Test: Piega TC40cx +PS1 5.2 Surroundsystem


Dieser Artikel wurde auf Amisos-PCs verfasst.

(25.Februar 2008 - Autor: Lars Mette )

"Es kommt nicht auf die Größe an" - was unter Frauen schon länger kein Geheimnis mehr ist, passt auch auf viele Bereiche des modernen Lifestyles: die Herausforderung aktueller Unterhaltungselektronik besteht schon seit Generationen hautpsächlich in der Miniaturisierung, was sich insbesondere bei Mobiltelefonen oder Notebooks eindrucksvoll zeigt. Und auch im Wohnzimmer macht der technische Fortschritt nicht Halt und beschert den Anwender superflache Fernseher oder High-Tech Spielkonsolen.

Ausgeklügelte Technik mit hohem Entertainmentfaktor in Einklang mit kompakten Abmessungen - dies will auch Piega bieten und schickt hierfür ein hochinteressantes 5.2 Surroundsystem in unser Baden-Württemberg Teststudio. Bevor die edlen Schallwandler ihren potentiellen Besitzern das Leben versüßen können, steht jedoch noch ein chirurgischer Eingriff auf dem Sparkonto aus. Obwohl das Testsytem über keine ausladenden Standlautsprecher verfügt, treiben die hochtechnisierten Einzelkomponenten den Preis trotzdem über die 10.000 Euro Schwelle. Doch wie heißt es noch gleich so schön: es gibt Dinge, die kann man nicht kaufen. Damit sich beim HiFi-Anwender auch wirklich ein unbezahlbar-tiefgreifendes Filmerlebnis einstellt, sollen fünf identische Frontlautsprecher für einen absolut homogenen Raumklang sorgen. Selbstverständlich darf in dieser Konstellation auch ein leistungsfähiges Subwoofer Modell nicht fehlen. Die einzelnen Bestandteile des Piega-Sets in der Kurzvorstellung:


Dass Piega nicht nur einen guten Ruf bei Stereohörern genießt, sondern auch im Mehrkanalbereich größte Anstrengungen unternimmt, beweist der TC 40 CX. Als zentrales Ausstattungsmerkmal verfügt er über die hervorragende Mittel-/Hochtoneinheit, die wir schon im Standlautsprecher TC 70 X in unser Herz (bzw. Ohr) geschlossen haben. Das aufwändige koaxiale Bändchensystem treibt aber nicht nur den Hörspaß nach oben, sondern schlägt sich auch im Preis nieder. 3350 Euro pro Stück sind für Piegas Vorzeige-Centerspeaker fällig, der innerhalb unseres Tests auch seine Qualitäten als Allrounder beweisen muss.


Für die nötige Tiefbassunterstützung zeichnet sich der PS1 (1.100 €) verantwortlich. Dieser Subwoofer zeichnet sich durch kompakte Abmessungen aus, allerdings verspricht der Hersteller hinsichtlich der Akustik eine absolut erwachsene Leistung. Eine 22cm messende Membran mit Spezialbeschichtung arbeitet im PS1 nach dem Downfire-Prinzip und wird von einem kräftigen 250Watt Verstärker angetrieben. Angesichts der fünf TC40CX-Speaker wäre zwar eigentlich auch der große Piega-Subwoofer "P Sub1 MK4" (ca. 3.000 €) angemessen gewesen, doch unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass man den Subwoofer grundsätzlich lieber eine Nummer kleiner auswählen sollte und dafür aus raumakustischen Gründen 2 Exemplare im System integriert. Genau dieses haben wir in diesem Fall befolgt, daher tummeln sich gleich 2 PS1 im Testaufbau.

Emsige Kopfrechner haben es schon bemerkt: der Komplettpreis pendelt sich bei exakt 18.950 Euro ein , was das Piega-Ensemble in die preisliche Oberklasse der 5.1 Surroundsysteme positioniert. Da man für vergleichbare Preise auch schon über exzellente Systeme mit Standlautsprechern bekommt, wird dieser Quervergleiche sicherlich sehr interessant werden. 

Verarbeitung:

Keine Überraschungen: auch die TC40CX Kombination wartet mit dem Piega-typischen Design in edlen Aluminiumgehäusen auf. Kaum ein anderer Hersteller versteht es, so zeitlos-elegante Schallwandler zu entwerfen, deren Optik auch nach Jahren noch taufrisch und niemals "out" wirkt. Wenn Ihnen die silberne Colorierung nicht zusagt, sind auch andere Farbvarianten lieferbar. Piega bietet seit Neuestem direkt ab Werk auch eine schwarz eloxierte Version an, welche nur einen minimalen Aufpreis kostet. Die Gitter sind optional ebenfalls auch in schwarz lieferbar und bieten guten Schutz für den Tücken des Alltags.


Das koaxiale Bändchen im Detail. Leider müssen wir an dieser Stelle bezüglich der Verarbeitungsqualität etwas Kritk anbringen, denn die Einpassung könnte durchaus noch etwas mehr Feinschliff vertragen. Leider sind sämtliche Lautsprecher diesbezüglich nicht makellos verarbeitet. Die restlichen Chassis geben hingegen keinerlei Anlass zur Kritik.

Ein TC40CX im Größenvergleich mit einem Spectral-Rack. Durch die ausladende Hoch-/Mittentoneinheit wächst die Breite auf knapp 60 Zentimeter. Gehäusetiefe- sowie Höhe fallen deutlich moderater aus. Auch das Gewicht in Höhe von 16 Kilogramm ist ein Ergebnis der kompakten Bauform. Vorrichtungen für eine Ständermontage bietet dieser Lautsprecher leider nicht. 


