Special: 3D in der Praxis - inklusive großer 3D Blu-Ray Bewertung.


Dieser Artikel wurde auf PCs von Origen-AE verfasst.

(28.Juli 2011 - von Lars Mette)

3D ist momentan in aller Munde: vom Titelblatt eines beliebigen AV-Magazins, bis hin zu Werbeflyern diverser Elektronikketten - (fast) überall trifft der Technikinteressierte auf die entsprechenden Schlagwörter, um von allen Seiten die vermeintlichen Vorteile jener Technologie eingetrichtert zu bekommen. Selbst einige Video-on-Demand Dienstleister sind auf diesen Zug aufgesprungen und versprechen ihren Kunden kinogleiche Filmerlebnisse. Angesichts der Tatsache, dass der momentane 3D-Hype sowohl auf Seiten von Industrie und Handel ein sehr willkommenes Zugpferd zur Steigerung der Umsätze darstellt, wundert es nicht, dass der sachliche Informationsgehalt gegenüber Marketing-Versprechungen in den Hintergrund rückt. 

An diesem Punkt setzt unser Special an. Wir möchten Sie an unseren Praxiserfahrungen mit der aktuellen 3D-Technologie teilhaben lassen, die wir in hunderten Stunden Redaktions- bzw. Testalltag gesammelt haben. Wir möchten dabei weniger auf technische Eigenschaften einzelner Komponenten eingehen, sondern vornehmlich die Gesamtheit mit all seinen Möglichkeiten und Problembereichen beleuchten. In diesem Zusammenhang stellen wir auch einen Großteil unseres 3D-Sortiments auf den Prüfstand, denn zwischen mancher Pseudo- und Hochglanz 3D-Produktion liegen qualitativ ganze (Technik)Welten, obwohl beide Titel mitunter nebeneinander zum selben Preis im Verkaufsregal stehen...

technische Aspekte:

Beleuchten wir zuerst ein paar technischen Rahmenbedingungen, die es zu beachten gilt. Obwohl sich viele Bildwiedergabe- und Quellgeräte mit dem 3D Logo zieren, sind sie deswegen noch lange nicht alle im selben Maß bzw. Umfang für eine gute 3D-Wiedergabe geeignet. Der wichtigste Punkt stellt zweifelsfrei die Auswahl des Bildwiedergabegerätes dar. In sämtlichen Redaktionsbereichen setzen wir sowohl entsprechende Flachbildfernseher sowie Projektoren ein. Allgemein hat sich gezeigt, dass jeder Gerätetyp jeweils klare Vor- und Nachteile mit sich bringt: 


Flachbildfernseher profitieren in der Regel von ihrer immensen Helligkeit und dem Kontrastvermögen. Dadurch ergibt sich eine exzellente Bildqualität mit exakt definierter Tiefenstaffelung. Das Problem: selbst der (unserer Meinung nach) beste und größte 3D-Fernseher (Panasonic P65VT20E) kann mit einer Diagonale von ca. 165cm nur eingeschränkt richtiges Kino-Feeling transportieren. Ganz besonders dann, wenn er in einem normalen Wohnzimmer steht und man in typischer Couchdistanz von ca. 3 Meter Entfernung sitzt. Der 3D-Effekt hängt maßgeblich vom Verhältnis aus Betrachtungsabstand und Bildgröße ab - dies sollte man bei der Planung berücksichten und im Zweifelsfall einen größeren TV und/oder eine andere Sitzanordnung wählen.


3D Projektoren haben dieses Problem naturgemäß nicht - und dank der deutlich größeren Bildfläche fällt der 3D-Effekt grundsätzlich intensiver aus. Hier liegt das Problem hingegen schlichtweg in der Helligkeit. Selbst der vergleichsweise lichtstarke JVC DLA-X7 besitzt  "nur" 1300 Ansilumen. Dies verlangt bereits bei einer 2D-Wiedergabe nach einem angedunkelten Raum. Bei 3D Material ist eine "zappendustere" Umgebung absolute Pflicht - sobald aber nur ein Gerätedisplay im Blickfeld liegt, kann sich das Auge nicht optimal an das vergleichsweise dunkle Bild beim Blick durch die Shutterbrille anpassen. Außerdem muss man bei der Kalibirierung extrem sorgsam sein, um sowohl im 2D als auch 3D Betrieb eine gute Schwarzdifferenzierung zu genießen. Ein wirklich hohes Maß an Farbdynamik in hellen Bereichen ist derzeit mit den aktuellen Beamern im 3D Betrieb nicht möglich, zumal die Helligkeit mit zunehmenden Betriebsdauer der Lampe mitunter signifikant abfällt. Hier muss man schlichtweg damit leben, dass z.B. Autoscheinwerfer niemals richtig hell strahlen, wie dies im 2D-Betrieb der Fall ist. Flachbildfernseher erweisen sich diesbezüglich als unkritischer. Etwas Abhilfe kann man durch die Verwendung spezieller Leinwandtücher (mit höherem Gain) schaffen, wobei jene Wahl wiederrum für die normale 2D Wiedergabe nicht perfekt ist. Heimkinofreunde mit großen Investitionsmöglichkeiten können sich zu Preisen ab ca. 20.000 Euro die vollmaskierbare Rahmenleinwand iMasque bestellen und mit zwei verschiedenen Tüchern austatten lassen.

Ein delikates Problem möchten wir an dieser Stelle auch noch kurz erwähnen: in der Praxis litten bis jetzt sämtliche, vom Autor getesten Quellgeräte, unter klanglichen Einbrüchen im 3D-Betrieb! Der Anwender mit einem Mittelklassesystem wird davon wahrscheinlich nur bedingt Notiz nehmen, doch innerhalb hochwertiger Umgebungen fällt jener Effekt mitunter sehr groß aus. Der Grund liegt höchstwahrscheinlich in der größeren Bandbreite im Digital/HDMI Bereich während der 3D-Wiedergabe. Interessanterweise unterscheiden sich die momentan angebotenen Geräte in der Intensität des 2D -> 3D Unterschiedes nicht stark voneinander. Generell ist ein Auflösungs- und Dynamikverlust zu verzeichnen, zumal auch die Hochtonwiedergabe schärfer klingt und die gesamte Klangtransparenz verschlechtert. Sie können diesen Effekt völlig unkompliziert in Ihrer eigenen Anlage testen und eine akustisch anspruchsvolle Sequenz (zB. die ersten 5 Minuten von "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen") in beiden Modi gegeneinander akustisch vergleichen. Wir hoffen, dass künftige Player diesbezüglich besser abschneiden. Weitere Informationen bzw. Vergleiche verschiedener 3D-Player finden Sie in unserem großen 3D-Blu-Ray Player Vergleichstest vom 12. Mai 2011.

Einen weiteren Knackpunkt stellen momentan ebenfalls noch die verwendeten 3D-Brillen dar. Die mitgelieferten Augengläser sind in fast allen Fällen deutlich zu schwer, haben einen recht kleinen Sichtbereich und sind schlichtweg nicht angenehm zu tragen. Gegenüber einer üblichen 3D-Brille aus dem Kino (links; 22 Gramm), bringen die technisch aufwändigeren Shutterbrillen aus dem Heimbereich (rechts) teilweise das vierfache Gewicht auf die Waage. Dieser Umstand stört spätestens nach einer halben Stunde, wenn sich entsprechende Druckstellen auf der Nase bilden. Die neuesten Brillen von Samsung's D-Serie fallen mit unter 30 Gramm jedoch schon erfreulich besser - es bleibt zu hoffen, dass die anderen Hersteller nachziehen und dabei auch eine gute Bildqualitäte gewahrt bleibt. Bei unseren Quervergleichen der 3D-Bildqualität zwischen Kino und Heimkino hat sich übrigens herausgestellt, dass "richtige" Kinovorführungen für das Auge angenehmer sind, aber tendeziell auch weniger 3D-Tiefe generieren. 

Integration/Raumplanung:

Uns fällt uns immer wieder auf, wie problematisch Lichtreflektionen hinter dem Sitzbereich sind. Bedingt durch die 3D-Brille spiegeln sich viele Gegenstände im Blickfeld - speziell Projektoren generieren bei hellen Szenen (zB. Segelgleitersequenz bei "Legenden der Luftfahrt") durch die große Bildfläche sehr viel entsprechende Reflektionen. Obwohl unser High-End Referenzstudio in Bezug auf die schwarzmatte Raumcolorierung annähernd optimal konzipiert ist, müssen wir diesbezüglich trotzdem noch nacharbeiten und die Surroundback Lautsprecher mit Tüchern verhüllen. Und selbst die eigentlich silbermatten Beamerhalterungen können sich bei ungünstigen Konstellationen spiegeln. In diesem Zusammenhang sollte selbstverständlich auch darauf geachtet werden, den Projektor an einer Stelle zu positionieren, bei der die Linse außerhalb des Reflektionsbereiches ist.

In Wohnräumen mit Flachbildfernsehern gestaltet sich die Raumanpassung sogar noch ein wenig schwieriger. Wichtig ist hier vor allem, seitlich einfallendes Licht zu vermeiden. Es muss stets sichergestellt sein, dass der Sichtbereich nach vorne in Bezug auf die Lichtverhältnisse absolut symmetrische Eigenschaften aufweist. Reflektionen im hinteren Bereich sind zwar auch in diesem Fall sehr wichtig, allerdings weniger kritisch, wie mit einem Projektor. Richtig problematisch sind eigentlich nur rückwärtige Fensterflächen. Selbst mit runtergefahrenen Jalousien entstehen noch viele Reflektionen. Empfehlenswerter sind lichtdichte Vorhänge (z.B. Bühnenmolton) vor dem Fenster.

Testumgebung:

Unsere nachfolgenden Blu-Ray Kritiken haben wir in unserem High-End Referenzstudio mit einer Cinemike getunten 3D Kette vorgenommen, was (nach unserem Stand der Dinge) derzeit die audiovisuell beste Möglichkeit darstellt, zuhause in den Genuss dreidimensionaler Unterhaltung zu gelangen. Ergänzend dazu, haben wir jedoch auch unsere Eindrücke aus einem Wohnraumstudio mit einem 65´´ 3D Plasma einfließen lassen.
Software:

Um eine hohe Aussagekraft zu gewährleisten, haben wir ein paar unserer 3D-Filme bewertet und in eine Tabelle gepackt. Wir vergeben bis zu 5 Sterne für die technischen Eigenschaften, und da selbst der beste 3D-Film ohne interessante Handlung nur wenig Reiz bietet, stellen wir Ihnen auch ein paar Informationen zum Inhalt zur Verfügung.

Bitte beachten Sie, dass wir diese Kurzkritiken nicht als ausführliche Abhandlung verfasst haben, sondern lediglich eine kompakte Einschätzung liefern wollen, um Ihnen beim Filmkauf eine kleine Hilfe bei der Auswahl zu bieten.

Titel Beschreibung 3D Bild Klang
Die Mutter aller 3D-Filme macht ihrem Ruf alle Ehre und bietet ein Bild am Rand der absoluten Perfektion: die erstklassigen CGI-Effekte sorgen mit einer grandios gestaffelten Bildschärfe für einen wahren Overkill an 3D-Feeling. Interessanterweise sind die Passagen im Urwald (Bäume) sowie in der Kommandozentrale (Displays) sogar noch beeindruckender als die Flugsequenzen. Die hohe und gut ausbalancierte Farbsättigung lässt den Film mit fast jedem Equipment atemberaubend erscheinen. Das extreme Maß an Detaillierung kitzelt selbst High-End BWG komplett aus. Klanglich sorgt der epische Score und die erstklassigen Surroundeffekte für einen intensiven, aber trotzdem auch feingliedrigen Sound.

Fazit: Mehr 3D Kino für Zuhause geht nicht.
Im gleichen Zeitraum wie Avatar brachte Sony diesen Animationsfilm heraus, der interessanterweise ebenfalls eine Geschichte rund um die Eroberung/Ausbeutung fremder Planeten durch den Menschen aufgreift. Sowohl Erzählweise wie auch Story haben einen überraschend hohen ernsthaften Hintergrund, so dass der Film Erwachsene anspricht. Dazu passt auch der Umstand, dass auf die CGI-typischen knallbunten Farben verzichtet wird und stattdessen etwas mehr Pastelltöne zum Einsatz kommen. Bildschärfe und Detaillierungsintensität sind gut, haben aber noch Luft nach oben. Ähnliches gilt auch für die 3D Intensität, die zwischen solide und hervorragend schwankt. Akustisch gehört der Titel mit seinen detailreichen Klängen und der guten Räumlichkeit ebenfalls zum Besseren, wobei hier noch etwas Kraft und Dynamik in den Actionsequenzen fehlt.

Fazit: ansprechender Inhalt und gute Technik - "Battle for Terra" war für uns eine absolut positive Überraschung
Hier handelt es sich um eine episch erzählte Geschichte um den Kampf zweier Eulenvölker, zwischen deren Fronten zwei junge Vögel geraten. Der Film hat dabei jedoch ein konzeptionelles Problem: die Geschichte um Tugend und Prinzipien ist in ihrer Essenz sehr geradelinig gehalten, bedient sich aber einer erwachsenen Präsentation mit erdiger/dunkler Colorierung und ist zudem recht lange geraten. Wer dabei nicht einschläft, darf sich über eine subtile, aber im Detail exzellente Permanent-3D-Visualisierung erfreuen, die zusätzlich von hervorragenden Animationen aufgewertet wird. Klanglich arbeitet dieser Titel mit allem was das Herz begehrt: feinauflösende Umgebungsgeräusche, klare Sprachwiedergabe, intensive Actionsequenzen sowie ein monumental eingearbeiteter Score.

Fazit: technisch absolute Spitzenklasse (wenngleich die 3D-Effekte nicht auf Spektakel ausgerichtet sind) - allerdings ist der Film selbst etwas langatmig.
Der Real-Fantasyfilm erinnert in seiner Machart ein wenig an "Der goldene Kompass". Im Mittelpunkt steht der Kampf von bzw. um "Aang", ein Wesen mit der Macht über alle Elemente. Steife Schauspieler und eine weitesgehend sinnbefreite Handlung enteignen den Film von (fast) jeglicher inhaltlicher Begehrlichkeit. Während der effektbeladene Sound noch seine Reize besitzt, passt sich die 3D-Performance dem Inhalt an und enttäuscht ebenfalls (Film ist in 2D produziert und nachträglich in 3D konvertiert worden). Das große Probleme von "Die Legende von Aang" stellt schlichtweg die recht geringe Tiefenwirkung dar. Selbst in (visuell) attraktiven Sequenzen werden die 3D-Möglichkeiten zu selten umfangreich genutzt. Außerdem kämpft das Bild häufig mit leichten Unschärfen.

Fazit: hier lohnt sich der Blick durch die 3D Brille genauso wenig, wie direkt auf die Leinwand.
Was auf der Hülle noch den Anschein einer adrenalingetränkten Wildwasserfahrt weckt, entpuppt sich schon nach dem Vorspann als trockene Dokumentation mitsamt erhobenem Öko-Zeigefinger. Dafür darf sich der Zuschauer über stellenweise atemberaubende Kamerafahrten erfreuen, die dank natürlicher (und daher warmer) Farbgebung so manche Urlaubserinnerung wecken dürfte. Die Bildschärfe schwankt zwischen gut und exzellent. Leider wird das 3D-Vergnügen von stellenweise recht deutlichen Ghosting-Effekten getrübt. Akustisch gibt es neben wenigen Effekten nur noch ein paar gut integrierte Musikeinspielungen zu genießen.

Fazit: hier wäre inhaltlich mehr drin gewesen, zumal auch die Laufzeit kurz ausfällt. Wegen der faszinierenden Landschaft und guter 3D-Sequenzen für Interessenten dennoch einen Kauf wert.
Seth Rogen säubert in "The Green Hornet" als maskierter Superheld die Straßen von LA (und hat extra für diese Rolle 14kg abgespeckt..). Da passt es gut, dass der Titel auch inhaltlich eher dünn daherkommt und seine Daseinsberechtigung aus den zahlreichen und mitreißenden Actionsequenzen zieht. Speziell die Materialschlacht in den letzten 20 Minuten besitzt dank intensiver 3D Tiefenwirkung, sowie dynamisch-brachialen Sound einen großen technischen Reiz. Die Kameraführung ist jedoch nicht immer derart konsequent auf 3D-Tiefe getrimmt, wie beim vergleichbaren Titel "Drive Angry". Die Farben wirken speziell im unteren Bereich minimal übersättigt, aber insgesamt ergibt sich mit der tadellosen Bildschärfe ein recht natürlich geprägter Charakter.

Fazit: nette 3D-Action. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Drive Angry (darf hier wegen FSK18 nicht einzeln vorgestellt werden) ist aber sowohl technisch, als auch stilistisch und inhaltlich noch ansprechender.
Gru ist ein erklärter Bösewicht - und auch noch stolz darauf. Zusammen mit seinen gelben Minions entwickelt er diverse Apperaturen, um die Welt von seinem teuflischen Genie zu überzeugen. All dies wird auf den Kopf gestellt, als er sich unfreiweillig als Pflegevater von 3 kleinen Mädchen beweisen muss. Audiovisuell werden bei der unterhaltsamen Story alle Register gezogen: die sehr bunten/poppigen Farben sorgen mit der hohen Bildschärfe sowie der exzellenten Animationsqualität für gute Laune. Die 3D-Wirkung liegt permanent auf einem ausgezeichnetem Niveau - lediglich Sammy's Abenteuer kitzelt aus seiner Unterwasserwelt noch etwas mehr Tiefe (ist dafür aber auch etwas Ghosting-anfälliger). Der glasklar abgemischte Sound mit seiner reichhaltigen Surroundkulisse (inkl. satten Subwoofer-Einlagen) steht dem Bild in Nichts nach.

Fazit:
Ich - einfach unverbesserlich gehört zur absoluten Spitze der momentanen CGI 3D Produktionen. 
Das inhaltliche grundsolide CGI-Abenteuer rund um einen domestizierten Bären bei seiner Auswilderung zählt wegen der unerreichten Feindetaillierung, Schärfe sowie Farbreichtum zu den absoluten 2D-Vorzeigetiteln. An diesen Attributen ändert auch die 3D-Version wenig, zumal besonders das erste Filmdrittel mit den zahlreichen transparenten Flächen (Auto-/Fensterscheiben) exzellent umgesetzt sind. Einen Punkt Abzug gibt es hingegen für die zuweilen recht starken Ghosting-Effekte. Akustisch ist der Film minimal weniger auffällig und bietet eine gute Sprachwiedergabe sowie feingliedrige Musik-Arrangements. Die Effekte könnten hingegen noch etwas räumlicher und zahlreicher sein.

Fazit: trotz der teilweisen heftigen Doppelkonturen auch in 3D einen Kauf wert.
Nach Spielen wie "God of War" oder dem Film "Percy Jackson - Diebe im Olymp" darf sich die griechische Mythologie über eine weitere Darstellung ihrer Götter und Sagen erfreuen. "Kampf der Titanen" kann zwar nicht durch seine lineare und vorhersehbare Handlung punkten, ist aber handwerklich/tricktechnisch gut gemacht. Obwohl in 2D produziert, macht der Titel auch auf 3D Blu-Ray eine ganz passable Figur. Eine größere Tiefenwirkung bieten hauptsächlich die Actionsequenzen. Bei der Bildschärfe besteht noch Luft nach oben. Die Farbdarstellung wird von warmen gelb Tönen und angehobener Sättigung geprägt. Akustisch reiht sich der Titel dank der effektgewaltigen Kämpfe mit intensivem Subwoofer-Einsatz in die Oberklasse ein, lässt es aber ein wenig an Feinschliff vermissen, um es mit "Percy Jackson" aufzunehmen.

Fazit: für eine 2D-Produktion ordentliche Tiefenwirkung. Zusammen mit dem guten Sound eine solide Blu-Ray, wobei man inhaltlich nicht mehr als Popcorn-Kino erwarten darf.
"Boeing 787 - Airliner der nächsten Generation" wäre ein passenderer Titel für diese IMAX Produktion, da sich die restlichen vorgestellten Flugzeuge 20% der Filmlänge teilen müssen. Mit Surroundeffekten wird hier gegeizt; immerhin darf sich der Center über eine klare Sprachwiedergabe freuen. Trotzdem ist dieser Titel extrem empfehlenswert, da er über die höchste Bildnatürlichkeit (Schärfe, Farbdarstellung) sämtlicher 3D Realfilme besitzt und zugleich auch eine unerreichte(!) Tiefenwirkung bietet. Selbst die zahlreichen Computeranimationen sind in Bezug auf Detailreichtum und Plastizität referenzwürdig.

Fazit: wer sich für Flugzeuge interessiert und gerne mal sehen möchte, wie Tragflächen aus seiner Leinwand herausragen, wird den Kauf definitiv nicht bereuen. Schade nur, dass die Laufzeit sehr kurz ausfällt.
Ähnlich wie beim bekannten Titel "Der Polarexpress" bediente man sich auch bei diesem Film des Performance-Capturing, um die Bewegungen von Schauspielern auf die CGI-Leinwandprotagonisten zu übertragen. Wenig überraschend, handelt Monster House von einem unheimlichen Anwesen, welches von zwei Kinden genauer unter die Lupe genommen wird. Dabei bietet der Film ein gutes Erzähltempo und läd die ganze Familie ein wenig zum Gruseln ein. Technisch stufen wir den Titel im oberen Mittelfeld ein: Texturen und Animationen haben sich seit 2006 genauso verbessert, wie Sounddesign und 3D-Nutzung. Im letzten Filmdrittel steigert sich der Film technisch zwar nochmal, kann aber kein 3D-Spektakel wie einige neuere Produktionen bieten.

Fazit: nur wegen der 3D-Effekte lohnt der Kauf nicht, andererseits ist der familienfreundliche (Light) Gruselfilm durchaus einen Blu-Ray Abend wert.
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Dafür, dass dieser CGI-Film bereits direkt in 3D produziert wurde, schwankt die Tiefenwirkung überraschend stark. Restlos überzeugend sind lediglich einzelne Szenen mit vielen Objekten (hauptsächlich im Inneren des Raumschiffs zum Ende des Films). Ansonsten fehlt es dem Bild stets ein wenig an Tiefe und Staffelung. In Bezug auf Schärfe sowie speziell dem Detaillierungsgrad der Oberflächen und Animationen spielt der Titel leicht unterhalb der Klassenspitze (Sammy 3D). Akustisch gibt es ebenfalls Kritik: unsere 3D-Version beinhaltet gleich 10 Surroundtonspuren, die jedoch allesamt eine niedrige Datenrate aufweisen. Das Surroundarrangment ist zwar sehr gut, leidet aber unter der verminderten Auflösung und Dynamik. Hier klingt die normale Blu-Ray besser.

Fazit: sicherlich nicht schlecht, aber leider etwas unter seinen Möglichkeiten.
Einer der letzten Filme, bei dem Bernd Eichinger als Produzent mitgewirkt hat, wurde stereoskopisch aufgenommen und stellt ein absolutes 3D-Highlight dar. Die Z-Achse wird hier bewusst sehr aggressiv benutzt und auf den Zuschauer gerichtet, so dass viele Objekte förmlich aus der Leinwand herausragen. Davon macht der Film reichlich gebrauch, wobei auch in den restlichen Szenen sehr viel 3D-Feeling geboten wird. Die restliche Bilddarstellung besitzt eine natürlich wirkende Bildschärfe, während die meisten Szenen recht dunkel coloriert sind. Dieser Titel ist daher enorm anspruchsvoll, was die Schwarz/Grau Differenzierung (sowie Kalibirierung) des BWGs betrifft. Der wuchtige, effektlastige HD-Sound harmoniert exzellent mit dem Bild. Die brachiale Dynamik sorgt mit einem weitläufigen Effektgewitter, klarer Sprachwiedergabe und mitreißender Musikeinbindung für Begeisterung - leider merkt man hier aber auch einen großen Abfall zwischen 2D und 3D Klang.

Fazit: sehr großer Mittendrinfaktor für Gruselwillige - exzellent als Demo-Material geeignet
Der heimliche Nachfolger von "Findet Nemo" trifft bei der Erzählung der Lebensgeschichte einer Schildkröte nicht nur ins Herz von Jung und Alt, sondern stellt zugleich auch das Heimkino ins allerbeste Licht: das extrem umfangreich gestaffelte Bild liefert fast in jeder Sekunde eine famose Räumlichkeit, die Bildschärfe und Detaillierung könnte nicht besser sein. Farblich bedient sich der Film größtenteils heller, leuchtender Töne, was ihn gleichermaßen unkritisch wie auch lebendig wirken lässt. Einzig die leichte Ghosting-Anfälligkeit könnte man dem Titel visuell ankreiden, was uns aber nicht von einer 5 Sterne Wertung abhält. Akustisch gibt es eine lebendige, hochauflösende Surroundkulisse mit guter Sprachverständlichkeit sowie intensiver, emotional ansprechender Musik.

Fazit: gesamtheitlich betrachtet der aktuell technisch beste CGI-Film - da auch die Story ansprechend ist, ein klarer Kauftipp.
Auch wenn die Story über ein Streetdancing-Wettkampf in New York dünner ist, als ein durchschnittliches Knäckebrot, so kann die 3D-Produktion in technischer Sicht begeistern. Die visuellen Grundparameter bieten ein überaus natürliches Bild mit hoher Schärfe; die Choreographien sind auf 3D getrimmt und wirken dementsprechend spektakulär. Schade nur, dass einzelne Nebenszenen ein wenig flach wirken bzw. Körperhaftigkeit vermissen lassen. Der druckvolle HD-Sound läuft in den Tanz-Passagen zur Hochform auf und liefert ungewöhnlich viel tieffrequentes Material an die Frontlautsprecher. Zusammen mit der guten Hochton- und Sprachwiedergabe wird hier zwar ein sehr hohes Niveau erreicht, allerdings merkt man dadurch auch einen sehr großen 2D-3D Klangunterschied.

Fazit: die ausgezeichnet umgesetzten Dance-Battles sind (audiovisuell betrachtet) alleine schon den Kauf wert.
Das Remake des 1982er Alltime-Klassikers "Tron" kommt als außerordentlich anspruchsvolle 3D Blu-Ray in unsere Heimkinos: die durchgestylte, düstere Optik mitsamt aufblitzenden/hellen Objekten verlangt sehr stark nach In-Bild-Kontrast und einer exzellenten Farbkalibrierung, um ein Absumpfen zu verhindern. Obwohl komplett in 3D gedreht, haben sich die Produzenten dazu entschlossen, dem Titel eine eher subtile Tiefenwirkung mitzugeben. Tron Legacy verzichtet daher auf eine Flut von herausragenden Bildobjekten und verlagert die Z-Achse nach hinten. Auf diese Weise wird eine absolut konsistende Bildtiefe generiert, wie bei keinem anderen Film. Ähnliches beim Klang: obwohl es viele actionreiche Sequenzen zu bestaunen gibt, besticht Tron Legacy mehrheitlich mit seinen differenzierten Arrangements und einer hohen Auflösung, Feindynamik sowie Klangtrasparenz.

Fazit: technisch sehr überzeugend - allerdings eher Feinkost als sensationell wirkendes Demo-Material. 
Diese Dokumentation thematisiert sieben Wunderphänomene im Sonnensystem, bedient sich dabei aber nur wenig richtigem Weltraum-Footage. Die meisten Sequenzen sind entweder mittelmäßige CGI-Animationen, Wiederholungen oder Realaufnahmen von Wissenschaftlern. Surroundeffekte muss man mit der Lupe suchen - hier bewegt man sich auf besserem TV-Niveau. Visuell variiert der Titel zwischen den Szenen sehr stark. Beeindruckendes 3D-Feeling gibt es eigentlich nur gegen Ende des (kurzen) Films, bei einer herausragend guten stereoskopischen Darstellung zweier Satellitenaufnahmen von der Sonne.

Fazit: technisch schwach und inhaltlich auf dem Niveau von Boulevard Zeitungen.
Die Geschichte rund um einen unermüdlichen Wissenschaftler mit Hang zum Chaos, spielt zwar in Bezug auf die CGI/Animations-Qualität knapp hinter den führenden Titeln, kann diesen Umstand aber durch den extrem emotionalen Soundtrack mit erstklassiger Abmischung genauso wieder wettmachen, wie durch die phantasiereiche Geschichte und deren sympathische Charaktere. Kein anderer CGI-Film ist akustisch derart vielschichtig und zeigt die 2D-3D Klangunterschiede derart deutlich auf; in visueller Hinsicht gibt es einige erstklassige 3D-Momente (Burger-Regen) zu bestaunen, doch gesamtheitlich ist der Titel etwas weniger intensiv wie andere Genrevertreter und wirkt auch weniger scharf. Technisch interessant: der starke Anstieg der Farbsättigung beim Einsetzen der Essenskanone.

Fazit: gutes - aber nicht exzellentes 3D; trotzdem ein lohnenswerter Film - speziell für Liebhaber episch/tragender Scores.
Fazit:

Zwischen Spielzeug und Innovation: die aktuelle 3D Technik sieht sich derzeit einer enormen Bandbreite an Reaktionen gegenüber. Während einige Anwender weiterhin völlig unbeeindruckt bei der Komponentenauswahl sowie ihrem Medienkonsum komplett auf 2D setzen, gibt es zugleich eine große Anzahl begeisterter Cineasten, die es genießen, mit jener Technik noch näher in ihre Lieblingsfilme abzutauchen. Hier hilft tatsächlich ausschließlich ein eigener Praxistest. Lassen Sie sich nicht von vorgefertigten Meinungen in eine Richtung drängen.

Beachten Sie dabei aber bitte auch, dass eine kompetente 3D-Vorführung mehr darstellt, als ein zweiminütiges Betrachten im nächstgelegenen Elektromarkt. Speziell in Anbetracht der ergonomischen Aspekte, sollten Sie unbedingt auch mal eine halbe Stunde in Ruhe am Stück einen 3D-Film betrachten. Dass noch keine ausgereiften Bildwiedergabegeräte ohne Brille in Sicht sind, wäre grundsätzlich kein Beinbruch, da die aktuellen Produkte teilweise bereits sehr gutes 3D liefern. Abgesehen von hochwertigeren Quellgeräten, sollten die Hersteller jedoch solange unbedingt auch an ihren 3D-Brillen weiter arbeiten. Diese müssen nicht nur wesentlich leichter werden, sondern auch einen deutlich größeren Sichtbereich bieten.

Im Bereich der Projektoren wird es spannend sein, wie sich die Lichtleistung mit den nächsten Generationen verbessert. Momentan kann man mit einem 3D Projektor jedenfalls nur unter Idealbedingungen richtig Spaß haben. Und bei Flachbildfernsehern fehlen noch große (und bezahlbare) Modelle jenseits der 65 Zoll. Mit einem guten 50 Zoll 3D LED/Plasma-TV erhält der Käufer zwar grundsätzlich viel Bildqualität für teilweise wenig Geld geboten, muss dafür aber mit einer verhältnismäßig kleinen Bildfläche vorlieb nehmen.

Softwareseitig gestaltet sich die aktuelle Situation etwas positiver: die meisten (der bislang eher wenigen) Titel bieten ein hohes Niveau, während die zahlreichen 3D Kinoproduktionen baldigen hochkarätigen Nachschub versprechen. Hier bleibt zu hoffen, dass das gesunde Preisniveau für 3D Blu-Rays halbwegs stabil bleibt, damit (im Gegensatz zu 2D Material) keine Preisschlachten abgehalten werden, an deren Ende die Qualität sowie Ausstattung leidet. Für eine überschnelle Abschöpfung des Marktes mit halbgaren Produkten steckt in der 3D-Technik schließlich definitiv zu viel Potential. Hoffen wir, dass die Branche aus Fehlern in der Vergangenheit gelernt hat. Momentan sieht die Zukunft des dreidimensionalen Home-Entertainments jedenfalls (noch) vielversprechend aus.

Text: Lars Mette