Test: Advance Acoustic MAP308 + MCD404 - Stereo VV mit 384kHz DAC + High-Tech CD-Transport


Dieser Artikel wurde auf PCs von Origen-AE verfasst.

(28.April 2011 - Autor: Lars Mette )

Obwohl Advance Acoustic erst seit wenigen Jahren im Hifi-Markt mitmischt, hat sich die französische Marke innerhalb der Branche bereits einen Namen gemacht. Viele ihrer Produkte bestechen durch einen hohen Materialaufwand mit aufwändigen technischen Lösungen zu einem überraschend niedrigen Preis. Unsere heutigen Testgeräte passen ebenfalls exakt in dieses Muster:

Der Vollverstärker MAP308 sowie das CD Laufwerk MCD404 bewegen sich in volkstümlichen finanziellen Regionen, bieten aber ein Gesamtkonzept, welches Hifi-Freunde bislang vorwiegend aus dem High-End Bereich kennen: 

Ein umschaltbarer Class A/AB Betrieb, 200 Watt Sinusleistung an 4 Ohm, Hybridaufbau mit FETs und bipolaren Transistoren, sowie 5 digitale Eingänge mit hochwertigem 24Bit/384 kHz DA-Wandler - dies sind die Kennzeichen des 1.199 Euro kostenden Vollverstärkers MAP308. 

Beim MCD404 könnten anspruchsvollste Puristen auf ihre Kosten kommen, denn für 899 Euro gibt es ein reines Laufwerk, bei dem drei getrennte Netzteile für einen ungetrübten Auslesevorgang sorgen sollen. MAP308 und MCD404 lassen sich digital (neben den "normalen" Schnittstellen") auch über AES/EBU verbinden. Dieser Standard wird vorwiegend im Profibereich verwendet und verspricht wegen seiner hochohmigeren Konzeption Vorteile in Bezug auf die Zeitrichtigkeit der Übertragung. 

Verarbeitung:

Die prägnante Optik der BiColor Linie aus dem Hause Advance Acoustic setzt sich in unveränderter Form auch bei diesen beiden Modellen fort. Sowohl der MAP308 als auch der MCD 404 besitzen eine Front mit silberner Absetzung in der Mitte, welche von schwarzen Elementen an den Seiten flankiert wird. Die Bedienknöpfe sind allesamt im mittleren Bereich platziert. Alternative Farbausführungen bietet der Hersteller nicht an. Die mittleren Platten weisen eine Stärke von über einem Zentimeter auf und sind an den Kanten im 90 Grad Winkel abgeschnitten. Dadurch wirken die Geräte stattlich und puristisch, wobei einige Geschmäcker vielleicht ein wenig Eleganz vermissen könnten. Die Materialqualität punktet mit geschliffenem Aluminium sowie sauberer Kantenverarbeitung auf hohem Niveau. Die Einpassung des Displays mit den herstellertypisch blau beleuchteten Voltmetern könnte exakt kaum sein. Dasselbe Lob verdienen sich auch die Bedienelemente beider Geräte, die sowohl haptisch als auch optisch Oberklasseflair indizieren. Das einzeilige Segmentdisplay vom MCD 404 dürfte aber durchaus noch etwas auflösender ausfallen, zumal die Farbe nicht exakt mit der Beleuchtung des Vollverstärkers übereinstimmt. Die Aluminiumlaufwerkslade sitzt passgenau in ihrer Aussparung. Beim Lautstärkeregler spendieren die Franzosen einen Servomotor sowie eine schöne Beleuchtung. Die Regelung per Hand ist dank Aluminiumoberfläche und der exakten Führung ebenfalls eine Freude. Wer genau hinschaut, könnte sich beim seitlichen Blickwinkel den unterschiedlichen Stärken der Frontplatten beider Geräte stören, wo der MCD404 etwas dünner ausfällt. Die Gehäusedeckel sind preisklassentypisch nicht sonderlich schön gehalten und dürften gerne auch etwas massiver ausfallen, um weniger anfällig für Eigenresonanzen zu sein. Dank Aluminium sowie fest integrierten Auflageplatten fallen die Gerätefüße beider Komponenten sowohl optisch attraktiv als auch praktisch aus. Auf der Rückseite finden sich zwar keine absoluten High-End Anschlussbuchsen, für die Preisklasse sind die vergoldeten und fest implementierten Komponenten aber vorbildlich.

