TEST: Samsung HT-F6550W – Flexibles, audiovisuell starkes Heimkino-System zum fairen Preis?

Samsung 3D 5.1 BD Home-Entertainment System

Das Produkt

Samsung präsentiert mit dem HT-F6550W ein modernes, flexibles und klangstarkes 5.1 Komplettsystem. Im 3D-fähigen Blu-ray Receiver steckt ein Röhrenverstärker mit zwei speziellen Vakuumröhren, damit soll einerseits ein besonders volles und warmes Klangerlebnis ermöglicht, andererseits Störgeräusche eleminiert werden. Die räumliche Kulisse wird durch Samsung Vertical Surround und DTS: Neo unterstützt. Zur perfekten Einrichtung ist ein intelligenter Assistent an Bord, der unterschiedliche Aufstellungsmöglichkeiten bietet und die Klangkulisse entsprechend darauf hin optimiert. Für noch mehr Flexibilität ist eine Wireless-Box im Paket enthalten, damit können die Surround-Lautsprecher kabellos eingebunden werden.

Natürlich bietet das Samsung Komplettsystem auch eine Vielzahl multimedialer Features wie integriertes WLAN, der neue Smart Hub, AllShare und Screensharing, natürlich gibt es auch eine Smartphone-App zur Steuerung wichtiger Funktionen. Über zwei HDMI-Eingänge können weitere Quellgeräte wie beispielsweise eine Spielekonsole oder ein PC angeschlossen werden. Natürlich ist auch der Audio Return Channel und Bluetooth integriert. Dank Sound On-Funktion wird das Wechseln zwischen den integrierten TV-Boxen und der Samsung Surround Anlage mit nur einem Knopfdruck unkompliziert und schnell möglich.

Der Blu-ray Receiver bietet sämtliche Vorzüge und Benefits eines Standalone Blu-ray Players und verspricht exzellente Bildqualität in FullHD und 3D. Mit 3D Auto Contrast wird der häufig auffällige Helligkeitsverlust bei der 3D-Wiedergabe ausgeglichen und ein besonders kontrastreiches, dynamisches Bild erreicht werden. Die BD Wise-Technologie synchronisiert verbundene Samsung-Geräte und garantiert optimale Bildqualität, bei der ausschließlichen Audio-Nutzung des Players wird der Bildschirm automatisch deaktiviert.

3D-fähiger Blu-ray Receiver mit Röhrenverstärker

Das Display ist nicht allzu groß, löst aber sauber auf und ist sehr gut ablesbar

Sensitive Touch-Bedienelemente und USB-Slot an der Vorderseite

Die zwei Röhren sind durch ein rundes Sichtfenster über den Bedienelementen zu erkennen

Hier ein Blick in das aufgeräumte Innenleben des BD-Receivers

Stromzufuhr mit Elektrolyt-Kondensatoren zum Abfangen von Spannungsspitzen

Geschirmtes Laufwerk und kurze Signalwege

Rückseite

Mit Abmessungen von 430 x 55 x 310 mm bietet das Grundgerät keine unüblichen Abmessungen, ist allerdings recht tief – darauf sollte bei der Integration ins AV-Rack geachtet werden. Optisch zeigt es sich in Hochglanzschwarz in klassischer Form mit geraden Linien und klaren Kanten, lediglich die rechte Front ist geschwungen, um das Augenmerk auf die zwei integrierten Röhren zu richten. Die hochglanzschwarze Oberfläche wirkt schick, ist aber gegenüber Kratzern und Fingerabdrücken anfällig, hier ist etwas Vorsicht geboten.

Bei den stationären Bedienelementen handelt es sich um physische Tasten, die aber ausschließlich sensitiv auf Berührung reagieren, darunter ist ein USB-Slot hinter einer kleinen Blende, die nicht allzu stabil wirkt aber auf jeden Fall ihren Zweck erfüllt, versteckt. Vom sich nach links anschließenden Display ist im ausgeschalteten Zustand nichts zu sehen. An der Disc-Lade sowie auch an den sonstigen zusammenlaufenden Übergängen sind keine Unregelmäßigkeiten oder scharfe Grate festzustellen. Auch das zugrunde liegende Metallgehäuse ist schwarz lackiert und bildet zum Kunststoff-Hochglanz nur einen leichten Kontrast. Die integrierten Lüftungsschlitze reichen aber für die Kühlung des Gerätes nicht ganz aus, ein zusätzlicher aktiver Lüfter ist im BD-Receiver integriert.

