High End 2022: TAD E2 Evolution Two - schlanker, edler Standlautsprecher mit plastischer, dichter Wiedergabe

Auf der High End konnten wir auch die TAD E2 Evolution Two bewundern sowie anhören. Mit 14.250 EUR/Paar stellt der neue Schallwandler so etwas wie das "Einstiegsmodell" der Nobel-HiFi-Schmiede Technical Audio Devices (TAD) dar. Der 2,5 Wege-Bassreflex-Standlautsprecher mit mit dem "Bi-Directional Aero-Dynamic Port" ausgestattet und präsentiert sich aufwändig bestückt: Ein 2,5 cm messender Beyllium-Hochtöner, ein 15,5 cm messender Tiefmitteltöner mit MACC Treiber und ein ebenfalls 15,5 cm messender Tieftöner mit MACC Treiber stellen die Bestückung dar. Der schlanke Schallwander überträgt Frequenzen von 30 Hz bis 60 kHz und eignet sich hervorragend auch für Hi-Res-Audio-Material. Belastbar sind die Boxen mit maximal 150 Watt, optimal für mittelgroße Hörräume. Die Empfindlichkeit liegt bei 87 dB, die Impedanz bei 6 Ohm (Minimalimpedanz: 4,5 Ohm).

Beryllium-Hochtöner

Die konstruktiven Besonderheiten erläutern wir kurz näher. Der Beryllium-Tweeter mit Waveguide ist ein wahres Meisterwerk. TAD kann auf ein halbes Jahrhundert (!) Erfahrung mit Beryllium-Hochtönern zurückblicken. Der im E2 Schallwandler verbaute 2,5 cm Beryllium-Hochtöner ist bereits bekannt aus den TAD-Modellen ME1 und E1TX. In der aktuellen Spezifikation wird eine exzellente obere Grenzfrequenz von 60 kHz erzielt. Die Richtwirkung des Hochtöners wird durch ein spezielles Waveguide aus besonders festem Aluminiumguss kontrolliert. Diese Form wurde unter Zuhilfenahme der HSDOM-Computeranalyse (Harmonized Synthetic Diagraphm Optimum Method) designt und weiter optimiert. 

Higtech-Membrane

MACC-Membranen für den Tiefmitteltöner und den Tieftöner: MACC steht für "Multi-Layered Aramid Composite Cone". In der E2 treten diese Chassis mit einer noch flacheren Form an, was zu enorm hoher Stabilität und zu extrem geringen Verlusten führt. Das Ergebnis sind praktisch ideale Schwingungseigenschaften. Dafür verantwortlich zeichnet sich auch eine speziell für die Two-Serie entwickelte Magneteinheit mit Delta-Bracing-Struktur. Die Membran besteht, wie schon eingangs erwähnt, aus Aramidfasern und nicht-gewebtem Material. Beides wird getrennt geformt und dann laminiert. Akustisch führt dies zu präzise definierten, facettenreichen Mitten und zu verfärbungsfreien, klaren Bässen.

Sockel mit ausgeklügeltem Öffungssystem unten

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Der "Bi-Directional Aero-Dynamic Port" besteht aus einer zweigeteilten Öffnung - nach vorn und nach hinten - an der Unterseite des Lautsprechers. Im Wesentlichen wird hier der Öffnungsbereich einer großen Bassreflex-Öffnung abgebildet. Das clevere Design lässt die Luft langsamer strömen und trägt somit zu einem reinen Klang bei. 

32 kg wiegt eine E2

Der E2 ist mit echtem Walnuss-Furnier versehen und wiegt pro Stück 32 kg. Er ist 320 mm breit, mit Spikes 1.113 mm hoch und 405 mm tief. Im Lieferumfang enthalten sind Spikes und Unterlegscheiben, Frontbespannungen, Kabelbrücken und ein Microfasertuch. 

In der Vorführung liess es sich TAD nicht nehmen, die M-700S Stereoendstufe zu verwenden, die es aud 2 x 350 Watt an 4 Ohm bringt. 56.000 EUR kostet das japanische Meisterwerk. Die passende Vorstufe C600 kostet im Übrigen 42.000 EUR und war ebenfalls auf der High End im Einsatz. Vollständig symmetrisches Schaltungsdesign, Doppel-Mono-Konstruktion und der Zusammenbau in Japan durch Takumi Handwerksmeister sorgen für eine absolute Ausnahmestellung der rein analogen Vorstufe. 

C-600 Vorstufe

M-700S Endstufe

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Bei "If The Stars Are Mine" (Orchestral Version) von Melody Gardot begeisterte die TAD-Kette ohne jede Einschränkung. Komplette Kontrolle, eine extreme räumliche Tiefe und eine sehr feine Herausarbeitung jedes musikalischen Details sind kennzeichnend. Die weibliche Stimme weist äußerst exakt definierte Konturen auf - das Maß an Frische, an Spontaneität, an direkter, ungefilterter Wiedergabe ist selbst im High End Sektor nicht selbstverständlich. Man kommt in die Vorführung und braucht keinerlei Eingewöhnungszeit. Sofort bleibt man stehen und lauscht - die Evo Two ziehen einen sofort in ihren Bann. Klar, die Zuspielung ist, wie beschrieben, reiner Luxus.

Extrem musikalisch und facettenreich

Aber trotzdem ist das gesamte Ergebnis nur so gut wie das schwächste Glied, und da denkt man: Klar, über 14.000 EUR Paarpreis sind eien Ansage, verglichen aber mit der Liga, in der Vor- und Endstufe spielen, ist das etwas gänzlich anderes. Die Schallwandler aber zeigen definitiv keine Berühungsängste, und wie frei der Beryllium-Hochtöner hohe Frequenzen wiedergibt, zugleich mit enormer Präzision, das ist schon Extraklasse. Der Übergang zu den Mitten erfolgt absolut unmerklich, nahtlos. Das Gleiche gilt für den Übertritt des unteren Mitteltonbereichs in den Bassbereich. Hier wird ein hohes Maß an kompromissloser Homogenität geboten - auch perfekt für lange Hörsessions.

Special: Carsten Rampacher

Datum: 22. Mai 2022

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