Fazit:

MAP308 und MCD404 liefern die gewohnt hochwertige Gehäusequalität, die wir von Advance Acoustic kennen. Die Festlegung auf eine Farbversion mag zwar nicht überall ankommen, dafür bestechen die Geräte mit einem eigenständigen Design und gutem Materialeinsatz.

technischer Aufbau:

Der MAP308 verfügt über einen stark segmentierten Aufbau und ist als Hybrid ausgelegt, bei dem sowohl Feldeffekt- wie auch bipolare Transistoren zum Einsatz kommen, um gleichermaßen neutrale wie auch natürliche Klangeigenschaften ohne analytischen Flair zu bieten. Die Franzosen setzen dabei auf einen stark segmentierten Aufbau: Trafo, End- und Vorstufe profitieren davon in Form einer besseren Abschirmung. Die Vorstufensektion befindet sich im hinteren Bereich, wo analoge und digitale Schaltkreise auf zwei Platinen verteilt sind. Dort ist auch der 24 Bit/384Khz DA Wandler zu finden. Angesichts der hohen Bestückungsdichte und Baugruppen-Separierung, muss man schon genauer hinschauen, um z.B. an diversen Kabelsträngen auffällige Unterschiede zu höheren Preisklassen zu finden. Vier mittelgroße Kondensatoren liefern eine Gesamtsiebkapazität von 40.000 Mikrofarad, was einen überdurchschnittlich guten Wert für den wichtigen Stromspeicher darstellt. Zusammen mit einem potenten Ringkerntrafo generiert der MAP308 bis zu 2x100 Watt Sinus an 8 Ohm im Class AB Betrieb. Mit Hilfe eines kleinen Kippschalters auf der Rückseite lässt sich ein Class-A Modus aktivieren, wo eine Anhebung des Ruhestroms auch bei niedrigen Pegeln für ideale Arbeitsbedingungen im Gerät sorgt. Die maximale Leistung liegt dann bei 25 Watt an 8 Ohm. Die Abwärme wird über zwei außenliegende Aluminiumkühlkörper abgegeben, die dank ihrer großen Fläche komplett ohne aktive Belüftung auskommen. An Anschlüssen bieten der MAP308 vier analoge Eingänge, einen Phono-Input für MC und MM Systeme, sowie die Digitaleingänge und eine komplett aufgetrennte Vor-/Endstufensektion (schaltbar bequem über ein Relais per Fernbedienung).

Die wichtigsten technischen Daten des MAP308 in der Zusammenfassung (Herstellerangaben)

Name / Preis Advance Acoustic MAP308 / 1.199 Euro
Aufbau Hybrid Stereo Vollverstärker
Leistung 2x 100 Watt an 8 Ohm /2x 200 Watt an 4 Ohm (Class AB)
2x 25 Watt an 8 Ohm (Class A)
Signalanschlüsse 4x analog Stereo Chinch In
1x Phono MM/MC
3x digital (optisch, coaxial, AES/EBU)
besondere Features Digitaleingänge
24 bit/384kHZ Wandler
Heimkino ByPass Schaltung
komplett aufgetrennte Vor-/Endstufe
max. Leistungsaufnahme 500 Watt
Abmessungen 15,5 x 44 x 43cm (H,B,T)
Gewicht 15,5 kg

