SPECIAL: Onkyo Dolby Atmos-Event in München

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Onkyo hat ausgesuchte Pressevertreter und Fachhändler nach München eingeladen, um die neue Produktpalette des Hauses mit Dolby Atmos-Funktionalität vorzustellen. In einer exklusiven Vorführung hatte man überdies auch die Möglichkeit, sich zwei Atmos-Trailer sowie einen Kurzfilm anzuhören.

Onkyo hat die derzeit breiteste Palette an Dolby Atmos-fähigen Produkten auf dem deutschen Markt. Ab September werden die Produkte erhältlich sein. Die 7.2 AV-Receiver TN-NR636 (599 EUR), TX-NR737 (899 EUR) und TX-NR838 (1199 EUR) sind bereits erhältlich, hier kommt eine erweiterte Firmware ab September, die den bereits eingebauten Atmos Prozessor bedient und somit zur Nutzung freigibt.

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Onkyos Dolby Atmos AVR-Flaggschiff – TX-NR3030

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Lautstärke-Drehregler

Hinzu kommt der 9.2 AV-Receiver TX-NR1030 für 1.899 EUR sowie der TX-NR3030 mit 9 Endstufen und 11.4 Vorstufe für 2.499 EUR. Die 11.4 Vorstufe PR-SC5530 rundet für 2.699 EUR die AV-Produktpalette nach oben ab.

Es folgen noch verschiedene Komplett- und Lautsprecherpakete, die wir im Verlauf des Specials genauer spezifieren werden.

Das Motto von Dolby Atmos ist: „Feel Every Dimension“. Das ist aber nur zum Teil richtig, denn alle Dimensionen hatten wir schon bei Dolby Pro Logic IIz. Zwei Front Height Lautsprecher, vorn oben über den Front-LS platziert, waren hier für eine vertikale Weitung der Klangkulisse zuständig. Aber – es handelte sich um eine Matrix, welche die Signale für die Front Heights lieferte. Nie gab es eine BD mit Dolby PLIIz Abmischung – immer war ein 5.1 oder ein 7.1 Signal vorhanden, eine Matrix war dann für die Speisung der Front Height Lautsprecher zuständig. Nun, bei Atmos, erfolgt die Ansteuerung der Lautsprecher diskret. Wie dies genau funktioniert, lesen Sie nun.

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In Silber und Schwarz erhältlich

In Hightech-Kinosälen around the World ist Dolby Atmos seit 2012 im Einsatz. Über 100 Dolby Atmos Abmischungen von Blockbustern gibt es schon. Auf BD werden in diesem Jahr noch die ersten Atmos-Abmischungen erwartet.

Im Kino unterstützt schon die erste Generation Atmos-Prozessoren bis zu 128 Tonspuren und bis zu 64 unterschiedliche Lautsprechersignale. Was genau ist mit letzterem gemeint? Atmos ist in der Lage, jedem der 64 Lautsprechern für unterschiedliche Lautsprecher-Signale ein individuelles, dynamisches Signal zu geben.  Dolby spricht hier von „Sound-Objekten“. Diese Objekte, wie z.B. eine zuschlagende Autotür oder ein umfallender Stuhl, dauern vielleicht nur eine Sekunde und sind genau über diesen Zeitraum auf dem Lautsprecher, dem dieses Soundobjekt zugeordnet wurde, hörbar. Die Zuordnung erfolgt in den Metadaten der Atmos-Abmischung. Die Art der Zuordnung ist streng mathematisch nach den X, Y und Z Raumkoordinaten – also eine völlige Abkehr von der bisherigen kanalbasierten Abmischung. Diese ist weiterhin vorhanden, als sogenanntes „Bed“, aber zusätzlich kommen diese Sound-Objekte bei Atmos hinzu.

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Stromversorgung

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TX-NR3030 geöffnet

Demnach legt nicht mehr, wie bei einem kanalbasierten System, der Toningenieur durch die Zuweisung von Effekten auf bestimmte Kanäle das klangliche Layout fest, sondern der Atmos-Prozessor. Dieser richtet sich nach dem vorhandenen Lautsprecher-Equipment. Ist dieses bekannt, nimmt der Prozessor die Berechnung vor, wie die Sound-Objekte auf die vorhandenen Lautsprecher verteilt werden. Klar dürfte sein, dass die Zuteilung einzelner Sound-Objekte besonders präzise bei vielen und weniger präzise bei wenigen Lautsprechern ist. Daher ist der Wow-Effekt bei Atmos im großen Kinosaal besonders groß.

