TEST: JBL Bluetooth-Lautsprecher Voyager – Clever und smart?

JBL Voyager Front1

Lieber einen kompakten transportablen Bluetooth-Lautsprecher oder eine klangstarke stationäre Variante? Wer sich für den JBL Voyager entscheidet, braucht keine zwei verschiedenen Gerätschaften mehr, denn der kreisrunde, für 249 EUR in weiß oder schwarz erhältliche Klang-Experte kann entweder so oder so eingesetzt werden. Arbeitet zu Hause der ganze Lautsprecher, nimmt man für unterwegs den mittleren Teil einfach mit. Dann freut mich sich über kleine Abmessungen und fünf Stunden Akkulaufzeit. Zweieinhalb Stunden benötigt der 1.000 mAH Lithium Polymer-Akku, um sich voll aufzuladen. Aufgebaut ist Voyager als 2.1 System. Das heißt, für den mobilen Einsatz bleibt der Subwoofer zurück.

JBL Voyager Front2

Aus eins mach zwei – das praktische Prinzip des Voyager

JBL Voyager Sub

 Rückseite mit Subwoofer-Chassis

JBL Voyager Rueckseite Seitlich3

 Hochwertige Materialien auf der Rückseite mit Acrylglas

JBL Voyager Basis

 Voyager ohne Zentrum

JBL Voyager Aufnahme Speaker Fernbedienung

 Anschlussstecker – der portable Teil lässt sich einfach entfernen

Eingebaut in den Lautsprecher ist auch ein Mikrofon mit Rauschunterdrückung, so kann man Voyager auch als Freisprecheinrichtung verwenden. Die beiden Breitbänder im kleinen Gehäuse sind 45 mm groß, der Subwoofer misst 77 cm.. 2 x 7,5 Watt sind im portablen Unit vorhanden, der Subwoofer steuert im stationären Betrieb 15 Watt bei. Der Frequenzgang reicht von 20 Hz bis 20 kHz. Der Voyager wiegt komplett 1,14 kg, nur der portable Lautsprecher wiegt 042 kg. 

JBL Voyager Anschluesse Rueckseite

3,5 mm Miniklinke, USB, Anschluss fürs externe Netzteil

JBL Voyager Bedienelemente1

 Bedienelement, leicht gummierte Oberfläche

JBL Voyager Detail Rueckseite

 Schickes Design, auch im Detail

JBL Voyager Speaker Fernbedienung2

 Der portable Teil aus seitlicher Perspektive

JBL Voyager Speaker Fernbedienung3

 Rückseite des portablen Teils

Die Verarbeitung des Bluetooth-Lautsprechers ist gut. Vorn bestimmt ein stabiles Metallgitter die Optik der Front. Im Zentrum ist ein Bedienelement untergebracht, dessen Oberfläche komplett gummiert ist. In der Mitte liegt der Knopf zum Wechsel vom Standby- in den Betriebsmodus. Oben im gummierten Bereich liegt die Hörer-Taste. Ruft während der Musikwiedergabe jemand an, drückt man die Hörertaste, und ist gleich mit dem Anrufer verbunden. Während man bei deutlich angehobener Lautstärke des Voyager (Lautstärkeregelung links und rechts vom Standby-Knopf) den Gesprächspartner gut versteht, kann dieses Kompliment vom Gesprächspartner nicht wiedergegeben werden – dieser versteht denjenigen, der die Freisprecheinrichtung des Voyager nutzt, nur befriedigend, was daran liegt, dass die Stimme zu leise ist. 

Wenden wir uns den klanglichen Qualitäten zu und überprüfen erst einmal die Leistungsfähigkeit des kompletten 2.1 Lautsprechers. Das 2014er Bodybangers Remix des Dr.Alban Eurodance-Hits „It’s My Life“ kommt erstaunlich lebendig und auch mit gewissem Nachdruck heraus. Mit dem Konzept des separaten Subwoofers hat JBL der Basswiedergabe auf gelungene Art und Weise auf die Sprünge geholfen. Selbst die Vocals erscheinen nicht zu oberflächlich, sondern sind gut eingearbeitet.

Bei „United“ (Tiesto, Quintino & Alvaro) beweist der Voyager seine Tauglichkeit, Club-Music durchaus mit gewissem Nachdruck und ordentlichem Pegel darzustellen, aufs Neue. Wechsel im Rhythmus kommen tadellos heraus, und es ist beachtlich, wie überzeugend sich der Klang vom Lautsprecher löst. Die klangliche Auslegung ändert sich auch bei hohem Pegel erfreulicherweise nicht. Unangenehm schrille Untertöne mischen sich zu keinem Zeitpunkt ins Klangbild. Trotzdem klingt Voyager nicht matt in der Hochtonpräsenz, sondern spielt für ein solches Gerät tatsächlich frei auf. Somit kann man JBL zur Auslegung des Voyager nur beglückwünschen. 

Mit anderer Musik geht der kompakte Bluetooth-Lautsprecher auch anständig um  – si bei „Tomorrow Never Dies“ von Sheryl Crow. Das Titellied zum entsprechenden 007-Film lebt auch von Sheryls vokaler Präsenz. Man kann es von einem Bluetooth-Lautsprecher natürlich nicht erwarten, dass diese formvollendet zum Ausdruck kommt, aber es ist doch eine positive Überraschung, wie gut Voyager die Stimme herausarbeitet. Auch der instrumentale Unterbau erweckt den Eindruck gewisser Glaubwürdigkeit. Das ausgewogene, homogene Spiel ist besonderes Kennzeichen des schicken Lautsprechers.