Beiliegende Fernbedienung mit fluoreszierenden Tasten

Die Fernbedienung bietet eine gute Übersicht und ausreichend große Tasten für eine komfortable Bedienung. Der Druckpunkt ist ausgezeichnet und dank fluoreszierender Wiedergabetasten ist auch in dunkler Umgebung die Steuerung noch weitgehend möglich. Die beiden Tasten oben „TV“ und „BD“, die zwischen TV- und Systemsteuerung hin- und herschalten sind sogar aktiv beleuchtet. Ob Disc-Wiedergabe, TV-Steuerung oder Navigation im Menü und bei Multimedia, wichtige Tasten sind vorhanden und sinnvoll angeordnet.

Lautsprecheranschlüsse

Anschlüsse für FM Antenne sowie analoge und digitale Audioübertragung

Ethernet-Slot sowie die HDMI Ein- und Ausgänge

Die Anschlüsse auf der Rückseite umfassen neben den zwei HDMI-Eingängen für zusätzliche Quellgeräte und dem HDMI-Ausgang zum Bildwiedergabegerät auch digitale und analoge Audioeingänge. Darunter ein optischer TOSLINK-Eingang sowie Stereo Cinch. Der Ethernet-Slot dient der kabelgebundenen Einbindung ins Heimnetzwerk, ein WLAN-Modul ist aber ebenfalls im Gerät integriert. Die Lautsprecher werden über Systemanschlüsse mit dem Gerät verbunden. Da die beiden Rear-Lautsprecher über die beiliegende, drahtlose Box angeschlossen werden, finden sich hier lediglich Anschlüsse für Subwoofer, Center und Frontlautsprecher. Sämtliche Anschlüsse sind sauber integriert und sitzen fest, FM Antenne und der analoge Stereo-Cinch-Eingang sind sogar vergoldet.

Identische Säulen kommen sowohl als Front- als auch Rearlautsprecher zum Einsatz

Zwei identische Tiefmitteltöner mit unterschiedlichem Hub sind in der Säule integriert

Der Hochtöner ist für besonders räumlichen Klang (lt. Samsung) nach oben hin angewinkelt

Der Standfuß ist rund ausgeführt und sorgt für soliden Halt

Lautsprecher-Klemmanschlüsse

Die Säulen, die sowohl im Front- als auch im Surround-Bereich zum Einsatz kommen, erreichen eine Höhe von knapp 1,30m und sind im selben Hochglanzschwarz gehalten wie der Blu-ray Receiver. Einen schicken optischen Kontrast bieten die beiden Tiefmitteltöner im silbernen, geschliffenen Alu-Look. Wie beim nach oben hin abgewinkelten Hochtöner gibt es keine Lautsprechergitter, lediglich ein schmaler mattschwarzer Rand markiert die Chassis. Die Säulen sind geschlossen, zweigeteilt, recht schmal und basieren auf dem runden Standfuß, der für recht guten Halt sorgt – selbst wenn man mal etwas stärker dagegen stößt, federt der Fuß recht gut zurück und der Lautsprecher fällt nicht gleich um. An der Rückseite sind Lautsprecher-Klemmanschlüsse für die beiliegenden Systemkabel mit recht geringem Querschnitt integriert. Die LS-Kabel können dann innerhalb des Lautsprechers geführt werden, damit kein ungewünschter Kabelsalat entsteht. An der Unterseite des Fußes verhindern Gumminoppen ein Verrutschen.

Center des Samsung Heimkino-Systems

Einer der beiden integrierten Tiefmitteltöner

Mittig platzierter Hochtöner

Rückseite

Im Vergleich zu den Säulen wirkt der Center-Lautsprecher recht kompakt. Die beiden Tiefmitteltöner-Chassis sind auch etwas kleiner im Umfang, der Hochtöner ist identisch. Das Design findet sich auch im Center mit hochglanzschwarzem Kunststoffgehäuse und silbernen Chassis wieder. Für eine unproblematische Aufstellung ist der Fuß Teil des Gehäuses, an der Rückseite finden wir die bekannten Klemmanschlüsse für die Lautsprecher-Systemkabel. Im Gegensatz zu den Säulen ist der Center kein geschlossenes System, links und rechts der LS-Klemmen sind Luftaustritte integriert.

