Test: Marantz SC-11S1 + SM-11S1 Stereo Vor-/Endstufenkombination


Dieser Artikel wurde auf Amisos-PCs verfasst.

(14.April 2008 - Autor: Lars Mette )

New York, im Jahr 1952: Saul Bernard Marantz entdeckt seine Liebe zur Musik und widmet sich der Herstellung von hochwertigen HiFi-Komponenten. Nur wenige Jahre später, bringt er 1959 mit dem Model 7, einen mittlerweile legendären Stereo-Ververstärker auf den Markt und etabliert die (damals) junge Marke an der Spitze der aufstrebenden Heimunterhaltungsbranche. Durch technisch innovative sowie klanglich überzeugende Produkte, festigte Marantz seinen Ruf als Premiummarke für anspruchsvolle Musiklieberhaber auf der ganzen Welt. Dies hat sich bis heute nicht geändert, denn inmitten der immer schneller rotierenden Audio-/Video Unterhaltungselektronik, setzt Marantz nach wie einen großen Fokus auf eine natürliche Musikwiedergabe. 

Aus diesem Grund sind wir ganz besonders gespannt, was die jüngste Neuentwicklung im Bereich der Stereo Vor-/Endstufenkombination klanglich zu bieten hat. Unter den kryptischen Bezeichnungen SC-11S1 sowie SM-11S1 sollen sich zwei überzeugende Klangjuwelen verstecken. Basierend auf den absoluten Marantz Referenzmodellen (SC-7S2 und MA-9S2) haben die Entwickler das Ziel verfolgt, eine klanglich absolut kompromisslose Leistung in die designoriente Premium-Range zu gießen. Obendrein gilt es noch, in "halbwegs" überschaubaren Preisgefilden zu bleiben. So verlangen unsere beiden Testgeräte nicht nach einer fünfstelligen Investitionshöhe, sondern begnügen sich mit einer UVP von exakt 6.498 Euro. Sicherlich auch kein Pappenstiel, doch schließlich verspricht Marantz dafür auch audiophile Leistungen. Riskieren wir nun also einen Blick auf die beiden potentiellen Spaßlieferanten:

Die Rolle des Vorverstärkers okkupiert der SC-11S1. Er widmet sich insgesamt acht Zuspielgeräten, wovon zwei Schnittstellen im symmetrischen XLR-Format ausgeführt sind. Schallplattenfreunde werden sich über den integrierten MM/MC Phonoeingang freuen. Einen Heimkino By-Pass Modus bietet dieses Modell leider nicht, dafür widmeten sich die Ingenieure den klangrelevanten Details mit großer Hingabe und realisierten eine Präzisionslautstärkeregelung (HDAM SA2), einen vollsymmetrischen Aufbau mit Stromgegenkopplung sowie viele weitere Besonderheiten (zB. spezielle Leitungseingangspuffer für unverfälschte Einspeisung). Im weiteren Verlauf unseres Testberichts setzen wir uns mit dem technischen Aufbau noch ausführlich auseinander. Wer den SC-11S1 in die heimische HiFi-Welt wechseln lassen möchte, muss beim Marantzhändler mit einer Ablösesumme von 2.990 Euro rechnen.

 

Als Motor fungiert die Stereoendstufe SM-11S1 mit einem Wert von 3.490 Euro. Während andere Hersteller mit (teilweise) monströsen Leistungsangaben auf Kundenfang gehen, gibt sich der schwergewichte (27 kg) Marantz-Bolide recht zurückhaltend: verhältnismäßig dezente 2x200Watt an 4 Ohm stehen laut Datenblatt zur Disposition. Angesichts der potenten Trafo- und Kondensatorenbestückung scheint Marantz fast schon tiefzustapeln. Die SM-11S1 stellt übrigens weit mehr dar, als nur ein ordinärer Leistungsverstärker: sie lässt sich vielfältig an den Einsatzweck anpassen und erlaubt beispielsweise das Betreiben als Monoblock mit 1x400Watt an 4Ohm. Selbst der Verstärkungsfaktor ist in mehreren Schritten auswählbar, um eine Bi-Amping Kombination mit einem bestehendem Vollverstärker zu ermöglichen. Die Endstufe kann wahlweise über analoge Chinchbuchsen oder per XLR gefüttert werden. Ein kleiner Button auf der Gerätefront übernimmt nicht nur das Umschalten zwischen diesen beiden Eingängen, sondern erlaubt zusätzlich auch die Anwahl von zwei verschiedenen Lautsprecherpaaren. 

Sie sehen: in technischer Hinsicht ist alles angerichtet, um einen apetittlichen Testverlauf zu gewährleisten. Wir sind sehr gespannt, ob diese hochwertige Marantz-Kombination in der Lage ist, unseren Hunger nach audiophilen Klängen vollends zu sättigen - oder ob wir als Dessert noch das Bedürfnis haben, noch ein Häppchen unserer Audionet-Referenzanlage zu uns zu nehmen. Die Bochumer Edelelektronik bietet speziell mit der fast preisgleichen Vorstufe Pre1G3 ein Alternativprodukt an, welches uns erst vor kurzer Zeit die Sinne verzaubert hat. Doch auch im Vergleich zu unseren Referenzen der unteren Preisklassen muss das Marantz-Duett seine Qualitäten sowie den Preis rechtfertigen. Lesen Sie unseren Testbericht und erfahren Sie, ob die hier vorgestellt Vor-/Endstufenkombination einen Besuch beim Fachhändler wert sein könnte.

