Test: Mission 79er Serie 5.1 Surroundsystem


Dieser Artikel wurde auf Amisos-PCs verfasst.

(21.April 2009 - Autor: Lars Mette )

Seine Lieblingsfilme mit bestechendem Surroundklang zu genießen, dürfte ein Bedürfnis sein, welches sich bei jedem AREADVD-Leser finden lässt. Doch nicht jeder ist gewillt, seine komplette Wohnzimmereinrichtung (sowie Kontostand), der akustischen Glückseligkeit bedingungslos zu unterwerfen. Ähnlich wie in der Automobilbranche stehen die Zeichen der Zeit auf Ökonomie: Lautsprecher sollen ihre Primärfunktion gut erfüllen, ohne einen allzu großen finanziellen Tribut einzufordern. Größtmögliche Attraktivität erlangt ein Produkt, wenn es sich zusätzlich noch mit einem hübschem Design, sowie kompakten Abmessungen schmücken darf. 

Dieses Credo könnte durchaus auf die 79er Lautsprecherserie des britischen Traditionsanbieters Mission zutreffen, mit der wir uns im folgenden Test befassen möchten. Die komplett neuentwickelten Modelle vereinen topaktuelle Technik und vernachlässigen auch die optischen Reize nicht: Mission spendierte sämtlichen Modellen aufwändig gestaltete Gehäuse mitsamt Hochglanzoberflächen in drei verschiedenen Trendfarben. Erfreulicherweise behielten die Briten jedoch beim Preis ihre Bodenständigkeit und platzierten die Modelle zwischen 250 und 1.199 Euro. Unser oben abgebildetes 5.1 Surroundsystem besitzt einen Wert von exakt 2.697 Euro. Die Außenpositionen besetzt der 2-Wege Kompaktlautsprecher 790 (Paarpreis 499 Euro), als Center fungiert der D'Appolito Lautsprecher 79c (Stückpreis 499 Euro). Beide Modelle verfügen über hochwertige Viotex Textilhochtöner, spezielle Tiefmitteltöner mit hochfestem "Parawave" Membranmaterial, sowie einen mehrschichtigen Gehäuseaufbau auf Granulatbasis. Auch im Frequenzkeller finden sich technisch delikate Lösungen: der 300 Watt Downfire-Subwoofer 79as zeichnet sich nicht nur durch ein geschlossenes Gehäuse mitsamt Parawave-Tieftöner aus, sondern bietet darüberhinaus sogar eine digitale Filtersteuerung per Fernbedienung inkl. komfortablen Speicherfunktionen. Das Mission-Set besitzt daher hervorragende Chancen, sich in der stark umkämpften Mittelklasse zu behaupten. Ob dem wirklich so ist, möchten wir im Rahmen des nachfolgenden Tests klären und die britischen Lautsprecher dabei auch mit den aktuellen Platzhirschen vergleichen.

Verarbeitung:

Vom Grunddesign bieten die Mission-Lautsprecher ein faszinierendes Maß an Kontrasten: während die Formen aufgrund der prägnanten Schallwand beim ersten Blick einen recht kantigen Eindruck hinterlassen, so stellt sich bei näherer Betrachtung heraus, dass fast sämtliche Oberflächen eine leicht geschwungene Linienführung beschreiben. Gleichzeitig erweisen sich die Abmessungen als verhältnismäßig kompakt, was für eine reizvolle Symbiose aus dezenter Wohnraumintegration und noblem Flair sorgt. 

Im Gegensatz zu vielen anderen Lautsprechern besteht die Frontschallwand bei Mission's 79er Serie nicht aus einer schlichten Holz- oder Alumiuniumplatte. Stattdessen setzen die Briten auf speziell angefertigte Kunststoffelemente mit aufwändigen Konturierungen. Die ungewöhnliche Form hat jedoch nicht die die Aufgabe, für optische Auflockerung zu sorgen, sondern stellt ein wichtiges Hilfsmittel zur Optimierung der Schallabstrahlung dar (Stichwort: Bafflestep).

Unter Zugrundlegung der beheimateten Preisregion ist die Verarbeitung als angemessen zu beurteilen. Wer genau hinschaut, wird beim Übergang zwischen Frontschallwand und Gehäusekorpus an manchen Stellen minimale Klebereste finden, doch insgesamt kann die Verarbeitungsqualität überzeugen. Materialauswahl, Kantenverarbeitung und Chassiseinpassung geben keinerlei Anlass zur berechtigten Kritik. 

Ähnliches gilt auch für die Oberflächenverarbeitung: die optische Tiefe der Hochglanzlackierung kommt nicht ganz an extrem hochwertig veredelte High-End Lautsprecher heran, braucht sich dafür aber auch nicht zu schämen.Im Gegensatz zu manch anderen Produkten der Preisklasse, bleibt Mission-Besitzern eine "Orangenhaut" Lackierung erspart. Das Finish ist derart sauber und gleichmäßig, dass nur Experten die Unterschiede zu "richtigem" Klavierlack (zB. original Steinwaypolitur in bis zu 11 Schichten bei einer Isophon Arabba) erkennen können. 

 

Wie Ihnen sicherlich schon aufgefallen ist, haben wir zwei verschiedene Colorierungen innerhalb unseres Sets. Mission bietet neben der klassisch-eleganten Ausführung in zeitlosem hochglanz schwarz auch die aktuelle Trendfarbe weiß an (ebenfalls hochglänzend). Für Freunde einer furnierten Gestaltung hält der Hersteller darüberhinaus noch eine dritte Variante bereit, wo sich die Boxen über eine kleidsame Optik aus hochglanzlackiertem Rosenholzfurnier (Echtholz) freuen dürfen. 