Zum kabellosen Anschluss der Rear-LS ist diese Box nötig

Rückseite der Wireless Box

Anschlüsse für die Systemkabel

Die Rear-Lautsprecher werden beim HT-F6550W auf drahtlosem Wege eingebunden. Dafür ist die mitgelieferte Wireless-Box nötig. Diese muss mit Strom versorgt werden, verbindet sich dann aber ohne weitere Konfiguration mit dem Grundgerät und übernimmt die Ansteuerung der Surround-Lautsprecher vollautomatisch. Lediglich die beiden Speaker müssen noch via der mitgelieferten Systemkable an der Wireless Box angeschlossen werden.

Der passive Sidefire-Subwoofer

Rückseite mit Bassreflexöffnung

Abgesehen von der Front, die ebenfalls in hochglanzschwarzem Kunststoff ausgeführt ist, bietet der Subwoofer ein Holzgehäuse mit einer aufgebrachten Folierung in mattschwarz. Der relativ kompakte, passive Subwoofer mit Abmessungen von 155 x 350 x 285 mm (BxHxT)  feuert seitlich ab, die Bassreflexöffnung ist an der naturbelassenen, unlackierten Rückseite. Als Füße dienen klein dimensionierte Gumminoppen.

Setup und Bedienung

Installations-Assistent

TV-Format festlegen

Die LS können in zwei Varianten aufgestellt werden

Das System kann sich per Kabel oder WLAN mit dem Netzwerk verbinden

Automatisches Software-Update

Beim Erststart des Heimkino-Systems empfängt den Anwender ein Installations-Assistent, der zunächst nach Einstellung der Sprache und dem Bildformat verlangt. Im nächsten Schritt wird entschieden, ob die Lautsprecher in konventioneller Aufstellungsart (Vorne + hinten) oder im „Einfachen Modus“ (alle LS vor der Sitzposition) aufgestellt sind. Der letzte Step umfasst die Netzwerkverbindung, die sowohl drahtlos als auch kabelgebunden erfolgen kann. Danach sucht das Gerät automatisch nach einem Software-Update und führt dies, bei Notwendigkeit durch, dieser Schritt schließt die Erstinstallation ab.

Home-Menü

Anzeige-Einstellungen

Lautsprechereinstellungen unter Audio

Pegel- und Entfernungseinstellungen

Equalizer-Settings

Das Home-Menü des Samsung HT-F6550W umfasst nicht nur die Systemeinstellungen sondern präsentiert in einer Übersicht die VoD-Dienste videoload und maxdome, eine Mediathek sowie den Direktzugriff auf den Web-Browser. Die großen Buttons in der oberen Reihe bieten direkten Zugriff auf VoD-Inhalte, den Smart Hub unter „Meine TV-Apps“ sowie DLNA-Streaming von Fotos, Videos und Musik. Die Einstellungen befinden sich rechts unten.

Wer in letzter Zeit ein Samsung Gerät bedient hat, fühlt sich hier zuhause. Wie bei den TV-Geräten ist das Menü optisch schick und recht farbenfroh gehalten. Unter Anzeige finden sich die notwendigen Einstellungsmöglichkeiten zu Auflösung, 24p-Wiedergabe und sogar das HDMI-Farbformat kann festgelegt werden. Neu ist die Funktion, dass auch DVDs in 24p ausgegeben werden können, allerdings muss hierzu „Movie Frame“ aktiv sein. Neben den üblichen Punkten im Audio-Setup wie die Einstellung des Digitalen Audioausgangs können bei der Heimkino-Anlage die Lautsprecher korrekt justiert werden. Die Entfernung wird dabei in 30cm-Schritten, der Pegel in 1 dB-Schritten eingestellt. Mit dem Equalizer kann man in den einzelnen Hz-Bereichen Subwoofer, 250 Hz, 600 Hz, 1 kHz, 3 kHz, 6 kHz, 10 kHz, 15 kHz das Audiosignal um 6 dB anheben bzw. absenken.