Verarbeitung:

Mit dem aktuellen Gerätedesign hat Marantz einen absoluten Volltreffer gelandet: das zugleich zeitlos elegante Design wirkt durch die blauen Farbakzente ambivalent und erzeugt eine Ästhetik auf allerhöchstem Niveau. Unserer Meinung nach, stellen diese Geräte eine ideale Quintessenz aus formeller Zurückhaltung und progressiver Optik dar. Die silberne Colorierung unserer Testgeräte dürfte den europäischen Geschmack recht gut treffen, alternativ bietet Marantz diese Geräte auch in einer goldenen Ausführung an.


Nachts sind (bekanntermaßen) alle Katzen grau, doch stolze Besitzer juckt dies herzlich wenig. Die Marantz 11er-Kombi verwöhnt mit einem eindrucksvollen Lichtspiel und hüllt die Bedienelemente in dezentes Blau. Erfreulicherweise wirkt jene Beleuchung in der Praxis äußerst hochwertig bzw nobel. 

Die beiden Drehregler des SC-11S1 erfreuen sich einer akkuraten Einpassung und vermitteln die Hochwertigkeit des gesamten Gerätes auch beim Anfassen. Der hier gezeigte, linke Regler übernimmt die Quellenwahl und rastet ca. jeden Zentimeter exakt ein. Das rechte Pendant ist hingegen (wie üblich) für die Lautstärkestellung zuständig. Er läuft sehr satt und besitzt keinen festen Anschlag. Ein motorbetriebenes Potentiometer hat Marantz hingegen leider nicht realisiert, wie es ansonsten bei vielen vergleichbaren Vorstufen, eher die Regel, als Ausnahme darstellt.

Die Bedienelemente platzierte Marantz jeweils in Dreiergruppen übereinander links sowie rechts der LED-Leisten. Die Front wirkt dadurch sehr aufgeräumt und symmetrisch. Teilwise befindet sich inmitten den jeweiligen Buttons noch eine kleine blaue LED, welche über den jeweiligen Betriebszustand informiert.  Dieses Design findet sich auch bei der Endstufe (SM-11S1) wieder.

Das Gerätedisplay in Bullaugen-Optik kennen wir schon von vergangenen Marantz-Generationen (zB. SM-17) . Eine wahre Informationsflut erwartet den Anwender nicht gerade, aber da sowohl Eingangswahl als auch die Lautstärke angezeigt werden, erfüllt das Display seinen primären Zweck ohne Tadel. Lediglich das Ablesen aus größeren Entfernungen ist aufgrund der recht kleinen Schriftgröße nicht immer gewährleistet. Ansonsten punktet das kleine LCD-Display mit einer makellosen Abbildungsschärfe, lässt hingegen aber eine individuelle Beschriftungsmöglichkeit der Eingänge vermissen.


Eine hochwertige Gerätefront bietet mittlerweile schon (fast) jeder Hersteller von hochklassigen AV-Komponenten - ganz besonders in dieser Preisklasse. Die Spreu trennt sich hingegen oftmals vom Weizen, wenn man sich die Verabeitung an den etwas weniger markanten Stellen betrachtet, wie zB. den Seitenteilen. Marantz bietet hier eine Verarbeitungsgüte, die höher bzw. besser fast nicht mehr sein könnte: im Gegensatz zu anderen Anbietern, kommt hier kein Blech zum Einsatz, sondern ebenfalls poliertes Aluminium. Doch mit einer hochwertigen Materialauswahl alleine, haben sich die Entwickler nicht zufrieden gegeben. Marantz fertigt die Gehäuse der Premium-Serie ohne sichtbare Verschraubungen auf Front, Seite sowie Deckel. 

Diese befinden sich zum Großteil auf der Rückseite, die sich ebenfalls mit einer makellosen Verarbeitungsqualität zieren kann. An der Rückwand kann man sehr schön das zugrundeliegende Kupferchassis erkennen, auf dem die Marantz-Komponenten basieren. Die Schnittstellen erfreuen sich einer tadellosen Einpassung und sind mechanisch überaus solide ausgeführt, allerdings muss man an dieser Stelle betonen, dass Anbieter wie Audionet, Vincent oder Astin Trew (bei zum Teil sogar günstigeren Geräten) über etwas hochwertigere anmutende Anschlussbuchsen verfügen.


Der Remote-Controller darf sich ebenfalls über eine ansprechende Gestaltung freuen. Die Oberseite besteht aus Aluminium, sämtliche Knöpfe haben einen klar definierten Druckpunkt. Insgesamt transportiert die Fernbedienung (wie auch die Hauptgeräte) aufgrund der soliden Machart, das Gefühl von Langlebigkeit. Der IR-Geber steuert nicht nur die SC-11S1, sondern ist ebenfalls in der Lage, weitere Marantz-Komponenten aus der Premium-Range zu befehligen. Eine Lernfunktion, um zB. einen markenfremden CD-Player bedienen zu können, ist leider nicht integriert.

