Test: Focal Dome 5.1 Surroundsystem - technische Highlights in kleinem Gehäuse


Dieser Artikel wurde auf Amisos-PCs verfasst.

(2.März 2009 - Autor: Lars Mette )

Mit der neuen Dome-Serie möchte der französische Lautsprecheranbieter Focal neue Akzente im Bereich der 5.1 Kompaktsysteme setzen. Klein gebaute Schallwandler gibt es zwar wie Sand am Meer, doch richtig hochwertige Lösungen muss man mit der Lupe suchen. Erweitert man die Parameter dann noch um eine hochklassige Detailverarbeitung sowie integrierte Wand- und Deckenhalterungen, lichtet sich das Marktangebot nochmals deutlich. 


Focal besitzt aber nicht nur den Anspruch auf die oben genannten Attribute, sondern möchte die Dome Modellreihe zusätzlich auch noch durch eine attraktive Preisgestaltung für den Käufer interessant machen. Unser 5.1 Testsystem wird in der Focal-Preisliste mit 1849 Euro beziffert. Angesichts einer technisch hochwertigen Bestückung mit vollwertigen 2-Wege Satelliten (inkl. aufwändigem Aluminium/Magnesium Hochtöner) scheint dies ein sehr fairer Wechselkurs für akustisch anspruchsvolle Designliebhaber zu sein. Inwiefern dies zutrifft, möchten wir im nachfolgenden Test klären.

Verarbeitung/Optik:

Durch die runde Optik mit ihren fließenden Formen wirken die Satelliten optisch sehr ansprechend. Obwohl die Lautsprecher mit rund 10cm Gehäusedurchmesser recht klein ausfallen und nur 0,8 Liter Innenvolumen besitzen, so bringen sie dennoch ein stattliches Gewicht von knapp 2 Kilogramm auf die Waage. Die Stoffrahmen sorgen für einen guten Schutz der Membranen, die Befestigung erfolgt über 4 feststehende Inbusschauben auf der Schallwand aus akustisch optimiertem Kunststoff. Als Material für die restlichen Gehäusebauteile kommt hauptsächlich Aluminium zum Einsatz.  

Der Dome-Subwoofer könnte bei einer Star-Wars Convention mühelos als kleiner schwarzer Bruder von R2-D2 durchgehen: dank seiner ungewöhnlichen Kuppel mitsamt kreisrunden Gehäuse, unterscheidet er sich optisch sehr stark von klassischen Subwoofermodellen. Die Abmessungen geben sich mit einem Durchmesser von 27 cm, sowie einer Höhe von ca. 40 cm sehr kompakt, so dass die Unterbringung im Wohnraum leicht gemacht wird.

 

Chassiseinpassung und Gehäuseverarbeitung sind tadellos ausgeführt, lediglich der untere Abschluss der verchromten Zierleiste könnte etwas sauberer sein. Die implementierte Mechanik (siehe Führungsrille auf der Unterseite) erlaubt das stufenlose Neigen des Lautsprechers um fast 90 Grad. Beim Einstellen der Neigung muss man durchaus etwas kräftiger zu Werke gehen, doch dank des hohen Widerstands bleibt das Chassis dann auch in der gewünschten Position verharren und verstellt sich nachträglich nicht mehr.



Eine klassische Klavierlackbehandlung, mit bis zu 11 Schichten poliertem Lack, wäre in dieser Preisklasse nicht realisierbar. Focal setzt stattdessen auf eine etwas wenig aufwändigere Hochglanzlackierung, was man optisch kaum erkennen kann. Die Oberflächen besitzen ein sehr gleichmäßiges Finish und wirken dementsprechend hochwertig. Alternativ zu unseren schwarz gekleideten Testgeräten liefert Focal das Dome-Set preisgleich auch in trendigem Hochglanz-Weiß aus. Bei den Lautsprecherabdeckungen kann man sich optional noch blaue, gelbe oder rote Elemente hinzubestellen.