Auch ein Rücken kann entzücken: Diese Ansicht eines TC40CX verdeutlicht die Kompromisslosigkeit des attraktiven Aluminiumaufbaus. Im Gegensatz zu anderen Herstellern, nutzt Piega den Werkstoff Aluminium nicht als Dekoration, sondern fertigt das komplett Gehäuse damit. Rückwände mit freier Sicht auf das Trägermaterial bleiben den Besitzern somit erspart.Bei den Anschlussterminals wurde auf eine spektakuläre Optik verzichtet, doch die Leichtgängigkeit sowie Kontaktsicherheit sorgen für Begeisterung. Die Verbindung der Bi-Amping/Wiring Terminals erfolgt nicht mit simplen Metallbrücken, sondern mit einem hochwertigem und geschirmtem Lautsprecherkabel. 


Sämtliche Kanten und Fugen sind mit höchster Sorgfalt und Genauigkeit umgesetzt. Die quer verlaufenden Riefen lockern nicht nur die Optik auf, sondern dienen zugleich auch als Befestigungsschiene für das Lautsprechergitter. Ebenfalls sehr elegant: die seitlichen Abschlussdeckel, welche ebenfalls aus gebürstetem Aluminium bestehen. Das Gehäuse wirkt wie aus einem Guss, keine Schrauben, Stosskanten oder Unsauberkeiten stören das Gesamtbild. Die TC40CX zählt zu den Lautsprechern, die auch schon beim Anschauen für Begeisterung sorgen.


Das Subwoofermodell PS1 zählt nicht nur zu den schönsten, sondern zugleich auch kompaktesten Vertretern seiner Art. Rein vom Datenblatt betrachtet, mag er nur unwesentlich kleiner sein, als zB. der oben abgebildete Monitor Audio GSW-12, doch in der Praxis fügte er sich optisch besser in unser Wohnraumstudio ein. Andere Subwoofer wirken durch die Würfelform etwas klobiger, zumal der PS1 durch das Fehlen einer sichtbaren Membran auch weniger technisch wirkt und somit zum Darling vieler Hausfrauen avancieren dürfte. Sehr elegant ist zudem auch die Lösung mit der abgesetzten Bodenplatte, die dem PS1 eine luftige Erscheinung verleiht.

Die lackierten Seitenwangen des PS1 korrespondieren ausgesprochen mit dem Aluminiumdeckel. Auch bei diesem Modell beweist Piega sein außerordentliches Können in Bezug auf Spaltgenauigkeit und Detailverarbeitung.

Fazit Verarbeitung: 

Von den etwas unsauber integrierten Koax-Modulen einmal abgesehen, begeistern sämtliche Komponenten mit einem erstklassigen Finish. Besonders die Oberflächenqualität der TC40CX gehört zur absoluten Elite auf dem Weltmarkt. In Bezug auf das Design dürfte es ohnehin kaum ernsthafte Alternativen geben, die auf den ersten Blick so angenehm schlicht und unaufdringlich wirken, dabei aber trotzdem Eleganz und Perfektionismus ausstrahlen. Die kühle, technokratische Optik besticht zudem durch ihre Zeitlosigkeit.

technischer Aufbau:

Beginnen wir die technische Auseinandersetzung mit dem Piega Set bei einem ganz grundsätzlichem Aspekt, dem Gehäuse. So extravagant die Materialauswahl auch wirken mag - einen guten Ruf haben Metallgehäuse noch nie gehabt. Beispielsweise eignet sich Holz grundsätzlich deutlich besser, um Gehäusevibrationen bzw. -Resonanzen zu minimieren, zumal die Verarbeitung/Zusammensetzung der einzelnen Bauteile einfacher vonstatten geht. Glücklicherweise gehört die TC40-Serie nicht zu den Konstruktionen, die einfach nur schön aussehen wollen, sondern bietet auch verborgene innere Werte. Chefentwickler Kurt Scheuch achtete bei der Konzeption penibel genau auf eine möglichst neutrale und resonanzhemmende Bauweise, da die hochwertigen Chassis nur optimalen Arbeitsbedingungen ihre Qualitäten voll ausspielen können. Herausgekommen ist ein komplexer Mix aus verschiedenen MDF-Verstrebungen sowie individuell selektierten Dämm-/Füllstoffen. Damit später die gesamte Box wie aus einem Guss spielt, werden die Aluminiumelemente mit einem Druck von über 3000 Tonnen zusammengepresst. Klappern oder schalldurchlässige Stellen im Gehäuse sind somit so gut wie ausgeschlossen. 

