Test: Denon AVP-A1HD+POA-A1HD Surround Vor-/Endstufenkombination 
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Dieser Artikel wurde auf Amisos-PCs verfasst.

(15. September 2008 - Autor: Lars Mette )

technischer Aufbau:

Die hier vorliegende Vor-/Endstufenkombination finden sie nicht überall: Denon vertreibt beide Komponenten deutschlandweit ausschließlich über ca. 10 selektierte Händler, um ein Höchstmaß an Beratungsqualität, Preisstabilität und Service bieten zu können. Auf diese Art und Weise soll auch sichergestellt werden, dass der Kunde nachvollziehen kann, wie sich der Kaufpreis zusammensetzt und dass man die A1-Kombi unter bestimmten Gesichtspunkten durchaus als günstig einstufen könnte. Wenn Sie den Händler Ihres Vertrauens nach der Besonderheit der beiden Flaggschiffen fragen, werden sie höchstwahrscheinlich zu hören bekommen, dass hier erstmalig ein absolut kompromissloses vollsymetrisches Konzept für bis zu 10 Kanäle realisiert wurde, welches sogar die aktuellsten Tonformate beherrscht. 

Nun, diese Eigenschaft stellt in der Tat das zentrale Merkmal dieser Vor-/Endstufenkombination dar. Die immense Ausstattungsfülle ist zwar ebenfalls bemerkenswert, grenzt die A1-Kombi jedoch nicht vom Feature-identischen Vollverstärker AVC-A1HD ab, der mit seinen 5.500 Euro fast zwei Drittel weniger kostet. Bevor wir uns näher mit den Testgeräten auseinandersetzen, möchten wir daher eine kurze Exkursion in die Grundlagen der symmetrischen Signalverarbeitung unternehmen.

Fangen wir mit der Ansicht eines elektrischen Signals im Idealzustand an (ganz oben links). Hier ist klar zu erkennen, dass die Amplituden sauber verlaufen und das Signal somit exakt transportieren. Leider lebt dieses Signal jedoch nicht alleine auf dieser Welt und wird von verschiedenen Faktoren sowohl kapazitiv, als auch induktiv beeinflusst. Zu den Übeltätern zählen nicht nur Einstreuungen im Mittel- und Kurzwellenbereich (zB. UKW-Signale), sondern ebenso Motoren oder Netzteile, welche mit Wechselspannung arbeiten. Durch Abschirmung des Kabels, als auch Kapselung der betreffenden Störquellen kann man zwar etwas entgegenwirken, doch vom Grundsatz unterliegt die Signalübertragung nach wie vor diesen Einflüssen. Deshalb müssen die Ingenieure bei der Entwicklung von AV-Boliden übrigens grundsätzlich einen hohen Aufwand hinsichtlich Signalabschirmung betreiben, um die immense Einstreuungsintensität aufgrund der vielen Bauteile, halbwegs in den Griff zu bekommen.

Bei der symmetrischen Signalverarbeitung besteht der Ansatz darin, jedes Signal zusätzlich mit einer "Kopie" in entgegengesetzter Polarität quasi doppelt zu übertragen. Selbstverständlich spielt eine möglichst gute Schirmung nach wie vor eine Rolle, aber ein Großteil der Signalverfälschungen kann durch die Differenzbildung nun wieder ausgeglichen werden. Schädigende Einflüsse gleichen sich somit selbst wieder aus, da sie sich nun nicht mehr nur auf einer Halbwelle auswirken, sondern zugleich auch die Gegenphase beeinflussen.

Zurück zum Denon-Gespann: die japanischen Entwickler haben dieses Prinzip bei ihrer Vorzeige-Kombination in einer bislang einzigartigen Konsequenz durchgezogen. Die symmetrische Signalübertragung findet daher nicht nur zwischen Vor- und Endstufen statt, sondern zieht sich sogar innerhalb der Geräte wie ein roter Faden durch alle Baugruppen ! Oben sehen Sie einen Demoaufbau von Denon, der dieses Prinzip am Beispiel der Vorstufe aufzeigt. Die komplett symmetrische Auslegung beginnt von der Signalannehme und wird lückenlos bis hin zum XLR-Ausgang fortgeführt. Dieser bislang beispiellose Aufwand wird für alle vorhanden 12 Kanäle betrieben, also nicht nur für die Frontlautsprecher. Selbst der LFE Kanal kommt in den Genuss einer solchen Vorzugsbehandlung.