Netzwerkeinstellungen

Smart-Features

Systemeinstellungen

Die Netzwerkeinstellungen, sofern sie noch nicht beim Erststart konfiguriert wurden, können im Punkt Netzwerk eingestellt werden. Auch WiFi-Direkt und AllShare-Einstellungen befinden sich in diesem Menüpunkt. In den Smart-Funktionen ist es möglich, diversen Apps zu erlauben, Push-Benachrichtigungen anzuzeigen sowie eine Alterssperre einzurichten. Unter System wird das Gerät zurückgesetzt, HDMI-CEC, usw. eingestellt. Im Punkt Unterstützung kann ein Software-Update durchgeführt werden, Samsung für Hilfestellung kontaktiert und die Fernverwaltung aktiviert werden (sollte dies der Support für nötig halten).

Insgesamt ist die Bedienung dank guter Übersicht und sinnvollem Layout problemlos. Unterstützende Hilfetexte am Bildschirmrand stehen auch stets zur Seite. Auch auf Eingabebefehle der Fernbedienung wird prompt reagiert

Multimedia-Features

VoD-Übersicht an Filmen, Serien, etc.

Smart Hub Apps

Weitere Samsung Apps

Durch die Integration des Smart Hubs bietet das Samsung System sämtliche Applikationen und Inhalte, die wir auch auf Samsung TV-Geräten vorfinden. Das umfasst Social-Media-Netzwerke, Mediatheken, Video-on-Demand-Dienste, Info-Services und vieles mehr. Zum Aufruf des Portals gibt es eine dedizierte Smart HUB Taste auf der Fernbedienung, aber auch aus dem Home-Menü unter „Meine TV-Apps“ kann man darauf zugreifen.

DLNA-Streaming

Server-Auswahl

Musikwiedergabe über Netzwerk

DLNA-Streaming startet man unter „Meine Fotos, Videos & Musik“. Nach Auswahl des Servers wird die Kategorie gewählt, danach die Ordnerübersicht des Medienservers angezeigt. Unter Bildern werden JPEG, PNG- und Bitmap-Dateien abgespielt. Hinzu kommen auch die MPO 3D-Bilddateien bei Bitmap und PNG gibt es aber in unserem Fall keine Thumbnails. Bei Musik ist das Samsung Gerät ebenfalls nicht wählerisch und spielt unsere MP3s, AACs sowie auch hochauflösende FLAC-Dateien ab. Auch bei den Videos wird sich flexibel gezeigt: ob DiVX, WMV, AVCHD, Quicktime MP4 oder MKV – das HT-F6550W gibt es wieder.

App-Steuerung mit Samsung Smart View

Konventionelle Fernbedienung

inklusive Ziffern, Qellenwahl, etc.

Pegel und Entfernung der LS einstellen

EQ-Presets

Zur Steuerung des Heimkino-Systems mit dem Smartphone benötigt man die Samsung Smart View App, die im Google Play Store sowie App Store kostenlos erhältlich ist. Die Bedienung beschränkt sich hier auf allgemeine Fernbedienungsfunktionen und direkte Einstellungen zu den Lautsprechern. Auch die verschiedenen DSPs können ausgewählt werden. Für Samsung Screensharing zwischen Laptop oder Smartphone und Samsung Gerät benötigt man Samsung AllShare. Damit kann man dann gewünschte Inhalte (Datei-Support wie bei DLNA) streamen.

Einlesezeiten & Betriebsgeräusch

Disc-Schublade des Grundgerätes

  • Bootvorgang: 11 Sekunden
  • Casino Royale, Blu-ray: 9 Sekunden
  • Skyfall, Blu-ray: 16 Sekunden
  • Avatar 3D, Blu-ray: 53 Sekunden
  • Star Wars Episode III, DVD: 9 Sekunden
  • Sahara, DVD: 11 Sekunden
  • DVD-Layerwechsel Top Gun, DVD: Absolut unproblematisch, der Layerwechsel fällt während dem Filmbetrieb beinahe gar nicht auf

Die Einlesezeit von Blu-rays und DVDs ist um die 10 Sekunden auf einem exzellenten Level, für die 3D Blu-ray von Avatar benötigt der Player aber mit knapp unter einer Minute schon sehr lange. Das Betriebsgeräusch ist bei leisen Filmpassagen vernehmbar, sowohl das Laufwerk als auch der Lüfter sorgen für eine geringe, aber nicht unhörbare Geräuschkulisse.