Direkt nach der Einspeisung der Musiksignale über die Lautsprecherterminals liegt es an der Frequenzweiche, jedes einzelne Chassis sowohl in Bezug auf Übertragungsbereich als auch Zeitrichtigkeit richtig anzusteuern. Besonders kritisch ist hierbei der Übergang zwischen Mittel/Hochtonsektion, da sich Ungenauigkeiten sofort im Klang bemerkbar machen und den Hörspaß beeinträchtigen würden. Damit dieser Fall nicht eintritt, haben die Piega-Entwickler auch den Frequenzweichen große Aufmerksamkeit geschenkt. Erwähnenswert ist hierbei, dass sie gleichzeitig eine zuverlässige Verteilung der Signale erreicht haben, ohne dabei durch zu viele Bauteile einen geringen Wirkungsgrad in Kauf zu nehmen. Die Piega TC 40 CX liegt mit einem Wirkungsgrad von 91db um ca. 5-6 db höher als der Großteil des Marktes. Was sich zunächst recht unscheinbar anhört, macht in der Praxis bei vielen Endstufen enorme Unterschiede, da schon bei höheren Pegeln mit anderen Modellen die Leistungsgrenze mancher Verstärker erreicht wird und die Elektronik anfängt unsauber zu spielen. Einfach ausgedrückt: die Piega TC 40 benötigt keine kräftigen Verstärker um überzeugend zu spielen und eignet sich aus diesem Grund auch bestens für Röhrenverstärker oder weniger starke Mehrkanalgeräte.

Die TC 40 CX mag zwar vielleicht etwas unscheinbar/klein aussehen, weist aber einige bemerkenswerte technische Eigenschaften auf. Sie arbeitet als vollwertiges 3-Wege System und erzeugt die Basswiedergabe über zwei 15 Tieftöner. Diese Chassis deuten mit ihren Verstrebungen schon rein äußerlich an, dass sie über ganz besondere Eigenschaften verfügen. Unter dem schlichten Kürzel "MOM"  (für „Magnetic Optimized Motor") verbirgt sich eine spezielle Technik um die Eigenschaften des Chassis in Bezug auf Zeitrichtigkeit und Linearität deutlich zu verbessern. Obwohl die TC 40 CX über eine geschlossene Konstruktion verfügt, verspricht Piega eine tiefreichende Basswiedergabe bis 35Hz hinab. 


Das Sahnehäubchen der TC 40 CX findet sich inmitten der beiden Bass-Chassis und kommt direkt aus der TC 70 CX: die koaxiale Mittel-/Hochtoneinheit. Doch bevor wir uns der verbauten Einheit innerhalb dieses Lautsprechers widmen, noch ein paar allgemeine Information zu Vor- und Nachteilen von Bändchensystemen. Während ein "traditioneller" Kalottenhochtöner Schall erzeugt, indem er kolbenförmig schwingt, arbeitet ein Bändchenhochtöner mit einer Biegeschwingmembran. Der entscheidende Unterschied dieser beiden Techniken liegt in der größeren Luftmasse, die eine Kalotte bewegen muss, damit ein Ton zu hören ist. Ein Bändchen ist daher rein theoretisch in der Lage, deutlich schneller/impulstreuer zu spielen.  Dem gegenüber steht wiederum die physikalische Gegebenheit, dass ein Bändchen keine großen Membranauslenkungen erlaubt, bei zunehmender Größe Probleme mit der Abstrahlcharakteristik bekommt (bei planer Konstruktion) und zu guter letzt einen kleineren Frequenzbereich abdeckt.  Piega ist nicht nur einer der Pioneere von Bändchensystemen, sondern zählt auch heute noch zu den Innovatoren in diesem Gebiet. Selbstverständlich profitiert auch die TC 40 CX von dem riesigen Wissensfundus und darf auf aktuellste Technik zurückgreifen. Ein Großteil der Entwicklungszeit dürfte die ausgefeilte Bändchenkonstruktion beansprucht haben: Piega verbaut in einer Einheit nicht nur einen Bändchenhochtöner, sondern zugleich auch enen Mitteltöner mit gleichem Konstruktionsprinzip. Doch damit nicht genug: um eine möglichst perfekte Zeitrichtigkeit zwischen den beiden Membranen zu erreichen, befindet sich der Hochtöner inmitten des Mitteltöners - daher auch die Bezeichnung als koaxiales System. Für einen Centerspeaker bedeutet dies einen zentralen Vorteil, schließlich gelangen die wichtigen Mittel-/Hochtonschallanteile zu jedem Sitzplatz auch wirklich zeitgleich, so dass Verfärbungen bzw. Klangverfälschungen gegenüber anderen System deutlich minimiert sind. Der TC 40 CX ist daher trotz seiner kompakten Bauweise ganz besonders dann zu empfehlen, wenn er eine große Hörzone beschallen soll. Ob er stehend oder liegend zum Einsatz kommt, spielt daher ebenfalls eine enorm untergeordnete Rolle, so dass man ihn sehr flexibel einsetzen kann.

Modell / Stückpreis Piega TC 40 CX / 3350 Euro
Bauweise geschlossenes 3-Wege System
Chassisbestückung 1x C2 Koaxial Bändchen (Mittel+Hochton)
2x 15cm Tieftöner
Frequenzbereich 35 Hz - 50.000 Hz (+- 3db)
Wirkungsgrad 91 db (1W/1 Meter)
Impedanz 4 Ohm
max. Belastbarkeit 250 Watt
Abmessungen 19 x 61 x 21cm (H,B,T)
Gewicht 16 Kilogramm

Alternativ bietet Piega auch die TC40C an. Dieses Modell residiert zwar im selber Gehäuse, ist aber technisch einfacher aufgebaut. Der wesentliche Unterschied betrifft den Mitteltöner, wo die -C Version ohne das koaxiale Bändchen auskommen muss, und die Wiedergabe im mittleren Frequenzbereich auf die beiden Tief-/Mitteltöner übergibt. Deswegen wird die TC40C auch als 2,5-Wege System gelistet, während die teurere Version auf dem 3-Wege Prinzip beruht. 