Besonderheiten AVP A1HD:

Abgesehen von den Lautsprecheranschlüssen, gleicht der AVP A1HD seinem Vollverstärker-Geschwistermodell AVC A1HD von außen wie ein Ei dem anderen. Doch sobald man ihn von seinem Blechdeckel befreit, wird klar, dass er ein völlig eigenständiges Konzept bietet. Lediglich Teilbereiche der Digital- und Videosektion hat er mit dem Vollverstärker gemeinsam. Zusätzlich zur vollsymmetrischen Architektur auf Kanalebene achtete man bei der Entwicklung der AVP-A1HD auch auf die Grundfaktoren eines guten Gerätedesigns: sämtliche Komponenten vergüen über eine direkte Erdung mit dem Gehäuse, um unterschiedliche Massepotentiale zu verhindern. Außerdem betrieb man einen hohem Grad an Separisierung und trennt die Baugruppen nicht nur hinsichtlich der Schaltkreise, sondern auch räumlich im Gehäuse mittels dedizierter Kammern. Ebenfalls ganz oben im Pflichtenheft der Entwickler: die Realisierung von möglichst kurzen Signalpfaden, um eine optimale Klangqualität zu erreichen.


Hier sehen Sie die Hauptbestandteile der internen Stromversorgung. Zwei hochwertige Ringkerntrafos sorgen für ein Leistungsniveau, welches selbst hochwertigen Vollverstärkern gut zu Gesicht stehen würde! Um jede Baugruppe ideal zu versorgen und Wechselwirkungen untereinander zu unterbinden, betreibt Denon einen beispiellosen Aufwand: insgesamt stehen 5 Haupttrafos mit Schirmwicklung zur Verfügung. Hierüber werden die insgesamt 16 unabhängigen Stromversorgungen beliefert. Mit einer Gesamtsiebkapazität von 40.000 Microfarad unterstreicht Denon abermals, wie groß der Aufwand ist, damit die Stromerzeugung über alle Zweifel erhaben ist und ideale Bedingungen für alle Bauteile der Vorstufe herrschen.

Jede der rechts abgebildeten Platinen ist dediziert nur für die symmetrische Signalbereitstellung eines einzelnen Kanals zuständig und stellt damit die letzte Baugruppe dar, die ein Signal im AVP-A1HD durchläuft (natürlich nur bei Nutzung der XLR-Ausgänge!). Innerhalb dieser Baugruppe findet die Lautstärkeregelung statt, so dass hier eine besonders akkurate Signalaufbereitung gefragt ist. Dieser Prozess profiert ganz erheblich von der vollsymmetrischen und kanalgetrennten Signalaufbereitung. Um möglichst ideale Bedingungen für die Vorverstärkung herzustellen, darf sich jeder einzelne Kanal über eine eigene Class-A Stromversorgung innerhalb dieser Platine freuen (erkennbar an den schwarzen Passivkühlkörpern im unteren drittel des Bildes).

Der AVP-A1HD nimmt sich aller aktuellen relevanten Tonstandards an und nimmt damit eine Sonderstellung im Marktbereich der hochwertigen AV-Vorstufen ein. Dolby TrueHD, Dolby Digital Plus, Dolby Digital EX, Dolby Digital, Dolby Pro Logic IIx, Dolby Headphone, DTS-HD Master Audio, DTS-HD High Resolution Audio, DTS-ES, DTS 96/24, DTS Neo:6, DTS sowie HDCD-Signale werden decodiert. Zudem darf sich die Vorstufe mit einer THX-Ultra 2 Lizenzierung schmücken, weshalb die Programme THX Ultra 2 Music/Cinema/Game und der THX Surround EX-Modus ebenfalls zur Verfügung stehen. 

Der Denon-eigene Schaltkreis D.D.S.C.-HD ist für eine stabile, präzise Signalverarbeitung zuständig. Drei ultraschnelle 32-Bit Fließkomma-SHARC-DSPs sorgen nicht nur für ein enorm genaues Decoding, sondern auch für eine auf gleichem Hochleistungsniveau liegende Nachbearbeitung der decodierten Signale. Für eine weitere klangliche Verbesserung von Audiosignalen mit niedrigerer Bittiefe und Samplingrate ist Denons selbst entwickeltes Advanced AL24 Processing Multichannel (192 kHz-Upsampling und Bitextension auf 24 Bit) für eine erhöhte Tonqualität auf allen Kanälen mit an Bord. Aufgrund der symmetrische Innenarchitektur arbeitet auch die DSP-Sektion nach diesem Schema und berechnet für jeden Kanal zusätzlich jeweils noch das gegenphasige Signal. Ein zentraler FPGA dient bei all diesen Operationen als Masterclock, um Jitter zu vermeiden.