Unabhängig von der Lautsprechercolorierung ist die Frontschallwand stets im gleichen anthrazit-Ton gehalten. Unserer Meinung nach, passt dies sehr gut, doch für Anwender mit bestimmten optischen Vorstellungen wäre eine Anpassungsmöglichkeit sicherlich sehr willkommen. Für die mitgelieferten Schutzgitter gilt das Gleiche: auch hier bekommt man lediglich  anthrazitfarbene Elemente. Hinsichtlich Passgenauigkeit gefällt der Stoffrahmen genauso, wie durch seine interessante Linenführung. Die Schutzfunktion fällt aber leider nicht extrem groß aus, weil interne Verstrebungen weitesgehend fehlen und sich der Stoff somit leicht durchdrücken lässt.

technischer Aufbau:

Beginnen wir die Betrachtung der Technik bei den Gehäusen. Eigentlich haben diese Elemente nur die Funktion, allen Baugruppen ein Zuhause zu geben, ohne dabei selbst akustisch einzugreifen. Was sich trivial anhört, entpuppt sich in der Praxis als große Herausforderung, da es verschiedene Faktoren zu berücksichtigen gilt. Das Gehäuse darf in keinem Frequenzbereich mitschwingen (ansonsten entstehen Klangverfälschungen) und muss zu diesem Zweck über eine hohe strukturelle Integrität verfügen. In höheren Preisklassen unternehmen fast alle Hersteller diesbezüglich sehr große Anstrengungen: durch edle Werkstoffe, komplexe Innenversteifungen oder komplexe Mehrschichtverfahren, verschlingt die Gehäuseproduktion nicht selten ein Drittel der gesamten Fertigungskosten! 

Auch Mission hat sich dieser Thematik intensiv angenommen. Herausgekommen ist ein dreischichtiger Aufbau, der sich aus resonanzhämmenden Materialien unterschiedlicher Dicke zusammensetzt und mit verstärktem Harz miteinander fest miteinander verbunden sind. Die Schichten sind auf eine größtmögliche Absorbtion von Resonanzen abgestimmt. Mission verspricht deswegen eine optimale Bedämpfung von sämtlichen horizontal-/vertikalen Vibrationen bzw. Erschütterungen, sowie eine hohe Verwindungssteifigkeit. In Kombination mit der assymetrischen Bauform soll das Gehäuse darüberhinaus auh bei der Verhinderung von stehenden Wellen innerhalb des Lautsprecher behilflich sein.


Die Tiefmitteltöner verfügen über eine soganannte "Parawave" Verbundstoffmembran mit kegelförmigen Phase-Plug, mit dem die Richtcharakteristik/Bündelung im Mitteltonbereich optimiert wird. Große Beachtung schenkten die Entwickler dem Abstrahlverhalten, was sich nicht an den Membranen niederschlägt, sondern insbesondere auch in der Gehäusegestaltung Spuren hinterlassen hat. Laut Datenblatt soll der Mitteltöner nicht nur auf der Hörachse, sondern auch noch innerhalb eines 70 Grad-Radius eine verbesserte Linearität aufweisen. Weitere Vorteile der dreidimensional geflochtenen Parawave-Membran bestehen laut Mission in einem hervorragenden Verhältnis aus Gewicht und Steifigkeit, was der Signatreue zugute kommt. Druckgegossene Chassiskörbe mit strömungsoptimiertem Design und starke Neodymium Magneten sorgen für gute Arbeitsbedingungen der Tiefmitteltöner.



Große Aufmerksamkeit schenkte man auch den verwendeten Hochtönern (oben am Beispiel einer weißen 790er). Das hierbei verwendete Viotex-Material besteht aus einem sehr feinen Stoff mit äußerst geringen Eigengewicht. Mit Hilfe eines speziellen Webverfahrens sowie Imprägnierung, erhält die Viotex-Membran eine außerordentlich hohe Belastbarkeit und zeichnet sich durch Schnelligkeit und Präzision aus. Mission verspricht seinen Kunden in diesem Zusammenhang eine hochauflösende und zugleich angenehm-natürlich Musikwiedergabe ohne Aggresivität oder übertriebene Prägnanz. Die entstehende Hitze wird über einen groß dimensionierten Aluminiumrippenkühler abgegeben, um durch eine performante Kühlung möglichst viel Klangdynamik bieten zu können. Die komplette Hochtoneinheit sitzt in einem kleinen geschlossenen Gehäuse und ist mittels dämpfender Materialen fast vollständig vom restlichen Lausprechern entkoppelt. Als Vorteil ergibt sich hieraus der Umstand, dass Vibrationen und Luftdruck von der Hauptkammer nicht auf den sensiblen Hochtonbereich einwirken und man eine "schlackenfreie" Wiedergabe der hohen Frequenzen genießen kann.

Ein weiterer klangentscheidender Aspekt findet sich in den Frequenzweichen. Mission produziert die Platinen und Frequenzweichenbauteile in Eigenregie, was ihnen die Möglichkeit gibt, sämtliche Komponenten maßgeschneidert auf die jeweiligen Lautsprecher zu fertigen. Durch die Verwendung individueller Frequenzweichenbauteile kann man eine exakte Chassis-Ansteuerung gewährleisten, ohne hierfür eine ausufernde Frequenzweiche einsetzen zu müssen, wie dies bei manch anderem Hersteller der Fall ist. Die 79er Serie gehört weder zu den extrem wirkungsgradschwachen oder -starken Lautsprecher, sondern pendelt sich diesbezüglich im Mittelfeld ein. Laut Mission achtete man bei der Entwicklung sehr darauf, die induktiven Einwirkungen bestmöglich zu minimieren, damit die Musikalität und Natürlichkeit gewahrt bleibt. Um die Signalwege möglichst kurz bzw. effektiv zu halten, befindet sich die Frequenzweiche direkt an den Lautsprecherterminals. Die Anbindung der einzelnen Chassis erfolgt über besonders hochwertige (hauseigene) Lautsprecherkabel ("special high-purity oxygen free cable")

Der 28mm Viotex-Textilhochtöner sitzt bei der Mission 790 unterhalb des Mitteltöners. Beide Einheiten sind dicht zusammengerückt, damit ein möglichst kleines akustisches Zentrum entsteht. Diese Technik nennt Mission "IDG" (Inverted Driver Geometry). Der Grundaufbau orientiert sich am typischen Schema für Kompaktlautsprecher und bedient sich einer 2-Wege Konstruktion mit Bassreflexunterstützung, was sich in Bezug auf Tiefgang und Belastbarkeit positiv auswirken sollte. Die antrazitfarbene Frontschallwand wurde hinsichtlich ihrer Form aufwändig entwickelt, um eine optimale Abstrahlcharakteristik zu gewährleisten. Der Bereich rund um den Hochtöner ist deswegen etwas schlanker gehalten - mit diesem Kniff will Mission für lineare Frequenzgänge auch außerhalb der Hörachse sorgen. 