Wie so häufig bei französischen Produkten (wie zB. bei Advance Acoustic), gibt sich auch der Focal Subwoofer recht patriotisch und trägt seine Abstammung selbstbewusst zur Schau. So vertrauenserweckend jenes Branding auch wirken mag: uns wäre eine simple LED zur Betriebsanzeige lieber gewesen, denn abgesehen vom hinteren Bedienpanel besitzt der Subwoofer leider keine zusätzlichen Informations- oder Justageeinrichtungen.


Überaus flexibel erweisen sich die Dome Satelliten in Bezug auf die Installationsmöglichkeiten. Zum Lieferumfang gehört nicht nur eine Gummibodenplatte (für Tischaufstellung) sondern ebenfalls eine Montagehalterung für Wand- und Deckeninstallation. Die Platte wird zunächst mit Dübeln an der Bausubstanz befestigt, anschließend hängt man den Lautsprecher einfach in das Gerüst ein und sichert das Ganze seitlich noch mit zwei Schrauben. Diese Lösung zeichnet sich gleichermaßen durch einfaches Handling aus, erlaubt eine vollständig verdeckte Installation und kostet darüberhinaus keinen Aufpreis. Hier hat Focal ganze Arbeit geleistet.
technischer Aufbau:

Focal bezeichnet seine Boxen offiziell als "High-End compact Loudspeaker System". Rein äußerlich ist die hochwertige Technik vor allem hinsichtlich der Chassisbestückung zu erkennen. Während fast alle ähnlich dimensionierten Systemen mit einem Breitbandchassis vorlieb nehmen müssen, verfügen die Dome-Satelliten über eine vollwertige 2-Wege Bestückung, wie man sie auch von großgewachsenen, hochwertigen Kompaktlautsprechern, wie zB. der Monitor Audio GS-10 kennt. Durch die verschiedenen Anforderungen in der Wiedergabe  unterschiedlicher Frequenzbereiche, weist ein solch aufgebautes System grundsätzlich einen großen Vorteil gegenüber einem Single-Chassis Konzept auf: die Hochtonwiedergabe wird hierdurch nicht durch den deutlich auslenkungsintensiveren Mittel- und Tieftonbereich in Mitleidenschaft gezogen. Damit auch bei kurzen Hörabständen eine kleines akustisches Zentrum vorliegt, wohnen beide Chassis sehr dicht beieinander. 

Focal gehört zu den wenigen Herstellern, die sich ihre Bauteile nicht bei anderen Firmen einkaufen müssen. Im Stammwerk Saint-Etienne produziert man neben Chassis, sogar Frequenzweichenbauteile sowie Gehäuse. Auf diese Weise kann man nicht nur günstiger kalkulieren, sondern ist zugleich in der Lage, sich selbst exakt die benötigten Komponenten quasi "maßgeschneidert" fertigen zu können. Hiervon profitiert selbstverständlich auch die Dome-Serie: der verbaute Hochtöner basiert auf den Erfahrungen von höheren Serien und besitzt eine spezielle Aluminium-Magnesium Legierung, zur Optimierung der Dämpfungseigenschaften. Zusammen mit einem neuartigem Neodym-Antrieb soll dieser Hochtöner in Bezug auf Geschwindigkeit, Klirrverhalten und Auflösung neue Maßstäbe in seiner Klasse setzen.

Auch ein Stockwerk tiefer haben die Franzosen ihr Know-How einließen lassen. Das 10cm Chassis benutzt Polyglass-Membranmaterial, um Belastbarkeit und Präzision miteinander zu vereinen. Dieser Werkstoff basiert auf einem Papierzellstoff mit mikroskopisch kleinen Glaskugeln auf der Vorderseite, die der strukturellen Verstärkung dienen. Laut Focal bietet diese Technik eine überlegene Impulsgenauigkeit und ein hervorragendes Verhältnis zwischen geringen Gewicht und maximaler Steifigkeit. Der Frequenzgang der Dome-Satelliten ist auf einen möglichst sanft fallenden Bassbereich abgestimmt, um von wandnahen Aufstellungen möglichst gut profitieren zu können. Während der Produktentwicklung legte Focal nicht nur großen Wert auf die Belastbarkeit, sondern ebenfalls auf einen guten, basskräftigen "Soloklang" der Satelliten. Das Dome-Set wird daher nicht nur in 5.1 oder 2.1 Konfiguration angeboten, sondern ebenfalls als 2.0 Stereosystem vermarktet.


