TEST: Bose SoundTouch Portable/20/30 WiFi-Musiksysteme

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Besser spät als nie – so könnte das Motto von Bose lauten, wenn es um den Einstieg in den Markt mit den so beliebten Wireless Music-Playern geht. Sonos und Raumfeld tummeln sich hier schon traditionell, mit drei unterschiedlichen Devices mischt nun Bose den Markt auf. 

Die Soundbrothers Kassel, einer von Deutschlands führenden Fachhändlern, waren so freundlich, uns den Check aller neuen Bose-Komponenten zu ermöglichen. Von unserer Seite herzlichen Dank dafür!

Nun stellen wir die Komponenten vor. 

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Bose SoundTouch 20

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SoundTouch Portable mit integriertem Akku

Den Anfang macht der Bose SoundTouch 20 für 399 EUR. Für größere Lokalitäten eignet sich der kraftvolle Bose SoundTouch 30 für 699 EUR. Und mobilen und komfortablen Musikgenuss garantiert der Bose SoundTouch Portable für 399 EUR – inklusive Akku.

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Oberseite des SoundTouch 30

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Rückseite

Optisch sehen sich die Bose SoundTouch Wi-Fi Music Systeme sehr ähnlich. Bose setzt getreu der Unternehmensmaxime auf gefälliges, aber kein auffälliges Design. Vorn sitzen bei allen Modellen die Lautsprecher-Chassis, die von einem sauber aufgezogenen Stoffgitter geschützt werden. Auf der Frontseite befindet sich auch das hoch auflösende OLED-Gerätedisplay. Unterschiede finden sich im Arbeitsprinzip. SoundTouch 20 und 30 sind als Bassreflex-Konstruktionen ausgeführt, während SoundTouch Portable ein geschlossenes Gehäuse aufweist. Die Rückseite ist aus mattem, dunkelgrauem und recht unempfindlichen Kunststoff, der allerdings keine enorm hochwertigen Attribute mitbringt. Das Haupt-Gehäuse ist in der Trendfarbe Weiß gehalten, das Weiß ist hochglänzend gehalten und mit einem recht eleganten Muster versehen.

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Bedienelemente, identisch an allen SoundTouch-Geräten

Oben auf den Geräten befindet sich jeweils das vom Design her gleiche Bedienfeld. Die sechs Favoritentasten werden umgeben vom Standy-Button, der Anwahl des AUX-Eingangs (3,5 mm Miniklinken-Eingang) und der Lautstärkeregelung. Die Tasten sind angenehm groß und lassen sich daher einfach bedienen.

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Fernbedienung

Lobende Worte lassen sich über die Fernbedienung finden. Sie ist leicht gummiert, was für eine angenehme Haptik beim Bedienen sorgt. Man kann über die Fernbedienung die Devices anschalten, den AUX-Eingang anwählen, die 6 Favoriten-Tasten abrufen (per Direktanwahl), die Lautstärke regeln, Play und Pause aktivieren sowie den Titelsprung vor- und rückwärts vornehmen. Die Fernbedienung liegt gut in der Hand, obwohl die Unterseite in weißer, etwas rutschiger Hochglanzausführung gehalten ist. Per Fernbedienung gegebene Befehle werden sehr schnell und zuverlässig umgesetzt. 

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Für die Installation zwingend notwendig: Die Bose PC-Applikation

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Startbildschirm nach der Installation

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Internetradio-Wiedergabe, gesteuert durch den PC

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Die Presets können frei belegt werden

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Die eigene Musikbibliothek muss hinzugefügt werden

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Zugriff auf die Musikbibliothek auf dem Rechner

Noch nicht perfekt sind derzeit Installation und App-Betrieb. Das Wichtigste ist, dass man zunächst die App von der Bose-Website auf den PC (Mac oder Windows) herunterlädt. Voraussetzung für die Inbetriebnahme von SoundTouch-Komponenten ist, dass man sich bei Bose anmeldet und ein Online-Konto einrichtet. Dieses braucht man später zwingend für den Einsatz der Smartphone-App. Ist dies geschehen, wird jede SoundTouch-Komponente einzeln eingerichtet. SoundTouch Portable hat nur Wi-Fi (802.11 b/g), die beiden anderen Modelle SoundTouch 20 und SoundTouch 30 haben zusätzlich eine Ethernet-Buchse.

