Großes Preview: KEF R-Serie (R11, R2c, R5) plus KEF Ci200RR (THX-zertifiziert) für Dolby Atmos im Cinemike-Kino

Die sehr elegante und technisch aufwändige R-Serie ist eines der Aushängeschilder von KEF. Wir hatten bei Cinemike in Simmerath, inmitten der schönen Eifel, nun die Gelegenheit, ein Mehrkanal-Set der R-Serie in idealer akustischer Umgebung ausgiebig bei Ausschnitten aus den drei Ultra HD-Blu-rays von "Wonder Woman", "A Star Is Born" sowie "The Greatest Showman" Probe zu hören - unser Eindrücke haben wir im folgenden Special zusammengefasst.

KEF R11

Schicke, elegante Formen

Sauber gearbeitete Kanten

Imposante Erscheinung

Flachmembran-Treiber und Uni-Q-Chassis

Als Frontlautsprecher wird die KEF R11 verwendet. Der große Standlautsprecher kommt auf 5.000 EUR Paarpreis: Das größte Modell der R-Serie kombiniert vier Tieftöner und die neueste Generation des Uni-Q Koaxialchassis. Mit 165 mm messenden Hybrid-Aluminium-Tieftönern und einem Uni-Q (25 mm Hochtöner, 125 mm Mitteltöner) der 12. Generation für Mittel- und Hochton ist die große, aber trotzdem elegante R11 extrem leistungsfähig. Frequenzen zwischen 30 Hz und 50 kHz werden wiedergegeben. satte 37,7 kg wiegt eine R11. Und so klingt die R11auch: Extrem pegelfest, sehr dynamisch, aber, typisch für KEF Lautsprecher, immer homogen und rund. Aggressive Elemente überlässt KEF lieber anderen, die R11 realisiert z.B. bei "Wonder Woman" enorme Pegel, und trotzdem werden die massiven Explosionen (z.B. am Ende des 7. Kapitels, als der Kirchturm zusammenbricht) ohne störende Verzerrungen wiedergegeben. Bei "A Star Is Born" begeistern uns die R11 mit einer weitläufigen Klangkulisse, die aber auch in der Tiefe seh präzise gestaffelt ist. Die identischen Eindrücke konnten wir bei "The Greatest Showman" sammeln. 

R2c

Als Center gibt es derzeit nur den KEF R2c: Ein Zweiwege-Center-Lautsprecher für 1.000 EUR Stückpreis: Der R2c wurde speziell für die Standlautsprecher der R-Serie entwickelt. Der Uni-Q mit 125 mm (5 in.) Mitteltöner und 25 mm (1 in.) Aluminiumkalottenhochtöner des R2c passen perfekt zum Rest der Serie.

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Doppelte Tieftöner-Bestückung

Der Center im Einsatz 

Die doppelten 130-mm-Tieftöner liefern eine tadellose Dynamik und sind sehr belastbar. Obwohl wir uns zusätzlich noch einen größeren Centerlautsprecher analog zur KEF Reference-Serie (Reference 4c) mit dem wünschen würden, begeisterte uns der R2c absolut. Die Stimmwiedergabe bei der mitreißenden Gesangsdarbietung von Jenny Lind hat uns absolut überzeugt, das dynamische Spektrum wird fast komplett dargestellt - absolut genial für einen Center, der so kompakt ist. Bei "A Star Is Born" wiederholt sich das Schauspiel: Das Duett zwischen Lady Gaga und Bradley Cooper kommt mit enormer atmosphärischer Dichte zur Geltung. Und die Stimmwiedergabe bei "Wonder Woman" ist hervorragend ins akustische Gesamtbild integriert, Stimmen sind immer sehr gut verständlich, aber nie zu weit im Vordergrund.

