TEST: Teufel Over-Ear-Kopfhörer "Turn" - pure Bassgewalt per "Dreh am Rad"

Teufel Turn 5

Normalerweise befinden sich im Turn-Beutel die Turn-Hose, das Turn-Shirt und die Turn-Schuhe. Nicht so bei den Sound-Spezialisten von Teufel aus Berlin. Kauft man - aktuell für knapp 170 EUR - deren "Turnbeutel", befindet sich der enorm robuste Over-Ear-Kopfhörer "Turn" darin. Ausschließlich in tiefem Schwarz mit diabolisch-roten Akzenten in Form des Teufel-T auf den Ohrmuscheln außen lieferbar, erhält der stolze Neu-Besitzer dank des Beat-Turbos per Drehrad "ordentlich was auf die Ohren". Was hat es damit auf sich? Nun, wer das runde Element mit dem roten Teufel-T an der rechten Ohrmuschel dreht, bekommt eine Portion Extra-Bass nach "Berliner Art" serviert. Dann soll der Tune loslegen, als gäbe es kein Morgen mir. Der 007-Streifen "Tomorrow Never Dies" würde man dann gleich Ad Acta legen können. 

Teufel Turn 1

Schick verpackt

Teufel Turn 2

Tragetasche....

Teufel Turn 3

...die, sehr passend, "Turnbeutel" heißt

Aber der Reihe nach - Rund 200 EUR Normalpreis und rund 170 EUR aktueller Aktionspreis sind durchaus eine Menge für einen Teufel-Kopfhörer. Wie möchte "Turn" denn außerhalb des "irren Bass-Drehs" mit diesem Produkt auf Kundenfang gehen, wo es doch Kopfhörer wie den sprichwörtlichen Sand am Meer gibt? Nun, mit hoch belastbarer Technik und hochwertiger Materialqualität möchte "Turn" die Käufer anlocken, die einen soliden, klangstarken Begleiter für jeden Tag suchen. Man sollte allerdings kein introvertierter Typ Mensch sein - denn mit dem Turn fällt man schon auf. Er ist recht groß und massiv, "kleinköpfige" Träger sehen etwas lustig aus, wer hingegen einen größeren Kopf hat, dem passt der Over-Ear-Kopfhörer sehr gut. Mit einer Nennimpedanz von 32 Ohm ist der Turn perfekt für den mobilen Einsatz geeignet. Teufel verspricht einen "lauten, originalgetreuen Klang". Was der Turn wirklich in die Gehörgänge schleudert, untersuchen wir später genau. An dieser Stelle sei der Frequenzbereich erwähnt: Von 20 Hz bis 20 kHz spielt der Turn. Leicht verwunderlich, spricht der Hersteller von "40 mm Linear-HD-Treibern". "HD" - da stellen wir uns einen Kopfhörer vor, der auch über die 20 kHz hinaus spielt und HiRes-Audio Dateien gegenüber nicht abgeneigt ist. Aber gut, wir nehmen das "HD" einfach so hin und freuen uns über die kraftvollen Neodym-Magneten, die der Turn mitbringt. 89 dB (+/- 3 dB, 1 kHz) ist die Angabe für die Empfindlichkeit des Turn. 

Teufel Turn 12

Zwei 3,5 mm Kabel können angeschlossen werden

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Teufel Turn 11

Man dreht "am Rad", um die volle Basskraft freizusetzen

Teufel Turn 10

Kopfband von oben mit Teufel-Schriftzug

Teufel Turn 9

Sehr klein zusammenfaltbar

Teufel Turn 8

Tadellose Materialqualität

Teufel Turn 7

Exakt einstellbares Kopfband

Wirklich sehr gut ist die Materialqualität. Das Kopfband aus Metall ist mit dickem, gummierten Kunststoff ummantelt. Oben wird der Kopf des Trägers effektiv gepolstert. Etwas billig wirkt allein der Kunststoff auf den Ohrmuscheln, einmal mit der schon angesprochenen Dreh-Funktion. Der Turn lässt sich exakt auf die Kopfgröße einstellen. Die dicken Schrauben zeigen beim Turn nicht von grobschlächtiger Handwerkskunst, sondern werden als gewolltes Stilmittel eingesetzt, sozusagen eine Live-Erklärung: "Ich bin sehr robust und mir kann niemand etwas anhaben". Die titanfarbenen Bügel, an denen die Ohrmuscheln befestigt sind, bestehen aus Metall. "Turn" lässt sich sehr klein zusammenklappen, so dass der Bass-Experte bequem in den schwarzen, mitgelieferten "Turnbeutel" passt. Die Ohrmuscheln umschließen ebenfalls bequem die Ohren. Man merkt gleich, dass der Turn Geräusche von außen effektiv durch den hohen Dämmungs-Effekt der Ohrpolster reduziert. Das Material ist im Vergleich zu vielen Konkurrenten nicht zu schweißtreibend. Leider ist die Geruchsentwicklung beim frisch ausgepackten Produkt etwas intensiv. 

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Teufel Turn 13

Mitgeliefertes Kabel

Teufel Turn 6

Sound-Magier mit "übersinnlichen Kräften" im Bassbereich?