Die Lautsprecherkabel werden direkt in 2 Lüsterklemmen verschraubt. Den hierfür notwendigen Inbusschlüssel findet man praktischerweise direkt im Sockel des Lautsprechers. Bananenstecker scheiden somit logischerweise aus und auch bei Lautspreckerkabeln mit Querschnitten überhalb von 2,5mm² sieht es schlecht aus. Man ist somit auf recht dünne Kabel angewiesen. Hierzu passt auch, dass der rückwärtige Kabeldurchlass am Standfuss ebenfalls recht klein dimensioniert ist. Der große Vorteil bei der Focal-Lösung ist einerseits die Realisierung eines vollständig verdeckten sowie platzsparenden Anschlussterminals, zumal sich das Festschrauben der Lautsprecherkabel (gerade bei sehr kleinen Querschnitten) als extrem stabil bzw. zuverlässig erweist.

Die wichtigsten technischen Daten in der Zusammenfassung
Modell Dome Satellit
Chassisbestückung 2-Wege System mit
1x 100mm Polyglass Tiefmitteltöner
1x 25mm Inverted Dome Hochtöner aus Aluminium/Magnesium
Übergangsfrequenz 2500 Hertz
Frequenzumfang 80Hz - 28 kHz (+- 3db)
Belastbarkeit 100 Watt
Wirkungsgrad 88db bei 2,83V/1 Meter
Abmessungen 17,2 x 14,4 x 14,3 cm (H,B,T)
Gewicht 1,9 Kilogramm
(bitte beachten Sie, dass es sich hier um Herstellerangaben handelt)



Der Subwoofer wird aus einem Stück Aluminium gefertigt, um dem Gerät eine bestmögliche Behausung, mit hoher Steifigkeit und mechanischer Belastbarkeit, zu bieten. Die Schallerzeugung erfolgt mit Hilfe eines 21cm Langhubchassis, welches nach unten abstrahlt und über die danebenliegende Bassreflexöffnung ventiliert wird. Die Kontaktaufnahme zum Boden erfolgt über drei fest integriete Abstandshalter mit gummierten Stirnflächen.



Das rückwärtige Anschlusspanel besitzt zwar keine aufsehenerregende Funktionsvielfalt, erlaubt aber sämtliche betriebsrelevanten Justagen. Abgesehen von der obligatorischen Lautstärke- sowie Crossover (Übergangsfrequenz) Regelung, steht noch ein Phasenumschalter sowie ein "Auto-Power" Modus zur Disposition. Über die Cinch Buchse des LFE Inputs kann man per Adapterkabel auch eine Integration via Lautsprecherkabel durchführen, so dass man nicht auf Verstärker mit dediziertem Subwooferanschluss angewiesen ist. Für diesen Fall verfügt der Subwoofer über eine vorkalibrierte Crossover Einstellungsmarkierung bei 120 Hertz, mit dem die Satelliten optimal angesteuert werden sollen. Positiv zu erwähnen  ist die Stromzuführung via Kaltgerätebuchse mitsamt Kippschalter zur Steuerung des Betriebszustands. Wie bei Subwoofern von Focal üblich, empfiehlt der französiche Hersteller auch im Dome-Datenblatt eine Aufstellung in Raumecken. Während die Satelliten auch einzeln als 2.0 System verkauft werden, gibt es den Subwoofer ausschließlich innerhalb eines Dome-Systems und wird nicht als Einzelprodukt angeboten.