Als optionales Zubehör bietet der Hersteller noch Wandhalterungen an, mit denen man die Mission 790 platzsparend und unkompliziert aufhängen kann. Im 2er Pack für 45 Euro finden sich zudem noch 2 Schaumstoffpropfen für das Bassreflexrohr. Lediglich Dübel und passende Schrauben für das Mauerwerk sind noch zu besorgen, bevor man den Lautsprecher auf der dreh- und neigbaren Halterung dauerhaft montieren kann. Die Mission 790 ist das einzige Modell der 79er Serie, welche über zwei rückwärtige M6 Schraubgewinde (siehe vorletztes Bild) für eine Wandhalterung verfügt. Für die geringfügig größere Kompaktbox 792 wird hingegen ausschließlich ein Stativ angeboten.

Die technischen Daten in der Zusammenfassung

Modell/Stückpreis Mission 790 /  300 Euro
Konstruktionsprinzip 2-Wege Bassreflex
Frequenzumfang 65 - 20.000 Hertz (+-3db)
Belastbarkeit 150Watt Sinus
Wirkungsgrad 87db (2,83V bei  1 Meter)
Abmessungen 30,0 x 17,0 x 27,0 (H,B,T)
Gewicht keine Angabe

Sämtliche Informationen basieren auf Herstellerdaten.


Der Centerspeaker 79c basiert auf einem klassischem 2 Wege-System mit D'Appolito Aufbau. Obwohl auch dieses Modell über die weit abstrahlenden Parawave/Viotex Membranen verfügt, kann der 79c natürlich trotzdem nicht die physikalischen Nachteile einer solchen Anordnung kompensieren. Die Frequenzgangslinearität außerhalb der normalen Hörachse wird durch die starke Klangbündelung beeinträchtigt. Personen, die im Heimkino deutlich zu weit rechts oder links sitzen, erhalten einen verfärbten Klang. Besser wäre es in einem solchen Fall, wenn Hoch- und Mitteltöner übereinander postiert sind. Ja nach Einsatzzweck würde es daher durchaus Sinn machen, anstelle des Centerspeakers einfach noch eine 790er zu wählen, doch leider liefert Mission dieses Modell nur paarweise. Wer sich aber innerhalb des idealen Abstrahlbereiches findet, könnte mit dem 79c durchaus glücklich werden, denn all die hochwertigen Techniken, die schon der 790er zu einem technisch hohen Level verholfen haben, finden sich auch hier. In einem wichtigen Punkt unterschieden sich die Modelle aber noch voneinander: während die 790er als Basreflexkonstruktion ausgelegt ist, basiert der Centerspeaker auf einem geschlossenem Aufbau. Dies spricht zwar rein theoretisch nicht für eine bestmögliche Homogenität zwischen den Lautsprechern (unterschiede Basscharakteristika), macht aber wegen den größeren Gehäusevolumens durchaus Sinn, zumal sich hierdurch auch die Sauberkeit im sprachsensitiven Grundtonbereich verbessert. 

Die technischen Daten in der Zusammenfassung

Modell/Stückpreis Mission 79c /  300 Euro
Konstruktionsprinzip 2-Wege geschlossen, D'Appolito 
Frequenzumfang 70 - 20.000 Hertz (+-3db)
Belastbarkeit 200Watt Sinus
Wirkungsgrad 90db (2,83V bei  1 Meter)
Abmessungen 17,2 x 39,5 x 29,0 (H,B,T)
Gewicht keine Angabe

Sämtliche Informationen basieren auf Herstellerdaten.



Ein Blick auf die Unterseite des 79as - und der Kenner weiß sofort, dass es sich um Subwoofer mit Downfire-Prinzip handelt. Das eingesetzte Chassis weist einen Membrandurchmesser von 25 cm auf und ist als Langhubchassis ausgelegt. Damit tiefe Frequenzen kraftvoll wiedergegeben werden, besitzt dieser Treiber zudem noch ein spezielles, hochfestes Membranmaterial, ähnlich der Parawave-Technologie bei den Tiefmitteltönern von den Modellen 790 sowie 79c. Die Kontaktaufnahme zum Boden erfolgt über 4 massive, verchromte Spikes. Somit dürfen sich Anwender mit Teppichbodem im Hörraum über eine gute Ankopplung freuen, doch wer einen schwimmend verlegten Untergrund (zB. Laminat) besitzt, vermisst Unterlegscheiben oder Absorberfüsse.


Als Kraftquelle dient dem Mission Subwoofer eine 300 Watt Endstufe. Im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern ist dieses Bauteil nicht als Class-D (digitale Verstärkung) ausgeführt, sondern arbeitet im Class A/B Verfahren. Hierbei erfolgt eine Anhebung des Ruhestroms, damit sich die beiden Leistungstransistoren stets am idealen elektrischen Arbeitspunkt befinden und keine Schwellspannungen entstehen, die für Verzerrungen oder Verfälschungen sorgen (Class-A). Bei hoher Beanspruchung wechselt der Verstärker automatisch in das Class-B Verfahren, indem die Vorspannung reduziert wird. Auf diese Weise stellt der integrierte Verstärker eine gleichermaßen hohe Signaltreue und Leistung sicher. 

Durch der Verlagerung der Einstellungsoptionen präsentiert sich die Rückseite dementsprechend schlank: abgesehen von einem Kippschalter (nicht abgebildet) finden sich hier lediglich die Signalschnittstellen sowie die Kaltgerätebuchse. Der 79as kann wahlweise über Cinchbuchsen oder Lautsprecherkabel gefüttert werden. Die jeweiligen Signale stehen über entsprechende Ausgänge für eine weitere Nutzung zur Verfügung. Bei einem Subwoofer mit digitalem Management würden wir uns eine Bestückung mit Digitaleingängen wünschen, aber dies ist grundsätzlich leider nur in deutlich hochpreisigeren Modellen zu finden, genau wie die leider ebenfalls fehlenden symmetrischen-XLR Anschlüsse.


