XXL-TEST: Teufel Holist S - der kleine Lautsprecher aus der Holist Familie mit Alexa Sprachsteuerung

Ebenfalls neu auf dem Markt ist der Teufel Holist S. Nachdem wir den großen Bruder, den Holist M, schon im Test hatten, folgt jetzt der kleinste Sproß der Holist Familie. Der Holist S besitzt neben der Alexa Sprachsteuerung die Dynamore Klangtechnologie, die z.B. beim Radio 3sixty schon begeisterte und für einen raumfüllenden Klang sorgen soll. Die eigenen Musik-Inhalte lassen sich komfortabel über das heimische WLAN wiedergeben, aber auch eine Wiedergabe über Bluetooth mit aptX für kabellose Übertragung in CD-naher Qualität ist möglich.

Speziell auf die Bedürfnisse der Holist Lautsprecher zugeschnitten, bietet Teufel die kostenfreie und für iOS und Android erhältliche Holist App, mit der z.B. Spotify Connect über die Spotify App nutzbar ist sowie umfangreiche Steuerungs- und Streamingfunktionen möglich sind. Dank der App können Dienste wie TuneIn, TIDAL, NAPSTER sowie Amazon Alexa genutzt werden. Die App basiert nicht auf der Raumfeld Plattform, sondern ist eigenständig.Das wiederum hat den Nachteil, dass Besitzer von Raumfeld-Komponenten die neuen "Holisten" nicht in ihr Multiroom-Netzwerk integrieren können. 

Für den nötigen Antrieb der Chassis sorgt Class D 2-Kanal Verstärker mit einer Maximalleistung von 25 Watt. Der Holist S besitzt einen Breitbandlautsprecher mit 25 mm aus Aluminium sowie einen 89 mm großen Tieftöner für die Basswiedergabe. Beim Tieftöner setzt Teufel auf eine leichte, impulstreue, speziell beschichtete Papiermembran. Zusätzlich verfügt der Holist S noch über drei Passivmembranen. Den Frequenzbereich geben die Berliner mit 50 - 20000 Hz an und der maximale Schalldruck liegt bei 92 db/1m.

Wie auch beim großen Bruder, kann der Kunde bei der Bestellung zwischen einer schwarzen und weißen Ausführung auswählen. Bis Ende des Jahres gibt es den Holist S, dank der reduzierten Mehrwertsteuer von 16 Prozent, für 243,69 EUR und ist natürlich nur direkt im Onlineshop von Lautsprecher Teufel oder in den Teufel-Flagship-Stores erhältlich. Dank seiner kompakten Abmessungen von 22,5 cm Höhe und 14,3 cm Breite fügt er sich harmonisch und nicht aufdringlich in die Küche bzw. ins Esszimmer ein.

Bedienelemente auf der Oberseite des Holist S sowie die beiden Mikrofone für die Sprachsteuerung

Die Bedienelemente zur Steuerung des Lautsprechers sind direkt am Gerät auf der Oberseite zu finden - es handelt sich um berührungssensitive Touch-Elemente. Bei Berührung der Bedienelemente wird das Bedienfeld überdies beleuchtet, was die Handhabung bei schlechten Lichtverhältnissen erleichtert. Dort befinden sich die Bedienelemente für die Lautstärkeregelung, die Play/Pause Taste, Skip-Tasten für die Songauswahl, die Deaktivierung für die Mikrofone, der Bluetooth-Button sowie die analoge AUX-Eingangswahl. Ebenfalls auf der Oberseite zu finden sind die beiden Mikrofone für die Alexa Sprachsteuerung. Als Teufels Markenzeichen zu verstehen, thront in der Mittel des Lautsprechers das große Teufel "T". Das "T" soll aber nicht nur optischer Reiz verstanden werden, sondern es dient auch als Bedienelement, genannt die "Action-Taste". Bei kurzzeitiger Betätigung werden die Alexa Funktionen abgerufen und bei längerer Betätigung wird die WLAN-Konfiguration neu gestartet. 