Hinten sind zwei R5 integriert

Akustische Optimierung im "KEF-Kino" hinten

Die Seitenwände des Kinos im Detail 

Die R5 ist die kleinste Standbox der R-Serie

Chassisbestückung der R5

Sockel 

Für den Surroundbereich setzt Cinemike im "KEF-Kino" zwei R5 ein, Paarpreis 2.400 EUR. Die kleinste Standbox R5 wiegt 27,7 kg. Sie ist kompakt und elegant und passt daher auch bei nicht allzu großzügigen Platzverhältnissen perfekt. Die schlanke R5 offeriert, wie alle R-Serie-Mitglieder, einen Uni-Q mit 125 mm Mitteltöner und 25 mm Aluminiumkalottenhochtöner, während zwei 130mm Hybrid-Aluminium-Tieftöner den Bass übernehmen. Die beiden Standboxen erfüllen ihre Aufgabe vorzüglich. Im 7. Kapitel von "Wonder Woman" ist die sehr lebendige Rear-Klangkulisse zu loben, impulstreu und sehr weitläufig geben die beiden R5 die Effekt-Kulisse wieder

Alle Boxen der R-Serie begeistern durch die enorm edle Verarbeitung: Sauber gearbeitete Kanten, hervorragende Oberflächenqualität, und unter den Standboxen befindet sich ein solider Sockel, der nicht nur ausgezeichnet aussieht, sondern auch sicheren Stand gewährleistet. Die Boxen sind mit Unibody-Gehäuse versehen und machen sich auch in der optisch anspruchsvollen Wohnlandschaft ausgezeichnet. Weiteres schickes Detail ist die Einpassung der Chassis ohne sichtbar Schrauben. Die Flachmembran-Treiber unterstützen ebenfalls den gelungenen optischen Eindruck.

Eine lebendige 3D Audiokulisse wird bei den Atmos-Tonspuren unserer drei Ultra HD-BDs durch vier unsichtbar in die Decke des "KEF-Kinos" integrierte Einbaulautsprecher mit THX-Zertifikat garantiert, die aus der KEF Ci-Serie stammen (Ci200RR-THX, um 600 EUR/Stück). Der Übergang von den Front-Lautsprechern zur dritten Hörebene gelingt exzellent, so dass sich der Zuhörer von einem realistischen, plastischen Klangbild eingehüllt fühlt. 

Velodyne Subwoofer

Anschlussfeld

Als aktiver Subwoofer stand ein Velodyne DD-18 (Kundengerät, das sich nach der aufwändigen Cinemike-Akustik-Optimierung einspielt) bereit - mit großem 18 Zoll-Treiber untermalte dieser leistungsstarke Bassist das klangliche Geschehen mit einem enorm wuchtigen, aber zugleich präzisem Bass.. Überragend auch der Tiefgang, besonders bei der effektgeladenen Sequenz aus "Wonder Woman" (Kapitel 7) konnte sich der getunte DD-18 beweisen. 

Marantz AV8805

Aufwändiges Cinemike-Tuning

Normalerweise steht die Marantz AV7705 (11.2 Vorstufe mit Decodern für DTS:X/Dolby Atmos/Auro-3D), die serienmäßig 2.099 EUR kostet, im "KEF-Kino". Getunt mit Stufe 1 von Cinemike kommen aufgrund der sehr detailverliebten Optimierung 2.000 EUR hinzu. An unserem Besuchstag aber stand ein Kundengerät zum Einspielen bereit: Eine Marantz AV8805 13.2 Vorstufe, die ebenfalls alle 3D Audioformate unterstützt. Serienmäßig kostet sie knapp 4.000 EUR, mit sorgfältiger, zeitraubender Cinemike-Optimierung können Reinheit und Dynamik des Klangs weiter deutlich gesteigert werden. So eine umgebaute Vorstufe war für die präzise Aufbereitung de Dolby Atmos Tonspuren verantwortlich. 

