TEST: Revox Studioart S100 Soundbar plus Studioart B100 Bass-Modul

Für 1.499 EUR kommt die Revox-Audiobar Studioart S100 zum neuen stolzen Besitzer. Auch, wenn die 3.1-Audiobar durchaus beachtliche Abmessungen und ein stattliches Gehäusevolumen mitbringt, haben wir uns trotzdem entschlossen, den kabellosen B100 Aktiv-Subwoofer noch mit dazu zu nehmen. Mit 210 Watt ist die Studioart S100 alles andere als "schwach auf der Brust", der B100 Aktivbass bringt es zusätzlich auf beträchtliche 240 Watt. Leistungsmangel herrscht also keinesfalls. Wir danken den Sound Brothers, dass wir die Ehre hatten, in Kassel dieses Revox-Dreamteam genau unter die Lupe zu nehmen.

B100 Subwoofer

Steigen wir nun weiter ein in die Technik der Studioart S100. Zunächst möchten wir erwähnen, dass es zusätzlich noch den Streaminglautsprecher A100 gibt. Diesen kann man natürlich alleine betreiben, aber auch als Wireless Rears in Verbindung mit der S100 verwenden. 479 EUR kostet der A100, der praktischerweise über einen integrierten Akku verfügt (und so wirklich "wireless" betrieben werden kann) pro Stück. Man braucht als Rears nicht zwingend zwei A100. Man kann auch den passiven P100 (179 EUR pro Stück) als Ergänzung zum A100 nehmen. Allerdings liegt dann doch ein Kabel, denn der P100 wird mittels Kabel mit dem aktiven A100 verbunden. Übrigens: Alle Komponenten gibt es wahlweise in Aluminium Weiß oder Aluminium Schwarz. Alle Revox Komponenten verbinden sich über die KleerNet Funktechnologie miteinander. 

Die Studioart S100 ist streamingfähig und verfügt zudem über Bluetooth. Man kann sie wahlweise kabellos oder kabelbasiert ins Heimnetzwerk einbinden. Die Revox Studioart App gibt es im entsprechenden App Store. Später wenden wir uns der App nochmals genauer zu.

Die Leistung der Audiobar beträgt, wie schon erwähnt, 210 Watt. Maximal können 100 dB/1m Schalldruck erzeugt werden. Frequenzen zwischen 44 Hz und 22 kHz werden wiedergegeben. Im Kaufpreis enthalten ist im Übrigen auch eine Wandhalterung. Decoder gibt es leider nur für Dolby Digital, ein DTS-Decoder ist nicht mit an Bord. 

Downfire-Subwoofer

Der B100 Subwoofer mit 240 Watt entwickelt maximal 100 dB (1m) Schalldruck  und arbeitet nach dem Downfire-Prinzip

Verarbeitung Soundbar und Subwoofer

Sehr hochwertiges Finish

Anzeige

Alles solide verschraubt auf der Rückseite

Verarbeitung Rückseite 

Nicht überzeugend: Auflösung des Displays

Edle Fernbedienung

Fernbedienung im Detail 

Schauen wir uns zunächst die Verarbeitung an. Die S100 präsentiert sich, ebenso wie das B100 Bass-Modul, in glänzender Verfassung. Oben auf der S100 prangt ein großes Revox-Logo, das beleuchtet ist. Für die Verwendung im abgedunkelten Raum kann die Beleuchtung auch deaktiviert werden. Das Display auf der Front überzeugt nicht, denn es löst nur grob auf. Ein schönes OLED-Display wäre hier die bessere Lösung. Mit 10,2 kg Gewicht, einer Länge von 145 mm, einer Höhe von 118 mm und einer Breite von 1.000 mm ist die Audiobar durchaus als imposant zu bezeichnen. Ähnlich wie bei den Canton Smart Soundbars 9 und 10 liegt oben eine edle Glasplatte. Das Metallgitter, hinter dem sich die Chassis befinden, ist hervorragend verarbeitet.

Subwoofer mit edler Glasplatte oben

Hier im Detail

Subwoofer mit nahtlosem Unibody-Gehäuse

Überall, das gilt auch für den Downfire-Subwoofer, sehen wir nur kleine, gleichmäßige Spaltmaße. Wobei das Unibody-Gehäuse des Subwoofers gar keine Spaltmaße zeigt. Die im Lieferumfang der S100 enthaltene Fernbedienung ist edel und hochwertig, zudem sehr übersichtlich. 