Aber auch zu Hause ist der Benefit zu spüren. Um Atmos zu Hause zu genießen, ist folgendes erforderlich: Zum einen ein AV-Receiver mit Atmos-Decoder. Zum anderen ein Blu-ray-Player, der mindenstens HDMI 1.4 ausgeben kann. Das ist darum erforderlich, weil sich das Atmos-Signal in der Dolby TrueHD Tonspur (alternativ auch in der Dolby Digital Plus Tonspur möglich) verbirgt. Das hat den Vorteil, dass für AV-Receiver ohne Atmos-Decoder alles „beim Alten“ bleibt. Sie geben das 7.1 TrueHD Signal wie bisher wieder. Ein AVR, der einen speziellen Atmos-Chip zur Decodierung besitzt, erkennt hingegen die zusätzlichen Metadaten und gibt diese wieder.

Was das Lautsprecher-Equipment angeht, so kann man entweder auf Deckenlautsprecher (in der Praxis meist 2 oder 4, positioniert oberhalb von Fronts und Surrounds) oder auf spezielle neue Komplettlautsprecher mit Atmos-Modul, das diskret angesteuert wird, setzen. Dritter Weg sind Lautsprecher-Zusatzmodule, die ein Chassis besitzen, separat angesteuert werden und einfach auf die bestehenden Frontlautsprecher draufgestellt werden. Wir würden in der Praxis zu Decken- oder Komplettlautsprechern tendieren, die Module sind aber eine kostengünstige Möglichkeit zum Upgrade auf Atmos.

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Rückseite des AV-Receivers

An Konfigurationen ist 5.1.2 die einfachste Atmos-Konstellation. Hier treten zwei Deckenlautsprecher oder Atmos-Module, die zur Decke strahlen, in Aktion. Mit einem 9-Kanal-AVR wie den Modellen TX-NR3030 ist auch 7.1.2 möglich, mit entsprechenden zusätzlichen Endstufen (11.4 Pre-Out vorhanden) und aktiven Bässen geht auch 7.4.4 als Beispiel-Konfiguration.

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5.1.2 Lautsprechersystem SKS-HT678

Onkyo offeriert mit dem HT-S7705 auch ein komplettes Paket, bestehend aus AVR mit Atmos-Decoder und 5.1.2 Lautsprechersystem. Das THX-zertifizierte HT-S9705 Paket ist ein AV-Receiver mit Atmos-Decoder plus normales 5.1 LS-System. Zusätzlich benötigt werden die SKH-410 Zusatz-Module für Atmos.

Und wie klingt Atmos in der Praxis? Wir konnten auf der kleinstmöglichen Konfiguration mit normalen Stand-LS (Elac) und Atmos Zusatzmodulen zwei Trailer und einen Kurzfilm anhören. Das Ergebnis war verblüffend, obwohl nur 2 Zusatz-LS im Einsatz waren. Man hat den Eindruck eines fülligen, dreidimensionalen Klangbildes – das aber zusätzlich durch enormes Differenzierungsvermögen und feine Trennung bei Effekten überzeugt. Natürlich ist die Güte dieses Eindrucks auch immer vom Quellmaterial und, wie wir gelernt haben, von der Anzahl der Lautsprecher abhängig.

Unserer Meinung nach eignet sich Atmos prinzipiell nicht nur für Kinofilme, sondern auch für Musik. Nehmen wir als Beispiel einen üppig verzierten Saal wie den des Bayerischen Nationaltheaters. Nicht nur, weil es schön aussieht, finden sich hier Ornamente etc. im Inneren, auch wegen einer besonders reichhaltigen, von speziellen Reflexionen und speziellen Nachhallzeiten geprägten Akustik. Je nach dem, ob eine Sopranistin eine Arie singt oder z.B. das gesamte Orchester massiv antritt, ändert sich natürlich die Art der erzeugten Reflexion. Hier könnte man dann mittels Atmos einzelne Sound-Objekte dazu generieren  und so sehr präzise die Akustik speziell in diesem Opernhaus mittels extra untergebrachter Mikrofone einfangen. Eine Oper ist kein Actionfilm, und es wird nicht so viele, teilweise nur Sekunden andauernde unterschiedliche Sound-Objekte geben – wir sind uns aber sicher, dass es auch mit Musik sehr gut funktioniert.

Sobald erste Testsamples und entsprechende Software zur Verfügung steht, werden wir umfangreiche Tests zu Atmos-Equipment von Onkyo veröffentlichen, ca. nach der IFA ab Mitte September könnte es soweit sein.

 

Special: Carsten Rampacher, Philipp Kind




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