Der AVP-A1HD ist mit hochwertigen 24-Bit/192 kHz BurrBrown A/D-Wandler (1x PCM1804, in Differentialanordnung betrieben) für analoge 2-Kanal-Quellen ausgestattet. 24-Bit/192 kHz BurrBrown D/A-Wandler (6x PCM1796, nur Main Zone!), die in einer aufwendiger doppelten Differentialanordnung betrieben werden, kommen für die digital/analoge Signalwandlung im Mulitchannelbetrieb zum Einsatz. Der "Pure Direct" Modus für den reinen Stereo-Musikgenuss in höchster Klangqualität ist ebenfalls mit an Bord. Um die akustische Aufbereitung von datenreduziertem Material sorgt der Compressed Audio Restorer (MP3, WMA, etc.), der verschiedene Einstellstufen in Abhängigkeit vom Quellmaterial bietet. Die Justage kann auch mittels OSD erfolgen. Als weiteres Feature ist Audyssey Dynamic EQ mit an Bord, dieses Ausstattungsmerkmal hat zur Aufgabe, eine lautstärkeabhängige Frequenzganganpassung in Echtzeit durchzuführen mit der Mission, unabhängig von der Hörlautstärke eine bestmögliche Klangqualität zu erzielen. 

Das weiterentwickelte Einmess-System Audyssey MultEQ-XT mit ALFC (Advanced Low Frequency Correction) und einem hochwertigem Original Audyssey-Tower-Messmikrofon mit Metallsockel stellt eine saubere Einmessung der Basisfaktoren (Lautsprecher-Größe, Lautsprecher-Entfernung vom Hörplatz, Lautsprecher-Pegelangleich) sowie ein umfangreiches, exaktes raumabhängiges Equalizing zur Verfügung. Es werden die Audyssey- und die Audyssey Flat Kurve parallel eingemessen. Nachher kann bequem zwischen beiden Kurven umgeschaltet werden. Es kann jeder Quelle ein individueller Modus (Audyssey Flat/Audyssey/kein EQ, als aus und "pur") zugeordnet werden. Wahlweise kann man auch allen Quellen zusammen einen Modus zuordnen. Denon stattet den AVC-A1HD auch mit einem manuellen EQ aus, hier ist es möglich, eine automatisch ermittelte EQ-Kurve in den manuellen EQ zu kopieren. Wer es lieber manuell mag, wird sich über die vielfältigen Möglichkeiten des manuellen Lautsprecher-Setups freuen. Sehr penibel geht Denon beim Punkt Time Alignment vor: Man hat die Auswahl zwischen 0,01 m und 0,1 m Schritten. Die Übernahmefrequenz ist lautsprecherselektiv regelbar. 


Die Steuerung erfolgt über das grafische Benutzerinterface, welches wir auch schon von Denon AVR-3808/4308 kennen. Die Funktionen wurden sinnvoll in den Menüs untergebracht, so dass man nach relativ kurzer Eingewöhnungsphase gut zurechtkommt. Für Neulinge dürfte der Funktionsumfang dennoch am Anfang etwas überfordernd sein, aber genau deswegen bekommt man einen AVP ja schließlich auch nur bei ausgewählten Fachhändlern, die einen bei der Installation mit Rat und Tat zur Seite stehen können. Sehr erfreulich ist die Tatsache, dass sämtliche Menüpunkte simultan auf dem Gerätedisplay angezeigt werden und man deswegen bei Konfig-Änderungen nicht zwingend immer einen Bildschirm einschalten muss, wie bei vielen anderen Vorstufen. Während die soeben erwähnten Display-Infos ausnahmslos in Englisch gehalten sind, kann man das On-Screen-Menü in mehreren Sprachen serviert bekommen. 


Alternativ lässt sich die Denon Vorstufe auch von jedem Endgerät mit Internetbrowser steuern (sofern beide Geräte im Netzwerk integriert sind). Hierüber können sämtliche Operating- sowie Konfigurationseingriffe vorgenommen werden, was sich beispielsweise bei der Quellenbenennung als praktischer Vorteil erweist. Als noch größeren Benefit stufen wir jedoch die Möglichkeit ein, die komplette Konfiguration in eine Datei abspeichern zu können, um sie bei Bedarf später wieder zurückzuladen. Hiermit kann man problemlos ein paar Einstellungen ausprobieren, oder den AVP für einem gemeinsamen Hörtest in einer anderen Umgebung vorbereiten, ohne hinterher wieder sämtliche Justagen inkl. Einmessung durchführen zu müssen.  

Da lacht das Herz eines jeden Technik-Enthusiasten: die Anschlusssektion des AVPs lässt (fast) keine Wünsche offen. Dank Implementation moderner Systeme (zB. USB und Ethernet) wird insgesamt eine bislang nicht erreichte Schnittstellenvielfalt geboten. Erfreulicherweise hat man bei Denon auch an traditionelle Anschnussnormen gedacht, so dass sich auch Laserdisc-Player oder Schallplattenspieler an der Vorstufe andocken lassen. Lediglich eine iLink Buchse sucht man vergeblich - wer einen DVD-3930 oder DVD-A1XV(A) sein Eigen nennt, kann jedoch alternativ auch per Denon-Link eine Verbindung herstellen und auf diese Weise in den Genuss einer verlustfreien Mehrkanal Digitalübertragung für SACD und DVD-Audio gelangen. Wichtig für zeitgemäße Heimkinos sind jedoch vor allem die HDMI Eingänge, wovon sich 6 Stück im Gerät befinden und jeweils frei zuordnen lassen. Weitere Details zu der verbauten Videosektion finden Sie in der nächsten Rubrik. 