Mit James Bond und dem Titelsong zu „Diamonds Are Forever“ geht es weiter – langsamer, gefühlvoller noch als der Sheryl Crow-Song, aber auch eher schwieriger zu managen. Der JBL-Bluetoothlautsprecher leistet sich aber auch hier keinen Durchhänger. Das Quellmaterial ist schon etwas älter, aus den angehenden 70er Jahren, oftmals hören wir einen leicht blechernen Einschlag heraus. Dieser fehlt beinahe völlig beim Voyager, der einen angenehmen, leicht auch in erhöhter Lautstärke konsumierbaren Klang entfacht. Die Stimme von Shirley Bassey kommt gut heraus, die Darbietung zeigt sogar in Ansätzen vokales Charisma.

Wir schließen unsere 007-Musicsession mit Adeles „Skyfall“. Das Klavier zu Beginn wirkt gut eingearbeitet, Adeles Stimme kommt klar heraus. Keine Spur von störend-monotoner Wiedergabe ohne jegliche Emotion. Der Aufbau des Stückes ist gut nachvollziehbar, die räumliche Wirkung ist tadellos. 

Nimmt man nun den inneren Teil portabel mit, geht natürlich einiges an Basskraft verloren, da ja der Subwoofer in der Wohnung zurückbleibt. Fade wird der Klang trotzdem nicht. Natürlich sind die maximal möglichen Pegel geringer, auch die räumliche Wirkung nimmt ab. Wenn man aber bedenkt, wie kompakt „Voyager Portable“ ist und wie einfach man den kleinen BT-Lautsprecher verstauen kann, ist es überraschend, wie klar und gefällig der Klang immer noch ist. Auch die Pegel sind noch enorm beachtlich, die harmonische Klangcharakteristik z.B. bei „Skyfall“ bleibt erhalten. Stimmpräsenz und instrumentale Einarbeitung sind immer noch sehr gut gelungen. 

Wie schlägt sich der Voyager im Vergleich zur Konkurrenz? Zunächst verbucht er einen systembedingten Vorteil: Er ist sowohl transportabler als auch stationärer BT-Lautsprecher und erledigt beide Jobs ausnahmslos gut. Konkurrenz nähert sich aus eigenem Hause in Form des Harman Kardon go+play wireless. Er kostet mit 349 EUR deutlich mehr, ist aber auch deutlich größer und offeriert eine noch bessere Materialqualität. Mit jeder Menge Batterien ist auch der große go+play  unterwegs einzusetzen, dann aber recht schwer. Kann man den Voyager einfach in die Notebooktasche stecken, muss man den go+play am soliden Metall-Bügel durch die Gegend schleppen. Akustisch spielt der go+play groß auf und offenbart kaum eine Schwäche. Erwartungsgemäß kann der Voyager nicht ganz mithalten – aber fürs Geld und fürs Systemkonzept sind die Leistungen ausgezeichnet. Bei JBL gibt es für 149 EUR den ultrakompakten Charge BT-Lautsprecher, er ist in frischen Farben lieferbar, und es sind bis zu 12 Stunden Betrieb mit dem eingebauten Akku möglich, deutlich mehr als beim Voyager. Klanglich erzielt der Charge tadellose Leistungen. Wer nur einen transportablen Lautsprecher sucht, liegt hier auf jeden Fall richtig. Größer, aber auch mit einem Schwerpunkt auf mobile Einsatzfähigkeit tritt der optisch sehr attraktive Samsung DA-F60 auf. Praktisch beim um die 240 EUR (Marktpreis) kostenden BT-Lautsprecher: Das integrierte Schutzcover schützt die Gerätefront. Klanglich gefällt der Samsung, er klingt aber nicht ganz so voll und räumlich wie Voyager im 2.1-Betrieb. 

Fazit

JBL Voyager Front Seitlich2

Der JBL Voyager ist ein außergewöhnlich pfiffiger Bluetooth-Lautsprecher – in einem Gerät vereinen sich stationäre und portable Verwendungsmöglichkeiten. Optisch attraktiv und modisch, überzeugt Voyager auch mit sauberer Verarbeitung. Klanglich erfreut der mit 249 EUR durchaus erschwingliche Bluetooth-Lautsprecher mit harmonischer, angenehmer Akustik, tadelloser Räumlichkeit und ordentlicher Pegelfestigkeit.

Stationär und mobil, sehr guter Klang, schicke Optik: Der JBL Voyager verdient sich großen Beifall
ueberragend
Bluetooth-/Wireless-Lautsprecher Obere Mittelklasse
Datum 24.02.2014

+ Gelungenes Produktkonzept
+ Überraschend guter Klang auch vom kleinen mobilen Lautsprecher
+ Voller, kräftiger Klang des kompletten Systems
+ Gute Verarbeitung und gute Materialqualität

– Qualitäten als Freisprecheinrichtung verbesserungswürdig

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 24. Februar 2014 




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