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Für die App-Nutzung ist ein Bose SoundTouch-Konto erhältlich

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Musikinhalte hinzufügen

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Einstellungen

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Internetradio-Wiedergabe

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Kategorien

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Musikwiedergabe

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Internetradio nach Genre geordnet

Die Optik von PC-App und Smartphone-App ist übrigens praktisch identisch, schlicht und mit schwarzem Hintergrund sowie recht großer Schrift. Klare Symbole erleichtern die Funktionsauswahl. Verwendet man verschiedene Features, so werden auch Tipps und Informationen in die App eingeblendet (lässt sich auch deaktivieren). 

Über welche Funktionen verfügen die Bose-Komponenten? Zunächst kann man mittels App (PC und Smartphone) auf Stationen des Internet Radio zugreifen und auf die auf dem PC (auf dem die Komponenten eingerichtet und registriert wurden) enthaltene Musikbibliothek.

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Die Geräte bieten sechs frei belegbare Preset-Tasten

Interessant sind die 6 Favoritentasten. Diese sechs Presets kann man direkt am System oder aber per App einfach neu belegen, so dass man immer seine Lieblings-Musik hören kann. Diese Lieblings-Musik kann in MP3, WMA oder AAC vorliegen. FLAC wird derzeit nicht unterstützt.

Die Musikbibliothek kann eine iTunes-Bibliothek oder aber eine Windows Media Player Bibliothek sein. Wer bei Windows Media Player möchte, dass nicht nur die Beispielmusik wiedergegeben wird, muss in die Einstellungen der Bose-App gehen und unter den Musikbibliotheken die Option „Musikbibliothek hinzufügen“ wählen. Dann kann man explizit die eigene Windows Media Player-Musikbibliothek auswählen, und anschließend sind die Songs übertragen. Man kann hier dann, wie üblich, nach Alben und Interpreten z.B. suchen.

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Auswahl der verschiedenen Möglichkeiten

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Internetradio Chromanova wird auf dem SoundTouch 30 wiedergegeben

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Auswahl lokaler Internetradiosender

Was leider nicht funktioniert: Dass alle PCs und Server, die in dem Netzwerk enthalten sind, in der sich auch die Bose-Komponenten befinden, angezeigt werden bzw. dass auf Musikdateien, die auf diesen Geräten enthalten sind, zugegriffen werden kann. Die gesamte Steuerung erfolgt  im Übrigen über die App und nicht direkt z.B. über den Windows Media Player. Somit widerspricht Boses Ansatz derzeit etwas dem „Plug&Play“ Prinizip – das kennen wir aber auch von Sonos, also kein Einzelfall. Vorteil der Sonos-App ist aber, dass man hier auf Heimserver und PCs im Heimnetzwerk problemlos zugreifen kann. Auch geht es bei Sonos derzeit flinker, ein größeres System einzurichten. Man muss nur den Anfang mit einer Komponente machen, das Hinzufügen weiterer Komponenten ist „easy“. Bei Bose kann man natürlich auch mehrere SoundTouch-Devices synchron spielen lassen. Alternativ ist es natürlich auch möglich, jedem SoundTouch-Device eine eigene Quelle zuzuweisen. 

Wer Apple Mobile Devices einsetzt, kann direkt aus der iTunes-App auf dem iPod, iPad oder iPhone auch Apple AirPlay nutzen, was mit dem aktuellen iOS7 besonders komfortabel funktioniert. Leider schauen derzeit Besitzer von Android-Devices, wie auch die Weihnachtsgans, „in die Röhre“. Es gibt zwar die SoundTouch-App auch im Google Play Store, allerdings ist es nicht möglich, die auf dem Android Tablet oder Smartphone gespeicherte Musik zu den SoundTouch-Komponenten zu bekommen. 

Für 2014 sind weitere Dienste angekündigt, derzeit aber noch ohne genauen Einführungszeitpunkt. So sind z.B. Spotify, Deezer und iHeart Radio vorgesehen.