Wie bereits erwähnt, empfiehlt sich die AVP-A1HD für eine Anbindung per XLR an die Endstufe(n). Alternativ stehen jedoch auch herkömmliche Chinch-Buchsen zur Verfügung, so dass man die Vorstufe mit jedem handelsüblichem Endverstärker verbinden kann. Leider müssen wir in diesem Zusammenhang aber auch einen der größten Kritikpunkte an der Denon-Vorstufe proklamieren: wer die Pre-Out Buchsen für die zusätzlichen Zonen sucht, wird enttäuscht feststellen müssen, dass hier ziemlich gestrichen wurde:

Konnte der AVC-A1XV noch eine 5.1 Beschallung für die zweite Zone liefern, so wurde der AVP-A1HD diesbezüglich kastriert und vermag nun nur noch Zweikanalsignale für Zone2 und 3 bereitzustellen. Sehr schade, denn somit entfällt die Möglichkeit, mit einer Vorstufe gleich zwei Surroundsysteme mit hochwertigen Klängen zu versorgen. So war es beim AVC-A1XV beispielsweise möglich, einen angefangen Film in ZoneA (Wohnzimmer) komfortabel per Knopfdruck in ZoneB (Schlafzimmer) in Dolby Digital weiterzuschauen. Außerdem war der frühere Denon-Topliner sogar in der Lage, verschiedene Streams gleichzeitig in beiden Zonen vollwertig wiederzugeben. Insofern also ein klarer Nachteil für Anwender mit entsprechend ausgelegter Infrastruktur. 

Die Audio-Schnittstellen in der Übersicht:

Typ Anzahl Anmerkung
HDMI 6x in  // 2x out HDMI V1.3a
Eingänge frei zuweisbar
coaxial digital 6x in // - 2 mal als BNC
optisch digital 5x in // 3 1 mal als Front-In
Denon-Link 1
USB 2 je einmal Front und Rear
Ethernet 1x RJ45, 1xWLAN
Chinch analog 11x in // 3
1x 8+6 Mehrkanal
1 x Phonoeingang
1x Front
XLR analog 1x in für CD-Eingang
Pre-Out 12x XLR ZoneA
12x Chinch ZoneA
1x Zone B
1x Zone C
Zone B und C auch per
Digitalausgang


Unter diesem schwarzen Passivkühlkörper befindet sich ein Silicon Optix Realta T2-Hochleistungsprozessor, der für sämtliche Aufgaben rund um De-Interlacing, Scaling und Videokonvertierung zuständig ist. Schon im Denon DVD-3930 sorgt solch eine VPU (Video Processing Unit) für Furore und war der Grund, dass jener DVD-Player ein wahres Feuerwerk auf die Bildflächen moderner Displays (bzw. Leinwände) zaubert, wie kein anderes Gerät. Daher ist der Ansatz der Denon-Ingenieure absolut clever, diese hochwertige Videosektion in einem AV-Receiver an zentraler Stelle zu integrieren, so dass jedes Quellgerät in den Genuss der fortgeschrittenen Bildverarbeitung gelangen kann. Und so verwundert es nicht, dass sich der Realta-Chip im AVP-A1HD nicht nur den zahlreichen analogen Videoeingängen annimmt, sondern darüberhinaus auch für HDMI-Bildquellen zur Verfügung steht. 

Dieser rechnet im 10-bit-Verfahren und verspricht höchste Genauigkeit. Der integrierte REALTA T2 arbeitet sowohl als De-Interlacer und Scaler. Eingehende SD-Signale werden in sehr guter Qualität bis auf 1.080p hochskaliert. Highlight der Videosektion ist auch der umfangreiche Video-EQ, der auch eine hochwirksame, adaptive Rauschunterdrückung (HQV) umfasst. Die 2 HDMI (1.3a)-Ausgänge sind für ein komfortables Umschalten zwischen Projektor und Plasma-/LCD-Bildschirm mit der Möglichkeit zur simultanen Ausgabe ausgelegt. Die vollständige Video-Konvertierung mit HDMI-Ausgabe ist ein absolutes Novum im High-End Vorstufenbereich. Hochwertige 12-Bit/216 MHz Video-A/D- und -D/A-Wandler ermöglichen ein klares, präzises Bild, ganz gleich, ob ein digitales Videosignal analog ausgegeben oder ein analoges Videosignal digital ausgegeben wird. 

