Test: DVD-Player Panasonic DVD-RV31

Das Testgerät wurde uns zur Verfügung gestellt von
Karsten Becker Hard- & Softwareentwicklung

Finish, Features und Anschlüsse

Alles neu macht der Mai im Hause Panasonic: So ist ab diesem Monat der neue DVD Video-Player DVD-RV31 in den Gehäusefarben schwarz und silber zu einem Preis von je 699 DM erhältlich. Und bislang nicht von Panasonic-DVD-Spielern bekannte Features bringt der "Neuling" ebenfalls mit, denn mittels seines Laufwerks mit Twin-Laser-Pickup liest nun auch der DVD-RV31, im Gegensatz zu seinem 100 DM teureren Vorgänger DVD-RV20, CD-Rs und CD-RWs problemlos ein. Ebenfalls unsere Test-SVCD. Und nicht nur diese Eigenschaften unterscheiden ihn wohltuend vom alten Modell: Der DVD-RV31 ist zudem weitaus besser verarbeitet und schneidet diesbezüglich, besonders in Silber, sehr gut ab. Dazu kommt ein schickes Design, so dass optisch der Eindruck entsteht, ein hochwertiges Qualitätserzeugnis erworben zu haben - in der Disziplin Verarbeitungsqualität und angenehme Optik sind bei den Herstellern klare Fortschritte zu verzeichnen, wie auch die Konkurrenzprodukte JVC XV-S40 und Pioneer DV-340 zeigen: Billig-Finish ist out, auch wenn das Innenleben die Player als Einstiegsmodelle entlarvt (was auch nicht weiter schlimm ist, da die Verarbeitung innen ebenfalls ordentlich ist, nur ist der Aufbau eben schlicht), sehen die Geräte von außen nicht nur elegant, sondern auch weitaus wertiger aus als die DVD-Spieler der vorherigen Generation. Dazu passt, auch beim DVD-RV31, das nett anzusehende Display mit feiner Auflösung. Die leise herausfahrende DVD-Lade passt sich nahtlos in diesen tadellosen Eindruck ein. 

Neu ist beim Panasonic auch das Shuttle-Rad auf der Gehäusevorderseite, alt geblieben ist hingegen zum einen die vom DVD-RV20 her bekannte Fernbedienung, zum anderen die Anschlussbestückung. Die Scart-Buchse gibt also weiterhin wahlweise S-Video oder FBAS-Signale, nicht aber RGB aus, und der Digitalausgang ist lediglich in optischer Form vorhanden. Hier hätte man vielleicht - siehe JVC XV-S40, der gleich teuer ist - noch beide Optionen mit dazu geben können. Dafür kann der Panasonic wahlweise bei NTSC-DVDs richtiges NTSC oder PAL60 ausgeben  (die entsprechend gewünschte Option ist im OSD-Menü einzustellen) und verfügt über optisch ansprechende On Screen-Menüs. Zusätzlich hat der DVD-RV-31-Eigner die Möglichkeit, wenn er keine komplette Surroundanlage besitzt, einen aktiven Subwoofer direkt hinten am Player via Cinch anzuschließen. Ergänzend dazu ist an der Gerätefrontplatte der "Bass Plus"-Knopf vorgesehen, der bei der Verwendung eines Aktivwoofers auf "On" gestellt werden soll. Für Mitternachts-Filmhörer ist der "Dialogue Enhancer" interessant, der die Dialoge bei sonst gleichbleibender Filmlautstärke leicht anhebt und somit dafür sorgt, dass sich die Effekte eher zurückhaltend verhalten, man die Stimmen der Protagonisten aber trotzdem in verständlicher Art und Weise wahrnehmen kann.

Das neue Laufwerk trägt eine alte Panasonic-Tugend mit in die nächste Generation: Das Laufgeräusch ist angenehm leise und wird nie störend - sehr gut.  Die Fehlerkorrektur ist überragend und sichert dem Panasonic einen Spitzenplatz, denn er ist nochmals minimal besser als der in dieser Disziplin schon sehr erfreulich abschneidende JVC XV-S40: Er liest alle 30 Tracks der Fehlerkorrektur-Test-DVD und bildet erst ab Track 27 kräftigere Artefakte. Dies ist eine bravouröse Leistung, die nicht hinter der des 100 DM teureren Teac DV-3000 zurücksteht, der in der Disziplin Fehlerkorrektur ebenfalls brillieren konnte. Laufwerks-Fazit: Brillant. Leise und Top-Fehlerkorrektur.

Bewertung Fehlerkorrektur/ Laufwerk

Panasonic (fast) perfekt: Eine tadellose Verarbeitung und eine im wesentlichen sinnvolle Ausstattung sichern eine sehr gute Bewertung, die nur durch die fehlende RGB-Option und den nicht vorhandenen koaxialen Digitalausgang leicht geschmälert wird

Bewertung


Bedienung

Die Bedienung des Panasonic ist geprägt von den neuen, optisch überzeugenden On Screen-Menüs, die ein problemloses Navigieren sicherstellen und auch noch nett anzusehen sind. Dazu kommt das tadellose Display mit feiner Auflösung und die Bedienelemente mit angenehmer Griffigkeit auf der Gerätefrontplatte. 

Alte Bekannte: Die Fernbedienung des DVD-RV31

Eitel Sonnenschein also - und wenig Schatten: Die vom Vorgänger übernommene Fernbedienung könnte noch ergonomisch günstiger geformt sein, und der Druckpunkt der übersichtlich angeordneten Tasten ist etwas zu schwammig. 

Bewertung

Bild

Hier kann der DVD-RV31 mit einer großen Bildharmonie überzeugen und zeigt damit ein ähnliches Profil wie der kürzlich getestete JVC XV-S40.  Prima sind die Qualitäten des Players auch bei nicht perfekter Software. So ist das Bild bei "Top Gun" (Code 2) farblich angenehm natürlich, kleine Schwächen bezüglich unruhiger Kanten der auf dem Bildausgabegerät gezeigten Objekte bügelt der Player gut aus. Gleiches tut er bei "The World Is Not Enough", eine DVD mit zwar gutem, aber nicht überdurchschnittlichem Bild, wo die harmonische und plastische Farbwiedergabe, die nie zu knallig, aber auch nie ausdruckslos wirkt, ebenso angenehm auffällt wie die fehlerlose Farbdekompression. Besonders erfreulich ist die neutrale Weiß-Wiedergabe, die keinen minimalen Ansatz zu einer leicht gräulichen Darstellung auf der einen Seite und einem Überstrahleffekt auf der anderen Seite zeigt. Der fein gestuften Kontrastumfang, der auch feine Nuancen prima wiedergibt, trägt seinen Teil zum Gesamteindruck bei.

Die Detailtreue ist gut, durch das etwas weiche, sehr angenehme Bild bietet der DVD-RV31 hier aber, genau wie bei der Gesamtbildschärfe, minimal weniger als der Pioneer DV-340. Dies zeigt beispielweise die Code 2-DVD von "Inspector Gadget". Dafür legt, wie schon erwähnt, der Panasonic Softwareschwächen nicht so schonungslos offen und zeigt ein Bild, welches mit vielen Bildausgabegeräten harmonieren dürfte. Mit prima Leistungen setzte sich der DVD-RV31 bei den 16:9-Real-Testbildern der BUROSCH-Referenz-DVD in Szene, wo die hohe Bildharmonie mit stimmigem Kontrast und einer sehr angenehmen, wenn auch nicht extrem knackigen Bildschärfe das positive Gesamtbild ergänzte. Hervorragend schlug sich der DVD-RV31 bei der Wiedergabe reiner Farben - so präsentierten sich kräftige Rot-, Blau- oder Grüntöne völlig ohne störende Beimischungen oder Abschwächungen.

Der Layerwechsel erwies sich bei unserem Testgerät als akzeptabel und besser als bei vielen Konkurrenten. Von der Perfektion ist er allerdings noch ein Stück entfernt, ein kleiner Tonaussetzer, verbunden mit einem, zugegebenermaßen wirklich kurzen, Stehen bleiben des Bildes zeigen noch weiteren Spielraum für zukünftige Verbesserungen.

Bewertung


Ton

Der Digital-Ton des Panasonic DVD-RV20 ist tadellos und spritzig in der Wiedergabe, kein störender Einfluss wirkt sich negativ aufs Klangbild aus. Analog angeschlossen, bietet der DVD-RV31 einen besseren Klang als sein Vorgänger, der leicht belegt und nicht transparent genug klang. Diesen Makel hat der DVD-RV31 abgelegt, unser Testgerät jedenfalls spielte befreiter auf und trug vor allem Stimmen pointierter und mit mehr Durchsichtigkeit in den Hörraum. 

