, stammt vom Quellmaterial.

Das prächtige Treppenhaus mit dem Stoffbezug der Treppenstufen arbeitet der SC-LX502 ebenso tadellos heraus wie die Querflöte, deren silberne Oberfläche genau die Reflexionen zeigen. Das Innenfutter des Transportkoffers wirkt ebenfalls realistisch. Der Pioneer schafft es, auch in den dunklen Szenen im Zuschauersaal der Oper, nicht zu viel zusätzliches Rauschen zu produzieren. Klar sind alle Musiker des Orchesters zu erkennen, als sich der Vorhang öffnet, befindet sich eine Mauer im Bühnenhintergrund, jeder einzelne Stein ist gut zu erkennen. 

Konkurrenzvergleich

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  • Onkyo TX-RZ820: Richtig günstig ist der hochwertig verarbeitete Onkyo TX-RZ820, der laut Marktpreis auf knapp 950 EUR kommt und dafür ebenso gut ausgestattet ist wie der Pioneer, das gilt auch für die Multimedia-Sektion. Aber: Die Pegelfestigkeit ist nicht ganz so ausgeprägt, auch die maximal mögliche Dynamik nicht. Rund und ausgewogen klingt der Onkyo auf jeden Fall, weckt aber nicht so gekonnt Emotionen wie der SC-LX502. 

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  • Yamaha RX-A870: Der Yamaha ist ebenfalls ein 7.2-Gerät und kommt auf 1.049 EUR. Er ist tadellos verarbeitet und begeistert mit seiner umfangreichen Ausstattung, die auch einen DAB/DAB+ Tuner umfasst. Der Yamaha hat ein MusicCast-Modul an Bord, das für die schnelle und problemlose Einbindung in ein Yamaha-eigenes MusicCast Multiroom-/Streaming-System sorgt. Die App zur Steuerung des AV-Receivers ist äußerst gelungen. Für MusicCast und für die Hilfe bei der Ersteinrichtung gibt es jeweils eine eigene App. Der Yamaha bringt erstklassige DSP-Programme mit, die der Anwender auch editieren kann. Das OSD wirkt etwas antiquiert, das gilt auch für die Fernbedienung. Die analogen Endstufen des 870 stellen gute Leistungsreserven bereit, der SC-LX502 setzt sich jedoch überraschend deutlich vor den Yamaha – der kontert mit seiner vollwertigen Videosektion. 

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  • Marantz SR7012: Deutlich kostenintensiver ist der SR7012 von Marantz für 1.799 EUR (UVP). Dafür gibt es aber auch neun Endstufen, einen zusätzlichen Decoder für Auro-3D (inklusive dem Audio-Upscaler Auro-Matic), eine vollwertige Videosektion inklusive zwei ISF-Bildmodi, acht anstatt sieben HDMI-Eingänge und einen besonders feinen Stereoklang. Somit ist der SR7012 gerade für Stereo-Liebhaber seinen Mehrpreis Wert. Wer in erster Linie in kraftvoll-dynamischer Manier Filmtonspuren anhören möchte, kann hingegen bedenkenlos zum SC-LX502 greifen, der bei der Pegelfestigkeit dem teureren Marantz das Fürchten lehrt.  Bei Streaming/Multiroom setzt der Marantz auf Heos, Pioneer stattet den SC-LX502 mit herstellerübergreifender Streaming-/Multiroom-Kompatibilität aus. 
Fazit

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Der Pioneer SC-LX502 ist ein idealer Mehrkanal-Receiver für den Film- und Musik-Liebhaber, der Wert auf eine äußerst dynamische und emotional mitreißende Wiedergabe legt – und dabei das Preis-/Leistungsverhältnis nicht völlig außer Acht lässt. Die kraftvollen digitalen Endstufen kennen kaum Ermüdungserscheinungen, die dichte Räumlichkeit und das hohe Maß an Lebendigkeit sind zu loben. Multimedial ist der SC-LX502 voll ausgestattet, überdies funktioniert alles tadellos. Das MCACC-Einmesssystem mit zahlreichen Nachbearbeitungsmöglichkeiten punktet auch in diesem Test wieder. Etwas schmal ist die Videoausstattung geraten, wenigstens ist die Qualität gut. Die Anschlussbestückung ist ordentlich, wenngleich ein achter HDMI-Eingang fehlt. Auch vermissen wir einen digitalen Radiotuner. Sehr gut gefallen und Optik und Verarbeitung. Insgesamt ist der SC-LX502 ein tolles Hightech-Paket, das auch hohe Ansprüche souverän erfüllt.

Praktisch ohne Abstriche erstklassiger, enorm leistungsstarker 7.2-Kanal-Receiver
preisklassenreferenz
7.2-Kanal-Receiver bis 1.500 EUR
Test 27.12.2017

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 27. Dezember 2017 




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