Der MCD404 zeigt dieselbe Handschrift in Form von klar abgetrennten Kammern. Signalverarbeitung, Netzteil sowie Laufwerk werden dadurch voneinander abgeschirmt. Ein 6mm starker doppellagiger Boden verhindert Vibrationen und ist besonders für die Optimierung des Laufwerks wirksam. Das Gewicht von über 11 Kilo dokumentiert den hohen konstruktiven Aufwand auch mit nackten Zahlen. Gleich drei separate Netzteile speisen Laufwerk mitsamt Laserservos, Mikroprozessor inkl.
Kontrolllogik sowie die digitale Audioverarbeitung jeweils komplett voneinander getrennt. Dadurch sind Wechselwirkungen bzw. Beeinflussung im Bereich der Stromversorgung unter den Baugruppen ausgeschlossen. Dieser Aufwand ist in der vorliegenden Preisklasse absolut einmalig und stellt ein zentrales Merkmal des MCD-404 dar. Auch diese Netzteilplatine ist sehr hochwertig und sogar teilsymmetrisch aufgebaut. Unter einem zusätzlichen Deckel in der Mitte sitzen Laufwerk sowie Digitalelektronik. Die Mechanik ist der Preisklasse angemessen, verströmt jedoch kein Luxusflair. Der kommt dafür durch die dahinterliegende Platine auf, die die Signale zusätzlich auch über das Tonstudioformat AES/EBU ausgibt. Anstelle der bekannten unsymmetrischen 75 Ohm Übertragung, transportiert diese Topologie ihre Daten vollsymmetrisch mit 110 Ohm. Im Zusammenspiel mit dem ebenfalls entsprechend bestückten MAP308 wird dadurch das Timing verbessert. Zusätzlich zu neben je einem coaxialen sowie optischen Digitalausgang, steht auch der dreipolige AES/EBU Anschluss zur Disposition. Positiv beim MCD404 bewerten wir die Kaltgerätebuchse mit richtigem Kippschalter, außerdem steht im Gegensatz zum MAP308 auch ein Triggereingang zur Verfügung. CD-Text beherrscht der MCD404 leider ebenso wenig, wie das WMA-Format. Neben Audio-CDs unterstützt der Player lediglich HDCD sowie MP3 Files. Dafür wiederrum erweist sich das Laufwerk als gleichermaßen leise wie auch zuverlässig. Auch stärker zerkratzte Medien nimmt der Player recht klaglos auf. In Bezug auf etwaige Laufwerksgeräusche ist der MCD404 zwar nicht völlig unhörbar, aber dennoch absolut unkritisch, da sehr leise.

Die wichtigsten technischen Eigenschaften in der Übersicht (Herstellerangaben)

Name / Preis Advance Acoustic MCD404 / 899 Euro
Aufbau CD Transport/Laufwerk
Medienkompatibilität CD-Audio, HDCD, CD-R, MP3
Signalanschlüsse 3x digital (optisch, coaxial, AES/EBU)
besondere Features extrem aufwändiges Netzteil mit 3 Trafos
max. Leistungsaufnahme 30 Watt
Abmessungen 12 x 44 x 36 cm (H,B,T)
Gewicht 11,5 kg
Praxis und Funktionen:

Testumgebung:

Als Testumgebung dient hauptsächlich unser High-End Referenzstudio mit einer Raumgröße von 55m². Es ist akustisch optimiert und relativ stark bedämpft, so dass klangliche Charakteristiken den Testgeräten zugeschrieben werden können und nicht vom Raum resultieren. Auch in Bezug auf periphäre Aspekte haben wir einen großen Aufwand betrieben, um bestmögliche Testbedingungen bieten zu können, wie z.B. die Installation einer eigenen EMV-geschirmten Stromversorgung, sowie umfangreiche Messungen für eine korrekte Auf- sowie Einstellung. Unsere festinstallierten "Absolut-Referenzen" (siehe untere Tabelle) sind sorgfältig ausgewählt und gehören jeweils zur absoluten Speerspitze ihrer Gerätekategorie. Auf diese Weise sind wir in der Lage, vergleichende Hör-/Sehtests auf hohem Niveau durchzuführen, um Ihnen aussagekräftige und verlässliche Eindrücke zu vermitteln.

