XXL-TEST: Eversolo DMP-A6 Master Edition Gen2 - Vollausstattung trifft auf akustische Klasse
Klangwertung

Wir haben mit dem DMP-A6 in der Master Edition exakt die Titel von Apple Music und von TIDAL Connect gehört, die wir auch mit dem Vorgänger getestet haben.
Die ersten fünf Titel sind in CD-Qualität (Apple Music), die darauf folgenden fünf Titel haben wir mittels TIDAL Connect wiedergegeben, und zwar in Hi-Res-FLAC (96 kHz/24-Bit).
Aber nun stehen unsere drei Apple Music-Tracks an, und wir beginnen, wie auch beim Test der ersten Generation, mit dem James Bond-Titelsong "The World Is Not Enough". War das Vorgängermodell schon homogen und feinfühlig, so lernen wir rasch, dass die zweite Generation noch mehr Konturenfeinheit in die vokale Komponente bringt, zugleich wirkt die Stimme noch plastischer, die Distanz zum Hörer ist noch geringer. Das ist wirklich bemerkenswert, denn gerade die Darstellung von Stimmen gefiel uns bereits beim Vorgänger richtig gut. Instrumentale Anteile weisen ein noch klarer festgelegtes Fundament auf, und die Stimm-/Instrumentaltrennung gelingt ebenfalls noch eine Idee überzeugender.
"Dell Amore Non Si Sa" von Andrea Bocelli folgt als zweiter Titel, und ermöglicht eine runde, gefällige Wiedergabe - hier bewegt er sich exakt auf dem Level seines Vorgängers, und schon der war hoch. Aber: Wer genau hinhört, entdeckt ein Plus an vokaler Dynamik, Andreas Stimme scheint dem Zuhörenden noch näher, und feines vokales Abklingen oder kleine instrumentale Feinheiten kommen hörbar genauer heraus. Die Räumlichkeit ist, wie auch beim DMP-A6 der Vorgänger-Master-Edition, hoch, und zwar, was die räumliche Weite und was die räumliche Tiefe angeht.
Und nochmals wird es von der Geschwindigkeit des Songs ruhiger, inhaltlich dafür sehr ausdrucksstark. „I Belong To You“ (Eros Ramazzotti & Anastacia) beweist uns, wie fokussiert der Eversolo beide vokalen Strukturen behandelt, ohne jemals die instrumentalen Anteile zu vernachlässigen. Das ist wirklich überragend, zumal das Gesamtergebnis auch bei höheren Lautstärken nichts von seiner ausgezeichneten Detailtreue einbüßt. Wie frisch und zugleich nie harsch der Hochtonbereich präsentiert wird, ist natürlich auch Verdienst der fürs Geld kompromisslos guten Endstufe C298 aus dem Hause NAD - aber ohne die exzellente Vorarbeit des DMP-A6 Master Edition Gen2 wäre ein solcher klanglicher Höhenflug nicht denkbar.
Beim nächsten Titel, "Universal Nation" von Push, sind nun andere Talente im Fokus. Hier bietet der neue DMP-A6 in der Master Edition nochmals einen Hauch mehr Punch beim Kickbass, die Konturen sind noch exakter auf den Punkt getroffen. Wer das Gerät der ersten Generation besitzt, muss sich nicht grämen - die Unterschiedliche sind wahrhaftig nicht gewaltig und rechtfertigen keinen Tausch des Modells. Aber - wer jetzt vor der Entscheidung steht, Eversolo DMP-A6 "Master Edition" kaufen oder lieber ein Device der Konkurrenz, der sollte sich unseren Test-Kandidaten auf jeden Fall genauestens anhören. Zusammen mit dem Bluesound Node ICON dürfte es sich beim DMP-A6 Master Edition der neuen Generation um den besten Streamer/DAC-Vorverstärker der Liga bis 1.500 EUR handeln.
Wir schließen mit dem Klassiker „Tuesday“ von Burak Yeter featuring Danelle Sandoval aus dem Jahr 2017. Hier kann unser Testkandidat einmal mehr seine Fähigkeit präsentieren, alle Elemente, die sich innerhalb eines Tracks befinden, sehr zügig zu ordnen und eine sauber ausbalancierte, atmosphärisch dichte Vorstellung abzuliefern. Auch der sehr kraftvolle Bass beeindruckt unser Testgerät nicht. Er wird mit der nötigen Härte, aber auch mit exakten Konturen dargeboten und überdeckt trotz des massiven Antritts keine anderen akustischen Elemente.
Wir hören nun „I Like“ von Keri Hilson, und hier beeindruckt uns der Eversolo mit einer satten, exakten Basswiedergabe, die allerdings zu keinem Zeitpunkt die vokale Präsenz von Keri überdeckt. Das Gefühl echter Räumlichkeit ist vom ersten Moment an zugegen, und Wechsel im Rhythmus bringt der edle Vorverstärker/Streamer imoulstreu zum Ausdruck. Insgesamt wirkt die Darbietung äußerst homogen und strukturiert, sodass wir ein weiteres Mal von der Klasse des DMP-A6 Master Edition Gen2 angetan sind.