Anschlüsse Soundbar/Subwoofer

Anschlussauswahl bei der Soundbar

Anschlüsse und Bedienelemente B100 Subwoofer

Die Soundbar besitzt drei HDMI-Eingänge und einen HDMI-Ausgang (mit ARC), eine Ethernet-Schnittstelle (RJ45), einen optischen Digitaleingang, einmal Cinch-Stereo-In, einen Cinch Subwoofer-Out und auch einen koaxialen Digitaleingang. Bluetooth und ein WLAN-Modul sind auch noch vorhanden. Der B100 Subwoofer hat zwei Cinch-Eingänge und Regler für Lautstärke, Übernahmefrequenz und Phase.

On Screen Display

Hauptmenü

Die Revox Soundbar bringt auch ein OSD mit, das wir nun genauer beleuchten. Das Hauptmenü gliedert sich in die Punkte Informationen, Systemeinstellungen, Netzwerkeinstellungen, Bluetootheinstellungen, Klangeinstellungen und Client-Einstellungen.

Starten wir mit den Informationen. In diesem Menü gibt es über die verbauten Versionen bestimmter Module Infos, zudem kann man in diesem Menü auch die Werkeinstellungen wiederherstellen. 

Systemeinstellungen

In den Systemeinstellungen kann man die OSD-Sprache einstellen, die OSD-Statusleiste ein- oder ausschalten, die Beleuchtung des Revox-Logos aus- oder einschalten. ist es eingeschaltet, kann man in diesem Submenü auch die Helligkeit regeln. Automatisches Einschalten, Anzeige des Tonformats auf dem Frontdisplay und automatische Standby-Funktion sind die weiteren Optionen in diesem Menü.

Es folgen die Netzwerkeinstellungen. Hier kann man z.B. festlegen, ob die Audiobar kabelbasiert oder per WiFi eingebunden wird. Auch ist es möglich - wenn man einen entsprechend kompatiblen Router besitzt - die S100 mittels WPS zu integrieren. 

Bluetooth-Einstellungen

Nun kommen die Bluetooth-Einstellungen. Hier kann man den Status sehen und den Modus ändern: Sender oder Empfänger. Das ist sehr praktisch: Wenn man z.B. einen Bluetooth-Kopfhörer verbinden möchte, agiert die S100 als Sender, wenn man z.B. Musik vom Smartphone streamen möchte, ist die S100 Empfänger. Man kann direkt im Menü direkt einen Kopfhörer verbinden.

Klangeinstellungen

In den Klangeinstellungen kann man Höhen und Bässe regeln und eine hohe AUX-Eingangsempfindlichkeit aktivieren. Es gibt eine schaltbare Loudness-Funktion und eine Raumklang-Funktion (X-Wide, Wide oder aus, zweistufige Erweiterung der Räumlichkeit). "Stereo mit Center" kann aktiviert werden (anstatt reiner 2.0 Wiedergabe bei Stereosignalen). Downmix 5.1 zu 2.0 (ja/nein) und der Punkt "Position". In diesem geht es darum, wo die S100 untergebracht ist. Zur Auswahl stehen: Boardkante, Frei, Wand, Board wandnah. Es findet sich noch die Funktion "X-Stereo", die man ein- oder ausschalten kann.

Client-Einstellungen

Letzter Menüpunkt ist "Client-Einstellungen". Hier geht es um das Management weiterer Studioart-Lautsprecher, genauer gesagt das Bassmodul B100 und den aktiven Streaminglautsprecher A100, den man auch als Rear-Speaker verwenden kann.

Streaming und App

Die S100 ist, wie schon erwähnt, Streaming-fähig. Zudem ist sie kompatibel zu Apple AirPlay. Von der App, mit der man komfortabel auf die Streaming-Funktionen zugreifen kann, haben wir natürlich wie üblich Screenshots gemacht. 

Unsere S100 Soundbar

Einstellungen - anstatt des OSD kann man auch die App verwenden

Informationen

Quellen

Wiedergabe über Spotify Connect

Unterstützt werden Spotify, Deezer und Tidal sowie iRadio. Natürlich kann man auch auf Inhalte von PCs und Home Servern im Heimnetzwerk zugreifen. 

Klang

Zunächst haben wir zahlreiche Musikstücke über Bluetooth zugespielt:

  • Idon‘t care - Ed Sheeran und Justin Bieber
  • Natural - Imagine Dragons
  • Bad Guy - Billie Eilish
  • Hotel California - Eagles

