TEST: Magnat Alpha RS 8 - Kompakter Aktiv-Subwoofer zum Einstiegspreis von aktuell unter 200 Euro

Neben dem großen Alpha RS 12 mit 12" Chassis, der sich bei uns im Test als echter Preis-/Leistungstipp entpuppte, hat Magnat auch noch den kleineren Alpha RS 8 im Portfolio. Für die Serie scheint eine sehr solide Material- und Verarbeitungsqualität sowie eine kraftvolle akustische Performance und natürlich der überaus attraktive Preis zu sprechen. Ob Magnat diese Vorteile auch auf das noch kompaktere Gehäuse der Komponente mit 8" Woofer übertragen konnte? Der Alpha RS 8 kostet regulär 299 Euro und ist aktuell nochmal satt auf 199 Euro reduziert. Was leistet der Aktivsub, der ebenso wie sein großes Geschwister in Esche Dekor Schwarz und Esche Dekor Mocca erhältlich ist, zu diesem Knallerpreis?

Verarbeitung

Magnat Alpha RS 8

Seitenansicht

Sehr solide Gehäuse-Oberfläche

Erstaunlich saubere Chassis-Integration

Bezüglich der Verarbeitungs- und Materialqualität steht der kleinere Alpha RS 8 dem Alpha RS 12 in nichts nach. Die Dekorfolie ist an allen Seiten des stabil wirkenden MDF-Gehäuses sauber aufgebracht. Einschlüsse oder sonstige Makel, die immer mal an problematischen Stellen wie Kanten und Ecken auftreten können, erkennen wir nicht. Die Kanten sind, abgesehen vom Übergang zu Front- und Rückseite, gerundet. Das verhilft dem Alpha RS 8 zu einer für Subs zwar recht typischen, aber insgesamt forschmönen Optik. Auch die schwarze Variante macht einen schicken Eindruck und wirkt nicht ganz so klassisch wie das Esche Mocca Dekor, dass wir beim Alpha RS 12 begutachten konnten. Die Abmessungen betragen 260 x 350 x 370 mm (BxHxT) und das Gewicht liegt bei 8,5 kg. Es ist nicht der kleinste LFE mit einer Membranfläche von 200 mm, schlägt aber auch nicht nach oben hin aus, sondern befindet sich hier im guten Durchschnitt. 

Robuste Konstruktion des Abdeckgitters

Auch die Standfüße können sich sehen lassen

Sowohl das Chassis als auch die Bassreflexöffnungen vorne sind sauber und mit gleichmäßigem Spaltmaß integriert. Der Töner ist sichtbar verschraubt und auch das Abdeckgitter wird mit konventionellen Befestigungsstiften montiert. Beides geht für den günstigen Preis absolut in Ordnung, zumal die stoffbespannte Abdeckung eine robuste Holzkonstruktion aufweist und fest an der Schallwand hält. Vorne ist hier noch ein kleines Magnat-Logo integriert, dass als Metallplakette ausgeführt ist. Eine solche Plakette sitzt nochmal auf der Schallwand. Wer also die Abdeckung lieber abnimmt, muss auf das Hersteller-Logo nicht verzichten. Praktisch finden wir auch die nach vorne abstrahlenden Bassreflexöffnungen (Airflex-Ports). So kann der Subwoofer, auch wenn sich ein wenig Wandabstand immer rentiert, recht nahe neben dem Sideboard oder auch unterhalb hinter der Leinwand platziert werden kann. Gut gefallen uns auch die Standfüße. Hier sind keine kleinen Gumminoppen aufgeklebt, sondern richtig solide und gut dimensionierte Kunststoff-Füße mit Umrandung im Chrom-Look.

Technik

8"-Töner

Bassreflexöffnung vorne

Töner ausgebaut

Was steckt drin im Alpha RS 8? Unschwer erkennbar handelt es sich um einen Frontfire-Woofer. Der Treiber verfügt über eine 200 mm große beschichtete Papiermembran. Der Langhub-Woofer verfügt über ein Klippel-optimiertes Magnetsystem und eine ventilierte Schwingspule. Die veranschlagten 80 Watt RMS klingen für den kompakten Aktiv-Subwoofer, auch wenn es sich um eine Bassreflex-Konstruktion handelt, nicht unbedingt üppig. Ebenso die 160 Watt Spitzenleistung. Es handelt sich erwartungsgemäß um eine Class D-Verstärkereinheit. Dass er bis auf 25 Hz hinunterspielen soll klingt dabei besonders ambitioniert und den identischen Nachdruck, den er bei höheren Hz-Zahlen liefern wird, trauen wir ihm hier auch nicht ganz zu. Dennoch wollen wir die Komponente nicht vorverurteilen, sondern sind auf die Klangeindrücke gespannt.