Wo Dynamore draufsteht, ist auch Dynamore drin

Teufel Schriftzug an der Front

Rückseite des Holist S

Die Rückseite zeigt erfreulicherweise auch mit einem schwarzen Akkustikstoff bezogen, der Stoff ist sehr sauber angebracht und macht einen soliden Eindruck. Im unteren Teil des Holist S befinden sich die Anschlußsektion. So befinden sich im Standfuß ein ein analoger Audioeingang (Klinkenbuchse 3,5 mm) sowie der Stromanschluss. Daneben zu sehen ist der Reset-Button, um die Werkseinstellungen wieder herzustellen. Der Holist S verfügt über ein externes Netzteil, ein internes hätte im kompakten Gehäuse keinen Platz mehr gehabt.

Anschlüsse im Detail

Seitenansicht des Holist S

In diesem Abschnitt möchten wir uns der Ersteinrichtung widmen, nach dem wir die technischen und optischen Finessen beschrieben haben. Für die erste Inbetriebnahme muss in den jeweiligen App Stores die Teufel Holist App aufs Smartphone oder Tablet geladen werden. Die App ist natürlich kostenfrei und für Android und Apple erhältlich. Bevor die App gestartet wird, muss der Holist natürlich mit dem Netzteil mit dem Stromkreis verbunden werden. Nun kann die Holist App gestartet werden und die App geht sofort in den Suchvorgang nach Holist Lautsprechern. Die komplette Einrichtung haben wir wieder mit zahlreichen Screenshots dokumentiert und festgehalten:

Zuerst fordert uns die App auf, Bluetooth auf dem Smartphone zu aktivieren

Sollte die automatische Verbindung nicht funktioniert haben, kann mittels Tastendruck manuell verbunden werden

Nun fordert uns die App auf, das WLAN Netzwerk auszuwählen

Jetzt startet die App den Suchlauf nach Holist-Lautsprechern

Der Holist S ist jetzt mit unserem WLAN verbunden

Die App prüft automatisch, ob die Software unseres Holist S auf dem aktuellen Stand ist

In diesem Schritt kann der Raum gewählt werden, in welchem der Holist S arbeiten soll

Hier können alle Einstellungen vorgenommen werden, die mit der Alexa Sprachsteuerung zusammen hängen

Alexa Einstellungen, Teil 2

Alexa Einstellungen: Sprache

Alexa Einstellungen: Beispiele 

Alexa Einstellungen: Privatsphäre

Geräteliste in der App

Übersicht des Lautsprechers in der Hörzone "Esszimmer"

Informationen über den Lautsprecher und den WiFi-Status

Wiedergabe von Spotify, direkt über die Spotify App (Spotify Connect)

Übersicht der unterstützen Streaming-Dienst sowie die verschiedenen Eingänge

Auch die auf dem Smartphone gespeicherte Musik kann wiedergegeben werden

Der Holist wurde innerhalb der App umgehend erkannt und problemlos eingerichtet. Wir sind nur etwas verwundert, dass die Ersteinrichtung beim Holist S anders gestaltet ist als beim großen Bruder Holist M. Das alltägliche Handling des Holist mit Bedienung über die App wirft keine Fragen auf. Dank der hochwertigen integrierten Mikrofone funktioniert auch die Sprachsteuerung hervorragend. Ganz gleich, ob Hochdeutsch oder fränkischer Dialekt - es gab kaum Probleme. Auch aus der Distanz wird der Spielbetrieb sofort unterbrochen, wenn man Alexa eine Frage stellt. Zwei Nachteile müssen wir jedoch auch in dieser positiven Bilanz aufführen: Die Holist Modelle sind nicht kompatibel zu Teufel Komponenten auf Raumfeld Basis. Das ist schlecht für alle, die bislang schon auf Raumfeld gesetzt haben. Zweiter Minuspunkt - die Kopplung von zwei Holist zum Stereopaar ist aktuell (September 2020) nicht möglich. 

Klang

Wir starten unsere Klangtestreihen mit "Say You'll Haunt Me" von Stone Sour. Der Holist S macht ein sehr schönes und großes Bühnenbild. Die Stimme von Corey Tayler klingt einen kleinen Tick zu tief. Natürlich darf man bei diesen Abmessungen kein "Pegel-Monster" erwarten, der Holist S liefert aber eine solide Arbeit ab und gibt den Tiefgang des Stückes ordentlich wieder. Trotz nur 25 Watt (nur gut ein Fünftel der 120 Watt des Holist M!) sind die maximal und ohne deutliche Verzerrungen erzielbaren Pegel ordentlich. 