Fazit Verarbeitung: 

Nichts auf der Welt ist wirklich perfekt. Aber Marantz ist zumindest nahe dran, was die Verarbeitungsgüte bzw. das Finish dieser Vor-/Endstufenkombination betrifft. Unserer Meinung nach, überzeugen die Testgeräte nicht nur in rein qualitativer Sicht, sondern bestechen obendrein noch mit einem sehr attraktivem Design. Allerdings muss man deswegen auch klar sagen, dass sich eine Integration mit anderen, bestehenden Hifi-Komponenten etwas schwieriger realisieren lässt, als bei einer unauffälligeren, klassischen Bauweise. Zum Glück bietet Marantz vom passenden RDS-Tuner ST-15S1, bis hin zum hochwertigen CD/SACD Spieler (SA-11S1) die entsprechenden Erweiterungen an. Wünschenswert wäre es, wenn man auf die hierzulande wohl eher unbeliebte goldene Gehäuseausführung zugunsten einer schwarzen Variante verzichten würde.

technischer Aufbau:

Auch wenn der SC-11S1 rein äußerlich im hübschen Kleid der Marantz Design-Linie daherkommt, so orientiert sich sein Innenleben direkt an der Referenzvorstufe SC-7S2. Eine Besonderheit stellt die hochwertige Lautstärkeregelung dar, doch auch die vollsymmetrische Stromgegenkopplung (mehr dazu siehe SM-11S1) charakterisiert die SC-11S1 als technisch hochwertige Komponente.

Das Layout macht einen sehr stimmigen Eindruck: kurze Signalwege, ordentliche/aufgeräumte Architektur sowie eine sinnvolle Anordnung der jeweiligen Baugruppen. Zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Inneren des Gehäuses, besteht das Chassis der Vorstufe aus Kupferelementen. Diese Besonderheit findet sich übrigens nicht nur bei der Endstufe wieder, sondern stellt ein typisches Kennzeichen hochwertiger Marantz Geräte dar.


Die Eingangsplatine im Detail: laut Datenblatt beinhaltet die Vorstufe einen "ultra-schnellen" Leitungseinganspuffer, um die volle Integrität des Quellsignals sicherzustellen. Desweiteren kommen bei klangrelevanten Kondensatoren sehr hochwertige "Blue-Cap" Folienkondensatoren zum Einsatz. Unterhalb dieser Platine befinden sich die Ausgangsschaltkreise sowie die Lautstärkeregelung. Grundsätzlich stellt diese Funktion einen wesentlichen Faktor der späteren Klangqualität bei. Besonders bei solch hochwertigen Vorstufen, bieten die Hersteller ausgeklügelte Techniken zur verlustfreien Lautstärkeregelung an. Hierbei setzt man auf eine Wolfson Präzisionsregelung in Kombination mit hochsensiblen Marantz-eigenen HDAM-Signalverstärkern der neuesten Generation. Die generelle Signalverarbeitung geschieht ebenfalls auf Basis der neuesten HDAM Technologien. Dieses Kürzel steht für "Hyper Dynamic Amplifier Modules" und entspricht einer firmeneigenen Schaltungsphilosophie, wo diskrete SMD-bestückte Schaltkreise als Ersatz für klangmindernde ICs zum Einsatz kommen. Marantz spezifiziert die Vorteile jener Technologie in den Bereichen Dynamik, Klarheit sowie Präzision und begründet dies durch bessere Antiegsgeschwindigkeiten gegenüber herkömmlichen IC-Operationsverstärkern. Die SC-11S1 darf sich sogar mit der neuesten Entwicklungsstufe "HDAM-SA2" schmücken, wo neuartige, hochpräzise Melf-Widerstände für klanglichen Hochgenuss sorgen sollen.



Die SC-11S1 wird gleich von 2 hochwertigen Netzteilen mit Hilfe von gekapselten Ringkerntransformatoren gespeist. So steht jedem Kanal eine volldiskrete Schaltung zur Verfügung. Die gesamte Stromzufuhr befindet sich im linken Bereich des Gehäuses und ist durch eine kupferbeschichtete Trennwand von den restlichen Baugruppen separiert. Wie bei Marantz üblich, achtete man auf eine möglichst gute Schirmung der Stromerzeugung.


Anschlussseitig dürfen sich Marantzbesitzer über insgesamt 26 Schnittstellen freuen. 5 davon entfallen auf klassische Stereo-Chinch Buchsen, zB. für den Anschluss von CD-Spielern, Tunern oder dem analagon TV-Signal eines Fernsehers. Für hochwertige Signalübertragung stehen zusätzlich 2 symmetrische XLR-Eingänge zur Disposition, wie man sie vorrangig bei High-End Gerätschaften vorfindet. Auch die meisten Quellgeräte der Marantz-Premium Serie unterstützen diese Anschlussart. Wer einen Plattenspieler in seinem Gerätefuhrpark einsetzt, wird sehr dankbar über den integrierten Phonoeingang sein, der sowohl MM als auch MC unterstützt. Ferner bietet die SC-11S1 noch Triggerports , um mehrere Geräte bequem gemeinsam ein-/ausschalten zu können. Mal abgesehen davon, dass manche Mitbewerber bei Ihren hochwertigen Vorstufen (zB. Advance Acoustic MPP-505) zusätzlich noch Digitaleingänge mit hochwertiger Digital-Analogwandlung anbieten, so vermissen wir bei der SC-11S1 nur einen Heimkino ByPass-Modus. Diese Funktion avanciert aktuell zu einem must-have Feature moderner Stereovorstufen, um auch die Besitzer hochwertiger Surroundsysteme für sich begeistern zu können. 