Wie Sie auf obigen Bild sehen können, haben wir Gelegenheit gehabt, beide Versionen in unseren Hörräumen miteinander zu vergleichen. Hierbei hat sich herausgestellt, dass die TC40CX ganz eindeutig die bessere Wahl darstellen. Im Direktvergleich konnte die TC40C nicht an die Dynamik und Klarheit ihrer größeren Schwester anknüpfen. Auch der Detailreichtum ist nicht miteinander vergleichbar. Trotz eines satten Preisunterschiedes von 2000 Euro/Stück empfehlen wir Ihnen daher ganz klar, zur CX-Variante zu greifen. Auch bei den Rearspeakern - hier wäre eindeutig am falschen Ende gespart. Die TC40C mögen zwar für ihren Preis einen fairen Gegenwert darstellen, aber wenn vorne schon TC40CX für guten Klang sorgen, wäre der Bruch in der Surroundkulisse zu groß. Sparen Sie zunächst lieber an der Elektronik, oder den Quellgeräten - aber ein TC40-Setup sollte schon konsequent mit derselben Bestückung gekauft werden. So klingt zB. ein 5.1 Set aus 5x TC40CX wesentlich stimmer, als eine Erweiterung per TC40C zu einem 7.1 Setup. 

Im Gegensatz zu den Satelliten, besteht der PS1 nicht komplett aus Metall. Während der Deckel von einer Aluminiumplatte geziert wird, dient eine konventionelle, dickwandige Holzkonstruktion als Gehäuse für den Subwoofer. 2 kleine Verbindungsstreben verbinden den Korpus mit dem Standfuss und lassen den PS1 fast unsichtbar über dem Boden schweben.

PS1 flachgelegt: beim Blick auf die Unterseite des Piega Subwoofers springt Kennern sofort das Bassreflexrohr ins Auge. 

Im Unterschied zu einem geschlossenen System nutzt eine Reflexbox den nach hinten abgegebenen Schall eines Lautsprecherchassis, anstatt ihn zu eliminieren. Da dieser Schall gegenphasig zu dem nach vorne abgegebenen Schall ist, muss die Phase gedreht werden, um zu vermeiden, dass sich beide Schallwellen gegenseitig auslöschen. Gewünscht ist genau das Gegenteil, nämlich dass sie sich unterstützen und somit verstärken. Gehäusevolumen und die Öffnung in der Box (der Reflexkanal) werden speziell auf das jeweilige Chassis hin berechnet und abgestimmt. So wird die Resonanz- und Phasenverschiebung erreicht und der Gehäusehohlraum, die Öffnung und das Chassis bilden einen gekoppelten Schwingkreis. Im Ergebnis verringern die Luftschwingungen im Gehäuse die Membranbewegungen und damit auch den Anteil der Membran an der Schallerzeugung. In der Gehäuseöffnung wird eine akustische Masse - ein "Luftpolster" - in Bewegung gesetzt. Dieses "Luftpolster" und der von der Membran erzeugte Schall summieren sich, so dass letztlich der Schalldruck höher ist, als bei einer geschlossenen Box. Konstruktive Schwächen an dieser Stelle erzeugen die vielgefürchteten Wind- oder Strömungsgeräusche. Bassreflex Subwoofer haben somit Vorteile hinsichtlich der Pegelfestigkeit und Verzerrungsarmut, geraten jedoch in Bezug auf Strömungsgeräusche und Präzision (je nach Qualität der BR-Konstruktion) ins Hintertreffen. Das Hauptproblem einer BR-Konstruktion liegt im Schwingungsverhalten des Rohres selbst, denn dadurch entstehen Unsauberkeiten bis hin zu Phasendrehungen. 

Piega verspricht beim PS1 audiophile Klangeigenschaften und verweist dabei auf das hochwertige 22cm Chassis mit Spezialbeschichtung, als auch die hochwertige 250 Watt Digitalendstufe. An Einstellmöglichkeiten bietet der PS1 alle nötigen Grundfunktionen, lediglich Komfortfeatures wie Fernbedienung oder gar eine DSP-Elektronik sucht man vergeblich.

Modell / PS1 PS1 / 1.100 Euro
Bauprinzip aktiver Downfire Bassreflex Subwoofer
Chassisbestückung 1x 22cm LDB-XL-Bass
Verstärker 250 Watt
Frequenzgang 24 Hz - 150 Hz (+-3db)
Anpassungsoptionen 1x Drehregler Lautstärke
1x Drehregler Übernahmefrequenz
1x Drehregler Low-Pass Übernahnmefrequenz
1x var. Bass EQ - Feinabstimmung Tiefgang/Pegel
1x schaltbare Phase 0/180 Grad
Anschlüsse Audio in: 2x Chinch , 2x LS-Klemmen (High-Level)
Audio aus: 2x LS-Klemmen (High-Level)
Abmessungen 41 x 32 x 36 cm ( H,B,T)
Gewicht 17 kilogramm
Testumgebung:

Ein passendes Quellgerät für konventionelle DVDs war schnell gefunden: der Cinemike getunte Denon DVD-3930 läuft nach den umfangreichen Modifikationen zu einer derartigen Hochform auf, dass er nicht nur für ein bestechend gutes Bild sorgt, sondern sowohl die Mehrkanal- als auch Stereofähigkeiten der Piegas komplett aufblühen lässt. Der ungemein feinzeichnende, aber niemals seziererische Klang des Players liegt auf einem außerordentlich hohen Niveau.


