Marantz CINEMA 50 Serie 2 im Test: Höhere Präzision und Dynamik treffen auf hohe Flexibilität
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Im Marantz CINEMA 50 Serie 2 wurde ein neues HEOS-Modul verbaut, welches erweiterte Verbindungsmöglichkeiten bietet. Mit künftigen Firmware-Updates wird der Hersteller zum einen Bluetooth LE Audio ins Gerät bringen. Damit ist mit kompatiblen Kopfhörern eine deutlich reduzierte Verzögerung zwischen Bild und Ton zu verzeichnen. Etwa 100 ms stehen den sonst 200-600 ms bei herkömmlicher Bluetooth-Signalübertragung gegenüber. Auch mit Wireless-Kopfhörern lassen sich dann kritische Inhalte authentisch und zeitrichtig genießen.
Zum anderen kommt Dolby Atmos Music über AirPlay 2. Endlich ziehen also Musiktitel mit Dolby Atmos ins Heimkino und können in Kombination mit einem entsprechenden Lautsprecher-Setup besonders immersiv und eindrucksvoll wiedergegeben werden. Leider muss man sich bis zur Veröffentlichung der Firmware hierfür noch gedulden.
Alle bisherigen HEOS-Features, Streamingdienste und Internetradio sowie die Netzwerk-Wiedergabe von komprimierten und hochauflösenden Musikdateien sind natürlich weiterhin an Bord. Außerdem werden AirPlay 2 sowie die Connect-Funktionen der wichtigsten Musikstreaminganbieter (Spotify Connect, TIDAL Connect, Qobuz Connect) unterstützt.

Musikwiedergabe

Klangmodus auswählen innerhalb der HEOS App

Home-Screen im dunklen Modus

Wiedergabebildschirm im dunklen Modus

Auswahl des Marantz CINEMA 50 Serie 2 via TIDAL Connect
Die HEOS App ist übersichtlich und bringt einen hellen und einen dunklen Modus mit. Innerhalb des Home-Screens kann man die Kategorien verschieben oder auch unnötige ausblenden. Es lassen sich Playlisten mit bis zu 1.000 Musiktiteln erstellen, auch eine Wiedergabe-Warteschlange kann man feststellen. So kann man einfach einen weiteren Titel zur Warteschlange hinzufügen, während die Liste durchläuft, oder diesen direkt wiedergeben.
In der HEOS App lässt sich auch gleich der Klangmodus festlegen und weitere Einstellungen des Marantz CINEMA 50 Serie 2 vornehmen, die die Audio-Wiedergabe betreffen.
Klang
Bereits die ersten Höreindrücke machen deutlich, dass Marantz beim CINEMA 50 Serie 2 nicht nur die technische Ausstattung modernisiert hat. Im Vergleich zu früheren Marantz-Modellen wirkt die Wiedergabe nochmals etwas direkter, transparenter und dynamischer, ohne dass die charakteristische, angenehm warme und jederzeit ausgewogene Abstimmung verloren geht. Gerade die Verbindung aus hoher räumlicher Präzision, ausgeprägter Immersion und dem für Marantz typischen Verzicht auf jede Form von Schärfe erweist sich als besondere Stärke.
Sonic the Hedgehog 3 - Dolby Atmos
Den Auftakt unserer Hörtests bildet das Action-Spektakel „Sonic the Hedgehog 3“. Sofort begeistert der CINEMA 50 Serie 2 mit einer ausgesprochen dichten und immersiven Klangkulisse. Das Geschehen wirkt sehr unmittelbar, die Dynamik ist mitreißend und gleichzeitig überzeugt die Darstellung durch eine für Marantz bemerkenswert hohe Klarheit und Transparenz. Im Vergleich zu früheren Modellen entsteht der Eindruck, dass Effekte noch präziser und punktgenauer in die Surroundkulisse integriert werden. Die optimierte Signalverarbeitung und die neue DAC-Architektur scheinen dabei eine durchaus positive Rolle zu spielen.