In den folgenden Abschnitten des Berichts kümmern wir uns um die TIDAL Connect-Titel.
Erster Song ist die FLAC 96 kHz/24-Bit-Datei von Diana Kralls "The Look Of Love". Hier hat bereits der Vorgänger abgeliefert - was kann man, gerade auch in Anbetracht der Preisklasse, hier tatsächlich noch verbessern? Gerade die wichtigste Komponente des Titels, nämlich Dianas charismatische, etwas rauchige, melancholische Stimme hat der DMP-A6 in der ersten Master Edition hervorragend getroffen. Und ja - man muss schon komplett von allen anderen Einflüssen befreit und mit sehr genauer Hingabe lauschen, um festzustellen, dass feine, filigrane Konturen innerhalb von Dianas Stimme noch sanfter, aber zugleich exakter dargestellt werden. Was wie ein Widerspruch klingt, ist in der Hörpraxis der große Pluspunkt: Nahtlose, homogene Präsentation - aber immer höchst impulstreu und sauber strulturiert. Beim Klavier hören wir die Anschlagdynamik der Tasten präziser heraus, und die Temperatur wird äußerst genau getroffen.
Paul McCartney & Wings sind für den 007-Titelsong "Live And Let Die" (Flac 96 kHz/24-Bit) verantwortlich - und das ist der Track, der nun kommt. Die teilweise sehr deutlichen Dynamiksprünge haben dem Vorgänger gelegen, und die Messlatte ist daher hoch. Aber das kümmert unseren Testkandidaten nicht im geringsten. Wie geschmeidig und zugleich unmittelbar er die dynamischen Unterschiede herausstellt, ist so gut, dass sich auch ein 2.000 EUR-Device sich mit solchen Qualitäten nicht blamieren würde. Die Detailarbeit des DMP-A6 Master Edition 2 ist bei diesem Testlauf ebenfalls überragend, sodass man insgesamt mit der Leistung sehr glücklich sein kann.
Friedrich Gulda, verstorbene Ikone am Klavier, präsentiert uns Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzert Nummer 21 in C-Dur (Köchelverzeichnis 467 -II. Andante). Orchestrale Unterstütung erhält er von den Wiener Philharmonikern unter Claudio Abbado. Das schon beim Vorgänger gelobte Feingefühl ist nochmals ausgeprägter, die kleinen Facetten, die das Können Guldas an den Tasten eindrucksvoll belegen, stehen plastisch und mit klarer Kontur im großzügigen virtuellen Raum. Es scheint, dass sich der Esprit, die Fähigkeit Guldas, emotional tiefgehend zu arbeiten, auf den DMP-A6 Master Edition Gen2 überträgt. So geschliffen, umfassend und sauber haben wir den komplexen Titel bislang kaum von einer Vorstufe mit DAC- und Streamingfunktion in dieser Preisklasse gehört.
Mit der Jungle Cruise-Variante des Metallica-Klassikers „Nothing Else Matters“ fordern wir den Eversolo nun heraus. Der Song bietet einen enormen Dynamikumfang, viele Wechsel im dynamischen Gesamtgefüge und holt uns eben durch diesen enormen Facettenreichtum immer wieder aufs Neue ab. Und diesmal gefällt uns das Resultat besonders gut, was daran liegt, dass unserer Test-Kombination kaum ein Detail entgeht. Wie akkurat die instrumentalen Einzelheiten herausgestellt werden, ist wirklich ohne Zweifel herausragend - diese Sorgfalt kennen wir ansonsten nur von deutlich teureren Ketten. Der DMP-A6 in der zweiten Master Edition schafft es, stets den akustischen Gesamtüberblick zu behalten und alle Klanginformationen auch aus räumlicher Perspektive stimmig einzupflegen.
Nun geht es noch einmal rund - „Land Of Confusion“ von Disturbed wird von uns häufig verwendet, da die Wiedergabe nachdrücklich und durchaus mit einer gewissen gewollten Portion vokale Aggressivität versehen sein sollte, zugleich aber nicht zu metallisch und fordernd klingen darf. Unsere Test-Kette findet hier einen wirklich guten Kompromiss, auch noch bei deutlich erhöhtem Pegel. Nur dann, wenn man es übertreibt und die Endstufe mit über 80 Prozent Maximalpegel betreibt, finden wir die oberen Mitten und den Hochtonbereich zu dominant - was aber dann auch eher daran liegt, dass nun massiv Leistung von der Endstufe gefordert wird, und wenig in Mängeln in der gekonnten Auslegung des Eversolo zu verorten ist. Mit viel Kontur und Lebendigkeit wird hier jedenfalls ein weiteres Mal ein exzellentes Hörerlebnis geboten, das auch Fans dieser Art von Musik glücklich machen dürfte.
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Tags: EverSolo • Streamer • Streaming-DAC-Vorverstärker • Vorverstärker