Die Auswahl der Verstärkung sollte wohlüberlegt sein: generell bevorzugen die Lautsprecher eine Zuspielung, die gleichzeitig sehr detailreich sowie akustisch neutral bzw. authentisch ausgelegt ist. Daher stellt es kein Wunder dar, dass ganz besonders die Kombination aus Audionet MapI und AmpVII einen absoluten Volltreffert markiert. Auch der etwas kleinere AmpV kommt für die TC40CX in Frage.

Während die oben abgebildete NAD M15 Vorstufe ebenfalls noch als gute Kombination angesehen werden kann, würden wir von einer Zusammenstellung mit manchen Vincent Komponenten eher abraten. Eine Endstufe wie zB. die SAV-P200 benötigt anders abgestimmte Lautsprecher, um ihr Potential voll zu zeigen. Für wenig Geld wäre auch eine Sherwood A-965 eine hervorragende Mehrkanalendstufe - für unter 2.000 Euro ein absolutes Schnäppchen, auch wenn ein Audionet AmpV wieder in einer anderen Liga spielt und das nötige Feingefühl aufbringt, um die TC40CX annähernd perfekt zu befeuern. 

Für unser Hörempfinden macht auch eine Kombination mit diversen AV-Boliden eher wenig Sinn. Nur wegen HDMI1.3 und der daraus resultierenden Möglichkeit, HD-Tonspuren zu verarbeiten, klingt ein vollgestopfter Verstärker/Receiver noch lange nicht besser, als eine puristische Vorstufe mit klassischen Dolby/DTS Decoder. Die TC40CX sind in der Lage, gnadenlos zu offenbaren, dass Dynamik und Klangpräzision maßgeblich von der Elektronik vorgegeben sind. Lobenswerte Ausnahme stellt der Cinemike-AVR-4308 (ca. 3.700 €) dar, welcher auf einem Denon Grundgerät aufbaut und nach vielen aufwändigen Modifikationen zu den wenigen Geräten zählt, mit dem man die Vorteile eines TrueHD Soundtracks wirklich auskosten kann. 

Ähnlich wie der Porsche 911 auf einem Feldweg auch nicht gerade seine Höchstleistung ausfahren kann, verhält es sich mit einem Oberklasse Surroundset in Bezug auf die Raumakustik. Sorgen Sie also für einen adäquaten Lebensraum Ihrer neuen Schallwandler und optimieren Sie den Raum gleichmäßig über alle Frequenzen. Wir erleben häufig, wie manche Anwender einen hohen Betrag für ihr Hobby investieren und nur einen Bruchteil der klanglichen Performance abrufen können, weil keine Bereitschaft vorhanden war, direkt beim Kauf auch die eigene Raumakustik kritisch zu hinterleuchten und mittels Absorbern zu optimieren. Hierfür hält der Markt eine Vielzahl von Lösungen bereit, die sich hinsichtlich Integrationsfähigkeit, Preis und Effizienz sehr stark voneinander unterscheiden.

Für die Verkabelung haben wir auf Lautsprecher- und NF-Verbinundungen von Mogami zurückgegriffen.

Unsere hauptsächlich benutzten Komponenten in der Übersicht:

Surround-Vorstufen NAD Masterseries M15 (ca. 3.000€)
Rotel RSP-1098 (ca. 3.500€)
Audionet Map I + EPS (ca. 5.600€)
Stereo-Vorstufen Audionet PreG2 (ca. 9.600€)
Endstufen Advance Acoustic Monoblock MAA-705 ( Stück 995€)
Audionet AmpVII (ab 7.900€)
CD-Player Vincent CD-S5 (ca. 1.500€)
Advance Acoustic MCD403+MDA503 (ca. 1.500€)
Astin Trew CD3000 (ca. 1.000€)
DVD-Player Onkyo DV-SP 1000E (ca. 4.600€)
Cinemike DVD-3930 L2 (ca. 2.500€)
HD-Player Toshiba HD-XE1 Cinemike Edition Stufe 2 (ca. 1.300€)
Samsung BD-P1400 Cinemike Edition (ca. 800€)
Bildwiedergabe Mitsubishi HC6000 (3.900 €)
Klangeindrücke:
TC40CX: 

Schon nach wenigen Hörminuten stellte sich heraus, dass dieser Test eine Wohltat für unseren Ohren werden würde: unabhängig vom Material konnten die TC40CX aus dem Stand heraus, ganz besonders durch eine vortreffliche Feinauflösung und Präzision im Hoch- und Mitteltonbereich punkten. Daher wollten wir nicht gleich mit einer stumpfen Effektorgie loslegen, sondern wählten mit der Blu-Ray Version vom Simpsons-Movie einen Titel, der besonders mit der englischen DTS HD Master Audio Tunspur, vielen subtile Arrangements bietet.

Wo man mit vielen anderen Surround-System schnell den Eindruck einer frontlastigen Abmischung gewinnt, bringen die 5 Piega-Satelliten sehr viele kleine Nuancen an das (akustische) Tageslicht und beweisen eindrucksvoll, dass dieser Titel nicht nur visuell als Referenz betrachtet werden kann, sofern man wirklich hochklassige Lautsprecher sein Eigen nennt.