Die wichtigsten technischen Daten in der Zusammenfassung
Modell Dome Subwoofer
Chassisbestückung 1x 210 mm Polyflex Tieftöner, Bassreflex Prinzip
Signaleingänge 1x LFE Cinch Input
Frequenzumfang 42 Hz - 200 Hz (+- 3db)
unterer Eckpunkt 35 Hz
Leistung 100 Watt Digitalendstufe
Funktionen variable Übergangsfrequenz,
Phasenumschalter
Auto-Power
Lautstärkeregelung
Abmessungen 40,0 x  27,6 x 27x6 (H,B,T)
Gewicht 8,2 Kilogramm
(bitte beachten Sie, dass es sich hier um Herstellerangaben handelt)
Testumgebung:


Beim Größenvergleich zwischen Rack und dem Dome Subwoofer werden dessen kompakte Abmessungen sehr schön deutlich. Selbstverständlich haben wir die oben abgebildete High-End Elektronik nicht nur zum Fotografieren benutzt, sondern damit auch das französische Ensemble betrieben. Da solch eine Kombination in der Praxis wohl kaum irgendwo anzutreffen sein wird, griffen wir zusätzlich noch zum Marantz SR-6003, um die Verträglichkeit mit günstigen AV-Receivern zu checken. Generell fiel auf, dass die Dome-Satelliten einen gesunden Leistungsbedarf haben und sowohl in Bezug auf Klang-, als auch Leistungsniveau sehr gut in der 1.000 Euro AV-Receiver-Klasse aufgehoben sind.

Unsere hauptsächlich eingesetzte Hardware in der Übersicht:
Elektronik Denon AVP-1HDA/Audionet MapV2 + AmpVII
Audionet PreG2 + Audionet Max
Marantz SR-6003
Quellgeräte Denon DVD-3800 mit Cinemike Tuning (Test folgt in Kürze)
Accustic Arts TubeDacII + Drive II
Advance Acoustic MCD403
Bildwiedergabe Sim2 C3X1080 Projektor
Verkabelung German High-End , Silent Wire
Höreindrücke:

Kompakte Surroundsysteme genießen bei Audio-Gourmets keinen sonderlich guten Ruf: es lässt sich nicht leugnen, dass die allgemeinen Klangcharakteristiken häufig unzureichend sind und den Hörer mit dünner Mitteltonwiedergabe sowie nicht vorhandener Raumabbildung malträtieren. In vielen Fällen versuchen die Hersteller ihre Systeme über den Subwoofer wieder attraktiv zu machen und erreichen exakt das Gegenteil, wenn dessen chronisch-überforderte Minimembran im Frequenzkeller fleißig aufdickt und zugleich jegliche Konturen wegwischt.

Unter diesem Aspekt freut es uns sehr, dass das Focal-Set erstaunlich erwachsene Töne anschlägt: hinsichtlich der Tonalität herrscht grundsätzlich eine recht gute Ausgewogenheit innerhalb des Frequenzspektrums. Ungewöhnlicherweise besitzt dieses Set jedoch keine hochtonlastige Spielweise, sondern bringt stattdessen eine kleine Betonung der mittleren Frequenzen ein. Bei Zugrundelegung von strengen Maßstäben würden wir einen etwas fließenderen Übergang zwischen diesen beiden Bereichen wünschen, wo uns beim Testen die Anbindung des Hochtöners minimal zu leise vorkam. Hier wäre es besser, wenn der Hochtöner im Übergang zum Tiefmitteltöner schneller "einspringen" könnte, denn mit zunehmender Frequenz agiert er mit steigender Präsenz. Fairerweise muss man diesbezüglich aber erwähnen, dass wir auch bei vergleichbaren Systemen (5.1 Satelliten/Säulen-Sets) bislang noch keine makellose Klangbalance vorgefunden haben, zumal sich das Focal-Ensemble insgesamt recht gut aus der Affaire zieht und keine groben Abstimmungsfehler mitbringt. Nach Rücksprache mit dem Hersteller wurden wir darüber informiert, dass dieser Kritikpunkt im Lauf der Zeit abgemildert würde, da sich die fabrikneuen Lautsprecher wohl noch nicht ganz eingespielt hätten ( ca. 30 Stunden zum Abschluss der Testreihen).