Mission verfolgt bei den Subwoofereinstellungsmöglichkeiten die Philosophie, Musiksignale in ihrer inneren Struktur nicht verfälschen zu wollen. Laut Aussage des Lautsprecherherstellers eignen sich hochwertige Surroundvorstufen wesentlich besser dazu, langwellige Bassfrequenzen zeitrichtig zu berechnen. Anstelle von Equalizern oder DSP-Modi, konzentrierten sich die Mission-Entwickler auf die Basics: die digitale Steuerung übernimmt beim 79as die Lautstärke- und Phaseneinstellung. Über 5 selektierbare Frequenzen erlaubt der Subwoofer außerdem noch eine Tiefpasseinstellung zur Anpassung an das System. Der Subwoofer informiert über ein zweizeiliges grünes Display, welches zwar keine Dimmfunktionen bietet, aber nach ein paar Sekunden sowieso komplett ausblendet. Der Betriebszustand wird über eine rote LED signalisiert, die im eingeschalteten Zustand permanent leuchtet.



Die Steuerung erfolgt ausschließlich über die beigelegte Fernbedienung, direkt am Gerät stehen keine Bedienelemente zur Verfügung. Für Komfort sorgen 4 Speicherbänke, mit denen alle drei Werte (Lautstärke, Phase, Filter) jeweils zusammenabgespeichert werden. Auf diese Weise kann man seinen Subwoofer für Heimkino- und Musikbetrieb feinabstimmen und per Knopfdruck aufrufen. Speziell die fernbedienbare Phaseneinstellung erweist sich als praktisch, da man direkt am Hörplatz die jeweiligen klanglichen Auswirkungen miteinander vergleichen kann. Leider stehen diesbezüglich aber nur die Optionen "0" sowie "180" Grad zur Verfügung, eine feinfühligere Regelung wäre hier wünschenswert.

Die technischen Daten in der Zusammenfassung:
Modell/Stückpreis Mission 79as /  1.500 Euro
Konstruktionsprinzip geschlossener Aktiv-Subwoofer
Downfireprinzip
Frequenzumfang 25 - 110 Hertz (+-3db)
Leistung 300 Watt Class A/B Endstufe
Besonderheiten aktive Filter, Fernbedienung
Abmessungen 46,0 x 31,0 x 50,0 (H,B,T)
Gewicht keine Angabe

Sämtliche Informationen basieren auf Herstellerdaten.

Testumgebung / Kombinationsempfehlung:

Im Prinzip stellen die Mission Lautsprecher keine besonderen Anforderungen an die Elektronik und lassen sich sehr gut mit fast jedem Gerät kombinieren. Obwohl der Yamaha RX-V 1900 ansonsten hauptsächlich mit analytisch-schlank abgestimmten Schallwandlern harmoniert, stellte er sich auch mit dem kultiviert-seidig aufspielenden Mission Surroundsystem als erstklassiger Partner heraus. Die enorme Konturierungsgenauigkeit und Impulsivität zeichnen den Yamaha in besonderer Weise aus. 

Erfreulicherweise hält sich der Leistungsbedarf in Grenzen, so dass man nicht unbedingt auf extrem kraftvolle Endstufen achten muss um ein dynamisches und pegelintensives Filmerlebnis zu bekommen. In unseren Testreihen konnte sich speziell der 600 Euro kostende Denon AVR-1909 mit seiner klaren Spielweise von seinen direkten Kontrahenten absetzen. Das ideale Preis-/Klangverhältnis stellen (an den Mission Lautsprechern) aber dennoch hochwertigere Geräte aus der 1.000 Euro-Klasse dar, insbesondere wenn man die guten Stereo-Qualitäten besser ausschöpfen will. In diesem Fall würden wir den oben abgebildeten Marantz SR-6003 empfehlen. 

Natürlich wehren sich die britischen Klangspender nicht gegen extrem hochwertige und klangstarke Quellgeräte, wie der edlen Laufwerks-/Wandlerkombination von Accustic Arts. Doch da ein knapp 14.000 Euro Zuspieler in diesem Fall wohl kaum eine adäquate Kombination darstellt, haben wir uns auch nach sinnvolleren Komponenten umgeschaut. Im zweikanaligen Bereich würden wir zum feinsinnigen Astin Trew AT3500  (1.800 €) raten; für einprägsame Mehrkanalerlebnisse empfiehlt sich der Griff zum Denon DVD-3800BD (2.000 €), der sich von seinen Mitbewerbern mit der ausgewogensten Akustik schmücken kann. 

Unsere hauptsächlich eingesetzte Hardware in der Übersicht:

AV-Receiver Marantz SR-6003
Yamaha RX-V 1900
Audionet MapV2+EPS+AmpVII
Quellgeräte Denon DVD-3800BD mit Cinemike Tuning
Accustic Arts DriveII + Tube Dac II SE
Bildwiedergabe Sim2 C3X1080 Projektor
Höreindrücke:

Mission 790:

Im Hörtest erwiesen sich die Mission Kompaktlautsprecher als spaßfördernde Zeitgenossen, die vor Allem mit ihrer universellen Abstimmung und Ausgewogenheit punkten können. Es gibt praktisch keinen Anwendungsfall, denen sie nicht gerecht werden: audiophil abgemischter Mehrkanalmusik widmen sich die britischen Kleinode mit derselben Hingabe wie brachialen Hollywoodstreifen. Einer der Gründe für die große Alltagstauglichkeit liegt in der tonalen Balance begründet. Die 790er orientiert sich an einer natürlichen Klangwiedergabe. Bass- und Mittendarstellung sind frei von übertriebenen Betonungen, im Hochtonbereich agieren die Schallwandler mit einem angenehmen Maß an Seidigkeit. Die Mission 790 gehört nicht zu den Lautsprechern, die mit einer herausstechenden Brillianz bzw. Strahlkraft auf Käufersuche gehen, sondern pflegt einen kultivierten, langzeittauglichen Auftritt ohne übermäßig heraussprudelnden Offensivgeist. Unter dem samtig verkleidetem Hochtonbereich stösst der audiophile Kenner auf ein überdurchschnittlich gutes Detaillierungsvermögen mit hervorragender Feinauflösung. Besonders hervorzuheben sind besonders die Differenzierungskünste, mit denen die britischen Schallwandler im Grenzbereich zwischen Mittel- und Hochtonbereich für Ordnung sorgen. Die Klangtransparenz und Durchsichtigkeit erreicht deswegen ein bemerkenswertes Niveau und schält auch in sekundären Klangebenen viele Klangdetails heraus. Obwohl die Grundcharakteristik stets recht natürlich bleibt, kleidet die 790er den unteren Grundtonbereich mit besonderem Engagement aus. Stimmgewaltige Tenöre bringen die Schokoladenseite der Mission790 am besten zur Geltung, denn hier vereint der kleinvolumige Lautsprecher eine bestaunenswerte Kombination aus Grundtonfundament und klar umrissener Akzentuierung. Bei der Bassdarstellung trifft Mission ebenfalls die goldene Mitte und stattet die 790er mit einem formidablen Tiefgang sowie kommoder Präzision aus. Ob eine Subwooferintegration für zweikanalige Hörfreuden eine empfehlenswerte Option darstellt, lässt sich pauschal schwierig beantworten und hängt von Hörvorlieben, Musikmaterial und Raumgröße ab. Die Mission 790 ist grundsätzlich auch ohne seperate Tieftonversorgung als vollwertiger Lautsprecher gut zu gebrauchen, doch unterhalb von 70 Hertz tut sich nicht mehr viel. Tiefbasslastige Musik würde also durchaus von einem Subwoofer profitieren, ist aber auch ohne recht gut hörbar. Hinsichtlich Raumabbildung verdient sich der kleinste Spross aus Missions 79er Familie ebenfalls gute Zensuren. Während hohe Frequenzen den Hörraum durchaus noch etwas luftiger durchfluten dürften, wird speziell das Klanggeschehen im mittleren Frequenzbereich gut von den Lautsprechern gelöst. Die Tiefenstaffelung ist den Mission-Entwicklern sehr gut gelungen und erlaubt selbst bei komplexen Orchestern eine klare Zuordnung der Protagonisten. Lediglich das letzte Maß an Ortungsgenauigkeit lässt die 790er in Teilbereichen vermissen, um auf die absolute Klassenspitze aufzuschließen. Dies gleicht die 790er jedoch durch ihr Temperament wieder aus, die sich einer überdurchschnittlichen Grobdynamik befähigt. Hier lassen sich die vier Testprobanden ihre Größe nicht anhören und erinnern akustisch an mittelgroße Standboxen. Erfreulicherweise entpuppen sich die Kandidaten dabei nicht als stupide Muskelprotze und erweisen sich auch in Bezug auf feindynamische Akzentuierungen als Könner ihres Fachs. 

Mission 79c:

Die Mission79c besitzt eine typische Centerspeaker-Charakteristik, bei der die mittleren Frequenzen eine leichte Betonung erhalten und somit für eine kräftig, markante Stimmdarstellung sorgen. Im Vergleich zur 790er präsentiert sich die Bassdarstellung etwas trockener und exakter, verzeichnet aber unterhalb 120Hertz einen schneller abfallenden Frequenzgang. Die Sprachverständlichkeit profitiert hiervon und zeichnet vokale Feinheiten im Grundtonbereich mit großer Sauberkeit heraus. Hervorragend managed er das laute Zwiegespräch im Schlusskapitel vom Samuel L. Jackson-Thriller "Cleaner", indem er die vokalen Eigenschaften der beiden Hauptprotagonisten facettenreich und stimmig aufarbeitet. Da sich die Leinwandhelden nicht mit Samthandschuhen anfassen, sondern mitunter lautstark anschreien, kann der Mission Centerspeaker zugleich auch beweisen, dass er nicht nur für filigrane Detailarbeit geeignet ist, sondern auch die Disziplinen Impulstreue und Nachdruck vorbildlich beherrscht. Umgebungsgeräusche arbeitet der 79c dabei ebenfalls sensibel heraus, wenngleich eine leichte Tendenz zu beobachten ist, dass filigrane Klangdetails manchmal ein wenig hinter der Sprachwiedergabe eingegliedert werden. Im Hochtonbereich staffiert der 79c das Klanggeschehen mit etwas größerer Prägnanz aus, als es bei der 790er der Fall ist. Sehr schön kann man diesen Effekt bei "Walk the Line" hören, wo die Gittarenanteile auf dem Centerkanal sehr klar in den Hörraum abgegeben werden. Dennoch bleibt auch der 79c der vorgegebenen akustischen Linie im großen und ganzen treu und sucht sein Heil bevorzugt in einer seidigen Spielweise, statt mit einem progressiv-fordernden Charisma auf eine analytisch geprägte Detailsezierung im Hochtonbereich fokussiert zu sein. Wie bei fast allen Centerspeakern im vorliegenden Preisbereich müssen wir leider auch den Mission 79c für sein Abstrahlverhalten tadeln: solange man sich innerhalb eines 5 Grad Radius von der Frontachse befindet, gelangt man in den Genuss einer guten Raumabbildung sowie des angestrebten Klangbildes. Bei außermittigen Sitzpositionen sind jedoch die üblichen Verfärbungen bei Centerspeakern zu hören, die bei liegenden D'Apolitto-Systemen durch die vertikale Bündelung automatisch entstehen. Wer eine größere Hörzone beschallen möchte, sollte in Erwägung ziehen, eine Mission790 als Centerspeaker zu nutzen, wo dieser Effekt nicht auftritt (bei aufrechter Aufstellung). Leider dürfte dieses Vorhaben durch die Modellpolitik von Mission etwas erschwert werden, weil dieser Lautsprecher laut unseren Informationen im Normalfall nur Paarweise verkauft wird. Heimkino Enthusiasten ohne große Hörzone dürfen beruhigt zum 79c greifen und sich an einem der besseren Centerspeaker erfreuen, die man in jener Preisklasse bekommen kann. 