Wenn Lisa als Umweltschützerin durch die Nachbarschaft trottet, Bart im Adamsküstum für Aufsehen sorgt, oder Homer einen Ausflug mit Spider-Schwein unternimmt, schlägt die Stunde der sieben Piega Protagonisten: sie schälen auch feinste Umgebungsgeräusche aus der DTS Tonspur heraus und erwecken die Welt von Springfield zum Leben. Hierbei setzen die Schallwandler insbesondere durch die von Klarheit und Luftigkeit gekennzeichnende Surroundkulisse Akzente. Sämtliche Effekte werden zudem räumlich hervorragend strukturiert in das Surroundpanorama eingebunden. Impulsive Elemente (zB. Schussgeräusche) begeistern mit einer guten Dynamik. Auch hinsichtlichlich der Sprachverständlichkeit ordnet sich der TC40CX in der Lautsprecher Championsleague ein, denn solch eine charismatisch, feinnervige Umsetzung gelingt nur absoluten Ausnahmekönnern. 

Einen hervorragenden Auftritt legt das Piega-Ensemble ebenfalls mit "Into the Blue" auf das Parkett: die vielen Unterwasserszenen des Karibikabenteuers werden ausschließlich durch Trance-Musik transportiert. Daher spielt eine hochqualitative Einflechtung Derselbigen eine immanente Rolle, um das cineastische Geschehen zu vermitteln. Die TC40CX gefallen diesbezüglich aufgrund ihrer Fähigkeit, sehr flüssig sowie sensibel zu agieren. Die Einbindung von Musik gelingt den Piegas mit hoher Klangtransparanz und Souveränität. Der Soundtrack wird nicht einfach auf die Umgebungsgeräusche draufgequetscht, sondern damit in beeindruckender Weise verwoben. So wird aus dem Filmabend ein mentaler Kurzurlaub in Hawaii !

Auch als Stereolautsprecher funktioniert die TC40CX hervorragend. Zusammen mit den beiden Subwoofern, wird eine sehr geschmeidige Charakteristik mit hoher Lebendigkeit und emotionaler Tiefe geboten. Nur wenige andere Komponenten sind überhaupt in der Lage, Klangdetaillierung nicht auf Kosten des Spielflusses zu bieten. Wie es geht, zeigt die TC40CX absolut eindrucksvoll. Dabei beschränken sich die Klangspender aus der Schweiz nicht nur auf klangliche Einzelheiten im Vordergrund, sondern packen die Musik mit ihrer ganzen Vielschichtigkeit auf die Membranen. Hier ist (im positiven Sinne) eindeutig die Verwandschaft zur TC70CX herauszuhören - wenn man einmal vom Bassbereich absieht, spielt die TC40CX mit einer enormen Portion Lässigkeit und Charme, wie man es sonst einer solch kompakten Box kaum zutrauen würde. Der räumliche Aufbau bei einer 2.1 Wiedergabe erfüllt ebenfalls hohe Ansprüche. Die Musik wird nicht nur als punktuelles Schallgebilde im Raum platziert, sondern spannt eine große Hörzone mit dichter Atmosphäre auf.

Zusammenfassend betrachtet, kommt es den Piega TC40CX zugute, dass sie sehr universell abgestimmt sind und auf allen Kanälen eine hervorragende Figur abgeben. Die Entwickler haben sich (glücklicherweise) nicht dazu entschieden, ihrem "Baby" eine klassische Center-Charakeristik (Mittenbetonung) mitzugeben. Stattdessen konzentrierten sie sich auf eine ausgewogene und neutrale Spielweise mit einer guten Balance. Ihre kleinformartigen Abmessungen können sie dabei jedoch nicht völlig leugnen. Teilweise agieren sie unterhalb 80Hz zunehmend etwas blutleer. Für basslastigen Musikgenuss empfiehlt sich eine TC70CX daher deutlich besser, zumal der kompakte Centerspeaker generell keinen besonders fülligen bzw. "anschiebenden" Charakter offenbart. Liebhaber von warm abgestimmten Lautsprechern würden mit der TC40CX zwar sicherlich nicht unglücklich werden, doch hierfür hält der Markt passendere Okkassionen bereit, wie zB. die Wharfedale Opus² Serie. Stattdessen bietet der TC40CX eine höchst akkurate und verbindliche Spielweise bis in die höchsten Frequenzen hinauf - für die Eignung als audiophiler Satellit innerhalb eines Surroundsystemes eine absolut stimmige Auslegung.

Subwoofer PS1:

Die Subwoofer verrichten ihre Aufgabe ebenfalls mit bedingungsloser Hingabe und überzeugen daher auf ganzer Linie. Sicherlich mag man für den Kaufpreis anderweitig Modelle finden, die in einzelnen Eigenschaften noch bessere Leistungen bieten, wie zB. den Nubert nuLine AW-1500 (Pegelfestigkeit, Klangvolumen). Doch bezieht man die kompakten Gehäuseabmessungen und die universellen Klangeigenschaften mit ein, präsentiert sich der PS1 als absoluter Könner seines Fachs. Wir kennen derzeit kein vergleichbares Subwoofermodell, der sich optisch so zurückhält und dabei klanglich nicht nach Magerkost klingt. Am ehesten würde der Piega-Bassist noch mit dem Monitor Audio GSW-12 zu vergleichen sein: beide Kontrahenten spielen äußerst präzise, erreichen einen hervorragenden Tiefgang und bestechen mit einem ansprechendem Äußeren. Im Direktvergleich vermag der Monitor Audio Bassist durch seine DSP-Technologie noch mehr akustische Anpassungsfähigkeit zu offenbaren, allerdings lässt sich (überraschenderweise) der PS1 hinsichtlich der akustischen Grundeigenschaften nicht abschütteln, obwohl er über ein Bassreflexrohr verfügt und mit einem wesentlich kleinerem Gehäusevolumen auskommen muss. Lediglich die realisierbaren Pegel liegen unterhalb des GSW-12, erlauben aber dennoch ein intensives Genießen von basslastigen Szenen. Als sinnvolle Maximalraumgröße empfehlen wir mittelgroße Wohnzimmer mit bis zu 30m². Darüberhinaus wäre es sinnvoll, einen zweiten in die AV-Anlage zu integrieren, was auch zu einer gleichmäßigeren Raumanregung führt und somit die Präzision nochmals merklich verbessert. Wir konnten uns davon selbst überzeugen, schließlich verfügt unser Test-Ensemble über eine solche Bestückung. Speziell bei Konzert-DVDs versetzten sie die anwesenden Redakteure in Verzücken - die DTS Tonspur der "Eagles Farewell I Tour" DVD gehört zu den besten ihrer Sorte und verlangt viel Engagement von den Subwoofern. Im Gegensatz zu vielen anderen Titeln wird der LFE Kanal in diesem Fall nicht einfach nur zur zusätzlichen Untermalung benutzt, sondern beinhaltet ebenfalls noch viele Kickbassanteile und wurde generell recht dominant abgemischt. Hier zeigen typische "Heimkino-Subwoofer" sehr schnell ihre Schwächen, wie zB. der Wharfedale SW300 (1.500 €), dem die dynamische Herausarbeitung und Basskonturierung nicht sonderlich gut gelingt. Von gänzlich anderer Qualität zeigen sich jedoch die zwei PS1: die Pointierung der Drums , als auch die Differenzierung im gesamten unteren Frequenzbereich gehört zur absoluten Spitzenklasse. Die formschönen Aluminium-Subwoofer spielen sehr verbindlich, lebendig und überaus präzise. Daher würden sie sich auch sehr gut eignen, um sogar hochwertigen Standlautsprechern im Stereobetrieb hilfreich zur Seite zu stehen. Selbstverständlich überzeugen die beiden Piega Tiefbass-Spezialisten auch mit klassischen Blockbustern und sorgen für mitreißendes Filmfeeling: wir haben auch hier ohne Gnade in das DVD-Regal gegriffen und (akustisch) sehr anspruchvsolle Subwooferkost gesucht. Dabei meisterten die Piega Bassisten sogar die Tonspur der "Stirb Langsam 4.0" Blu-Ray, die bei hohen Pegeln schon so manchen Subwoofer an den Rand der Verweiflung brachte. Wer das Duell mit der F22-Raptor zum Ende des Filmes mit ohrenbetäubender Lautstärke konsumiert und "nur" einen PS1 unter der Leinwand platziert hat, wird zwar an die physikalischen Belastbarkeitsgrenzen stossen, doch generell lässt sich festhalten, dass Piega bei diesem Subwoofer eine sehr tiefe untere Grenzfrequenz (knapp über 20 Hz) erreicht hat. In Kombination mit der präzisen Spielweise hören sich Filmeffekte dadurch sehr imposant an - und wer ohnehin das Glück hat, über zwei PS1 zu verfügen, kann sich auch beim soeben erwähnten Kampf "Jet gegen Truck" entspannt zurücklegen und sein Trommelfell von tiefen, sauberen Bässen verwöhnen lassen.

Homogenität: 

Erwartungsgemäß schlägt in dieser Disziplin die große Stunde unseres schweizer Surroundsystems. Es zeigt sich wieder einmal mehr, dass sich komplexe Surroundsequenzen nur dann richtig entfalten können, wenn eine exakt identische Bestückung auf allen Kanälen vorhanden ist. Sicherlich birgt der Lautsprechermarkt auch zahlreiche Lösungen mit Mischbestückungen aus Center-, Stand- und Rearspeakern, welche überraschend gut miteinander harmonieren, doch der Unterschied zu der kompromisslosen Zusammenstellung unseres Test-Setups ist nach wie vor vorhanden und wirkt sich beim Hörtest dementsprechend groß aus. Übergänge zwischen den Kanälen sind bei richtiger Aufstellung nicht mehr auszumachen, so dass man sich wirklich vom Klang komplett eingehüllt fühlt. So meistert das Test-Setup auch die schwierigen Dialoge im Disney Animationsfilm "Cars", wo sich die vierrädrigen Darsteller sehr häufig quer über das gesamte Frontpanorama unterhalten, mit uneingeschränkter Homogenität. In Bezug auf die Klangdetaillierung und Ausgewogenheit kann man das hier vorliegende Piega-Ensemble als absolute Referenz bzw. Bestmarke unserer Test-Historie klassifizieren !! 