Gerät / Preis Marantz SC-11S1 , Preis 2.990 Euro
Aufbau vollsymmetrischer Vorverstärker mit Stromgegenkopplung
Eingänge 5x Stereo Chinch
1x Stereo Phono
2x Stereo symmetrisch XLR
Ausgänge 1x Stereo Pro-Out Chinch
2x Stereo Line-Out/Record Chinch
1x Stereo symmetrisch XLR
Abmessungen 44,0 x 43,1 x 12,7 (B,T,H)
Gewicht 16 kg


Auch in der SM-11S1 finden sich viele Technologien aus dem vergleichbaren hausinternen High-End modell (in diesem Fall die MA-9S2, die Marantz als absolute Referenzendstufe im Programm hat. So teilen sich beide Produkte nicht nur die ausgeklügelte HDAM S2 Verstärkermodule, sondern besitzen ebenfalls auch diesselben hochwertigen, handselektierten "Blue-Cap" Folienkondensatoren. Auch bei den verbauten Widerständen, Puffern sowie der zweistufigen Signalverarbeitung orientierte sich Marantz an der Referenz-Linie. Der Hersteller verspricht nicht nur eine höchst neutrale Spielweise, sondern zugleich auch hochpräzise und schnelle Signalverarbeitung bis zu 100 khz. 

Der grundsätzliche Aufbau basiert in bester Marantz-Tradition auf der Technik der Stromgegenkopplung. Hierbei werden Ausgangssignale phaseninvertiert wieder zurück in den Verstärker gespeist, um das Arbeitsverhalten zu linearisieren. Diese Technik kann hinsichtlich der Optimierung von Arbeitspunkten und Linearität Vorteile mitbringen, erfordert hingegen eine höhere Verstärkung bzw. minimiert deren Effektivität. Hier durfte wohl auch der Grund liegen, warum die SM-11S1 mit einer offziellen Leistungsangabe von 2x200 Watt an 4 Ohm nicht besonders imposant ausfällt. Man muss jedoch fairerweise sagen, dass Marantz seine Messungen (gemessen am Wettbewerb) eher konservativ bzw. vorsichtig beziffert. Zum Antreiben normaler Lautsprecher sollte die Leistung daher locker ausreichen, allerdings tritt die SM-11S1 auch nicht an, einem Muskelmann, wie der Vincent SP-998 (600Watt@4Ohm), Konkurrenz zu machen. Doch zurück zum "Marantz-Kraftwerk": im Gegensatz zur Vorstufe, muss die SM-11S1 mit einem gemeinsamen Ringkerntrafo für beide Kanäle auskommen. Dieses fällt dafür sehr imposant aus. Um die Beeinflussung auf die empfindlichen Audiosektionen zu minimieren, verpasste Marantz dem Trafo kurzerhand ein antimagnetisches sowie abgeschirmtes Aluminiumgehäuse.

Über 4 große Elektrolytkondensatoren kann die Endstufe pro Kanal bis zu 30.000 Mikrofarad Energie speichen und somit bei hohem Strombedarf noch zusätzlich liefern. Dieser Wert ist, absolut betrachtet, hervorragend. Andere Endstufen dieser Preisklasse liegen jedoch nicht selten noch darüber.


Ungewöhnliche Lösung: die Kühlung findet nicht etwa an den Seitenwangen des Gehäuses statt, sondern wurde inmitten der Endstufe platziert. Wir sind darüber etwas überrascht, weil deswegen von einer stärken Hitzeentwicklung im Inneren der SM-11S1 auszugehen ist, was eigentlich vermieden werden sollte. Außerdem befinden sich beide Kanäle recht eng aneinander. Teilweise sind die Kabelverbindungen, oder Kondensatoren (der jeweiligen Kanäle) nur wenige Millimeter voneinander entfernt, was nicht gerade für eine optimale Kanaltrennung bzw. Minimierung von Übersprecheffekten spricht. 


Das geht deutlich besser: im Inneren der Endstufen sind wirr verlegte Kabel leider keine Seltenheit. Teilweise mutet die Verlegung sogar etwas vorsintflutlich an, wie auf obigem Bild am Beispiel des Kabelbinders zu sehen. Hier ist Marantz vom Niveau mancher Mitbewerber offensichtlich noch etwas entfernt. Trotzdem möchten wir an dieser Stelle festhalten, dass die SM-11S1 dadurch nicht automatisch ein schlechtes Gerät abgibt. Auch mit unmotiviert herumliegender Kabelage kann eine Hifi-Komponente natürlich auch noch gut klingen, nur würde ihr eben ein aufgeräumteres Innenleben besser zu Gesicht stehen. Besonders in dieser Preisklasse.