Absolute Begeisterung löste das Klangfarbenreichtum sowie die Detaillierung der Satelliten aus: während der Grundtonbereich hauptsächlich von Volumen geprägt wird, beweisen die Lautsprecher in den darüberliegenden Frequenzbereichen eine sehr schnelle, präzise Signalumsetzung. Besonders der Hochtöner punktet mit einer hohen Brillanz und Durchzeichnung. Auch die Auflösung sowie Klangtransparenz liegt klassenbezogen auf einem außerordentlichem Niveau, wenngleich die Gesamtcharakteristik keine übermäßige Milde/Seidigkeit erkennen lässt. Die Bassdarstellung gelingt den kugelartigen Schallwandlern sehr gut, sie spielen bis deutlich unter die 100 Hertz Marke recht körperhaft auf und lassen dabei auch in Bezug auf die Konturierungsgenauigkeit keine größere Kritik aufkommen. Richtig druckvoll spielen die Dome-Satelliten natürlich nicht, aber man kann mit Ihnen defintiv auch ohne Subwoofer Musik hören, ohne den Eindruck zu haben, etwas zu vermissen. Diese Eigenschaft hätten wir einer derart kleinen Box eigentlich nicht zugetraut! Auf einen Zugewinn der unteren Frequenzen durch eine Wand- oder Deckenmontage, sind die Satelliten nicht angewiesen. Wir empfehlen Ihnen daher zur Ausschöpfung des maximalen Klangpotentials eine möglichst freie Aufstellung. 

Der Subwoofer knüpft nicht ganz an das hohe Leistungsniveau der Satelliten an: während der maximale Tiefgang in Anbetracht von Gehäusevolumen und Membrangröße bemerkenswert weit hinab reicht, genügt die gebotene Sauberkeit leider nicht für einen vorderen Tabellenplatz. Bei typischen Heimkino-Tiefbasseffekten unterhalb 50Hertz meldet sich zudem auch noch die Bassreflexöffnung in Form von mittelstarken Ventilationsgeräuschen. Unter Einbeziehung sämtlicher Aspekte erweist sich der Subwoofer aber als praxisgerecht, schließlich sind alle anderen Modelle in dieser Größenordnung mit denselben Problemen konfrontiert. Im Tiefbassbereich sind die physikalischen Grenzen nunmal deutlich enger gesteckt, als im Mittel-/Hochtonbereich. Um einem kleinvolumigem Subwoofer erstklassige akustische Leistungen abzugewinnen, muss man sich extrem hochkarätiger und teurer Technik bedienen. Als Beispiel möchten wir hier die Modelle von Velodyne oder Sunfire (Test folgt demnächst) aufführen, die aber preislich jenseits des kompletten Focal-Sets liegen. Immerhin erweist sich der Focal Subwoofer für normale Anwendungsprofile als absolut ausreichend konzeptioniert: er verkraftet auch etwas höhere Lautstärken und erfreulicherweise spielt er überhalb 60Hertz recht kontrolliert, so dass er für musikalische Anwendungen durchaus geeignet ist. 


Die kleinen Satelliten schlagen sich einzeln ausgezeichnet !