Bewertung



Fazit

Der Panasonic DVD-RV31 zeigt deutliche Fortschritte gegenüber seinem Vorgänger. Während der DVD-RV20 unauffälligen Durchschnitt verkörperte, kann der DVD-RV31 durchweg mit sehr guten Leistungen aufwarten. Das fängt beim Top-Laufwerk mit CD-R/CD-RW-Wiedergabe an, geht bei der überzeugenden Verarbeitung weiter und endet beim sehr harmonischen Bild mit gelungener Farbwiedergabe. Das Bedienkonzept ist insgesamt prima gelungen, und die Ausstattung ist praxisgerecht - nur die RGB-Ausgabe und ein koaxialer Digitalausgang werden vermisst. Insgesamt zeigt auch dieser Test, dass die neue Liga der Basis-Player wirklich empfehlenswert ist: Zusammen mit dem JVC XV-S40, dem Pioneer DV-340 und dem Yamaha DVD-S510 bildet sich an der Spitze der Klasse ein Quartett, dessen Qualitäten einfach überzeugen. 

Welcher der vier Player im Endeffekt der richtige sein soll, entscheiden die individuellen Prioritätensetzungen. Falsch machen kann man mit keinem der vier Geräte etwas, die in allen für einen DVD-Player relevanten Punkten wie Bild- und Verarbeitungsqualität, Bedienung und tonalen Eigenschaften verschiedene Konkurrenzangebote, die mit weiteren Features wie einer MP3-Wiedergabe zunächst locken, deutlich überragen. Ob Toshiba mit dem etwas teureren SD210, der auch MP3-CDs abspielt, hier noch einen draufsetzen kann und ebenbürtige Qualitäten plus MP3-Wiedergabe in die Waagschale werfen kann, wird ein Test in Kürze klären.  

Was aber in der Preisregion zwischen 600 und 800 DM geboten wird, ist schon erstaunlich: Soll es der konkurrenzlos preisgünstige Pioneer mit extrem scharfem Bild und einer hervorragenden Wiedergabe bei erstklassiger DVD-Software sein? Oder der ultraflache JVC mit sehr gutem Laufwerk, der RGB ausgibt, zwei Digitalausgänge und ein sehr harmonisches Bild hat? Die visuelle Auslegung eint den JVC XV-S40 mit dem hier getesteten Panasonic, der mit silbernem Gehäuse sehr gut aussieht und mit grafisch schönen On-Screen-Menüs sowie seinem herausragenden Laufwerk punkten kann. Der Yamaha DVD-S510 überzeugt mit einer besonders praxisgerechten Ausstattung inklusive 2 Scartbuchsen und einem ebenfalls tadellosen Bild, fast so scharf wie das das Pioneer, aber trotzdem bei weniger guter Software ebenfalls sehr brauchbar. Hier verkörpert der DVD-S510 einen Mittelweg zwischen den betont harmonischen Vertretern von Panasonic und JVC und dem knackig scharfen Pioneer DV-340, der in den Disziplinen Bildschärfe und maximal mögliche Detailtreue nach wie vor Leader ist.

Ein rundum gelungener Player mit vielen Stärken - gravierende Schwächen sucht man vergeblich


Einsteigerklasse

Pro & Contra

Sehr angenehmes Bild
Tadellose Verarbeitung
Problemlose Bedienung
Erstklassige Fehlerkorrektur des Laufwerks
Kein koaxialer Digitalausgang und keine RGB-Option
Layerwechsel noch nicht ganz perfekt

Technische Daten

Videoausgänge: 1x SCART (kein RGB), 1 x Hosiden (S-Video), 1 x Cinch (Composite)
Audioausgänge: Digital 1 x optisch, 1 x Cinch 2-Kanal Downmix, 1 Subwoofer-Out
Farben: schwarz, silber
Maße (B x H x T): 430 x 82 x 247 mm
Gewicht: 2,6 kg
Preis: 699 DM (UVP)

13. Mai 2001

Test: Carsten Rampacher

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