Unsere hauptsächlich eingesetzte Referenz Hardware in der Übersicht:

Endstufen Audionet AmpVII 7ch Endstufe (ca. 10.000 €)
Audionet Amp (Monoblock a ca. 4.000 €) 
Vorstufen/
Receiver
Audionet PreG2 + MapV2 (ca. 10.000 / 6.000 €)
Cinemike AVP-A1HDA (ca. 13.000 €)
Lautsprecher Isophon Arabba-D+FRC-D 7ch Surroundset (ca. 80.000 €)
B&W CT-700 Subwoofer-Array (ca. 10.000 €)
Monitor Audio Platinum 7.1ch Surroundset (ca. 24.000 €)
Quellgeräte Cinemike DVD-A1UD (ca. 9.000 €)
Accustic Arts TubeDacII + Drive II (CD-LW/W.Kombi ca. 14.000€)
Anzeige
geräte
Sim2 C3X1080 mit Cinemike Tuning 3 Chip DLP Proj. (ca. 30.000 €)
Image iMasque vollmaskierbar, akustisch transp. (ca. 19.000 €)

AREADVD Baden-Württemberg arbeitet hauptsächlich mit Kabeln von: Mogami (Lautsprecher), 
German High-End (NF), Silent-Wire (HDMI), Supra (Subwoofer-XLR) und Audionet (Netzkabel).

Das Referenzstudio wurde von der Firma RTFS akustisch optimiert.

Praxiseindrücke:

Beide Komponenten liefern insgesamt ausgezeichnete - in Teilbereichen sogar exzellente - Leistungen! Ungewöhnlicherweise kann man dies jedoch nicht uneingeschränkt auf die gemeinsame Performance beziehen: im Laufe des Tests hat sich herausgestellt, dass der MAP308 bei analoger Zuspielung sogar noch besser klingt, als mit seinem integrierten 384 kHz Digitalwandler! Gegenüber dem internen DAC klingt der MAP308 bei analoger Zuspielung feindynamischer und aufgelöster - außerdem verliert der Gesamtcharakter an analytischem Flair und generiert mehr Fundament und Verve. Wir können leider nicht beurteilen, ob dieser Effekt an den DACs selbst - oder an deren Auswirkungen auf andere Bereiche des Gerätes (z.B. durch HF-Beeinflussung über das Netzteil) liegt. Bitte beachten Sie bei unserer Kritik, dass wir hier auf hohem Niveau urteilen ! Obwohl der MAP308 über einen guten CD-Spieler ein Quentchen besser spielt, so stellt seine Digitalsektion immer noch eine exzellente Basis dar, um sehr viele digitale Quellgeräte enorm aufzuwerten (z.B. Sat-Receiver, PCs, Medienserver, iPhone-Dockingstation, Fernseher etc.). Wer einmal erlebt hat, wieviel besser der TV-Ton klingt, wenn man die internen Wandler eines typischen Receivers umgeht, wird nie wieder etwas anderes hören wollen! 

Um Ihnen eine Beschreibung der maximal möglichen Performance zu bieten, haben wir beschlossen, die nachfolgenden Klangeindrücke auf unseren Erfahrungen mit analoger Zuspielung zu beziehen. Dadurch fällt der MCD404 jedoch leider aus - was sehr schade ist: mit unserem Referenz-DAC (Tube DAC II SE; ca. 7.000 Euro) liefert er sogar exzellente Leistungen, die nicht sehr weit vom dafür konzipierten High-End Transport "Drive II" (ca. 7.000 Euro) zu finden sind. Auch mit AV-Receivern oder dem High-End Digitalvollverstärker NAD M2 (6000 Euro / Test folgt) zeichnet er sich durch einen präzisen sowie lebendigen Sound aus. Bis vor Kurzem hat Advance Acoustic mit dem MDA503 auch noch selbst eine separate Wandlerstufe angeboten, die sehr gut zum MCD404 passen würde (siehe unser Test vom 10.März 2008)