Die Pegelfestigkeit müssen wir differenziert beschreiben, weil das Ergebnis stark vom Anwendungsfall und Feinabstimmung abhängig ist. Wer den Wunsch hegt, das Pod-Race aus Star Wars Episode 1 mit brachialem Pegel zu erleben, wird vom Subwoofer schneller auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, als Sebulba "Poodoo" sagen kann. Die teilweise extrem tief abgemischten LFE-Effekte überfordern die kleine Membran bei stark angehobener Zimmerlautstärke. Hier wäre beim Subwoofer vielleicht ein steilerer Hochpassfilter bei ca. 45 Hertz sinnvoll gewesen, denn dann würde der kleine Subwoofer sich nicht im Tiefstbassbereich austoben und dabei verausgaben. Andererseits kann man genau diese Abstimmung auch positiv beurteilen, schließlich bietet der Bassist mit üblichen Wohnzimmerpegeln einen formidablen Tiefbass, den die meisten anderen vergleichbaren Subwoofer (zB. Monitor Audio Radius 360) in dieser Form nicht bieten. Die Satelliten sind hingegen mit einer erstklassigen Pegelfestigkeit gesegnet und stehen auch einer intensiven Partybeschallung nicht im Wege. Im Betrieb ohne Subwooferunterstützung vermindert sich überhalb von ca. 85db der Bassdruck, allerdings bleibt die Wiedergabe nach wie vor sauber und kontrolliert. Hier setzt das Dome-Quintett den absoluten Benchmark seiner Klasse. Erst ab ca. 95db gelangt man in den Grenzbereich, wo sich eine zunehmend aggressive Hochtonwiedergabe einstellt. Man kann somit problemlos auch größere Wohnzimmer mit ihnen beschallen, was normalerweise mit solch kleinen Lautsprechersystemen nur eingeschränkt empfehlenswert ist. Einziger kleiner Makel an den Satelliten stellt der nur durchschnittliche Wirkungsgrad dar, so dass man bei der AV-Receiver Wahl nicht gerade zum günstigsten Gerät greifen sollte. In Bezug auf klangliche Abstimmung und Leistungsfähigkeit erwies sich bei unseren Hörtests der Marantz SR6003 als harmonierende Kombination. 

Die meisten automatischen Einmesssysteme haben eine Trennung von 120 Hertz vorgeschlagen. Nach eingängigen Hörtests haben wir uns für eine generelle Trennfrequenz bei 100 Hertz entschieden, weil hiermit in unserem Raum ein noch besserer Übergang zum Subwoofer erreicht werden konnte. Sofern es mit den verwendeten AV-Receivern möglich war,  realisierten wir zudem noch eine Frequenzgangsabschwächung unter 50Hertz auf dem Subwooferkanal, was Pegelfestigkeit und Präzision verbesserte. Außerdem erwies es sich als empfehlenswert, den Tiefbass-Spezialisten in mittlerer Distanz (ca. 2,5 Meter) und mit wandnaher Aufstellung zu betrieben.

Insgesamt hatten wir bei den Hörtests viel Spaß mit dem Dome-Set. Die akustische Umsetzung von "Herr der Ringe Disc1 SEE" war von einer hohen Vielschichtigkeit und Differenzierung geprägt, als Gandalf mit seinem Pferdegespann in das Auenland einkehrt. Die gebotene Finesse und Detailversessenheit, mit der Umgebungsinformationen (klapperndes Zaumzeug, Hufgeräusche etc.) herausgeschält werden, gelingt den Satelliten außerordentlich gut. Die einsetzende Hintegrundmusik garniert das französische Lautsprecher-Ensemble mit hoher Vitalität und Feinzeichnung. Man kann generell festhalten, dass die gebotene Klangdynamik (speziell im Hoch-/Mitteltonbereich) eine große Stärke darstellt und ein Extralob verdient. Unabhängig davon, ob Frodo mit Orks kämpft oder Pferdegalopp das Heimkino erzittern lässt - stets sorgt das Set für eine schwungvolle und dadurch emotional-ansprechende Spielweise. Selbst die schwierige Umsetzung feindynamischer Akzente gelingt den Lautsprecher sehr gut, was sich beispielsweise in einer charismatischen Stimmwiedergabe äußert. Der Erzählstimme aus dem Vorspann fehlt es minimal an Seidigkeit, wobei hingegen die akustische Gestaltung von Aragorn oder Boromir mit einem sehr guten Maß an Grundtonvolumen und Nachdrücklichkeit erfolgt. Während der Scharmützel in den Minen von Moria muss der Subwoofer teilweise schon ein wenig um Contenance ringen, wenn der Höhlentroll lautstark durch die Gänge stapft. Man kann ihm dabei aber keineswegs ein Mangel an Bassfundament oder Engagement vorwerfen, denn er begnügt sich nicht mit einem Statisten-Dasein und nimmt akustisch schon gerne mal eine etwas vordergründigere Position ein. Durch die Verwendung von fünf identischen Satelliten profitiert die Surroundabbildung durch eine makellose Homogenität. Speziell bei effektlastigen Szenen darf man sich über identische Klangfarben aus allen Richtungen erfreuen, zumal das Dome-Set über ein gutes Rundumstrahlverhalten verfügt. Der Klang löst sich recht gut von den Lautsprechern und wird großflächig im Raum wiedergegeben. Auf diese Weise stellt sich eine gute Surroundkulisse mit großer Klangbühne ein, die sich deutlich von  punktuell-aufspielenden Mitbewerbersystemen unterscheidet. Die Rearspeaker können somit auch etwas breiter montiert werden, um eine größere Hörzone zu beschallen. Damit die Kohärenz der Gesamtabbildung auf einem hohen Niveau bleibt, empfehlen wir jedoch keine allzu großen Höhenunterschiede zwischen Front- und Rearbereich. 