Der nächste Titel auf unserer Liste ist "Blue On Black" von Five Finger Death Punch feat. Kenny Wayne Sheperd, Brantley Gilbert und Brian May. Hier zeigt uns der Holist S auf, dass ihm die langsameren Titel besser liegen. Die Stimmwiedergabe ist hier als sehr gut zu bezeichnen. Das liegt an den soliden Strukturen und dem guten Treffen der Stimmfarbe. Die Gitarrensolos werden relativ natürlich abgebildet, auch die räumliche Einbindung ist prima. Der Tiefgang gefällt uns hier ebenfalls gut. Man darf natürlich nicht den Fehler machen und sich den Holist M direkt daneben stellen. Dieser ist zwar auch teurer (aber unter 500 EUR), spielt aber auch einfach gigantisch auf. Ist der Holist S einfach ein guter, einfach zu handhabender Smart Speaker, aber kein akustischer Überflieger wie der große Bruder? Wir werden sehen, wie sich unsere Einschätzungen entwickeln.

Mit dem nächsten Titel fordern wir den kleineren der beiden Berliner Holist- Lautsprecher heraus und spielen ihm dem Acoustic-Titel "Sweet Child O'Mine" zu. Allerdings nicht von Guns'N'Roses, sondern eingespielt von Slash an der Gitarre , den Gesang hat Myles Kennedy von Alter Bridge übernommen. Nun wendet sich das Blatt doch zugunsten des Holist S, den wir eben noch für gut, aber nicht für extrem gut hielten: Wir sind begeistert, was der kompakte Smart Speaker hier bei fast vollem Pegel von sich gibt. Die nicht gerade unkritische Stimme von Myles Kennedy wird tadellos und in den wichtigen Grundzügen realistisch wiedergegeben. Auch die Gitarre von Slash wird mit einer Lebendigkeit und einer Authentizität wiedergeben, die wir in diesen Preisregionen bislang kaum hören durften. Die Wiedergabe des Bassbereichs ist bei diesem Stück wirklich hervorragend.

Nach dem der Holist S bei dem vorherigen Titel so sehr gefallen hat, legen wir mit dem gefühlvollen Stück "Shallow" von Lady Gaga und Bradley Cooper nach. Der Song stammt aus dem Film "A Star is Born". Nach eigenen Aussagen der beiden Interpreten handelt der Songtext zu "Shallow" von zwei Menschen, die sich miteinander unterhalten. Das Leben setzt ihnen auf jeweils andere Art und Weise sehr zu und sie wollen einen Ausweg aus der Leere und Hoffnungslosigkeit. Gemeinsam überlegen sie, wie dem Schmerz und der Traurigkeit entfliehen können und tauchen aber immer mehr in die Depression ein. Die Bezeichnung im Songtext "Going off the deep end" ist ein umgangssprachliches Sprichwort und bedeutet so viel wie "kurz vor einem Nervenzusammenbruch stehen/den Verstand verlieren". Dieses Gefühl teilen die Beiden und fühlen sich darum eng miteinander verbunden.  Wir wählten bewusst dieses "lange Intro", um zu verdeutlichen, wie immens wichtig hier eine gefühlvolle Wiedergabe ist - kann das der Holist S? Ja, er kann's., und wie auch schon der große Bruder liefert hier der "Kleine" eine saubere Arbeit ab. Der Tiefgang der Gitarre wird sehr schön in die Hörumgebung abgegeben und Bradleys Stimme klingt ausgezeichnet: Das liegt daran, dass sich vokale Konturen erstaunlich gut vom kompakten Gehäuse lösen und auch die Stimmfarbe erneut richtig überzeugend getroffen wird. Auch Lady Gagas Stimme gefällt uns sehr gut, nur fehlen die kleinen dynamische Differenzen innerhalb der vokalen Darbietung, die bei deutlich teureren Lautsprecher hörbar sind. Insgesamt aber, um zum Ausgangspunkt zurück zu kehren, wird der Holist S der wichtigen Aufgabe einer gefühlvollen Darbietung durchaus gerecht. Erst recht, wenn man bedenkt, dass der kleine smarte Lautsprecher weniger als 250 EUR kostet.