Neu bei AREADVD Baden-Württemberg: unsere "Klartext" Klangwertung: wir werden damit zukünftig mit einer festen Zusammenstellung mehrerer Titel in kurzen, klaren Sätzen vermitteln, welche Klangeigenschaften die Testgeräte mit den jeweiligen Stücken an den Tag legen. Die Titel sind bewusst aus teilweise völlig verschiedenen Genres, um eine breite Palette verschiedener Klangaspekte aufzuzeigen. Damit sie deren Besonderheiten nachvollziehen können, haben wir diese im rechten Bereich der Tabelle vermerkt. Das Ziel unserer kompakt gehaltenen Klangbeispiele soll dazu beitragen, die Charakteristiken gleichzeitig aussagekräftiger, vergleichbarer und effektiver zu vermitteln, als dies bei (lang) ausformulierten und variierenden Einzelbeispielen möglich ist. Zusätzlich wird jede Teil-Performance mit einer Schulnote bewertet, die im Kontext der gegebenen Preisklasse erteilt wird. Die Note 1 bedeutet daher eine (momentan) unübertreffliche Spitzenleistung innerhalb des direkten Marktumfeldes. Für Anregungen, Lob und Kritik in Bezug auf unsere "Klartext" Klangwertung sind wir übrigens sehr dankbar - schließen wollen wir ja IHNEN damit noch mehr Transparenz und Nachvollziehbarkeit bieten ! (eMail: LM@AREADVD.DE oder im Feedback-Bereich unseres Forums)

Interpret: Alison K. 
Titel: Down to the River to Pray
Album: A Hundred Miles or More
Stimme etwas zu kräftig - weniger Volumen und mehr Strahlkraft im oberen FR-Bereich wären wünschenswert. Insgesamt aber sehr angenehm und differenziert durchgezeichnet. Die Mehrstimmigkeit in den Refrains kommt daher gut zur Geltung - auch feindynamisch geht die Performance in Ordnung. 

Note: 2
Die Stimme von Alison Krauss dient uns zur Ermittlung der Klangtransparenz. Der vorliegende Track kommt komplett (!) jegliche instrumentale Arrangements aus und muss daher einzig über die vokalen Elemente überzeugen. Zusammen mit der etwas untergeordneten Begleitung ist eine Bewertung von Feindynamik und Detaillierung im oberen Mittenbereich sehr gut möglich.
Interpret: ASP
Titel: Krabat 
Album: Horror Vacui
Geige besitzt minimal zu wenig Präsenz, klingt aber insgesamt sehr harmonisch und kultiviert. Auch das Zusammenspiel mit der einsetzenden Harfe ist gut balanciert. Gesang kommt dank kräftigem Timbre stimmungsvoll zur Geltung.

Note: 2
atmosphärischer Song, dessen anfängliches Geigenspiel sehr schnell künstlich/überspitzt oder auflösungsarm wirken kann. Die choralen Einsätze müssen "voll" und mehrstimmig/differenziert wiedergegeben werden. 
Interpret: Britney Sp. 
Titel: whats like to ..
Album: Britney
Der MAP308 kommt mit der räumlichen Abmischung exzellent zurecht und sorgt für eine großflächige Ausleuchtung des Hörraums, bei der die bewegten Effekte sehr sphärisch und groß abgebildet werden. Mit Ausnahme einiger kleiner Nuancen ist auch die generelle Lokalisationsschärfe erstklassig.