Die gute Bühnenstaffelung ist auch ein Grund für die ansprechende Stereowiedergabe: unabhängig von der Konfiguration des Subwoofers, darf man sich über ein großes Maß an Rauminformationen freuen. Ortbarkeit und Lokalisationsschärfe sind bei manch größerem Kompaktlautsprecher zwar noch etwas besser, aber in der Summe aller Eigenschaften, kann das Focal-Set absolut überzeugen: die Tonalität ist recht ausgeglichen, Klangdetaillierung und Dynamik gehören sowieso zu den Schokoladenseiten und in Kombination mit der basskräftigen Spielweise (bezogen auf Stand-Alone Betrieb ohne Subwoofer) sowie der gelösten Raumabbildung, entpuppt das Focal-Set viele musikalische Talente.

Fazit:

Mit dem Dome System bietet Focal ein gleichermaßen optisch wie akustisch überzeugendes Gesamtpaket an. Dank kleiner Abmessungen, der frei einstellbaren Gehäuseneigung, sowie der Möglichkeit einer unkomplizierten Wand- und Deckenmontage, fügen sich die Lautsprecher in fast jedes Ambiente nahtlos ein. Auf diese Weise kommt man der Idealvorstellung von "unsichtbaren" Lautsprechern schon ziemlich nah, zumal das französische Sixtett auch überzeugende Klänge von sich gibt. Der Subwoofer kann seine geringe Größe bei extremen Pegeln bzw. Tiefbasseffekten akustisch zwar nicht ganz leugnen, bietet aber dennoch solide Dienste. Das große Highlight setzen zweifelsohne die hervorragenden Satelliten, die in vielen Klangaspekten Erstaunliches leisten und über ein breites Anwendungsspektrum verfügen. Der aufgerufene Komplettpreis von 1.849 Euro ist daher als fair und angemessen zu bewerten. Für Anwender mit dem Wunsch nach möglichst unauffälliger Lautsprecherintegration, die aber dennoch große Ansprüche an die Klangwiedergabe stellen, lohnt sich die Hörpobe beim nächstgelegenen Focal-Händler auf jeden Fall. 

Klein, elegant und klangstark: das Focal Dome 5.1 Surroundset
erweist sich als vielseitige Klanglösung für alle Fälle,
wo Design und Akustik gleichermaßen entscheidend sind.


Focal Dome 5.1 System
Surroundlautsprecherset
Gesamtpreis 1.849 Euro
Test: 2. März 2009
+ stimmige Gesamtabstimmung 
+ saubere Mittel-/Hochtonwiedergabe mit guter Detaillierung und Auflösung
+ Basswiedergabe der Satelliten reicht auch für Single-Betrieb
+ gute Pegelfestigkeit der Satelliten
+ flexible Installationsmöglichkeiten (Decken-/Wandmontage etc.)
+ kleine Abmessungen sämtlicher Komponenten
+ ansprechende Gehäuseverarbeitung 

- Subwoofer bietet wenig Einstelloptionen (Equalizing etc.)
- bei Tiefbasswiedergabe nur eingeschränkte Pegelfestigkeit und Präzision
- Satelliten können nur mit dünnen Lautsprecherkabeln betrieben werden

Website des Anbieters. www.focal-audio.de

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Text: Lars Mette