Besonders eindrucksvoll sind die zahlreichen schnellen Effekte während der Actionsequenzen. Laserstrahlen und andere Partikeleffekte bewegen sich mit hoher Ortbarkeit durch den Hörraum und scheinen regelrecht an den Köpfen der Zuhörer vorbeizufliegen. Auch die Höhenkanäle werden hervorragend in das Geschehen einbezogen. Die gesamte Klangkulisse wirkt geschlossen und vermittelt das Gefühl, sich tatsächlich mitten im Geschehen zu befinden.
Dabei bleibt der CINEMA 50 Serie 2 jederzeit der typischen Marantz-Abstimmung treu. Der Hochtonbereich präsentiert sich niemals forsch oder unangenehm, vielmehr herrscht über den gesamten Frequenzbereich eine harmonische Ausgewogenheit. Gerade diese Kombination aus etwas mehr Punch, Direktheit und Transparenz auf der einen sowie der entspannten tonalen Abstimmung auf der anderen Seite gefällt uns ausgesprochen gut. Das Ergebnis ist eine Klangkulisse, die gleichzeitig spannungsgeladen und angenehm langzeittauglich wirkt.
Auch der Filmscore wird hervorragend in das Geschehen integriert. Instrumente bleiben klar strukturiert und lassen sich auch innerhalb der komplexen Effektkulisse sauber verfolgen. Stimmen sind jederzeit verständlich und weisen einen klar differenzierbaren Charakter auf. Selbst feine Nuancen der Dialoge gehen in den sehr dynamischen Actionsequenzen nicht verloren.
Für unseren Hörtest setzen wir auf unser typisches 11-Kanal-Setup, hier als 5.1.4-System für die neun Endstufen des Marantz AV-Verstärkers. Mit Standlautsprechern im Front- und Surroundbereich sowie vier Height-Lautsprechern. Auch bei hohen Pegeln bewahrt der CINEMA 50 Serie 2 seine Souveränität und Ausgewogenheit. Trotz der hohen Belastung der integrierten Endstufen bleibt die Wiedergabe kontrolliert, präzise und frei von unangenehmen Schärfen. Insgesamt zeigt sich der Marantz hier ausgesprochen pegelfest und vermittelt über den gesamten Filmverlauf hinweg eine bemerkenswerte klangliche Stabilität.
Dune - Dolby Atmos, teils mit Dolby Atmos Channel Expander
Mit „Dune“ wählen wir anschließend bewusst einen Film, der mit seinem imposanten Filmscore, tiefreichenden Basssequenzen und einer sehr weitläufigen Klanggestaltung andere Schwerpunkte setzt. Zunächst bleibt der Dolby Atmos Channel Expander deaktiviert. Bereits in dieser Konfiguration erzeugt der CINEMA 50 Serie 2 eine ausgesprochen immersive und dichte Klangkulisse, die den Zuhörer vollständig umhüllt. Insbesondere der gewaltige Filmscore wird sehr weitläufig und räumlich präzise reproduziert.
Eine besondere Überraschung liefert der Marantz im Tieftonbereich. Gerade die langen, pulsierenden Basssequenzen werden mit bemerkenswerter Kraft und Nachdrücklichkeit wiedergegeben, ohne dass Präzision oder Kontrolle darunter leiden. Auch bei sehr hohen Pegeln bleiben die tiefen Frequenzen sauber strukturiert. Unterschiedliche Tieftonanteile lassen sich klar voneinander unterscheiden, und selbst bei massivem Tiefbass bleibt die Wiedergabe frei von hörbaren Verzerrungen oder Anzeichen von Kontrollverlust.
Diese Souveränität zeigt sich unabhängig davon, ob gerade spektakuläres Kampfgeschehen, ruhigere Dialogpassagen oder spannungsgeladene Szenen mit feinen Geräuschen und Choralgesängen zu hören sind. Der CINEMA 50 Serie 2 liefert stets ein transparentes, sauber differenziertes und dynamisches Klangbild. Dabei übertreibt er das Spektakel nicht, sondern wahrt eine sehr gute Balance zwischen Effektwirkung und Glaubwürdigkeit.