Unseren Klangtestreihen möchten wir nun mit dem leider zu früh verstorbene Ausnahmekünstler Chester Bennington und seiner Band Linkin Park beenden. Die Stimme von Chester Bennington ist sehr berührend, wenn sie richtig wiedergeben wird. Und der Autor dieser Zeilen darf feststellen, dass die Wiedergabe dieses Titels sehr berührend war und wir uns gerne den Titel noch ein zweites und drittes mal angehört haben. Das ist der Ritterschlag für den Holist S - also macht er es einem großen Bruder nach und setzt, natürlich in seiner Preisklasse, akustisch aktuell die Maßstäbe. Aber woran liegt das? Zum einen an den nahtlosen Übergängen zwischen den einzelnen Frequenzbereichen. Störende klangliche Löcher, die man selbst bei guten Konkurrenten in geringem Umfang findet, gibt es hier nicht. Des Weiteren überzeugt das Auflösungsvermögen über den gesamten Frequenzbereich. Zu guter Letzt lösen sich die vokalen Elemente prima vom Lautsprecher, die Stimmfarbe und die Dynamik innerhalb der vokalen Präsentation sind erstaunlich gut. 

Konkurrenzvergleich

  • Denon Home 150 : Die leichte Einbindung in ein vorhandenes Denon Home Multiroom System begeistert uns heute noch. Edel und dennoch nicht aufdringlich fügt sich der Denon Home ins Ambiente des Raumes ein. Die Sensorbedienelemente reagieren etwas zügiger als die vom Teufel Holist S. Klanglich muss sich der Denon Home 150 aber vom Holist S geschlagen geben. Der Teufel Lautsprecher löst bedeutend besser auf, gerade im Hochtonbereich. Im Bassbereich kann auch der Teufel etwas mehr nachlegen und dank Dynamore eröffnet der Berliner Lautsprecher ein breiteres Bühnenbild. Momentan benötigt man noch einen separaten Alexa/Google Assistant/Apple Siri-Lautsprecher, möchte man den Denon Home Lautsprecher über Sprachbefehle steuern.

  • Harman Kardon Citation One Mk2 : Auch beim Citation One gefiel uns die leichte Einbindung in ein vorhandenes Multiroom System und wer auf Mehrkanal nicht verzichten möchte, der kann in seinem Citation System sogar zwei Citation One z.B. als Rear-Lautsprecher einbinden. Der Citation One ist mit 199 EUR deutlich günstiger als der Holist S. Aber auch der Citation One muss sich beim Punkt Klang geschlagen geben, denn hier kann der Holist S einfach noch eine Schippe drauflegen. Dadurch ist er seinen Mehrpreis auch Wert.

  • Yamaha Musiccast 20 : Der Yamaha ist momentan für 160 EUR Marktpreis zu haben und ist unserer Meinung nach ein guter Deal. Wie die anderen Kontrahenten auch, kann der Mussiccast 20 in ein vorhandenes Musiccast Multiroom Systeme eingebunden werden. Der Yamaha Lautsprecher ist prima verarbeitet und weist vom Reaktionsverhalten her ausgezeichnete Touch-Bedienelemente auf der Oberseite auf. Aber auch in diesem Fall geht die Klangwertung an den Holist S, da er sauberer auflöst und im Bassbereich etwas mehr Zunder besitzt.

Fazit

Für 243,69 EUR offeriert Lautsprecher Teufel den Holist S als aktuell kleinstes Modell in der Holist-Familie. Dafür bekommt der geneigte Käufer einen optisch attraktiven sowie anständig verarbeiteten Lautsprecher ins Haus geliefert, der auch durch seine fürs Geld hervorragenden akustischen Eigenschaften punkten konnte. Gerade im Hochtonbereich löste der Holist S deutlich besser auf als zahlreiche Kontrahenten, was die direkten Hörvergleiche verdeutlichten. Auch die Ersteinbindung funktionierte tadellos. Die Alexa Sprachsteuerung funktionierte ebenfalls - dank offensichtlich hochwertiger Mikrofone - sehr gut, auch wenn Alexa manchmal ein Eigenleben führte. Einziger Wermutstropfen bleibt aber auch hier, dass der Holist S nicht mit anderen Teufel Raumfeld Multiroom Komponenten kompatibel ist, sondern nur im Holist System arbeiten kann. Es können auch keine zwei Holist S zu einem Stereopaar gekoppelt werden.

Akustisch klar der neue Klassenmaßstab, leider nicht kompatibel zu Raumfeld-Devices

Test 24. September 2020
All-In-One Smart-Lautsprecher bis 250 EUR

 

Test und Bilder: Sven Wunderlich
Datum: 24. September 2020

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