Rückseite


Bedienelemente und Anschlüsse

Innen mit Dämmmaterial ausgekleidet, Blick auf die beiden Airflex-Ports

Innenelektronik

Auf der Rückseite befinden sich Drehregler für Pegel und Übergangsfrequenz (50 - 150 Hz regelbar), die haptisch einen sehr guten Eindruck machen und auch sauber geführt sind. Die Phase ist mit einem Wechselschalter (0°/180°) einzustellen. Daneben befinden sich die Cinch-Eingänge, hier nicht vergoldet, sowie Hochpegel-Eingänge. Auch einen Auto-Modus bringt der Alpha RS 8 mit, der mit einem Schiebeschalter aktiviert bzw. deaktiviert werden kann. Eine Status-LED informiert über den Betriebszustand. Ein Power-Button, der die Komponente komplett vom Netz trennt, sowie eine Euro C1-Buchse komplettieren die Rückseite.

Klang

Der kompakte 8"-Woofer von Magnat muss sich natürlich ebenfalls mit unseren schwierigen Testsequenzen auseinandersetzen. Gnade lassen wir hier nicht walten und so versucht sich der Alpha RS 8 ohne Aufwärmphase an der Intro-Sequenz des fünften Teils der Mission Impossible-Reihe "Rogue Nation". Wir sparen auch nicht am Pegel, unser großer Wohnzimmer-Hörraum möchte schließlich angemessen beschallt werden, und so ist die Komponente von Beginn an stark gefordert. Die mahnenden Worte scheint er gehört zu haben, denn schon in den ersten Sekunden fährt er kraftvoll auf und versieht die Bass-Schläge des Titel-Anthems mit sattem Nachdruck. Im Sinne des Nachdrucks und für einen kräftigen Eindruck, was das Volumen anbelangt, lässt er ein wenig Präzision liegen. So zumindest der erste Eindruck, wenngleich die Punches keinesfalls fehlplatziert kommen, er schwingt nur vielleicht einen Hauch nach und zieht sich nicht ganz so flink zurück. Sonst wirkt er recht flink und impulstreu. Ist er gefordert, ist er schnell zur Stelle und setzt den Peak auch kraftvoll um. Er bleibt dann lediglich einen Hauch länger präsent als notwendig. Erstaunlich vollmundig und voluminös gelingt das zugrunde liegende Fundament. Hier liefert der kompakte Sub einen immersiven Eindruck des Geschehens und versetzt den Zuschauer direkt in die erste Sitzreihe. Das zeigt sich nochmal sehr schön, als das Frachtflugzeug die Triebwerke hochfährt und sich zum Start bereit macht. Massiv und mit sattem Volumen gelingt die Startsequenz, bei der Ethan sich in letzter Sekunde auf das Transportmittel schwingt. Die Grenzen der nicht nur kompakten, sondern auch äußerst günstigen Komponente zeigt dann ein komplexer Tieftonbereich auf. Müssen verschiedene akustische Effekte und Tieftonebenen gleichzeitig erfasst werden, tut sich der Alpha RS 8 bei der Differenzierung schwer und ist nicht in der Lage, alle Effekte und Spitzen mit identischer Kraft zu berücksichtigen. Das erkennt man nur wenig später, als sich zum tiefen Fundament-Grollen des Flugzeug die Kickbässe des Scores gesellen. Vorher beim Titellied noch ein knackiger, nachdrücklicher Punch, wirken sie hier jetzt schwächer und auch nicht ganz so akkurat und präzise. Insgesamt liefert der Alpha RS 8 hier noch gut ab und zeigt ein insgesamt glaubwürdiges Resultat, aber es zeigen sich eben seine Limitierungen, die nicht zwingend der Größe, sondern sicher auch dem Leistungsverstärker zuzuordnen sind. Bei weniger komplexem Geschehen fällt das kaum auf, zumal er dann auch stets schnell zur Stelle ist. Positiv wollen wir auch den Tiefgang erwähnen. Ob er die 25 Hz wirklich nachdrücklich realisiert, sei einmal dahingestellt. Unseren praktischen Erfahrungen nach spielt er aber auch in den sehr tiefen Ebenen noch glaubwürdig und sauber. Als Ethan ins Flugzeug geschleudert wird und wieder lediglich das Arbeiten der Triebwerke abzubilden ist, fährt der Alpha RS 8 für seine Größe eine erstaunlich satte Performance auf. Die Langhub-Membran arbeitet hier zweifellos am Limit, was auch unserem hohen Pegel geschuldet ist. Doch der Aktiv-Sub bleibt souverän und lässt sich hier nichts vorwerfen. Ein Anschlagen oder Verzerrungen Fehlanzeige, auch bei maximalem Hub.