Bild

Video-EQ

Das Samsung Grundgerät bietet einen recht übersichtlichen Video-Equalizer, dennoch wollen wir ihn hier nicht vernachlässigen. Zunächst einmal gibt es folgende Bild-Presets:

  • Dynamisch
  • Standard
  • Film
  • Benutzer

Die beiden Modi Dynamisch und Standard weisen bereits eine nicht allzu schlechte Voreinstellung bezüglich natürlicher Farbgebung auf und sind nicht so kühl, wie man es von früheren Samsung-Geräten her kennt. Allerdings sind die Farben klar zu dynamisch und strahlend. Dies ist beim Film-Modus besser. Wer also auf ein authentisches und nicht zu lebendiges Bild steht, sollte zum Film-Modus greifen. Unter Benutzer kann man dann selbst verschiedenste Einstellungen vornehmen, darunter die Schärfe, Rauschminderung, Kontrast und Helligkeit sowie Farbe und Farbton.

Blu-ray 2D, Casino Royale, 1080p

Der Samsung Blu-ray Receiver bietet eine absolut stabile Signalausgabe. In Kombination mit einem hochwertigen Bildwiedergabegerät ist die 24p-Stabilität als exzellent einzustufen. Nur der 24p-Judder ist in minimalem Umfang zu sehen, Kanten und Linien bleiben absolut sauber und stabil, Bildzittern ist nirgends zu entdecken. Die ersten Szene im 2. Kapitel wird mit ausgezeichneter Plastizität wiedergegeben. Nicht nur die verschiedenen Ebenen der Zuschauer in der provisorischen Kampfarena kommen klar heraus, auch einzelne Objekte werden mit hoher 3-Dimensionalität präsentiert. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um fest stehende Objekte wie z.B. Kisten oder Müll in den verbrannten Häusern, oder um bewegte Objekte wie die Schlange oder das Frettchen handelt. Das Bild bleibt stets stabil und ruhig. Die vielen flinken Handbewegungen der Zuschauer, die ihren Wetteinsatz platzieren oder die im erbitterten Kampf versunkenen Tiere anfeuern möchten, bereiten keinerlei Probleme. Die Detailschärfe gefällt in den Nah- wie auch Panorama-Aufnahmen, feindynamische Details kommen natürlich bei Fokusaufnahmen von Gesichtern besonders gut heraus. Kontrast und Schwarz-/Graudifferenzierung gefällt ebenfalls sehr gut, der verkohlte Holzbalken an dem 007 lehnt, ist hervorragend durchzeichnet. Auch die Dachlatten im Hintergrund können noch recht gut auseinandergehalten werden und fließen nicht ineinander über. Die Verfolgungsjagd im Dschungel gefällt durch saubere Bewegungswiedergabe und gute Bewegungsschärfe. Die Farbgebung ist sehr natürlich und keinesfalls überzogen. Man sollte aber beachten, dass der Samsung verschiedene Bildmodi bietet. Bei einem gut eingestellten angeschlossenen Display oder Projektor bietet der Film-Modus wohl die authentischste Darstellung.

Blu-ray 3D, Avatar, 1080p

Auch im nativen 3D-Betrieb macht sich die stabile Signalübertragung des Samsung Blu-ray Players bemerkbar. Die Kamerafahrt über das Baumkanapee von Pandoras Dschungel gelingt sehr geschmeidig und absolut ruckelfrei. Dank guter Bewegungsschärfe sind einzelne Äste und sogar Blätter der Bäume problemlos auszumachen, hier wird kein grünbrauner Einheitsbrei gezeigt. Als Jake Sully in seiner Einzelkabine aus dem Cryo-Langzeitschlaf erwacht, wird ein räumliches Bild geboten, in der auch die Objektplastizität sehr gut ausgeprägt ist. Das Ausfahren der Kabine gelingt ebenfalls ruckelfrei, lediglich als der Helfer flink hinzukommt, ist an den Armen leichtes Zittern festzustellen. Bis in die hinteren Bereiche des Schiffes wird sauber und scharf durch gezeichnet. Auch die folgenden Aufnahmen, in denen immer wieder kontinuierlich verlaufende langsame oder aber flinke Bewegungen zu sehen sind, bleibt die Bildstabilität in der Regel auf exzellentem Niveau. Auch die Farbgebung gefällt wieder durch hohe Natürlichkeit und zwar dynamischen, aber nicht zu sehr strahlenden Farben. Auch der Kontrast und die Differenzierung in dunklen Bereichen ist auf hohem Niveau. Im 3D-Betrieb ist dieser Umstand besonders positiv zu werten, da durch den Helligkeitsverlust hier häufig feine Details verschwinden. In Kombination mit einem hochwertigen Bildwiedergabegerät kann der Samsung Player hier aber durchaus exzellente Performance bieten.

