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ARD stellt Radiotransponder ein - Satelliten-Radio nur noch mit neuen Receivern (Update 2)

Die ARD plant laut Informationen der Infosat die Einstellung ihres "Radiotransponders" über den via Satellit Astra 19,2° Ost die Rundfunkprogramme der ARD auf der Frequenz 12266 MHz H (SR 27500, FEC 3/4, DVB-S) ausgestrahlt werden.

Stattdessen sollen die Radio-Programme zukünftig über die Satelliten-Frequenzen 11053 MHz H (SR 22000, FEC 2/3, DVB-S2/8PSK) und 10891 MHz H (SR 22000, FEC 2/3, DVB-S2/8PSK) ausgestrahlt werden.

Die Anzahl der Radiosender soll erhalten bleiben und sogar um das Programm "Bremen Next" erweitert werden.

Auf den neuen Satelliten-Transpondern werden die Radioprogramme aber nicht mehr mit dem MPEG-1 Audio Layer 2-Codec (MP2) sondern mit dem effizienteren Audio-Codec AAC Low Complexity (AAC-LC) ausgestrahlt.

MP2 ist ein Vorläufer von MP3 (MPEG-1 Audio Layer III) mit geringerer Effizienz weswegen bei der Radio-Übertragung via Satellit hohe Bitraten von 256 bis 320 kbps zum Einsatz kamen. Wie hoch die Bitraten zukünftig mit AAC-LC sein sollen, ist nicht bekannt. Laut dem Infosat-Bericht sollen auch die bisherigen Dolby Digital 5.1-Übertragungen einiger Programme auf AAC-LC mit Mehrkanalton umgestellt werden.

Während bislang das gesamte ARD-Radioangebot selbst mit uralten SD-Receivern bis zur dbox empfangen werden konnte, sind dafür zukünftig nur noch neuere Sat-Receiver geeignet, die neben DVB-S2 auch AAC-LC unterstützen, in der Regel also HDTV- oder 4K Ultra HD-Receiver.

Laut Infosat ist der Start der Radioprogramme auf den neuen Frequenzen voraussichtlich für den 20.07.2021 geplant. Die Abschaltung der Radiosender auf dem alten Radio-Transponder soll demnach spätestens bis zum Jahresende 2021 erfolgen.

Auswirkungen könnte die Umstellung auch auf Kabelnetze haben, die das Radioangebot der ARD via Satellit einspeisen. Dann wären auch für das Kabel zukünftig Receiver mit AAC-LC-Unterstützung erforderlich. Mit etwas Aufwand wäre auch ein Recoding in MP2 durch den Kabelnetzbetreiber vorstellbar, welches aber auch Verschlechterungen der Klangqualität zur Folge haben könnte.

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Hinter der geplanten Umstellung des ARD Radio-Angebots via Satellit dürften in erster Linie Einsparungen stehen, die sich durch die De-Aktivierung eines ganzen Satellitentransponders ergeben.

ARD und ZDF werden bereits seit mehreren Jahren von der KEF zur Einstellung der SD-Parallelausstrahlung aufgefordert, die noch weit höhere Einsparungen ergeben würde, von den Sendern aber zuletzt immer weiter hinausgeschoben wurde.

Die ARD nutzt inklusive des Radiotransponders derzeit fünf und das ZDF einen DVB-S-Transponder auf Astra 19.2° Ost.

Update: Im Internet wurde eine Online-Petition gestartet, die sich für den Erhalt des bisherigen ARD Radio-Transponders einsetzt. Die Initiatoren befürchten durch den Wechsel auf AAC neben dem Aus für viele Empfangsgeräte auch Probleme bei der Einspeisung der Radio-Programme in Kabelnetze sowie u.a. eine Verschlechterung der Klangqualität durch niedrige Bitraten:

Update 2: Die ARD strahlt seit dem 30.06.2021 ihre Radioprogramme über die Satelliten-Frequenzen 11053 MHz H (SR 22000, FEC 2/3, DVB-S2/8PSK) und 10891 MHz H (SR 22000, FEC 2/3, DVB-S2/8PSK) mit dem AAC-LC-Codec aus.

Offiziell handelt es sich dabei zunächst um einen Probebetrieb bis zum 20.07.2021. Die Radioprogramme nutzen auf den neuen Frequenzen Audiobitraten zwischen ca. 112 bis 262 kbit/s. Für die meisten Radioprogramme werden Audiobitraten bis ca. 160 kbit/s genutzt.


Mehr Bandbreite bekommen in erster Linie verschiedene Kultur- und Klassik-Wellen spendiert. BR-KLASSIK verfügt über eine zweite 5.1-Tonspur mit ca. 315 kbit/s und bei NDR Kultur kommt statt AAC ein Dolby Audio-Codec mit 448 kbit/s zum Einsatz.

Laut ARD soll das bisherige Radio-Angebot via Satellit im MP2-Format noch bis zum Jahresende 2021 ausgestrahlt werden. Die alten Programme auf dem Radiotransponder sind anhand des Zusatzes "alt_" vor dem Programmnamen zu erkennen.

Nicht dabei sind die Radio-Programme des Deutschlandradios, denn diese werden nicht über den ARD-Radiotransponder sondern über einen Satellitentransponder des ZDF auf der Frequenz 11954 MHz H (SR 27500, FEC 3/4, QPSK) ausgestrahlt.

 

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