Anschließend aktivieren wir den Dolby Atmos Channel Expander und wählen die hohe Intensitätsstufe. Hier sollte man die Erwartungen allerdings nicht zu hoch ansetzen: Die Funktion verwandelt „Dune“ nicht plötzlich in ein völlig neues Effektspektakel. Vielmehr greift sie gezielt und vergleichsweise subtil in die Wiedergabe ein.
Das zeigt sich beispielsweise bei Überflügen von Raumschiffen. Bewegungsrichtung und Positionierung lassen sich mit aktiviertem Channel Expander noch etwas prägnanter nachvollziehen, da entsprechende Effekte stärker über die Höhenkanäle herausgearbeitet werden. Insgesamt wirkt das Geschehen dadurch nochmals etwas mitreißender und direkter.
Gerade die zurückhaltende Arbeitsweise gefällt uns dabei gut. Die ursprüngliche Intention des Films und des Toningenieurs bleibt erhalten, während einzelne Effekte, die im komplexen Gesamtgeschehen ansonsten etwas in den Hintergrund treten könnten, gezielt akzentuiert werden. Ein deutlich stärkerer Eingriff wäre aus unserer Sicht weniger wünschenswert, da darunter die Authentizität der originalen Klanggestaltung leiden würde.
Bei den grundsätzlichen klanglichen Eigenschaften bestätigt „Dune“ die bereits bei „Sonic the Hedgehog 3“ gewonnenen Eindrücke. Stimmen werden ausgesprochen natürlich und charakteristisch wiedergegeben, die Dynamik ist ausgeprägt und die Strukturierung des gesamten Klangbilds überzeugt. Gleichzeitig bleibt die Wiedergabe typisch Marantz: angenehm, ausgewogen und frei von Schärfe. Auch längere Filmabende lassen sich dadurch entspannt genießen, ohne dass die hohe Detailauflösung oder die Dynamik auf Kosten der Langzeittauglichkeit gehen.
Bohemian Rhapsody, Dolby Atmos
Mit „Bohemian Rhapsody“ verlagern wir den Schwerpunkt anschließend deutlich in Richtung Musik. Auch hier setzt der CINEMA 50 Serie 2 seine bisher gezeigten Stärken konsequent fort. Besonders bei den zahlreichen Musikpassagen gefällt die Kombination aus hoher Präzision, angenehmer Wärme und klarer struktureller Gliederung.
Komplexe Arrangements werden sauber differenziert, die einzelnen Instrumente sind auf der virtuellen Bühne klar gestaffelt und lassen sich eindeutig verfolgen. Gleichzeitig entsteht niemals der Eindruck eines analytisch-kühlen Klangbilds. Vielmehr verbindet der Marantz die für ihn typische angenehme und entspannte Abstimmung mit hoher Transparenz, sehr guter Struktur und einer ausgesprochen glaubwürdigen Wiedergabe.
Auch die Stimmen der Protagonisten lassen sich klar zuordnen. Feinheiten und charakteristische Merkmale, beispielsweise bei der Stimme von Freddie Mercury beziehungsweise der Darstellung durch Rami Malek, werden sauber herausgearbeitet. Selbst wenn das Geschehen komplexer wird, bleibt die Sprach- und Dialogverständlichkeit erhalten.
Dass der CINEMA 50 Serie 2 auch musikalisch überzeugen kann, zeigt sich unter anderem bei den Pianopassagen. Anschläge und Klangfarben des Instruments werden präzise und natürlich reproduziert. Gleichzeitig bleiben die übrigen Instrumente klar differenziert im Gesamtgeschehen erhalten. Die Abstimmung über den gesamten Frequenzbereich gelingt dabei hervorragend: Die Mitten sind prägnant, aber niemals aufdringlich, der Hochton bleibt auch bei höheren Pegeln frei von Schärfe.
Sehr überzeugend gelingt zudem die Wiedergabe der Live-Atmosphäre. Bei Konzertmitschnitten müssen gleichzeitig die Instrumente auf der Bühne und die im Surroundbereich verteilten Publikums- und Umgebungsgeräusche glaubwürdig miteinander verbunden werden. Der CINEMA 50 Serie 2 bewältigt diese Aufgabe souverän und erzeugt eine geschlossene, authentische Gesamtkulisse.