Pegelfestigkeit:

Eigentlich verrät bereits die Subwoofer-Wertung, wie die Pegelfestigkeit des Piega-Ensembles zu bewerten ist, schließlich geben sämtliche Satelliten die hubintensive Bassdarstellung an die beiden Tiefton-Spezialisten weiter. Im Mittel-/Hochtonbereich geben sich die TC40CX absolut pflegeleicht: durch den günstigen Wirkungsgrad spielen sie auch ohne extrem potente Endstufen dynamisch auf und fordern selbst mit hohen Lautstärken keinen übermäßigen Tribut an die Elektronik. Ganz im Gegenteil: selten hatten wir ein High-End Surroundset im Teststudio, welches so problemlos zu betreiben war. Die TC40CX malträtiert die Ohren seiner Besitzer nicht mit Verzerrungen oder Unsauberkeiten, sondern bleibt stets absolut souverän und behält ihre hohe Klangtransparenz sowie Luftigkeit. Erst bei extremen Lautstärken verlieren die TC40CX ihre Dynamik und klingen zunehmend körper- und kraftlos. Dieser Punkt liegt jedoch auf einem derart hohem Level, dass kaum ein "normaler" Anwender hiermit ernsthafte Probleme bekommen sollte. Wichtig ist eine Trennung bei ca. 80Hz, um den TC40CX die Bassarbeit abzunehmen, damit sie ihre Pegelfestigkeit im restlichen Frequnzbereich ausspielt. Dies macht alleine schon deswegen Sinn, weil Frequenzen unterhalb 80Hz ohnehin nur eingeschränkt wiedergegeben werden und die Anbindung eines Subwoofer deswegen sowieso Pflicht ist. Die beiden PS1 passen hinsichtlich der Pegelfestigkeit hervorragend zu den Satelliten und operieren auf demselben soliden Niveau. Auch diese Modelle gehören nicht zu der Sorte von Heimkinokomponenten, welche sich dadurch definieren T-Rex (Jurassic Park), King Kong und Co. , mit neuen Lautstärkerekorden durch die Vorstadtsiedlung stampfen zu lassen, sondern begnügen sich mit einer absolut alltagstauglichen Belastbarkeitsgrenze und fokussieren dafür lieber die klanglichen/audiophilen Aspekte. Mit 8 von 10 Punkten holt die Piega Zusammenstellung ein respektables Ergebnis. Es verdeutlicht, dass normale und gehobene Ansprüche ohne Einbußen befriedigt werden können, doch für Anwender mit extremen Lautstärke-Vorlieben (bzw. sehr großen Räumen) gibt es diesbezüglich sinnvollere Alternativen, wie zB. das Teufel Theater 9. Schwierig wird es nur dann, wenn man ein System mit der Pegelfestigkeit eines THX-Ultras Sytemes und einer vergleichbaren Klangqualität zu den Piega-Lautsprechern sucht. In diesem Fall bieten sich zwar mit der Monitor Audio Platinum-Serie oder einem Isophon EuropaII Surround-Set potente Alternativen an, doch an die formelle Unaufdringlichkeit und Eleganz der Piega-Zusammenstellung kommen auch diese Traumkomponenten nicht heran. 

Fazit:

Wenn Sich Ihr Verstärker seine Lautsprecher selbst raussuchen dürfte, wären die Piega TC40CX sicherlich ganz oben auf der Liste. Mal abgesehen davon, dass jene Schallwandler recht genügsam sind und keine übermäßigen Anforderungen an die Elektronik stellen, so verkörpern sie eine akustisch reizvolle Charakteristik. Mit bedingsloser Akribie lösen die TC40CX im Mittel-/Hochtonbereich auf, vernachlässigen dabei aber glücklicherweise keine anderen Klangaspekte. Dynamik, Raumabbildung und tonale Ausgeglichenheit befinden sich allesamt auf höchstem Niveau. Abgesehen von vereinzelten kleinen Verarbeitungsdetails gilt dies auch für die Fertigungsqualität. Für den abgerufenen Kaufpreis findet man zweifellos auch andere hochkarätige Alternativen, doch wenn man hoch- und vollwertigen Klang in Einklang mit optischer Dezenz anstrebt, stellen die formschönen sowie schlanken Aluminiumsäulen eine einzigartige Okkasion dar, Form und Funktion unter einen Hut zu bringen. Diesem Credo haben sich auch die Subwoofer verschrieben: trotz kompakter Abmessungen schaffen es die beiden PS1 dank ausgeklügelter Technik, Adrenalinschübe bei der Zuhörerschaft zu wecken und eignen sich gleichermaßen für effektreiche Hollywood-Blockbuster und der Umsetzung von musikalischem Material. Insgesamt präsentiert sich das hier vorliegende Piega 5.2 Surroundset höchst harmonisch und bietet Film- und Musikfans gleichmaßen, ein Mehrkanal-Erlebnis der Extraklasse.

High Definition für die Ohren: das Piega TC40CX 5.2 Systen gehört zur absoluten Elite

Piega 5x LCR-Speaker TC40CX + 2x Subwoofer PS1  
5.2 Surroundsystem High-End Klasse
Test: 25.Februar 2008
Preis: 18.950 Euro

Preis-/Leistung:

Pro:
+ feinzeichnender, hochauflösender Klang
+ absolut homogene Surroundkulisse
+ nicht nur für Filmeffekte erste Wahl, sondern auch mit musikalischen Anwendungen
+ zeitlos elegante Optik
+ formschöne Subwoofer mit überzeugender Akustik
+ technisch aufwändiger Aufbau

Kontra:
- Stereoanwendungen sind nur mit Subwoofer sinnvoll
- Mittel-/Hochtoneinheit nicht sauber eingearbeitet
- wenig Einstelloptionen bei den Subwoofern
- hoher Preis

Text: Lars Mette

Raumakustische Optimierung unserer Studios mit Wallpanels und Absorbern von: