Test: Advance Acoustic EZY-7 - Stereo-Receiver mit iPod-Funktion für 599 Euro

(9. Oktober 2007 - LM )

Für die klassische Zweikanal-Wiedergabe eignen sich konventionelle Stereogeräte immer noch am Besten: selbst 1.500 Euro AV-Receiver bieten oftmals kein besseres Klangniveau als die meisten HiFi-Komponenten im mittleren Preisbereich und sprechen somit hauptsächlich Heimkino-Enthusiasten an, die Musik sowieso lieber mehrkanalig konsumieren möchten. Den Stereo-Liebhaber interessiert dies herzlich wenig. Was aber, wenn man die Integration moderner Medien trotzdem nicht verpassen möchte und zudem auch keine Lust hat, ein kleines Vermögen für eine gute Stereo-Elektronik auszugeben ?



Die Antwort könnte in der EZY-7 von Advance Acoustic liegen, welches vom Hersteller vielsagend als "Music Center" deklariert wird und für 599 Euro den Besitzer wechselt. Bei nüchterner Betrachtung stellt jenes Gerät zunächst nichts anderes als einen klassischen Stereo-Receiver mit all den entsprechenden Funktionen dar. Die Besonderheit des EZY-7 befindet sich im linken Fontbereich, denn hier lässt sich ein iPod konnektieren, um die gesammelten MP3-Titel in audiophiler Klangqualität an die Lautsprecher zu schicken. Ob die Herstellerversprechungen zutreffen, möchten wir anhand unseres Testberichtes erläutern. 

Verarbeitung:

Der EZY-7 trägt das unverkennbare Advance-Acoustic Design mit scharz/silberner Bi-Color Optik. Das zentrale Bedienfeld beherbergt neben dem Volumeregler auch die Quellenwahl. Die iPod- bzw. Tuner-Funktionen befinden sich jeweils im linken bzw. rechten Bereich. Obwohl die gegebene Colorierung optisch sehr attraktiv wirkt, ist es schade, dass der Hersteller keine weiteren Farbausführungen anbietet.


Ein zentraler Drehregler übernimmt die Bedienung der Lautstärke. Er besteht aus poliertem Aluminium und liegt dank entgradeter Kanten sehr angenehm in der Hand. Eine blaue LED markiert die aktuelle Einstellung. Die  Führungsgenauigkeit erwies sich bei unserem Testgerät als einwandfrei. Ebenfalls sehr erfreulich: die Bestückung mit einem kleinen Servo-Motor heraus. Auf diese Weise bewegt sich der motorisierte Volumeregler auch mit Hilfe der Fernbedienung. Dieses Luxus-Feature ist bei Geräte für 599 Euro ansonsten nur sehr selten anzutreffen. 


Der Materialeinsatz kann getrost als "beindruckend" bezeichnet werden: sowohl die schwarzen- als auch silbernen Frontelemente bestehen aus zentimeterdicken, poliertem Aluminium. Diese Opulenz trifft man ansonsten eher in deutlich höheren Preisgefilden an, so dass die EZY-7 absolutes Oberklasse-Flair vermittelt, auch wenn wir uns an manchen Stellen eine noch etwas sorgfältigere Kantenverarbeitung wünschen würden. Alles in allem betrachtet, liegt das Advance Acoustic Gerät jedoch deutlich über dem Klassenstandard.


Auch bei einem günsitgen Kaufpreis von 599 Euro sieht es der französische Hersteller als selbstverständlich an, eine ordentliche Bestückung mit Kaltgerätebuchse und "richtigem" Netzschalter vorzunehmen. Viele andere Anbieter schicken uns häufig teurere Testgeräte, die lediglich mit festen Stromkabeln, Euro-Steckern oder externen Netzteilen ausgestattet sind.


Die jeweils aktivierte Quellen wird durch eine blaue LED überhalb des entsprechenden Bedienknopfes angezeigt. Hierbei müssen wir an zwei Kleinigkeiten etwas Kritik anbringen. Zunächst einmal besitzt der Stanby-Knopf nicht dasselbe (hinterleuchtete) Symbol, wie andere Advance-Acoustic Komponenten und zum Anderen weisen die Farbtöne von Quellen-LEDs, Standby-Button und Gerätedisplay leicht unterschiedliche Helligkeiten auf.



Das sieben Ziffern umfassande Gerätedisplay informiert zusätzlich noch einmal über die gewählte Quelle. Leider ist eine individuelle Benennung der Eingänge genauso wenig möglich, wie ein Herunterdimmen der Anzeige. Die Informationen sind gut ablesbar, wenngleich ein modernes Dot-Matrix Display zu bevorzugen ist und dem Gerät keinen 90er Jahre Video-Rekorder-Charme verleihen würde. Interessanterweise befindet sich Advance Acoustic jedoch in bester Gesellschaft, schließlich haben auch Massenhersteller wie Panasonic oder Samsung mit ihren Blu-Ray Playern dazu beigetragen, dieses Relikt aus vergangenen Epochen wieder in die Verkaufsräume zu bringen. Wir wünschen uns jedenfalls, dass die Hersteller anstelle von Steinzeit-Technik lieber nach vorne blicken. Beispielsweise würde der EZY-7 ein kleiner TFT-Bildschirm ebenfalls sehr gut zu Gesicht stehen...


Steinzeit-Technik Teil 2: der mitgelieferte Controller könnte fast zu Zeiten von Fred Feuerstein auf dem Markt gewesen sein. Mehr als eine extrem günstige Lösung stellt diese Fernbedienung leider nicht dar. Man findet auf ihr zwar alle wichtigen Funktionen, doch Tastendruckpunkt, - größe und -verteilung lassen zu wünschen übrig. So sind die Volumeregler nicht nur zu klein, sondern auch zu weit unten platziert. Sicherlich erfüllt dieser Befehlsgeber seine Funktion, wer die EZY-7 aber oft fernbedient, sollte sich nach einer günstigen Universalfernbedienung umschauen. Schade - denn dem insgesamt guten Verarbeitungseindruck bzw. hohen Anspruch des Hauptgerätes wird diese "Beigabe" leider nicht gerecht. Das eigentlich Dilemma besteht aber darin, dass auch die Mitbewerber in vielen Fällen kein besseres Niveau bei ihren Geräten in dieser Preisklasse bieten.


Preisklassengerechte Lautsprecher-Terminals zieren die Rückseite der EZY-7. Die Anschlüsse liegen zwar etwas dicht aneinander, erlauben aber eine sichere Kontaktaufnahme zum Lautsprecher und verweigern sich auch Bananensteckern nicht. Unsere Mogami "Soundguard" LS-Kabel fanden in ihnen einen sicheren Halt.
Fazit Verarbeitung:

Abgesehen von einigen Kleinigkeiten macht das EZY-7 schon rein äußerlich Apetitt auf die Hörsession: das recht schwere, kompakte Gerät besticht vor allem mit einer imposanten Frontplatte, ordentlichen Standfüssen sowie einer rundherum soliden Bauweise. Wenn Advance Acoustic bei künftigen Produktgenerationen auch noch manchen Nebenaspekten mehr Beachtung schenkt, wird man sich nur schwer vorstellen können, dass die EZY-7 wirklich nur 599 Euro kostet und nicht in die Reige von deutlich hochpreisigeren Geräten einzuordnen ist. Gesamtnote Verarbeitung: gut - sehr gut
technischer Aufbau:

Dem Ezy-7 merkt man beim Öffnen des Gehäusedeckels zwar an, dass er keine 2000 Euro kostet, doch für seinen Kaufpreis von 599 Euro hinterlässt das Multimedia-Talent einen äußerst soliden Eindruck. Die Baugruppen verteilen sich auf mehrere separierte Platinen und sind mit Flachbandkabeln untereinander verbunden. Als recht auffällig empfinden wir den relativ hohen Verkabelungsbedarf innerhalb des Gerätes. Hier wären unter Umständen auch kürzere Signalwege möglich gewesen. 

Die Stromaufbereitung übernimmt ein großdimensionierter, hochwertiger Ringkerntrafo im linken Bereich des Gehäuses. Er sorgt für eine konstante und saubere Speisung aller nachfolgenden Baugruppen, so dass dessen Qualität von entscheidender Bedeutung für die akustische Leistungsfähigkeit ist. 

Auf der gegenüberliegenden Seite wurde die Endstufensektion beheimatet. Die Abgabe der Wärme erfolgt mit Hilfe eines schwarzen Aluminiumkühlkörpers, der nach rechts zur Seite abstrahlt und zur besseren Wärmeaufnahme in schwarz gehalten ist. Dies sollte man bei der Aufstellung berücksichtigen, schließlich muss die Wärme ungehindert zur Seite abgegeben werden können, da sonst eine Hitzestau entsteht.


Zwischen Ringkerntrafo und den beiden Endstufen werkelt die Vorstufensektion der Ezy-7. Hier werden sämtliche Signale aufbereitet, bevor sie zu den Vorstufenausgängen bzw. der Leistungsverstärkung gelangen. Auch die iPod-Dockingsstation ist direkt an diese Sektion angekoppelt. Die zahlreichen Flachbandkabel verbinden die Vorstufensektion sowohl mit der Lautstärkeregelung, als auch den weiteren Bedienelementen auf der Gerätefront.


Zwei Kondensatoren mit einer Gesamtsiebungskapazität von knapp 10.000 Microfarad stehen der EZY-7 zur Verfügung. Dieser Wert ist für einen Stereo-Receiver dieser Preisklasse leicht überdurchschnittlich - von den massiven Advance Acoustic Endstufen sind wir diesbzüglich ein anderen Niveau gewöhnt. Wenn ein kraftzehrendes Signal mehr Strom verbraucht, als der Trafo sofort liefern kann, bedient sich die Endstufe einfach in der Ladung innerhalb der Kondensatoren. Dies auch ein Grund, warum basslastige Musik (oder auch Tiefbasseffekte bei Spielfilmen) unterschiedlich intensiv bzw. nachdrücklich mit verschiedener Elektronik wiedergegeben wird.  Es ist davon auszugehen, dass die EZY-7 keine extremen Pegel bzw. Schwärze im Bass erreicht - allerdings dürften entsprechende Anwender mit der angegeben Leistung von 2x50 Watt sowieso ausreichend "gewarnt" sein, dass die EZY-7 nicht mit dem Anspruch antritt, neue Pegelbestmarken in ihrer Preisklasse zu markieren.


Innerhalb des rechten, silbernen Kästchens befindet sich der Tuner. Er erlaubt den Empfang von Mittelwelle (AM) als auch UKW (FM) Signalen. Für diesen Zweck liegt dem Gerät eine 300 Ohm Zimmerantenne bei, empfehlenswerter ist hingegen die Konnektierung an eine 75 Ohm Kabel-Empfangsanlage. Für eine bequeme Bedienung besitzt der EZY-7 eine Auto-Tune Funktion und erlaubt pro Frequenzband das Abspeichern von jeweils bis zu 40 Sendeplätzen. RDS Signale werden empfangen und auf dem Frontdisplay wiedergegeben.


Die iPodDockingStation nimmt alle aktuellen Versionen des Apple-Players auf. Unser Testgerät (iPod nano) wurde klaglos entgegengenommen, auch der feste Sitz innerhalb der Aufnahme konte überzeugen. Mit Hilfe des Tuner-Tastenfeldes kann man direkt am Gerät durch die iPod-Menüs navigieren. Alternativ ist auch eine Bedienung über die Fernbedienung möglich, allerdings werden Titelinformationen etc. leider nicht im Gerätedisplay wiedergegeben, sondern lediglich auf dem iPod. Während der Benutzung informiert das EZY-7 Display lediglich mit  einem eingeblendeten "I Dock" Schriftzug über die Aktivierung des mobilen Players.


Obwohl der EZY-7 dank Tuner- und iPod Integration schon alleine einen begabten Unterhaltungskünstler abgibt, so ist natürlich er natürlich trotzdem auf externe Zuspieler angewiesen. Für diesen Zweck stehen 4 analoge Eingänge zur Verfügung. Wer den EZY-7 lediglich als Vorstufe nutzen will, wird sich über die beiden Vorstufenausgänge (Pre-Outs) sehr freuen. Im Vergleich zu anderen Geräten stellt diese Bestückung eine akzeptable, jedoch auch nicht beispielhafte Ausstattung dar. Insbesondere ein Phono-Eingang würde noch Sinn machen, zumal auch eine Tape-Monitor Schaltung als auch ein Main-In Eingang wünschenswerte Extras wären, die bei Mitbewerbern (zB. Sherwood RX-772, 499 Euro) zu finden sind. Fairerweise müssen wir jedoch erwähnen, dass auch Advance Acoustic solche Geräte in der Preisklasse zwischen 500 und 700 Euro anbietet, allerdings (wie auch bei Sherwood) ohne iPod-Dockingstation. 

Die technischen Daten der EZY-7 in der Übersicht:

Geräte / Preis Advance Acoustic EZY-7 - 599 Euro
bes. Funktionen Musiccenter - Stereo Receiver mit iPod Dock
Leistung 2x 50 Watt an 4 Ohm
S/N Ratio > 100 db
Kanaltrennung > 85 db
Eingänge 4x analog Stereo-Chinch
1x iPod Dock (alle iPod Typen)
1x Tuner (AM/FM) mit RDS Funktion
Ausgänge 2x Lautsprecheranschlüsse für 4mm Stecker
2x Pre Out
Abmessungen 44,0 x 36,0 x 11 cm (B/T/H)
Gewicht 8,5 Kg

(sämtliche Daten entsprechen den Herstellerangaben)

Testumgebung:

Hervorragende Sparringspartner für die EZY-7 finden sich beispielsweise in Nubert Produkten. Die testweise angeschlossenen nuLine102 wurden gut befeuert; insgesamt bot das französich-schwäbische Duett eine gute Kombination mit schlagkräftiger Dynamik und sauberer Bassdarstellung. Auch preislich macht eine Kombination dieser beiden Firmen großen Sinn.


Überraschend gut funktionieren jedoch auch sehr hochwertige High-End Schallwandler, wie etwa die hier gezeigte Monitor Audio Platinum 100. Der feinzeichnende Bändchenhochtöner liefert schlechte Zuspieler normalerweise sofort ans Messer, doch die EZY-7 gibt sich keine Blöße . Solange keine extremen Pegel gefahren werden, zeichnet sie jeden Frequenzbereich akkurat durch und schickt viele Details über die Lautsprecheranschlüsse hinaus. 



Einen wichtigen Bestandteil unserer Hörsitzung bestand auch darin, die Verträglichkeit mit angeschlossenen Endstufen zu checken. Insbesondere die hervorragende MAA-705 aus dem gleichen Hause sollte uns hierfür dienen. Für einen Stückpreis von 949 € kennen wir derzeit keine andere Mononendstufe dieser Preisklasse, die derart große audiophile Leidenschaft bietet. Unsere diesbezüglichen Erfahrungen finden Sie in der folgenden Rubrik - wir möchten an dieser Stelle lediglich verraten, dass es sich für anspruchsvolle Ohren durchaus lohnt, die EZY-7 mit guten externen Endstufen aufzuwerten.


Bei der Kombination mit einem CD-Player sollten Sie bedenken, dass der EZY-7 über den analogen Weg zugespielt werden muss. Achten Sie daher auf eine klangliche ansprechende Wandlereinheit im Quellgerät. Die Chinch-Ausgänge diverser DVD-Player sind grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen. Hier ist ein intensives Probehören bzw. Vergleichen sehr sinnvoll. Eine interessante Wahl stellt beispielsweise der Advance Acoustic MCD203II dar, aber auch ein Marantz CD 6002 hinterließ aufgrund seiner gefälligen Charakteristik eine gute Figur.

Klangeindrücke:

Im Hörtest schlug die große Stunde des EZY-7: trotz des üppigen Funktionsumfangs sparte Advance Acoustic nicht an der falschen Stelle und achtete auf ansprechende Klangeigenschaften. Die EZY-7 macht direkt von der ersten CD an klar, dass sie sich nicht als multimediale 0815-Kiste sieht, sondern durch audiophile Qualitäten punkten will. Insgesamt wirkt die Akustik sehr klar strukturiert - besonders im Mittel-/Hochtonbereich detailliert sie Instrumente bzw. Stimmen mit hoher Sensibilität und Klarheit. Erfreulicherweise bleiben diese Eigenschaften auch dann erhalten, wenn die Musik ein paar Gänge hochschaltet und mit hoher Geschwindigkeit für Emotionen sorgt. Wo zB. ein Sherwood RX-772 etwas zum "Verwischen" bzw. "Weichzeichnen" neigt, bleibt die EZY-7 unbeirrt auf Kurs: sie spielt rythmisch, agil ohne dabei Feinheiten auszulassen. Die luftige, freie Spielweise ist für ein Gerät dieser Preisklasse beispielhaft. Erst bei sehr hohen Pegeln verliert der Hochtonbereich an Brillanz und Transparenz. Für ein Gerät mit einer angegebenen Leistung von verhältnismäßig niedrigen 50 Watt an 4 Ohm gibt sich die EZY-7 jedoch noch erstaunlich kräftig. Dieses Attribut kann man auf die Bassdarstellung nur bedingt übertragen: die gebotene Präzision erfüllt auch hohe Maßstäbe, doch das Aufbauen von Bassvolumen ist nicht die Schokoladenseite dieses Receivers. "Normale" Pop-/Rock Musik stellt das Advance Acoustic Gerät vor keine Probleme, doch für Freunde von beat-betonter Techno oder House Musik wäre die Charakteristik des EZY-7 nicht perfekt. Für diesen Einsatzzweck empfehlt sich beispielsweise ein Denon DRA-700AE , der im unteren Frequenzbereich mehr Entschlossenheit und Schwärze einbringt, dafür allerdings nicht so schön detaillieren kann. An und für sich wäre die Auslegung des EZY-7 ziemlich unproblematisch, denn mit einem kleinen Dreh am Bassregler würden auch Tiefbass-Liebhaber ihre Freude haben - schließlich zählt die Impulsgenauigkeit zur absoluten Klassenspitze. Doch leider bietet die EZY-7 keinerlei Funktionen zum Equalizing. Eine schwierige Situation für Musikliebhaber, schließlich bekommt man in dieser Preisklasse momentan bei keinem Hersteller ein Gerät mit Klangeigenschaften, die in jedem Bereich vollauf begeistern können. Des Rätsels Lösung findet sich im Produktportfolio von Advance Acoustic: durch Hinzunahme einer Endstufe vom Schlag einer MAA-406 oder MAA-705 gewinnt die EZY-7 recht deutlich und zeigt, dass sie über eine außerordentlich gute Vorstufensektion verfügt. In dieser Konstellation kommt ihr auch die audiophile, feingeistige Abstimmung zu Gute, während Mitbewerberprodukte hieraus wegen einer undetaillierten bzw. zu analytischen Spielweise oftmals kein Kapitel herausschlagen können. Unabhängig davon, ob die EZY-7 nun alleine, oder im Verbund mit einem angeschlossenen Leistungsverstärker musiziert, so besticht deren Klangbild zudem auch im großen Maße von der guten Staffelung im Raum. Dem kleinen Advance Acoustic Musiccenter gelingt es in vorzüglicher Weise, Instrumente realistisch abzubilden. Speziell die gebotene Raumtiefe vermag dabei zu überzeugen. Die Akteure werden dabei nicht einfach nur nebeneinander, sondern versetzt/vielschichtig in der Wahrnehmung des Hörers positioniert. Zur Ausschöpfung dieser Tugend bedarf es entsprechend talentierte Schallwandler, die wir insbesondere in der Monitor Audio Gold Signature 10 gefunden haben. Die britischen Klangjuwelen harmonierten auch mit der Basscharakteristik der EZY-7 sehr gut. Wir können daher festhalten, dass Regallautsprecher mit einem reduziertem Tiefgang, aber dafür leicht betonter Oberbass-Region, eine weitaus bessere Wahl für den Stereo-Receiver darstellen, als Standboxen mit Tiefbass-Ambitionen. Die GS-10 harmoniert auch wegen ihrer filigranen, exakten Hochtonspielweise vorzüglich mit dem Receiver. Beide Komponenten setzen sich gegenseitig von ihren schönsten Seiten ins Scheinwerferlicht und beweisen nachdrücklich, dass audiophiles HiFi auch schon unterhalb sündhaft teuren High-End Komponenten zu haben ist. Ausschlaggebend ist schließlich nicht die Qualität des Einzelspielers, sondern die Teamleistung. Obwohl die EZY-7 weder als Muskelprotz noch Kraftpaket auftritt, vermochte Sie es, mit der wirkungsgradgünstigen GS-10 sehr intensive Pegel in einer souveränen Art zu fahren. Hinsichtlich der gebotenen Dynamik lernten wir die EZY-7 als überzeugenden Spezialist für die feinen/leisen Passagen kennen, wo sie mit fast schon audiophilem Gespür zu Werke geht und eine bestechende Feindynamik aufweist, wie ansonsten nur die hochklassigsten (und deutlich teureren) Geräte. Die Umsetzung von brachial-intensiven Instrumenteneinsätzen hängt hingegen sehr vom eingesetzten Schallwandler ab. Während eine (anspruchsvolle) Isophon Galileo einen etwas müden Eindruck hinterließ, so konnten wir auch diesbezüglich mit Produkten von Monitor Audio sehr gute Erfahrungen sammeln. Zusammen mit einer GS-10 oder auch PL-100 bot die EZY-7 eine sehr lebendige Akustik, welche die Vitalität und Energie der Musik in faszinierender Form im Hörraum freisetzte. 

Einen hervorragenden Eindruck hinterließ der integrierte Tuner. Die EZY-7 empfängt auch schwächere Signale mit hoher Qualität, und bei manchen Sendern liegt sogar ein derart gutes akustisches Niveau vor, dass man selbst als audiophiler Hörer keinen Kritikpunkt an der Wiedergabequalität findet. Advance Acoustic beweist mit der EZY-7, dass Radiosignale keineswegs platt und undynamisch klingen müssen, wenn sich der Hersteller bei der Integration der Empfangseinheit Mühe gibt. Die Klarheit der Wiedergabe, als auch die weitläufige, musikalische Spielweise machen das Advance Acoustic Gerät zur ersten Wahl für Menschen, die auch gerne einmal über den Äther Musik hören möchten. In diesem Fall möchten wir jedoch noch anmerken, dass die mitgelieferte Antenne nur als Notlösung angesehen werden sollte - und die hervorragende Qualität des Tuners nur mit hochwertigen externen Signalempfängern (bzw. dem Anschluss an das Kabelnetz) ausgeschöpft werden kann.

Selbstverständlich möchten wir uns auch der Qualität der iPod Funktion widmen, schließlich stellt diese Funktion bei der EZY-7 ja ganz besonders im Fokus. Prinzipiell kann man über den Sinn bzw. Unsinn von MP3-Playern innerhalb einer hochwertigen Musikanlage verschiedener Meinung sein. Der Author dieses Berichtes zählt sich selbst ebenfalls zu der Gattung von Hörern, die der MP3 Nutzung zwar nicht grundsätzlich abgeneigt gegenüberstehen (schließlich eignet sich diese Technik für die Beschallung im Auto oder beim Sport hervorragend), doch für eine ernsthafte Integration in der heimischen HiFi-Anlage nur schwer (wenn überhaupt) zu begeistern ist. Dementsprechend skeptisch wurde dann auch unser "Redaktions-iPod" vorsichtig in die Dockingstation bugsiert und anschließend gestartet. Schon nach wenigen Sekunden war klar, dass die EZY-7 dem Format MP3 gehörig auf die Springe hilft: Dynamik, Detaillierung und Tonalität waren schlichtweg eine Klasse besser, als all die zuvor erlebten Lösungen anderer Hersteller. Sicherlich: die Qualiität kommt trotzdem nicht ganz an eine gut abgemischte CD über einen hochwertigen Player heran, aber trotzdem kann man die iPod Klangqualität durchaus als hochwertig bezeichnen. Für das konzentrierte Musikgenießen am Abend mit einem Gläschen Rotwein würden wir nach wie vor lieber zu unserer hochwerigen Audionet/Isophon Anlage greifen, doch als praktisch-universelle Beschallung für den Alltag haben wir EZY-7 sehr schnell in unser Herz geschlossen.

Fazit:

Advance Acoustic beweist mit der EZY-7, dass Innovationen auch im Stereo-Segment möglich sind. Die Integration eines iPods in ein HiFi-Gerät ist dabei zunächst nur die halbe Miete: entscheidend ist die Tatsache, wie konsequent und sorgfältig dieses Feature im Gesamtaufbau berücksichtigt wurde. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen, denn während andere Anbieter solche Funktionen hauptsächlich als Zusatzgimmick betrachten, geht der französische Hersteller einen anderen Weg. Hier sorgt die hochwertige Implementation für einen tatsächlichen Zusatznutzen für MP3-Freunde und bringt überraschend ansprechende Klangqualitäten jenes (in audiophilen Kreisen) oft gescholtenen Medientyps ans Tageslicht. Erfreulicherweise gibt die EZY-7 auch in seiner Primärfunktionen eine gute Figur ab, zumal sich die Tuner-Einheit sowieso noch ein Extralob verdient. Als Stereo-Receiver kommen die bekannten Advance Acoustic Tugenden (detailfreudige Spielweise, gute Raumabbildung) zum Zuge. Wer der EZY-7 die passenden Lautsprecher bereitstellt, wird mit ihr viel Spaß haben. Sie empfiehlt sich ganz besonders als begabter Entertainer für kleinere Systeme. Aufgrund der überschaubaren Anschlussvielfalt wäre sie zwar nicht unbedingt die perfekte Wahl für System mit vielen Zuspielern, doch im Rahmen eines kleinen Stereo-Systems, oder als feine Zusatzanlage (zB. Schlafzimmer, Büro) läd die EZY-7 zum Genießen und Träumen ein.

2 Kanal + iPod = EZY-7 
Advance Acoustic bietet audiophilen Hörern einen soliden Receiver mit überzeugender iPod-Station an. 


Advance Acoustic EZY-7 , Preis 599 Euro
Stereo-Receiver mit iPod-Dockingsstation
Test: 9. Oktober 2007 
Preis-/Leistung: 

+ feinzeichnender Hoch-/Mitteltonbereich
+ räumlich dichte Abbildung
+ überzeugende Feindynamik
+ hervorragander Klang per iPod
+ ansprechende Klangeigenschaften des Tuners
+ gute Verarbeitung
+ solider technischer Aufbau

- begrenzte Fähigkeiten in Bezug auf Grobdynamik, Pegelfestigkeit sowie Bass-Intensität
- kleinere Verarbeitungsdetails am Gerät konnten besser sein, außerdem nur eine Gehäusefarbe lieferbar
- mitgelieferte Fernbedienung erfüllt keine hohen Ansprüche
- leider keine Darstellung der iPod Menüs auf dem Gerätedisplay

URL: www.domino-design.de

Text: Lars Mette

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