Leichter machen wir es dem Magnat Alpha RS 8 mit unserem zweiten Beispiel nicht. Das elfte Kapitel des Steven Spielberg-Klassikers Jurassic Park ist prädestiniert als Testsequenz für Subwoofer und darf hier nicht fehlen. Natürlich geht es um die Darstellung der Schritte, die die Nerven der Protagonisten bis aufs äußerste strapazieret, aber auch das furchteinflößende Gebrüll der riesigen Echse will tief untermalt sein. Und schon während der ersten Sekunde der überaus anspruchsvollen Szene wird klargestellt: Hier sollte man entweder seine Erwartungen - oder den Lautstärke-Pegel zurückfahren. Die ersten entfernten Schritte gelingen auch im großen Hörraum noch überzeugend und sauber, ab dem fünften wird es aber ein wenig zuviel und der Alpha RS 8 ist bei unserem aktuellen Lautstärke-Pegel überfordert, was er mit einem Anschlagen der Membran quittiert. Wir haben uns aber auch wirklich nicht zurückgehalten, was die Lautstärke betrifft und sind daher auch nicht überrascht. Bei geringerem Pegel, der für kleine Räume locker ausreichen sollte, liefert er sauber ab. Die Schritte stellt er dann auch überzeugend dar und formt sowohl kraftvollen Nachdruck als auch ein gutes Volumen aus. Hier agiert er auch wieder recht schnell und das vorher festgestellte Nachschwingen ist bei dem etwas niedrigerem Pegel auch nahezu gar nicht ausgeprägt. Der Donner gelingt mit toller Atmosphäre und wird auch in den tiefsten Regionen durchaus mit Kraft versehen. Schließlich gibt er beim Gebrüll nochmal alles und kombiniert eine hohe Impulstreue mit gutem Tiefgang. Bis in die Magengrube spürt man die Atemgeräusche und das Gebrüll des Sauriers. Vielleicht meint der Sub es hier sogar ein bisschen zu gut und spektakulär, im Großen und Ganzen präsentiert er die Szene aber glaubwürdig und eindrucksvoll.

Als letztes nehmen wir uns ein Musikbeispiel vor und wollen hier neben der allgemeinen akustischen Leistungsfähigkeit auch betrachten, wie sich der Magnat Alpha RS 8 in Kombination mit markenfremden Lautsprechern macht. Gerade im Hinblick auf die Präzision und die Differenzierung unterschiedlicher Tieftonebenen, die beim Filmton nicht immer perfekt erschien, werden wir achten. Die Prüfaufgabe wird Herbert Grönemeyer mit der Pure Audio Blu-ray "Mensch" zuteil. Wir beginnen mit dem gleichnamigen, ersten Track. Der gewonnene Eindruck in den ersten Beispielen setzt sich fort. Der Alpha RS 8 spielt wieder sehr voluminös auf, versieht die Bass-Schläge mit ordentlich Kraft, lässt aber wiederum ein wenig an Präzision liegen und könnte sich noch einen Tick flinker zurückziehen. Die Differenzierung unterschiedlicher Ebenen innerhalb des Tieffrequenzbereiches fällt ihm ebenfalls weiterhin etwas schwer. Das Geschehen wirkt deshalb nicht schwammig, aber wer den Track gut kennt und diesen bereits mit anderen Komponenten, die leistungsfähiger und auch teurer waren, gehört hat, wird den Unterschied schnell bemerken. Die Punches kommen satt, aber nicht ganz perfekt auf den Punkt. Souverän bleibt er bei hohem Pegel und lässt sich diesbezüglich kaum etwas anmerken. Tief hinunter spielt er ebenfalls und kann in diese Bereiche durchaus auch Leistung transportieren. Dass er grundsätzlich flink zur Stelle ist, beweist er beim schnelleren "Neuland", bei dessen Geschwindigkeit er ohne große Abstriche gut mitkommt. Für ein exzellentes Ergebnis fehlt schlichtweg ein wenig die Präzision und Struktur. Allerdings sollte man sich immer vor Augen halten, dass diese schwierigen Beispiele hier eine Komponente zum Sale-Preis von unter 200 Euro bewältigen muss. Dafür ist es regelrecht erstaunlich, dass einige unserer hohen Anforderungen souverän erfüllt werden und ebenso selbstverständlich, dass es irgendwo Einschränkungen geben muss.

Konkurrenzvergleich

Magnat Alpha RS 12

Die Magnat Alpha RS Serie bietet noch ein weiteres, größeres Modell mit einer 30 cm Membran und 120 Watt RMS. Der Alpha RS 12 ist natürlich etwas teurer. Sagt einem die Magnat-Baureihe grundsätzlich zu, würden wir die größere Variente empfehlen. Sofern noch etwas Luft nach oben im Budget ist und man nicht zwingend auf die kompakten Abmessungen des 8-Zöllers angewiesen ist, bietet der Alpha RS 12 das bessere Preis-/Leistungsverhältnis. Die größere Komponente wirkt akustisch (erwartungsgemäß) in allen Belangen souveräner, ist aber nicht exorbitant teurer. In kleineren Räumen macht man mit dem Alpha RS 8 aber auch nicht viel verkehrt.

Saxx DS 12 cineSUB

Ebenfalls im 12"-Format bietet Saxx den DS 12 cineSUB sowie den DS 12 EVO an, der als DS 10 EVO nun auch in einer 10"-Variante daherkommt. Alle genannten Subs des niedersächsichen Herstellers sind teurer als der Magnat Einsteiger-Sub und treten - solange der Sales-Preis aktuell ist - nicht wirklich in Konkurrenz zum 199 Euro-Woofer aus Pulheim. Dennoch sollte man sich die Komponenten genauer ansehen. Die EVOs sind geschlossen konzipiert und bieten höhere Präzision und Geschwindigkeit als der Alpha RS 8, der DS 10 hält dafür allerdings 150 Watt RMS und somit hohes Leistungspotential bereit.

Wer noch mehr sparen möchte, kann mit Glück noch einen Elac Debut S5.2 ergattern, der am Markt ab etwa 160 Euro erhältlich ist. Hier handelt es sich ebenfalls um einen echten Einsteiger-Sub, der mit 100 Watt RMS eine solide Leistung bietet und in kleineren Räumen eine gute Figur macht. Der Magnat Alpha RS liefert dennoch etwas sattere Punches und spielt tiefer hinunter. Zudem ist er klar schicker und auch hochwertiger verarbeitet. Hier würden wir, insbesondere zum Sales-Preis, den Alpha RS 8 vorziehen.

Fazit

Magnat Alpha RS 8

Der Alpha RS 8 hat es keinesfalls leicht, man sollte sich vom oberen Konkurrenzvergleich aber auch nicht blenden lassen. Abgesehen vom aktuell kaum mehr erhältlichen Debut S5.2 haben wir die Komponente mit größeren und teilweise deutlich teureren Subs verglichen, da es uns in der Kombination dieses extrem günstigen Preises und der Größe schlichtweg an direktem Vergleichsmaterial mangelt. Mit 199 Euro Aktionspreis ist der Alpha RS 8 in jedem Fall ein Schnäppchen, liefert dafür aber sehr solide akustische Ergebnisse und eine erstaunlich gute Material- und Verarbeitungsqualität auf. In kleinen Räumen spielt der Magnat-Woofer satt und voluminös auf, für seine Größe und Leistungsfähigkeit erstaunt er zudem mit einem beachtlichen Tiefgang. Gerade wer einen sehr günstigen Einstieg sucht, sollte vielleicht beim jetzigen Preis nochmal genau hinsehen und in mancher Situation liefern womöglich zwei Alpha RS 8 ein performanteres Resultat als eine einzelne, teurere Komponente.

Akustisch potenter, sehr günstiger Einsteiger-Subwoofer mit solider Verarbeitungs- und Materialqualität

02.07.2021

 

Test: Philipp Kind
Datum: 02.07.2021

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