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SoundTouch 30

Wie können die drei Devices eingesetzt werden? Das SoundTouch 30 sieht Bose als „Hauptanlage“, so kann man den attraktiven Wi-Fi-Lautsprecher auch im Wohnzimmer Gewinn bringend einsetzen, ohne dass man zwingend noch auf eine andere, große und vielleicht komplex zu  bedienende Musikanlage setzen muss. Und Bose meint es sehr ernst mit dieser Ankündigung,  wie unsere Hörtestreihen zeigen. Sehr gut gefällt uns, dass schon bei Zimmerlautstärke ein überraschend voller Sound bei „Remember Me“ von A.I.D.A. geboten wird. Der kraftvolle Trance-Hit zeigt die Talente des SoundTouch 30 deutlich auf. Ein angenehmer Klang, der Räumlichkeit mit Harmonie ausgezeichnet verbindet, ist lobend hervorzuheben. Dynamisch wird auch eine tadellose Leistung geboten. Dank separatem Subwoofer geht im Bassbereich einiges. Kraft, Volumen, ein beachtlicher Tiefgang und eine prima Präzision lassen den Schluss zu, dass es sich um eine vollwertige Soundlösung handelt. Auch der 2012er Sommerhit „Eu Quero Tchu, Eu Quero Tcha“ wird kraftvoll und gleichzeitig klar übertragen. Der Bass trifft sauber den richtigen Punkt und wirkt dynamisch sowie kräftig, ohne unschön zu übertreiben.

Diese Feststellungen finden bei „Danger Zone“ aus dem Music Score des 80er Jahre Kultfilms „Top Gun“ ihre Fortsetzung: Die Stimme von Kenny Loggins ist sehr gut verständlich, die Loslösung vokaler wie auch instrumentaler Anteile gelingt tadellos. Und wie sieht es mit diffizilerer Musik wie „L’Attesa“ von Andrea Bocelli aus? Hier überzeugt uns SoundTouch 30 mit sauberer Trennung von Stimmen und Instrumenten sowie mit einer überraschend emotionalen Gesamtwiedergabe. Boses Versprechen, dass SoundTouch 30 durchaus als Wohnzimmer-Beschallung dienen kann, wird demnach eingelöst. Die Räumlichkeit weiß auch wiederum zu gefallen.

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Integriertes OLED-Display

Mit Abmessungen von 43,5 cm Breite, 24,7 cm Höhe und 18,1 cm Tiefe kann man SoundTouch 30 noch sehr gut zu Hause integrieren. Das Gewicht liegt bei 8,39 kg.

SoundTouch 20 kostet mit 399 EUR satte 300 EUR weniger als SoundTouch 30. Das System ist 31,4 cm breit, 18,8 cm hoch und 10,4 cm tief. Das Gewicht liegt hier bei 3,2 kg. Akustisch wird auch hier eine sehr respektable Leistung offeriert. Der angenehme, dabei keinesfalls oberflächlich-langweilige Sound ist auch hier kennzeichnend. Die Räumlichkeit ist, zieht man die sehr kompakten Abmessungen mit ins Kalkül, beachtlich. Gerade im Schlafzimmer, dem Home Office bzw. Küche oder Gästezimmer fühlt sich SoundTouch 20 wohl. Bei Andrea Bocellis „Dell’Amore Non Si Sa“ beweist uns auch das kleine SoundTouch 20, dass es zu beachtlichen Leistungen fähig ist: Kräftig und mit guter Raumwirkung ist die Wiedergabe, Dynamiksprünge werden gut genommen. Die erzielbaren Pegel liegen auf einem Level, den viele Wireless-Player, auch der identischen Preisliga, nicht mitgehen. Mit dem SoundTouch 20 widerlegt Bose die Vorurteile, man ließe sich seine Gerätschaften gern zu teuer bezahlen. Für das gezeigte Leistungsprofil ist der SoundTouch 20 zumindest aus klanglicher Sicht als preislich wirklich fair einzustufen. Auch der Lykke Li-Hit „I Follow Rivers“ kommt prima heraus – der Beat ertönt souverän und satt, dem kleinen Bose SoundTouch-Lautsprecher geht jeder Zug klanglicher Ärmlichkeit ab. Auch er wirkt schon erfreulich vollwertig, und punktet mit homogenem Klang, der auf eine breite Front des Gefallens beim Anwender stoßen wird. 