Als HDMI Standard kommt die aktuellste Spezifikation 1.3a zum Einsatz, so dass Deep Colour (30+36 Bit) genauso unterstützt wird, wie der erweiterte Farbraum gemäß xv.YCC Norm. Eine Funktion zur automatischen Bild-/Tonsyncronität (Auto Lip-Sync) ist ebenfalls an Bord. Der AVP1-A1HD stellt seine Bildsignale wahlweise über eine von zwei HDMI Ausgängen zur Verfügung. Man kann hiermit zwar keine simultane Wiedergabe realisieren, doch zumindest eine zuverlässige und praktikable Umschaltmöglichkeit für glückliche Besitzer von Heimkinos mit Flachbildschirm und Projektor.

An Bildbearbeitungsmöglichkeiten bringt die AVP-A1HD Justagen für DNR, Schärfe und den Enhancer mit. Sämtliche Optionen lassen sich sowohl auf digitale, als auch analoge Videosignale anwenden. Dasselbe gilt für De-Interlacer und Scaler, wobei 1080p Eingangssignale hiervon ausgenommen sind und dementsprechend nicht runterskaliert werden können. Eine Signalausgabe von 1080p mit 24 Hertz gibt es ausschließlich in der Stellung "Automatisch" (siehe oben), denn mit manueller Auswahl von 1080p Ausgabe, rechnet die Vorstufe auf 50- oder 60 Hertz um. Die Konfiguration des Video-EQs ist für jeden Kanal selektiv konfigurierbar, so dass man beispielsweise beim BluRay-Player die komplette Sektion abschalten kann und auf diese Weise ein 1:1 durchgeschliffenes Signal mit 24 Hertz bekommt. Problematisch wird es für Anwender, die mit ihrem BluRay Player gleichzeitig HD-Scheiben in 24Hz, als auch DVDs (50 Hz) anschauen möchten und für die SD-Medien auf die Scaling- und De-Interlacing Dienste des AVP zurückgreifen möchten. In diesem Fall muss man leider jedes Mal eine manuelle Umstellung sowohl am Player, als auch der Vorstufe, vornehmen. Daher empfiehlt sich der Einsatz von getrennten Geräten. Es ist zu hoffen, dass Denon mit entsprechenden Updates für Abhilfe sorgt, gerade auch in Hinblick auf den jüngst veröffentlichten DVD-2500BT, mit dem das Zusammenspiel aus selbigen Grund, ebenfalls (leider) nicht komfortabel vonstatten geht.

Doch es gibt auch Positives zu vermelden: die Testreihen der Videosektion haben ergeben, dass die Videosektion hervorragende Arbeitet leistet und beeindruckende Bilder auf die Leinwand zaubert: Schließen wir unseren Denon DVD-3930 über S-Video am AVC-A1HD an und lassen diesen das Signal dann auf eine 1.080p Bildsignalausgabe über HDMI umarbeiten, so sind die die visuellen Ergebnis bei Star Wars Episode 3 überragend. Dies zeigt sich in einer enorm hohen Bildstabilität und einer gekonnten Konstrastdarstellung. Als Beispiel dient hier der Flügel des republikanischen Sternzerstörers gleich zu Beginn von EP. 3. Der Flügel liegt teilweise im Dunklen, trotzdem holt der AVC-A1HD jede Menge Details heraus. Dass das Bild trotzdem natürlich und nicht künstlich aufgehellt erscheint, beweist die Güte der Video-Signalverarbeitung. Das Bild wirkt scharf und relativ rauschfrei, lediglich in hohen Bildfrequenzen softet das Bild minimal ab. Natürlich kann auch der Denon nicht komplett verheimlichen, dass selbst ein sehr gut aufbereitetes S-Video-Signal nicht mehr das Maß aller Dinge ist, aber das Gebotene liegt auf enormem Niveau, das wir bis vor einiger Zeit nur von teuren externen Video-Prozessoren her kannten. Beeindruckend ist, dass auch Farbverläufe gut erfasst werden und kein Ineinander-Laufen von angrenzenden Farben sichtbar wird. Das Durchleiten von 1.080p/24 Hz-Signalen gelingt dem Denon, wie von uns auch erwartet, ohne irgendwelchen Qualitätsverlust. Das De-Interlacing sowie Scaling bei digitalen Quellen vollzieht die Vorstufe mit einer derart hohen Qualität, dass uns spontan (außer dem identisch bestückten DVD-3930) kein DVD-Player einfällt, mit dem man hiervon nicht profitiert! Sowohl bei Film-, als auch Videomaterial lieferte er ein extrem stabiles und detailreiches Bild. Bewegungsunschärfen sind selbst in schwierigen Sequenzen nicht auszumachen. Hierbei realisiert der Videoprozessor ebenfalls eine überragende Bildschärfe und beweist, dass der verbaute Realta T2 momentan das Maß der Dinge ist.