DVD Upconversion Filmmaterial, Star Wars Episode III – Die Rache der Sith, 576i auf 1080p

Der Samsung BD-Receiver präsentiert uns in der ersten Szene einen kontrastreichen und stark ausgestalteten schwarzen Sternenhimmel. Die nach hinten ablaufende gelbe Schrift gefällt nicht ganz so gut, hier sind an den Buchstabenrändern geringfügig Treppenstufen und auch leichtes Zittern bereits ab der Bildschirmmitte erkennbar. Allerdings verschlimmert sich dieser Umstand in den hinteren Bereichen kaum, Wellenbewegungen gibt es nur minimal und auch die gelbe Farbe bleicht nicht aus. Beim Schwenk auf den Sternzerstörer bleiben diagonale Kanten und Linien, auch an der Kommandobrücke weitgehend stabil und sauber. Auch als die kleinen Raumjäger der Jedi-Ritter über das Schiff fliegen, bleibt das Bild stabil und kaum verrauscht. Im dunklen Heckbereich des Schiffes werden einzelne Details noch solide durchzeichnet, Halos an der Turbine entsprechen dem Material. Beim Abknicken eröffnet sich das Panorama über Coruscant, in dem die verschiedenen Ebenen der Belagerungsschiffe gut herauskommen und differenziert werden können. Während des Kampfgeschehens bleibt das Geschehen stabil, trotz vieler umherfliegender Geschosse und flinker Bewegungen. Die Nahaufnahmen überzeugen mit hoher Detailschärfe an Kleidungsstrukturen und den Gesichtern der Protagonisten. Die Farbgebung wirkt im Standardmodus bereits nicht allzu schlecht, der Film-Modi perfektioniert diesen Ausgangspunkt. In den Gesichtern erkennt man, dass der erdige Einschlag im Film-Modus genommen wird und die leicht überstrahlenden Farben ein wenig zurückgenommen sind.

DVD Upconversion Videomaterial, AVEC Professional Test DVD, 576i auf 1080p

Bei den Laufschriften in verschiedenen Geschwindigkeiten bietet das Samsung Gerät ein ausgesprochen ruhiges und sauberes Bild. Leichtes Zittern ist zwar in der ersten Geschwindigkeit sichtbar, wird aber nur geringfügig stärker in den höheren Stufen. Artefakte oder sonstige Bildfehler bleiben komplett aus. Auch die Farbtrennung ist, selbst bei Rot/Weiß, exzellent.

Das schwingende Pendel zeigt Nachzieheffekte ab dem oberen Drittel, die farbigen Balken innerhalb des Pfeiles lassen sich ab der Mitte nicht mehr genau auseinanderdifferenzieren. Auch die Linie, über die das Pendel gleitet, steht nicht ganz stabil.

Beim Bewegtbild über die Stadt Esslingen zeigt der Samsung ein scharfes und gut durchzeichnetes Bild, sowohl in den vorderen als auch hinteren Bildebenen. Die Rasenstruktur ebenso wie die des gepflasterten Weges ist sehr gut erkennbar. An den Hausdächern ist Scalingrauschen nur geringfügig wahrnehmbar. Auch die Farbgebung ist im Film-Modus durchaus zu loben, selbst das häufig zu intensive Grün erscheint sehr gut.

Klang

Bevor wir uns an die eigentlichen Klangtests machen können, werden alle Lautsprecher am Grundgerät bzw. an der Wireless Box für die Rear-Lautsprecher angeschlossen. Da es sich um Systemkabel handelt, können wir nicht einfach irgendwelche LS-Kabel verwenden sondern müssen die nehmen, die sich im Lieferumfang befinden. Hier ist oft entscheidens, ob die Länge der mitgelieferten Kabel ausreicht. In unserer Test-Umgebung kommen wir problemlos zurecht, allerdings könnten die Kabel für die beiden Front-Lautsprecher etwas länger sein. Nicht jeder stellt den BD-Receiver vorne im AV-Rack auf. Nach dem Anschluss werden, wie unter Menü & Setup beschrieben, die Lautsprechereinstellungen manuell vorgenommen – ein automatisches Einmesssystem gibt es nicht.