Die SM-11S1 ist in der Lage, zwei Lautsprechepaare anzusteuern. Die Selektion des aktiven Paares erfolgt per Schalter auf der Frontseite. Als Eingänge steht sowohl ein Stereo-Chinch, als als symmetrischer XLR-Eingang zur Verfügung. Auch hierfür steht ein Umschalter auf der Frontseite zur Verfügung. Was sich zunächst recht unscheinbar anhört, entpuppt sich bei näherem Nachdenken als äußerst trickreiches Detail. Denn wenn man die Vorstufe per XLR konnektiert, wäre es möglich die Surroundanlage über Chinch in die Endstufe einzuspeisen. Somit könnte man mit Hilfe des Front-Buttons, immerhin noch eine halbwegs komfortable Einbindung einer Surroundanlage vornehmen !



Das Display informiert wahlweise über Wirkleistungs- oder Spitzenbelastung und basiert auf LCD-Technik. Während dieses Feature zwar als "nice to have" angesehen werden kann, aber nicht unbedingt mit einem extrem hohen praktischen Wert verbunden ist, haben sich die Entwickler bei einem anderen Detail etwas wirklich Sinnvolles einfallen lassen: über einen der vorderen Buttons lässt sich der Verstärkungsfaktor konfigurieren. Zur Auswahl stehen 17,5 sowie 23 und 29,5 db, um die Endstufe probemlos mit anderen Marantzverstärken kombinieren (Stichwort Bi-Amping) verwenden zu können.

Gerät / Preis Marantz SM-11S1 Preis 3.490 Euro
Aufbau Stereo Endverstärker mit Stromgegenkopplung
Eingänge 1x Stereo Chinch
1x Symmetrisch XLR
Ausgänge 4 Lautsprecher Anschlüsse
Leistung bis zu 2x200 Watt@4Ohm oder 1x400 Watt@4Ohm
Besonderheiten Verstärkungsfaktor einstellbar
lässt sich als Mono- oder Stereoverstärker benutzen
Abmessungen 44 x 42,9 x 16,8 cm (B,T,H)
Gewicht 27 kg
Testumgebung und Kombinationsempfehlung:

Als Zuspielung haben wir vornehmlich den Audionet ArtG2 benutzt, um das Marantz Gespann mit einer möglichst hochwertigen sowie unverfälscht aufspielenden Quelle, alle Entfaltungsmöglichkeiten zu geben. Wie Sie auf obigem Bild erkennen können, kam desweiteren auch der Vincent CD-S5 zum Einsatz. Dieses Quellgerät passt ebenfalls hervorragend und kostet dabei nur rund ein Drittel wie sein Pendant aus Bochum. Unserer Meinung nach, ist der ArtG2 zwar zweifellos der bessere Player, doch die sinnvollere Investion stellt in diesem Fall der Vincent dar. Die ungemeine Klarheit im Hochtonbereich, als auch die famose Basspräzision des Art liegt schlichtweg überhalb der Marantzkombi, ganz im Gegenteil zum CD-S5.

Obwohl die Isophon Cassiano natürlich auch mit der 11er-Marantz Kombi viel Hörspaß verbreitet, stellt dies keine besonders gut harmonierende Zusammenstellung dar. Die schwäbischen, eleganten Schallwandler sind absolute Präzisionswerkzeuge und blühen erst mit entsprechend kompromissloser, detailorientierter Elektronik richtig auf. Speziell im Bassbereich gelingt dem Marantz/Isophon Duett keine überzuegende Vorstellung. Die Cassiano ist nicht auf fülliges Bass-Volumen ausgelegt, während die 11er Kombi nicht impulsiv und pointiert genug spielt, um die Schokoladenseiten der Cassianos im tieffrequenten Bereich offenzulegen.

Viel sinnvoller erscheint da schon eine Zusammenstellung mit der hier gezeigten Swans F2.2. Für einen UVP von knapp 6.000 Euro das Paar zählt die große Standbox ohnehin schon zu den interessanteren Offerten des Marktes, doch speziell mit der Marantz-Kombination spielt sie extrem überzeugend auf. In diesem Fall passen Elektronik und Schallwandler vermeintlich perfekt aufeinander: das Detaillierungsvermögen liegt auf einem ähnlichen Niveau, die Art der Raumabbildung harmoniert ebenfalls hervorragend und auch hinsichtlich der Dynamik sprechen beide Hersteller diesselbe Sprache. Unnachahmlich gut funktioniert besonders die Bassdarstellung: Freunde eines tiefen, kräftigen Fundaments werden hier auf ihre Kosten kommen. Den Test der F2.2 finden Sie übrigens schon bald auf AREADVD!

Ein hervorragender Mittelweg zwischen den beiden oben genannten Vertretern ihrer Art, stellt die Monitor Audio PL300 dar. Sie kommt daher auch besser mit der Marantz Elektronik zurecht, als die Isophon. Der enorm feinzeichnende Bändchenhochtöner wird dann jedoch ziemlich unterbeschäftigt bleiben - schließlich kann er sogar die Vorzüge bsoluter State-of-the-Art Komponenten wie den Audionet Pre (Vorstufe, ca. 9.900 €) aufzeigen. 