Die Video-Schnittstellen in der Übersicht:

Typ Anzahl Anmerkung
HDMI 6x in  // 2x out HDMI V1.3a
Eingänge frei zuweisbar
Ausgänge manuell oder autom. umschaltbar
Component 6x in // 3x out 1x in als BNC
1x out als BNC
S-Video 8x in // 3x out 1x Front
FBAS 8x in // 3x out 1x Front


Hinter der Frontklappte verbergen sich sämtliche Bedienelemente, um den AVP auch ohne Fernbedienung komplett steuern bzw. einrichten zu können. Außerdem integrierte Denon an dieser Stelle auch gleich die kompletten Front-AV Schnittstellen: hier finden (u.a.) Kopfhörer und das Messmikrophon Anschluss. Bemerkenswert ist die USB Buche, über die man Musik eines MP3-Sticks (etc.) wiedergeben lassen kann. Leider betreibt die Vorstufe keine automatische Geräteerkennung, so dass man im Konfigurationsmenü hinterlegen muss, ob man vom Front- oder Rear USB-Port hören möchte. Positiv präsentiert sich hingegen die Medienkompatibität, denn bei unseren Tests mit verschiedenen USB-Sticks und -Festplatten gab es keinerlei Probleme zu verzeichnen. Lediglich die Usability könnte besser sein - hiermit befassen wir uns in der nächsten Rubrik ausführlicher. In Bezug auf die Front-Eingänge fährt unser Testproband dank S-Video, FBAS, Stereo-Chinch sowie einem optischen Digitalanschluss ein gutes Niveau auf, verdient sich dabei aber keine Bonuspunkte.. Wir vermissen nicht nur eine HDMI-, sowie Coax-Schnittstelle, sondern auch eine Möglichkeit zur Umschaltung zwischen Ein- und Ausgabe, wie es beispielsweise bei Harman/Kardon schon bei wesentlich günstigeren Geräten der Fall ist. 

Eine direkte Integration in Wireless-LAN-Netzwerke (WLAN, Wi-Fi) und LAN-Netzwerke (Ethernet-Anschluss) ist ebenfalls gegeben. So bleibt es dem Anwender überlassen, ob man ein stabileres kabelbasiertes Netzwerk oder ein optisch leichter zu integrierendes Drahtlos-Netzwerk bevorzugt. Mittels der Internetradio (MP3, WMA) Funktionalität mit über 7000 Radiostationen weltweit ist ein gigantisches Informations- und Musikangebot nutzbar. Audio Streaming von DLNA-kompatiblen Musik-Servern (MP3, WMA, WMA Loss-less Transcode, AAC,FLAC und WAV ist ein weiteres Ausstattungsmerkmal. Ebenfalls ist JPEG-Foto Streaming von kompatiblen DLNA-Medienservern inkl. Album Art-Anzeige möglich. Auf einen Videoclient, wie etwa beim Marantz AV8003 hat man hingegen leider verzichtet. 2 USB-Schnittstellen (vorne/hinten) für Musikwiedergabe (MP3, WMA, AAC, FLAC, WAV) sorgen für erweiterte Multimedia-Qualitäten. Es sind allerdings nicht beide USB-Interfaces parallel nutzbar. Natürlich ist der AVC-A1HD iPod-Ready. Eiine neue Dock Control-Schnittstelle eignet sich zum Anschluss einer Denon-Docking Station (ideal geeignet: ASD-1R)

Grundsätzlich funktionieren die Netzwerk- und USB Einbindungen sehr zuverlässig und liefern einen tadellosen Klang ab. Die sonst üblichen Dynamikverluste und Einbußen bei der Klangdetaillierung sind hier nicht auszumachen, so dass man die Beschallung per Netzwerk als hörenswert bezeichnen kann. Leider könnte die Praktikabilität durchaus noch verbessert werden: die Menünavigation ist etwas träge, außerdem kann man nicht direkt zu bestimmten Buchstaben springen und muss sich mühsam durch die Alben durchklicken. Auch hier hoffen wir auf ein baldiges Update. Dann wäre auch eine Play-All , oder Random Funktion sehr willkommen, die momentan durch Abwesenheit glänzen. Abgesehen vom Medienstreaming lässt sich die Ethernet/WLAN Funktion auch zum Bedienen (siehe weiter oben) und zum Updaten benutzen. In regelmäßigen Abständen stehen neue Softwareversionen bereit, um kleine Bugfixes oder Funktionserweiterungen zu betreiben.