Ein Stereo-Miniklinke-Kabel mit 1,3 Metern Länge und guter Qualität befindet sich im Lieferumfang. Man kann einen zweiten Kopfhörer übrigens per Klinke-Anschluss "andocken". Also die richtige Ergänzung für alle Hobby-DJs, die schon einen Rockster und einen Rockster XS besitzen? Wir fassen unsere ersten Eindrücke zusammen: 

Pro:

+ Solide, langlebige Verarbeitung
+ Kopfband und Ohrmuscheln bequem gepolstert
+ recht hochwertiges Kabel
+ Effektiver Falt-/Klapp-Mechanismus
 

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Contra:

- Geruchsentwicklung intensiv nach dem Auspacken
- Optik mag dem einen oder anderen zu martialisch sein

Klang

Nun muss uns der Turn beweisen, zu was er mit aktiviertem "Bass-Turbo" fähig ist. Wir steigen mit "Don" von Orjan Nilsen ein. Der Trance-Track startet gleich mit enormer Dynamik und hartem Bass sehr ansprechend durch. Aber auch der extrem geniale Melody-Part dieses Tracks kommt klar und lebendig heraus. Der Turn schafft es, richtig "anzuturnen" durch den atmosphärisch dichten Klang. Auch in den ruhigeren Sequenzen vermittelt er dem Zuhörer: Das war nicht alles, warte kurz, gleich geht es ab. Der Bassbereich hat nicht nur Kraft, sondern auch Kontur, und der Kopfhörer hebt den Zuhörer mitten in die aufgeheizte Atmosphäre einer Großhallen-Disco. Wie sieht es mit "California Dreamin" in der Variante von Freischwimmer, im Remix von Calvo, aus? Hier zündet das Bass-Triebwerk wieder voll. Für eher sensible Anwender ist der Turn nicht die erste Wahl, wer aber solche Musik liebt und sie beim Hören erleben möchte, liegt beim Berliner Bass-Booster genau richtig. "Turn" ist im Hochtonbereich keinesfalls matt und belegt, sondern erfreut auch hier durch Klarheit und Biss. Ebenso beim Mayday-Klassiker "Feeling So Real", ursprünglich von Moby, im Remix von Westbam. Hier entfaltet der Turn ein weiteres Mal eine intensive, nachdrückliche Wiedergabe, mit ordentlich tieffrequenter Substanz. Wer den "Bass-Turbo" deaktiviert, wird richtig enttäuscht sein - denn plötzlich nimmt sich der Turn im unteren Frequenzbereich ziemlich zurück. Wer "Hören" mit "Erleben" gleichsetzt, sollte daher den "Dreh raus haben" und den zusätzlichen Kick auch einsetzen. Dann bietet der Track genau den Nachdruck und erfreulicherweise auch die Räumlichkeit, die der Techno-Liebhaber schätzt. Bei Marushas "It Takes Me Away" das identische akustische Bild: tadellose Dynamik, lebendiger Bassbereich, klare Höhen. Und wer denkt, der Turn böte ausschließlich eine komplette "Badewanne" ohne Mitten: Wir haben nicht diesen Eindruck, werden dies aber natürlich noch mit entsprechender Software testen. Besonders gut managt der Over-Ear-Kopfhörer "Raptor" von Digital X. Hier schiebt der Turn an, dass es eine wahre Freude ist, und entfaltet so eine nachhaltige Club-Atmosphäre. Den gesamten Aufbau des Tracks verdeutlicht der Berliner Kopfhörer jede Sekunde sehr deutlich, und ein weiteres Mal erfreut die ausgezeichnete Räumlichkeit. 

Teufel "rockt", und der Rockster "rockt" - "rockt" denn auch der Turn, oder macht er den Turn und biegt in eine andere Richtung ab? Wir checken mit "Living On A Prayer" von Bon Jovi. Und auch hier legt sich der Turn ordentlich  ins Zeug. Die E-Gitarre, die Stimme, die Drums - all das verdichtet sich zu einem dynamischen Hörvergnügen. Der Turn ist so, wie seine Macher versprochen haben: Laut und kraftvoll. Genau das, was man für diese Art von Musik braucht. "It's My Life" eignet sich auch sehr gut, um die Fähigkeiten des Teufel Turn zu demonstrieren: Enorm kraftvoll die E-Gitarren-Riffs, die Stimme Jon Bon Jovis hat Ausdruckskraft. Nicht nur Trance-Jünger, sondern auch Headbanger werden hier ihr Glück finden. Weiter geht es mit "Celebrate Youth" von Rick Springfield. Wir haben es schon im Vorfeld erwartet: Energiegeladen, weitläufig, und auf Wunsch garniert mit deftigen Pegeln. Hier ist aber Vorsicht geboten - bei allem Spaß, den der Turn macht, sollte man nicht über längere Zeiten mit den Pegeln hören, die der Pegel praktisch ohne Verzerrungen darstellen kann. Man ertappt sich ohnehin immer wieder dabei, "lauter zu hören, als die Polizei erlaubt". Der Turn steckt mit seiner Dynamik schlichtweg an. Bei "You Spin Me Round (Like A Record)" von Dead Or Alive machen wir weiter - und der Turn überzeugt auch mit einer untadeligen Präzision im Bassbereich. Nicht nur massiv, sondern auch exakt - eine Mischung, die genau ins Schwarze trifft. 

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