Subwoofer:

Der 79as gibt sich nicht mit einer Statistenrolle zufrieden, sondern befindet sich im Klangbild an vorderster Stelle. Er liefert profunde Bässe mit stattlichem Volumen, vernachlässigt aber auch die feinsinnigen Tugenden nicht. Die gebotene Sauberkeit erreicht ein überdurchschnittliches Niveau, zumal der 79as komplett ohne störende Nebenaspekte eines Bassreflexsystems aufspielen kann. Durch das geschlossenene System bleiben Ventilations- oder Strömungsgeräusche außen vor, von denen sich selbst ein Vorzeigewoofer wie der Nubert nuLine AW-1000 nicht völlig freisprechen kann. Hinsichtlich der maximalen unteren Eckfrequenz reicht der Mission Tieftonspezialist trotz der fehlenden, hilfreichen Zusatzbeatmung sehr tief hinunter und erreicht fast das Niveau seiner Bassreflex-unterstützten Artgenossen. Das langgezogene LFE-Signal bei Sauron's Ableben im Prolog von "Herr der Ringe - Die Gefährten" versieht der 79as mit derart viel Nachdruck, Energie und Entschlossenheit, dass die Magengrube sanft gekitzelt wird. Der Subwoofer trifft dabei die Mitte zwischen nüchterner Präzision und antreibender Bass-Inszenierung. Erwähnenswert ist sein schneller Antritt, bzw. die hervorragende Dynamik, mit der plötzliche Basseffekte adrenalinförderend aufgebaut werden. Dasselbe Maß an Spritzigkeit kann er beim Abbremsen allerdings nicht immer aufbauen. Speziell langgezogene tiefe Impulse unterhalb 30 Hertz schwingen teilweise noch leicht nach. Die Explosion des Senatorenraumschiffs im zweiten Kapitel von "Star Wars Epidode II" wird auf diese Weise sehr eindrucksvoll eingeleitet und mit hoher Präsenz im Hörraum platziert, wobei die Konturierungsgenauigkeit zum Effektende nachlässt. Diesbezüglich befindet sich der 79as zwar immer noch auf einem guten Niveau, doch manch anderen (meist teueren) Modellen gelingt die Modellierung noch etwas exakter. Bei musikalischen Anwendungen tritt dieser Effekt deutlich weniger in Erscheinung, da hier zumeist der Frequenzbereich überhalb von 60 Hertz benutzt wird, wo der Mission-Subwoofer mehr Kontrolle aufbringt. Einem Doppelchassis Frontfire Subwoofer wie dem Nubert nuLine AW-1500 oder Teufel M12000 macht der 79as diesbezüglich zwar trotzdem noch keine Konkurrenz, erreicht aber ein erstaunliches Niveau für seine Downfire-Konstruktion und lässt seine Artgenossen hinter sich. 

Homogenität:

Aufmerksame Leser werden vielleicht schon bei unseren Klangeindrücken zu den Modellen 790 sowie 79c die Vermutung gehegt haben, dass die Abstimmung zwischen diesen beiden Modellen nicht unbedingt als perfekt einzustufen ist. Aufgrund der leicht unterschiedlichen tonalen Abstimmungen könnten sich anspruchsvolle Ohren durchaus an den minimal unterschiedlichen Klangfarben stören. Speziell bei Konzert-DVDs mit rotierenden Bewegungen, wie zB. der "Jean-Michal Jarré in China" tritt dieser Effekt in Bezug auf Hochtoncharakteristik und Grundtonwiedergabe in Erscheinung. Besonders bei Hochtoneffekten sticht der Center durch seine leicht progressivere Vorgehensweise etwas hervor. Während rotierende Sprachwiedergabe bei Filmen fast nie zum Einsatz kommt, haben wir beim Testen mit dem Ego-Shooter "Call of Duty 4 - Modern Warfare" (XBOX-360) auch eine leicht variierende Klangfülle der multidirektional abgemischten Sprachwiedergabe diagnostizieren können. Hinsichtlich ihrer dynamischen Spielweise passen die Lautsprecher wiederrum sehr gut zueinander und auch die gute Räumlichkeit wertet die Homogenität des Klangbildes spürbar auf. Außerdem muss man fairerweise erwähnen, dass die Zusammenstellung aus kleinen Kompaktboxen und mittelgroßen Centerspeakern auch bei den Mitbewerbern keine absolut perfekten Resultate liefert (siehe hierzu unsere Vergleichstabelle am Ende der Höreindrücke). Unter Einbeziehung sämtlicher Höraspekte liefert das Mission Surroundsystem insgesamt eine stimmige Gesamtperformance, die in ihrer Preisklasse mit zum Besten gehört. Im 2.1 Betrieb funktioniert die Subwooferintegration ebenfalls überzeugend. Wie schon bei der Einzelbewertung des Subwoofers dargelegt, erweist sich speziell die Präzision im musikrelevanten Frequenzbereich als gut. Hinsichtlich der Feindynamik und sensibler Impulsdifferenzierung bieten manch, auf Musik spezialisierte, Mitbewerberprodukte teilweise ein noch etwas höheres Niveau im Zusammenspiel mit kompakten Satelliten. Der Mission 79as kann aber seinen leichten Rückstand wieder ausgleichen, indem er mit niedrigen Verzögerungszeiten für einen erhöhten Spielfluss sorgt. Bassimpulse, die sich über größere Frequenzbereiche erstrecken, erscheinen somit einheitlicher bzw. nahtloser im Klangbild. Anspruchsvolle Musikliebhaber sollten sich ja sowieso grundsätzlich mindestens zwei Subwoofer (symmetrisch auf der Frontachse platziert) im Raum aufstellen, was mit Mission's 79as mit hoher Wahrscheinlichkeit (in Bezug auf Homogenität) sogar fast an das Niveau von Standlautsprechern heranreichen sollte. (leider müssen wir jene Formulierung im Konjunktiv ausdrücken, da wir zum Testen nur einen Subwoofer zur Verfügung hatten)

Pegelfestigkeit:

Die Pegelfestigkeit ist maßgeblich vom gewählten Bass-Management verantwortlich. Den Center kann man beruhigt auf "large" einstellen, doch für hohe Lautstärken sollte man den 790ern Frequenzen unterhalb 80 Hertz ersparen. Da ein Großteil der Tieftonwiedergabe bei aktuellen Produktionen zusätzlich zum Subwoofer auch über den linken und rechten Frontkanal erfolgt, würden die Kompaktlautsprecher das System unnötig ausbremsen. Für sich alleine betrachtet, gereichen die 790er für den normalen Hausgebrauch völlig: man kann mit ihnen zweikanalige Musik auch deutlich überhalb Zimmerlautstärke (über 90db) ohne Abstriche genießen. Ventilationsgeräusche treten dabei nur in einem sehr geringem Umfang auf, was in dieser Klasse keineswegs selbstverständlich ist. Nähert sich der Schallpegel den 100db, sind Einbußen bei Dynamik und Präzision zu beobachten. Dieser Effekt spielt sich jedoch in einem Rahmen ab, der in Anbetracht des geringen Gehäusevolumens sogar als richtig gut einzustufen ist. Noch besser schlagen sich lediglich dedizierte Pegelchampions wie zB. die Monitor Audio GS-10, die aber zumeist über mehr Membranfläche verfügen. Mit einem sinnvollem Bass-Management hat man mit der 790er jedoch einen Lautsprecher, der (fast) keine Grenzen setzt: als vorteilhafthaft erweist sich die angenehm-kultivierte Hoch-/Mitteltonspielweise, als auch der recht genügsame Strombedarf. Hervorragende Zensuren können wir auch dem Subwoofer ins Notenheft schreiben, schließlich setzt er sogar das berüchtigte Pod-Race (Star Wars Episode I) bei hohen Pegeln mit Leichtigkeit um. Unter Berücksichtigung seiner geschlossenen Bauweise behält er sowohl Bassdruck als auch Sauberkeit erstaunlich lange aufrecht. Er macht diesbezüglich einem Nubert nuLine AW-1000 zwar keine Konkurrenz, reicht aber für Hörräume bis 35m² locker aus und setzt dafür bei seiner Wiedergabe andere Klangaspekte. Insgesamt also ein sehr gutes Ergebnis für Mission, die sich im Vergleich zu Modellen wie der e81 enorm gesteigert haben. 

Vergleich mit den Top-Produkten dieser Preisklasse: 

ASW Cantius
4x 204 + CS504 + AS404
ca. 2.850 €


Centerspeaker CS504
Im Münsterland fertigt die ASW die Cantius Serie, die als Novum in dieser Preisklasse mit inviduell furnierten oder lackierten Gehäusen aufwarten kann. Auch die generelle Verarbeitungsqualität zeichnet sich durch ein überdurchschnittliches Niveau aus. Gegenüber dem Mission-Set fällt die unterschiedliche Charakteristik im Hochtonbereich auf, wo die Cantius-Lautsprechet etwas luftig-frischer klingen, während Missionen seinen Reiz durch die leichte Seidigkeit definiert. Hinsichtlich Feinauflösung liegt die 79er Serie leicht vorne, dafür strukturieren das ASW-Set den Übergang zwischen Hoch- und Mitteltöner noch fließender, was zu höherer Sprachverständlichkeit und Klangtransparenz führt. Tiefe Frequenzen spielen die jeweiligen Fullrange-Speaker bei ASW stets etwas trocker und tiefer, wobei die Missions mehr Volumen und Druck aufbauen. Bei den Subwoofern herrscht akustischer Gleichstand, denn der 79as pflügt noch etwas energischer durch Tiefbassgewitter, während sein ASW Kontrahent wegen der minimal besseren Präzision Vorteile bei musikalischen Anwendungen besitzt. Raumabbildung und Dynamik gelingen den Cantius Mitgliedern einen Tick besser, allerdings hegen sie größere Ansprüche an die Elektronik und verlangen nach feinsinnigen Modellen der > 1.000 Euro Klasse. Das Mission-Set gibt sich diesbezüglich etwas pflegeleichter und lässt sich auch bei höheren Pegeln besser von günstigeren Komponenten dirigieren. Fazit: Insgesamt bestechen die ASWs durch ihre hervorragende tonale Balance und der detailorienten, austarierten Spielweise. Dadurch könnten sie aber für manche Ohren fast schon zu unspektakulär wirken - ganz besonders im Vergleich zur charakterstarken Mission-Serie, die mit ihrem angenehmen Verwöhnaroma begeistert.
Bowers&Wilkens Serie 600
4x 685 + HTM61 + ASW610 ca. 2.400 €


Kompaktlautsprecher 685
Hinsichtlich der gesamten Klangausrichtung ähnelt die B&W 600er Serie ihren Mission-Pendants am meisten. Allerdings ist die Milde im Hochtonbereich als auch Mittenbetonung bei Bowers&Wilkens noch etwas ausgeprägter. Mit Ausnahme des Bassbereiches, gefällt uns die gebotene Feindynamik und Auflösung bei den B&W Modellen etwas besser. Insgesamt klingen die Missions aber etwas natürlicher und bieten die größere Räumlichkeit. Klare Vorteile kann sich der B&W HTM61 herausspielen, wenn mehrere Anwender im Hörraum sitzen, denn dank seiner vollwertigen 3-Wege Bestückung liefert er außerhalb der Hörachse einen verfärbungsfreien Klang. Diesen Vorteil erkauft sich der Center jedoch durch eine unsymmetrische Optik (siehe Bild) und den verhältnismäßig großen Abmessungen. Der B&W Subwoofer muss sich dem 79as in den Disziplinen Schalldruck und Tiefgang geschlagen geben, bietet aber ein ebenso hohe Präzision. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass er gerademal die Hälfte kostet, festigt er seinen Ruf als audiophiles Schnäppchen. Fazit: hier gibt es die geringsten Klangunterschiede innerhalb unserer kleinen Vergleichstabelle. Jede Serie hat in bestimmten Punkten minimale Vor- oder Nachteile. Deutlich entscheidender dürften hingegen die optischen Unterschiede sein, wo sich große folierte Boxen (B&W) deutlich kompakteren Konstruktionen (mit Hochglanzlackierung bzw. Echtholzfurnierung) gegenüberstehen.
Nubert nuLine
4x nl32 + CS-72 + AW1500
ca. 2850€