Und wie sieht es mit dem mobilen SoundTouch Portable aus? Er ist 24,8 cm breit, 6,4 cm breit und 15,2 cm hoch. Mit 1,45 kg ist er außerordentlich leicht. Spezielle Lösung sind patentierte „Dual Opposing Passive Radiators“ für mehr Basskraft. Zusätzlich sind vier kompakte Treiber an Bord. Der wiederaufladbare Lithium-Ionen-Akku hält laut Bose mehrere Stunden, eine genaue Angabe fehlt. Und bei „Remember Me“ von A.I.D.A. geht es ordentlich ab – zwar werden im Vergleich zum SoundTouch 20 nicht so hohe Pegel erzielt, aber für ein so kleines, leichtes Gerät für den mobilen Einsatz ist die Performande top. Vielleicht erweitert Bose ja noch die Einsatzmöglichkeiten und bringt ein Device auf den Markt, das portabel ist und Bluetooth- sowie Wi-Fähigkeit supportet. Klanglich auf jeden Fall einer der besten portablen Lautsprecher auf dem Markt. Das zeigt sich auch bei „Endless Summer“ von Oceana. Klar, lebendig, mit Fundament – Bose zeigt mit dem SoundTouch Portable die Krallen. Teuer ist der Speaker bei dieser Leistung auch nicht. Bei Andrea Bocellis „L’Attesa“ gefallen Stimmqualität und homogene Gesamtwiedergabe.

Fazit

Besonders gut gefällt uns die ausgezeichnete Klangqualität, die die drei Bose SoundTouch-Devices mitbringen. Die beiden kompakten Modelle SoundTouch Portable und SoundTouch 20 beeindrucken schon durch den klaren, kräftigen und sehr angenehmen Sound. Die recht teure, große SoundTouch 30-Lösung rechtfertigt den Kaufpreis aber auch durch eine hervorragende Klangqualität. Pegelfest, raumfüllend, lebendig und harmonisch – genau die Attribute, die sehr viele potentielle Käufer zu schätzen wissen dürften. Bose schafft es einmal mehr, den Klanggeschmack des „Mainstreams“ zu treffen – nicht der „exotische“ Kunde mit ganz speziellen akustischen Vorlieben steht hier im Mittelpunkt, sondern der Anwender, der einfach gut Musik hören möchte. Genau diese Maxime ist auch einer Gründe für den Bose-Erfolg. Zweiter Grund ist die einfache Bedienbarkeit. Diese ist prinzipiell auch bei den SoundTouch-Komponenten gegeben. Die Idee mit den einfach umzuprogrammierenden Favoritentasten ist prima. Auch ist die App für PC und mobile Devices übersichtlich aufgebaut. Die Ersteinrichtung könnte allerdings noch zügiger vonstatten gehen. Sehr gut gefällt uns de Fernbedienung, die den SoundTouch-Komponenten beiliegt. Sie ist angenehm gummiert und gibt Kommandos, die vom Zielgerät sofort umgesetzt werden, was leider nicht selbstverständlich ist. Die Funktionsvielfalt wird 2014 von Bose erweitert, was auch, ehrlich gesprochen, nötig ist. So sollen mehr onlinebasierte Dienste hinzukommen, derzeit gibt es nur eine Internet Radio-Funktion. Des Weiteren vorhanden ist AirPlay, wir würden es uns noch wünschen, dass auch Musik von Android-Smartphones gestreamt werden kann. 

Insgesamt erzielt der SoundTouch 20 ein exzellentes Testergebnis, da er klanglich trotz kompakter Abmessungen absolut überzeugen kann, dabei aber gleichzeitig preislich sehr fair kalkuliert ist. Der große Sound Touch 30 gefällt uns ebenfalls richtig gut. Er klingt natürlich noch etwas besser als das kleinere Modell und eignet sich tadellos auch für den größeren Hörraum, ist aber dafür recht kostspielig. Sonderfall ist der SoundTouch Portable. Mobil einzusetzen, sehr klangstark und preislich auf einem erfreulich niedrigen Niveau. Jetzt schon ein Volltreffer.

Boses stationäre Streaming-Lösungen können klanglich schon absolut überzeugen – noch mehr Funktionen werden folgen und dann endgültig für durchschlagenden Erfolg sorgen
ausgezeichnet
Bose SoundTouch 30
WiFi-Lautsprecher Oberklasse
ueberragend
Bose SoundTouch 20
WiFi-Lautsprecher Mittelklasse
Boses mobiler SoundTouch Portable begeistert durch flexible Einsatzmöglichkeiten, sehr guten Klang und fairen Preis
ueberragend
Bose SoundTouch Portable
Portable WiFi-Lautsprecher Mittelklasse

 

Test: Carsten Rampacher




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