Marantz-Endstufen

Zuspieler komplett

Die Marantz Siebenkanal-Endstufe MM8077 (knapp 2.000 EUR ohne Cinemike-Optimierung) wurde speziell von Cinemike optimiert. Zwei Kanäle wurden gebrückt, um mehr Leistung zur Verfügung zu haben. Dadurch reduziert sich die Anzahl der Kanäle von 7 auf 5. Das ist bei unserem 5.1.4 Setup aber hinsichtlich der benötigten Kanäle kein Problem, denn für die vier Atmos-Lautsprecher in der Decke des Kinos gibt es eine separate Marantz MM7055 Vierkanal-Endstufe (ohne Optimierung, serienmäßig rund 1.400 EUR). Mit dieser Kombination konnten alle passiven Lautsprecher leistungsstark angetrieben werden. 

Insgesamt ergibt sich ein äußerst dichtes, gleichzeitig sehr klares Sound-Erlebnis. Überall nahtlose akustische Übergänge, eine sehr gute Detaillierung (erstaunlich vollständig für Lautsprecher der Preisliga der R-Serie) und, bedingt durch die verbauten Uni-Q Koaxialchassis (Hochtöner im Zentrum des Mitteltöners), absolut stimmige Gruppenlaufzeiten. Wir waren skeptisch, aber die Zusammenarbeit der großen R11 vorn mit dem doch eher kompakten R2c Center funktioniert in der Praxis überzeugend. Man hat den Eindruck einer in sich geschlossenen, vollständigen Front-Klangkulisse, das hätten wir nicht erwartet. Nun wenden wir uns weiteren Komponenten zu: 

Ein inzwischen nicht mehr gebauter ebenfalls von Cinemike optimierter Oppo UDP-203 übernimmt in unseren Testreihen die Wiedergabe der Ultra HD Blu-rays. 

JVC N7

Als Projektor kommt der enorm bildstarke JVC DLA-N7 zum Einsatz (Kostenpunkt rund 8.000 EUR). Dieser verfügt über ein neues D-ILA-Panel mit nativer 4K-Auflösung, und ein weiteres Highlight ist das Tanzglas-Objektiv mit 65 mm Durchmesser. Dieses besteht aus 17 Elementen, die in 15 Gruppen angeodnet sind. Dank 1.900 Lumen Lichtleistung sind helle sowie Kontrastreihe Bilder von enormer Klarheit möglich. Bei unseren Test-Beispielen (Ultra HD Blu-rays mit HDR10) "Wonder Woman", "The Greatest Showman" und "A Star Is Born", präsentiert auf einer 3,10 Meter breiten Stewart-Leinwand, konnte der N7 seine visuellen Vorzüge voll ausspielen. Besonders beeindruckt die Mischung aus exzellenter Homogenität und hoher Bilddynamik. Das Bild ist angenehm, aber trotzdem bekommt der Zuschauer eine untadelige Brillanz offeriert. JVC spricht von einem besonders tiefen Schwarz dank eines nativen Kontrastverhältnisses von 80.000:1 (dynamisches Kontrastverhältnis 800.000:1). Wir konnten auch eine sehr authentische Farbwiedergabe feststellen, der erweiterte Farbraum über DCI-P3 begeistert durch feine Farbabstufung und eine sehr realistische Farbgebung. Der JVC verfügt über die "Auto Tone Mapping" Funktion, die stets die optimalen HDR10-Einstellungen sicherstellt. Damit die Bewegtbildwiedergabe überragend abläuft, ist ein weiter entwickeltes "Clear Motion Drive" (unterstützt 4K/60p, 4:4:4) an Bord.

Unsere Bilanz: Ein mit Liebe und Sorgfalt aufgebautes Kino, das mit der KEF R-Serie bezüglich der Lautsprecher glänzend bestückt ist. Die Boxen sind aber eigentlich viel zu schade, um sie im dunklen Heimkino zu "verstecken": Eleganz bis ins Detail und eine feine Verarbeitung sorgen dafür, dass man diese "akustischen Schöngeister" auch ohne Probleme ins designorientierte Wohnzimmer stellen kann.

Special: Carsten Rampacher
Fotos: Oksana Fritz, Carsten Rampacher
Datum: 15. August 2019

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