Test: 5.1 Wharfedale Opus Surround-Set ( Seite 1 von 3)

(10.08.2006 - LM )

Wer sich heutzutage für ein hochwertiges Surround-System entscheiden will, der steht wahrlich vor der berühmten "Qual der Wahl": Ob es das 4.000-Euro Premium Surround-Set eines Direktversenders ist, oder ob man den Betrag eines Mittelklassewagens bei einem exklusivem Hersteller investiert - die Spannweite an verschiedenen Fabrikaten, Preisklassen und Produkten macht den Lautsprecherkauf nicht nur interessant, sondern mitunter auch kompliziert. Das AREADVD-Team möchte hierbei insoweit helfen, als dass wir einige Produkte intensiv vorstellen, um eine kleine, erste Vorauswahl zu ermöglichen.

Aus diesem Grund befassen wir uns im Rahmen dieses Tests mit einem 5.1 Surround-System der Marke Wharfedale im Wert von ca. 8.500 Euro. Dieser britische Lautsprecherhersteller feiert übrigens Test-Premiere auf unserer Plattform, so dass wir ganz besonders auf die Leistung ihres High-End Sets gespannt sind. Mit den preislich deutlich niedriger angesiedelten Serien "Evo2" sowie "Diamond9" spielte sich Wharfedale bereits in die Ohren vieler Musikfreunde und gelangten zu großer Bekanntheit. Mit Sicherheit wird AREA DVD auch die Einsteigerserien einem Vergleichstest unterziehen, doch im Rahmen dieses Berichtes möchten wir uns direkt mit der Top-Serie auseinandersetzen.

Das von Wharfedale gelieferte 5.1 Surround-Set basiert auf einer 5.1 Zusammenstellung, doch kommen hier auch für die Rearkanäle 2 ausgewachsene Standlautsprecher (anstelle Dipol-Konstruktionen) zum Einsatz. Schauen wir uns die jeweiligen Modelle einmal genauer an:

Als Front- und Rearbeschallung liefert Wharfedale die Opus2 (1.499 Euro). Somit ist dieses Modell der ausschlaggebende Faktor für die Gesamtperformance des Surround-Sets. Die über einen Meter hohe Standbox basiert auf einer Bassreflex-Konstruktion mit insgesamt 2 Tief-, einem Hochtöner sowie einer Kalotte. Die Opus2 kann mit bis zu 250 Watt betrieben werden. In Kombination mit den 4 Chassis ergibt sich eine große Membranfläche, die zu einem pegelintensiven Ausflug in die Welt der Musik und Filme förmlich einladen. 


Das Reich der Mitte regiert der TriCenter (1.080 Euro). Er verfügt über eine sehr ähnliche Chassisbestückung wie die Opus2 und besitzt eine Belastbarkeit von 200 Watt.


 Freunde tiefer Töne sollen mit dem Subwoofer SW-380 (1.499 Euro) auf ihre Kosten kommen. Der gewichtige (32 kg) Tieftonspezialist baut auf einer geschlossenen Down-Fire Konstruktion und wird von einer 600 Watt Endstufe befeuert. Als weitere Besonderheit kommt der SW-380 mit einer Fernbedienung, die bis zu 4 Presets abspeichern kann.

Wir sind sehr gespannt, ob diese Wharfedale-Zusammenstellung im Gesamtwert von exakt 8.575 Euro seine Besitzer zu akustischen Höhenflügen verhilft, oder ob die englische Boxenmanufaktur in unserem Test eine Bruchlandung erleiden muss.

Verarbeitung:



Wie in diesen Preisklassen üblich, wird auch die Opus-Serie komplett handgefertigt. Die Produktion eines Lautsprechers benötigt wegen der aufwändigen Lackierungsarbeiten ca. 2 Wochen, da mindestens zehn Lackschickten aufgetragen werden. Jede einzelne Lackschicht wird auf natürlichem Wege getrocknet (bei Raumtemperatur) und anschließend von Hand poliert. Laut Wharfedale kommen lediglich hochwertigste Lacke zur Verwendung. Die Opus-Serie gibt es in den Klarlack-Varianten Kirsche (siehe Oben), Rosenholz, Schwarz und Ahorn (siehe SW-380).


Die Stosskanten am Korpus fallen sehr gerade aus und sind nicht gerundet. Stossfugen sucht man dennoch vergeblich, da die Verarbeitung absolut tadellos ist. 



Sämtliche Lautsprecher kommen mit dieser opulenten Anschlusssektion daher. Tri-Wiring WBT-Terminals stellen in dieser Preisklasse fast schon eine kleine Sensation dar und distanzieren sämtliche Konkurrenten. In Bezug auf Flexibiliät (große Kabelquerschnitte, Bananas, Kabelschuhe etc.) lassen die Opus Schallwandler somit keine Wünsche offen. Wer Bi-Amping betreiben will, findet hierfür eine entsprechende Brücke im Lieferumfang. 



Kleines Detail am Rande: die Wharfedale Entwickler haben ein Herz für Tiere, denn die Bass-Reflex Öffnungen sind mit einem Gitter gegen "kleine Invasoren" geschützt. Manch Leser möge nun schmunzeln, doch nicht wenige Hamster Besitzer standen vor dem Problem, ihre kleinen Lieblinge aus einem Lautsprecher befreien zu müssen...



Sämtliche Chassis weisen eine sehr saubere Einpassung auf. Dasselbe gilt auch für die Aufnahmelöcher der Schutzgitter, wenngleich andere Hersteller diese bei ihren Schallwandlern etwas dezenter verstecken konnten. So besitzt die Monitor Audio Gold Signature Serie nur ein paar Halterungen direkt am Chassis und kann komplett ohne störende Aufnahmelöcher auskommen. 



Die Opus2 thronen auf einem massiven Metallsockel, in der sehr hochwertige Spikes für einen sicheren Stand sorgen. Dank der oberen Fixierungsschraube ist es möglich, kleinere Unebenheiten auszugleichen. Beim Subwoofer SW-380 kommen die diesselben Komponenten zum Einsatz. Ergänzend befinden sich Unterlegscheiben im Lieferumfang.



Auf diesem Bild ist die sehr hochwertige Oberflächenverarbeitung schön zu erkennen. Dank der Politur erzeugen die Lautsprecher dezente Lichtreflexionen.



Auch die Rückseite des SW-380 enttarnt keine Verarbeitungsmängel. Selbstverständlich weist das Gehäuse an den eher versteckten Stellen dasselbe hochwertige Oberflächenfinish, wie auf der Frontseite auf. Das Verstärkermodul erfreut sich ebenfalls einer tadellosen Integration.

Fazit Verarbeitung: +
Nur in absoluten Ausnahmefällen vergeben wir die Höchstpunktzahl zuzüglich Bonusstern, aber die Wharfedale Opus Serie zwängt uns diese Entscheidung geradezu auf: makelloses Finish, hochwertige Gehäuseverarbeitung, edle Spikes und nicht zuletzt die herausragenden Anschluss-Terminals verströmen absoluten High-End Flair, wie es in dieser Preisklasse bislang  nicht geboten wurde. Mit Sicherheit finden sich viele der soeben gelobten Teilaspekte auch bei vergleichbaren Boxenserien (z.B. die herausragende Oberflächengestaltung der Monitor Audio Gold Signature Serie), doch kein anderes Set kann dieses Niveau auch wirklich in allen Belangen halten.

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