Nun können wir unsere Testreihen starten, wir beginnen mit anspruchsvoller klassischer Musik in der bewährten Aufnahme von 2L Recordings „The Nordic Sound“. Mozarts Violinkonzert, gespielt von Marianne Thorsen sowie den Trondheim Solistene wird vom Samsung System sehr angenehm und spielfreudig wiedergegeben. Tatsächlich ist der warme Einschlag, der uns von Samsung durch den Röhrenverstärker versprochen wird, nachvollziehbar und verleiht dem ganzen einen sehr wohligen, harmonischen Sound. Ebenfalls gut gefällt uns die räumliche Bühne, die mit guter Staffelung und Breite überzeugt. Auch der Subwoofer gliedert sich gekonnt ins Geschehen ein und drängt sich nicht zu sehr in den Vordergrund. Wir haben den allerdings in den Einstellungen ziemlich bändigen müssen und sind, bei unseren räumlichen Gegebenheiten, bei einer Einstellung von -4 dB gelandet. So begeistert er aber mit guter Präzision, sobald er gefordert wird, und trägt nicht allzu dick auf. In den Höhen kommt etwas von der hervorragenden Brillianz der Aufnahme verloren. Dafür scheint es, als könne man mit dem Set stundenlang hören, so angenehm und locker wird aufgespielt. Dynamiksprünge werden ebenso gut gemeistert wie schnelle Wechsel, insgesamt eine sehr gefällige, natürlich nicht absolut audiophile, Präsentation der klassischen Instrumente.

Mit der Farewell Tour der Eagles wird es etwas „Rock“iger in der Redaktion. Als Titel kommt der altbewährte Klassiker Hotel California zum Einsatz. Zunächst das Trompeten-Intro – mit ausreichender Schärfe stellt das Samsung den Blechbläser da, wenn die warme tonale Färbung auch stets erhalten bleibt. Bei den einsetzenden Rhytmusgitarren sind die Saiten sofort als Stahlsaiten erkennbar und überzeugen ebenfalls mit klar definiertem Sound. Die Räumlichkeit des 5.1 Tracks in DTS-HD MA zeigt sich ebenso deutlich, minimal überwiegt aber das Schlagwerk in den Rear-Lautsprechern, was zu einer etwas unbalancierten Klangkulisse führt. Stark zeigt sich auch die Stimmwiedergabe mit charakteristisch rauhem Vokalklang. Die Differenzierung der einzelnen Instrumente, auch der einzelnen Gitarren gelingt dem Samsung Ensemble ausgezeichnet. Auch die Charakteristika der einzelnen Instrumente, wie die leichte Schärfe eines Blechbläsers oder die Stahlsaiten der Gitarren gehen trotz komplexer akustischer Kulisse nicht verloren. Für ein Komplett-System wird hier eine hervorragende Performance geboten. Kleine Schwächen wie Feindynamik im Hochtonbereich und der nicht ganz so perfekte Übergang von Tiefton- zu Mittenbereich sind zwar für Kenner auszumachen, geraten aber durch die harmonisch angenehme und schwungvolle Präsentation in den Hintergrund.