Auch bei rockigeren Passagen zeigt sich die hohe Impulstreue des Marantz AV-Verstärkers. Gitarren wirken klar und präsent, schnelle Einlagen und ausgeprägte Dynamiksprünge werden präzise reproduziert. Selbst bei hohen Pegeln bleibt der CINEMA 50 Serie 2 souverän und kontrolliert. Im Vergleich zu früheren Marantz-Modellen entsteht erneut der Eindruck, dass der neue AV-Verstärker etwas schneller, direkter und spritziger agiert. Gleichzeitig bleibt die charakteristische tonale Ausgewogenheit vollständig erhalten.
Stereo-Wiedergabe
Die positiven Eindrücke setzen sich auch bei der Stereo-Wiedergabe fort. Für unsere Hörtests spielen wir unter anderem über TIDAL Connect das aktuelle Album „The Meaning of Flowers“ von Agnes Obel zu. Der CINEMA 50 Serie 2 präsentiert sich auch hier als ausgesprochen musikalischer AV-Verstärker. Stimmen werden sehr natürlich und authentisch realisiert und überzeugen mit zahlreichen Feinheiten und Facetten. Gleichzeitig besitzen die Instrumente eine klare Struktur und eine sehr gute Feindynamik.
Die räumliche Darstellung vermittelt dabei durchaus das Gefühl, unmittelbar am musikalischen Geschehen beteiligt zu sein. Für einen Mehrkanal-AV-Verstärker ist das eine bemerkenswert überzeugende Performance, wobei der Marantz an dieser Stelle auch eine Tradition seiner Vorgänger fortsetzt: Die hochwertige Stereo-Wiedergabe gehört klar zum Konzept.
Bei elektronischer Musik tritt die etwas direktere und impulsfreudigere Abstimmung des CINEMA 50 Serie 2 besonders deutlich hervor. Kickbässe werden knackig und mit kräftigem Punch wiedergegeben, während Tiefbass mit hoher Nachdrücklichkeit und spürbarer Kraft präsentiert wird. Erfreulich ist dabei, dass der Marantz den Bass nicht künstlich überbetont. Für einen AV-Verstärker dieser Klasse agiert er im Tieftonbereich erstaunlich kraftvoll, ohne das Klangbild unnötig aufzudicken.
Auch komplexere Punk- und Rock-Produktionen differenziert der CINEMA 50 Serie 2 sauber. Feinere klangliche Elemente gehen nur selten unter, gleichzeitig bleibt die Wiedergabe auch bei hohen Pegeln angenehm und frei von störenden Schärfen im Hochton.
Wir treiben den Verstärker schließlich mit einem Remix von HEEDEGARD mit sehr stark ausgeprägtem Bassanteil bei wirklich hohen Pegeln bewusst an seine Grenzen. Hier zeigt sich, dass bei einer Kombination aus enormem Tiefbass und sehr hoher Lautstärke die zuvor festgestellte Spontanität und Impulstreue nicht mehr ganz aufrechterhalten werden kann. Bei einzelnen Titeln wirkt das Timing dann nicht mehr hundertprozentig präzise. Für einen Mehrkanal-AV-Verstärker ist dieses Verhalten angesichts der außergewöhnlichen Belastung allerdings nachvollziehbar und im normalen Betrieb nicht von elementarer Bedeutung.
Insgesamt bietet der CINEMA 50 Serie 2 auch im Stereo-Betrieb eine ausgezeichnete Leistungsfähigkeit. Er verbindet die für Marantz typische angenehme und langzeittaugliche Abstimmung mit einer gegenüber früheren Modellen nochmals etwas höheren Direktheit, Transparenz und Impulstreue. Selbst bei hohen Pegeln bleiben Schärfen oder Verzerrungen im Hochton aus. Damit erweist sich der CINEMA 50 Serie 2 nicht nur als leistungsfähiger Mehrkanal-Spezialist, sondern auch als ausgesprochen ernstzunehmender Partner für die hochwertige Musikwiedergabe.
- Auf Seite 5 ziehen wir das Fazit zum Marantz CINEMA 50 Serie 2
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Tags: AV-Verstärker • Marantz • Mehrkanal-Verstärker