Unsere hauptsächlich genutzten Testgeräte in der Übersicht

CD-Player 1 Vincent CD-S5 (ca. 1.500 €)
CD-Player 2 Audionet ArtG2 (ca. 4.500 €)
Standlautsprecher 1 Monitor Audio Platinum PL300 (Stück ca. 3.900 €)
Standlautsprecher 2 Isophon Cassiano C (Stück ca. 7.000 €)
Kompaktlautsprecher  Swans M1 (Stück ca. 620 €)

AREADVD Baden-Württemberg testet mit hochwertigen PCOCC Lautsprecher- sowie NF-Kabel von Mogami.

Höreindrücke:

Im Hörtest lernten wir das Marantz-Duett als unaufdringliche, sowieso kultivierte Vertreter ihrer Gattung kennen. Der langzeit-taugliche akustische Charakter zwingt den Hörer nicht zum dediziertem Lauschen, sondern erlaubt eine entspannte und dennoch informationsreiche Beschallung. In tonaler Hinsicht wird ein warmes Klangbild fokussiert, so dass Stimm- bzw. Grundtonvolumen sehr imposant wirken, während der Hochtonbereich etwas milder abgestimmt ist. Ein dezentes Sounding ist grundsätzlich unumgänglich: selbst bei hochwertigster High-End Elektronik bzw. Lautsprechern lässt es sich technisch gar nicht verhindern, dass bestimmte Klangaspekte in den Vordergrund rücken. Der entscheidende Punkt liegt deswegen im Ausmaß und dem Umstand, ob die Wiedergabe trotzdem noch einen gesamtheitlich homogenen, geschlossenen Eindruck vermittelt. Just an in diesem Punkt müssen wir leider etwas Kritik an unseren beiden Testprobanten üben. Die Ausprägung ist so deutlich, dass sich die Wiedergabe hinsichtlich der musikalischen Genres recht selektiv zeigt und bestimmte Stilrichtungen bevorzugt. Wer gerne House/Techno/Trance/Electro hört, dürfte mit der Marantz 11er Kombination keine Busenfreundschaft schließen, während Anhänger von sanftmütigen Klängen (Jazz, Blues, Gospel etc.) womöglich am liebsten gleich einen Heiratsantrag an die Entwickler abschicken möchten. Dazwischen ordnen sich die Pop/Rock-Songs ein, was im Einzelfall von Abmischung und Hörgeschmack abhängig ist. Die hier getestete Marantz Vor-/Endstufenkombination gibt progressive Klänge nämlich (besonders im Hochtonbereich) nunmal eher widerwillig wieder, andererseits wurden unsere Ohren mit einem imposanten, kräftigen Bassfundament verwöhnt. Obwohl die soeben genannten Attribute grundsätzlich auf beide Komponenten zutreffen, sind die prägnanten Klangcharakteristiken größtenteils der Vorstufe zuzuordnen. Die SM-11S1 präsentiert sich ausgewogener und empfiehlt sich deswegen als hochklassige Endstufenlösung in Kombination mit anderen Vorstufen. 

In Bezug auf Bühnenstaffelung liegen beide Geräte auf demselben Level und agieren höchst überzeugend. Vielschichtig strukturierten Orchesterstücken widmet sich das Marantz Ensemble mit hoher Aufmerksamkeit. Jedes Musikinstrument wird nicht nur hinsichtlich der Detailschärfe differenziert wiedergegeben, sondern zugleich auch räumlich einem festen Platz zugeordnet. Erfreulicherweise erwecken die beiden Marantz-Schönlinge dabei nicht den Eindruck von puren Aktionismus, wo akustische Elemente blindlings in den Raum geschleudert werden, um auf "Gedeih und Verderb" eine akustische Tiefe zu realisieren. Deswegen klingen schlechte Aufnahmen genauso platt, wie sie im Tonstudio aufgezeichnet wurden, während Stücke mit hochqualitativer Stereophonie umso ortungsgenauer wiedergegeben werden.

Von besonderer Güte entpuppt sich ebenfalls die gebotene Grobdynamik. Vornehmlich im unteren Frequenzbereich versteht es die Marantz-Kombi große Lautstärkesprünge mit ungebremster Intensität sowie Nachdruck an die Lautsprecher zu liefern. Feingliedrigen Elementen widmet sich die Elektronik zwar ebenfalls mit überdurchschnittlichem Erfolg, doch dennoch lässt sich hier nicht ganz dasselbe hohe Maß an ungehemmter Spielfreude bzw. Spritzigkeit erkennen. 

Konzentriert man sich beim Hören auf die klanglichen Details, so muss man anerkennend feststellen, dass die 11er-Kombination absolute Feinkost in die Gehörgänge schickt. Unabhängig von der tonalen Prägung, punktet die Detailfülle im Höhenbereich auf ganzer Linie. Die beeindruckende Durchleuchtung kann selbst bei schnellen Takten aufrechterhalten werden - nie haben wir die Vor-/Endstufenkombination dabei "erwischt", wie sie instrumentale oder vokale Elemente "weichzeichnen" musste, um der Musik folgen zu können. Dies ist insofern erwähnenswert, als dass manche vorherige Marantz-Geräte speziell in diesem Punkt Federn lassen mussten. Hier haben die Entwickler eindeutig einen großen Sprung nach vorne gemacht. Besonderes Lob gebührt Ihnen ebenfalls für die fantastische Umsetzung in den mittleren Frequenzen, wo sich besonders männliche Interpreten über eine charismatische, stimmgewaltige Umsetzung freuen können. Aufgrund der kräftig zupackenden, detailverliebten Spielweise, bereiten auch Stücke mit tiefgründigen choralen Passagen (zB. Titelmusik "Jagd auf Roter Oktober", Erich Kunzel) ganz besonderen Hörspaß. Durch die tonale Abstimmung vermissen wir lediglich bei zarten Frauenstimmen teilweise etwas Transparenz im Klangbild - manch anderen Komponenten gelingt die Umsetzung von Katie Melua's "Piece by Piece" mit einer kleinen Prise mehr Leichtigkeit bzw. Sensibilität. Insgesamt betrachtet,  überzeugen die Testprobanten. Sie vereinen eine nuancierte, vielschichtige Umsetzung von Gesängen und sorgt für eine hohe Präsenz der jeweiligen Akteure. 

Bis zu diesem Punkt wären beide Komponenten auf einem guten Kurs, sich im oberen Bereich unserer Testdatenbank zu verewigen: mal abgesehen von der speziellen Tonalität, bieten sie eine gute Dynamik sowie makellose Raumabbildung. Außerdem besitzt sowohl die Mitten- als auch die Höhenwiedergabe über genügend Schokoladenseiten, um eine sehr hohe Wertung zu rechtfertigen. Falls Sie zu den Lesern gehören, die sich vorab gerne schonmal das Fazit durchlesen, so wissen Sie bereits, dass es der Gerätekombination schlussendlich "nur" zu einer soliden - nicht aber sensationellen Wertung gereicht hat. Der Grund hierfür liegt vornehmlich im Bassbereich begründet. Zunächst einmal kommen wir nochmal auf die grobdynamisch vorzügliche Umsetzung zurück, die ja speziell in diesen Frequenzen sehr zu überzeugen weiß. Doch leider wirkt sich diese Eigenschaft eher kontraproduktiv aus: die generelle Basswiedergabe ist unglücklicherweise nicht mit einem extrem hohem Differenzierungsvermögen gesegnet, was durch die hohe Dynamik somit noch ungünstig betont wird. Hart geschlagene Kickbässe liegen den Marantz-Geräten daher deutlich weniger, als zB. eine lange nachschwingende Kesselpauke. Sehr schade, denn über mangelndes Volumen oder unzureichenden Druck kann man sich wahrlich nicht beklagen. Betreibt man die SM-11S1 Endstufe zB. mit einee Rotel RB-1090 als Vorverstärker, verbessert sich die Performance spürbar. Wir schreiben daher die Bass-Charakteristik hauptsächlich der Marantz Vorstufe zu. Damit Sie uns nicht falsch verstehen: für sich betrachtet, spielt die Marantz-Kombination beeindruckend auf und beweist mit passenden Lautsprechern, dass es kaum einen emotionaleren Zeitvetreib geben kann, als sich der hochqualitativen Musikwiedergabe zu widmen. Und wer die beiden Geräte ohne direkten Vergleich hört, wird wahrscheinlich weder an der Tonalität, noch der Bassdarstellung etwas auszusetzen haben. Wir sind nur der Meinung, dass bei dieser Preisdimension sehr strenge Maßstäbe angelegt werden müssen, um innerhalb einer gesamtheitlich hochklassigen Testlandschaft zu differenzieren. 

In Bezug auf die Pegelfestigkeit starteten unsere Versuchsreihen zunächst recht erfreulich. Die SM-11S1 pflügt sich souverän durch bassintensive Stücke und macht auch bei steigendem Pegel keine Anstalten, von ihrer sonoren Art abzuweichen. Zu unserer Überraschung stellte sich jedoch ein rasches Ende des fröhlichen Pegeltreibens ein, als sich die Schutzschaltung aktivierte. Nachdem wir anfänglich von einer ungünstigen Konstellation aus Lautsprecher und verwendeter Test-CD ausgegangen sind, manifestierte sich dieses Problem im Laufe der Testreihen. Sicherlich: wir reden hier von einem Lautstärkeniveau, welches ohnehin nur einem Bruchteil der stolzen Besitzer vergönnt sein dürfte, doch gerade bei solch kratzprotzenden und hochpreisigen Endstufen erwartet man gemeinhin deutlich mehr. Die Situation ist in etwa vergleichbar mit einem rassigen Sportwagen, der zwar weit über 300 km/h schnell fahren könnte, doch stattdessen unnötigerweise bei der 250er-Marke halt macht. Für Kunden, die primär auf Leistung aus sind, könnte somit (sowohl für den automobilen- als auch audiophilen High-Performance Liebhaber) schnell die Frage nach der Sinnhaftigkeit aufkommen. 

Vergleich mit unseren Preisklassen-Referenzen: Audionet Pre1G3 Vorstufe, Advance Acoustic MAA-705 Monoendstufen.

