TEST: Nubert nuSub XW-800 Slim - ultraflexible Bass-Wunderkiste aus Schwäbisch-Gmünd

Der besonders schlanke und von der Aufstellung her sehr flexible Nubert nuSub XW-800 slim wird für 585 EUR in weißer oder schwarzer Version angeboten. Nubert spricht vom "Überall-Woofer", da er vertikal oder horizontal aufgestellt werden kann. Und damit nicht genug, dank der integrierten Metallschienen ist darüber hinaus auch eine Befestigung an der Wand möglich. Entweder kann man Signale klassisch per Kabel oder kabellos übertragen. Das funktioniert in Verbindung mit Lautsprechern der Nubert nuPro X-RC-Serie oder mittels des nuConnect trX-Funksystems. Hier kann der Sender z.B. auch an einem AV- oder Stereo-Verstärker platziert werden. 

Horizontal und vertikal zu verwenden, auch Wandmontage ist möglich

Schienen für die Wandmontage

Bassreflex-Öffnung

Der nuSub XW-800 slim präsentiert sich im hochwertigen Finish mit makelloser Schleiflack-Oberfläche. Er setzt auf die gleiche Verstärkertechnik wie die Modelle nuSub XW-700 und nuSub XW-900. Mit 180 Nennleistung und 250 Watt Musikleistung werden durchaus respektable Werte geboten. Umgesetzt wird diese Energie von einem 22,4 cm messenden Tiefton-Chassis mit belastbarer Polypropylen-Membran. Der XW-800 slim stellt Frequenzen zwischen 36 Hz und 120 Hz bei - 3 dB dar und besitzt natürlich eine einstellbare obere Grenzfrequenz. Die Nubert-typische Softclipping-Funktion sorgt für einen "smoothen" Lauf ins Limit, so kommt es nicht zu unschönen Übersteuerungseffekten bei hohem Pegel.

Chassis mit Polypropylen-Membran

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Unterseit komplett

Bedienelemente und Anschlüsse

LED

Im Standby-Betrieb werden übrigens weniger als 0,5 Watt an Strom verbraucht. Der nuSub XW-800 slim ist nur 14 cm hoch (mit Füßen), 54 cm breit und 40 cm tief. Das Gewicht liegt bei 11,5 kg. Der nuSub XW-800 slim hat einen doppelt bestückten Cinch-Eingang zum kabelbasierten Anschluss. Ein passendes Y-Subwooferkabel, für die Verbindung des Mono-LFE-Ausgangs mit dem Doppel-Cinch-Eingang des XW-800 slim, liegt dem Subwoofer bei. 

X-Room Calibration und X-Remote zur Steuerung

Der nuSub XW-800 slim kann mittels der X-Room Calibration eingemessen werden - so ist es möglich, akustische Probleme des Hörraums zu minimieren. Wir haben es der X-Room Calibration schwer gemacht und den XW-800 slim in einem Hörraum einmessen lassen, in dem es normalerweise zu deutlich hörbarem Bass-Dröhnen, auch begünstigt durch einen Steinfußboden, kommt. Nach der Einmessung war dieses nicht völlig weg, aber doch hörbar reduziert.

Menü der bluetoothbasierten X-Remote-App

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Einstellungen

Phase: 0 Grad oder 180 Grad

Pegelregler

Tiefpassfilter - Frequenz

Erklärung zur X-Room Calibration

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Warnmeldung

Analyse der räumlichen Gegebenheiten

Verarbeitung der ermittelten Daten

Nun folgt als zweiter Schritt nach der Analyse die Kalibrierung

Die Kalibrierung wird vorgenommen

Ergebnis - entweder noch einmal kalibrieren oder die Resultate auf den XW-800 slim übertragen

Wir übertragen die Daten

Noch noch "use" drücken

Die X-Room Calibration ist ein Pluspunkt der aktuellen Nubert-Subwoofer. Wer ein iPhone besitzt, braucht kein Zubehör, für die Android Smartphone-Fraktion bietet Nubert im Sinne exakter Messungen ein Interface (39 EUR) an. 

Klang

Zunächst hören wir, wie sich der per X-Room Calibration eingemessene aktive Subwoofer bei Musik schlägt. 

Und "schlagen" ist auch gleich das Stichwort. Bei "String Theory" von HI-LO, Rainier Zonneveld und Oliver Heldens bietet der harmlos aussehende aktive Subwoofer eine Urgewalt, die wir niemals für möglich gehalten hätten: Satt, dynamishc, präzise und mit einem hervorragenden Volumen ausgestattet, lässt der nuSub XW-800 slim kaum Wünsche offen. Schon der kleinste Nubert-Subwoofer reicht somit nicht nur aus, um bassstarke Musik intensiv zu erleben, sondern auch, um die Nachbarschaft zu ärgern. Durch die zuvor erledigte Einmessung mittels der X-Room-Calibration ist der Bass klar und beinahe frei von störenden Verzerrungen - auch in akustisch hellhörigen Räumen kann der kompakte aktive Bassist daher problemlos verwendet werden. 