Subwoofer AW-1500
Ein direkt vergleichbares System gibt es vom schwäbischen Direktversender nicht. Die ähnlichste Zusammenstellung kommt mit deutlich großformatigen Schallwandlern und kostet etwas mehr. Dementsprechend fallen zunächst auch die Vorteile aus, wo die Nubert-Boxen mit der höheren Pegelfestigkeit, Impulsfreudigkeit und Grobdynamik agieren. Durch verschiedene Klangschalter besitzen die nuLines auch den Vorteil einer flexibleren Tonalität. Im Hochtonbereich bietet das Mission-Set eine weniger luftige Darstellung, besitzt aber mehr Feinzeichnung und Auflösung. Die Differenzierung im Mittenbereich gefiel uns bei der 790 und dem 79c etwas besser, als bei ihren Nubert-Pendants. Der Bassbereich ist bei den Fullrange-Lautsprechern beider Offerten recht ähnlich und bietet einen ausgewogenen Mix aus Volumen und Präzision, wobei der nuLine Centerspeaker noch weiter hinabreicht als der 79c. Demgegenüber steht der Umstand, dass die Homogenität des Centers zu den Kompaktlautsprechern bei Mission etwas nahtloser erfolgt. Außerdem gelingt dem Mission-Set das Loslösen vom Klang noch etwas besser, was im Surroundbetrieb zu einem leicht überlegenem Raumeindruck führt. Die Ortungsschärfe liegt hingehen auf gleichem Niveau. Wer sich nicht an der Größe des Doppelchassis-Subwoofers stört (siehe Bild), bekommt mit dem AW-1500 einen extrem kraftvollen Tieftonmeister. Angesichts seiner moderaten Abmessungen hält der 79as speziell in Bezug auf die Präzision gut mit, kann aber weder den Pegel noch Druck des AW-1500 mitgehen. Fazit: brachialer und intensiver sind die Nuberts, feingeistigere Naturen könnten die Mission-Lautsprecher bevorzugen.
Monitor Audio SilverRS
4x RS-1 + RS-LCR + RSW-12
ca. 2.400 €


Centerspeaker RS-LCR
Aus dem britischen Raleigh kommt ein starker Mitbewerber. Die Silver-RS Serie von Monitor Audio bietet ebenfalls kompakte Gehäuse mit hochwertiger Technik und bleibt sogar preislich leicht unterhalb der Mission-Zusammenstellung. Allzu viele Kunden sollten sich die Engländer jedoch nicht gegenseitig wegschnappen, denn die klangliche Auslegung zielt jeweils auf andere Hörgeschmäcker ab. Die Silver-RS Serie geht mit bedingungsloser Offenheit auf die Sache nach Klangdetails und trifft exakt den Klanggeschmack von Menschen, die eine analytisch geprägte Wiedergabe schätzen. Dementsprechend gestalten sich auch die Klangattribute im Detail: die Silver-RS Lautsprecher sind tendenziell eher hochtonbetont abgestimmt und weisen einen leicht ausgedünnten Bassbereich mit hervorragender Präzision auf. Im Mittel-/Hochtonbereich bestechen sie durch die höchste Klangpräzision und Feinauflösung ihrer Klasse, wobei die erzeugte Strahlkraft nicht Jedermanns Geschmack trifft. Wer die Silver-RS deswegen als kalt und emotionslos empfindet, findet in der Mission 79er-Serie das passende Gegenstück, wo ein größeres Grundtonfundament, eine substanzreichere Basswiedergabe und ein seidigerer Hochtonbereich mehr Klangwärme versprühen. An diese audiophilen Klangaspekte der RS-Serie kommen die Mission-Lautsprecher zwar nicht gänzlich heran, befinden sich aber nicht weit davon entfernt. Der RSW-12 Subwoofer agiert bei Frequenzen unterhalb 30 Hertz verhaltener als der 79as, setzt Impulse im darüberliegenden Bereich jedoch mit mehr Konturierungsgenauigkeit um. Hinsichtlich der Raumabbildung agieren RS-1 und RS-LCR etwas zielgerichteter und exakter, lösen manche Schallereignisse im Mitteltonbereich aber nicht ganz so gut vom Lautsprecher, wie die Herausforderer aus dem Hause Mission. In Bezug auf die Dynamik sehen wir die Silver-RS leicht vorne (speziell wegen der besseren feindynamischen Differenzierung), allerdings kann das Mission-Set bei höhereb Pegeln etwas mehr Spektakel bieten. Fazit: bei der Wahl zwischen Monitor Audio und Mission kann man keine falsche Wahl treffen, da jeweils unterschiedliche Gewichtungen vorliegen.
Fazit:

Dass das Mission-Set in der hart umkämpften Preisklasse zwischen 2.000 und 3.000 Euro nicht in allen Belangen neue absolute Bestwerte erzielt, stellt in Anbetracht der immensen Leistungsdichte in jenem Marktsegment keinen Beinbruch dar. Die britischen Klangspender okkupieren jedoch einen Logenplatz im vorderen Bereich und empfehlen sich durch ihre uneingeschränkte Alltagstauglichkeit für einen großen Kundenkreis. Mit einem Investment in die 79er Lautsprecherserie erhält man keine Spezialisten, die nur bei bestimmtem Quellmaterial oder Anwendungen gut funktioneren, sondern ein universelles Werkzeug für (fast) jede Hörsituation. Lediglich als detailversessener Klassikfan sollte man sich nach Alternativen umschauen, denn als analytischer Klangsezierer eignen sich die Lautsprecher nur bedingt. Im typischen Surroundbetrieb zeichnen sich die Testprobanden hingegen durch hohe Klangpräzision und angenehmen Spielweise aus. Sie verdauen auch kräftige Pegel, sorgen für eine erstklassige Raumwirkung und besitzen keine übermäßigen Ansprüche an die Elektronik. Für den angemessenen Kaufpreis gibt es obendrein noch eine ansprechende Optik mit tadelloser Verarbeitung. Keine Frage: das Probehören lohnt sich auf jeden Fall !

Das Mission 79er Surroundset zeichnet sich durch eine
angenehme Klangcharakteristik mit universeller Abstimmung
aus und begeistert auch durch die äußere Erscheinung.


Mission 4x 790 + 79c + 79as
5.1 Surroundystem, Mittelklasse
Preis: 2.697 Euro
Test: 21.April 2009

Website des Anbieters. www.iad-audio.de

+ angenehm seidige Akustik im Hochtonbereich mit guter Auflösung
+ 79er Serie bietet große Modellpalette mit Ergänzungsmodellen
+ präzise und substanzreiche Bassdarstellung
+ enorme Räumlichkeit
+ gute Verarbeitungsqualität mit ansprechendem Design
+ solide Pegelfestigkeit
+ unkritisch in Bezug auf Aufstellung und Elektronik

- trotz DSP-Modul recht karge Funktionsausstattung beim Subwoofer
- Homogenität zwischen Center und 790 nicht ideal

Dieser Test wurde unter anderem mit Kabeln durchgeführt von:

Raumakustische Optimierung unserer Studios mit Wallpanels und Absorbern von:

Unser Partner für hochwertige Audiomöbel:

Text: Lars Mette