Die wichtigsten technischen Daten in der Zusammenfassung:

Gerät / Preis Denon AVP-A1HD, Preis 6.999 €
Aufbau Surround Vorverstärker im Class-A Design und aktiver Kühlung
Besonderheiten vollsymmetrische Signalbearbeitung aller Kanäle bei XLR-Out
Ausstattung WLAN, Ethernet, Multizone, Scaler/De-Interlacer auf Basis Realta HQV Chipsatz, reichhaltige Anschlüsse, Audyssey MultiEQ Einmessung mit DynamicVolume, Graphisches OSD, HDMI1.3 Unterstützung mit allen aktuellen Tonformaten
Abmessungen 43,4 x 21,4 x 48x5 cm (B,H,T)
Gewicht 27,5 Kilogramm
Garantie bei Registrierung 3 Jahre Gewährleistung durch Denon
Besonderheiten POA-A1HD:

Bevor Sie sich an die Überlegung machen, eine POA-A1HD anzuschaffen, sollten Sie sich vergewissern, ob Sie ihrem HiFi-Rack solch ein Kaliber wirklich anvertrauen können. Von den beeindruckenden Abmessungen (Höhe knapp 30cm, Tiefe über 50 cm) mal abgesehen, bringt die Denon Endstufe satte 60 Kilogramm Gewicht auf die Waage (bzw. das Rack) ! Klapprige Selbstbauexperimente oder Billig-Racks mit dünnen Glas- oder Holzböden sind hierfür definitiv weder geeignet noch empfehlenswert ! Auch bei der Installation sollten Sie auf Nummer sicher gehen - selbst mit 2 Personen ist der Transport nicht automatisch ein Selbstläufer. Im Normalfall sollten Sie hierüber aber sowieso von ihrem Fachhändler entsprechende Hilfe bzw. Beratung angeboten bekommen. 


Die POA-A1HD ist wahrlich beeindruckend aufgebaut: alle 10 Verstärkerzüge sind identisch bestückt und verfügen über eine monaurale Architektur. Durch dieses Layout kann jeder Kanal autark operieren, ohne von seinen Kollegen hinsichtlich Übersprecheffekten, oder Strombedarf beeinflusst zu werden. Der THX Ultra2 Hochleistungsverstärker wird dabei von insgesamt 8 Trafos und 15 separaten Stromversorgungen gespeist. 10 HighCurrent-Gleichrichterdioden sowie groß dimensionierte Elektrolytkondensatoren treiben die gesamte Siebungskapazität auf satte 200.000 Microfarad. Mit diesem Stromspeicher ausgestattet, darf die POA-A1HD auch hitzigen Heimkinoabenden entspannt entgegensehen. 


Da wird sogar David Copperfield neidisch: die POA präsentiert sich als Meister der Wandlung und kann ihre insgesamt 10 Kanäle auf verschiedenste Art einsetzen. Mit Hilfe der kleinen Schalter (siehe Bild) werden die Endstufen für den Brücken-, Normal-, oder Bi-Amping Betrieb konfiguriert. Jeder Kanal ist zudem mit 2 Paaren Lautsprecherbuchsen ausgestattet, die sich per Kippschalter zu- bzw. abschalten lassen. Wer sein HiFi-Rack (und Bankkonto...) mal so richtig quälen möchte, kann sich auch gleich 2 POA-Endstufen ins traute Heim stellen und auf diese Weise einen gebrückten Bi-Amping Betrieb realisieren ! In diesem Fall dürften wohl nicht nur Technikfreaks feuchte Augen bekommen, sondern auch die umliegende Nachbarschaft (allerdings aus weit weniger begeisternden emotionalen Haltung heraus..). Doch widmen wir uns wieder den technischen Fakten: insgesamt stellt die Denon-Endstufe laut Herstellerangaben satte 10x 300 Watt Leistung an 4 Ohm zur Verfügung, im Brückenmodus sogar 5x600 Watt ! Bei allen Features vermissen wir ein Ausstattungsdetail: eine Netzphasendetektion. Gerade in dieser Preisklasse sind unterschiedliche Netzsteckerpolungen mitunter deutlich hörbar, so dass man dem Käufer hierbei eine entsprechende Funktion zur Verfügung stellen sollte.