Und wie hören sich 80er Jahre-Hits wie "Cold Days, Hot Nights" von Moti Special im Bassbereich an? Hier schaltet sich der nuSub XW-700 slim auch sofort zu und mischt das Geschehen effektiv auf. Gut, dieser schon alte Titel ist nicht auf dem Level hinsichtlich der Aufnahmequalität, das (eigentlich) heute üblich ist, aber der Nubert-Flach-Subwoofer holt genug Kraft heraus, dass es zumindest eindrucksvoll klingt, auch wenn man, Quellmaterial-bedingt, mit einer nur durchschnittlichen Präzision leben muss. 

Wechseln wir zur Disturbed Cover-Version des Genesis-Songs "Land Of Confusion". Ein weiteres Mal kommt das kompakte Ostalb-Kraftwerk rasch zum richtigen Punkt - dem der nachdrücklichen Basswiedergabe. Nerviges Dröhnen? Fehlanzeige. Immer mehr Kraft, sobald man am Pegelregler dreht, das gibt es dafür frei Haus. Auch, wenn der eine oder andere treue Nubert-Fan, der sich beim Zurückdenken an Subwoofer-Boliden der Vergangenheit wie den nuLine AW-1300 DSP die Tränen kaum zurückhalten kann, vielleicht überrascht sein wird: Aber der nuSub SW-800 slim ist ein Basslautsprecher in bester Nubert-Tradition. Er schiebt, er agiert exakt, und er schafft ein erstaunliches Volumen. Da wird die Ehefrau, die zunächst glücklich war, dass kein riesiges Gehäuse eines potentiellen Bass-Monsters die liebevoll dekorierte Wohnladschaft verunstaltet, beim ersten Einsatz des nuSub XW-800 slim gleich zur bestenn Freundin flüchten. 

Erst recht, wenn dann noch "Voodoo People" von The Prodigy zu vernehmen ist. Breakbeat meets Schwäbisch-Gmünd - das passt schlichtweg perfekt. Klar, präzise, mit der Fähigkeit, parallel stattfindende tieffrequente Ereigbnisse sauber zu differenzieren, macht sich der nuSub im Westentaschen-Format an sein nachdrückliches Werk. Er reagiert ohne Verzögerung, ist trotz des in dieser Hinsicht durchaus kritischen Downfire-Prinzips absolut impulstreu - für uns einer der besten aktiven Basslautsprecher dieser Preisklasse, die derzeit auf dem Markt zu finden sind, vor allem, wenn man mit einrechnet, dass dieser kleine Pegeltreiber praktisch überall unterzubringen ist. 

"Olympus Has Fallen", ab Laufzeit 23:00: Natürlich lässt der nuSub XW800 slim auch bei der Wiedergabe von Filmton nicht das Geringste anbrennen. Krass ist, was in diesem unscheinbaren, kleinen Gehäuse für ein hervorragender Tiefgang steckt. Der kompakte Bassist ist daher auch für anspruchsvolle Filmliebhaber mit großer Zuneigung zum LFE-Kanal absolut zu empfehlen, gerade dann, wenn Wohnzimmer und Heimkino ein und dieselbe Lokalität darstellen. Bei den massiven Schusswechseln oder den großen Explosionen knickt der nuSub SW-800 slim nicht ein - nur bei enormer Lautstärke wirken große Effekte minimal kompromiert, aber wir sprechen hier von Pegeln, die nur sehr selten, wenn überhaupt, in der Praxis vorkommen dürften. Das Volumen und der Aufbau sind ebenfalls nicht nur gut, sondern exzellent - dass wir ausgerechnet von diesem Nubert-Produkt restlos begeistert sind, wäre nicht zu ahnen gewesen.

"Gangster Squad", ab Filmbeginn und weitere Kapitel: Schon gleich zu Beginn ist im Music Score ein enorm kraftvolles Bassfundament enthalten. Hier wird eine Menge Leistungsfähigkeit vom aktiven Subwoofer verlangt, und der nuSub XW-800 slim liefert. Auch im Hörraum, der gut 25 Quadratmeter misst, ist er keinesfalls unterdimensioniert. Er lässt keine Bassstruktur, auch keine subtile, unberührt, sondern beeindruckt durch die schon zuvor geschätzte Mischung aus Struktur, Kraft und dichter Räumlichkeit. Im weiteren Verlauf des Films punktet der nuSub auch mit seiner kraftvollen Untermalung, wenn der Music Score eingebunden wird. Er agiert grundsätzlich treffsicher, ist vom Timing her nie zu spät und sorgt dadurch immer für den Eindruck einer soliden Präsenz. Die Szene des versuchten Casino-Überfalls lässt die Talente des XW-800 slim deutlich aufblitzen. Die Schüsse krachen präzise durch den Hörraum, und der Music Score agiert wieder mit massiver Ausprägung im tieffrequenten Bereich.

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