Note: 1,5
Weder Britney's Musik, noch die persönlichen Eskapaden muss man mögen - aber die Abmischung vieler Titel glänzt mit einer hervorragenden räumlichen Abmischung, die sich bei guten Equipment nicht nur vollständig löst, sondern (wie bei diesem Stück) auch sehr direktional und präzise ortbar ist.
Interpret: Erich Kunzel
Titel: T-Rex
Album: The Great Fantasy Adventure
Im Tiefbassbereich agiert der französische Verstärker kräftig und profund. Bei sehr tiefen Frequenzen weicht das Klangbild untenrum minimal auf, bleibt aber immer noch vergleichsweise präzise. Besser können dies nur ausgesprochene Bass-Spezialisten dieser Geräteklasse. Die gebotene Grobdynamik des MAP308 ist ebenfalls im oberen Bereich platziert; die feinen Ast-/Knackgeräusche werden dem Bassteppich tendenziell etwas untergeordnet.

Note: 2,5 
Ein Saurier aus der Kreidezeit inmitten unserer bunt gemischten Test-Tracks ? Nun - sonderlich viele musikalische Adjektive vermag dieses Beispiel sicherlich nicht zu beantworten, doch dafür haben wir bei diesem Soundfile einen extrem ausgeprägten Tiefbass sowie Grobdynamik. Strömungsgeräusche, Chassis-Anschlagen und sogar -Brüche sind hier durchaus möglich.
Interpret: Iced Earth
Titel: Hold at all costs
Album: The gloriuos Burden
Diese Disziplin liegt dem Testgerät besonders, da seine Tonalität mit dem seidigen Touch im HT-Bereich, sowie einer kleinen Extraportion Oberbass für einen kräftig-markanten Auftritt sorgt. Die Instrumentaldifferenzierung ist sehr gut, auch das Ein-/Ausschwingen der Akustikgitarren gehört zum Besten der Preisklasse. 

Note: 1,5
Episch - massiv und schlichtweg gewaltig: so muss "Hold at all Costs" erklingen. Der ungewöhnlich gute abgemischte Heavy-Metal Song beinhaltet nicht nur offensive, "harte" Passagen, sondern bietet auch gefühlvolle Elemente inkl. Akustikgitarre und chorale Elemente. Hier gilt es, die Balance zu wahren.
Interpret: Tanz der Vampire
Titel: Gott ist tot
Album: Soundtrack
Ähnlich wie bei Alison Kraus ist auch hier eine leichte Tendenz zum "Aufdicken" zu hören - allerdings ebenfalls nur in einem geringen Maße. Um die vokale Durchzeichnung der dunkel timbrierten Männerstimme noch besser zu hören, hilft definitiv nur noch der Griff zu absoluter High-End Elektronik. In der vorliegenden Preisklasse ist das Gebotene als erstklassig zu bezeichnen - genau wie auch die Anschlagsdynamik der Klavierbegleitung sowie die greifbare Abbildung des Sängers in der Bühnenmitte.

Note: 1,5
Dieser Mitschnitt vom bekannten Musical weist einen großen "Gänsehaut-Faktor" auf - wenn die Technik mitspielt.... dafür muss die Sprachwiedergabe, Klangnatürlichkeit und Dynamik stimmen. Im Idealfall wird der Sänger komplett losgelöst, während die begleitenden Arrangements links und rechts im Raum aufgefächert werden und minimal weiter vorne platziert sind. (exakt so - wie eben auch im richtigen Musical)
Interpret: Michael Jackson
Titel: Billie Jean
Album: King of Pop
Michael Jackson's berühmter Song wird gut - aber nicht exzellent wiedergegeben. Obwohl der Bassteppich druckvoll und präzise zur Sache geht und insgesamt ein hohes Maß an Differenzierung geboten wird, fehlt der Wiedergabe etwas an Luftig-/Offenheit. Bühnenstaffelung und Timing gehören zum oberen Drittel der Preisklasse.