Mit einem Stückpreis von rund 1000 Euro liegen die Advance Acoustic Monoblöcke weniger schwer im Magen des Sparbuches, als die Marantz SM-11S1. Den französischen Verstärkern fehlt es gegenüber Marantz zwar an Chic, Eleganz und Detailverarbeitung, nicht aber am Klang: ihre Tonalität zeugt von hoher Homogenität, die Klangdetaillierung/-Präzision ist überlegen und selbst die Marantz-Paradedisziplinen Bühnenaufbau sowie Grobdynamik wissen die MAA-705 Endstufen gekonnt zu parieren. Insgesamt spielen die Monoendstufen sehr viel offener und analytischer, schrammen dabei aber mit ungünstig kombinierten Schallwandlern bereits an der Grenze einer kalten, analytischen Wiedergabe, was man von der Marantz SM-11S1 ganz bestimmt nicht behaupten kann. 

Rein äußerlich betrachtet, bedient die Gegenüberstellung mit dem Audionet Pre1G3 sämtliche Vorurteile mit Bravour: auf der einen Seite die verschnörkelte, fast schon verspielte Marantz-Vorstufe aus Japan, während der in Deutschland hergestellte (Audionet fertigt in Bochum) Pre1G3 nüchterner und sachlicher kaum sein könnte. Umso überraschender ist der Umstand, dass der Pre1G3 wesentlich musikalischer, rythmischer und feinsinnger zu Werke geht. Die Kombination aus hervorragender tonaler Ausgeglichenheit, überlegener Dynamik sowie Raumausleuchtung und nicht zuletzt der famosen Basspräzision sorgen für einen haushohen Sieg der unscheinbaren, flachen Vorstufe aus dem Ruhrpott. Durch einen aktivierbaren By-Pass Modus hat er seinem Marantz-Widersacher sogar auch ausstattungsseitig ein gewichtiges Argument entgegenzusetzen. Punkten kann der SC-11S1 durch seine Fernbedienung sowie dem Phonoeingang - denn beides kostet bei Audionet (kräftige) Aufpreise. 

Fazit:

Zusammenfassend können wir festhalten, dass Marantz mit dieser Vor-/Endstufenkombination ein Produkt auf den Markt anbietet, welches sich in vielerlei Details eine Sonderstelllung verdient hat. Zunächst möchten wir hierbei die makellose äußere Gestaltung anführen: solch eine treffliche Kombination aus geschmackvoller Ästhetik und kunstvoller Verarbeitung findet man nur in den allerwenigsten Fällen. Der technische Aufbau hinterlässt größtenteils ebenfalls einen hochwertigen Eindruck. Sinnvolle Zusatzfeatures (zB. der einstellbare Verstärkungsfaktor) sorgen zusammen mit der praxisgerechten Schnittstellenbestückung und einer komfortablen Bedienung für eine hohe Alltagstauglichkeit. Dies kann man auch auf die klanglichen Attribute übertragen, schließlich haben wir die Testgeräte weniger als knallharte, analytische Messinstrumente kennengelernt - stattdessen verkörpern de japanischen Schönline Tugunden wie sanfte Klangkultur sowie unaufdringlicher Souveränität. Der Liebhaber von effektgeladener Musik wird eventuell die letzte Nuance Aggresivität bzw. Impulsivität vermissen, doch wer gerne einfühlsame Musik emotional vorgetragen bekommen möchte, könnte hier sehr glücklich werden. Dies gilt auch für Hörerprofile, die ihre Anlage gerne nutzen, um stundenlange, dezente (und zugleich hochwertige) Hintergrundbeschallung für ein stilvolles Ambiente zu sorgen. Bei differenzierter Betrachtung der beiden Komponenten, liegt die Endstufe SM-11S1 vorne. Von der sensiblen Schutzschaltung mal abgesehen, konnte sie uns im Hörtest rundum überzeugen und agierte mit großem Engagement und Spielfreude. Gegenüber der SC-11S1 spielt sie zudem tonal homogener und ausgeglichener. In Bezug auf das Preis-/Leistungsverhältnis sieht das Marantz-Ensemble zwar einem harten Wettbewerb  entgegen, kann sich aber dennoch mit einer soliden Wertung aus der Affaire ziehen. Für designverliebte Audiogourmets könnte sich der Gang zum Marantzhändler lohnen.  

Die bildschöne SC-11S1 bietet eine gute Ausstattung, ist klanglich jedoch etwas zu sanftmütig


Marantz SC-11S1
Stereo-Vorstufe, Preis 2990 Euro
Test: 14.April 2008
Preis-/Leistung:

+ detailreicher Klang
+ superbe Verarbeitung
+ hochwertiger InnenaufbaU
+ praxisgerechte Anschlusssektion 

- tonal nicht ausgewogen, recht warme Klangabstimmung
- unpräzise Bassdarstellung
- kein Heimkino By-Pass Modus

Kräftige und zugleich harmonisch klingende Stereo-Endsufe.
Die durchschnittliche Pegelfestigkeit verhindert ein besseres Ergebnis.


Marantz SM-11S1
Stereo-Endstufe, Preis 3.490 Euro
Test: 14.April 2008
Preis-/Leistung:

+ detailreicher Klang
+ ausgewogene tonale Balance
+ sinnvoller Funktionsumfang
+ tadellose Verarbeitung

- Pegelfestigkeit durch zu sensible Schutzschaltung ausgebremst
- Innenverkabelung könnte sauberer sein
- Kühlungssystem/Innenaufbau in manchen Aspekten fragwürdig

Raumakustische Optimierung unserer Studios mit Wallpanels und Absorbern von:



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Text: Lars Mette