Bei allen Stücken fällt der frische Klang positiv auf. Man denkt kaum, dass es sich um eine Soundbar handelt. Lebendig und mit sehr guter Auflösung profiliert sich diese "Hifi Soundbar": Übers gesamte Frequenzspektrum agiert sie erstaunlich detailreich, von der Auslegung her nie übertrieben, aber trotzdem fundiert.Dazu passt es auch, dass sich Stimmen sehr gut von den Chassis lösen und frei im Raum verteilen. Die Basskraft ist schon ohne zusätzlichen Subwoofer sehr gut, aber gerade dann, wenn man gern mit höherem Pegel im größeren Raum (über 20 Quadratmeter) hört, ist der B100 Subwoofer schon eine sehr empfehlenswerte Ergänzung. Und er macht seine Sache richtig gut: Trotz der kompakten Abmessungen geht er erstaunlich tief herunter und agiert zugleich präzise. Dadurch erhält der Hörer ein solides, immer vorhandenes, aber nie störendes Fundament. Man kann nach wie vor wahrnehmen, wie kultiviert die S100 Audiobar agiert: Auch kleine Nuancen werden räumlich prima integriert, und einzelne Instrumente kommen exakt heraus (Hotel California, I don't care) Die S100 in Zusammenarbeit mit dem B100 agiert nie „spektakulär“, sondern immer eher neutral und authentisch. Damit schafft sich Revox einen neuen Kundenkreis: Denn die authentische Auslegung ist so gut gelungen, dass der versierte HiFi-Hörer, der keinen Platz zum Aufstellen großer Lautsprecher hat, hier eine Alternative findet, mit der man auf einem beachtlichen Niveau Musik hören kann.

Filmton 

Spiderman -Homecoming, Kapitel 2, Dolby True HD wird zu Dolby Digital 5.1

Hier überzeugt die Revox Soundbar durch den intensiven, räumlicher Aufbau und die sehr gute Einarbeitung der Stimmen. Nicht nur große Effekte - hier beweist der B100 Subwoofer erneut sein Können - auch kleinere Effekte kommen sauber heraus, das schafft viel Atmosphäre (z.B. bei den zirpenden Grillen). Insgesamt entwickelt die S100 ein ausgezeichnetes räumliches Gefühl, das auch dann anhält, wenn man sich etwas weiter entfernt von der Soundbar aufhält.

Pacific Rim, Dolby TrueHD wird zu Dolby Digital, Filmbeginn

Das Grollen und Tosen der Wellen erklingt sehr kraftvoll, zudem mit authentischer räumlicher Wirkung. Über den gesamten Frequenzbereich wird eine sehr gute Auflösung für eine Soundbar mit Subwoofer offeriert. Als der Roboter aus dem Ozean hochsteigt, kommt dieser Effekt ungemein kraftvoll und realistisch heraus. Dabei zeigt sich erneut, dass die S100 im Hochtonbereich richtig gut ist: klar und dynamisch, mit einem erstaunlichen Maß an Transparenz. Der Kampf des Roboters mit dem Ungeheuer wirkt sehr fesselnd, und die Geräusche im Kontrollzentrum mit Scan-Sounds und verschiedenen Piepstönen sowie dem Stimmengewirr kommt überzeugend heraus  Im Inneren des Roboters, wo sich die Crew befindet, agiert das Revox-Gespann erneut atmosphärisch dicht. Die Schreie der Insassen, das Bersten von Leitungen, der Funkenflug, und die Alarmsirenen: die Revox Soundbar differenziert alle Effekte sauber auseinander und behält auch bei hohem Pegel noch souverän die Kontrolle.

Fazit

Die Revox Studioart S100 entwickelt zusammen mit dem aktiven Bassmodul B100 eine sehr lebendige und dynamische, zugleich tonal erstaunlich authentische Klangkulisse. Mit dieser Auslegung eignet sich das recht kostspielige Gespann auch problemlos für Hörer, die an Detailreichtum, Hochtonbereich und Präzision erhöhte Ansprüche stellen. Pegelfest sind die Revox-Komponenten ebenfalls, und damit durchaus auch für größere Hörräume eine sehr guter Wahl. Die Verarbeitung ist exzellent, die per App steuerbare Streaming-Sektion funktioniert tadellos. Zu loben ist auch die umfangreiche, praxisgerechte Anschlussausstattung inklusive 3 x HDMI-In und 1 x HDMI-Out (mit ARC). Die enorm edle Optik und die äußerst hochwertige Verarbeitung bringen ebenso Punkte wie die Tatsache, dass man das Bluetooth-Modul als Sender oder Empfänger einsetzen kann. Wermutstropfen der S100 ist die Decoder-Bestückung: Es findet sich nur ein Decoder für Dolby Digital. Kein Dolby Atmos und nicht einmal normales DTS Digital Surround. Das ist schade, denn sonst hätte die S100 zusammen mit dem B100 die Chance, ganz groß abzuräumen. 

Edles Soundbar-/Subwoofer-Duo mit authentischem, erstaunlich detailreichen Klang

Soundbar-/Subwoofer-Systeme Luxusklasse
Test Mittwoch, 11. November 2020

 

Test und Fotos: Carsten Rampacher
Redaktion: Philipp Kind

 

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