Note: 2,5
"Billie Jean" muss man wohl nicht mehr vorstellen.... 
In technischer Sicht ist dieser Titel besonders durch sein recht komplexes Arrangement herausfordernd - einerseits fallen tonale Abweichungen schnell auf, während außerdem ein einwandfreies Timing benötigt wird, um den Spielfluss komplett aufrecht zu erhalten.
Interpret: Combichrist
Titel: Like to Thank ..
Album: Everybody Hates you
Licht und Schatten bei Combichrist: der punktgenaue, knackige Kickbass lässt die Füße wippen, dynamisch lässt der MAP308 ebenfalls nichts anbrennen. Die Keyboard/FX-Spuren werden gut auf der Lautsprecher Achse bewegt - aber es fehlt ein wenig an Geschwindigkeit und Strahlkraft, so dass der Song obenrum fast schon etwas müde/fad wirkt.

Note: 2,5
typischer Dancefloor Titel im 4/4 Takt - dieser elektronische Song gibt uns Aufschluss über die Präzision im Kickbassbereich, außerdem muss das Testgerät auch die Synthie Effekte schnell durchzeichnen und dabei luftig und offen klingen. Der Hochtonbereich darf nicht künstlich "abgesoftet" werden.
Interpret: Hans Zimmer
Titel: Davy Jones
Album: Soundtrack Pirates of the C. 2
Sicherlich könnte man nun über das nicht ganz perfekt aufgelöste Glockenspiel zu Beginn schreiben, doch in der Summe aller Eigenschaften hat sich der MAP308 hervorragend durch diesen Track gespielt. Er behält stets die Übersicht, klingt ausgewogen und detailliert nicht nur die vordergründigen Arrangements gut. Das orchestrale Werk wird dank guter Fein- und Grobdynamik sehr ansprechend inszeniert. 

Note: 1,5
Der Score aus dem zweiten Teil von "Pirates of the Caribbean" enthält im dritten Stück "Davy Jones" gleich mehrere Herausforderungen bereit und gilt deswegen als schwierigste Hürde unsere Parcours. Gefragt ist neben einer guten Detaillierung sämtlicher feingliedriger Aspekte (besonders am Anfang) auch eine gute Umsetzung der dynamischen Sprünge bei Laufzeit 1:14 und 1:43 ohne dabei die tonale Balance, Auflösung oder Raumabbildung zu vernachlässigen. 

(sämtliche Bewertung erfolgen in Relation zu der Gerätekategorie Stereo Vollverstärker bis 1.400 Euro)

Klangfazit MAP308 (Durchschnittl. Bewertung: 1,9):

Er kam, spielte und siegte ? Nicht ganz.... - der MAP308 will nicht unbedingt der perfekt glattgekämmte "Everybody's Darling" sein und präsentiert sich als Vollverstärker mit einer tendenziell eher "warmen" Spielweise. Im Oberbassbereich werden ein paar Nuancen draufgepackt, während die Höhen in ihrer Intensität etwas gezähmt erscheinen. Anwender mit dem Wunsch nach einem kultiviert agierenden Verstärker werden den MAP308 womöglich lieben: er spielt alles andere als analytisch, detailliert dennoch sehr gewissenhaft und setzt besonders gefühlvolle, sowie orchestral/epische Musik erstklassig um. Die nominelle Leistungsangabe von 100 Watt Sinus an 8 Ohm pro Kanal offenbart sich in der Praxis als absolut ausreichend dimensioniert. Fast alle  Lautsprecher können in Räumen bis 35m² auch bei höheren Pegeln problemlos betrieben werden. Ein "Leistungsmonster" ist der MAP308 aber dennoch nicht, da Bassdruck und Grobdynamik innerhalb anspruchsvollerer Umgebungen etwas früher nachlassen, als z.B. bei einem preislich vergleichbaren Denon PMA-1510AE. Während der 24bit/384 kHz Wandler im Test nicht vollends überzeugen konnte, punktet der integrierte Phono-Vorverstärker auf ganzer Linie und macht mit bestechend angenehmen Klangfarben auf sich aufmerksam. 