Für den Filmbetrieb wechseln wir zur DTS-HD MA 5.1 Spur des Blockbusters Avatar, die sowohl brachiale Schlachten als auch feine, diffizile Elemente bereithält. Im siebten Kapitel empfängt uns eine räumlich dichte Atmosphäre, als die helikopterähnlichen Fluggeräte des Militärs über die Wasserfälle fliegen. Die massive Kraft des Wassers wird durch subsonische Elemente verdeutlicht, die sogar mit dem Samsung System im Ansatz nachvollzogen werden können. Die Verteilung der einzelnen Elemente auf die Surround-Lautsprecher gelingt sehr gut, auch wenn sich die Elemente auf verschiedene Schallwandler verteilen, agiert das HT-F6550W schnell und präzise. Nach der Landung sind viele kleine Geräusche im Dschungel zu hören. Sehr gut kann man als Zuschauer das Auftreten auf den hoch gewachsenen Gräsern nachvollziehen. Dynamiksprünge, die durch flink auftretende und schnell wieder verschwindende Kreaturen auftreten, bereiten keine Probleme. Als Jake sich ein wenig von den Wissenschaftlern entfernt, um die Gegend zu erkunden, muss der Subwoofer bei den sich einziehenden Pflanzen beweisen. Hier zeigt sich allerdings, dass Kraft und Volumen des kompakten LFE begrenzt sind. Selbst als wir den Pegel etwas anheben, bringt er nicht vollends die geforderte Performance – für die enorm tiefen subsonischen Elemente und das kraftvolle Fundament fehlt es einfach an Gehäusevolumen. Bei Schüssen und Explosionen beweist er aber wieder Stärke und bringt sich ausgezeichnet in die akustische Kulisse ein. Dennoch wirkt auch die Atmosphäre nicht ganz so umfassend und dicht, wenn man sich als Zuschauer auch schon recht gut in das Geschehen mit einbezogen fühlt. Die Räumlichkeit leidet darunter nicht, präzise werden die Surround-Lautsprecher eingebunden.

Auch in Stereo macht das Samsung Komplett-System einen guten Eindruck. Das Klarinettenkonzert in A-Dur (KV622) gibt, wenn auch die Aufnahmequalität nicht ganz so exzellent ist wie das 2L Recording, mit einem sehr guten Ergebnis wieder. Die Bühne wirkt nicht ganz so weit und die Transparenz geht etwas zurück. Trotzdem bleiben die einzelnen Instrumente sehr gut differenzierbar und lassen sich im Raum einem klaren Ort zuweisen. Violinen und Holzbläser lassen sich durch ihren eigenen Charakter sofort erkennen. Wieder begeistert das Samsung System durch eine harmonische Darstellung mit warmer Tonfarbe. Darüber dass es im Hochtonbereich nicht unbedingt an Klarheit, aber an Brillianz ein wenig mangelt, lässt sich dadurch absolut nachsehen.

Fazit

Audiovisuell ist das Samsung HT-F6550W Heimkino-System auf hohem Niveau. Das Grundgerät kommt definitiv in die Nähe exzellenter Standalone Blu-ray Player und muss lediglich bei der Upconversion von Filmmaterial ein paar wenige Federn lassen. Selbst ein Video-EQ mit vorgefertigten Bildfeldern und individuellen Einstellungsmöglichkeiten ist integriert. Akustisch bietet es ein sehr angenehmes, räumliches und harmonisches Klangbild, dessen warme tonale Färbung aufgrund des Röhrenverstärkers absolut nachvollziehbar ist. Material und Verarbeitung ist ebenfalls ordentlich. Der größte Teil des Ensembles besteht aus Kunststoff, solide verarbeitet und in elegantem Schwarz macht sich das Komplett-System aber durchaus schick in der modernen Wohnumgebung. Flexibilität beweist das Set einerseits mit drahtlosen Rear-Lautsprechern inklusive der Wireless-Box, aber auch intern mit hoher Formatvielfalt im Multimedia-Bereich und akustischem Equalizer – ein automatisches Einmess-System gibt es aber nicht. Die Einlesezeiten, abgesehen vom Avatar-Ausrutscher, sind kurz, die Geräuschkulisse wahrnehmbar aber nicht unbedingt störend. Insgesamt gesehen, nicht zuletzt dank der für ein Komplettsystem überzeugenden Präsentation im visuellen und akustischen Bereich, ein hervorragendes Endergebnis.

Überzeugende audiovisuelle Performance im flexiblen 5.1 Blu-ray Ensemble

Blu-ray Heimkino-Systeme
08. Oktober 2013

+ Visuell stark in 2D und 3D
+ Ausgezeichnete akustische Performance in Musik und Film
+ Die Komponenten arbeiten harmonisch zusammen
+ Angenehme, warme Tonfarbe
+ Auch im Stereo-Betrieb solide
+ Ordentliche Verarbeitungsqualität
+ Hohe Formatvielfalt Multimedia
+ Integration von Smart Hub inkl. Mediatheken und VoD

– Leichte Schwächen im Tieftonbereich
– Pegel- und Entfernungseinstellungen eher ungenau

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 08. Oktober 2013




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