Diese fünf 80mm Lüfter fächern den Endstufen Frischluft zu und sorgen für gute thermischen Vorraussetzungen im dicht besiedelten Gehäuse. Doch nicht nur positive Aspekte gehen auf das Konto der Ventilatoren, denn leider gehen sie ihrer Arbeit nicht unbedingt sehr dezent nach. Wir wollten es zunächst kaum glauben, aber schon die Einmess-Sequenz hat ausgereicht, um die Lüfter zu aktivieren ! Mit einem geschätzten Geräuschpegel von 20db nimmt die Belästigung zwar keine extrem störenden Ausmaße an, doch hörbar sind die Lüfter damit allemal. Erschwerend kommt noch hinzu, dass sie dann nichtmal permanent durchlaufen, sondern sich in Minutenabständen aus- bzw. einschalten, was durch entsprechende Geräusche begleitet wird. Dass man vergleichbare Endstufenkonzepte wesentlich ergonomischer umsetzen kann, zeigt zB. die Firma Audionet mit ihrem AmpVII. Dieses Modell vereint eine vergleichbare Leistung sogar in einem kompakterem Gehäuse und greift nur in seltenen Fällen auf seine (deutlich leiseren) Lüfter zurück. Vielleicht kann Denon der POA A1HD bei Softwareupdate auf die Sprünge helfen, schließlich lässt sich anhand der (im Regelfall) recht moderaten Erwärmung darauf schließen, dass die Kühlung eigentlich ein wenig heruntergeregelt werden könnte, ohne die Funktion zu beeinträchtigen. 

Gerät / Preis Denon POA-A1HD, Preis 6.999 €
Aufbau 10-Kanal Monoblock Architektur mit 8 Trafos und 15 Stromversorgungen
Besonderheiten Konfigurierbar auf Brückenbetrieb und Bi-Amping
Ausstattung XLR + Chinch Eingänge, über Trigger schaltbar, LS- A/B Schaltung, analoge Voltmeter, RS232 Schnittstelle
Abmessungen 43,4 x 29,7 x 53,0cm (B,H,T)
Gewicht 60 Kilogramm
Garantie bei Registrierung 3 Jahre Gewährleistung durch Denon
Fazit technischer Aufbau / Features Endstufe POA A1HD:

Beim technischen Aufbau wird schnell klar, dass Denon nicht kleckert, sondern klotzt: was hier an Ausstattung und Funktionsumfang geboten wird, deklassiert im Konkurrenzfeld der Mehrkanalvor-/Endstufen aktuell jedes andere Gerät. Keine Frage: wer bereit ist, weit über 10.000 Euro für beste audiovisuelle Performance zu investieren und dabei keine Lust auf puristische Austattung besitzt, wird derzeit wohl keine andere Alternative finden! Die Schnittstellenvielfalt dürfte auch den üppigsten Gerätefuhrpark zufriedenstellen. Besonders erwähnenswert ist hierbei die reichhaltige Bestückung mit 6 HDMI Eingängen zuzüglich den beiden umschaltbaren Ausgängen. Sofern man den integrierte Realta Prozessor nutzt, darf man sich hierbei über ein erstklassiges De-Interlacing und Scaling freuen - sowohl bei analogen als auch digitalen Quellen. Diese Eigenschaft grenzt die AVP-A1HD weiter vom Wettbewerb positiv ab. Über die Sinnhaftigkeit und Philosophie einer automatischen Einmessung kann man in High-End Kreisen durchaus unterschiedlicher Meinung sein. Fakt ist jedoch, dass das weiterentwickelte Audyssey MultEQ-XT mit ALFC das Beste seiner Art darstellt und in manchen Raum/Lautsprecher-Konstellationen tatsächlich für eine deutliche Klangverbesserung sorgen kann. Und wer auf Eingriffe am Frequenzgang lieber verzichten möchte, wird sich über die saubere Ermittlung der Basisdaten (Delay, Pegel etc.) freuen. Die POA-A1HD kann naturgemäß nicht mit spektakulären Features aufwarten, ist aber für eine Endstufe ebenfalls extrem luxuriös ausgestattet. Ihre 10 Leistungsverstärker sind derart flexibel einsetzbar, dass jeder Kunde hiervon profitiert: sowohl in einer 5.1 Konfiguration als auch in Hinblick auf Multizonen, kann man die POA-A1HD dank ihrer kanalspezifischen Umschaltbarkeit an jeden Anwendungsfall anpassen. 

Erfreulicherweise begnügt sich Denon nicht damit, ihren Geräten lediglich eine volle Ausstattung zu spendieren. Bei all den ganzen Features könnte man schon fast die eigentliche Besonderheit dieser Vor-/Endstufenkombination übersehen: das komplett symmetrische Layout mag zwar von außen nicht direkt sichtbar sein, stellt aber die eigentliche Attraktion unseres A1-Duetts dar. Solch eine Symbiose aus hochkomplexem, sorgfältigem Aufbau und Funktionsvielfalt ist momentan absolut einzigartig. Wenn die Geräte im Praxistest audiovisuell genauso überzeugen wie sie es in technischer Hinsicht getan haben, müsste man trotz des (absolut betrachtet) hohen Kaufpreises fast schon von einem Sonderangebot sprechen. 

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