Fazit:

Ein intensiver Materialeinsatz inklusive charakteristisch-unverwechselbarem Design und guter Verarbeitung- mit diesen äußeren Attributen trat das französische Elektronikduett in unserer Redaktion nach dem Auspacken in Erscheinung. Der positive Eindruck verhärtete sich zunehmend bei Betrachtung der technischen Aspekte: sowohl in Bezug auf die Qualität des Aufbaus, als auch insbesondere die Konzeptionierungen von MAP308 sowie MCD404 sorgen für Begeisterung: ein bezahlbarer Stereovollverstärker mit fünf Digitalschnittstellen (darunter sogar das professionelle AES/EBU Format) inklusive hochwertigem 24bit/384kHz DA Wandler, umschaltbarem Class A/AB Betrieb sowie ByPass-Funktion zur Integration in Mehrkanalsysteme ? Was sich anhört wie der unerfüllte Wunsch von Hifi-Fans, ist bei Advance Acoustic Realität. Auch der MCD404 mit seinem puristischen Aufbau als hochklassige digitale Ausleseeinheit macht diesbezüglich keine Ausnahme - hier darf sich der Anwender über ein mustergültiges Netzteil-Layout mit 3 Trafos in absoluter High-End Manier freuen, ohne davon auf der Rechnung etwas zu merken. Keine Frage: die Franzosen schlagen einen hohen Takt an und geben sich nicht mit uninspirierten "me too - Produkten" ab. Trotzdem wachsen die Bäume aber auch im Land der Liebe nicht über Nacht in den Himmel: abgesehen von Problemen hinsichtlich der Feinabstimmung zwischen den beiden Geräten hinsichtlich der Bedienung, schmälert der verbesserungsfähige Klang des integrierten DACs im MAP308 die Gesamtperformance. Das Kuriose ist: beide Geräte klingen mit anderen Komponenten sehr überzeugend! Der MAP308 etabliert sich als angenehm klingender Zeitgenosse mit einem wohlproportioniertem röhrenmäßigen Touch, wohingegen sich der MCD404 mit anderen DACs als äußerst detailfreudiges Quellgerät präsentiert. Wer auf die Digitalfunktionen verzichten kann, findet im (ansonsten baugleichen) MAP306 übrigens eine exzellente Alternative für 200 Euro weniger! Für die beiden angetretenen Geräte haben wir uns für eine "ausgezeichnet" Wertung entschieden - wenn Advance Acoustic bei künftigen Generationen noch ein wenig Feintuning betriebt, ist auch der Sprung aufs Referenzpodest möglich - der klangliche Grundstein dazu ist jedenfalls gelegt. 


Advance Acoustic MAP308
Stereo Vollverstärker
Preis: 1.199 Euro
Test: 28.4.2011

+ kultivierte Klangeigenschaften mit angenehmen Charakter
+ gute Verarbeitung
+ üppige Ausstattung inkl. Digitaleingängen und 384 kHZ Wandler
+ aufgetrennte Vor-/Endstufe
+ ByPass Funktion
+ gutes Lüftungskonzept
+ hochwertiger technischer Aufbau
+ Metallfernbedienung

- Wandler passt nicht exakt zum akustischen Charakter des Gerätes
- keine Trigger-Ports 
- Fernbedienung steuert ausschließlich MAP308

Advance Acoustic MCD404
CD Transport/Laufwerk
Preis: 899 Euro
Test: 28.4.2011
+ detailreicher Klang
+ gute Verarbeitung
+ exzellenter technischer Aufbau
+ gute Fehlerkorrektur

- Billigfernbedienung
- geringe Medienkompatibilität
- Laufwerk ist recht langsam

Website des Anbieters. www.advance-acoustic.com


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Text: Lars Mette